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Die Ernte ist groß, doch es sind nur wenig Arbeiter da. Bittet deshalb den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter auf sein Erntefeld schickt (Lukas 10,2-3). „Der Ruf Jesu“ ist eine direkt der Bibel entnommene, leicht verständliche „Gebrauchsanweisung“, wie wir das Leben, zu dem Jesus uns berufen hat, effektiv leben können, damit wir die Ernte, die laut Jesus groß und reif ist – selbst wenn es oft nicht so aussieht –, einbringen können. Anhand der Worte, mit denen Jesus in Lukas 10 die Jünger aussandte, der praktischen Beispiele aus der Apostelgeschichte und vieler seiner eigenen eindrücklichen Erfahrungen, ermutigt uns Torben Søndergaard, uns genauso senden zu lassen, wie die Jünger damals. Wir erfahren, wie wir die Menschen finden, die wirklich offen sind für den Glauben, wie wir ihnen helfen können, eine echte Wiedergeburt zu erleben und ihr Leben als Jünger zu beginnen, und wie durch sie weitere Menschen in ihrem Umfeld zum Glauben kommen. In der Folge entstehen geistliche Familien, in denen die ganze Fülle der Gaben Gottes zum Ausdruck kommt, wodurch die Einzelnen zu reifen, geistlichen Jüngern heranwachsen, die viel Frucht für Christus bringen.
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Seitenzahl: 569
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Torben Søndergaard
Der Ruf Jesu
Die Ernte ist reif und groß. Finde Personen des Friedens und mache sie zu Jüngern!
GloryWorld-Medien
1. Auflage 2020
© Copyright 2020 Torben Søndergaard. Originally published in English under the title „The Call of Jesus“ by The Last Reformation
All rights reserved.
© der deutschen Ausgabe 2020 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de
Alle Rechte vorbehalten
Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, für das Neue Testament der Neuen Genfer Übersetzung, 2009, entnommen, für das Alte Testament der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985 (REÜ). Weitere Bibelübersetzungen:
HFA: Hoffnung für alle, Basel und Gießen, 1983
LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 1984
SLT: Schlachter 2000
Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.
Übersetzung/Satz: Manfred MayerUmschlaggestaltung: Jens Neuhaus, www.7dinge.de
ISBN (epub): 978-3-95578-480-5
ISBN (Druck): 978-3-95578-380-8
Einführung
1 Christus, Mission und die Kirche
2 Die Zwölf und die Siebzig
3 Der gute Boden sein
4 Zwei und Zwei
5 Die Führung des Heiligen Geistes
6 Die Ernte ist groß
7 Glauben, dass die Ernte reif ist
8 Arbeiter aussenden
9 Wie Lämmer unter Wölfe
10 Kein Geld bei sich tragen
11 Unterwegs niemanden grüßen
12 Die Person des Friedens
13 Essen und trinken, was sie anbieten
14 Nicht von Haus zu Haus ziehen
15 Den Staub abschütteln
16 Die Kranken heilen und das Evangelium predigen
17 Das Reich Gottes ist nahe
18 Das Buch der Apostel
19 Die ganze Geschichte
20 Jesus, unser Erlöser
21 Erfahrungen mit Lukas 10
22 Die Person des Friedens finden
23 Wir alle brauchen Familie
24 Wie man erwachsen wird
25 Liebe Pastoren und Leiter
26 Das neue Leben soll beginnen!
Über den Autor
Ein herzliches Dankeschön an Marcia Neuholdfür deine Hilfe bei diesem Buch.Du warst ein großer Segen,zusammen mit Sandra, Nancy, Kayleighund vielen anderen, die geholfen haben,dieses Buch Wirklichkeit werden zu lassen.
Unser Gebet ist, dass das Buch nunzu einem großen Segen für andereund von Gott dazu benutzt wird,den Leib Christi wieder in seine Berufung zurückzuführen.
Es ist mir eine große Ehre, euch allen endlich dieses Buch vorzustellen. In den letzten zwanzig Jahren durfte ich in viele verschiedene Länder auf der ganzen Welt reisen und dabei Tausende Gläubige lehren und schulen, ein Leben als Jünger Jesu Christi zu führen. Wo man es mir erlaubte, habe ich sie gelehrt, wie man Frucht bringt, vom Heiligen Geist geleitet wird, Menschen heilt und das Evangelium weitergibt. Oft handelte es sich um Christen, die zwanzig oder dreißig Jahre lang in Kirchen gesessen hatten, ohne einen einzigen Menschen zu Jesus Christus zu führen. Doch nachdem sie das Jüngerschaftswochenende („discipleship training weekend”) besucht hatten, veränderte sich ihr Leben drastisch. Sie begannen bei jeder Gelegenheit, Menschen zu Christus zu führen, und erleben nun Dinge, wie wir sie in der Apostelgeschichte lesen.
Diese Jüngerschaftswochenenden sind so fruchtbar, dass ich oft von Pastoren und anderen höre, dies sei die beste Art der Jüngerschaft, die sie je erlebt hätten. Unter Verwendung des Modells aus Lukas 10 und der Apostelgeschichte während dieser Wochenenden, die wir auch „Kickstarts“ nennen, konzentrieren wir uns in erster Linie darauf, wie man als Jünger ganz praktisch Jesus nachfolgt. Meiner Meinung nach ist dies die Art und Weise, wie wir heute leben müssen. Die Apostelgeschichte ist das einzige Buch der Bibel, das uns einen vollständigen Überblick darüber gibt, wie die ersten Jünger Menschen zu Christus führten.
Die Apostelgeschichte gleicht einem Tagebuch, in dem wir nachlesen können, wie die ersten Jünger unter der Leitung des Heiligen Geistes umherzogen. Wir können sehen, dass sie ein Leben voller Zeichen und Wunder führten, ein Leben, in dem Menschen um sie herum zum Glauben kamen, umkehrten, nachdem sie das Evangelium gehört hatten, und im Wasser und mit dem Heiligen Geist getauft wurden. Die Apostelgeschichte zeigt, dass Umkehr (Buße), Wassertaufe und Taufe mit dem Heiligen Geist alle am selben Tag geschahen. Diese Praxis ist ganz anders als heute, weil heute viele diese Dinge voneinander trennen. In der Apostelgeschichte sehen wir auch, wie sich das Evangelium überall ausbreitete. Sie ist ein spannendes Buch und gibt uns etwas, mit dem wir unser Leben vergleichen können, weil wir glauben, dass Jesus gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist. Und wenn Jesus gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist, dann ist auch der Heilige Geist gestern, heute und in Ewigkeit derselbe. Deshalb können wir das, was die ersten Jünger in der Apostelgeschichte erlebt haben, auch heute erleben.
An diesen Kickstart-Wochenenden lehren wir aus der Apostelgeschichte, aber wir beschäftigen uns auch viel mit Lukas 10, wo beschrieben wird, wie Jesus die siebzig Jünger aussandte und ihnen konkrete Anweisungen gab, was sie tun sollten.
Was Jesus in Lukas 10 sagte,war nicht nur für diejenigen, die in jener Zeit lebten,sondern ist auch für uns, die wir heute leben.
Wenn sie meine Lehre aus Lukas 10 gehört hatten, sagten mir die Leute oft, das sei etwas sehr Konkretes und sie könnten die Lehre auf ihr tägliches Leben anwenden. Viele von ihnen fragten mich auch gespannt, ob ich in meinen Büchern etwas über diese Lehre aus Lukas 10 geschrieben hätte oder ob ich das vorhätte. Ich weiß somit, dass viele Menschen schon lange auf dieses Buch warten.
Im Sommer 2005 erhielten meine Frau und ich ein starkes prophetisches Wort. Gott sagte, er wolle uns durch eine Wüstenzeit führen, in der wir lernen würden, uns ganz auf ihn und nicht auf Menschen zu verlassen. Er wolle uns in dieser Zeit formen und uns viel lehren. Ich kann heute sagen, dass er dies getan hat, denn in den nächsten vier oder fünf Jahren, nachdem wir diese Prophetie erhalten hatten, gingen wir durch eine sehr schwierige Zeit. Alles schien schief zu gehen. Wir zogen dreimal um, und es wurden Gerüchte über meine Familie und mich verbreitet. Wir verloren viele Freunde. Lene, meine Frau, wurde krank und musst eine ganze Weile im Bett liegen. Dann wurde ich aus meinem Job entlassen. Ich konnte unsere Rechnungen nicht mehr bezahlen, und alles sah hoffnungslos aus. Obwohl wir dieses prophetische Wort hatten, das uns in dieser Wüstenzeit stärken sollte, war es für uns immer noch sehr schwer. Für mich war es so schwer, dass ich irgendwann einmal sterben wollte. Wenn ich jetzt zurückblicke, sehe ich, dass wir während dieser Wüstenzeit Gott auf neue Weise gefunden haben. In dieser herausfordernden Zeit habe ich entdeckt, dass er treu ist und dass wir ihm vertrauen können. Während wir durch diese Wüstenzeit gingen, befreite er uns von unseren Traditionen und offenbarte uns, wie wir als Jünger Jesu leben sollen. Es wurde ein neuer Anfang für uns.
