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Verbotene Verführung in "Der Prachtsohn" von Corinna Kramer jetzt als eBook bei venusbooks. Marlen ist eine erfolgreiche Anwältin und ihr Familienglück perfekt – bis sie von den zahlreichen Affären ihres Mannes erfährt und ihn rausschmeißt. Nächtelang weint sie sich in den Schlaf. Wer soll die sexhungrige Anwältin jetzt zu immer neuen Höhepunkten bringen? Sie sehnt sich so sehr nach einem starken Mann, der ihr gieriges Verlangen stillen kann. Und nur einer ist dazu in der Lage: Marlens ältester Sohn Bernd. Er verwöhnt seine Mutter mit einer Hingabe, die sie lange nicht erfahren hat und erfüllt ihr die anspruchsvollsten Wünsche. Doch da verliebt sich Bernd in eine andere Frau … Jetzt als eBook kaufen und genießen: "Der Prachtsohn" von Corinna Kramer. Lesen ist sexy: venusbooks – der erotische eBook-Verlag. Jugendschutzhinweis: Im realen Leben dürfen Erotik und sexuelle Handlungen jeder Art ausschließlich zwischen gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden. In diesem eBook werden fiktive erotische Phantasien geschildert, die in einigen Fällen weder den allgemeinen Moralvorstellungen noch den Gesetzen der Realität folgen. Der Inhalt dieses eBooks ist daher für Minderjährige nicht geeignet und das Lesen nur gestattet, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind.
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Seitenzahl: 216
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Über dieses Buch:
Marlen ist eine erfolgreiche Anwältin und ihr Familienglück perfekt – bis sie von den zahlreichen Affären ihres Mannes erfährt und ihn rausschmeißt. Nächtelang weint sie sich in den Schlaf. Wer soll die sexhungrige Anwältin jetzt zu immer neuen Höhepunkten bringen? Sie sehnt sich so sehr nach einem starken Mann, der ihr gieriges Verlangen stillen kann. Und nur einer ist dazu in der Lage: Marlens ältester Sohn Bernd. Er verwöhnt seine Mutter mit einer Hingabe, die sie lange nicht erfahren hat und erfüllt ihr die anspruchsvollsten Wünsche. Doch da verliebt sich Bernd in eine andere Frau …
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eBook-Neuausgabe September 2015
Ein eBook des venusbooks Verlags. venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.
Dieses Buch erschien bereits 2001 unter dem Titel Die Hochzeit meines Sohnes in der Edition Combes
Copyright © der Originalausgabe 2001 Edition Combes im Verlag Frank de la Porte, 96328 Küps
Copyright © der eBook-Neuausgabe 2015 venusbooks GmbH, München
Copyright © der aktuellen eBook-Neuausgabe 2020 venusbooks Verlag. venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Titelbildgestaltung: Nele Schütz Design unter Verwendung von shutterstock/sakkmesterke
eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH
ISBN 978-3-95885-918-0
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Im realen Leben dürfen Erotik, Sinnlichkeit und sexuelle Handlungen jeder Art ausschließlich zwischen gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden. In diesem eBook werden erotische Phantasien geschildert, die vielleicht nicht jeder Leserin und jedem Leser gefallen und in einigen Fällen weder den allgemeinen Moralvorstellungen noch den Gesetzen der Realität folgen. Es handelt sich dabei um rein fiktive Geschichten; sämtliche Figuren und Begebenheiten sind frei erfunden. Der Inhalt dieses eBooks ist für Minderjährige nicht geeignet und das Lesen nur gestattet, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind.
Corinna Kramer
Der Prachtsohn
Erotischer Roman
venusbooks
Unter den ebenso zahllosen wie einzigartigen romanischen und gotischen Kirchen Kölns stellt St. Maria Himmelfahrt ein wahres Kleinod dar. Im Schatten des Domes gelegen, in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs, fristet sie am Eingang der Marzellenstraße ein eher unbeachtetes Dasein – ein Schicksal, das dieses schöne Bauwerk nicht verdient.
