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Die drohende Weltkrise ist eine Krise des Geistes. Sie erfordert ein Umdenken der Menschheit hin zu einer ganzheitlichen Lösung durch ein Wiederbesinnen auf die geistigen und die religiösen Dimensionen, verbunden mit einer Korrektur der vorherrschenden Werte. Plausible Antworten auf die drei Grundfragen über den Sinn des Lebens: "Woher kommen wir?" – "Warum sind wir?" – "Wohin gehen wir?" in Verbindung mit einer neuen vierten: "Wie gehen wir damit um?" sind Voraussetzungen für ein erfolgreiches Umdenken. Das hieraus resultierende Ergebnis ist befreiend und zeigt auf, wie wir unser einseitiges Weltbild korrigieren und erweitern können, um zu einer ganzheitlichen Sicht allen Seins zu gelangen.
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Seitenzahl: 674
Veröffentlichungsjahr: 2018
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Widmung
1 Vorwort
2 Das Ergebnis in Kürze
3 Einführung
3.1 Auf der Suche nach der Wahrheit
3.2 Warum dieses Buch entstand
3.3 Das Christentum in der Krise
3.4 Die Herausforderung; Reformation heute?
3.5 Zur Entwicklung des Gottesbildes
3.6 Auf dem Weg zur Ganzheitlichkeit
3.7 Hinweise zum verwendeten Quellenmaterial
3.8 War die Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen?
3.9 Mystik als Hilfe?
3.9.1 Begriffsdefinition
3.9.2 Mystische Erfahrungen
3.9.3 Was ist das Bewusstsein?
3.9.4 Zur Kritik über Kontakte mit der geistigen Welt
3.9.5 Spirituelles Heilen im Sendungsauftrag Jesu an seine Jünger
3.9.6 Intuition
3.10 Haupt-Voraussetzung für eine sinnvolle Reformation
3.11 Was ist gut?
3.12 Die Parabel von der dreischiffigen Basilika
3.13 Zur wissenschaftlichen Beweisführung
3.13.1 Zwei Beweisverfahren
3.13.2 Der «strenge Beweis»
3.13.3 Der «schwache Beweis»
3.13.4 Induktion und Deduktion
3.13.5 Beweisführung im spirituellen Bereich, ein logischer Weg
3.13.6 «Und die Bibel hat doch recht»
3.13.7 Wer sucht, der findet
3.14 Gedanken zum weiteren Vorgehen
3.14.1 Quellenmaterial
3.14.2 Gibt es einen Maßstab für das Gute?
3.14.3 Über das Lesen der Bibel
3.14.4 Die Kardinalfragen woher?, warum?, wohin?
4 Erkenntnisse aus einer erhellten Bibelsicht
4.1 Dreifaltigkeit – Person Jesus
4.2 Joh 3,5: Taufe
4.3 «Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt …»
4.4 Vaterunser
4.5 Und Maria?
4.5.1 Zum Wesen Mariens
4.5.2 Zur Jungfrauengeburt
4.5.3 Zur Aufnahme Mariens in den Himmel
4.5.3.1 Aus der Vision von Anna Katharina Emmerick
4.5.3.2 Aus der Vision von Maria Valtorta
4.5.4 Differenzen
4.5.5 Der Lichtblick
4.6 Zur Marienverehrung
5 Erkenntnisse aus einer erweiterten Bibelsicht
6 Die 7 Ureigenschaften, Aspekte und Geister Gottes
6.1 Die Liebe Gottes
6.2 Die Weisheit Gottes
6.3 Der Wille Gottes
6.4 Die Ordnung Gottes
6.5 Der Ernst Gottes
6.6 Die Geduld Gottes
6.7 Die Barmherzigkeit Gottes
7 Die Geistigen, Kosmischen Gesetze
7.1 Das Gesetz des Geistes (Hauptprinzip der Geistigen Gesetze)
7.2 Das Gesetz der Liebe
7.3 Das Gesetz der Harmonie
7.4 Das Gesetz der Evolution
7.5 Das Gesetz der Entsprechung (Analogie)
7.6 Das Gesetz der Energie
7.7 Das Gesetz der Schwingung
7.8 Das Gesetz der Polarität
7.9 Das Gesetz des Rhythmus
7.10 Das Gesetz der Resonanz/Anziehung
7.11 Das Gesetz der Realität
7.12 Das Gesetz von Ursache und Wirkung (Kausalgesetz)
7.13 Das Gesetz der Fülle
7.14 Das Gesetz des Wohlstandes
7.15 Das Gesetz des Erfolges
7.16 Das Gesetz der Freiheit
7.17 Das Gesetz der Imagination
7.18 Das Gesetz des Denkens
7.19 Das Gesetz des Glaubens
7. 20 Das Gesetz des Dankens
8 Fragen zu Jesus Christus
8.1 Wer war Jesus wirklich?
8.2 Warum kam Jesus ausgerechnet vor jetzt rund 2000 Jahren zur Welt?
8.3 Wie muss man sich die Erlösung vorstellen?
8.4 Wenn Gott inkarnierte, wer hat unterdessen die Schöpfung regiert?
9 Woher kommen wir?
9.1 Die biblische Schöpfungsgeschichte
9.2 Über das Wesen Gottes
9.3 Die Schöpfung als ewiger Entwicklungsvorgang
9.4 Luzifer, Satana, Satan
9.5 Luzifers Fall und die Entstehung der Materie
9.6 Luzifer als Herr der Erde
9.7 Die Engel – die himmlischen Heerscharen
9.7.1 Das Wesen der Engel
9.7.2 Die Engel-Hierarchie
9.7.3 Schutzengel
9.8 Das Gute und das Böse
9.9 Woher kommt und was ist der Mensch?
9.9.1 Die Ur-Herkunft des Menschen
9.9.2 Erdgeschichtliche Eingliederung
9.9.3 Versunkene Hochkulturen, Lemuria, Atlantis, Ägypten usw.
9.9.4 Die Erschaffung Adams
9.9.5 Die Erschaffung Evas
9.9.6 Das Paradies
9.9.7 Über den Sündenfall
9.9.8 Zur Erbsünde
9.10 Reinkarnation
9.10.1 Worum geht es – worum nicht?
9.10.2 Fallbeispiel Francis Yeats-Brown von Rudolf Passian
9.10.3 Zu den Begriffen Reinkarnation,
Seelenwanderung, Karma usw.
9.10.4 Erinnerungen an Vorleben bei Kindern
9.10.5 Drei Fälle nach Rudolf Passian
9.10.6 Rückführungstherapien
9.10.7 Fragestellungen
9.10.7.1 Zur Frage nach der Glaubwürdigkeit der Reinkarnationsberichte
9.10.7.2 Zur Frage, was die Bibel zur Reinkarnation sagt
9.10.7.3 Zur Frage, ob die Reinkarnation unchristlich oder nur unkirchlich sei
9.10.7.4 Zur Frage, ob es ein Dogma gebe, welches die Reinkarnation ablehnt
9.10.7.5 Zur Frage, ob die Reinkarnation nicht im Widerspruch zur Erlösung stehe
9.10.7.6 Zur Frage, was eine eventuelle Reinkarnation für uns bedeuten würde
9.10.7.7 Was sagt Christus heute dazu?
9.10.8 Ein mögliches Missverständnis zur Ursache der Reinkarnation
9.11 Körper, Seele, Geist
9.11.1 Grundlagen aus der Bibel
9.11.2 Aus der Wissenschaft
9.11.3 Hilfe aus der Bibel
9.11.4 Erläuterungen aus Bibel und Lorberwerk
9.11.5 Was ist die Seele, was der Geist?
9.11.6 Über die Bildung der Seele
9.11.7 Zum Wesen des Geistes
9.11.8 Wann bekommt das Ungeborene seine Seele,
wann seinen Geist?
