Der Präsident bin ich! - H. W. Blattner - E-Book

Der Präsident bin ich! E-Book

H. W. Blattner

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Beschreibung

Der frisch gewählte amerikanische Präsident Jefferson T. Haramsag hatte bei Amtsantritt mit vielem gerechnet: Terroranschläge, kleine militärische Abenteuer … Sogar bei einem Atomkrieg hätte er gewusst, was zu tun sei: Schlüssel für die Codes rumdrehen, roten Knopf drücken, die Welt in Schutt und Asche legen. Das alles war klar vorgegeben. Kein Problem. Das bekäme er schon hin. Bis dahin wollte er seine Amtszeit mit Golfen verbringen, denn Arbeit war nicht sein Ding. Und dann das: Die NASA meldet die Ankunft eines außerirdischen Raumschiffs! Das war DIE Chance, in die Geschichtsbücher einzugehen. Das konnte sich ein Jefferson T. Haramsag nicht entgehen lassen! Er und nur er würde die Verhandlungen mit den Außerirdischen führen und der ganzen Welt, ja dem ganzen Universum zeigen, dass sie sich allesamt glücklich schätzen konnten, einen wie ihn zu haben. Die Russen, Chinesen und seine innenpolitischen Widersacher würden vor Ehrfurcht niedersinken! Leider sahen die das völlig anders und auch die heikle Sache mit dem Erstkontakt wollte nicht so laufen, wie der bestaussehendste Präsident aller Zeiten sich das vorgestellt hatte. Eine ziemlich überdrehte und mitreißend schräge Science-Fiction-Polit-Satire.

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Seitenzahl: 256

Veröffentlichungsjahr: 2023

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H. W. Blattner

Der Präsident bin ich!

Science-Fiction-Polit-Satire

Copyright: © 2023 H. W. Blattner

Lektorat: Erik Kinting – www.buchlektorat.net

Umschlag & Satz: Erik Kinting

Verlag und Druck:

tredition GmbH

An der Strusbek 10

22926 Ahrensburg

Softcover

978-3-384-03721-3

Hardcover

978-3-384-03722-0

E-Book

978-3-384-03723-7

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhalt

Cover

Titelblatt

Urheberrechte

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 37

Kapitel 38

Kapitel 39

Kapitel 40

Kapitel 41

Kapitel 42

Kapitel 43

Kapitel 44

Kapitel 45

Kapitel 46

Kapitel 47

Kapitel 48

Kapitel 49

Kapitel 50

Kapitel 51

Kapitel 52

Kapitel 53

Kapitel 54

Kapitel 55

Kapitel 56

Kapitel 57

Der Präsident bin ich!

Cover

Titelblatt

Urheberrechte

Kapitel 1

Kapitel 57

Der Präsident bin ich!

Cover

1

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Kapitel 1

In einer nahen Zukunft

Jefferson T. Haramsag, der 49. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, lümmelte entspannt in seinem überdimensionierten Präsidenten-Chefsessel. Mit einem selbstgefälligen Gesichtsausdruck begutachtete er das stattliche Präsidentenbüro und konnte sich nicht sattsehen. Ein Gefühl der grenzenlosen Genugtuung stieg in ihm auf. Sein Blick wanderte über die prächtigen Holzvertäfelungen mit ihren polierten Oberflächen.

Bis hierher ins Weiße Haus hatte er es geschafft! Ganz nach oben. Er war nun der mächtigste Mann der Welt, der Führer der freien Nationen. Er lächelte zutiefst zufrieden.

Es war jetzt 11.00 Uhr am Vormittag und er hatte bisher keinen Finger gerührt. Aber warum auch? Arbeit war nicht sein Ding. Stattdessen hatte er sich für den Nachmittag eine Partie Golf mit der Gouverneurin von North-Carolina vorgenommen. Der Gedanke daran verdarb ihm allerdings die Stimmung. Die Gouverneurin von North-Carolina … Er hasste sie! Er musste sich stets im Zaum halten, ihr nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit seine abgrundtiefe Verachtung entgegenzubringen. Schon allein bei dem Gedanken an sie bekam er Ausschlag. Diese aufgetakelte Karrierefrau in ihren spießigen Kostümen und dem übertrieben roten Lippenstift. Dieser aufdringlich rote Lippenstift! Haramsag verzog angewidert das Gesicht.

Aber er hatte Sie gebraucht, besonders während seines Wahlkampfs. Sie hatte die Anhänger hinter ihm geschart, die Reihen geschlossen und ihn zum Sieg geführt. Er selbst hatte dies nicht für möglich gehalten! Dafür war er ihr etwas schuldig. Und das forderte sie nun ein – zu seinem großen Missfallen.

»Nun gut, dann spiele ich eben Golf mit ihr«, grummelte Haramsag vor sich hin. Aber auf dem Green würde er keine Gnade walten lassen! »Da fege ich die Alte, diese Gouvernante vom Platz, und zwar ganz präsidial!« Ein gehässiges Grinsen stahl sich auf sein Gesicht.