St. Maria Himmelfahrt dürfte wohl die bedeutendste Jesuitenkirche nördlich des Mains sein. Sie wurde zwischen 1618 und 1678 von Christoph Wamser erbaut. Mit ihren harmonisch ineinander übergehenden romanischen und gotischen Stilelementen entspricht sie in ihrer Gesamtheit dem Baustil des frühen 17. Jahrhunderts und wurde von den Jesuiten bewusst im Sinne der Gegenreformation angelegt. Im Innern des Gotteshauses gibt es sehr viel Gold zu bewundern, die Skulpturen der zwölf Apostel mit Maria und Josef sind eine Sehenswürdigkeit, und das prächtige Triptychon über dem Altar ist ein Kunstwerk für sich.
Ob Sie es glauben oder nicht, obgleich ich zum ersten Mal in dieser Kirche war und ich mich sehr für die Architektur meiner Vaterstadt interessiere, beachtete ich die Einrichtung an diesem verregneten, sturmgepeitschten Vormittag, der meine Stimmung widerspiegelte, kaum – oder besser: überhaupt nicht. Mein Blick war auf das Paar gerichtet, das vor dem Priester kniete und gerade die Oblaten der Heiligen Kommunion empfing, und ich weinte.
Es waren nicht diese Tränen des Glücks, die jeder anderen Mutter in die Augen treten, wenn sie miterleben darf, wie ihr vergötterter Sohn die Frau seines Lebens vor den Traualtar führt. Ich weinte haltlos. In der barocken, weihrauchigen Luft des Kirchenschiffes spürte ich, wie mir die Tränen grell in die Augen schossen, mit schwarzer Wimperntusche getränkt auf heißen Tränenflüssen über meine Wangen kullerten und mein Make-up zerstörten, und obwohl alle meine Sinne auf das glückliche Paar gerichtet waren, erkannte ich, dass ich nicht Frau genug war, um mich vor all unseren Angehörigen, Freunden und Bekannten zusammenzureißen.
Mein Sohn, mein über alles geliebter Sohn verließ mich! Er verließ mich, um in der Arme einer anderen Frau zu sinken! Warum tat er mir das an? Warum tat Gott mir das an? Aus welchem Grund strafte mich das Schicksal so gnadenlos? Was hatte ich getan? Großer Gott im Himmel, was habe ich getan?
Zugegeben, sie sah zauberhaft aus in dem milden Lichtstrahl, der durch das prachtvolle Kirchenfenster genau auf ihr anmutiges, glückstrahlendes Antlitz fiel
– Julia im langen, cremefarbenen Brautkleid mit hochtailliertem, anliegendem Mieder. Ein Traum von Kleid: Seidensatin, kurze, gefältete Überärmel, Unterärmel mit Spitzenmanschetten, plissierter Kummerbund, bodenlanger, ausgestellter Rock mit Einsätzen aus Seidenplissee von der Taille bis zum Saum. Der tiefe V-Ausschnitt umfasste einen Einsatz aus Spitze und in Falten gelegter Seide, dazu ein hoher Stehkragen mit spitzengerüschter Kante. Unter dem Brautschleier aus durchsichtigem Seidengaze war ihr Haar, das sie sonst offen und glatt trug, zu kleinen, mahagonifarbenen Korkenzieherlocken frisiert, und ihr glückliches Lächeln wirkte ansteckend.
Ach, wie sehr ich sie hasste! Sie nahm mir meinen Sohn! Sie nahm mir den Mann, den ich mehr liebte als mein eigenes Leben!
Dabei war ich so gefasst gewesen, als Bernd mir Julia Schäfer vor etwas mehr als einem Jahr als Freundin und künftige Ehefrau vorstellte. Julia war die Tochter des Chefs jener Firma, in der Bernd in gehobener Position arbeitete, und es war bei beiden Liebe auf den ersten Blick gewesen. Sie war sehr hübsch, um nicht zu sagen: eine Schönheit. Schlank wie eine Säbelantilope war sie und hochgewachsen, ihr Busen, der sich unter dem Oberteil ihres bordeauxroten Kleides abzeichnete, war beinahe so groß wie meine eigenen Brüste, aber offensichtlich ebenso fest und prall gefüttert. Dazu besaß sie ein Gesicht von erlesener Gleichmäßigkeit – mit einem Grübchen im Kinn, einer schnurgeraden Nase, zwei vollen, blutroten Lippen und einem Paar lebenshungriger, brauner Rehaugen, die kühn zwischen kurzen, strahlenförmigen Wimpern hervorblitzten. Glänzendes, mahagonifarbenes Haar umrahmte dieses Antlitz und floss lang und seidig auf ihre Schultern, gehalten nur von einer Spange aus Perlmutter, die an ihrer rechten Schläfe stak.