9.12 Schöpfung und Jenseits aus der Sicht der großen Weltreligionen
9.12.1 Schöpfung
9.12.1.1 Christentum/Judentum
9.12.1.2 Islam
9.12.1.3 Hinduismus
9.12.1.4 Buddhismus
9.12.2 Jenseits
9.12.2.1 Christentum
9.12.2.2 Judentum
9.12.2.3 Islam
9.12.2.4 Hinduismus
9.12.2.5 Buddhismus
10 Warum leben wir?
10.1 Sinn und Zweck unseres Lebens
10.2 Die Erde – Hochschule des Kosmos
10.2.1 Ziel und Sinn des Lebens: Die Geistige Wiedergeburt
10.2.1.1 Voraussetzungen zur Geistigen Wiedergeburt
10.2.1.2. Die drei Stufen der Wiedergeburt
10.2.1.3 Der kürzeste Weg zur Wiedergeburt
10.2.2 Die drei Grade der inneren Lebensvollendung
10.2.3 Gotteskindschaft
10.2.4 Erlösung
10.2.5 Gottesliebe
10.2.6 Nächstenliebe
10.2.7 Gebote Gottes
10.2.7.1 Die Zehn Gebote
10.2.7.2 Die Sieben Ureigenschaften Gottes/Aspekte Gottes
10.2.8 Sünde
10.2.9 Entsagung
10.2.10 Selbstsucht
10.2.11 Genusssucht/Unzucht
10.2.12 Gebet
10.2.13 Gottesdienst
10.2.14 Vergebung
10.2.15 Innere Stimme
10.2.16 Gewissen
10.2.17 Entwicklung
10.2.18 Seligkeit
10.3 Berufs- und Sozialleben, Kultur
10.3.1 Berufsleben
10.3.2 Sozialleben
10.3.2.1 Die geistige Ursache der verschiedenen Lebensverhältnisse
10.3.2.2 Ordnung, Struktur
10.3.3 Kultur
10.4 Gottes Weltplan
10.4.1 Die Grundlagen
10.4.2 Das siebenmalige Kommen Jesu Christi
10.4.3 Das siebente Kommen Jesu Christi (Die Endzeit)
10.4.3.1 Die vier Läuterungsphasen
10.4.3.2 Die Geistige Wiederkunft
10.4.4 Das Tausendjährige Reich und das letzte Feuergericht
10.4.4.1 Bildung der neuen Erde
10.4.4.2 Das Tausendjährige Reich
10.4.4.3 Das letzte Feuergericht
10.4.4.4 Das ewige Licht- und Friedensreich
10.4.4.5 In Ewigkeit
10.4.4.6 Die neue Schöpfung
10.4.4.7 Die einzigartige Bedeutung dieser gegenwärtigen Schöpfungsperiode
10.5 Orientierungshilfen
10.5.1 Gutes tun
10.5.2 Ethik und Moral
10.5.2.1 Definition von Ethik und Moral
10.5.2.2. Ethik
10.5.2.3 Moral
10.5.2.4 Geschichte von Ethik und Moral
10.5.2.5 Metaphysik (Epoptie)
10.5.3 Ethik und Moral innerhalb der großen Religionen
10.5.3.1 Jüdische Ethik
10.5.3.2 Islamische Ethik
10.5.3.3 Christliche Ethik (Christliche Werte)
10.5.4 Ethik und Moral in der Neu-Offenbarung (Jakob Lorber)
10.5.4.1 Ethik der Neu-Offenbarung
10.5.4.2 Moral in der Neu-Offenbarung
10.5.5 Sexualität
10.5.6 Was ist Liebe?
10.5.7 Zukunftstrends aus der Sicht von Ethik und Moral der Neu-Offenbarung
10.5.7.1 Organspende/Organtransplantation:
10.5.7.2 Künstliche Befruchtung
10.5.7.3 Abtreibung
10.5.7.4 Homosexualität
10.5.7.5 Die Ehe
10.5.7.6 Sterbehilfe
10.5.7.7 Manipulationen zur Trendbildung am Beispiel der Gender-Theorie
10.5.7.8 Genmanipulation
10.5.7.9 Flüchtlingsströme
10.5.7.10 Rassenvermischung
10.5.7.11 Eine «Würdigung» der Zukunftstrends
10.5.8 Gebet, Meditation, Gedankenkontrolle
10.5.8.1 Gebet
10.5.8.2 Meditation/Kontemplation
10.5.8.3 Gedankenkontrolle
10.5.8.4 «Überschlafen»
10.5.9 Ganzheitlich gesund
10.5.9.1 Worum geht es?
10.5.9.2 Wo liegt das Problem?
10.5.9.3 Spirituelle Hintergründe der Krankheiten
10.5.9.4 Wann sind wir gesund?
10.5.9.5 Wovon hängt die Gesundheit ab?
10.5.9.6 Gegenseitige Beeinflussung der Gesundheits-Faktoren
10.5.9.7 Auf dem Weg zur Geistheilung
10.5.9.8 Wasser, Lebensmittel, Nahrungsmittel und das Mobiltelefon
10.5.9.9 Wie geschieht Heilung?
10.5.9.10 Wege zur Selbstheilung
10.5.9.11 Eine Vision
11 Wohin gehen wir?
11.1 Grundfrage Jenseits?
11.2 Außerkörperliche Erfahrungen
11.3 Was geschieht beim Sterben?
11.4 Sterben tut nicht weh!
11.4.1 Haben Sie keine Angst vor dem Sterben!
11.4.2 Gut zu wissen!
11.4.3 Kein Abschied für immer
11.4.4 Nicht mit leeren Händen …
11.4.5 Keine Strafen, aber Konsequenzen
11.4.6 Gottvertrauen?
11.4.7 Das Wesentliche zusammengefasst
11.5 Das Jenseits – Vermutung oder Wirklichkeit?
11.6 Himmel, Hölle, Fegefeuer
11.6.1 Jenseitskontakte
11.6.2 Die Stunde nach dem Tod
11.6.3 Die erste Zeit unseres Welterlebens im Jenseits
11.7 Zur «Geografie» des Jenseits
11.7.1 Das Modell von Wilfried Schlätz nach Jakob Lorber
11.8 Fallbeispiele Robert Blum und Bischof Martin
11.9 Weitere Eindrücke aus dem Jenseits
11.9.1 Aus der Hölle
11.9.2 Aus der Welt atheistischer Verstandesmenschen
11.9.3 Aus dem Probehimmel
11.9.4 Im Himmlischen Jerusalem
11.9.5 Zusammenfassung der Lebensbedingungen in der Astralwelt
11.9.5.1 Raum + Zeit
11.9.5.2 Tag + Nacht
11.9.5.3 Essen + Trinken im Jenseits
11.9.5.4 Über das «Wo» des Jenseits
11.9.5.5 Tätigkeiten im Jenseits
11.9.5.6 Ehen, Wiedersehen von Freunden und Verwandten
11.9.5.7 Kinder im Jenseits
11.9.5.8 Haustiere,
11.9.5.9 Kleidertragen im Jenseits
11.9.5.10 Bauten im Jenseits
11.9.5.11 Natur im Jenseits
11.9.5.12 Sprache und Verständigung der Geister untereinander
11.9.5.13 Widersprüche in Jenseitskundgaben
11.9.5.14 Organverpflanzung und Feuerbestattung
11.10 Felicitas‘ Tod – Kontakte zu Jenseitigen?
11.10.1 Einleitung
11.10.2 Was war am 31.10.2012, 17:15 Uhr, geschehen?
11.10.3 Was hat sich denn so Bemerkenswertes ereignet?
11.10.3.1 Beispiel 1: Engel helfen beim Übergang
11.10.3.2 Beispiel 2: Felicitas meldet sich
11.10.3.3 Beispiel 3: Felicitas zeigt sich
11.10.3.4 Beispiel 4: Begegneten Familienmitglieder Feeli?
11.10.3.5 Beispiel 5: Im Gespräch mit Felicitas
11.10.3.6 Beispiel 6: Was machen denn unsere Familienmitglieder im Jenseits?
11.10.3.7 Beispiel 7: Erlebnisse beim Abschiedsgottesdienst
11.10.3.8 Beispiel 8: Können wir Jenseitigen helfen und sie uns?
11.10.3.9 Beispiel 9: Felicitas als «Prophetin»?
11.10.4 Im Gespräch mit Felicitas?
11.10.5 Reaktionen
11.10.6 Wer war Felicitas?
11.11 Folgerungen
11.12 Empfehlungen
11.12.1 Bete nicht unbedacht – es könnte funktionieren!
11.12.2 Beten für Verstorbene
11.12.3 Konsequenzen für unser Leben
12 Die grundlegenden Erkenntnisse
12.1 Gesamtschau
12.2 Antworten auf die Kardinalfragen und Orientierungshilfen
12.2.1 Woher kommen wir?
12.2.2 Warum sind wir hier?
12.2.3 Wohin gehen wir?
12.2.4 Orientierungshilfen
12.3 Der Sinn des Lebens!
12.4 Mit der Jugend unterwegs
13 Auf dem Weg zu einer hilfreichen Wiedervereinigung
13.1 Einleitung
13.2 Übersicht
13.3 Theologie, Seelsorge
13.4 Zum «monasterium-universitas» – eine Vision
13.4.1 Grundideen und Bedeutung
13.4.2 Die Vision
13.5 Nutzen für den einzelnen Menschen, Seelsorge
13.6 Nutzen für die Gesellschaft, Seelsorge
14 Ein Blick zurück und vorwärts
14.1 Das Wichtigste in Kürze
14.2 Gedankenaustausch zum Schluss
14.2.1 Mit Christa
14.2.2 Mit Joseph
15 Dank
Anhänge
Anhang 1
Literatur
Anhang 2
Zur wissenschaftlichen Beweisführung
Anhang 3
Die Schöpfungsgeschichte der Bibel, Gen 1 und 2
(nach der Einheitsübersetzung der Universität Innsbruck)
Anhang 4
Jakob Lorber, 1800–1864
Anhang 5
Quellen im Lorberwerk
Chronologie der Hauptwerke durch Jakob Lorber
Quellennachweis 1 zum Kapitel 10.5.5
Quellennachweis 2 zum Kapitel 9.4
Quellennachweis 3 zum Kapitel 9.9.1
Quellennachweis 4 zum Kapitel 9.9.5
Quellennachweis 5 zum Kapitel 9.11.6 5
Anhang 6
Privatoffenbarung vom 8.9.2017, ein Beispiel
Anhang 7
Lebensplanung
Der Sinn meines Lebens
Meine Lebensaufgabe
Der Lebensplan
Anhang 8
Rudolf Passian
Anhang 9
Verzeichnis der Abbildungen
Anhang 10
Praxistipps
Anhang 11
Spirituelle Übungen
Anhang 12
Die Verfasser
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.
Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.
© 2018 novum Verlag
ISBN Printausgabe: 978-3-99064-202-3
ISBN e-book: 978-3-99064-203-0
Lektorat: Isabella Busch
Umschlagfotos: Pavel Chagochkin, Norbert Buchholz, Forplayday | Dreamstime.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
Innenabbildungen: siehe Bildquellennachweis am Ende
www.novumverlag.com
Widmung
Elisabeth und Felicitas,
die uns vorausgegangen sind,
in Dankbarkeit gewidmet
und ihren Hinterbliebenen,
Freunden und Bekannten
sowie allen Menschen guten Willens,
als Zeichen der Zuversicht.
Für weitere Auseinandersetzungen mit der Thematik vgl. die Blog-Website http://www.universus-org.com
1 Vorwort
Erkennen wir den Sinn des eigenen Lebens nicht, tappen wir im Dunkeln und vergeuden wertvolle Zeit. Wir denken, unser Leben findet mit dem Tod sein Ende. So schlagen wir uns materiell möglichst erfolgreich durch, genießen das Leben, halten uns fit, damit es möglichst lange andauert.
Wird uns der wirkliche Sinn des Lebens klar, weckt uns dies auf. Sollten Sie dies als Suchende nicht schon erfahren haben, werden Sie es auf Ihrem Weg durch dieses Buch erleben und die Zeit, die Ihnen in diesem Leben noch bleibt, bewusster nutzen wollen. Sie werden dankbar sein für jede Chance, die Sie in Ihrem Dasein auf dieser Welt zum Erfüllen des Sinns Ihres Lebens noch nutzen können. Das Leben hört mit dem Tod nicht auf. Es geht unverzüglich in Sphären, die wir Jenseits nennen, weiter, für manche sogar in einer Weise, dass sie lange nicht wahrnehmen, dass sie überhaupt gestorben sind.