Heute sind wir sehr dankbar, dass Gott uns erlaubt hat, durch diese Wüstenzeit zu gehen, weil wir jetzt so viele Früchte sehen, die daraus hervorgegangen sind. Es war eine Zeit, in der wir ganz neu anfangen mussten. Gott musste uns die Augen öffnen, damit wir sehen konnten, wozu Jesus uns berief. Wir mussten diese Zeit durchmachen, damit Gott uns helfen konnte, unsere eigene Vision für unser Leben loszulassen und seine Vision zu empfangen. Diese Wüstenzeit wurde nicht nur für uns zu einem Neuanfang, sondern auch für viele andere auf der ganzen Welt, die diese einfache Lehre aufgenommen haben, die Gott uns in jener Zeit offenbart hat. Wir erleben jetzt, dass sich auf der ganzen Welt eine Bewegung ausbreitet. Wir erleben, dass Hunderttausende geheilt und befreit werden und dass Zehntausende zum Glauben an Jesus kommen. Gott hat meiner Familie und mir Dinge offenbart, die er vielen Menschen auf der ganzen Welt zeigt. Gott führt sein Volk zu dem einfachen Leben zurück, von dem wir in seinem Wort lesen, zu dem Leben, das sie in der Apostelgeschichte gelebt haben. Es ist das Leben eines wahren Jüngers und Nachfolgers Jesu Christi. Dieses Leben hat Zeichen und Wunder zur Folge. Es ist ein vom Heiligen Geist geführtes Leben, in dem täglich Menschen zum Glauben kommen und mit Wasser und dem Heiligen Geist getauft werden. Es ist ein Leben, in dem man nicht nur etwas über Jesus lernt, sondern es auch täglich im Gehorsam ihm gegenüber praktiziert. Was wir jetzt erleben, ist beachtlich, aber das ist erst der Anfang, und es wird die Welt verändern.
Dieses Buch und meine früheren Bücher sind aus dieser Wüstenerfahrung hervorgegangen, in der uns Gott so viel gezeigt hat. In meinem ersten Buch, „Christ, Jünger oder Sklave“, schrieb ich darüber, was ein wahrer Jünger Jesu ist und wie es ist, täglich als sein Jünger mit ihm zu leben. In meinem letzten Buch, „Die letzte Reformation“, habe ich über die Kirche bzw. Gemeinde geschrieben und darüber, wie wir am besten Jünger machen können, so wie Jesus es uns aufgetragen hat. In diesem Buch erzähle ich auch unsere persönliche Geschichte, wie wir aus dem kirchlichen System heraus- und in dieses erstaunliche Leben mit Gott hineingekommen sind. In dem nun vorliegenden Buch, „Der Ruf Jesu“, werden wir uns mit dem Auftrag befassen, den Jesus uns gegeben hat. Der Schwerpunkt liegt hierbei nicht darauf, wie man ein Jünger Jesu wird oder was die Kirche ist, sondern darauf, wie wir unser Leben als Jünger praktisch leben sollen. Dieses Buch befasst sich also damit, was Jesus von uns möchte und wie wir es praktisch umsetzen können. Das meiste wird für viele neu sein, obwohl es gar nicht kompliziert ist.
Manchmal sehen wir die einfache Sachedirekt vor unseren Augen nicht,aber einfache Menschen haben Jesus verstanden,und es ist keine höhere theologische Ausbildung nötig,um zu verstehen, was er von uns will.
Ja, manchmal können wir blind sein für etwas Einfaches, das direkt vor uns liegt. Es ist wie bei dem Sprichwort, „den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen“. Wenn jemand den Wald wegen all der Bäume nicht sehen kann, bedeutet dies, dass er sich so auf die kleinen Dinge konzentriert, dass das große Bild verschwimmt. Wenn sich Leute nur auf die Details des Auftrags konzentrieren, vergessen sie manchmal den eigentlichen Zweck, zu dem sie gesandt wurden. Aber wenn die Sicht klar wird, fragt man sich, warum man es zuvor nicht gesehen hat. Man fragt sich, wie man das, was man sein Leben lang getan hat, tun konnte, ohne die einfache und klare Sache zu sehen, zu der Jesus uns berufen hat.
Diese neue Offenbarung wird die Sicht vieler verändern. Sie werden den Auftrag verstehen, den Christus uns gegeben hat. Für andere wird sie eine Bestätigung dessen sein, was der Heilige Geist seit Jahren zu ihrem Herzen gesprochen hat. Ich glaube, dass dieses Buch, „Der Ruf Jesu“, einen größeren Glauben und einen größeren Wunsch erzeugen wird, das Leben zu führen, zu dem Jesus uns berufen hat. Es wird dir auch praktische Werkzeuge an die Hand geben, durch welche du noch mehr Frucht in deinem Leben bringen kannst. Mein Gebet ist, dass Gott dir durch dieses Buch die Augen öffnet, damit wir alle erkennen, wozu Jesus uns berufen hat, und dass wir wirklich verstehen, dass Gott jeden von uns gebrauchen will, um in unserem täglichen Leben Frucht zu bringen.
Gott segne dich mit diesem Buch. Möge es dich ansprechen und freisetzen.
Torben SøndergaardEin Jünger Jesu Christi
Wir müssen immer mit Jesus und seinem Wort beginnen.Jesus ist unser Fundament, und seine Worte sind nicht von zeitlichen und örtlichen Gegebenheiten abhängig.Auf das, was er vor 2000 Jahren in Israel sagte,können wir heute noch aufbauen, egal, wo wir leben.
In einigen kirchlichen Denominationen wird viel über die Vision der Kirche bzw. Gemeinde und über die Berufung eines jeden gesprochen. Ich jedenfalls war früher in einer Gemeinde, in der es so war. Als ich später in verschiedenen Städten Gemeinden gründete, verbrachte ich daher viel Zeit mit meinen Freunden, um darüber zu sprechen, was unsere Berufung als Gemeinde war und was Gott von uns wollte. Wir beteten und suchten Gott und versuchten herauszufinden, was unsere Berufung und Mission als Gemeinde in dieser bestimmten Stadt war. Damals hielt ich es für sehr wichtig, unsere genaue Berufung als Gemeinde zu kennen, da es in Sprüche 29,18 heißt: „Wenn keine Offenbarung (Vision) da ist, verwildert ein Volk.“ Eine Gemeindevision kann von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein.
Sie könnte etwa so klingen: „Wir wollen eine familienorientierte Kirche sein, in der sich die ganze Familie gerne trifft. Wir glauben an gesunde Gemeinden, Versammlungen und Dienste, welche die gute Nachricht vom Reich Gottes zum Ausdruck bringen, die weltweit Menschen und Orte verändert.“ Oder so: „Unser Traum ist es, eine treue, wachsende Gemeinde zu sein, die echte Gemeinschaft, tiefe christliche Spiritualität und eine Leidenschaft für Gerechtigkeit zum Ausdruck bringt.“
Vor vielen Jahren hielt ich es für sehr wichtig, unsere Vision als Gemeinde und unsere Berufung als einzelne Menschen zu finden. Ja, ich dachte, ohne dies könnten wir Gottes Ruf für unser Leben nicht befolgen. Inzwischen habe ich jedoch herausgefunden, dass man keine Zeit damit verbringen muss, eine besondere Vision für seine Kirche oder für sich selbst zu finden.
Vielleicht ist das, was ich hier über das Finden einer Vision für deine Gemeinde oder Gottes Berufung für dein Leben sage, für dich sehr neu. Vielleicht weißt du aber auch genau, wovon ich spreche. Die Frage ist: Sollten wir viel Zeit und Energie darauf verwenden, Gott zu suchen, um herauszufinden, was unsere „spezifische Berufung“ ist? Was ich mit „spezifischer Berufung“ meine, ist, dass manche Menschen glauben, sie sollten ein Jugendleiter oder ein Pastor sein, oder sie sollten ein Lobpreisleiter sein und eines Tages eine CD machen. Und einige Gemeinden glauben, ihre Berufung sei es, eine Familiengemeinde zu sein, während andere mehr darauf aus sind, eine bibeltreue Gemeinde zu sein.