Julia war eines jener selten werdenden Geschöpfe, wie sie sich jede Mutter zur Schwiegertochter wünscht. Sie vertrat vernünftige Ansichten, liebte – wie ich – die klassische Musik, sie stand mit beiden Füßen fest im Leben, besaß in der Kölner Gesellschaft einen tadellosen Ruf, ihre Libido war, soweit ich es beurteilen konnte, wenig ausgeprägt und, was das Allerbeste an ihr war, ihr Vater, der ihr eine eher spartanische Erziehung hatte zuteil werden lassen, war einer der reichsten Männer der ganzen Stadt; Julia würde nicht nur ein gewaltiges Vermögen in die Ehe einbringen, auch mir boten sich mit der Aussicht, sie und ihre Familie künftig als Anwältin zu vertreten, glänzende Perspektiven. Trotzdem weigerte sich alles in mir, sie als Frau meines ältesten Sohnes zu akzeptieren.
Als Bernd in der Nacht und noch erhitzt vom soeben vollzogenen Geschlechtsverkehr neben mir in meinem großen Doppelbett aus Mooreiche lag, ergriff ich seine Hand, drückte sie liebevoll und sagte: »Wirst du sie heiraten?«
»Ja, Mutter«, antwortete er lapidar.
»Liebst du sie?«
»Ich liebe sie von ganzem Herzen«, bekannte Bernd.
Ich setzte mich aufrecht ins Bett. Das seidene Laken glitt lautlos von meinem Oberkörper und entblößte meine nackten Brüste, aber das störte mich nicht, und Bernd, daran gewöhnt, mich nackt zu sehen, nahm es kaum wahr.
»Was wird aus uns?«, wollte ich wissen.
»Ich weiß nicht, Mutter«, erwiderte er ernst. »Vielleicht … vielleicht sollten wir der Sache ein Ende machen. Es ist unrecht, was wir tun, und ich möchte Julia nicht betrügen.«
»Bernd, ich liebe dich!«, sagte ich beschwörend.
»Ich liebe dich auch, Mutter, aber …«
»Bitte, Bernd! Du darfst mich nicht verlassen! Du bist alles, was mir geblieben ist! Ich gehe zugrunde ohne dich! Bernd, ich mache meinem Leben ein Ende, wenn du mich verlässt! Ich geh’ ins Wasser!«
»Du hast Sascha.«
»Sascha!«, keifte ich empört. »Sascha ist mein Sohn, aber er ist nicht wie du! Du bist mein Mann! Ich brauche dich, Bernd! Ach, wenn du nur wüsstest, wie sehr ich dich begehre!«
»Ich weiß, wie sehr du mich begehrst, Mutter«, entgegnete er und versuchte, sachlich zu bleiben. »Aber irgendwann müssen wir damit Schluss machen, und ich finde, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist.«
»Du willst Schluss machen?!«
»Ja, Mutter.« Er umklammerte meine Oberarme und blickte mir fest ins Gesicht. »Ich möchte mit Julia eine ganz normale Ehe führen, ohne ihr ständig mit dem Hintergedanken begegnen zu müssen, dass ich heimlich mit meiner Mutter vögele.«
»Das kannst du nicht tun!!!«, kreischte ich wie eine Hysterikerin.
»Doch, Mutter«, entschied er. »Bitte, finde dich mit der Tatsache ab!«
»Nein! Nie!!!« Ich schlug sein Laken zurück, schlang meine Hand um seinen blanken, noch nassen Riesenpimmel, stopfte ihn mir in den Mund und versuchte sofort, ihn mit heftigem, leidenschaftlichstem Saugen steif zu lutschen. Doch Bernd riss mich zurück. Seine Eichel schlüpfte aus meinem Mund und fiel kraftlos auf seinen schwarz behaarten Hodensack.