Dieses Buch ist eine hervorragende Gelegenheit, dies alles im Wissen um ein ewiges Leben zu erkennen und damit auch den Sinn des Lebens und praktischen Nutzen daraus zu ziehen. Einmalig ist diese Chance deshalb, weil hier ein ganzheitliches «Weltbild» von der Schöpfung bis zur Vollendung im «obersten Himmel», dem Ort größter Glückseligkeit, dargestellt wird. Dieses lässt uns erkennen, was zu tun ist, diese Glückseligkeit, wenn auch nicht im Handumdrehen, dann doch ohne Zeitverlust zu erreichen. Es macht auch klar, dass dies in unserer Welt viel leichter zu erreichen ist, als nach unserem Tod im Jenseits, wenn diesseits auch längst nicht abschließend.
Kommen wir drüben an, ohne vorher den Sinn des Lebens gesucht und erkannt zu haben, wird uns dies erst dann bewusst und wir bereuen all die Jahre, vielleicht sogar bitterlich, die wir hier auf Erden zu nutzen verpasst haben.
Das ganzheitliche Bild über die Schöpfung und das Leben, über das Woher und das Wohin, lässt uns die Botschaften der Bibel und weiterer Schriften in neuem und klarerem Licht erscheinen. Die bisherige «Drohbotschaft» 1 wird zur wirklichen Frohbotschaft.
1 Nach dem Empfinden vieler, vor allem älterer Menschen führte das in manchen Predigten und Schriften vermittelte Bild vom strafenden Gott und von der ewigen Verdammnis dazu, die Bibel eher als Droh- denn als Frohbotschaft zu verstehen.
Das gefundene ganzheitliche Bild verbindet dem unvoreingenommen Suchenden die Erkenntnisse der Religion, genauer des spirituellen Wissens, mit dem, was die Wissenschaft herausgefunden hat. Es gibt nur eine Wahrheit. Vielleicht zeigt sie sich hie und da unter verschiedenen Blickrichtungen. Gäbe es aber verschiedene Wahrheiten und damit Gesetzmäßigkeiten, könnte die Schöpfung, der Kosmos, keinen Bestand haben. Über die Suche nach der Wahrheit entsteht ein in sich stimmiges, ganzheitliches «Weltbild», welches uns den Orientierungsrahmen zur Lebensgestaltung liefert.
Es ist das Verdienst der Verfasser, ein solches in sich stimmiges «Weltbild» erarbeitet zu haben. Zwar gibt es eine Unmenge von Literatur und anderer Quellen zu jedem der behandelten Themen, doch in der Regel konzentriert sie sich auf einen oder einige wenige Aspekte. Die hier vorgestellte Ganzheitlichkeit ist wegweisend.
Ansprechend ist, dass die beiden Verfasser zwar eine bestimmte religiöse Herkunft haben, durch ihre naturwissenschaftlich-technische und betriebswirtschaftliche Ausbildung nach jahrzehntelanger Tätigkeit in der Industrie völlig unbefangen, echt suchend und damit undogmatisch an die Thematik herangehen konnten.
Sympathisch für mich ist, dass die Verfasser das Gefundene nicht als dogmatische Lehre präsentieren, sondern sie der Kritik anderer unterstellen, welche wie Sie auf der Suche nach der Wahrheit sind.
Dieses Vorwort ist für mich eine Art «Stabübergabe» an jüngere Leute, welche die Arbeiten, denen ich mein Leben gewidmet habe, auf ganzheitliche Weise weiterführen wollen. Im Alter von jetzt über neunzig Jahren wäre mir dies nicht mehr möglich. Darum erfüllt mich das Buch mit großer Freude. Ich sehe es auf einem soliden Wissensfundament stehen, weitgehend nach wissenschaftlichen Methoden konzipiert und darum von großem praktischem Nutzen für Menschen auf der Suche nach dem wirklichen Sinn des Lebens.
Ich wünsche dem Werk und allen Suchenden guten Willens Gottes reichen Segen und bereits im irdischen Leben eine möglichst große Annäherung an die geistige Wirklichkeit!
Obernau, im Juli 2017
Rudolf Passian
2 Das Ergebnis in Kürze
Die drohende Weltkrise ist eine Krise des Geistes. Alles entsteht zuerst «im Kopf», im Geiste. Ist dieser «Kopf» fehlgeleitet, kommt es zu gesellschaftlichen Katastrophen, zu Kriegen, zum ökologischen Desaster. Wir stehen am Abgrund, auch wenn viele dies noch nicht wahrnehmen wollen.
Aufklärungund Zeitgeisthaben dem ganzheitlich orientierten Menschen die religiöse und damit die ur-geistige Dimension weitgehend geraubt. Sie haben das uralte Wissen über die Geistigen Gesetze, über Gott und sein Heilsangebot verdrängt. Statt eines ganzheitlichen wurde ein einseitig materialistisches Weltbild proklamiert, der geistige Bereich ausgeblendet.
Die heutige Situation entstand durch unsere Konzentration auf Materielles, auf Besitz, Ansehen, Selbstverwirklichung. Macht, egoistisch ungehemmte Ressourcennutzung, Wettbewerb, Produktivität und Maximierung der Gewinne stehen im Vordergrund. Der Kollaps an den Grenzen des Wachstums ist programmiert, wie ihn schon der «Club of Rome» Mitte des 20. Jahrhunderts vorausgesagt hatte.
Wir brauchen eine Lösung. Die Technik bringt sie nicht allein. Es braucht einUmdenken, eine Rückkehr zur ganzheitlichen Lösung und damit auch ein Wiederbesinnen auf die geistigen, die religiösen Dimensionen und damit eine Korrektur der vorherrschenden
Werte.
Herausragende Wissenschaftler, wie beispielsweise der Physiker Max Planck, Entdecker der Quantenphysik, sahen dies schon lange, werden aber kaum zur Kenntnis genommen. Sie kamen zu dem Schluss, dass es Materie letztlich gar nicht gebe, sondern alles Geist sei und dass es dazu eines Schöpfers bedürfe.
Zum geforderten Umdenken tauchen wir ein in die christliche universale und individuelle Eschatologie 2, in die Frage nach den letzten Dingen, bzw. in die drei Grund- oder Kardinalfragenüber den Sinn des Lebens: Woher kommen wir? – Warum sind wir hier? – Wohin gehen wir?
2 Eschatologie [ɛsça-] (aus altgriechisch τὰἔσχατα ta és-chata ‚die äußersten Dinge‘, ‚die letzten Dinge‘ und λόγος lógos ‚Lehre‘) ist ein theologischer Begriff, der die prophetische Lehre von den Hoffnungen auf Vollendung des Einzelnen (individuelle Eschatologie) und der gesamten Schöpfung (universale Eschatologie) beschreibt.
Eine vierte kommt hinzu: Wie gehen wir damit um? Oder anders gesagt: Was meint Umdenken?
Ohne eine plausible, nachvollziehbare Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens – und damit auch auf die Frage nach dem Sinn unserer Mutter Erde – muss jede Maßnahme zur Korrektur unserer desolaten Lage ein Blindflug bleiben.
Es sollte also im Interesse der Ganzheitlichkeit darum gehen, der geistigen Dimension (und damit dem religiösen Glauben) ihren Stellenwert wieder zurückzugeben. Ist dies mit den traditionellen Glaubensvorstellungen vereinbar?
Die an einem ganzheitlichen Weltbild interessierten Verfasser haben das gängige religiöse Weltbild hinterfragt, nach dessen Quellen, den geistigen Gesetzen und Heilslehren gesucht und beim Gefundenen mit klassischen Beweisverfahren die Spreu vom Weizen zu trennen versucht.
Das Ergebnis ist ein in sich stimmiges, die Kardinalfragen beantwortendes, für den Wahrheitssuchenden nützliches, ganzheitliches Weltbild. Es zeigt nicht nur, dass wir umdenken und unser einseitiges Weltbild entscheidend korrigieren und erweitern müssen, sondern auch wie. Damit wird uns der uns zugedachte Sinn des Lebens klar.
Ein Schlüsselelement dieses Umdenkens liegt beim religiösen Glauben, dargestellt hier am christlichen, wie ihn die verschiedenen Konfessionen und Kirchen verstehen. Leider kehren immer mehr Menschen diesen Kirchen den Rücken zu und gehen ihren Weg eigenständig, nicht immer zu ihrem Vorteil, mindestens dann nicht, wenn sich ihr Weltbild im Materiellen und im Zeitgeist erschöpft.
Die Kirchen, zumindest die «großen», leiten ihre Glaubensbasis aus der Bibel und aus dem Erlösungswerk Jesu Christi ab. Die Bibel berichtet, wie Gott die Menschheit seit der Erschaffung von Adam über Propheten und Kontaktnahmen mit biblischen Personen immer und immer wieder belehrt und so spirituell auch wachsen ließ.
Diese Berichte enden mit der Apostelgeschichte des Neuen Testamentes und damit mit dem Tod des letzten Apostels. So hat sich dann in der Theologie die Auffassung durchgesetzt, Gott habe seine Offenbarungen zu jenem Zeitpunkt endgültig abgeschlossen und alles Weitere sei der Exegese, der Schriftdeutung, vorbehalten.
Den Verfassern wollte diese Sicht nicht einleuchten. Wieso sollte Gott seine Offenbarungen zu einem Zeitpunkt abgeschlossen haben, zu welchem Jesus seinen Jüngern sagen musste, sie würden ohnehin noch nicht alles verstehen?
Dabei hätten wir in den seither verstrichenen 2000 Jahren doch so dringend weitere Botschaften des Herrn gebraucht. Gemäß der Bibel hatte er seinen Jüngern noch weiteres Wissen in Aussicht gestellt. Was ist daraus geworden? Schweigt Gott heute?
Nein! Es gab und gibt weitere Botschaften aus der geistigen Welt, durch alle Jahrhunderte hinweg, bis heute. Wir bezeichnen sie im Folgenden alsnachbiblische Offenbarungen.Man betrachtet sie als Privatoffenbarungen, wertet sie nicht systematisch aus, berücksichtigt sie darum auch nicht im Lehrgebäude der Kirchen. Kein Wunder, dass ein 2000 Jahre altes Wissen nicht mehr ausreicht, mit den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft Schritt zu halten und sie sinnvoll zu lenken.
Will man über diesen Beschränkungsschatten springen, braucht es eine neue Reformationim Glauben. Dass man mit den gefundenen Quellen und Ergebnissen die Bibel sowohl vertiefen (weiter detaillieren) als auch beträchtlich erweitern kann, müsste Grund genug dafür sein, dies ernsthaft zu versuchen. Die Erweiterung im Bereich der Schöpfung aus den «Privatoffenbarungen» bestätigt die Ergebnisse der erdgeschichtlichen Forschung, jene zum Leben nach dem Tod beantwortet die Frage nach dem Sinn des Lebens und damit auch der Erde.