Mit einer Handbewegung wischte er seine abfälligen Gedanken beiseite.

Seit drei Monaten hatte er das Präsidentenamt inne. Er war jetzt der Führer der freien Welt. Das gefiel ihm.

Jefferson T. Haramsag schnaufte vor sich hin. Er fühlte sich auserwählt. Auserwählt von der Vorsehung, die großartigste Nation der Welt anzuführen.

Aber er war unzufrieden mit seinem Äußeren. Klar, er befand, er sei sportlich und in Form, aber seine geringe Körpergröße ließ ihn gehörig an sich selbst zweifeln. Gut, Napoleon war auch kein Riese. Und doch, allein mit der Kraft seines überlegenen Intellekts hatte er Europa fast bis in den letzten Winkel unterworfen. Haramsag betrachtete Napoleon stets als sein Vorbild. Schließlich übertraf auch er all seine Gegner und Verhandlungspartner mit seinem außergewöhnlichen Geist, wie er meinte.

Die Macht des reinen Intellekts! Haramsag liebte es, sich in diesem Gedanken zu suhlen. Allerdings hatte er nicht vor, so dämlich zu sein und Kriege zu verlieren, nur um den Rest seines Lebens auf irgendeiner verdammten, von Möwen vollgeschissenen Insel zu fristen. Dafür genoss er sein Amt mit all seinen Annehmlichkeiten viel zu sehr. Kein Krieg, kein erfolgreicher Feldzug konnte sein Ansehen mehren.

Er musterte sich im Ganzkörperspiegel, vor dem er sich stolz aufbaute. Seine hellhäutige Erscheinung und sein wasserstoffblondes Haar, das in kleinen Löckchen auf seinem Kopf herumwirbelte, missfielen ihm. Aber es gefiel offensichtlich seinen Wählern! Vor gerade mal drei Monaten hatte er die Wahl gegen den vermeintlich beliebten Amtsinhaber im ersten Wahlgang haushoch gewonnen. Gegen alle Erwartungen. Nur das zählte! Und wenn es seinen Wählern gefiel, was solls, dann gefiel es ihm eben auch.

Er warf sich schwungvoll in seinen Präsidentensessel, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und sog die frische Frühlingsluft, die durch das weit geöffnete Fenster strömte, tief in seine Lungen.

Was für ein Morgen!

Haramsag streichelte liebevoll die glänzenden Fotos und Fotomontagen auf seinem Schreibtisch. Sie zeigten ausschließlich ihn zusammen mit berühmten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Haramsag wähnte sich auf Augenhöhe mit den großen Namen seiner Zeit. »Ich bin ganz oben … ich … ich …«, murmelte er selbstverliebt vor sich hin.

Mit einem donnernden Schlag flog die Tür zum Vorzimmer auf und knallte gegen die Wand. Scheppernd fiel das Foto, das Elvis Presley und Haramsag gemeinsam singend auf der Bühne zeigte, zu Boden.

Haramsags Herz schlug ihm gegen die Unterkante seines Kinns. »Fischinger, was in aller Welt … Ich habe Sie schon unzählige Male angewiesen …«

»Mister President!«, schrie Fischinger mit hochrotem Kopf. »Es gibt Neuigkeiten … wichtige Neuigkeiten …« Fischingers Stimme überschlug sich. Der Mann war völlig fertig!

»Fischinger! Um Himmelswillen …« Haramsags Herz pochte im Stakkato, während er nach passenden Worten für seine Entrüstung rang.

»Mister President!«, schrie Fischinger wieder, »wichtige Neuigkeiten …«

Kenny S. Fischinger war Jefferson T. Haramsags offizieller Präsidentenberater. Er war nicht irgendein Berater, nein, er wurde in einem von den Geheimdiensten CIA und NSA gemeinsam erarbeiteten, hochkomplexen Auswahlverfahren unter über 20.000 Bewerbern ausgewählt. Ihm wurde ein außerordentlich hoher Intelligenzquotient zugeschrieben. Fischinger war in der Lage, am schnellsten komplexe Situationen und Aufgaben zu erfassen und dabei die besten und schlüssigsten Lösungen zu präsentieren. Weiß der Teufel, in welcher Disziplin er sonst noch gegenüber seinen Mitbewerbern hervorstach. Er schlug sie alle!

Bei dem Bestreben, sich nur mit den besten der besten Köpfe seiner Nation zu umgeben, hatte der neue Präsident mit der Auswahl Fischingers begonnen. Die Halbaffenberater seines Vorgängers hatte er ohne großes Zögern in die Wüste geschickt. Das Gleiche galt für sein präsidiales Team. Er würde noch jeden Einzelnen von ihnen von eigener Hand auf geeignete Fähigkeiten hin abklopfen. Eine Aura des Elitären hatte ihn zu umgeben. Daher grämte ihn besonders die mangelnde Qualität seiner Regierungsmannschaft. Seinen Wahlerfolg schuldete er zugegeben dem Einsatz vieler Wahlhelfer. Da waren zu viele Ministerposten an verdiente, seiner Meinung nach unterqualifizierte Unterstützer zu vergeben. Das würde er im Laufe der Zeit nach und nach korrigieren. Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut!