»Bernd, nur noch dieses eine Mal!«, sagte ich. »Ich möchte deinen Schwanz lecken! Ich weiß doch, wie gerne du das hast, komm! Du darfst mir in den Mund spritzen oder auf mein Gesicht. Ich werde alles tun, was du von mir verlangst!«
Doch Bernd antwortete nicht. Stattdessen schwang er sich aus meinem Bett, schlüpfte in seinen blauseidenen Pyjama, wickelte sich in seinen Schlafrock und knüpfte eine Schleife in den Gürtel.
»Was hast du vor?«, fragte ich bange und hörte den Puls gegen meine Schläfen hämmern.
»Ich werde die Nacht im Hotel verbringen«, beschied mir mein Sohn. »In meinem eigenen Zimmer bin ich nicht sicher vor dir. Gute Nacht, Mutter«, wünschte er mir. »Es ist endgültig«, fügte Bernd noch hinzu, dann schloss er leise die Tür.
Wie hatte es angefangen?
Blenden wir zurück in das Jahr 1973. Das genaue Datum: der 13. April, ein Freitag wohlgemerkt. Vielen Menschen wird dieses Jahr vor allem als Todesjahr von Pablo Picasso, Pearl S. Buck, Lyndon B. Johnson, Otto Klemperer, Willy Fritsch oder Walter Ulbricht in Erinnerung bleiben. Es war das Jahr des Watergate-Skandals, des Yom-Kippur-Krieges, der Thronbesteigung Carl XVI. Gustafs von Schweden, der Ölkrise und des sonntäglichen Fahrverbots für Autos. Für mich war es das Jahr, in dem mich Martin Kramer vor den Traualtar führte.
Ich war zwanzig und unsterblich in Martin verliebt. Ich betete ihn an. Er stammte aus einer der angesehensten Kölner Familien, war nicht ganz drei Jahre älter als ich und hatte es schon zum Juniorchef eines großen Kölner Bekleidungsunternehmens gebracht. Er sah phantastisch aus, und er war ein gleichermaßen phantastischer Liebhaber. (Um ehrlich zu sein, ich trat nicht jungfräulich in den heiligen Stand der Ehe; ich hatte vor Martin zwei oder drei Freunde gehabt und auch regelmäßig mit meinem zukünftigen Mann gebumst, ehe er um meine Hand anhielt; ich bin niemals eine Kostverächterin gewesen.)
Das erste Jahr unserer Ehe war der schon sprichwörtliche Himmel auf Erden. Martin trug mich auf Händen und bettete mich auf Rosen, und schon neun Monate nach unserer Hochzeitsnacht, die wir ganz romantisch in einer Almhütte in den Tiroler Alpen verbrachten, kam Bernd auf die Welt. Unser Glück war perfekt.
Als Bernd ein Jahr alt war, gab ich ihn über Tag abwechselnd meiner und Martins Mutter in Obhut und nahm mein Studium wieder auf. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, Anwältin zu werden, und da ich von jeher sehr zielstrebig bin, lernte ich gut und schnell. Ich promovierte mit summa cum laude, durfte fortab den Titel »Dr. jur.« auf meinem Briefkopf führen, gründete mit drei meiner ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen eine Anwaltskanzlei. Noch während ich an meiner Doktorarbeit feilte, wurde Sascha, mein Jüngster, geboren. Es kam zu einer ersten Krise mit Martin, denn er wünschte sich unbedingt noch eine Tochter, aber ich beschied ihm, dass ich keine weiteren Kinder mehr haben wollte.
Als Bernd zehn wurde, übergaben wir ihn in die Obhut eines hochangesehenen katholischen Luzerner Internats und stellten, inzwischen finanziell unabhängig, ein französisches Kindermädchen für Sascha ein, das Claire Caillebotte hieß. Mademoiselle Claire, die nicht (oder vielleicht um tausend Ecken) mit dem berühmten französischen Impressionisten verwandt war, stammte aus Paris und war uns über eine Braunschweiger Agentur vermittelt worden, eine kleinbusige Schönheit mit langen, schwarzen Haaren, kerzengeraden Beinen und makellosen, schneeweißen Zähnen, die sie gerne und oft vorzeigte. Mit Mademoiselle Claire begann mein Unglück. Heute bin ich mir nicht sicher, ob Martin mich schon vor Mademoiselle Claire mit anderen Frauen betrogen hat. Doch eines Nachmittags – ich hatte einen Termin beim Amtsgericht in der Luxemburger Straße; mein Mandant legte ein Geständnis ab, und der Prozess endete schon nach einer halben Stunde – kam ich für meine Verhältnisse sehr früh nach Hause und überraschte Martin und Mademoiselle Claire in meinem eigenen Ehebett!