Insgesamt klingt es nicht falsch, sich damit zu befassen, die Vision einzelner Gemeinden und die Berufung jedes einzelnen Christen zu finden. Aber wo steht das eigentlich in der Bibel? Wir finden in der Bibel nirgends, dass Menschen viel Zeit und Energie darauf verwendet hätten, Gott zu suchen, um herauszufinden, was ihre persönliche und einzigartige Berufung ist. Tatsächlich lag der Schwerpunkt überhaupt nicht darauf, eine persönliche, spezifische Berufung zu finden. Stattdessen konzentrierte man sich auf Jesus und darauf, wie man ihm gehorchen konnte in Bezug auf das, was er uns bereits befohlen hat.
In der Bibel sehen wir, dass der Schwerpunkt auf Jesus, auf seinem Wort und darauf lag, wie wir ihm gehorchen sollen.
Ich habe in meinem Leben tatsächlich einmal geglaubt, ohne eine klare Vision könne man keine Gemeinde haben. Ich glaubte auch, jedes Mitglied in der Gemeinde müsse wissen, was seine spezifische Berufung ist. Das kann tatsächlich ein Problem sein, da diese „Berufung“ möglicherweise ganz anders ist als das, was Jesus in seinem Wort sagt. Zum Beispiel kann jemand glauben, er habe eine Berufung als Lobpreisleiter. Ein anderer kann glauben, er habe eine Berufung als Geschäftsmann. Und während sie sich so stark auf diese „Berufungen“ konzentrieren, sind sie möglicherweise nicht sehr auf das bedacht, was Jesus uns in seinem Wort darüber sagt, dass wir einfach seine Jünger sein sollen.
Glücklicherweise öffnete Gott während der schon erwähnten Wüstenzeit meiner Frau und mir die Augen und offenbarte uns, dass wir eine falsche Vorstellung von „Berufungen“ hatten. Heute glaube ich nicht mehr daran, dass man nach bestimmten Berufungen suchen sollte. Ich erlebe nun, dass Gott mehr Dinge tut als je zuvor. Er verändert das Leben von Tausenden von Menschen auf der ganzen Welt. Heute ist unsere Berufung einfach. Sie ist Jesus und sein Wort. Ja, meine Frau und ich sind sehr verschieden und tun Dinge unterschiedlich, aber unsere Berufung ist die gleiche: Jesus zu dienen und seinem Wort zu gehorchen mit allem, was in uns ist. Ja, wir alle haben Träume und Ziele im Leben. Diese Träume und Ziele können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein, aber wir müssen verstehen, dass unser Hauptaugenmerk darauf liegen sollte, ein Jünger Jesu zu sein. Wir müssen begreifen, dass das wichtigste Ziel im Leben darin besteht, dem zu gehorchen, was Jesus uns aufgetragen hat. Jesus ist nicht nur unser Erlöser. Er ist unsere Vision, unsere Berufung und unser Ziel im Leben. Heute muss ich nicht viel Zeit damit verbringen, Gott zu suchen, um herauszufinden, was sein Wille für mein Leben ist, denn der ist bereits in der Bibel niedergeschrieben. Ich weiß, dass für einige von euch diese Erkenntnis über Berufungen vielleicht keine so große Bedeutung hat, weil ihr aus einem kirchlichen Hintergrund kommt, in dem dieses Thema keine große Rolle spielte. Doch viele von euch werden genau verstehen, wovon ich spreche.
Ich möchte damit sagen, dass es für uns an der Zeit ist, innezuhalten und uns wirklich Zeit zu nehmen, um darüber nachzudenken, was wir tun. Als wir zu Jesus Ja gesagt haben, haben wir Nein zu uns selbst gesagt. Wir finden in der Bibel nichts darüber, dass man eine Berufung haben könnte, der beste Fußballspieler oder ein Fernsehstar zu sein. Ich sage nicht, dass diese Dinge falsch sind, aber wir sollten uns darauf konzentrieren, Jesus zu gehorchen, die Menschen mit dem Evangelium zu erreichen und sie zu Jüngern zu machen.
In Matthäus 7,24-27 heißt es:
Darum gleicht jeder, der meine Worte hört und danach handelt, einem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten und wenn der Sturm tobt und mit voller Wucht über das Haus hereinbricht, stürzt es nicht ein; es ist auf felsigen Grund gebaut. Jeder aber, der meine Worte hört und nicht danach handelt, gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf sandigen Boden baut. Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten und wenn der Sturm tobt und mit voller Wucht über das Haus hereinbricht, stürzt es ein und wird völlig zerstört.
Hier lesen wir, dass die Menschen, die auf den Felsengrund bauen, nicht die diejenigen sind, die das Wort Gottes nur hören, sondern diejenigen, die ihm gehorchen. Matthäus 7,24-27 macht deutlich, dass es nicht ausreicht, „zu hören“, wie es viele Sonntag für Sonntag tun. Wir müssen auch „gehorchen“. Ja, wir müssen es umsetzen.
Du musst nicht viel Zeit damit verbringen,Gott zu suchen, um eine besondere Berufung für dein Leben oder deine Gemeinde zu finden.Du musst nur empfangen,was Jesus in seinem Wort gesagt hat,und anfangen, es umzusetzen.
Es gibt hier eine erstaunliche Freiheit, eine Freiheit, den Ruf Jesu für dein Leben wirklich zu empfangen und zu verstehen, dass das, was er sagt, nicht nur für seine Jünger damals gilt, sondern auch für uns, die wir heute leben.
Es gibt drei große Themen in der Bibel, über die die Menschen heute sprechen: Ekklesiologie (Lehre über die Gemeinde), Missiologie (Lehre über die Mission) und Christologie (Lehre über Christus). Meine Frage ist: Welches dieser drei Themen sollte in unserem Leben an erster Stelle stehen? Wenn wir die heutigen Gemeinden betrachten, stellen wir fest, dass ihr Schwerpunkt oft darauf liegt, über die Gemeinde zu lehren. Die nächstwichtigste Lehre ist meist die Mission und schließlich die Lehre über Jesus.
Ich gebe zu, dass auch ich mich vor einigen Jahren so sehr auf die Lehre über die Gemeinde konzentriert habe, dass ich die wichtigste Lehre vergaß – Jesus. Natürlich habe ich mich nicht auf die Kanzel gestellt und gesagt, ich hätte Jesus vergessen. Damals war mir nicht einmal bewusst, dass ich ihn vergessen hatte, da alles, was ich tat, seinetwegen geschah. Ich baute die Gemeinden seinetwegen, und ich missionierte seinetwegen, aber ich erkenne jetzt, dass mein Fokus falsch war.
Wenn wir ehrlich sind, ist es doch so, dass viele von uns das Wichtigste vergessen haben. Wir haben vergessen, Zeit mit Jesus zu verbringen und uns auf das zu konzentrieren, was er in seinem Wort sagt. Es geht immer um Jesus: Was sagt er in seinem Wort, und wie möchte er, dass wir seinen Auftrag erfüllen. Wenn wir uns zuerst auf Jesus konzentrieren und als Zweites darauf, wie wir seinen Auftrag (seine Mission) erfüllen sollen, entsteht daraus als Drittes die Lehre der Gemeinde.
Was wäre also, wenn wir die Reihenfolge ändern und zuerst mit der Christologie begännen? Wenn wir zuerst auf Jesus schauten und sich daraus die Gemeinde ergeben würde? Wie würde das aussehen? Wenn wir ganz von vorn anfangen und uns wirklich die Zeit nehmen würden, Jesus, sein Wort und das, was er uns gesagt hat, zu betrachten, sähe alles ganz anders aus, weil wir uns nicht von unserer Gemeindevision, unserem Gebäude, unserer Gemeindekultur, unserer Hierarchie oder unserem Budget leiten lassen würden.
Wenn wir mit dem, was am wichtigsten ist – Jesus –, von vorn anfangen würden, dann wären viele der Dinge, die uns Zeit, Aufmerksamkeit, Energie und Geld rauben (die alle für den Betrieb einer Gemeinde benötigt werden), nicht mehr nötig. Wir würden erkennen, dass vieles von dem, was wir heute für ihn tun, in Wirklichkeit unsere Zeit stiehlt und uns von dem ablenkt, was er uns tatsächlich befohlen hat.
Viele unserer heutigen Vorstellungen von einer „echten“ Gemeinde, und vieles von dem, was wir heute tun, um „Christus zu dienen“, stiehlt uns in Wirklichkeit unsere erste Liebe zu ihm, die wir einmal hatten. Das Feuer, das wir am Anfang für Christus hatten, wird uns gestohlen, weil wir uns so sehr auf die Gemeinde konzentrieren, anstatt uns auf ihn zu konzentrieren und darauf, wie wir ihm gehorchen können.
