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Mitgetragen von der sogenannten Märzrevolution, die ganz Deutschland im Jahre 1848 erfasst hatte, erhoben sich die Schleswig-Holsteiner gegen die ständigen Dänisierungsmäßnahmen Ihrer Landesteile. Anhand der Schicksale der gefallenen Blankeneser, die in jener Zeit Bürger Holsteins waren, werden der Aufbau von Heer und Marine der Schleswig.Holsteinischen Armee, Ihrer Uniform, der Bewaffnung, ihrer Flotte und die Gefechte gegen die Dänen, beschrieben. Daneben wird der Aufbau eines eigenen Bundesstaates mit entsprechenden Gesetzen udn eigenem Post-Münz- und Verkehrswesen behandelt. Es wird die weitere, auf dei wichtigsten Fakten beschränkte Entwicklung Schleswig-Holsteins ab 1851 bis zum Ende des 2. Weltkrieges und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, Bezug genommen.
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Seitenzahl: 108
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Das Landeswappen 1848
Die provisorische Regierung gab am 14. Juli 1848 eine Verfügung heraus, nach der den Schleswig-Holsteinischen Schiffen statt der Königlich Dänischen Nummernchiffre und das Zeichen „Dansk Eiendom“ künftig das obige Schleswig-Holstein Landeswappen einzubrennen war.
Der Autor Rolf Klodt, 1941 in Insterburg/ Ostpreußen geboren, ist Berufssoldat im Ruhestand, 1986 ausgezeichnet mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold.
Seine ersten Publikationen veröffentlichte er in den 70er Jahren als Angehöriger der 1. Gebirgsdivision in der Truppenzeitschrift „Soldat der Berge“. Sein schriftstellerischer Durchbruch gelang ihm mit seinen monatlichen Satiren im Magazin „Die Bundeswehr“. Hier schilderte er drei Jahre lang die Erlebnisse des „Hauptmanns Timotheus Kräuselfinger“.
Weitere Artikel erschienen in „Köhlers Flottenkalender“, im „Hamburger Abendblatt“, der „Harburger Rundschau“, der „Wilhelmshavener Zeitung“ und im „Stader Tageblatt“.
Nach seinen Büchern „Nordseewacht“ und „Zur See und an Land“, seiner Arbeit in einem Autorenteam, Titel “STADE, eine Garnison im Wandel der Geschichte“, liegt nun sein neues Buch über die gefallenen Blankeneser während der Erhebung der Schleswig-Holsteiner gegen die Dänen 1848–1851, vor.
Vorwort
Der Gedenkstein
1848, ein Jahr der Revolutionen
Die Schleswig-Holsteinische Armee
Die Uniformen der Schleswig-Holsteinischen Armee
Liste der an der Schlacht bei Idstedt beteiligten Truppenteile und ihre Verluste.
Die Reichsarmee
Die Bewaffnung
Die Schleswig-Holsteinische Marine
Die Gliederung der Schleswig-Holsteinischen Flottille
Die technischen Daten der Schiffsliste
Das Personal
Die Marineuniform
Nachtrag zum Blankeneser Hinrich Frehrs
Die Uniformen der Dänischen Armee
Anhang
Die Flagge und das Wappen Schleswig-Holsteins
Der Deutsche Bund 1815–1866
Das Schleswig-Holstein Lied
Der Abzug der Dänen aus Altona 1864
Die Abstimmung
Die Wahlergebnisse 1919/1920
Die Geschichte Schleswig-Holsteins in Kurzform
Quellenverzeichnis
Deutschland ist reich, reich an Denkmälern und Gedenkstätten für seine gefallenen Soldaten. Stumme Zeugen unserer Geschichte. In Stein gemeißelte oder Eisen gegossene Namen und Zahlen, die nichts darüber aussagen wie die Männer und Frauen, diese Zeit erlebten.