Die gefundenen Quellen und Ergebnisse nähren die Hoffnung, dass eine entsprechende Reformation im Glauben die verschiedenen christlichen Konfessionen in der Beantwortung der Kardinalfragen des Lebens wieder vereinigen könnte, ohne dass sie ihre konfessionellen Praxisunterschiede zwingend aufgeben müssten.
Gewiss lösen neue Erkenntnisse immer auch als falsch erkannte alte ab. Diese Korrekturen müssen aber nicht zwingend zur Aufgabe der konfessionell unterschiedlichen Art, wie der Glaube gelebt wird, führen.
Wenn also die gegenwärtige Glaubenskrise nach einer zweiten Reformation ruft, nach einer Reformation im Glauben, und nicht, wie bei der ersten anfänglich, der Strukturen und Prozesse, geht es zuerst um den Menschen. Verglichen mit der Reformation vor 500 Jahren und auch den weiteren Erneuerungen der Kirchen, ist die Fokussierung auf die spirituelle Entwicklung des Menschen eine Sicht-Änderung! Allerdings, wenn Menschen den Weg zu Gott suchen und gemeinsam gehen wollen, braucht es die Kirchen:
Wenn sich kirchliche Gemeinden heute fragen, was sie tun sollen, um mehr Aufmerksamkeit zu erreichen, dann steht üblicherweise die Institution mit ihren Angeboten im Vordergrund. Stellen wir aber den Menschen mit seinen auf Gott ausgerichteten Bedürfnissen ins Zentrum, könnte es sein, dass andere Angebote entwickelt werden müssen. Dazu gehört auch ein glaubwürdiges Bewusstmachen, dass diese Bedürfnisse tatsächlich bestehen.
Nachdem die erste Reformation die Christenheit geteilt hatte, muss die zweite sie wieder zusammenführen.
Die Möglichkeit dazu wäre – so man will – greifbar!
Es braucht dazu keine «Neue Kirche», doch ein erweitertes Evangelium. Wie man sich zu einer Einheitsübersetzung der Bibel gefunden hatte, könnten auch die Erweiterungen über eine konstruktive Zusammenarbeit unter den Konfessionen entstehen. Damit würde die «Frohbotschaft» wieder zur Frohbotschaft und der Sinn des Lebens neu geklärt!
Hinweis zu den Quellennachweisen:
Der Quellennachweis wird größtenteils über Fußnoten geführt. Diese geben die Quellen normalerweise in gekürzter Form an. Für weitere Angaben vgl. das Literaturverzeichnis im Anhang 1. Für Detailangaben zum Lorberwerk Anhang 5.
Praxistipp 1: Der Sinn des Lebens 1
Wenn Sie sich jetzt, bevor Sie weiterlesen, hinsetzen, ein Blatt Papier nehmen und notieren, was Ihnen im Moment zum Sinn Ihres Lebens einfällt, das Papier dann gefaltet vorne ins Buch legen, so können Sie diese Aufzeichnungen später mit dem vergleichen, was Ihre Meinung dazu nach dem Durcharbeiten dieses Buches geworden ist.
Noch besser wäre, ein Arbeitsheft anzulegen und dort alles zu notieren.
3 Einführung
3.1 Auf der Suche nach der Wahrheit
Vor wenigen Jahren begegneten sich die beiden Verfasser zufällig im Kreis gemeinsamer Freunde. Sie diskutierten über Gott und die Welt. Dabei wurde eine große Seelenverwandtschaft spürbar. In den Grundfragen des Lebens, die sie bewegten, waren sie sich sehr ähnlich. So wurden sie Freunde.
Viele Jahre Berufserfahrung in der Wirtschaft lagen hinter ihnen, angefangen beim Lehrling3 durch alle Unternehmensfunktionen hindurch bis zum Präsidenten des Verwaltungsrates (D: Aufsichtsrat).
3 In Deutschland «Azubi» genannt
Der berufliche Werdegang wurde in frühen Jahren unterbrochen durch Matura und Hochschulstudium. Der eine hatte in der Folge Betriebswirtschaft an der Universität in Zürich studiert. Später schloss er zusätzlich ein Studium der Religionswissenschaften ab.
Der andere studierte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich Maschinenbau und schloss in Betriebswissenschaften ab. Unabhängig voneinander arbeiteten sie in der Folge jahrzehntelang in der Industrie und während vieler Jahre auch als Unternehmensberater4.
4 www.agustoni.biz
Die beruflichen Herausforderungen und Anspannungen waren naturgemäß hoch. Entsprechend reich waren die gesammelten Erfahrungen. Trotzdem nahmen beide sich zwischendurch die Zeit, über die Grundfragen des Lebens nachzudenken, teils durch Mitarbeit in kirchlichen und anderen Arbeitsgruppen, teils durch Literaturstudium, im Falle RM auch durch Gastaufenthalte in Klöstern.
Die Denkweise der Verfasser ist somit naturwissenschaftlich-technisch und betriebswirtschaftlich geprägt, doch auch religionswissenschaftlich ergänzt.
Geprägt hat sie auch die religiöse Herkunft als Katholiken. Nichtgläubige würden in ihnen «Konservative» vermuten, Strenggläubige im Extremfall sogar Abtrünnige!
Alles falsch! – Sie sind christliche Wahrheitssuchende und so nicht einzuordnen! Sie stellen hier dar, was sie bis dato (Sommer 2017) gefunden haben, nicht als Lehrer, sondern als Berichterstatter.
Im Mittelalter hätten sie sich, um der Inquisition zu entgehen, vermutlich ähnlich verhalten müssen wie der heilige Johannes vom Kreuz5. Obwohl sehr gebildet, berief er sich für seine Werke nur auf die Bibel und seine mystischen Erfahrungen.6 Unter Beschuss geraten, distanzierte er sich vorsorglich in seinen Werken von allem, das bei genauerer Prüfung im Widerspruch zur Göttlichen Schrift befunden werden könnte und hielt die Veröffentlichung bis nach seinem Tode zurück. Und es vergingen 325 Jahre, bis er im Sinne einer späteren Anerkennung 1926 zum Kirchenlehrer ernannt wurde. Neue Erkenntnisse brauchen offenbar ihre Zeit!
5 1542–1591, 1926 Kirchenlehrer
6 Zeugnisse mystischer Welterfahrung. Johannes vom Kreuz, Olten 1983, Walter-Verlag S 31f.
3.2 Warum dieses Buch entstand
Die Verfasser verstehen sich weder als Heilige noch als Anerkennung suchende (Kirchen-)Lehrer. Was sie aber mit Johannes vom Kreuz verbindet, ist die Suche nach der Wahrheit, basierend auf der Bibel, erhellt und ergänzt durch Offenbarungenund Einsichten, welche uns durch Mystiker und ganzheitlich Denkende weltweit geschenkt werden. Und dieses Wissen möchten sie mit anderen teilen in der Hoffnung, Menschen zu erreichen, welche ebenfalls bewusst und suchend unterwegs sind.
Die Verfasser vertreten ausdrücklich keine Lehre. Sie stellen nachfolgend nicht ihre persönliche Meinung dar, sondern pointiert das, was sie gefunden haben. Damit wollen sie zum Denken anregen, zum Hinterfragen einer dogmatischen Glaubenspraxis, sei diese nun religiös oder weltlich geprägt. Dazu stellen sie ihren eigenen Weg zu einem ganzheitlichen Weltbild dar und hoffen, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich – in Anlehnung an das Gleichnis vom verlorenen Sohn7 – auf den Weg zurück zum Vaterhaus aufmachen, mit oder ohne die Verfasser!
7 Lk 15,13
Wir freuen uns, wenn Sie sich als Leser dieser Hintergründe bewusst bleiben, das für Sie Nützliche herausgreifen, es zu einer «persönlichen Reformation» verwenden und den Rest einfach stehen lassen. Auch wir sind noch unterwegs, «alles zu prüfen, das Gute zu behalten!». Vgl. Thess 5,21.
3.3 Das Christentum in der Krise
Der Bedeutungsrückgang des Christentums, zumindest in Europa, ist offensichtlich und allgemein bekannt. Das Interesse an der religiösen Praxis nimmt ab. Die Kirchen leeren, Kirchenaustritte häufen sich. Der Priestermangel nimmt zu, wie auf reformierter Seite auch der Nachwuchs an Seelsorgenden abnimmt 8. Kreuze werden aus Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen entfernt. Die Zahl der Konfessionslosen in der Schweiz ist innert 40 Jahren von 1 % auf 25 % der Bevölkerung angestiegen 9 usw.
8 Herder: Christ in der Gegenwart. 19. März 2017, S. 126
9 Prof. Jürg Stolz. Religiosität in der modernen Welt, Schlussbericht Nationales Forschungsprogramm des Schweizerischen Nationalfonds vom 23.3.2011
«Unsere Gesellschaft wird zunehmend interreligiös. Religionsfreiheitist aktueller denn je. Zwei Drittel bekennen sich noch zu einer christlichen Konfession, doch nur 10 % „praktizieren“ sie.10»
10 Aus «Sternstunde Religion» des Schweizer Fernsehens (SRF) vom 17.12.2016
Schaut man sich in den Medien um, in der Wirtschaft, im Sport, in der Politik, sieht man die Technikabhängigkeit vor allem der jungen Leute, die Entwicklung der Lehrpläne usw., sind die Konfessionslosen kaum in andere Glaubensrichtungen abgewandert, sondern eine Konsequenz unserer materialistisch gewordenen Gesellschaft.