Manchmal vergessen wir, dass Jesus uns nicht dazu berufen hat, große, schöne Kirchen(gebäude) mit vielen Mitgliedern zu bauen. Ich will damit nicht sagen, dass es schlecht ist, einen Ort zu haben, an dem man sich treffen und mit anderen zusammenkommen kann, aber ich sage, dass dies niemals das Endziel sein sollte. Jesus hat uns berufen, Jünger zu machen, d. h. sie zu taufen und sie zu lehren, alles zu tun, was er uns befohlen hat. Das ist das Ziel unseres Lebens, und das finden wir sehr deutlich in der Bibel. Wir können in unseren großen, schönen Kirchen sitzen und dort vieles tun und trotzdem das Ziel, das Jesus uns gegeben hat, nicht erreichen. Es ist an der Zeit, mit dem aufzuhören, was wir getan haben, und zu dem zurückzukehren, wozu Jesus uns beruft. Unser Ziel muss sich immer darum drehen, ein Jünger Jesu zu sein, und dann wird er uns benutzen, um seine Gemeinde zu bauen. Das ist es, was Jesus in Matthäus 16,18 sagt. Er baut seine Gemeinde mit uns, und unsere Aufgabe ist es, Jünger zu machen. Jesus ist derjenige, der die Gemeinde baut. Diese Gemeinde, die Jesus baut, wird mit lebendigen Steinen gebaut. Sie wird immer aus Gläubigen bestehen, die zusammenkommen, um Jesus zu dienen. Als Nachfolger Jesu wünschst du dir, dass Menschen das Evangelium hören und wiedergeboren werden, dass sie Jünger Jesu Christi werden, wie es auch bei dir war.
Das ist die Berufung, die Jesus uns in Matthäus 28,19-20 gibt:
Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie … und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.
Dieser Wunsch, dass Menschen wiedergeboren und zu Jüngern werden, ist im Herzen eines jeden Menschen, der wirklich wiedergeboren ist und für Jesus brennt. Weil sie dies erleben wollen, investieren viele Christen oft sehr viel Zeit und Geld in ihre Kirchen. Ich glaube, dass viele von uns ihre Zeit und ihr Geld auf eine ganz andere Art und Weise nutzen könnten, als wir es jetzt tun. Das sage ich nicht als Kritiker, da ich es selbst getan habe. Ich sage dies als einen verzweifelten Aufruf an alle, aufzuhören mit dem, was sie tun, und sich den Ruf anzuschauen, den Jesus uns gegeben hat. Ich glaube zwar, dass wir Gemeinde und Mission weiterhin so betreiben können, wie wir es derzeit tun und dass wir in gewisser Weise damit erfolgreich sein können, aber ich glaube auch, dass es einen besseren Weg gibt, und zwar den Weg, zu dem Jesus uns berufen hat. In Matthäus 11,28-30 sagt er:
Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn das Joch, das ich auferlege, drückt nicht, und die Last, die ich zu tragen gebe, ist leicht.
Jesus sagt, dass sein Joch und seine Last leicht sind und dass wir nicht müde werden, wenn wir das Richtige tun. Wenn das stimmt, warum sehen wir dann so viele Leiter in den Gemeinden müde werden und von ihrem Glauben abfallen? Warum werden dann so viele Gemeindemitglieder müde und lassen nicht nur die Gemeinde, sondern auch ihren Glauben hinter sich? Ich glaube, dass es dafür viele Gründe geben kann, ich bin jedoch davon überzeugt, dass einer der Gründe der ist, dass wir so viele Dinge tun, die uns Jesus eigentlich gar nicht aufgetragen hat. Jesus hat nie gesagt, dass wir Kirche und Gemeinde so betreiben sollen, wie wir es heute tun. Er hat nie gesagt, dass wir Sonntag für Sonntag Treffen mit demselben Programm, demselben Lobpreis und derselben Predigt abhalten sollen. Er hat nie gesagt, wir sollten versuchen, Menschen dazu zu bewegen, in unsere Kirche zu kommen, damit wir ihnen von Jesus erzählen können.
Als Christen sind wir oft so sehr mit all unseren kirchlichen Aktivitäten beschäftigt, dass wir das Wichtigste vergessen: auf Jesus zu hören und zu tun, was er sagt.
Wir vergessen oft, dass Jesus, bevor er seinen Jüngern den Missionsbefehl (Mt 28,18-20) gab, mehr als drei Jahre mit ihnen verbracht hatte, und in dieser Zeit hatte er ihnen beigebracht, was er von ihnen wollte. Jesus lehrte sie, was ihr Auftrag war, und als er ihnen den Missionsbefehl gab, wussten sie genau, wie sie diesen umsetzen sollten. Das ist der Grund, weshalb sie nicht loszogen und große, schöne Kirchengebäude bauten und Sonntagsversammlungen einrichteten, wohin die Menschen kommen und das Wort Gottes hören konnten, wie es heute oft geschieht. All das kann gut sein, solange es uns nicht von dem ablenkt, was Jesus wirklich von uns will.
Aber die Wahrheit ist, dass wir heute, 2000 Jahre nachdem Christus auf der Erde war, unsere Zeit, unsere Energie und unser Geld darauf verwenden, unsere Kirchen/Gemeinden zum Erfolg zu führen. Wir verwenden unsere Zeit, unsere Energie und unser Geld darauf, Menschen dazu zu bewegen, zu unseren kirchlichen Veranstaltungen zu kommen. Wir tun jedoch nicht das, was Jesus uns aufgetragen hat. Vielleicht ist das der Grund, warum wir so wenig Frucht sehen und warum so viele Menschen ihren Glauben und ihre erste Liebe zu Gott verlieren. Als Jünger Jesu haben wir die ganze Nacht gefischt, ohne etwas zu fangen – wie die Jünger Jesu in Johannes 21,3-6. Jetzt ist es an der Zeit, zu tun, was er sagt, und nach seinem Wort zu handeln. Es ist so einfach wie das Auswerfen des Netzes auf der anderen Seite. Konzentrieren wir uns nicht mehr so sehr zuerst auf die Gemeinde, dann auf den Auftrag und erst drittens auf Christus, sondern fangen wir mit Christus an und lassen ihn uns dann offenbaren, was unser Auftrag ist; und dann soll sich die Gemeinde so entfalten, wie Jesus es geplant hat.
Der Ruf Jesu galt nicht nur den zwölf oder siebzig Jüngern,von denen wir in den Evangelien lesen.Er gilt auch dir und mir, die wir heute leben.Wenn wir anfangen, dem Wort Jesu zu gehorchen,werden wir die gleiche Frucht hervorbringenund das gleiche erstaunliche Leben führen wie diese Jünger.
Versuche einmal, dir die letzten Augenblicke vorzustellen, die Jesus mit seinen Jüngern verbrachte, bevor er in den Himmel aufgenommen wurde, um zur Rechten des Vaters zu sitzen. Die Jünger waren in den letzten drei Jahren täglich mit Jesus unterwegs gewesen. Sie hatten in diesen Jahren so viele erstaunliche Dinge gesehen, gehört und erlebt. Sie hatten auch erlebt, dass Gott Jesus aus dem Grab auferweckte und dass Jesus den Tod besiegte, wie er es vorausgesagt hatte. Dann, in den letzten vierzig Tagen, hatte Jesus sich ihnen immer wieder gezeigt und zu ihnen über das Reich Gottes gesprochen. Nun aber war die Zeit gekommen, dass er sie verließ. Versuche dir vorzustellen, welch ein großer Moment dies war. Bevor Jesus in den Himmel auffuhr, sprach er seine letzten Worte zu ihnen. Ich glaube, dass diese letzten Worte zu seinen Jüngern für Jesus und besonders für seine Jünger wichtig waren. Das soll nicht heißen, dass die anderen Dinge, die Jesus in den vergangenen drei Jahren zu seinen Jüngern gesagt hatte, nicht wichtig gewesen wären, aber irgendwie waren diese letzten Worte etwas ganz Besonderes. Ich glaube, es waren Worte, von denen er wirklich wollte, dass sie ihnen in Erinnerung blieben.
Hier nun einige der letzten Worte, die Jesus am Ende des Matthäus- und des Markus-Evangeliums zu seinen Jüngern sagte:
Jesus trat auf sie zu und sagte: „Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,18-20).
Danach sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Geht in die ganze Welt und verkündet der ganzen Schöpfung das Evangelium! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden. Folgende Zeichen werden die begleiten, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen sprechen; wenn sie Schlangen anfassen oder ein tödliches Gift trinken, wird ihnen das nicht schaden; Kranke, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden“ (Mk 16,15-19).
Diese letzten Worte, die Jesus an seine Jünger richtete, waren für ihn, glaube ich, Worte von großer Bedeutung, Worte, die ihm am Herzen lagen. Jesus wollte, dass seine Jünger das Werk, das er begonnen hatte, weiterführten, und er wünschte sich, dass es sich in allen Nationen ausbreitete. Er wollte, dass seine Jünger sein Werk in allen Nationen fortsetzten, indem sie alle zu Jüngern machten und lehrten, dem zu gehorchen, was er befohlen hatte. Wenn wir heute lesen, was Jesus seinen Jüngern befahl, sei es den Zwölfen oder den Siebzig, müssen wir uns klar machen, dass das, was er ihnen aufgetragen hat, nicht nur für diejenigen bestimmt war, die in jener Zeit lebten. Nein, es galt auch seiner künftigen Gemeinde, einschließlich uns allen, die wir heute leben.
Jesus gab den zwölf Jüngern in Lukas 9 und Matthäus 10 und den siebzig Jüngern in Lukas 10 klare Anweisungen. Es gibt einen Unterschied zwischen den Zwölf und den Siebzig. In Matthäus 10,5-7 heißt es:
Diese Zwölf sandte Jesus mit folgendem Auftrag aus: „Setzt euren Fuß nicht auf heidnisches Gebiet und betretet keine samaritanische Stadt, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Volkes Israel. Geht und verkündet: ‚Das Himmelreich ist nahe.‘“
Das Wort, das Jesus zu seinen Jüngern sprach,gilt auch für uns heute.Ja, in den letzten zweitausend Jahren hat sich viel verändert, aber das Wort Jesu bleibt in Ewigkeit.
Jesus weist sie (die Zwölf) an, das Evangelium nur unter den Israeliten zu verbreiten, weil das Evangelium vor den Heiden zuerst den Juden weitergegeben werden müsse.
Die zwölf Jünger, die Jesus auswählte, stehen eigentlich symbolisch für die zwölf Stämme Israels. Und die siebzig Jünger symbolisieren die Heiden, da die Zahl siebzig die siebzig Nationen der Welt repräsentiert. In Lukas 9 und 10 sowie Matthäus 10 geschieht eindeutig etwas sehr Symbolisches. Der Gedanke, dass die Juden das Evangelium vor den Heiden empfangen sollen, zeigt sich auch, als Jesus einer kanaanäischen Frau in Matthäus 15,24 hilft. Zu ihr sagt er: „Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Volkes Israel gesandt.“ Auch Paulus führt den Gedanken weiter, dass das Evangelium zuerst für die Juden und dann für die Heiden ist, indem er sagt: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen“ (Röm 1,16 ELB). Wenn es hier heißt „dem Griechen“, müssen wir verstehen, dass „Grieche“ nur ein anderes Wort für die Heiden oder Nichtjuden ist.
Wir können also sehr klar sehen, dass Jesus zuerst die zwölf Jünger aussandte, um alle Israeliten mit dem Evangelium zu erreichen. Später sandte er dann die Siebzig aus, um alle fremden Nationen mit dem Evangelium zu erreichen. In einigen Handschriften steht statt „siebzig Jünger“ „zweiundsiebzig Jünger“. Wie wir sehen, gibt es jedoch eine gute Erklärung dafür, warum es siebzig sein sollten. In der dänischen Bibelübersetzung „Das Neue Testament in Alltagsdänisch“ (NLT) heißt es dazu: „Einige Handschriften sprechen von zweiundsiebzig Jüngern, aber die wirkliche Zahl ist siebzig, weil dies die symbolische Zahl für alle fremden Nationen ist. In 1. Mose 10 sehen wir die siebzig Nationen der Welt. Die Aussendung der zwölf Apostel und später der Siebzig war symbolisch, weil die Botschaft Jesu zuerst den Juden und dann allen anderen Nationen gepredigt werden sollte.“ Wie wir also sehen können, begann Jesus mit den zwölf Jüngern, um die Juden zu erreichen, und sandte dann die siebzig Jünger, um die Heiden zu erreichen. Die letzten Worte, die Jesus an sie alle richtete, drehten sich darum, dass sie ihm weiterhin folgen, dem gehorchen, was er ihnen befohlen hatte, und andere lehren sollten, dasselbe zu tun. Da Jesus für immer derselbe ist, wird sich sein Wort nie ändern. Deshalb müssen wir, die wir heute leben, seinem Wort gehorchen, da sein Wort für alle gilt, ob Juden oder Heiden.
Hier nun lesen wir, was Jesus in Lukas 10,1-12 sagte, als er die Siebzig aussandte:
Nach diesem aber bestimmte der Herr siebzig andere und sandte sie zu je zwei vor seinem Angesicht her in jede Stadt und jeden Ort, wohin er selbst kommen wollte. Er sprach aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte! Geht hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter Wölfe. Tragt weder Börse noch Tasche noch Sandalen, und grüßt niemand auf dem Weg! In welches Haus ihr aber eintretet, sprecht zuerst: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren. In diesem Haus aber bleibt, und esst und trinkt, was sie haben! Denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht aus einem Haus in ein anderes! Und in welche Stadt ihr kommt, und sie nehmen euch auf, da esst, was euch vorgesetzt wird, und heilt die Kranken darin und sprecht zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen. In welche Stadt ihr aber gekommen seid, und sie nehmen euch nicht auf, da geht hinaus auf ihre Straßen und sprecht: Auch den Staub, der uns aus eurer Stadt an den Füßen hängt, schütteln wir gegen euch ab; doch dies wisst, dass das Reich Gottes nahe gekommen ist. Ich sage euch, dass es Sodom an jenem Tag erträglicher ergehen wird als jener Stadt.“
In diesem Buch werde ich diese Verse einen nach dem anderen betrachten und zeigen, dass sie auch für heute gelten. Das Wort Jesu hat sich nie geändert, und es wird sich auch nie ändern. Wir leben vielleicht nicht in Israel, und viele Dinge in unserer Kultur und Technologie sind heute ganz anders, aber das ändert nichts an der Bedeutung dessen, was Jesus uns befohlen hat. Bevor wir uns die Worte Jesu in Lukas 10 näher ansehen, wollen wir einen Blick darauf werfen, was geschah, als die siebzig Jünger zu ihm zurückkehrten, nachdem sie sich aufgemacht und getan hatten, was er befohlen hatte:
Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen (Lk 10,17).
Es ist interessant, dass diese siebzig Jünger jubelnd nach Hause gekommen sind! So sollte es sein, wenn wir Gott dienen. Wenn wir im Glauben an Jesu Wort hinausgehen und erleben, dass sein Geist durch uns wirkt, sollte das große Freude hervorrufen! Wir sollten unsere Begeisterung nicht mehr zurückhalten können! Ich habe diese Begeisterung bei vielen Menschen gesehen, wenn sie ihren ersten Schritt nach draußen getan, zum ersten Mal für jemanden gebetet, zum ersten Mal jemand das Evangelium weitergesagt, zum ersten Mal jemanden im Wasser getauft oder zum ersten Mal jemanden mit dem Heiligen Geist getauft haben. Sie können ihre Begeisterung nicht verbergen und sind voller Freude, weil sie erkennen, dass Gott sie benutzen will, um sein Königreich auszubreiten! Dieselbe Freude und Begeisterung erlebten auch die ersten Jünger!
In Johannes 4,34 heißt es:
Jesus erwiderte: „Meine Nahrung ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und das Werk vollende, das er mir aufgetragen hat.“
Das kannst auch du heute erleben, wenn du im Glauben hinausgehst und seinen Willen tust. Wenn du Jesu Anweisungen gehorchst und auf andere Menschen zugehst, wirst auch du eine geistliche Fülle erfahren, in der du wirklich spürst, dass das Tun des Willens Gottes deine Nahrung ist. Du wirst dich auf eine Weise zufrieden fühlen, wie es das Lesen von Büchern und das Hören von Lehren nicht vermag.
Später, in Johannes 6,35, heißt es:
Jesus antwortete: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“
Ich weiß nicht, woran du denkst, wenn du diesen Vers liest. Jesus sagt, wir sollen zu ihm kommen, und wenn wir das tun, sollten wir niemals hungern oder dürsten. Das ist wirklich das, was wir erleben, wenn wir anfangen, im Glauben auf sein Wort hin Schritte zu tun. Wir werden uns satt fühlen, nicht hungrig oder durstig, und wir werden begeistert sein. Das bedeutet nicht, dass wir nicht noch mehr von Jesus oder noch größere Dinge in ihm erfahren wollen, sondern dass wir nicht das Bedürfnis verspüren werden, in ein Flugzeug zu steigen und zu einer Konferenz zu fliegen, nur weil wir das Gefühl haben, es fehle etwas.