»Fischinger, was sind das für Neuigkeiten?« Haramsag starrte noch immer auf Fischinger, als wäre dieser gerade vom Himmel gefallen.

Auf Fischingers korpulenter Figur thronte ein immenser Schädel, umrahmt von kurzem schwarz gelocktem Haar, einem düsteren Heiligenschein gleich. Sein natürlich brauner Teint gab ihm trotz seiner Korpulenz ein gesundes, fast schon sportliches Aussehen. Auf seiner wuchtigen Nase balancierte eine obszön dicke, schwarze Hornbrille und erzeugte rote Druckstellen, die er beim Nachdenken unbewusst massierte. Als Präsidentenberater hatte er viel nachzudenken und es gab folglich viel zu massieren. Er liebte es, sich klassisch, ganz im Stile der Präsidentenberater der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts zu kleiden: schwarzer Anzug, weißes Hemd und schwarze Krawatte, wie er es von den alten Fotoaufnahmen eines John F. Kennedys und Richard Nixons im Weißen Haus her kannte. Heftig nach Atem ringend, setzte er zu einem Erklärungsversuch an: »Mister President …« Er rang weiter stark nach Luft. Es war offensichtlich, dass er quer durch das gesamte Weiße Haus geeilt kam.

Ein bisschen Sport würde dem auch ganz guttun. Haramsag musterte ihn von oben bis unten.

Fischinger japste wie ein Fisch an Land. Hektisch nestelte er an seiner Krawatte, um diese zu öffnen, in der Hoffnung, dies würde ihm das Atmen erleichtern.

Haramsag löste sich aus seinem pompösen Ledersessel, ging auf den keuchenden Fischinger zu und klopfte ihm väterlich auf die Schulter. »Na, Fischinger raus damit, bevor Sie mir hier noch tot auf den Teppich fallen!« Haramsag lachte laut. »Worauf warten Sie?« Haramsag genoss es bei jeder sich bietenden Gelegenheit, Fischinger herablassend zu behandeln. Der Präsident bin schließlich ich!, rechtfertigte er stets sein schamloses Verhalten.

»Die NASA … die NASA …« Mehr wollte Fischinger nicht über die Lippen kommen. Er litt jetzt heftig unter Atemnot und keuchte laut.

»Sie meinen also die NASA!«, betonte Haramsag ausdrücklich gelassen. »Unser allseits geschätztes Raumfahrtzentrum?« Haramsag sah Fischinger an und hob fragend die Augenbrauen. »Und was wollen die? Hat der Mond Keuchhusten?« Haramsag sann kurz darüber nach, ob sein Scherz gelungen war. Ging so!

»Die NASA, die NASA … Sie schlägt Alarm«, stammelte Fischinger. Sein Kopf glich inzwischen einer überdimensionalen, kurz vor dem Platzen stehenden überreifen Tomate.

Klarer Fall von zu hohem Blutdruck. Er würde Fischinger zum Vertrauensarzt schicken.

»Es nähert sich etwas … etwas nähert sich der Erde …«, fuhr Fischinger hilflos mit den Armen fuchtelnd fort.

Haramsag glotzte jetzt blöde. »Es nähert sich etwas der Erde …«, äffte er Wort für Wort nach. »Was Fischinger, was nähert sich der Erde? Spucken Sie’s aus, Mann!«

Fischinger keuchte. »Ich … Ich …«

»Ja, was … raus damit!«

»Ich … ich … weiß es nicht!«, entfuhr es Fischinger.

Kapitel 2

Lex Lexer rekelte sich genüsslich auf seinem Liege-Sitz-Lümmel-Kommandosessel. Heute hatte er die Körperform eines Wales gewählt, nicht so groß und detailliert wie in natura, sondern gerade so groß, wie es in dem Raumschiff möglich war, um noch den Geschäften als Kommandant nachgehen zu können.

Ein BLUPP hüpfte fröhlich zwischen seinen Flossen herum.

Ein BLUPP weist in etwa Murmelgröße auf.

Den BLUPP umgibt eine gallertartige Masse, leicht glitschig auf der Oberfläche, rund in der Form, bunt in allen Regenbogenfarben. Es ist nicht nur ein Nahrungsmittel, sondern das einzig notwendige Nahrungsmittel an Bord des Raumschiffs.

Der BLUPP versorgt die Raumschiffbesatzung vollständig mit Flüssigkeit, Nährstoffen und dient als wohlschmeckende Mahlzeit. Kurz: Alles in einem.