In Deutschland ist die Situation ähnlich. Auffallend ist dort aber auch der regionale Unterschied:
«Während in den alten Bundesländern 70,1 % der Befragten einer christlichen Kirche angehören, sind es in den neuen Bundesländern nur 14,5 %. Bei den Katholiken ergibt der West-Ost-Vergleich ein Gefälle von 35,9 % zu 2,9 %, bei den evangelischen (Frei-)Kirchen eines von 32,5 % zu 11,1 %. Konfessionslos sind im Westen Deutschlands 27,3 %, im Osten 84,9 %.»11
11 Dr. Tobias Kläden. Repräsentativ-Umfrage «Glaube im Alltag 3» durch die GfK, ενangel 3/2015
Es ist zu vermuten, dass der im Osten niedrigere Anteil an Christen auf die jahrzehntelange atheistisch geprägte Politik und ihre Auswirkungen auf das Schulsystem zurückzuführen ist. Die Entwicklung unseres Schulsystems hier in der Schweiz tendiert in eine ähnliche Richtung. 12
12 Vgl. «Lehrplan 21» der Schweiz
Lesen wir in einem Interview in einer sehr renommierten katholischen Zeitschrift, womit sich Theologen in ihrer Forschung heute beschäftigen, nämlich mit Übersetzungsdetails, glaubt man, im falschen Film zu sein. Wir finden Themen, für die sich kein Durchschnittsmensch interessiert, Themen ohne das Potenzial, die Menschen im Glauben weiterzubringen. Wofür ist denn Theologie da? Dabei brennt das (Kirchen-)Haus doch lichterloh und die, welche handeln sollten, spielen weiter «Eile mit Weile», nicht nur Theologen, auch wir anderen!
Die Frage ist, ob sich das Christentum nach 2000 Jahren Bestehens langsam erledigt. Die gesellschaftliche Entwicklung könnte dies vermuten lassen. Noch immer ist das Christentum innerlich gespalten – in viele Konfessionen, von denen jede glaubt, die Wahrheit zu besitzen. Materielle Güter, Geld, Macht, Erfolg, Sport, Genießen, ungezügelter Raubbau an der Natur usw. wären Zeichen unseres Niedergangs. Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen, vor allem echt gläubige Muslime, müssen jede Achtung vor unserer zügellosen Gesellschaft mit ihrer Sexualisierung und Freizügigkeit verlieren. Kein Wunder, dass sie uns als Ungläubige betrachten. Sind wir dies geworden?
Wenn Menschen gottlos werden…
«Dann sind Regierungen ratlos,
Lügen grenzenlos,
Schulden zahllos,
Besprechungen ergebnislos,
dann ist die Aufklärung hirnlos,
sind Politiker charakterlos,
Christen gebetslos,
Kirchen kraftlos,
Völker friedlos,
Sitten zügellos,
Mode schamlos,
Verbrechen maßlos,
Konferenzen endlos,
Aussichten trostlos.»
Antoine de Saint-Exupéry
3.4 Die Herausforderung; Reformation heute?
Doch es gibt auch Gegenstimmen:
So hat Kurt Koch als Bischof von Basel, heute als Kardinal Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, seinen Pastoralen Entwicklungsplan unter das Motto: «Den Glauben ins Spiel bringen» gestellt. Es ist dies die einzige Alternative zum Resignieren. Wir greifen dieses Motto darum hier auf.
Ein interessanter Hinweis kommt aus Mexiko, aus «Das dritte Testament» 13. Letzteres stammt aus der geistigen Welt 14, den Verfassern gemäß von Jesus selbst, und könnte erklären, warum doch viele, auch junge Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind:
13 DT 14,27, für Details vgl. www.drittes-testament.de
14 Geistige Welt meint in unserem Zusammenhang Christi und damit Gottes Reich und beinhaltet als neutraler Begriff, was sonst auch als Jenseits oder Himmel usw. bezeichnet wird.
«Die Leere, welche die Menschen in dieser Zeit innerhalb ihrer verschiedenen Religionsgemeinschaften fühlen, ist darauf zurückzuführen, dass die Seele Hunger und Durst nach Vergeistigung hat. Die Riten und Traditionen genügen ihr nicht mehr, sie sehnt sich danach, meine15Wahrheit kennenzulernen.»
15 Gemeint ist Christi Wahrheit
Finden wir denn im religiösen Glauben die Wahrheit? Bereits im 17. Jahrhundert hat sich auch der französische Mathematiker und Physiker Blaise Pascal 16 mit dieser Frage beschäftigt. Berühmt geworden ist seine an der christlichen Lehre orientierte «Wette des Pascal» (verkürzt) 17:
16 Blaise Pascal (*19. Juni 1623 in Clermont-Ferrand; † 19. August 1662 in Paris) war ein französischer Mathematiker, Physiker, Literat und christlicher Philosoph.
17 https://de.wikipedia.org/wiki/Pascalsche_Wette
«In diesem Spiel, das wir Leben nennen, muss jeder Mensch eine Wette eingehen. Bei jeder Wette gilt ein Einsatz. Der Mensch muss sein Leben entweder auf die Behauptung setzen, dass die christliche Lehre wahr ist, oder auf die Behauptung, dass sie nicht wahr ist. Wenn ein Mensch diese Wette nicht eingeht, setzt er automatisch auf die Möglichkeit, dass sie nicht wahr ist. … Angenommen, ein Mensch entscheidet sich für den christlichen Glauben: Liegt er richtig mit seiner Annahme, hat er alles zu gewinnen, liegt er falsch, hat er nichts zu verlieren. … Nehmen wir an, ein Mensch entscheidet sich gegen den christlichen Glauben: Liegt er damit richtig, hat er nichts gewonnen. Sollte er aber falsch liegen, hat er alles verloren und verbringt seine Ewigkeit in der Hölle.»
Grafisch dargestellt:
Abbildung 1: Die «Wette des Pascal» und seine Konsequenzen
Zu beachten: Pascal spricht von der christlichen Lehre und nicht vom Christentum.
Die heutigen Bemühungen beschränken sich leider allzu oft auf strukturelle Reformen, in der katholischen Kirche u. a. auf die Schaffung von Pastoralräumen, den Ruf nach Abschaffung des Zölibats, die Zulassung von Frauen zum Priesteramt usw.
Löst dies die Probleme?
Zweifel sind angebracht. Diese Maßnahmen gehen am Kernproblem vorbei. Sie ändern nichts daran, dass der heutige Mensch seine Prioritäten sehr oft anders als für die Glaubenspraxis setzt, und zwar deshalb, weil sie ihm zu wenig bedeutet.
Leider geht der Glaube bei diesen Reform-Diskussionen sehr oft verloren. «Den Glauben ins Spiel bringen» bleibt dann ein Titel ohne wirklichen Inhalt oder mit bestenfalls kosmetischen Anpassungen.
In der Sternstunde Religion vom 1.1.2017 brachte das Schweizer Fernsehen unter dem Titel «Wider das Geschwurbel: Überzeugt predigen dank PR-Coach?» ein spannendes Interview mit dem PR-Berater Erik Flügge. Er wurde durch sein provokantes, 2016 erschienenes Buch «Der Jargon der Betroffenheit: Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt»18 bekannt. Er meint, die Kirchen seien leer, weil keiner verstehe, was die Pfarrerinnen und Pfarrer «schwurbeln». Weil viele Kirchenvertreter selbst nicht mehr von ihrer Botschaft überzeugt seien, versteckten sie sich hinter leeren Worthülsen. Stimmt das?
18 Erik Flügge. Der Jargon der Betroffenheit: Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt, Koesel 2016, ISBN 978-3-466-37155-6
Die Frage stellt sich: Ist dies die Reformation, die es heute braucht?
Aus der Erfahrung mit dem «Change Management» 19 haben wir gelernt, dass so grundlegende Krisen, wie wir sie derzeit bei uns im Christentum erleben, nicht mit kosmetischen Anpassungen zu lösen sind. Und grundlegende Anpassungen tragen das Risiko großer Erschütterungen in sich, wenn sie nicht durch tragfähige neue Aussichten geeignet abgefedert werden. Ganz vermeiden lassen sie sich nicht, doch dürfen sie nicht wieder zu religiösen Kriegen führen, wie wir sie in der Vergangenheit erlebt hatten. Aber nichts zu tun, wäre nach Blaise Pascal ein zu großes Risiko für alle Zweifler und für den gläubigen Menschen eine Unmöglichkeit.
19 Die Art, wie man Organisationen so verändert, dass sie den neuen Herausforderungen wiederum gerecht werden.
Zweifler? Dr. med. Sérgio Lopes meinte dazu in einem Referat vom 7.11.2013 in Bern:
«Die meisten Skeptikersind nicht eigentlich skeptisch, sondern unwissend!»
Wir müssen den Mut haben, alles infrage zu stellen. Trotzdem sollen wir Paulus mit seiner Aussage in Thess 5,21, nicht vergessen:«Prüfet alles, das Gute behaltet!». Also nicht das Kind mit dem Bade ausschütten und schon gar nicht unbesehen den frivolen Zeitgeistübernehmen! Eine Revision im Glauben braucht eine andere Ausrichtung, eine tragfähigere Basis. Sie wird uns helfen, unseren Lebenssinn klarer zu sehen.
Sind wir heute vielleicht reif für mehr? Hat Jesus mit seiner Aussage bei Johannes allenfalls unsere Zeit gemeint?
Joh 16,12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Joh 16,13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.
Wenn dem so wäre, müssten wir den «Geist der Wahrheit» finden, der uns die Grundfragen des Lebens für den heutigen Menschen logisch nachvollziehbar beantwortet. In unserem materialistischen Zeitgeist sind diese Antworten nicht zu finden. Wo dann?
Die christliche Frohbotschaft muss
wieder zur Frohbotschaft werden
und sie hat das Potenzial dazu!
Mit der Forderung, an unserem Glaubensfundament zu arbeiten, unterscheidet sich die Forderung nach einer «Reformation heute» nicht nur von den heute üblichen kirchlichen Strukturdiskussionen, sondern auch von der durch Martin Luthervor 500 Jahren ausgelösten Reformation.
In seinen 95 Thesen, welche er (angeblich?) an der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen hatte 20, ging es vor allem um Missbräuche in der damaligen Kirche, um den Ablasshandel und dessen Verkündigung, dann auch um den Stellenwert des Papsttums. Nur am Rande, im Zusammenhang mit dem Thema Fegefeuer ging es um den Glauben im engeren Sinn. Die Frohbotschaft wurde dadurch nicht froher und es war zunächst auch nicht die Zeit, in welcher man den Glauben neu ins Spiel bringen musste.
20 http://www.luther.de/leben/anschlag/95thesen.html
Immerhin, und dies ist sein großes Verdienst, hat Martin Luther mit seiner Bibelübersetzung den des Latein unkundigen Menschen im deutschsprachigen Raum den Zugang zur Bibel ermöglicht. Damit hat er in der Folge auf seine Art den Glauben doch ins Spiel gebracht.