Du kannst damit anfangen, Jesus zu gehorchen, wo auch immer du bist. Dann wirst du dich auf eine Weise erfüllt fühlen, wie nie zuvor. Du wirst einen erstaunlichen Frieden erleben und erkennen, dass du nichts anderes brauchst. Alles, was du brauchst, ist, weiterhin zu gehorchen und weiterzuwachsen.
Das Erstaunliche an Lukas 10 ist, dass es für alle gilt. Jesus gab diese Gebote nicht nur Pastoren oder Menschen mit einem besonderen Status, besonderen Berufungen oder Talenten. Die Anweisungen, die Jesus in Lukas 10 gegeben hat, gelten sowohl für die Jungen als auch für die Alten in Christus. Du musst nicht auf irgendetwas warten, um damit anfangen zu können, Jesus in dem, was er hier sagt, zu gehorchen. Viele Christen sitzen heute frustriert in der Gemeinde, weil sie auf etwas warten. Sie warten darauf, dass sie an der Reihe sind, von Gott gebraucht zu werden. Sie warten darauf, dass der Pastor sie bemerkt und ihnen die Gelegenheit gibt, von Gott gebraucht zu werden. Aber ich sage dir, dass du nicht mehr warten musst. Jesus hat dir bereits klar und deutlich seine Berufung und seinen Auftrag für dein Leben gegeben.
Eines der gewaltigsten Dinge, die ich erlebt habe, während ich bei einem solchen „Kickstart“ lehrte, ist, wenn Menschen erkannt haben, dass sie nicht mehr darauf warten müssen, dass Gott sie gebraucht. Sie erkennen, dass das, was Jesus in Lukas 10 sagt, ja ihnen gilt, und zwar jetzt. Wir müssen verstehen, dass wir Gott jeden Tag dienen können, wo immer wir sind. Wir brauchen keine besondere Bühne, um Gott zu dienen, da unsere Bühne überall ist. Sie ist da draußen – unter den Menschen in ihren Häusern, auf den Straßen oder in den Geschäften.
Wenn du die Vision, die Jesus uns gegeben hat,verstehst und anfängst, sie zu leben,wirst du erleben, dass die Frustration und das Gefühl,unzufrieden zu sein, verschwinden.Du wirst dich satt, glücklich und zufrieden fühlen.Jesus zu gehorchen ist so viel mehr als nur zu studieren,Veranstaltungen zu besuchenund an christlichen Aktivitäten teilzunehmen.
Wenn du die Vision, die Jesus uns in Lukas 10 gegeben hat, verstanden hast und anfängst, sie umzusetzen, wird dein Leben neu und aufregend, und Gott wird dich benutzen, um Frucht zu bringen. Wenn wir unsere kirchliche Tradition beiseitelegen und aufhören, zuerst an Gemeinde, dann an unseren Auftrag und schließlich an Jesus zu denken, und uns stattdessen zuerst auf Jesus und das, was er sagt, konzentrieren, dann fügt sich alles andere zusammen. Würden wir das wirklich tun, wäre die Gemeinde ganz anders. Es gäbe keine Christen mehr, die Jahr für Jahr in der Gemeinde sitzen, frustriert sind und ihre erste Liebe zu Christus verlieren.
Wenn du auf die Worte Jesu schaust und anfängst, sie zu leben, wird Gott dich auf eine neue Weise gebrauchen. Du wirst wirklich das Leben erfahren, von dem wir in der Apostelgeschichte lesen, ein Leben, das man unmöglich in nur zwei Stunden pro Woche in einer Gemeinde umsetzen kann. Wenn wir anfangen, Jesus zu gehorchen und seinen Auftrag so zu erfüllen, wie er gesagt hat, wird er uns als lebendige Steine zusammenfügen, und zwar nicht nur sonntags innerhalb des Kirchengebäudes, sondern auch außerhalb, rund um die Uhr.
Ja, Jesus wird seine Gemeinde bauen. Die Gemeinde, die er bauen will, sieht so anders aus als die Gemeinde, die viele Menschen heute erleben. Ich war an der Gründung von drei verschiedenen Gemeinden in verschiedenen Städten beteiligt und habe erst jetzt angefangen zu verstehen, worum es bei Gemeinde wirklich geht. In der Gemeinde geht es nicht um die Treffen, Programme oder die schicken Gebäude, in die wir Sonntag für Sonntag gehen. Die Gemeinde, die Jesus sich wünscht, besteht aus einer Familie, in der wir einander lieben und Jesus gemeinsam gehorchen. Ja, das kann in einem Kirchengebäude oder an einem anderen Ort geschehen, aber die „Kirche“ ist kein Gebäude, sondern besteht aus Menschen.
Schauen wir uns das Wort an, das Jesus uns gegeben hat, denn hier finden wir die perfekte „Bühne“, auf der wir von ihm benutzt werden können, ganz gleich, wo und wer wir sind.
Hier nochmals die letzten Worte Jesu an seine Jünger:
Jesus trat auf sie zu und sagte: „Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,18-20).
Amen! Es ist an der Zeit, dass wir anfangen, dem zu gehorchen, was Jesus uns aufgetragen hat. Deshalb werden wir in diesem Buch die Worte Jesu in Lukas 10 Vers für Vers betrachten und gemeinsam untersuchen, wie wir ihnen in der heutigen Welt gehorchen können.
Der Ruf Jesu, ihm nachzufolgen, gilt für alle,aber die traurige Wahrheit ist, dass nicht viele bereit sind,ihr Kreuz auf sich zu nehmen und den Preis dafür zu zahlen,ihm zu folgen. Jesus zu folgen ist eine Berufung,bei der manbereit sein muss, einen hohen Preis zu zahlen.Darüber reden wir oft nicht gerne, geschweige denn,dass wir es tun, aber diejenigen, die bereit sind, den Preis zu zahlen, werden Jesus finden und das ewige Leben erfahren.
Lukas 10 (ELB) beginnt mit diesen Worten: „Nach diesem aber bestimmte der Herr siebzig andere und sandte sie zu je zwei vor seinem Angesicht her in jede Stadt und jeden Ort, wohin er selbst kommen wollte.“ Da Kapitel 10 mit „nach diesem“ beginnt, müssen wir uns daran erinnern, dass die Bibel, wie jeder Brief, ursprünglich ohne Kapitel und Verse geschrieben wurde. Diese Kapitel und Verse wurden erst Hunderte von Jahren später hinzugefügt. Das hat dazu geführt, dass wir oft missverstehen, was das Wort tatsächlich sagt, weil die Bibel auf eine bestimmte Weise unterteilt wurde. Um besser zu verstehen, was in Lukas 10,1 gemeint ist, wenn es mit „nach diesem“ beginnt, müssen wir uns die letzten Versen des vorherigen Kapitel anschauen. In Lukas 9,57-62 heißt es:
Als sie weitergingen, wurde Jesus von einem Mann angesprochen. „Ich will dir folgen, wohin du auch gehst“, sagte er. Jesus erwiderte: „Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich ausruhen kann.“ Zu einem anderen sagte Jesus: „Folge mir nach!“ Er aber antwortete: „Herr, erlaube mir, zuerst noch [nach Hause] zu gehen und mich um das Begräbnis meines Vaters zu kümmern.“ Jesus erwiderte: „Lass die Toten ihre Toten begraben. Du aber geh und verkünde die Botschaft vom Reich Gottes!“ Wieder ein anderer sagte: „Ich will dir nachfolgen, Herr; doch erlaube mir, dass ich zuerst noch von meiner Familie Abschied nehme.“ Jesus erwiderte: „Wer die Hand an den Pflug legt und dann zurückschaut, ist nicht brauchbar für das Reich Gottes.“
Und nun heißt es in Lukas 10,1:
Nach diesem aber bestimmte der Herr siebzig andere und sandte sie zu je zwei vor seinem Angesicht her in jede Stadt und jeden Ort, wohin er selbst kommen wollte.
Es ist wichtig für uns, diese Worte aus dem vorigen Kapitel zu kennen, um zu verstehen, dass die Nachfolge Jesu mit Kosten verbunden ist. Ein Jünger Jesu zu sein, bedeutet wirklich, dass wir unsere eigenen Träume und Ambitionen aufgeben müssen. Wir müssen bereit sein, unsere Hand an den Pflug zu legen, ohne zurückzublicken. Dann wird unser Leben mit Jesus besser sein als alles, was wir uns vorstellen können.