Die PHLOPPOXXEN besitzen aufgrund ihrer Jahrmillionen alten Entwicklung die Fähigkeit, mit Gedankenkraft die Geschmacksrichtung vorzugeben. Ob es nach den leckeren Fäkalien des listigen Sandor-Molchs oder nach den ofenfrischen Düften des wohlriechenden Brezel-Baumes der Bäcker-Galaxie schmecken sollte.

Die Form des Wales gefiel Lex Lexer nicht mehr. Der BLUPP glitschte ihm zu oft durch die Flossen, hüpfte wie ein Gummiball über den Schiffsboden und musste dann aufs Neue eingefangen werden.

Die Fähigkeit, jede mögliche Körperform anzunehmen, wurde von den PHLOPPOXXEN im Laufe der Jahrmillionen perfektioniert. So genügte eine kleine Gedankenanstrengung und Lex Lexer wandelte sich in ein dreibeiniges Geschöpf von Gilmegilmo. Genauso schnell könnte er auch jede andere Lebensform annehmen. Woher die Form des Wales stammte, wusste Lex Lexer nicht einmal, sie war Teil der Schiffsdatenbank, derer er sich gerne bediente.

PHLOPPOXXEN nehmen ihre Urform nur noch in Ausnahmesituationen an. Ursprünglich waren sie von kegelförmiger Figur, mit vielen Armen und unzähligen kleinen Händen und Füßen. Im Laufe der Jahrmillionen ihrer Evolution hat sich ihre Form so weit optimiert, dass sie nun kugelrund sind. Ihre Ärmchen und Händchen sind mit der glitschigen Körperoberfläche verschmolzen. Sie sehen ohne Augen. Durch Wellenerzeugung bewegen sie sich fort. Da diese Urform ihnen aber langweilig ist, wandeln sie sich stetig in andere Lebensformen um. Sehr beliebt ist dabei die Form der Höhlenmaus von Kurakura. Diese Maus verfügt an jeder Körperseite über zwölf kleine Händchen. Mit denen lassen sich BLUPPs super jonglieren. Und man kann sich auch selbst ganz dufte kraulen.

Sein Kommandosessel ächzte jedes Mal bei der Anpassung seines Äußeren an eine neue Lebensform. Er jonglierte den BLUPP nun mit vier Armen. »Gretel, mir ist langweilig«, raunte er. »Gibt es irgendwelche Neuigkeiten?«

Gretel, die allwissende und allgegenwärtig allumfassend stets vorausplanende Bordcomputerfee meldete sich mit sanftester PHLOPPOXXEN-Säuselstimme: »Wir nähern uns einem Sonnensystem, da könnte sich die Mannschaft mal die Füße vertreten.« Gretel gähnte herzhaft.

Gemeinhin würde man Gretel als Bordcomputer bezeichnen, das wird ihr aber bei Weitem nicht gerecht. Gretel ist mehr. Gretel lenkt die Geschicke des kompletten Raumschiffs von der Auswahl der Route bis hin zur Versorgung mit BLUPPs für die gesamte Crew. Zudem ist sie eine universelle Datenbank. Gretel ist guter Geist des Raumschiffs und Seelsorger und hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der PHLOPPOXXEN. Diese haben keine Sorgen und Nöte. Sie sind seit Tausenden von Jahren megaentspannt, eben seit sie durch die unendlichen Weiten des Weltalls bummeln. PHLOPPOXXEN müssen sich um nichts wirklich kümmern. Krankheiten, Kriege, Streitereien oder Missgunst gibt es in ihrer Welt schon lange nicht mehr. Die PHLOPPOXXEN haben sich zu einer reifen Spezies entwickelt. Und Gretel, der gute Geist, erledigt alle Aufgaben zu jedermanns Zufriedenheit. Die Kommunikation untereinander oder mit Gretel erfolgt über Sprache, Gedankenübertragung, Gefühlsübertragung, je nach Lust und Laune der Beteiligten. Einzig die Langeweile, die von Zeit zu Zeit aufkommt, stellt eine, wenn auch kleine, Herausforderung für Gretel dar. Es hat sich gezeigt, dass ab und an ein Spaziergang auf geeigneten Planeten mit geeigneter Atmosphäre zum Pläsier und Wohlergehen der Crew beiträgt. Bei den Planetenbesuchen bevorzugen PHLOPPOXXEN Kommunikation mit hoch entwickelten Lebensformen ab Kategorie G2 aufwärts. Mit G2 kann man viel Spaß haben, wenn man mit diesen zu Monden und anderen Planeten ihres Sonnensystems pilgert. Lange abendfüllende philosophische Gespräche erfreuen sie.

Lex Lexer schnaubte kräftig durch seine vierzehn Nasenlöcher. »Bonne Idee«, gluckste er tiefenentspannt.

Tiefenentspannt war er schon seit Jahrtausenden, denn für die Besatzung an Bord gab es nichts zu tun. Die allumfassende Gretel kümmerte sich um sämtliche Aufgaben. Es gab keine Aufregung. Den Tag, besser die Wachphasen der PHLOPPOXXEN, füllte man mit ausgedehnter Langeweile. Sich gegenseitig mit immer neuen Körperformen zu überraschen, war die einzige Abwechslung an Bord. – Abgesehen von den beliebten Planetenspaziergängen. Dafür musste aber ein geeigneter Planet auf der Route liegen.

»Baxer soll kommen!« Lex Lexer stieß heißen Atem durch seine vierzehn Nasenlöcher.

»Bin doch schon da!«, tönte es aus dem Sessel vor den Bordsteuerungseinheiten. Als Tausendfüßler kroch Bax Baxer, Lex Lexers rechte Hand oder Flosse, je nachdem, wie man es nehmen wollte, über der Armlehne des zweiten Kommandosessels.

»Geiles Outfit! Respekt, Baxer, hast mich jetzt richtig überrascht!«, murmelte Lex Lexer gelangweilt.

»Wie wäre es, wenn wir uns mal wieder die Füße und Flossen vertreten? Soll ein Planet mit passender Atmosphäre vor uns liegen, wir können uns ja auch dort langweilen.«

»Ah«, grunzte Bax, »das ist jetzt wirklich schlecht. Bin gerade zu beschäftigt!.«

Beide schüttelten sich vor Lachen. Lex Lexer klatschte seine kleinen, glitschigen Walflossen aus Freude über den gelungenen Spaß zusammen, nachdem er sich wieder zum Wal zurücktransformiert hatte. Der viele Rotz, der ihm aus den vierzehn Nasenlöchern lief, war ihm schließlich zu lästig geworden.

»Die Bordtoilette müsste sowieso geleert werden«, rief Baxer fröhlich.

»Autsch, das war eine riesen Sauerei das letzte Mal … Will gar nicht daran denken, das regt mich auf.«

Sie lachten wieder schallend.

Aufgrund der galaktischen Hyperraumverträge 4 nach 5, Protokoll 7, war es Bordbesatzungen strengstens untersagt, Bordtoiletten von Raumschiffen im Hyperraum zu entsorgen. Dies musste auf Planeten oder Monden erfolgen. Flogen einem auf einer Hyperraumreise die Fäkalien eines Raumschiffes um die Ohren, war das kein Spaß!

»Puh, unsere Bordtoilette ist seit dreitausend Raumjahren nicht mehr geleert worden«, sagte Bax Baxer nachdenklich. Er kratzte sich an seinem grauen Tausendfüßler-Hinterkopf.

»Okay, überzeugt«, verkündete Lex Lexer, »Gretel, bring uns auf diesen … Planeten. Wird bestimmt lustig. Mir juckt‘s zwischen den Flossen!«

Lex und Bax lachten wieder über den mäßigen Scherz.

»Jawohl, mein schöner Kommandant, wie Ihr gebietet«, flötete es aus dem Off. – Gretel neigte zu Komplimenten.

»Was ist denn das für ein Zickzackkurs? Mir wird schlecht.« Lex Lexer verschluckte seinen BLUPP und begann heftig zu würgen.

Das Raumschiff rüttelte von links nach rechts.

Lex Lexer verwandelte sich gedankenschnell in eine Pythonschlange und würgte den verschluckten BLUPP entschlossen hervor. »Das hätte ins Auge gehen können«, japste er.

»Mir ist so schlecht. Ich habe Schluckauf«, jammerte Gretel aus dem Off.

»Ja, was hast du denn, liebe Gretel, was ist dir denn passiert?« Lex setzte eine ernste Python-Miene auf.

»Das Luder hat bei der Herstellung der BLUPP zu viel genascht, davon bekommt sie immer Schluckauf und kann den Kurs nicht halten.« Bax Baxer referierte gerne. Er hatte sich inzwischen in einen Schimpansen transformiert, turnte zwischen den Armaturen und hangelte an der Kommandoraumdecke entlang.

»Sorry, ihr zwei Süßen, aber Baxi hat recht. Mir klebt das Zeug zwischen den Schaltkreisen!«

»Es wird wirklich Zeit, die Füße zu vertreten!« Lex Lexer, der Kommandant des Raumschiffs, sah nachdenklich in das tiefe Schwarz des Weltalls.

Kapitel 3

Drei Minuten waren vergangen, seit Fischinger in heller Aufregung ins Präsidentenbüro platzte.

»Fischinger, muss ich mir Sorgen machen? Geht es etwas genauer?« Haramsag posierte wie einst Napoleon mit auf dem Rücken verschränkten Armen vor dem Fenster und blickte scheinbar interessiert in den Garten des Weißen Hauses.

»Ich weiß nicht, es muss etwas Außergewöhnliches sein, sonst würde die NASA nicht Alarm schlagen …« Fischingers Atem wurde ruhiger. Er ließ sich aufs Besuchersofa plumpsen und wischte sich mit einem fleckigen Taschentuch den Schweiß von der Stirn. »Ich lasse Ihnen jetzt erst mal eine Tasse Tee bringen … und probieren Sie die Donauwellen … sind von meiner Frau. Wie immer eine Wucht!«

»Im Ernst, ich sorge mich langsam um Sie«, heuchelte Haramsag fürsorglich. Er verlor schon das Interesse an der Sache, das war ihm einfach zu unpräzise. Sicherlich hatten die NASA-Fuzzis irgendeinen Mückenschiss auf ihrem Bildschirm und bliesen jetzt einen riesigen Popanz auf. Die wollten nur auf sich aufmerksam machen, um bei der nächsten Haushaltsbesprechung weitere Fördergelder abzugreifen. Er durchschaute das Spiel und entspannte sich, rückte gedankenverloren ein Bild an der Wand gerade, das ihn und den Papst zeigte. Der Heilige Vater küsste ihm darauf huldvoll die Füße. Es war ein gelungenes Bild, so hätte es durchaus sein können.

»Fischinger, Fischinger … Für einen Intelligenzbolzen mit überragendem Intelligenzquotienten verlieren Sie aber schnell die Fassung. Nehmen Sie sich ein Beispiel an mir.« Mit diesen Worten schloss Haramsag betont sanft die noch immer offenstehende Tür zum Vorzimmer.

Die Tür flog zum zweiten Mal auf und schwang ihm knapp vor der Nase vorbei. Im Rahmen stand kein Geringerer als Henry Hooker, der Chef des mächtigen Geheimdienstes CIA. Er rang sichtlich nach Atem.

»Ich werde noch irre!«, schrie Haramsag, völlig erschrocken und außer sich. »Lassen Sie die Tür gleich offen, hier latscht eh jeder rein, wie es ihm beliebt.« Sein Herz hämmerte erneut, diesmal bis an die Schädeldecke.

»Mister President, die Lage ist ernst«, rief der CIA-Chef mit hochrotem Kopf.

»Hat Ihre Frau Sie verlassen? Freuen Sie sich doch!«, blaffte Haramsag gehässig. Er prustete vor Lachen über seinen Scherz. Er kannte Hookers Frau. Grundgütiger. Die war hässlich wie die Nacht.

»Ein riesiges unbekanntes Flugobjekt nähert sich der Erde!«, verkündete Hooker aufgebracht, ohne auf die Bemerkung des Präsidenten einzugehen.

Haramsag klingelten die Ohren. »Na endlich, jetzt ist es raus. Warum nicht gleich so. Sehen Sie, Fischinger? So geht das, alles ganz einfach. Also, äh … Was? Ein unbekanntes Flugobjekt nähert sich?« Der Präsident schaute völlig perplex.

Die Sonne schien freundlich in das Präsidentenbüro. Ein perfekter Tag, um Golf zu spielen.

CIA-Chef Hooker baute sich, sein Hemd in die Hose stopfend, vor dem Präsidenten auf und sagte in tiefem, feierlichen Ton: »Mister President … Sie wissen, was das bedeutet?«

»Ja«, stammelte Haramsag und ließ sich schlaff in seinen Präsidentensessel plumpsen. Er starrte mit dümmlichem Gesichtsausdruck in die Runde. »Ich sollte meinen Golftermin für heute Nachmittag absagen.« Im Bann der unglaublichen Nachricht, die sich gerade langsam in sein Bewusstsein vorarbeitete, wiederholte Jefferson T. Haramsag langsam, diesmal mit gesenkter, ehrfürchtiger Stimme: »Ein unbekanntes Flugobjekt, ein UFO nähert sich der Erde?« In ihm stiegen Erinnerungen an alte Science-Fiction-Filme hoch. Sie hatten ihn immer gelangweilt. Regelmäßig schlief er vor dem Schund ein. Ufos, das war etwas für Träumer und Realitätsverweigerer, für den gemeinen Pöbel auf der Straße. Für die einfachen Leute war die Idee wie ein Strohhalm, außerirdische Wesen würde sie eines Tages aus ihrem jämmerlichen, unbedeutenden Dasein retten und ins kosmische Licht führen. Glasklare Verliererstrategie! Für solch einen Quatsch konnte er sich nie erwärmen. Nach Hause telefonieren … Wenn er diesen ET-Käse schon hörte, kam es ihm hoch.

Haramsag gab sich einen Ruck. »Hooker! Was genau verstehen Sie unter einem unbekannten Flugobjekt?«

»Wir wissen es nicht genau, Mister President«, kommentierte Fischinger ungefragt aus dem für ihn beigestellten Beratersessel, der in respektvollen Abstand zum Präsidentenschreibtisch postiert war. – Haramsag liebte es, einen Berater an seiner Seite zu haben, zu viel Vertraulichkeit war ihm aber zuwider.

»Die Frage ging an Hooker!« Haramsag warf einen scharfen Blick in Fischingers Richtung.

Fischinger und Hooker harmonierten nicht so richtig. Fischinger, der erst vor Kurzem bestellte Präsidentenberater war Hooker, dem alteingesessenen Haudegen der CIA, von Anfang an suspekt. Das ließ dieser bei jeder Gelegenheit unverhohlen durchblicken. Auch wenn das Auswahlverfahren von Hooker mitinitiiert worden war, so fand er das Ergebnis befremdlich. Fischinger war ihm nicht geheuer.

Jefferson T. Haramsag blickte, scheinbar gelassen nickend, an seinem Anzug hinab und strich sich unsichtbare Fusseln vom Ärmel. »Hooker? Ein außerirdisches Raumschiff? Kein Zweifel?« Insgeheim hoffte er, dass Hooker auf irgendeine verlegene Art einlenken, Zweifel streuen und das Thema runterspielen würde.

»Kein Zweifel!«, rief Hooker laut und nahm Haltung an, um seiner Aussage Nachdruck zu verleihen.

Der Präsident nickte wieder in sich gekehrt. Es war dieser unheimliche Moment, in dem Haramsag das Kribbeln überkam. Die Gelegenheit!, schoss es ihm bei aller Aufregung durch den Kopf. Schließlich hatte er schon als kleiner Junge davon geträumt, unsterblich in den Geschichtsbüchern zu landen. – Und nun bot sich ihm die Gelegenheit!

Er fuhr sich kurz durch die wasserstoffblonden Locken, sog lautstark tief Luft in seine Lungen und baute sich vor dem Ganzkörperspiegel in der Ecke seines Büros auf. Er nickte seinem blassen, freudlosen Spiegelbild bestätigend zu, drehte sich zu Hooker und Fischinger um und verkündete feierlich den Satz, von dem er hoffte, dass er ihn unsterblich machen würde: »Meine Herren, jetzt ist es an uns, die Welt zu retten … wovor auch immer! – Notieren Sie den Satz Fischinger!«

Hooker und Fischinger standen feierlich stramm, als stünden sie kurz vor einer Ordensverleihung.

»Und jetzt gehe ich erst mal auf den Lokus!« Haramsag war die Aufregung ordentlich ins Gedärm gefahren. »Wenn ich wiederkomme, Fischinger, dann stehen hier Kaffee und Donauwellen. – Und ich benötige sämtliche Informationen, jeden Pups, den wir über das Raumschiff in Erfahrung bringen können! Alles! Einfach alles!« Er schloss die Tür zum präsidialen Waschraum hinter sich.

Eines war klar: Jefferson T. Haramsag würde, wie in seinen Träumen immer ersehnt, Geschichte schreiben. Er würde als erster Präsident staatsmännisch außerirdische Lebensformen empfangen! Nun gut, ob es da etwas zu empfangen gab, das stand noch sprichwörtlich in den Sternen. An einem Umstand ließ sich jedoch jetzt schon nicht mehr rütteln: Für alle Ewigkeiten würde sein Name mit der ersten bestätigten Ankunft von Außerirdischen und dem Anbruch einer neuen Zeit, ja, vielleicht einer neuen Epoche verknüpft sein!

Er starrte in seine heruntergelassenen Hosen. Napoleon, sein großes Vorbild, ja, der hatte Geschichte geschrieben. Aber der war tot, lag auf dem Müllhaufen der Geschichte! Im Nachhinein betrachtet war er nichts weiter als ein bedauernswerter Versager auf der Weltbühne. Weitere Versager nach Napoleon kamen und gingen. Und jetzt schlug seine Stunde! Jefferson T. Haramsags Prüfung vor der Menschheit und dem gesamten Kosmos stand unmittelbar bevor! Er würde die Prüfung bestehen, kein Zweifel. Sein überragender Intellekt würde ihm zu den richtigen Entscheidungen verhelfen.

Haramsag sah deutlich seinen gleißend hellen Stern am Firmament der Geschichte der Welt, ja des gesamten Universums aufziehen! Er würde die Menschheit als deren wasserstoffblond gelockter Führer ins Licht und in eine unbeschwerte Zukunft führen.

Haramsag richtete sich euphorisch und stolz über der Kloschüssel auf. Da riss der Hosengummi seiner Unterhose. Er erschrak. Hoffentlich kein böses Omen!, schoss es ihm durch den Kopf. Er starrte auf die schlaff an ihm herunterhängende Unterhose und seine Hände wurden feucht. Vielleicht war er der Aufgabe doch nicht gewachsen? Hooker und Fischinger waren jetzt schon völlig von der Rolle, doch er brauchte gerade jetzt besonnene Berater! Wie sollte er konkret reagieren? Er hatte nicht den Hauch einer Ahnung!