Sie waren beide nackt und fickten miteinander in der Missionarsposition. Es war, als griff eine Hand um mein Herz, quetschte es und versuchte, es mir bei lebendigem Leib aus der Brust zu reißen. Mademoiselle Claire schrie auf, aber Martin stand kurz vor dem Abspritzen und konnte nicht aussteigen. Ungestüm, keuchend und röchelnd fickte er unser Kindermädchen weiter, und dann ging ein Beben durch seinen ganzen Körper, er bäumte sich auf, sackte zusammen, bäumte sich auf, und jedesmal, wenn er seinen Riesenständer in Mademoiselle Claires zuckende Fotze rammte, spritzte der Saft aus ihm heraus und klatschte auf ihren Muttermund.
Natürlich wurde Mademoiselle Claire noch am gleichen Tag fristlos entlassen, und ich schlief die nächsten Wochen im verwaisten Bett von Bernd. Mit Martin wechselte ich in dieser Zeit kein einziges Wort. Ich dachte nicht an eine Scheidung; ich wusste, wie sehr viel leichter Männer bereit sind, ihre Ehe zu brechen, als dies bei uns Frauen der Fall ist. Doch ich fühlte mich aufs tiefste verletzt und gedemütigt, ich kam mir unendlich betrogen vor, und ich begann, Martin von ganzem Herzen zu hassen. Nur eine Frau, der schon ähnliches widerfahren ist, kann nachvollziehen, wie hundeelend ich mir damals vorkam. Ob Sie es glauben oder nicht, irgendwann stand ich an der Eisenbahnstrecke von Köln nach Bonn und wollte mich vor den Zug werfen. Doch dann sah und hörte ich, wie die Schienen zu vibrieren und zu summen anfingen; am Horizont, dort, wo die Gleise miteinander verschmolzen, erschien ein schwarzer Punkt, der sich rasch in ein rotes, weiß geschürztes Viereck verwandelte. Näher und näher kam das Monstrum, ein schriller Pfiff zerriss die Frühlingsluft und trieb eine Wolke Spatzen aus einem Wacholderbusch, das Vibrieren und Summen der Schienen verschärfte sich, der Schotter begann wie bei einem Erdstoß zu beben, und dann rauschte der Zug mit seinen silbernen Personenwagen vorüber. Ra-damm da-damm, ra-damm da-damm! machte es, während die stählernen Wagenräder über die Schienenstöße rollten, ein zweiter, langgezogener Pfiff ertönte, der Zug passierte das grüne Einfahrsignal des Bonner Güterbahnhofs, und es war vorbei. Ich zitterte am ganzen Körper. Es verlangt Mut, sich mit wachen Sinnen vor einen Zug zu stürzen, und ich bin in meinem ganzen Leben niemals besonders mutig gewesen.
Doch auch der allerschlimmste Schmerz vergeht. Irgendwann und irgendwie gelang es Martin, sich mit mir auszusöhnen. Er versicherte, ja, er schwor mir, niemals wieder eine andere Frau auch nur anzusehen, und ich blöde Gans fiel auf ihn herein. Wir machten unsere zweiten Flitterwochen; wir fuhren nach Bali, auf die Seychellen und nach Tahiti, Martin verwöhnte mich mit Geschenken, Liebkosungen und schönen Worten, und bald war sein Seitensprung mit Mademoiselle Claire vergessen und als Nichtigkeit abgetan. Doch Martin war und blieb ein Mann.
Ich hatte gerade meine eigene Anwaltspraxis in unserer terrakottafarbenen Backsteinvilla an der vornehmen Braunsfelder Vincenz-Stats-Straße eröffnet, als mir bei einem Schaufensterbummel auf der Hohen Straße eine ehemalige Schulfreundin über den Weg lief. Alexandra Heidemann, wie ich Anfang vierzig, aber mit einem Hang zu schlampiger Kleidung, hatte einen Kölner Bankier geheiratet und schwamm in Geld. Sie lud mich zu einem Kaffee und einem Stück Schwarzwälder Kirschtorte in ein Café direkt am Dom ein.