Gegenüber meinem Wohnhaus in Hamburg-Blankenese steht ein Gedenkstein, der an die Blankeneser Bürger erinnert die ihr Leben ließen, in der Zeit der Erhebung 1848 bis 1851 gegen das Königreich Dänemark. Getragen von den aufflammenden Revolutionsbewegungen in Europa, wollten sie außerdem das Unrecht nicht hinnehmen, welches sich Dänemark gegen alle gültigen Gesetze und Verträge glaubte nehmen zu können.
Wer waren diese acht Männer, die auf diesem Gedenkstein verewigt sind, der im Schatten der für Schleswig-Holstein symbolhaften Doppeleiche steht?
Thies KrögerHinrich DreierCaspar WeissHinrich FehrsMichael von RiegenJochen SchadeDietrich EllerbrockJohann Friedrich Nickel
Stellvertretend für die vielen gefallenen Schleswig-Holsteiner und Dänen in der Zeit der Erhebung von 1848 bis 1851, möchte ich die Schicksale der Blankeneser Gefallenen in diesem Zeitraum besonders herausheben. Aus dieser Erhebung hatte sich ein Krieg entwickelt, der Truppenkontingente des Deutschen Bundes aus ganz Deutschland und Österreich mit einbezog. Der Wunsch nach einem eigenen Staat im Deutschen Bund erfüllte sich nicht. Ein neuer Krieg 1864 endete mit einer Einverleibung Schleswig-Holsteins im preußischen Staat. Die 1920 durchgeführte Volksabstimmung ergab nach einer merkwürdigen Auszählung der Stimmen, dass Nordschleswig an Dänemark fiel. Der Traum von einem Schleswig-Holstein „Up ewig ungedeelt“ bleibt damit wohl für immer unerfüllbar.
Die folgenden Personen und Institutionen haben mir sehr bei meiner Arbeit geholfen. Dafür danke ich ihnen herzlich.
Frau Niebur, Heike, Hamburg
Frau Wantula, Kathinka, Schnarup-Thumby
Herr Behmer, Markus, Gemeinde Idstedt
Herr Birresborn, Andreas, Fotograf, Ostenfeld
Herr Dr. Wilschewski, Frank ,Leiter Museum der Stadt Neustadt in Holstein
Herr Hasse, Frank, Koberg
Herr Lillelund, Jesper, Tojhusmuseet og Orlogsmuseet, Kopenhagen
Herr Linning, Sönke, Kiel
Herr Semino, Sergio, Militariahandel, Frankfurt/Main
Altonaer Museum, Hamburg
Hamburg-Blankenese, Frühjahr 2015
Überall in Deutschland gedachten 50 Jahre nach den Ereignissen des Jahres 1848 die Bürger der Gefallenen der daraus resultierenden Kampfhandlungen. Gedenkfeiern wurden abgehalten, noch lebende Kämpfer marschierten in ihren alten Uniformen in Festumzügen durch die Straßen, Denkmäler wurden errichtet.
Von der Deutschen Reichspost 1898 verkaufte Postkarte
Eigene Sammlung
So auch in dem nun preußischem Blankenese.
Nach einem Gottesdienst am 24. März 1898 wurde auf dem der Kirche am Markt gegenüber liegendem Grundstück, dem Pieperschen Dreieck, vom Communalverein in Anwesenheit von 39 noch lebenden Teilnehmern an der Erhebung, eine von ihm gestiftete Doppeleiche gepflanzt.
Am 02. April 1900 beschlossen die Gemeindeverordneten in ihrer Sitzung einen von G. Gätgens aus Dockenhuden gestifteten Felsblock vor der Doppeleiche aufzustellen und diesen mit einer Widmung zu versehen. Die dafür benötigten Kosten sollten durch Spenden aufgebracht werden.
Den Gemeindevorstehern J.H. Sibbert, E. Dittmann und Dr. Harder, als entsprechendes Komitee gewählt, gelang es sehr rasch fast 1000 Mark zu sammeln.
Die Idee konnte umgesetzt werden und so wurde der 12 t schwere Stein unter Federführung der Herren G. Gätgens und G. Dorn, auf den vorgesehenen Platz geschafft, aufmerksam von einer großen Menge Schaulustiger verfolgt.