3.5 Zur Entwicklung des Gottesbildes
Die drei evangelischen Theologen Marion und Werner T. Küstenmacher sowie Tilmann Haberer ordnen in ihrem Buch «Gott 9.0» 21 der spirituellen Entwicklung der Menschheit bis dato 9 Stufen zu, welche sie analog von Software-Versionen von 1.0 bis 9.0 nummerieren. Für sie ist auch die Aufklärung einer bestimmten geistigen Entwicklungsstufe zuzuordnen und nicht das Ende der Weisheit.
21 Küstenmacher et al.: Gott 9.0. Gütersloher Verlagshaus: Gütersloh, 6. Auflage 2015, ISBN 978-3-579-06546-5
Abbildung 2: Buch Gott 9.0
Stufe 1.0, Beige, Individuum, Existieren: Das nackte kreatürliche Überleben eines Menschen oder einer Gruppe am Anfang (und oft am Ende) des Daseins. Die älteste Menschheitskultur vor 100 000 Jahren. Gott hat noch keine Gestalt und keinen Namen. Wenn es etwas “Göttliches“ gibt, dann ist es die nährende Mutterbrust. Der Säugling (und der Greis).
Stufe 2.0, Purpur, Kollektiv, Sicherheit. Purpur ist die magische Stufe. Thema ist die Zugehörigkeit zur Gruppe, böse Mächte müssen abgewehrt, gute Geister beschworen werden. Märchenalter in der Kindheit, Schamanismus, Ahnenkult, Stammesgötter (Abraham), die nur für den eigenen Clan zuständig sind.
Stufe 3.0, Rot, Individuum, Macht. Ausbruch aus dem Clan, Eroberung, Aggression, Selbstbehauptung. Wer ist stärker? Biographisch das Trotzalter. Religiös: Machtgötter und Machtkampf der Götter, Jahwe als Kriegsgott, der sich als stärker erweist als die anderen Götter.
Stufe 4.0, Blau, Kollektiv, Ordnung: Moral, Regeln, Gewissen, hierarchische Struktur (oben und unten), Sündenbewusstsein und Ausgrenzung der Sünder, Könige, Beamte, Priester. Der eine und allmächtige Gott, der Richter. Dualistisches Weltbild: „drinnen“ und “draußen“.
Stufe 5.0, Orange, Individuum, Freiheit: Ich-Bewusstheit, Vernunft, Technik, Effizienz, Aufklärung. Gott geht entweder verloren (Atheismus) oder wird zum persönlichen Gott (Pietismus), Reformation, Rationalismus, Erfolgsstreben.
Stufe 6.0, Grün, Kollektiv, Gleichheit: Konsens, Integration, Sensibilität, Gewaltlosigkeit, Teams, Therapeuten, menschenfreundlicher und mütterlicher Gott, der nicht verurteilt, Gott auch außerhalb der eigenen Religion. Abschaffung von Sklaverei. Feminismus, Rassengleichheit, Naturschutz.
Stufe 7.0, Gelb, Individuum, Zusammenschau: Vereinigung von Gegensätzen, Paradoxes und Komplementäres aushalten (Jesus ist Mensch UND Gott), Intuition, vernetztes (systemisches) Denken, Eigenverantwortung.
Stufe 8.0, Türkis, Kollektiv, Universalität: Alles ist mit allem verbunden, Weltethos, global agierende Gemeinschaften, Gott als Prozess und Poet der Welt, Harmonie.
Stufe 9.0, Koralle, Individuum: Noch nicht beschreibbar, Gott als „Werdenkönnen“
Das Buch ist bewundernswert breit recherchiert, sehr gut geschrieben und regt zum Denken an, vor allem auch, weil es die Behauptung enthält, auch der einzelne Mensch müsse in seiner persönlichen Entwicklung diese Stufen durchmachen. Zudem lässt es Ansätze erkennen, dass sich auch unsere Vorstellungen von Gott immer wieder weiterentwickeln müssen.
Eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesem Werk lohnt sich, zeigt aber auch seine Schwachstellen. Diese kommen vor allem darin zum Ausdruck, dass im hinteren Teil des Buches die «Gott-ist-tot-Philosophie» als Teil einer höheren Entwicklungsstufe anklingt, oder wenn unterschwellig Engel, Himmel und Hölle, gnadenhafte Erlösung usw. als längst überholt suggeriert werden. Begründet wird dies mit dem Fortschritt der modernen Theologie, welche für diese Analyse doch vornehmlich evangelisch geprägt gewesen sein dürfte.
Wenn sich die drei Theologen zu Ansichten äußern, die sie als fortschrittlich erachten, weil sie von beachteten Theologen stammen, wie beispielsweise die «evangelische» Gott-ist-tot-Theologie mit ihren Anklängen an östliche Religionen, so erstaunt es, dass sie nicht ebenso wagemutig auf andere Quellen hinweisen, welche angeblich aus der spirituellen Welt stammen. Im Klartext wären dies solche aus den nachbiblischen Offenbarungen.
3.6 Auf dem Weg zur Ganzheitlichkeit
Die Aufklärung 22 hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind: beweissüchtig. Wir glauben nur noch, was beweisbar ist. Auch wenn dieser Satz so nicht stimmt, meinen wir es zumindest so! «Wirklich» beweisbar ist aber nur, was unter definierten Rahmenbedingungen durch reproduzierbare Versuche beliebig oft bestätigt werden kann.
22 Gemeint ist damit das Zeitalter der Aufklärung, ca. 1650–1800, mit seiner Berufung auf Vernunft, Naturwissenschaft usw.
Wollen wir nur glauben, was wir beweisen können, bleiben wir auf die Materie beschränkt. Wir werden zu Materialisten und in letzter Konsequenz dann auch zu Atheisten, weil uns ein materiell greifbarer Gott ja fehlt.
Seit mindestens 3500 Jahren, also seit den alten Ägyptern und vielleicht schon früher aus Mesopotamien, Indien, China usw., «wissen» wir aber, wenn wir dies wollen, dass der Mensch nicht nur aus Materie, seinem Körper, sondern auch aus Seele und Geist besteht. Diese Erkenntnis bestätigt auch die Bibel, beispielsweise durch Paulus in Thess 5,23:
«Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre eurenGeist, eure Seele und euren Leibunversehrt, damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt.»
Die «moderne» Wissenschaft, zumindest jene, die allgemein anerkannt ist, blendet dies heute in der Regel aus.
Ein Psychiater hat es – humoristisch oder sarkastisch, je nach Auffassung – so ausgedrückt:
«Psychiatrie hat bekanntlich mit der Psyche, der Seele, zu tun, doch machen wir es heute ohne die Seele!»23
23 Dr. med. Sérgio Lopes, Psychiater, am Symposium zum Spirituellen Heilen vom
7.11.2013 in Bern
Zu diesem allerdings sehr einseitig dargestellten Wissenschaftsbild kommt erschwerend hinzu, dass die Wissenschaft ihre Forderung nach strikter Beweisbarkeit auch in der Materie nicht aufrechterhalten kann. So sind beispielsweise weder der Urknall- noch die Darwin’sche Evolutionstheorie beweisbar. Trotzdem werden sie geglaubt und müssen den Kindern in der Schule vermittelt werden. Zum Warum gibt es seltsame Begründungen.
So meint beispielsweise der englische Darwinist Sir Arthur Keith:
«Die Evolution ist unbewiesen und unbeweisbar. Wir glauben bloß deshalb an sie, weil wir sonst an eine Schöpfungglauben müssten, und eine solche ist undenkbar.»24
24 Zukunft CH – 2/2011
Es wäre nun aber falsch, davon auszugehen, die führenden Wissenschaftler wären alle Atheisten. Dazu ebenfalls einige Zitate 25:
25 http://www.zitate-portal.com/; http://www.evangeliums.net/zitate/
Das erste stammt von Max Planck (1858–1947), einem der renommiertesten Physiker, Begründer der Quantenphysik:
«Die Naturwissenschaften braucht der Mensch zum Erkennen, den Glauben zum Handeln. Religion und Naturwissenschaftschließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen.»
Werner Heisenberg, (1901–1976), ein ebenso bekannter Physiker, drückt dies so aus:
«Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.»
Sir Arthur Stanley Eddington, (1882–1946), englischer Astronom und Physiker sagt sogar:
«Die moderne Physik führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort. – Keiner der Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler. Alle waren sie sehr mittelmäßige Philosophen.»
Von Max Planck (1858–1947)
«Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wird.»
»Meine Herren, als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden.
Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich.
Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt – es ist der Menschheit nicht gelungen, das heiß ersehnte Perpetuum mobile zu erfinden –, so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche – denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht –, sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selber sein können, sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott! Damit kommt der Physiker, der sich mit der Materie zu befassen hat, vom Reiche des Stoffes in das Reich des Geistes. Und damit ist unsere Aufgabe zu Ende, und wir müssen unser Forschen weitergeben in die Hände der Philosophie.»
Wenn wir uns in unserer Gesellschaft durch eine atheistische Denkweise dominieren lassen, sind daran also nicht die großen Naturwissenschaftler schuld, sondern unsere Bereitschaft, mit einer beschränkten Sicht zufrieden zu sein.
Das Problem, dem wir beim Glauben begegnen, besteht in einer plausiblen Begründung des Satzes aus dem oben erwähnten ersten Zitat von Max Planck:
»… Religion und Naturwissenschaftschließen sich nicht aus …»
Was wir heute über Schöpfung und Evolution wissen, stimmt in keiner Art und Weise mit den wörtlich genommenen Formulierungen in der Bibel überein. Die Archäologie hat Knochenreste von Frühmenschen gefunden, welche Hunderttausende von Jahren alt sind, dabei kann doch Adam nach biblischer Berechnung erst etwa 4000 vor Christi Geburt geschaffen worden sein.
Irgendwer muss da etwas falsch verstehen, wenn sich Religion und Naturwissenschaft nicht ausschließen sollen.
Die Zeiten sind vorbei, in welchen man blind glauben konnte. Glauben heißt doch, mit innerer Überzeugung etwas für wahr halten. Also brauchen wir Erklärungen. Die bisherige Exegese (Bibelauslegung) schlägt diese Brücke nicht überzeugend. Wir brauchen mehr Informationen, neue Informationen, welche die Lücken schließen.