Wir sehen wiederholt, dass der Ruf Jesu, als er hier auf der Erde lebte und die Menschen aufrief, ihm nachzufolgen, immer derselbe war, dass aber die Antworten, die die Menschen ihm gaben, ganz unterschiedlich waren. Matthäus, ein Zöllner, gab seine Verantwortung, Zölle einzutreiben, auf, als er den Ruf Jesu hörte. Er ließ bereitwillig alles zurück, um Jesus nachzufolgen, und Jesus benutzte ihn mächtig (vgl. Mt 9,9-13). Ein reicher, junger Mann, von dem in Matthäus 19 berichtet wird, erhielt denselben Ruf wie Matthäus, Jesus nachzufolgen, aber seine Reaktion war ganz anders. Er war nicht bereit, den Preis zu zahlen und ging am Ende traurig weg (vgl. Mt 19,16-26). Wir sehen immer wieder, dass der Ruf derselbe war, aber die Antwort eine andere. Einige waren bereit, den Preis zu zahlen, andere nicht.
Jesus macht es in Markus 4 noch deutlicher, als er über das Gleichnis vom Sämann spricht. In diesem Gleichnis geht ein Bauer hinaus, um Samen auszusäen. Dies soll ein Bild für uns sein, die wir das Wort Gottes säen. Die Saat (das Wort Gottes) landet auf vier verschiedenen Böden und ruft vier verschiedene Reaktionen hervor. Diese Böden stellen verschiedene Arten von Menschen bzw. verschiedene Arten von Reaktionen dar, die Menschen zeigen, wenn sie das Wort Gottes hören. Heute sind wir nicht nur diejenigen, die die Saat säen, sondern jeder von uns ist auch einer dieser vier Bodentypen.
Wir müssen entscheiden, ob wir der gute Boden sein wollen,ob wir also Jesus gehorchen wollen, egal was passiert.Wenn wir dies tun, werden wir viel Frucht bringen,und er wird unser ganzes Leben lang geehrt werden.
Über den ersten Boden lesen wir: „Beim Ausstreuen der Saat fiel einiges auf den Weg. Da kamen die Vögel und pickten es auf“ (Mk 4,4). Das sind die Menschen, die das Wort Gottes hören, aber sobald sie es hören, kommt Satan und raubt, was in ihre Herzen gesät wurde (vgl. Mk 4,4). Es sind diejenigen, denen wir begegnen und die nicht daran interessiert sind, sich zu öffnen und das Wort Gottes zu empfangen. Wenn wir solchen Menschen begegnen, ist es wichtig, dass wir den Staub von unseren Füßen schütteln und weitergehen, worauf ich etwas später eingehen werde.
Einige Menschen gleichen der zweiten Art von Boden, der in Markus 4 so beschrieben wird: „Einiges fiel auf felsigen Boden, der nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Weil die Saat dort so wenig Erde hatte, ging sie rasch auf. Als dann aber die Sonne höher stieg, wurden die jungen Pflanzen versengt, und weil sie keine kräftigen Wurzeln hatten, verdorrten sie.“ Dies sind die Menschen, die das Wort Gottes hören und es mit Freude aufnehmen, aber keine Wurzel in sich haben und das Wort verwelken und sterben lassen. Das geschieht, wenn Menschen das Wort Gottes empfangen, aber abfallen, wenn Verfolgung einsetzt, weil das Wort nie tief genug in ihre Herzen eingedrungen ist. Sie waren nie wirklich bereit gewesen, den Preis für Jesus zu zahlen.
Über Verfolgung wird häufig nicht viel gesprochen, sie ist aber ein wichtiger Teil der Nachfolge Jesu. Jesus sprach mehr über Verfolgung als über alles andere, und er machte sehr deutlich, dass nicht nur er allein, sondern auch seine Jünger Verfolgung und Widerstand erleben würden. 2. Timotheus 3,12 macht dies klar:
Im Übrigen sind Verfolgungen etwas, womit alle rechnen müssen, die zu Jesus Christus gehören und entschlossen sind, so zu leben, dass Gott geehrt wird.
Ich möchte dazu sagen, dass es nicht immer so ist, dass diese Menschen in dem Sinne abfallen, dass sie nicht mehr zur Gemeinde gehen. Viele Menschen gehen weiter in die Gemeinde, obwohl ihr Herz von ihrer ersten Liebe zu Gott abgefallen ist. Die Bibel macht sehr deutlich, dass alle, die ein gottgefälliges Leben in Jesus führen, mit Verfolgung rechnen müssen. Wenn sie nämlich anfangen, Jesus zu gehorchen, werden sie zu einer Bedrohung für Satan, und deshalb wird Satan Verfolgung senden. Diese Verfolgung ist häufig für viele Menschen, besonders in der westlichen Welt, eine Überraschung. Sie denken oft, Verfolgung komme nur in anderen Teilen der Welt vor, weil sie sehen, dass Menschen dort wegen ihres Glaubens ins Gefängnis geworfen oder geschlagen werden. Aber Verfolgung ist nicht immer physisch. Tatsächlich hat Verfolgung viele Gesichter und tut trotzdem weh, auch wenn sie nicht körperlich ist. Wenn wir einen Blick auf das Leben Jesu werfen, haben die Menschen ihn vieles genannt und viele Gerüchte über ihn verbreitet. In Matthäus 12,24 lesen wir sogar, dass die Pharisäer Jesus beschuldigten, ein Beelzebub (Herr der Dämonen) zu sein. Die Bibel sagt, wenn sie schon über Jesus so schreckliche Dinge sagten, werden sie das auch über uns, seine Jünger, tun. Wir sehen dies deutlich in Matthäus 10,24-25:
Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Diener nicht über seinem Herrn. Der Jünger muss zufrieden sein, wenn es ihm ergeht wie seinem Meister, und der Diener, wenn es ihm ergeht wie seinem Herrn. Hat man schon den Hausherrn Beelzebul genannt, dann wird man seine Leute erst recht so nennen.
Die Wahrheit ist, dass viele Christen in ihren Kirchen und Gemeinden schlafen. Sie leben nicht als Jünger Jesu. Deshalb erleben sie auch nicht die wahre Verfolgung, der Jesus ausgesetzt war. Wenn Christen schlafen, hält sich Satan fern und lässt sie weiterschlafen. Er will nicht, dass sie aufwachen und erkennen, dass sie dem Wort Jesu gehorchen müssen. Wenn du jedoch aufwachst und anfängst, dem Wort Jesu zu gehorchen und als sein Jünger zu leben, wird Satan kommen und dich verfolgen, weil du jetzt zu einer Bedrohung für ihn und sein Reich geworden bist. Du wirst oft überrascht sein, woher die Verfolgung kommt. Ein großer Teil der Verfolgung, die wir als Gläubige erleben werden, kommt nämlich nicht von Menschen, die Gott nicht kennen, stattdessen von Menschen in den Kirchen, die selbst schlafen. Verfolgung kommt oft von den Menschen, die uns nahestehen, und das kann wirklich wehtun. Jesus erlebte Verfolgung durch die religiösen Menschen und manchmal auch durch seine eigene Familie.
Wenn Verfolgung einsetzt, wählen viele die einfache Lösung. Ja, es gibt eine einfache Lösung für Verfolgung, und sie heißt Kompromiss. Man muss nicht viel tun, damit die Verfolgung aufhört oder abnimmt. Alles, was du tun musst, ist, Kompromisse zu schließen. Ein Kompromiss ist, wenn du aufhörst, in deinen Worten und Taten so radikal zu sein. Es bedeutet, wie die anderen schlafenden Christen um dich herum zu leben. Wenn du das tust, wird die Verfolgung sicherlich aufhören. Aber wenn du Kompromisse eingehst, bist du die zweite Art von Boden, von dem Jesus in Markus 4 spricht, und du wirst keine guten Früchte tragen. Vielleicht klingt das, was ich sage, hart, aber es ist oft das, was wir erleben. Wenn du nicht dieser zweite Boden sein willst, der keine guten Früchte trägt, musst du dich entscheiden, dass du niemals Kompromisse eingehst, egal wie hart die Verfolgung auch sein mag.
Es gibt noch einen dritten Boden, über den wir in Markus 4,7 lesen:
Einiges fiel ins Dorngestrüpp, und die Dornensträucher überwucherten und erstickten die Saat, sodass sie keine Frucht brachte.
Dieser dritte Boden steht für die Menschen, welche die Sorgen dieser Welt, den Betrug des Reichtums und die Sehnsucht nach anderen Dingen das Wort auslöschen lassen, damit es keine Frucht bringt. Das sind die Menschen, die das Wort Gottes hören und es in ihrem Herzen aufnehmen. Für eine Weile gehen die Dinge tatsächlich gut. Aber nach einiger Zeit kommen die Sorgen und Pflichten des Alltags hinzu und nehmen ihre Zeit in Anspruch, sodass sie keine Frucht bringen. Bei diesem Boden denke ich an die vielen Menschen, die Gott dienen wollen, aber plötzlich keine Zeit mehr haben, ihm zu dienen, weil sie abgelenkt sind. Sie sind durch ihr Haus, ihr Auto, ihren Garten und ihre Hobbys abgelenkt. Es gibt viele Dinge auf dieser Welt, über die sie sich Sorgen machen müssen, sodass diese Ablenkungen und Sorgen oft ihre Zeit in Anspruch nehmen und sie keine Zeit mehr haben, Gott zu gehorchen. Auch wenn sie Jesus nachfolgen wollen, haben sie sich (besonders in der westlichen Welt) ein Leben aufgebaut, in dem sie wegen all der Verpflichtungen, die mit Haus, Auto, Garten usw. einhergehen, keine Zeit dafür haben. Deshalb haben sie oft nur noch am Sonntag ein paar Stunden Zeit, Gott zu dienen, indem sie zu einem Gottesdienst gehen. Wenn Jesus in Markus 4 darüber spricht, nennt er das den „Betrug des Reichtums“. Reichtümer sind so trügerisch, dass viele Menschen es nicht erkennen, bevor es zu spät ist. Wir denken oft, wir wären glücklicher, wenn wir ein größeres Haus oder ein größeres Auto oder einen besseren Job hätten, aber weil wir die „besseren“ Dinge dieser Welt suchen, haben wir keine Zeit oder Energie mehr übrig, um Jesus zu dienen. Wir wollen Jesus dienen, aber was ist mit den Kindern? Was ist mit dem, was andere denken, wenn wir diesen Weg gehen oder dieses oder jenes tun? Ja, es gibt so vieles, worüber wir uns Sorgen machen können, dass wir am Ende nichts tun. Wenn dem so ist, sind wir wirklich der dritte Boden und werden nicht viel Frucht bringen.
Glücklicherweise gibt es auch Menschen, die dem vierten, dem gute Boden entsprechen. Das sind diejenigen, die keine Kompromisse eingehen oder aufgeben, wenn sie verfolgt werden. Für sie führt Verfolgung dazu, dass sie Jesus noch mehr suchen, und Gott benutzt die Verfolgung tatsächlich dazu, sie zu beschneiden, damit sie noch mehr Frucht bringen. Dies geht aus Johannes 15,2 hervor, wo es heißt:
Jede Rebe an mir, die nicht Frucht trägt, schneidet er ab; eine Rebe aber, die Frucht trägt, schneidet er zurück; so reinigt er sie, damit sie noch mehr Frucht hervorbringt.
Die Menschen, die der vierte Boden sind, lassen sich weder von den Reichtümern der Welt noch von Sorgen oder von irgendetwas, was diese Welt bieten kann, täuschen. Sie geben Jesus den Vorrang vor allem anderen und würden lieber ein einfaches Leben führen, um mehr Zeit und Energie zu haben, sich auf Gott zu konzentrieren. Das sind die Menschen, die viel Frucht bringen – dreißig–, sechzig–, hundertfach. Die Bibel spricht von zwei Arten von Frucht.
Es gibt die Frucht des Geistes, wie in Galater 5,22-23 gezeigt wird:
Die Frucht hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung. Gegen solches [Verhalten] hat kein Gesetz etwas einzuwenden.
Obwohl die Frucht des Geistes ein wichtiger Teil dessen ist, ein Jünger Jesu zu sein, konzentriere ich mich hier, wenn ich davon spreche, dass man auf dem vierten Boden Frucht bringt, auf die Frucht, die entsteht, wenn man hinausgeht und der Berufung Jesu gehorcht. Jesus spricht über diese Art von Frucht in Matthäus 4,19, wo es heißt: „Kommt, folgt mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen.“ Auch Johannes 15,16 spricht über diese Frucht und stellt fest: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt: Ich habe euch dazu bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand hat. Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben, was immer es auch sei.“ Es ist klar, dass Jesus möchte, dass wir alle als Menschenfischer in diese Welt hinausgehen und viel gute Frucht bringen.
Der Preis, den Jesus am Kreuz bezahlt hat,gilt nicht nur für dich und mich,sondern auch für die ganze Welt.Er gilt für diejenigen, die noch nicht glauben;deshalb müssen wir hinausgehenund unser Licht leuchten lassen,damit die Welt sehen und glauben kann.
Wenn ich über die vier verschiedenen Böden nachdenke, von denen Jesus in Markus 4 spricht, habe ich viele Menschen in den Kirchen und Gemeinden vor Augen, die Boden Nummer zwei oder drei entsprechen. Diese gehen um des lieben Friedens willen sehr schnell Kompromisse in Bezug auf die Aussagen der Bibel ein. Menschen des dritten Bodens lassen sich durch den Betrug des Reichtums und die Sorgen der Welt ihre Zeit stehlen, sodass sie nicht das tun, wozu sie berufen sind.
Meine Familie und ich haben Zeiten in unserem Leben durchgemacht, in denen wir zu einem dieser Böden gehörten, aber Gott begann erfreulicherweise, in uns zu wirken und uns zu zeigen, dass wir nicht als wahre Jünger Jesu lebten. Als wir von diesem neuen Leben zu kosten begannen, wurde uns klar, dass uns viele Jahre lang die Angst vor Verfolgung und die Hinterhältigkeit des Reichtums geblendet hatten und dass wir viele Dinge in unserem Leben ändern mussten, um der gute Boden zu sein, der viele Früchte trägt. Einmal hatten wir ein Haus gekauft und viel Geld für dessen Renovierung ausgegeben. Wir verbrachten viel Zeit und Geld damit, unser Haus herzurichten und ein Leben umgeben von materiellen Dingen zu schaffen. Während dieser Zeit sahen wir nicht viel Frucht, aber als wir eine Kostprobe davon bekamen, wie es ist, ein wahrer Jünger Christi zu sein, waren wir hungrig nach mehr. Schließlich führte Gott uns dazu, alles loszuwerden – unser Haus und unser Auto. Wir begannen, ein viel einfacheres Leben zu führen, sodass wir unsere Zeit und Energie sinnvoller nutzen und uns mehr darauf konzentrieren konnten, Gott zu suchen und ihm zu gehorchen. Wir beschlossen, in eine kleine Wohnung zu ziehen, wo wir plötzlich Frieden und Zeit hatten, Gott zu dienen. Wir brauchten nicht mehr so viel zu arbeiten wie früher, weil wir weder eine Hypothek noch ein Auto abbezahlen mussten. Wir waren frei, unsere Zeit damit zu verbringen, Gott zu dienen. Zu anderen Zeiten erlebten wir Verfolgung, die uns fast zu Kompromissen zwang, aber wir nahmen uns fest vor, dass wir nicht Boden Nummer zwei werden wollten. Das ließ uns standhaft bleiben. Wir gingen keine Kompromisse ein, und später sahen wir viele Früchte daraus hervorgehen.
Ich hoffe, dass das Gleichnis in Markus 4 zu dir spricht und dich auffordert, dich zu fragen, auf welchem Boden du dich befindest. Bist du der gute Boden, der viele Früchte trägt? Wenn wir über die verschiedenen Bodenarten sprechen, müssen wir verstehen, dass wir entscheiden können, welcher Boden wir sein wollen. Die Berufung Jesu gilt für alle, aber wie wir auf diese Berufung reagieren, hängt von uns ab.
Manchmal bin ich frustriert, wenn die Leute denken, wir seien so weit gekommen, wie wir heute sind, ohne einen Preis zu zahlen. Das ist nicht wahr. Wir haben einen hohen Preis bezahlt, um hierhin zu gelangen, und es kostet uns auch heute noch etwas. Meine Familie und ich erleben eine Menge Verfolgung, und die Menschen können sehr grausam zu uns sein. Wir waren nicht immer in der Lage, unseren Kindern das zu geben, was andere Eltern ihren Kindern geben konnten, weil wir sehr einfach lebten. Und unsere Kinder sind damit aufgewachsen, schlimme Dingen über uns und unseren Lebensstil zu hören. Es war nicht einfach, aber wir sahen und sehen viel Frucht, und genau darum geht es. Gott ist treu, und er ist die Wahrheit.