Die Altonaer Firma Sparbier hatte dazu ein geeignetes Fahrzeug gestellt, welches von 10 Pferden gezogen werden musste.
Insgesamt waren für das Auf- und Abladen 30 Arbeiter nötig.
Die endgültige Aufstellung des Gedenksteines wurde von dem Steinmetzmeister Holländer überwacht, der danach von ihm bearbeitet wurde.
Der Landschaftsgärtner Jacob Siem schuf aus Steinen und einigen Pflanzen einen würdigen Rahmen um den Stein. Dem Blankeneser Verschönerungsverein wurde aus dem Spendentopf eine ausreichende Summe zugesichert, um zukünftig für die Pflege sorgen zu können.
Von meinem Balkon aus kann ich beobachten, dass noch heute der Gedenkstein ein viel beachteter 0rt ist. Von den vielen hundert Touristen die tagein, tagaus Richtung Treppenviertel ziehen, bleiben viele am Gedenkstein stehen und fotografieren ihn.
Seit dem 12. Februar 2007 stehen der Gedenkstein und auch die Eiche, gemäß der Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg ID 29507, unter Denkmalschutz.
Bei etlichen Blankenesern scheint sich der Stein offensichtlich keiner sehr großen Wertschätzung zu erfreuen. Die Grünfläche vor dem Gedenkstein wird als Hundeklo benutzt und Schulkinder sah ich schon in Anwesenheit ihrer Lehrer, den Stein für Kletterübungen zu nutzen.
Der heutige Zeitstrom nimmt es leider gleichgültig hin, dass alte Denkmäler beschmiert und beschädigt werden.
Der Gedenkstein in Blankenese
Eigenes Foto von 2014
Wie ein Feuer verbreitete sich nach dem Sieg über Napoleon der Ruf nach Freiheit, einer Verfassung, nach Autonomie, politischer Mitbestimmung oder einem Nationalstaat in Europa. Dies war der erwartete Lohn für die erbrachten Opfer, der begeistert gefordert wurde.
Die daraus entstehenden Ereignisse resultierten aus den bürgerlich-demokratischen und nationalen Einheits- und Unabhängigkeitserhebungen, um die sich die Bürger bemühten. Hinzu kam verstärkt das Ziel, die Restaurationspolitik, die sich nach dem Wiener Kongress etabliert hatte, endlich zu überwinden.
Geforderte Ministerverantwortlichkeit, die Einführung öffentlicher Gerichtsverfahren, der Einsatz von Schwurgerichten, Pressefreiheit, der Abbau von Handelsschranken, die Gewaltenteilung, also die Trennung von Justiz und Verwaltung, die Beseitigung aristokratischer Privilegien, feudaler Steuern und Zwangsdienste waren natürlich Forderungen, die die altständische Ordnung bis tief ins Mark trafen und als unannehmbar abgelehnt wurden.
Um diese Ziele in die Tat umzusetzen, begannen nun Deutsche, Franzosen, Italiener, Polen, Südslawen, Tschechen, und Ungarn dafür zu kämpfen.
Begleitend zu der Entwicklung zu den folgenden sogenannten Märzrevolutionen 1848, ging die Missernte im Jahre 1846 mit entsprechender Hungersnot und der sich daraus verteuernden Lebensmittel voraus. Von der vorindustriellen Massenarmut betroffene Arbeiter und Handwerker schlossen sich überwiegend dem Gedankengut demokratisch und liberal gesinnter Kreise an.
Ausgehend von der beginnenden Revolution im Großherzogtum Baden, verlangten daraufhin auch in vielen anderen deutschen Einzelstaaten die Menschen freie Wahlen, Pressefreiheit, unabhängige Gerichte, die Bauernbefreiung und ein Gesamtparlament. Mit schwarz-rot-goldenen Fahnen, dem Symbol der deutschen Einigungs- und Freiheitbewegung und entsprechenden Kokarden an den Kopfbedeckungen, begannen Tumulte und Barrikadenkämpfe, die zum Teil kriegsmäßige Ausmaße annahmen. Zahlreiche Interessengruppen, die zum Teil auch anarchistische Züge annahmen, ja sich auch gegenseitig bekämpften, verhinderten leider eine geschlossene Bewegung für die angestrebten Ziele.
Der Ruf nach einem demokratischen, einheitlichen Nationalstaat wurde besonders in Baden, Sachsen, der bayerischen Pfalz, der preußischen Rheinprovinz, Berlin und in Österreich zu einem unerbittlichen Kampf, der durch Polizei und Militär blutig niedergeschlagen wurde.
Besonders viele Tote waren in Berlin zu beklagen, dort starben 50 Soldaten und 200 zivile Bürger.
So entwickelten sich die Ereignisse zu den sogenannten Märzrevolutionen:
27. Februar 1848, die Petition der Mannheimer Volksversammlung an die Regierung. Es ist der Zündfunke zur Revolution in Baden.
01. März 1848, Besetzung des badischen Landtagsgebäudes in Karlsruhe.
04. März 1848, Beginn der Revolution in Bayern, Aufstände in München.
05. März 1848, die Heidelberger Versammlung lädt zum Vorparlament ein.
06. März 1848, Unruhen in Preußen, ausgehend in Berlin.
09. März 1848, Württembergs König wird gezwungen den Oppositionsführer Friedrich Römer zum Regierungschef zu ernennen.
13. März 1848, Revolution in Wien. Fürst Metternich flieht nach England.
15. März 1848, Demonstranten erzwingen in Pest (Budapest) die Schaffung eines ungarischen selbständigen Staates und den Abzug aller österreichischen Truppen.
17. März 1848, Mailand löst die Lombardei aus dem Herrschaftsgebiet Österreichs.
18. März 1848, blutige Unruhen in Berlin durch Einsatz des Militärs. Heftige Straßenkämpfe
19. März 1848, der preußische König muss die getöteten Demonstranten ehren und dabei eine schwarz-rot-goldene Schärpe tragen.
20. März 1848, Bayerns König Ludwig I. dankt ab. Sein Sohn Maximilian II. wird gekrönt.
23. März 1848, Revolution in Venedig. Die Stadt löst sich von Österreich.
31. März 1848, das deutsche Vorparlament beginnt seine Arbeit in Frankfurt am Main.
Als aber kein Zweifel mehr bestand, dass die Bürger wieder unmündige Untertanen werden sollten und dass alle fürstlichen Zugeständnisse nichts als Makulatur waren, kam es im Frühjahr 1849 erneut in der bayerischen Pfalz, dem preußischen Rheinland, in Sachsen und Baden zu schweren Kämpfen. Es war ein letztes verzweifeltes chancenloses Aufbäumen der Revolution. Besonders in Baden verfolgte Prinz Wilhelm, der spätere König und Kaiser, gnadenlos die Aufrührer. In den Salven seiner Soldaten starben die Besiegten, die wenig vorher den Bruder des Siegers als künftigen Kaiser gehuldigt hatten.
Barrikade in der Neuen Königsstraße zu Berlinam 19. März 1848
Neu-Ruppiner Bilderbogen 1848
Diese zahlreichen Ereignisse beeinflussten in besonderem Maße auch Schleswig-Holstein, wo sich seit Beginn des 19. Jahrhunderts zwei sehr unterschiedliche Interessengruppen entwickelten. In Kopenhagen forderten die sogenannten Eiderdänen, dänische Nationalliberale, einen dänischen Nationalstaat mit der Eider als Südgrenze. Sie beriefen sich auf die jahrhundertlange Lehnsverbindung Schleswigs mit der dänischen Monarchie zwischen Karl dem Großen und dem dänischen Wikingerkönig Hemming, die 811 vereinbart wurde. Die deutschgesinnten Schleswig-Holsteiner wollten ein Schleswig-Holstein bis zur Königsau im Norden Schleswigs. Sie beriefen sich auf den am 15. März 1460 geschlossenen Vertrag von Ripen, in dem die beiden Herzogtümer auf ewig ungeteilt festgelegt worden war. Der Text lautete damals „dat se bliven tosamende ungedeelt“.