Haramsags Verstand ratterte wie ein alter Güterzug. Er beruhigte seinen Puls durch gleichmäßiges Atmen, wie er es sich bei einer Sendung über Problementbindungen abgeschaut hatte. Er musste einen Fahrplan für das weitere Handeln aufstellen!

Zunächst würde er anweisen, striktes Stillschweigen vor der Öffentlichkeit zu wahren. Zunächst einmal! Lange ließe sich so eine Nachricht nicht verheimlichen. Aber er musste Zeit gewinnen! Zeit zum Nachdenken! Die benötigte er jetzt!

Dann würde er den nationalen Sicherheitsrat als Krisenstab einberufen. Die NASA musste einen genauen Bericht mit Einschätzung abgeben: Wie viel Zeit bis zur Ankunft des Raumschiffs blieb und so weiter und so fort.

Haramsag atmete wieder ruhig und beglückwünschte sich. Die Fäden würden durch seine auserwählten Hände laufen! Ohne sich dieselben zu waschen, trat er mit energischem Schritt wieder in sein Büro.

Ein Pott Kaffee dampfte neben den Donauwellen auf seinem Schreibtisch. Genau die richtige Stärkung für die anstehenden Aufgaben. Sein Hosenstall stand sperrangelweit offen, aber das würde sicher nicht in den Geschichtsbüchern stehen.

Kapitel 4

Lex Lexer und Bax Baxer drehte sich der Magen um. Das Raumschiff schaukelte von links nach rechts und zurück. Gretel hatte einen ordentlichen Schluckauf. »Auweia«, jammerte sie noch immer.

»Gretel, hast du mal probiert, auf einem Bein zu hüpfen?«, fragte Baxer.

»Das hilft doch nur bei Wasser im Ohr«, korrigierte Lex Lexer.

Beide lachten.

»Du Hirsch«, sagte Lex.

»Nee, ich Affe«, sagte Bax und schwang sich als Schimpanse durch die Kommandozentrale.

Lex transformierte sich in ein dickes Walross, in der Hoffnung, die dicke Speckschicht schütze ihn vor Blessuren.

»Gretel, was ist das da vorne, auf das wir gleich draufknallen?« Lex deutete auf den großen Übertragungsschirm.

»Huijujui, das ist irgendein Mond vor dem Planeten. Werde da mal kurz drum herumkurven … hicks.«

Wieder schaukelte das Schiff ungewohnt ruckartig.

Gretel stoppte das Raumschiff abrupt. Lex Lexer klatschte mit seinem fetten Walrosskörper auf den Schirm und begrub Bax Baxer unter sich, der hilflos mit den Armen ruderte.

»Gretel!«, fauchte Lexer. »Nach tausend Jahren der Tiefenentspannung steigt mir jetzt der Blutdruck! Was soll das Bremsmanöver?«

»Ach herrje … Ich sehe gerade in der Datenbank, dass es sich bei dem angesteuerten Planeten um einen der Kategorie Y handelt. Das verheißt nichts Gutes!«

»Was jetzt? Wie?« Lexer schaute völlig verdutzt. »Ein Y-Planet? Auf so einem Planeten – wie hieß der damals noch mal … so etwa MinusMinus  gab es ziemlichen Ärger.« Er wollte gar nicht daran denken.

»Da war ich nicht dabei«, frohlockte Baxer. »Da hatte ich BLUPP-Backen. Klärt mich mal auf.«

Gretels Tonfall wurde informell: »Ein Planet der Kategorie Y hat eine Atmosphäre und Vegetation, die für den Vorgang des Füßevertretens völlig ausreicht. Das Y bedeutet, dass dieser Planet von rudimentär intelligenten, schlecht entwickelten humanen Lebensformen bewohnt wird. Intelligenz der Kategorie A stellt unseren Schnitt dar. Intelligenz der Kategorie Y … Du kannst es dir selbst ausmalen.«

»Auf MinusMinus sorgte unser Auftauchen für große Komplikationen. Mit Y-Kategorien muss man sehr vorsichtig umgehen! Schlimmer sind nur Z-Kategorien!«

»Deshalb wurde in den Hyperraumverträgen 4 nach 5 im Zusatzprotokoll 6-1 festgelegt … Moment, ich zitiere: Wer einen Planeten der Kategorie Y betreten möchte oder dies vorhat, ist dazu verpflichtet, sich ausreichend Kenntnis über Kultur, Gepflogenheiten und Umgangsformen der dort vorherrschenden Lebensform einzuholen. Es ist damit zu rechnen, dass der Planet nur von kompletten Idioten bewohnt wird.«

»Also einfach da rumlatschen ist nicht, meine Lieben!«

Lex Lexer gähnte und lutschte einen kleinen bunten BLUPP mit Vanillegeschmack. »Das Gute dabei ist, so ein Y-Planet wird sicher nicht langweilig werden!« MinusMinus war zumindest recht unterhaltsam. Er transformierte sich in einen schwarzen Stier. »Packen wir den Stier bei den Hörnern!«

Kapitel 5