3.7 Hinweise zum verwendeten Quellenmaterial
Wer auf der Suche ist und nach Ganzheitlichkeit strebt, schaut sich nach allen Seiten um. So ging es uns Verfassern. Im Elternhaus, in der Schule, im Religionsunterricht bekamen wir, wie es uns schien, ein solides Wissens- und Glaubensfundament, doch blieben unzählige Fragen offen und wir waren, älter geworden, dafür sensibilisiert, mehr zu erfahren. Auch wenn wir noch weit davon entfernt waren und nach wie vor sind, bibelfest zu sein und vor allem auch das Alte Testament genauer zu kennen, erkannten wir, dass wir für ein ganzheitliches Bild noch andere Quellen brauchen.
Wir hörten uns Vorträge über spirituelle Themen an, schauten uns in den Grenzwissenschaften 26 um und erkannten, dass es Informationsquellen geben musste, welche wir nicht kannten. Wir bauten unsere Vorurteile, unsere Vorbehalte gegen uns Fremdes ab und befassten uns mit anderen Religionen, Philosophien und sonderbaren Phänomenen, welche man übersinnlich nannte. Keine der verfolgten Richtungen schien uns vertrauenswürdiger als unser Herkunftsglaube, doch öffneten sich Fenster in neue Sichtweisen. Und es entstanden unzählige Bestätigungen für unseren christlichen Glauben, aber auch Sichterweiterungen.
26 Mit Grenzwissenschaften bezeichnen wir hier im Sinne einer neutralen Bezeichnung alle Wissenschaften, welche sich ernsthaft mit den sogenannten «übernatürlichen, übersinnlichen» Phänomenen befassen. Dazu gehört vor allem auch die Parapsychologie.
Woraus hatten wir bis jetzt geschöpft? Es waren der klassische Schul- und Religionsunterricht, die Bibel und Erläuterungen daraus, vermittelt durch dafür, wie es schien, besonders geschulte Lehrer, Katecheten, Geistliche, Prediger usw.
Das Unbehagen dabei war, dass diese Erläuterungen, die Bibelexegese, uns stets menschlich ausgedacht begegneten, manchmal etwas einfach gestrickt und gelegentlich auch kontrovers. Sie konnten auch nicht alle existenziellen Fragen beantworten.
Es musste doch mehr geben, andere, wenn möglich «himmlische» Quellen, die zur Exegese und auch zur Wissenserweiterung beitragen könnten.
So stießen wir auf umfangreiche Schriftwerke, auf Zehntausende von Druckseiten, welche alle für sich beanspruchten, aus solchen nicht irdischen, aus mystischen Quellen, sogar von Gott bzw. Christus selbst, zu stammen. Sollten wir es wagen, uns in diesem mit unzähligen Vorbehalten behafteten Gebiet umzuschauen?
«Au, sei vorsichtig; Hände weg. Halte dich an den Glauben deiner Kirche …!» usw. riet man uns. Manche sahen uns bereits in den Fängen der Höllenmächte.
Wir wollten uns selbst eine Meinung bilden. Wenn sich dort eine nützliche Informationsquelle verbergen würde, dürften wir auf der Suche nach einem ganzheitlichen Weltbild nicht daran vorbeigehen. Und wir wurden fündig, doch standen wir sofort vor einem großen Problem! Wir mussten, um weiterzukommen, die geltende kirchliche Lehrmeinung:«Zwar war der Akt der Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen…»27zumindest sehr großzügig auslegen. Benedikt XVIräumte 2012 ein, dass über die Inspiration ein besseres Verständnis der in der Bibel enthaltenen Wahrheiten erreicht werden könne und Kardinal Gerhard Ludwig Müller28stimmt uns in seinem Lehrbuch über Katholische Dogmatik mit folgender Aussage verhalten optimistisch zu:«Die Kirche fühle sich nicht absolut gebunden an einmal übernommene dogmatische Ausdrücke und Formeln …»29
27 Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft an Kardinal William Levada, den Präsidenten der Päpstlichen Bibelkommission, L’Osservatore Romano vom 4. Mai 2012, Nummer 18.
28 Gerhard Ludwig Kardinal Müller ist Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche und seit 2. Juli 2012 Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. Er war von 2002 bis 2012 Bischof von Regensburg.
29 Müller, Gerhard Ludwig, Katholische Dogmatik, 2. Auflage der Sonderausgabe 2005, Seite 81, Herder Freiburg i.Br.
3.8 War die Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen?
Zum Begriff: Offenbarung meint die «Selbstmitteilung Gottes» 30.
30 Ebendort, Seiten 47ff
Das II. Vatikanum beantwortet die Frage klar mit Ja! Gerhard Ludwig Müller gibt im oben erwähnten Lehrbuch auf Seite 50 folgende Begründung aus DV 4 31:
31 DV 4: Vatikanum II: Dei Verbum, Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung vom 18. November1965
«Nachdem Gott viele Male und auf viele Weisen durch die Propheten gesprochen hatte, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns gesprochen im Sohn (Hebr 1,1–2). Er hat seinen Sohn, das ewige Wort, das Licht aller Menschen, gesandt, damit er unter den Menschen wohne und ihnen vom Innern Gottes Kunde bringe (vgl. Joh 1,1–18). Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, als ‘Mensch zu den Menschen‘ gesandt, redet die Worte Gottes (Joh 3,34) und vollendet das Heilswerk, dessen Durchführung der Vater ihm aufgetragen hat (vgl. Joh 5,36; 17,4). Wer ihn sieht, sieht auch den Vater (vgl. Joh 14, 9). Er ist es, der durch sein ganzes Dasein und seine ganze Erscheinung, durch Worte und Werke, durch Zeichen und Wunder, vor allem aber durch seinen Tod und seine herrliche Auferstehung von den Toten, schließlich durch die Sendung des Geistes der Wahrheit die Offenbarung erfüllt und abschließend und durch göttliches Zeugnis bekräftigt, dass Gott mit uns ist, um uns aus der Finsternis von Sünde und Tod zu befreien und zu ewigem Leben zu erwecken. Daher ist die christliche Heilsordnung, nämlich der neue und endgültige Bund, unüberholbar, und es ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten vor der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus in Herrlichkeit (vgl. 1 Tim 6,14 u. Tit 2,13).»
Eine tief gläubige, bibeltreue Dame hat es einfacher begründet mit folgender Aussage: «Lies zweimal ganz sorgfältig Offb 22,18 und 19 und du wirst erkennen, dass die Kirche mit ihrer Lehre recht hat»:
Offb 22,18 «Ich bezeuge jedem, der die prophetischen Worte dieses Buches 32 hört: Wer etwas hinzufügt, dem wird Gott die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.
32 Die Diskussionsteilnehmerin versteht unter dem genannten «Buch» die ganze Bibel. Wir, die Verfasser, dagegen ordnen diese Aussage der Geheimen Offenbarung (Offb) zu, wo sie auch steht, denn bekanntlich setzt sich die Bibel aus einer Vielzahl von Büchern zusammen. Damit entfällt die Begründung, dass damit alle Offenbarungen (Gottes Wort) abgeschlossen seien.
Offb 22,19 Und wer etwas wegnimmt von den prophetischen Worten dieses Buches, dem wird Gott seinen Anteil am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt wegnehmen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.»
Ähnlich denken auch die den fünf Solas der Reformatoren folgenden reformierten Theologen: Sola Fide (allein der Glaube), Sola Scriptura(allein die Schrift), Solus Christus (allein Christus), Sola Gratia (allein die Gnade), Soli Deo Gloria (allein Gott gehört die Ehre).
Es sei uns Verfassern verziehen und nicht als Hochmut angerechnet, wenn uns alle diese Begründungen und sorgfältigst erarbeiteten Lehren nicht überzeugen und wir uns als Wahrheitssuchende frei fühlen müssen, kritisch nachzufragen.Folgende Aussagen der Bibel motivieren uns dazu:
Joh 16,12 «Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Joh 16,13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.»
Danach hat uns Jesus weiteres Wissen versprochen und es ist von der Logik her höchst unwahrscheinlich, ja auszuschließen, dass dieses den Aposteln durch den Heiligen Geist, z. B. an Pfingsten, bereits gegeben worden war. Hätten sie es tragen können, wäre es Jesus doch ein Leichtes gewesen, ihnen dieses Mehr schon zu vermitteln.
Könnten uns kaum beachtete «mystische Quellen» weiterhelfen? Dazu wieder eine Ermutigung aus der Bibel:
Thess 5.21 «Prüfet alles und behaltet das Gute»
Dies ist eine klare Aufforderung, dabei logisch vorzugehen und nicht unkritisch einem blinden Glauben zu folgen, denn ohne Logik kann man nicht prüfen.
Theologisch unbefangen stellt sich uns damit die Frage, warum denn Gott den Menschen von Adam weg über Propheten und andere Gestalten der Bibel bis zur Zeit Jesu – und durch ihn sogar äußerst ausgeprägt – belehrt hat und nun solches mit dem Tod des letzten Apostels plötzlich aufgehört haben sollte? 2000 Jahre ohne Offenbarungen?
Mit dem Auseinanderdriften der überkommenen Bibelauslegung und den Erkenntnissen aus der Wissenschaft wären weitere Offenbarungen doch dringendst nötig. Die Menschen der Zeit Jesu hätten ja niemals erfassen können, was wir heute an Erklärungen brauchen. Zudem stellt sich uns als theologischen Laien die Frage, ob allenfalls auch die Wissenschaft hie und da ein Fenster oder eine Bestätigung für Gottes Offenbarungen sein könnte.
Eine weitere Frage kam hinzu: «Und wie steht es mit den Angehörigen anderer Religionen? Hat Gott sie nie unterrichtet …?» Allein schon die Logik würde uns die Annahme nahelegen, dass Gott auf irgendeine Weise alle Völker unterrichtet hat und dies vielleicht nach wie vor noch tut. In den Schöpfungsberichten können wir keine Hinweise finden, welche auf die Schaffung durch Gott mehr oder weniger geliebter Menschen hinweisen würde. Die Differenzierung zur unterschiedlichen Art der Hinwendung zu Gott muss sich darum im Verlauf der Weiterentwicklung der Menschheit ergeben haben.
Diese Sicht finden wir bei Jakob Lorber wie folgt bestätigt:
«Aber es besteht nun kein Volk irgend auf der ganzen Erde, das da ganz ohne alle Gesetze wäre. Denn Gott hat unter allen Völkern nach dem Bedürfnisse derselben weise Männer erweckt und berufen, und diese haben ihnen Gesetze gegeben und ihnen auch gesagt und gezeigt, daß es einen Gott gibt, der alles erschaffen hat und auch alles forterhält, leitet und regiert. … die Seele des Menschen nach dem Tode des Leibes in einer anderen Welt der Geister fortlebe und nach ihrem Tun gerichtet werde.»33
33 Lorber: GEJ 8.17.3
Weiter können wir auf diese anderen Religionen hier nicht eingehen.