Die nationaldänische Bewegung gewann immer mehr an Einfluss in Kopenhagen und die Kopenhagener Regierung verschärfte die Spannungen durch die Einführung des Sprachedikts am 14. Mai 1840. Rigoros wurde nun durchgesetzt, dass im ländlichen Nordschleswig, in Gebieten mit dänischer Kirchen- und Schulsprache, auch dort nur noch Dänisch als Gerichts- und Verwaltungssprache zugelassen war.
Als Reaktion darauf ist zu werten, dass am 24. Juli 1844 beim Schleswig-Holsteinischen Sängerfest 12 000 Teilnehmer das Lied “ Schleswig-Holstein meerumschlungen“ gesungen und die von Schleswiger Frauen geschaffene blau-weiß-rote Fahne gehisst wurde.
Das Königreich Dänemark umfasste zu dieser Zeit als Gesamtstaat nicht nur das Kernland, die Färöer Inseln, Island, Grönland und Westindien. Der dänische König Friedrich VII. war außerdem als Herzog von Holstein und Lauenburg Mitglied der Bundesversammlung des Deutschen Bundes. Das verpflichtete ihn, die Rechte des Deutschen Bundes und die Rechtsvorschriften der Herzogtümer zu beachten und Schleswig als dänisches Lehen zu respektieren.
Der dänische König Christian VIII. versuchte durch seinen „Offenen Brief“ vom 08. Juli 1846 die Erbfolgeordnung aufzuheben. Das zu erwartende Aussterben der Manneslinie sollte im Königreich durch eine weibliche Nachfolge Schleswig zum festen Bestandteil Dänemarks werden lassen.
Friedrich VII., der Sohn des am 20. Januar 1848 verstorbenen Königs, gelang es nicht einen Kompromiss zwischen den Eiderdänen und den Schleswig-Holsteinern zu finden. Im Gegenteil, wenig interessiert an Regierungsgeschäften, ordnete er an, die bereits von seinem Vater angefangene Ausarbeitung einer künftigen dänischen Verfassung im dänischen Sinne weiter zu führen. Zeitgenossen schildern ihn als unverbesserlichen Wüstling und dänischen Münchhausen. Diese Charaktereigenschaften führten dazu, dass seine beiden Ehen sehr schnell zerbrachen. Er „heiratete“, eine Hochzeit linker Hand genannt, später eine Bürgerliche, namens Raßmussen, ernannte sie zur Gräfin Danner und schloss damit einen legitimen Thronfolger aus.
In Holstein war außerdem vorgesehen, durch eine männliche Nachfolge der Augustenburger Linie, den dänischen Staat als Ganzes zu erhalten. Die Folgen waren große Unmutsbewegungen in den Herzogtümern.
Voran gegangen waren schon seit Jahren weitere offene Dänisierungsmaßnahmen. Eiderdänische Abgeordnete der Ständeverwaltungen weigerten sich zusehends ihre Reden in Deutsch zu halten. Das aus den Herzogtümern für das deutsche Bundesheer zu stellende Truppenkontingent wurde völlig umgestaltet. Die alten Namen der Regimenter, zum Beispiel Schleswigsches oder auch Holsteinisches Infanterie-Regiment, wurden durch fortlaufende Nummern der dänischen Armee ersetzt. Die Offiziersstellen durften nur noch mit Dänen besetzt werden. Als die alten Regimentsfahnen abgeschafft und durch den ungeliebten Danebrog, der dänischen Nationalflagge, ersetzt wurden, wuchs der Zorn grenzenlos. Schleswiger Truppenteile durften also nicht mehr die blauen Löwen im goldenen Feld, holsteinische Regimenter nicht mehr ihr weißes Nesselblatt im roten Feld zeigen. Auch alle heimatbezogenen Effekten aus den Garnisonsstädten wurden verboten.