»Ich habe gehört, du hast dich von Martin getrennt?«, sagte sie. (Ich setze an dieser Stelle ein Fragezeichen, weil ihre Feststellung eher wie eine Frage klang.)
»Aber nein«, erwiderte ich gelassen. »Wer erzählt solchen Unsinn? Unsere Ehe war niemals so gefestigt wie heute.« Martin und ich hatten eine herrliche Nacht hinter uns, und er hatte meine Fotze dreimal mit seinem Sperma vollgespritzt.
»So, tatsächlich?« Genüsslich führte Alexandra ein Stückchen Torte an den knallrot geschminkten Mund und schluckte es. »Dabei habe ich ihn erst vergangene Woche mit einer anderen Frau auf der Pferderennbahn in Weidenpesch gesehen.«
»Du musst dich versehen haben«, sagte ich und lehnte mich noch gelassener zurück, denn Martin machte sich weder aus Pferden noch aus Rennen oder Wetten etwas.
»Das könnte ich durchaus, liebste Corinna«, entgegnete Alexandra, »wenn …, ja, wenn Martin mich nicht begrüßt und mir seine junge Begleiterin vorgestellt hätte. Er hatte einen Arm um ihre Schulter gelegt. Michelle Wegener hieß die Frau, ein Ex-Model, wie Martin mir versicherte. Du kannst mir glauben, sie sieht phantastisch aus! Man merkt ihr ihre dreiunddreißig Jahre einfach nicht an.«
Ich sah, wie Alexandra sich voller Genuss in meinen Wunden suhlte. Das war ihre späte Rache für den Freund, den ich ihr im Gymnasium ausgespannt hatte. (Sie hätte ihn behalten können; Markus war eine Flasche im Bett gewesen und ein Streichholz im Geist.)
Am Abend stellte ich Martin zur Rede. Ich wollte ihm eine Szene machen, aber Martin nahm mir die Gelegenheit dazu. Ganz unumwunden gab er zu, dass Michelle Wegener seine Geliebte war.
»Was hat sie, was ich nicht habe?«, wollte ich empört wissen.
Martin lächelte. »Da ist vor allem ihre betörende Jugend«, antwortete er offen.
»Ich bin zweiundvierzig!«, fuhr ich ihn an und spuckte ihm dabei die Worte geradezu ins Gesicht.
»Sie ist dreiunddreißig«, erinnerte er mich.
»Ein Ex-Model!«, erwiderte ich abfällig.
»Sie wird wieder auf dem Laufsteg arbeiten.«
»Sie wird dich verlassen!«
»Dessen wäre ich mir nicht so sicher«, erwiderte Martin. Unter seinem Schnurrbärtchen entblößten sich die weißen Zähne. »Michelle besitzt einen sehr ausgeprägten Geschlechtsdrang, und sie sagt, ich sei der erste Mann in ihrem Leben, der ihr im Bett das bieten könne, was sie als Frau verlange.«
»Das sagen sie euch Idioten immer!«, behauptete ich. »Und ihr fallt immer und immer wieder darauf herein! O mein Gott, manchmal denke ich, Gott hat die Intelligenz nur unter uns Frauen aufgeteilt, während er euch Männern lediglich einen Haufen Pferdemist ins Gehirn gepflanzt hat!«
»Ich werde mich von dir trennen«, erwiderte er.
»So, du willst dich von mir trennen?! Dann tu’s! Ich weine dir keine Träne nach! Wer dich mir heute nimmt, bringt dich morgen wieder zurück!« Ich rannte in unser gemeinsames Schlafzimmer, holte seine schwarzlederne Reisetasche und seinen anthrazitfarbenen Samsonite-Schalenkoffer vom Kleiderschrank und schleuderte beide in Richtung Tür, an der Martin stehengeblieben war. Den Koffer fing er auf, die Tasche ließ er auf den Teppichläufer fallen. Dann klappte ich alle Schranktüren auf, holte seine gesamten Oberhemden von der Messingstange und warf sie auf den gesteppten Schonbezug unseres Ehebettes. »Hier, pack sie ein! Nimm alles mit, was dir gehört!«, geiferte ich und ließ den Hemden seine Anzüge und seinen schwarzen Smoking mit den samtenen Jackenaufschlägen folgen. Seine Krawatten flogen auf das Bett, seine Schuhe, seine Socken und Unterwäsche. Martin blieb die Ruhe in Person. Er sah meinem wütenden Treiben eher entspannt, ja, fast belustigt zu. Das trieb mich nur noch mehr in Rage. »Du Bastard!«, fuhr ich ihn an. »Du dreimal gottverdammter, elender Bastard! Dein Schwanz soll dir abfaulen! Ich habe dir die besten Jahre meines Lebens geopfert, und du dankst mir dafür, dass du deinen Schwanz in die nächstbeste Fotze steckst, die dir über den Weg läuft! Hol deine Zahnbürste und stell sie bei deiner Nutte ins Bad. Ich will dich nie wieder sehen!!!«
So also endete im Juli 1995, nur wenige Tage nach dem berühmten Konzert, das Montserrat Caballé auf dem Roncalli-Platz gab, nach etwas mehr als zweiundzwanzig Jahren meine Ehe mit Martin Kramer. Es ist erstaunlich, wie einem die Scheuklappen von den Augen fallen, wenn man sich erst einmal von einem Partner getrennt hat. Nach und nach erfuhr ich nun von meinen Freundinnen, Freunden und Bekannten, welches Lotterleben Martin während unserer Ehe geführt hatte. Viele, die aus Rücksicht vor mir jahre-, ja, jahrzehntelang geschwiegen hatten, offenbarten sich mir nun. Martin war mir keinen Lidschlag lang treu gewesen. Schon unmittelbar nach unserer Hochzeitsnacht – lange vor Mademoiselle Claire – hatte er wohl ein Verhältnis mit einer Designerin, die für seine Firma Plakate entwarf. Acht Monate später muss diese Frau eine Fehlgeburt gehabt haben, und Martin ließ sie im Stich und trennte sich von ihr.
Eine zweite Frau muss noch erwähnt werden. Von ihr erfuhr ich durch einen Mitarbeiter, der im Streit aus Martins Firma geschieden war. Sie war eine Auszubildende gewesen, ein Lehrmädchen, wie man damals noch sagte, blutjung, allerhöchstens siebzehn, wie mir mein Informant zusteckte. Melanie van Drahten soll sie geheißen haben, und mein Informant will sie und Martin zwischen Weihnachten und Neujahr 1984, in der Zeit also, in der alle großen Firmen ihre Inventur machen, eines Abends in Martins Büro überrascht haben, wie Melanie unter seinem Schreibtisch kniete, seine geschwollenen Eier in den Händen hielt und sich seinen Ständer ebenso rhythmisch wie mit wachsendem Enthusiasmus in den Hals pumpte. (Das also waren die »Überstunden«, die mein sauberer Herr Gemahl mir immer untergeschoben hatte.)
Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Von zwei weiteren bildschönen Frauen könnte die Rede sein, beide Kundinnen seiner Firma, Besitzerinnen einer Boutique in Wuppertal. Mit ihnen hatte Martin gleichzeitig eine Affäre, und es spricht einiges dafür, dass er auch gemeinsam mit ihnen ins Bett gestiegen ist. Es existiert eine etwas überbelichtete Fotografie, die Martin und die beiden Frauen zeigt, wie sie albernd und eng umschlungen durch den tief verschneiten Kölner Stadtwald spazierengehen, und Martin hatte beiden eine Hand durch die Achselhöhle geschoben, massierte hier die linke, dort die rechte Brust. (Das Foto hatte ein Privatdetektiv geschossen, der im Auftrag eines der Ehemänner dieser Frauen handelte; es wurde mir anonym zugeschickt.)
Hildegard Schneider, die ehemalige Miss Nordrhein-Westfalen – mit ihr flog Martin nach Singapur, als er mir den Besuch einer Herrenbekleidungsmesse vorschwindelte. Er hat viele Jahre lang heimlich Alimente an sie überwiesen und überweist sie heute noch.
Um es kurz zu machen, ein Jahr nach unserer Trennung wurde unsere Ehe vor dem Kölner Scheidungsrichter annulliert. Da wir in einem Ehevertrag Gütertrennung vereinbart hatten, besaß niemand Anspruch auf den Besitz des jeweils anderen; ich bekam unser Haus in Braunsfeld zugesprochen, Martin die Villa im Tessin. Bernd war inzwischen zweiundzwanzig, erwachsen und somit kaum – oder besser: überhaupt nicht Gegenstand der Verhandlung, aber Martin bekam das Recht zugesprochen, Sascha, unseren Jüngsten, einmal im Monat zu sehen. Sascha hasste Martin. Seit unserer Trennung nannte er ihn nicht mehr Vater, sondern nur noch seinen »Erzeuger«.
Doch greifen wir nicht voraus, bleiben wir im Juli 1995. Martin hatte unser Haus verlassen und lebte gemeinsam mit Michelle Wegener in einer sündhaft teuren Penthousewohnung in der Kölner Innenstadt. Ich kam um vor Einsamkeit. Vor allem die Nächte in meinem verwaisten Ehebett waren eine einzige Qual. Ich war es gewöhnt, die tiefen, ruhigen Atemzüge eines Mannes neben mir zu hören. Ich vermisste seine Hand, die zärtlich meinen Rücken streichelte. Ich vermisste seine sanften und seine leidenschaftlichen Küsse. Vor allem aber vermisste ich seinen starken Schwanz. Martin war, wie ich schon erwähnte, ein phantastischer Liebhaber gewesen, und ich hatte ihm in zweiundzwanzig Jahren kein einziges Mal einen Orgasmus vorheucheln müssen. Er besaß einen riesenhaften Schwanz. In seiner Erektion stand er ihm schräg von seinem Körper ab, sein schier endlos langer Schaft war von einem prallen, dunkelblauen Aderngeflecht umschlossen, die blauviolette Eichel schien förmlich zu glühen, und seine Hoden, die sich in seiner Erregung stets ein wenig in seinen Körper zurückzogen, waren dick wie Hühnereier. Ach, wie sehr ich einen Mann brauchte! Ich verging geradezu vor Sehnsucht nach einem Mann. Nächtelang weinte ich mein Kopfkissen nass.
Eines Nachts muss Bernd mein haltloses Schluchzen gehört haben. Sascha lebte damals in diesem Luzerner Knabeninternat, das Bernd vorher besucht hatte; mein ältester Sohn und ich waren alleine im Haus. Ich lag auf dem Bauch; ich trug ein Nachthemd aus silbernem Satin, das hinten fast bis zum Po dekolletiert war, und ich löste mich in Tränen auf.
»Was hast du denn, Mutter?«, fragte Bernd. Er war nur mit einer knappsitzenden, bordeauxfarbenen kurzen Schlafanzughose bekleidet zu mir ins Zimmer gekommen und setzte sich zu mir auf den Rand meines Bettes.
»Nichts, Liebling«, antwortete ich schluchzend.
Bernd streichelte meinen nackten Rücken. »Du weinst«, erinnerte er mich. »Ich kann alle Menschen weinen sehen, nur dich nicht. Das Herz dreht sich mir um.«
»Es ist gleich wieder weg«, tröstete ich ihn.
»Bitte, sag mir, was dich bedrückt«, verlangte er. »Ist es wegen Vater?«
Ich wälzte mich auf den Rücken. »Bitte, Liebling, frag mich nicht«, schluchzte ich. »Ich muss sehen, wie ich selber damit fertig werde.«
Mein Nachthemd war vorne nicht minder dekolletiert als auf meinem Rücken. Der Ausschnitt reichte beinahe bis zu meinem Nabel hinunter und gab einen großen Teil meiner Brüste frei, die, ohne aufschneiden zu wollen, in der Tat sehenswert sind. Ich habe BH-Größe 85 Doppel-D. Früher, als Teenager, habe ich mich so manches Mal geschämt, wenn mir die Jungen und Männer ganz unverhohlen auf meine Brust schauten und mich mit den Augen auszuziehen begannen, und ich habe meine liebe Mutter auf Knien um eine Brustreduktion angefleht, doch heute genieße ich die Blicke der geilen Kerle und den Neid der anderen Frauen. Ich habe mein Leben lang auf meine Linie geachtet; ich achte auch heute, mit vierundvierzig, noch darauf.