Also, lasst es uns wagen, uns in den christlichen nachbiblischen Offenbarungen umzuschauen: «Prüfet alles, das Gute bewahret!»34
34 Thess 5,21
Praxistipp 2: Eigene Krisen?
Was im Buch als Krise, als Herausforderung, beschrieben ist, muss nicht überall so sein. Wenn wir etwas zur Verbesserung der Zuversicht unternehmen wollen, müssen wir dies auf die eigene Situation ausrichten.
Frage 1: Haben Sie das Gefühl, in einer Krise zu sein? Wenn ja in welcher und warum?
Frage 2: analog Ihre Familie?
Frage 3: analog Ihre Gemeinde, Pfarrei, Ihr Bekanntenkreis?
Es könnte für Sie hilfreich sein, Ihre Eindrücke im Arbeitsheft festzuhalten.
3.9 Mystik als Hilfe?
3.9.1 Begriffsdefinition
Der Ausdruck Mystik (von griechisch μυστικός mystikós ‚geheimnisvoll‘, zu myein ‚Mund oder Augen schließen‘) bezeichnet Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer göttlichen oder absoluten Wirklichkeit sowie die Bemühungen um eine solche Erfahrung. 35
35 https://de.wikipedia.org/wiki/Mystik
Diese Aussage aus Wikipedia wollen wir für unsere Zwecke vorläufig pragmatisch handhaben und Mystik verstehen als Verbindung zur geistigen Welt, über welche uns Erkenntnisse von dort über entsprechende, also mystische, Erfahrungen zufließen können. Dabei ist zu unterscheiden zwischen den eigentlichen Offenbarungen, in welchen uns Informationen von Gott selbst zufließen, in der Regel durch Propheten, und anderen, welche aus den unterschiedlichsten Entwicklungssphären stammen können.
Der Begriff «geistige Welt» geht davon aus, dass es neben dem Diesseits in der Materie auch ein immaterielles Jenseits gibt. Wie der Begriff genauer zu verstehen ist, wird uns im Verlauf der weiteren Ausführungen klarer, vor allem im Zusammenhang mit der Schöpfungsgeschichte (vgl. Kapitel 9.1ff). Für den Moment wollen wir darunter ganz einfach mal das «Jenseits» verstehen, worin dann alles, Himmel, Hölle, Fegefeuer usw., so es sie gibt, Platz haben sollen.
3.9.2 Mystische Erfahrungen
Erinnern wir uns an Johannes vom Kreuz im Kapitel 3.1. Was waren seine Quellen? Bibel und mystische Erfahrungen.
Was waren diese Quellen für eine heilige Hildegard von Bingen und für andere Seherinnen und Seher, Heilige und (noch) nicht Heilige? Die mystische Erfahrung, Visionen, Auditionen36 usw.! Auch die Bibel schöpft über weite Teile daraus. Man denke beispielsweise nur an die Propheten im Alten Testament oder die Ankündigung Jesu durch den Engel an Maria, die Lenkung der Weisen aus dem Morgenland oder der Heiligen Familie zur Flucht nach Ägypten und zurück.
36 das innere Hören von Worten und das damit verbundene Vernehmen von Botschaften einer höheren Macht (z. B. bei den Propheten)
Solche Quellen zu erwägen und zu erschließen macht nur Sinn, wenn wir bereit sind, unser materialistisches Weltbild zu einem Körper-Seele-Geist-Weltbild zu erweitern. Dies impliziert, wovon Religion ja auch ausgeht, dass das Leben nach dem physischen Tod weitergeht, dass es dazu ein «Jenseits», eine Seele-Geist-Ebene, braucht, welche kommunikativ erreichbar sein muss, da sonst auch Gebete wenig Sinn machen würden. Dieses «Jenseits» nennen wir hier, wie schon früher erwähnt, die geistige Welt.
Da die führenden Religionen zudem davon ausgehen, dass in diesem «Jenseits» uns unbekanntes Wissen existiert, müsste es doch auch möglich sein und geschehen, uns solches Wissen von dort geben zu lassen.
Dass dies funktioniert, ist hinlänglich bekannt, nicht nur im religiösen Bereich. So berichtete der Endokrinologe Dr. med. Jorge Daher Jr. auf dem Symposium zum Spirituellen Heilen vom 7.11.2013 in Bern:
Chico Xavier37, das wohl bekannteste brasilianische Medium des 20. Jh. mit nur 8 Jahren Schulbildung, habe Mitte des 20. Jh. schreibmedial grundlegende medizinische Kenntnisse empfangen so u. a. auch über Melatonin.
37 Chico Xavier (eigentlich: Francisco Cândido Xavier; * 2. April 1910 in Pedro Leopoldo, Minas Gerais; † 30. Juni 2002 in Uberaba, Minas Gerais) war ein brasilianisches Medium.
Dabei hätte es 1945, also zur Zeit Chico Xaviers, erst einen einzigen Fachartikel über Melatonin gegeben, 2013 gebe es deren 5212!
Nach J. Daher sei die Bedeutung von Melatonin im Zusammenhang mit dem Geistheilen erkannt worden. Es vermittle die vom Geist über die Seeleauf den Körper übergehenden Signale zum Heilen, von der Zirbeldrüse (Epiphyse) ausgehend an die betreffenden Körperorgane. Nach diesem Mechanismus sei nach Dr. med. Carlos Roberto de Souza Oliveira auch Hellsichtigkeit, Medialität und Geistheilen erklärbar.38
38 Symposium zum Geistigen Heilen vom 7.11.2013 am Inselspital in Bern
Abbildung 3: Über den Zusammenhang von Körper, Seele, Geist
De Souzo Oliveira geht davon aus, dass der Mensch aus Körper, Seele, Geist besteht, wie uns dies auch die Bibel in Thess 5,23 lehrt. Vgl. dazu Kapitel 9.1.
Nach seiner Erklärung steht unser Geist mit der geistigen Welt in Verbindung. Soll ein Heilungsvorgang eingeleitet oder unterstützt werden, überträgt der Geist des Menschen die betreffenden Reize (Informationen) auf seine Seele39und jene wirkt über die Zirbeldrüse auf den Körper ein. Von dort werde die Information über Botenstoffe (Hormone) in den Körper geleitet und von den Organen empfangen, welche darauf reagieren und den Heilungsprozess ablaufen lassen.
39 Die Seele erfüllt den ganzen Körper. Sie hat ihr Zentrum im Herzen und umschließt dort den Geist.
Die Mystikerin Teresa von Avila, 1515–1581, fordert in ihren Werken dazu auf, solches Wissen nicht einfach für sich zu behalten, sondern zu vermitteln:
«Einmal hatte mich der Herr länger als eine Stunde Wunderbares sehen lassen, so dass ich glaubte, er würde gar nicht mehr aufhören damit. Da sagte er mir: „Schau, Tochter, was die verlieren, die gegen mich sind; hör’ nicht auf, es ihnen zu sagen!»40
40 Zeugnisse mystischer Welterfahrung, Teresa von Avila, Olten 1979, Walter-Verlag, S 179
Diese Zusammenhänge könnten auch erklären, warum das Bewusstsein 41 nicht am Gehirn hängen muss, wie dies wiederholt festgestellt worden ist. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass dies schon den alten Ägyptern bekannt gewesen war. Auch Chico Xavier habe dies berichtet, und der amerikanische Neurochirurg Eben Alexander will dies, bestens dokumentiert, selbst erfahren haben: Das Bewusstsein hängt nicht am Gehirn.42
41 Nach www.dasgehirn.info existiert keine allgemeingültige Definition des Bewusstseins. «Wenn Sie aber diese Worte lesen, besteht an der Existenz Ihres Bewusstseins kein Zweifel.»
42 Dr. med. Eben Alexander. Blick in die Ewigkeit. Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen, erstmals erschienen 2012 in den USA, 12. Auflage Ansata Verlag, München, ISBN 978-3-7787-7477-9
Solche Erfahrungen findet man in überwältigender Anzahl in der Literatur bestens dokumentiert. Auch die Verfasser haben in ihrem Verwandten- und Freundeskreis Personen, welche über entsprechende Erfahrungen verfügen. Sie legen den Schluss nahe, dass es eine geistige Welt geben muss, mit welcher wir in Verbindung stehen. Warum nutzen wir diese Erfahrungen nicht bereitwilliger?
3.9.3 Was ist das Bewusstsein?
Wenn nun, wovon wir nach Eben Alexander jetzt ausgehen, das Bewusstsein nicht am Gehirn hängt, haben wir ein Definitions-, ein Verständnisproblem. Klassisch versteht der Mediziner unter dem Bewusstsein den Zustand, dass ein Mensch mit allen Sinnen seine Umgebung erkennt und der Psychologe die Fähigkeit, mit dem Verstand und den Sinnen die Umwelt zu erkennen und zu verarbeiten.
Eben Alexander lag im Koma. Bei total erloschener Gehirntätigkeit war er ohne Sinnesempfindungen. Zumindest hatte er solche nicht über die bekannten physischen Sinnesorgane. Trotzdem hatte er Wahrnehmungen, welche in sein Erinnerungsvermögen Eingang fanden und dort haften blieben.
Da dieses sogar bei Körperaustritten, über welche er berichtete, fortbestanden hatte, erklärt, warum die traditionelle Wissenschaft in der Darstellung des Bewusstseins bisher keine überzeugende Lösung gefunden hat. Sie anerkennt dieses Phänomen nicht. Offensichtlich braucht es die Erweiterung des Weltbildes um den seelisch-geistigen Bereich.
Von der Grenzwissenschaft ist das Phänomen des Körperaustritts bekannt. Es ist die für den Durchschnittsmenschen unsichtbare Seele, welche zusammen mit dem in ihr wohnenden Geist den Körper verlässt. Dabei kann ein weiterer Austritt passieren, wie uns einmal ein Medium ihre Körperaustrittserfahrungen geschildert hatte. Leider liegt dies einige Jahrzehnte zurück, sodass eine genauere Quellenangabe unterbleiben muss. Zur Schilderung nur so viel:
