Der Rolli, die Jacke und ich - Andreas Tautenhahn - E-Book

Der Rolli, die Jacke und ich E-Book

Andreas Tautenhahn

0,0
2,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

"Der Rolli, die Jacke und ich", erzählt verschiedene Geschichten um einen Motorroller "Berlin". Der Autor erzählt auf unterhaltsame Weise eigene Erlebnisse, wie sie sich in einem Zeitraum von 40 Jahren zugetragen haben. Dabei begann alles in den siebziger Jahren mit einem Berliner Roller. Mit dem zu Fahren noch heute eine schönes Hobby für ihn ist. Die Faszination für Motorroller ist für jeden Leser spürbar.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 46

Veröffentlichungsjahr: 2018

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Die Zeit ist reif dafür, Danke zu sagen.

Aus einem Gedanken wurde ein Wunsch. Aus dem Wunsch entstand das Projekt, durchaus auch verbunden mit Arbeit. Doch es hat mir auch viel Freude bereitet, meine Gedanken aufzuschreiben. Wieder und wieder kamen neue dazu, teils lustige, aber auch solche, die sich zum Nachdenken und Besinnen eignen. Einige schienen schon lange „tief vergraben“ zu sein, sie fühlen sich jetzt beinahe lebendiger an denn je.

Widmen möchte ich das entstandene Buch meiner geliebten Franka. Sie hat mich bestärkt dieses Hobby zu leben. Und meiner Enkelin Soi; gemeinsam haben wir so manche Tour auf einem der beiden Motorroller genießen können.

Andreas Tautenhahn im Dezember 2017

Wir sind wieder zusammen: der Rolli, die Jacke und ich.

Diese Geschichtchen sind die um einen Motorroller. Es sind die um meinen Motorroller vom Typ „Berlin“, die im Jahr 1977 begannen, als ich es vorzog lieber ein Motorrad fahren zu wollen, als das SIMSON „MOFA 1S“ meines Vaters.

Ja, gut gemeint hat er`s als er sagte: „du kaufst dir vor der Armee kein Motorrad“. Soweit, so gut. Ich fuhr mit dem MOFA, meistens an seiner Leistungsgrenze. Auf den Straßen von Karl-Marx-Stadt war das auch angebracht, um wenigstens ein bißchen im Verkehr mithalten zu können. So auch, als ich mit einen von meinem Lehrbetrieb bezahlten Riesenstapel Bücher für das bevorstehende Studium nach Hause fuhr.

Der Gepäckträger befand sich vorn und die schmächtige Federung am unteren Ende ihrer Daseinsberechtigung. Dem kleinen Röhrchen am Schalldämpfer erging es nicht sehr viel besser. Die Kaßbergauffahrt1) hinauf zu fahren, war da schon eine Herausforderung für das MOFA.

Das stabile Kopfsteinpflaster, durchzogen von den Gleisen der schmalspurigen Straßenbahn der Linie 8 und die engen Kurven machte die Fahrt zusätzlich noch schwieriger. Die Straßenbahn, ein alter Holzkasten der Gothaer Werke aus dem Jahre 1909 folgte mir sehr bald und recht nah. Die akustische Wahrnehmung der linken und der rechten Handkurbel des Straßenbahnfahrers ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Soweit ich mich an diese Straßenbahnen erinnere, diente eine dieser Kurbeln als Fahrregler und die andere als Bremsregler. Gut, daß die Fahrt mit dem MOFA ansonsten problemlos verlief.

Wenig später kam es zu einer recht aufregenden und spannenden Fahrt. In Folge des mehrtägigen Aufenthaltes in einer Jugendherberge am Rande von Rittersgrün nahe Schwarzenberg hatte ich den Wunsch, mit dem MOFA dorthin zu fahren. Schließlich bestand meinerseits das Interesse darin, die mir vom Herbergsleiter versprochene kleine Tüte mit Kupferpfennige des Deutschen Reiches abzuholen, er dagegen war interessiert an einem hölzernen Bierkrug, den ich mir wenige Jahre zuvor als Souvenir aus Moskau mitgebracht habe. Mit ihm im Gepäck fuhr ich los, von der Uhlichstraße über den Kaßberg in Richtung Zwönitz. Ich staunte nicht schlecht, als in der Neefestraße ein Umleitungsschild darauf aufmerksam machte, daß der Verkehr auf die Autobahn geleitet wurde. Also fuhr auch ich mit dem MOFA auf die Autobahn, in Richtung Plauen. Ein „Stück“ mit 30 km/h auf der Autobahn, denn schneller fuhr das MOFA nicht. Noch nicht. Immerhin erstaunlich war, daß ich mich dabei einem vor mir fahrenden LPG-Anhänger näherte, weil dessen Traktor auch nicht so recht „aus der Hefe“2) kam. Zuerst einen Blick in den rot umrandeten Fahrradrückspiegel, dann die Hand links ´raushalten und die Spur wechseln um vorbeizufahren. Allein der Gedanke an einen Überholvorgang war zu schön, aber zwischen dem Anhänger und dem Traktor ZT300 befand sich ein weiterer Anhänger. Auch beladen. Die Differenz zwischen meiner Geschwindigkeit und der des Traktors war nicht sonderlich hoch. Dann sah ich, daß vor diesem „Gespann“ eben noch ein Solches fuhr. Der Überholvorgang nahm so doch deutlich mehr Zeit in Anspruch, als ich mir das hätte vorstellen können.

Da kommt man nicht so schnell vorbei. Doch aufzugeben kam mir nicht in den Sinn, nur sollte ich nicht so oft in den Rückspiegel schauen. Der Fahrer eines Wartburg 353 fühlte sich schon sichtlich genervt, fluchte offensichtlich hinter seinem Lenkrad. Oder biß er etwa schon hinein in dieses? Seine Frontscheibe beschlug bereits - von innen. Und ich fuhr in der Mitte. Vor ihm. Und er direkt hinter mir. Er mußte schon knapp am Platzen gewesen sein. Doch irgendwann war ich schließlich vorbei und bereit, meinen rechten Arm zum Zwecke des Spurwechsels heraus zu halten und fuhr wieder rechts.

An Schwarzenberg erinnere ich mich nicht mehr. Nur an eine Straße mit sehr starkem Gefälle, die ich mit Vollgas nahm. Ab diesem Moment fuhr das MOFA viel zu schnell. Hatte ich es überfordert, die Fliehkraftkupplung etwa „übertourt“? Egal.

Der Tausch Münzen gegen Bierkrug war perfekt, die Rückfahrt dann auch. Die Münzen habe ich noch heute, das MOFA nicht.

Anzunehmen ist, daß unser Nachbar Fred von meinem Motorradwunsch wußte, war er doch recht eng mit Vater befreundet. Nach dem ich mir zwei oder drei gebrauchte Motorräder angeschaut hatte, die mir aber nicht so recht gefielen - zum Beispiel eine Panonia, die nicht gut fuhr und