4,99 €
Dem Sternenjungen Poulo ist schrecklich langweilig. Jede Nacht am Himmel zu leuchten ist nichts für den rebellischen Sternenjungen. Als er die die Möglichkeit bekommt, die Erde auf eigene Faust zu erkunden, kann er sein Glück kaum fassen. Doch, auf der Erde angekommen, erkennt er recht schnell, dass das Leben mit den Menschen auf der Erde alles andere als einfach für ihn ist. Als Poulo wieder in seine Sternengalaxien zurückkehrt, wird er schwer krank und muss erst viele gefährliche Abenteuer bestehen, um wieder auf die Erde reisen zu können. Rezension: Poulos Abenteuer zwischen Himmel und Erde. Spannend und feinsinnig. Kann ein Sternenjunge auf die Erde kommen um Menschen kennen zu lernen? Dies ist Poulos größte Sehnsucht. Er kann an nichts anderes mehr denken und es fällt ihm schwer, seiner Aufgabe des Leuchtens noch ausreichend nachzukommen. Wie groß ist deshalb seiner Freude, als er von seinem Lehrer die Genehmigung erhält, ausnahmsweise eine Reise auf den blauen Planet zu machen!- Zahlreiche Abenteuer folgen (...). Die Autorin erzählt sehr fantasievoll, kurzweilig, lustig und anregend. Der Leser rauscht von einer spannenden Episode zur nächsten (...). Auf einer tieferen Ebene berührt der Roman immer wieder große Fragen des Lebens. Nach Freundschaften zwischen verschiedenen Welten, Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen, dem Folgen der Intuition, dem Erfüllen der Lebensaufgabe. Ein wahrhaft sehr schönes Buch für Jugendliche und Erwachsene.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 243
Veröffentlichungsjahr: 2017
Sonja Beck
Ein Fantasy Roman
Für Valentin & Vincent
© 2017 Sonja Beck
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-7345-6628-8
e-Book:
978-3-7345-6630-1
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Poulo erwacht mit einem Knall. Ein Schmerz fährt ihm vom Steißbein den unteren Rücken hinauf. Das ist ja nicht zu fassen! Eine Wolke! Er ist auf eine Wolke gefallen!
„Zum Himmel, kannst du nicht weicher sein!“, entfährt es ihm.
„Hast du sie noch alle? Du kannst froh sein, dass ich gerade hier meine Runde gedreht habe!“, knurrt die Wolke.
„Wäre ich nicht da gewesen, als du auf mich gefallen wärst, dann wärst du noch um einiges härter auf die Erde oder weiß der Geier wo hingefallen.“
Der stechende Schmerz in seinem Rücken nimmt Poulo immer noch den Atem. Umständlich setzt er sich auf.
„Abgesehen davon: Wegen dir muss ich jetzt regnen, und dabei sieht unser Regenplan eigentlich etwas ganz anderes für mich vor!“, grunzt die Wolke vor sich hin.
„Regnen?“
„Hmmm, jawohl regnen! Weil der Herr Sternenjunge so viel Hitze abgibt, dass ich mich erwärme. Und wenn ich zu warm werde, hmm, dann muss ich eben regnen.“
„Danke, Herr Oberlehrer!“, erwidert Poulo und möchte fast noch ein „HMMM“ dahintersetzen.
„Sag mal Junge, hmmm, warum um Himmels willen stürzt du einfach vom Himmel, hmmm, das ist doch komplett wahnsinnig!“
„Ach“, die Augen des Jungen verdunkeln sich, „ich … ich bin wohl wieder eingeschlafen. Dieses Mal so tief, dass ich nicht gemerkt habe, dass ich falle. Erst bei diesem blöden Aufprall bin ich aufgewacht.“
„Eingeschlafen, hmmm?“
„Ja. Ich werde immer so müde, wenn ich abends am Himmel leuchten muss.“
„Hmmm?“ Die Wolke sah Poulo an, als ob dieser gerade seine Antwort gehustet hätte.
„Das ist so anstrengend und so langweilig auf einmal. Da gibt es so ‘nen Wettkampf am Himmel: Wer am hellsten leuchten kann und so ein Mist. Das ist so unendlich langweilig, das glaubst du nicht!“
Poulos Fuß kickt Luftfußbälle durch die Gegend.
„Hmmm, das tut mir leid, sich zu langweilen ist mit das Dümmste was es gibt. Rede doch mal mit deiner Lehrerin darüber … Hmmm, ich muss jetzt weiter, sonst haben die unten auf der Erde eine Überschwemmung …“
„Tschüss“, flüstert Poulo und starrt der Wolke hinterher. Er hätte sich gerne mit der Wolke über Langeweile unterhalten. Fragen hätte er sie mögen, ob sie sich niemals langweilte. Das hätte ihn endlich mal interessiert, ob er das einzige Wesen der Galaxie war, das sich immerzu langweilte. Aber so musste er sich wohl oder übel auf den Weg nach Hause machen. Leuchten würde er nicht mehr, dazu hat er jetzt erst recht keine Lust mehr. Am Himmel würden sie ihn schon nicht vermissen.
Poulo setzt sich am nächsten Morgen auf seinen Platz neben seiner Freundin Mirakla. „Au!“ Sein Hinterteil schmerzt immer noch vom gestrigen Aufprall. Als er nach einem lauten Stöhnen ansetzen will, von der gestrigen Nacht zu erzählen, stürmt seine Klassenlehrerin Emma-Lia das Zimmer.
„Ru-he!“
„Was is ´n mit der los?“, raunt Poulo Mirakla zu.
„Also … ich muss schon sagen“, schnaubt Emma-Lia, „ich bin fassungslos!“, und damit scheint sie nicht zu übertreiben. Ihre Augenlider zucken so sehr, dass Poulo sich wundert, dass sie es noch geschafft hat, den Weg ins Klassenzimmer zu finden, ohne dabei gegen eine Wand zu knallen.
„Ich war gerade bei Oberstudienrat Caesar“, fährt sie fort und setzt sich dabei schwer schnaufend hinter ihr Pult.
„Gestern bei den Kontrollen, haben fünf Sterne zu schwach geleuchtet, drei waren nicht an ihrem Platz sondern einen Meter weiter und einer …“, ihre Stimme erhebt sich zitternd, „der … der war gar nicht da!“
Für einen Moment hört das Augenlidzucken auf. Poulo spürt den Blick, der ihm wie ein Medizinball gegen den Bauch geworfen wurde.
„Ich muss doch nicht betonen, dass wir alsLeuchtsterneder Galaxie, also dass wir eine ganz klare Aufgabe haben, nämlich, zu leuchten, und das solltet ihr lernen, das ist das Allerallerwichtigste!“, schrillt ihre Stimme durch das Klassenzimmer.
Poulo hat schon längst seine Augen geschlossen und hört nur noch ein wildes Trommeln von ihren Fäusten auf dem Lehrerpult.
„Und ihr, wo ich immer dachte, ihr seid die beste Klasse, schneidet jetzt zum zweiten Mal am schlechtesten ab.“ Ein lautes Schluchzen. Schwere dunkle Haarsträhnen kämpfen sich aus dem Dutt der Lehrerin frei und fallen widerspenstig auf ihren weißen Nacken.
„Du, Poulo, musst nach der Stunde zu Direktor Caesar!“, setzt Emma-Lia so leise nach, dass Poulo denkt, er hat sich verhört, würden da nicht blitzartig alle Augenpaare der Schulkameraden auf ihn gerichtet sein.
Alles was Poulo jetzt noch wahrnimmt, sind die blitzenden, kleinen grauen Schlitzaugen in einem breitem roten Gesicht. Spätestens jetzt weiß er, dass ihm nur noch eins bleibt: die Wahrheit. Keine Ausreden, keine Ausflüchte, keine Lügen. Denn jede Lüge, die darauf wartet, die Wahrheit Poulos zu schützen, ist durchschaubar wie das Fenster in Caesars Zimmer.
„Es ist so langweilig. Und … anstrengend. Und das auch noch gleichzeitig!“
Die Worte, die bei der Wolke bereits Besänftigung hervorgerufen hatten, scheinen bei Caesar nicht einlenkend zu wirken.
„Wasist langweilig?“, hört Poulo Caesar schnauben.
„Das Leuchten, das Leuchten am Himmel.“
„Dass du nicht gerade der Hellste bist, das habe ich auch schon mitgekriegt.“ Caesar schüttelt den Kopf. „Aber langweilig?! Das wundert mich schon, immerhin ist es unsere Aufgabe zu leuchten – unser Galaxienleben lang. Wir SIND Leuchtsterne!“
Poulo kann sich nicht entscheiden, was mehr anschwillt bei diesen Worten, Caesars Brust oder seine sonore Stimme.
Caesar beginnt, wie bei einem Vortrag auf und ab zu gehen. „Das Leuchten ist sehr anstrengend, ich weiß. Aber unter uns, Poulo, ich möchte mal sagen, von allen Sterngruppen sind wir die, mit der schwierigsten und wichtigsten Aufgabe!“ Caesars ganzer Sternenkörper wiegt bei diesen Worten mächtig hin und her, nach einer bedeutsamen Pause legt er nach:
„Wir dürfen, wir müssen sogar für die Menschen leuchten! Früher – in grauer Vorzeit, da haben uns alle „Sternenwächter“ genannt! Ich möchte sagen, nicht ohne Grund, nicht ohne Grund! “
„Weshalb sind die Aufgaben von Transformationssternen oder Sternschnuppen weniger bedeutend als unsere?“, will Poulo wissen.
„Das liegt doch auf der Hand, Junge!“
„Aha, also ich weiß nicht …!“
„Ja das ist doch klar, wir sind einfach … unsere Aufgabe ist viel … ja, wichtiger!“
„Das einzige, was auf der Hand liegt ist, dass ich nicht dauernd an einer Stelle stehen und leuchten kann wie eine überdrehte Taschenlampe!“ Poulo klopft sich mit der rechten Hand auf die Stirn. „Und mal ganz davon abgesehen – ich möchte auch mal wie die Sternschnuppen durch die Galaxien stürmen und Sonne und Mond besuchen.“
Die zwei Augenschlitze Caesars verwandeln sich in staunende graublaue Christbaumkugeln, und seine Stirn wirft lange Falten.
„Wissen Sie, was das Allerverrückteste ist?“
„Äh, nein.“
„Wir lernen seit Jahren über die Menschen und die Erde, aber wir waren noch kein einziges Mal, noch niemals dort, haben noch nie mit ihnen ein Wort gewechselt. Und dann, zu guter Letzt, sollen wir ihnenLichtbringen. Ja zum Himmel, wie sollen wir das denn machen?“ Poulo fixiert Caesars Kugelaugen und wünscht sich langsam, er würde jetzt auch mal etwas sagen. Ihn beschleicht das Gefühl, dass er sich gerade um Kopf und Kragen redet. „Ich will die Menschen endlich mal sehen, mit ihnen reden, sie anfassen!“
Der Direktor setzt sich umständlich auf sein Pult, und einer der unordentlich übereinander gestapelten Türme von Büchern kracht zu Boden. Lose Papiere segeln hinterher. Caesar scheint das nicht zu bemerken. Er starrt geradeaus auf die Wand, die ein einziges Bücherregal darstellt. Nach einer Weile schnauft er tonlos:
„Du bist ganz anders. Ganz anders wie dich Emma-Lia beschrieben hat.“
„Hmm?“
„Was? Nun gut, Poulo“, brummt Caesar wieder nach einer wortlosen Weile, die Poulo länger erscheint, als vier Stunden am Himmel zu leuchten. „Nun gut, du sollst zu den Menschen. Du wirst sehen, dass das nicht so leicht ist, wie du dir das vielleicht vorstellst.“ Caesar stiert immer noch durch die Bücherwand hindurch.
„Warum?“
„Tja das … ist ein Rätsel für uns … nach wie vor.“
„Ich darf runter …?“
„Ja, du sollst es selbst sehen. Vielleicht kannst du es dann kaum mehr erwarten, am Himmel zu leuchten. Oder auch nicht …“, flüstert er mehr zu den Büchern als zu Poulo.
Der Junge starrt Caesar an.
„Und was das Reiten auf den Sternschnuppen angeht – da musst du dir eben mal eine Sternschnuppe suchen, die dir das beibringen möchte. Wenn du wieder zurück bist.“
Träumte er gerade, oder hatte Caesar das gerade tatsächlich gesagt? Der als Unhold geltende Caesar. Der cholerische Schreihals hat ihm gerade einen Freibrief zur Erde samt Ritt auf Sternschnuppen gegeben.
„Ähm, wann … wann darf ich runter? Ich meine runter zur Erde?“, erkundigt sich Poulo. Er versteht kein Wort von dem, was Caesar jetzt noch von sich gibt, aber irgendetwas in ihm sagte ihm, dass er reagieren sollte.
„Ab morgen,“ murmelt Caesar.
„Mor-gen?“ Poulo schluckt.
„Ja, ich werde mit deiner Lehrerin reden. Heute noch.“
„Was? Du musst nicht leuchten?“
„Das ist ja krass!“
„Ich werde dich vermissen!“
„Auf die Erde, wie cool ist das denn?“
„Aber bist du sicher, dass du auf die Erde willst?“
Er flüchtet schnell in seine Höhle, weniger, um seinen Freunden zu entgehen, als seiner eigenen Angst. Er durchwühlt seine Garderobe: Tunikas, Gürtel, Taschenlampe. „So was Blödes!“, murmelt er vor sich hin. „Woher soll ich wissen, was ich mitnehmen soll?“
Er hört das Tappen seiner Schulkameraden. Meine Güte, sie laufen ihm hinterher wie Mama Gans. Poulo grinst.
„Hör mal, wenn dir in der Schule langweilig ist, können wir doch Käsekästchen im Unterricht spielen.“
„Ja, oder Lichtpost beim Leuchten …“
„Oder Sternschnuppen ärgern …“
„Hast du es dann Poulo?“, hallt es donnernd aus dem dunklen Flur. Das kann nur Caesar sein. Poulo atmet auf, endlich ist es so weit. Es gibt kein Zurück mehr, wie weich seine Angst ihm die Knie auch durchschütteln mögen.
„Und von euch will ich so was nicht mehr hören“, rügt Caesar Poulos Klassenkameraden. Sie lassen ihre Sternstrahlen hängen und machen, dass sie wegkommen.
Caesar marschiert vorneweg in eine goldgelbe Halle. Der Sternenjunge trottet hinterher, seine Augen hängen an den bunten Mosaikplatten, die tausendfach von allen Fenstern und Wänden in den verschiedensten geometrischen Formen an den Fenstern glitzern. Er betritt zum ersten Mal die Halle, da den jungen Sternen der Zutritt hier eigentlich untersagt ist. Ab und an zischt ein Lichtstrahl – mal weiter mal enger an ihren Köpfen vorbei, um hinter ihnen auf den großen viereckigen Kristallplätzen zu landen.
Sie bleiben an einen Landeplatz am Ende der Halle stehen, wo die jungen Sternschnuppen ihre Plätze belegen.
„Nehmen wir eine junge Sternschnuppe?“, fragt Poulo heiser. Er erinnert sich dunkel, als es im Unterricht hieß, dass junge Sternschnuppen besonders schwierig zu reiten galten, und er hofft inständig, dass Caesar wieder zu den alten, gutmütigeren Sternschnuppen umkehren würde.
„Ja, Junge, mir geben sie keine alte Sternschnuppe, je besser man ist, desto jünger werden die Sternschnuppen.“
„Könnten wir nicht sagen, dass ich ja auch dabei bin?“
„Ne, ne. Es geht immer um den Lenker, und das bin ich“, erklärt Caesar.
Poulo seufzt.
Der Direktor bleibt vor einer wunderschönen Sternschnuppe mit einem prächtig schimmernden Schweif stehen. Auf dem Schild über ihr steht in türkisen, leicht übertrieben geschwungenen BuchstabenMella.
Caesar begrüßt die Sternschnuppe, indem er seinen rechten Arm über seinen Oberkörper kreuzt und sich verneigt. Poulo fühlt eine leichte Übelkeit in sich aufsteigen, als er in ihre feurigen, dunklen Augen sieht.
„Stell dich vor mich“, hört Poulo Caesar undeutlich.
Die Luft ist so dicht hier, dass sie seine Laute schluckt. Caesar greift Poulo kurzerhand um die Hüften und setzt ihn hoch auf Mellas Rücken. Dem Jungen stockt der Atem. Mellas Körper rumort, als sie sich anschickt, auf die Startbahn zu hopsen und merklich schneller wird.
Ihre endgültige Geschwindigkeit erreicht sie, als ihr Planet Betta bereits hinter ihnen liegt. Eiskalt sticht der Gegenwind auf Poulos Körper ein, da helfen auch Mellas warme Strahlen nur wenig. Irgendwann vergisst er, dass er friert. Eine Zeitlosigkeit umgibt ihm, die es ihm schwer macht, zu schätzen, wie lang die Fahrt auf Mella gedauert hat, als Caesar plötzlich ruft:
„Wir sind da!“ Er klopft sich auf den Schenkel. „Wir sind da! Wir sind daaaa!“, wiederholt er immer wieder.
Poulo wundert sich selbst darüber, dass er nicht erfroren ist, die Kälte hat recht schnell aufgehört, ihn zu stören, ohne dass er weiß, wie das geschehen konnte.
Mella stoppt abrupt, und die beiden Sternenmenschen schleudern von ihrem Rücken.
„Das ist ja das Allerhinterletzte, Mella. Bringt man euch nicht bei, wie man landet?“, schimpft Caesar. Er fasst neben sich in etwas, das sich wie nasse Wolle anfühlt. Automatisch ziehen seine Hände daran, er kann es abzupfen, es ist grün und duftet herrlich.
Abgesehen von dieser grünen Wolle, könnte der Empfang auf der Erde schöner sein. Eine graublaue Dunkelheit umhüllt die drei Eindringlinge. Schemenhaft rücken zwei alte Bauernhäuser sowie vereinzelt breite Bäume ins Blickfeld.
„So, hier wirst du übernachten. Am besten da, wo die Tiere schlafen, im Stall.“ Caesar deutet Poulo mit ausgestrecktem Arm den Weg. „Aber pass auf, gehe nicht zu den Menschen, sondernsiehsie dir nur an! Sie haben Angst vor uns. Also versteck dich“, sagt Caesar und klopft Poulo dabei auf die Schulter.
„Sei vorsichtig, gib auf dich acht, versprich mir das“, fügt er besorgt hinzu. „Wenn es zu dolle wird, blinke mir, dann komme ich dich holen. Hier ist ein Strahlenband.“ Er befestigt ein dünnes goldenes Band um Poulos Handgelenk.
„Wie soll das denn funktionieren?“, brummt Poulo.
„Du fasst kräftig mit der anderen Hand auf dieses Band, denkst an mich und bittest mich, zu kommen. Ich werde dann sofort Bescheid wissen. Genieße die Zeit!“ Caesar streicht Poulo einmal über die Schulter – und weg ist er – samt Mella. Aus den Augenwinkeln sieht Poulo nur noch einen dünnen, hellen Strahl am Himmel.
Am nächsten Morgen weckt Poulo das Schnauben der Kühe. Er lächelt. Sie sehen in Wirklichkeit noch lustiger aus, als er sie aus seinen Schulbüchern kennt. Diese großen, feuchten, rosa Schnauzen und die dunklen Kulleraugen mit den langen Wimpern haben es ihm besonders angetan. Schnell hangelt er sich vom Heuboden zu den Kühen herunter. Die Kühe lassen ihn nicht aus den Augen, während er sich ihnen nähert. Das braune Fell ist weich und warm, und Poulo lässt es immer und immer wieder durch seine Finger gleiten.
„Ja so was! Wos is ´n des?“
Poulo dreht sich nach der hellen, fast kreischigen Stimme um und erblickt einen breiten Mann in Jeans und Karohemd.
„Ja bin i jetzt deppert, oder wos?“, sagt der Mann mit der Frauenstimme und reibt sich die Augen. „Des gibt’s doch ned – an Bub der leuchtet …“ Die Gestalt streckt die Hand nach Poulo aus.
Unglaublich! Dass er so schnell einen Menschen hautnah erleben darf! Eilig kramt er sein Wissen aus dem UnterrichtsfachDer Menschheraus:
„Guten Tag, gnädiger, äh gnädige …“, ja was sollte er jetzt sagen? Mann oder Frau? Poulo entscheidet sich verwirrt für „… gnädiger Mensch.“
„Ja mei, um Gottes willen, jetzt red der a no, des derf doch ned woar sei, hob i gestern z´fui drunga?“
Poulo sah in zwei weit aufgerissene Augen.
„Luis, Anton – kimmts amol, Hiiilfeeee …“
Der Sternenjunge fängt zu zittern an. So haben sie das in der Schule nicht gelernt. Das Gekreische klingt wie Kreide auf einer Schultafel und tut schrecklich in seinen Ohren weh. Aber es kommt noch schlimmer. Der Mensch greift zur Heugabel und streckt die fünf Zinken in Richtung Poulo. Poulo überlegt nicht mehr lange, sondern rennt nach draußen, so schnell ihn seine Beine tragen, stolpert er durch den Bauer und seinen Sohn hindurch.
„Mei, jetzt kann ma sogar durch den Bua durchlaffa!“, hört er noch den Menschen mit der hohen Stimme ganz außer sich rufen.
„Hoit, bleib stehen!“, dringen von Weitem noch die Wortfetzen des Vaters in sein Ohr.
Aber das würde er ganz gewiss nicht. Aufhören zu laufen, auch wenn er keine Puste mehr hat und seine Beine schmerzen. Erst als er auf einen riesigen Kastanienbaum inmitten eines freien Feldes trifft, sieht er sich um. Zum Glück: Es scheint ihm keiner gefolgt zu sein! Er japst nach Luft und kriecht auf einen breiten kräftigen Ast.
So hat er sich seinen Besuch auf der Erde nun wirklich nicht vorgestellt. Er zittert immer noch bis in die Sternspitzen. Seine Lippen schmecken salzig vom Schweiß. Weg! Bloß weg hier! Er will wieder nach Hause. In sein Bett. Von ihm aus am Himmel leuchten, tagein tagaus. Alles, nur nicht diese verrückten Menschen. Die sollen auf der Erde schmoren, das war ihm doch egal. Die haben doch nicht alle beieinander. Und er würde nie, niemals einem Menschen helfen oder Träume bringen oder so was. Das konnten die alle vergessen.
Poulo berührt fast das Armband, das ihm Caesar mitgegeben hat, da bemerkt er schon wieder einen Erdenmenschen in der Ferne. Das schlimmste daran war, dass er direkt auf seinen Baum zuzukommen scheint. Zusammengekauert wie ein Affe sitzt er bewegungslos auf dem Ast.
„Bitte nicht, bitte nicht“, murmelt Poulo. So sehr er sich auf der Galaxie Betta gewünscht hat, mit Menschen Kontakt zu haben, so sehr fürchtet er sich jetzt davor. Er versucht, all seine Muskeln anzuspannen, um sich noch kleiner zu machen. Poulo kneift seine Augen zu.
„Geh vorbei, bitte!“
Doch gnadenlos hört er das Geräusch von Schuhen in dieser nassen Wolle schleifen. Dieses Schleifen kommt immer näher. Dann Stille. So, jetzt würde er oder sie oder es gleich anfangen, zu schreien, ihn herunterzerren vom Baum oder weglaufen und Verstärkung holen.
„Hallo, wer bist du denn?“, flüstert eine dunkle, sanfte Stimme.
Poulo öffnet langsam seine Augen, um das Unheil nicht so schnell in voller Größe erblicken zu müssen. Mit halb geöffneten Augen starrt er sein Gegenüber an. Ein Junge. Blonde Locken. Ein seltsames Ding auf der Nase, was Glaskreise vor beide Augen hält. Und die Augen? Der Sternenjunge kann sich nicht erinnern, jemals so eindrucksvolle tiefblaue Augen gesehen zu haben.
„Was hast du?“, will der Junge besorgt wissen, „du zitterst ja!“
Poulo rinnen Tränen über die Wangen.
„Du musst nicht weinen. Woher kommst du?“
Der Sternenjunge hüllt sich in Schweigen und blickt zu Boden, er will seine Tränen dem blonden Jungen verheimlichen.
„Bist du weggelaufen?“
Bei dieser Frage muss Poulo fast unter den ganzen Tränen grinsen. Viel Ahnung scheinen die Menschen nicht von Sternenmenschen zu haben.
Der Junge, den er auf sein eigenes Alter schätzte, atmet auf. „Magst du was essen, hast du Hunger?“
„Ja“, presst Poulo mit belegter Stimme raus.
Der Junge sieht ihn mit großen Augen an, als ob er nicht erwartet hätte, eine Antwort zu bekommen.
„Nein, bitte nicht schreien! Ist alles gut. Ich bin ein Sternenjunge. Ich kann reden, und ich tu keiner Sternschnuppe was zuleide“, flüstert Poulo aufgebracht, aber so leise wie er kann, um dem Menschenjungen keine Angst einzujagen.
„Aha, und was machst du hier?“
„Ja, ich erzähle dir alles“, sagt der Sternenjunge,
„aber ich habe tatsächlich schrecklichen Hunger …“
„Komm mit zu mir, wir werden schon was für dich finden. Ich heiße übrigens Adrian.“ Er streicht seine Locken aus dem Gesicht und streckt Poulo die vom Matsch dreckige Hand hin.
Poulo gibt ihm zögerlich seine Hand. Er weiß um das menschliche Grußzeichen, auch wenn dies bei den Sternenmenschen nicht üblich ist.
„Ich heiße Poulo“, erwidert er, während er von den knorrigen, breiten Ästen klettert. Jetzt erst nimmt er den warmen, holzigen Geruch des Baumes und des Laubes wahr. Poulo atmet tief diesen erdigen Duft ein.
„Hier ist Brot, Nutella, Wurst, Käse, Oliven, Tomaten, Kekse, Karotten, Nudeln …“ Adrian setzt alles vor dem Sternenjungen auf dem Holztisch in der Küche ab. „Ich meine, was esst ihr eigentlich?“ Adrian bemerkt Poulos leicht angewidertes Gesicht, als dieser in die Salamisemmel beißt.
„Jedenfalls nicht so ein krass ekliges Zeug, bäh. Eigentlich ernähren wir uns von Zyklonennahrung, aber selbst davon essen wir nicht viel. Bei uns ist die Luft sehr nahrhaft. Weitaus mehr als bei euch.“
Der Sternenjunge spitzt schon seine Lippen, um die Salami auszuspucken, als ihm gerade noch rechtzeitig einfällt, dass dies ein recht unhöfliches Benehmen wäre, wenn man zu Besuch ist. Er schluckt sie widerwillig runter. Und rülpst.
„Cool, was ist das denn?“, fragt Adrian.
„Zy-klo-nen-mix“, betont Poulo Silbe für Silbe, bevor er seine Finger in den Käse steckt und umrührt.
„Okay, ich verstehe, vielleicht magst du ja eher Gras oder Heu essen, wie Kühe?“ Adrian zieht Poulos Finger, der weiterhin mit dem Käse rumspielt, vorsichtig nach oben und deutet mit seiner anderen Hand in Richtung Garten.
„Was ist das denn für eine Idee, sehe ich aus wie eine Kuh?“ Poulo schlägt mit der Faust, an der noch Käsekrümel kleben, auf den Holztisch, und die ganzen Käsekrümel seiner Hand verteilen sich auf den Tisch und den Boden. „Außerdem, was ist denn eigentlich Gras oder Heu?“
„Oh, vergiss es einfach!“ Adrian dreht sich zum Herd. Wie dumm von ihm. Das hätte er sich doch denken können, dass Poulo kein Gras essen würde wie Kühe.
Poulos Nase schnuppert wie ein Tier nach möglicher Nahrung. Sein Kopf verschwindet im Kühlschrank. Adrian hört nur nochAhsoderWähsvom Sternenjungen. Er zieht es vor, nichts mehr zu sagen und lässt Poulo nun alleine sein Ding machen. So unauffällig wie möglich, bereitet er sich sein Lieblingsessen zu. Soll doch der Sternenjunge alleine sehen, was er essen mochte. Dann war er jedenfalls nicht schuld, wenn das Essen nicht schmeckte. Hmm. Kaiserschmarrn mit viel Vanille sowie Rosinen-Sahneberge und Eis. Hmm. Das hatte seine Mutter immer gemacht, wenn sie Adrian beruhigen oder trösten wollte.
Um den Sternenjungen ja nicht aus seinen Schnüffelorgien herauszureißen und eventuell wieder zu verärgern, drückt er die Eier mit dem Daumen ein, anstatt sie aufzuschlagen. Den Teig rührt er leise mit dem Handbesen, um nicht die elektrische Maschine verwenden zu müssen. Beide waren so vertieft, dass Adrian fast erschrickt, als Poulo unvermittelt sagt:
„Hm, das riecht jetzt aber mal gut. Was ist das Adrian?“
„Der Kaiserschmarrn, den ich mir gemacht habe, ist fertig.“ Und dann setzt er leise hinzu: „Magst du auch probieren?“
„Ja, ich versuche es mal“, antwortet Poulo. Seine Stimme klingt wieder ein paar Töne fröhlicher. Dann hört Adrian lange Zeit außer einem Geschmatze gar nichts mehr. Adrian atmet tief ein und holt sich Nachschub.
„Oh, mir ist so schlecht. Adrian, ich glaube, ich muss …“
Beide Jungen liegen nach dem opulenten Mahl auf der Wiese. Adrian tippt unruhig mit seine Fingern auf seinem Bauch, während Poulo hinter den dicken Eichenstamm verschwindet. Adrian erkennt Würgegeräusche und schluckt selbst mehrmals kräftig.
„Aah, mir geht’s auch nicht viel besser“, stammelt er.
„Weißt du, wir mussten so viel über euch in der Schule lernen, aber das Wichtigste haben die uns nicht beigebracht“, flüsterte Poulo mit rauer Kehle, als er sich wieder neben Adrian setzt.
„Hm?“ Adrian sieht ihn fragend an.
„Dass beispielsweise Menschen schreiend vor einem davonlaufen, wenn sie einen sehen. Und wenn manHallosagt, rammen sie einem die Mistgabel in den Bauch. Und das Essen, ja, das ist ja auch eher suspekt, was man da alles unter die Nase geschoben kriegt. Entweder es schmeckt gleich zum Würgen, oder es schmeckt köstlich, aber man muss sich später übergeben.“
Adrian kann sich das Lachen nicht verkneifen, obwohl ihm immer noch übel ist. „Du, wir haben einfach nur zu viel gegessen, deswegen ist uns so schlecht. An sich ist unser Essen extrem gut“, murmelt er.
„Hmm. Ja ja, und deswegen ist jetzt dein Gesicht grün wie die Wolle, auf der wir liegen. Oder?“
Adrian muss wieder glucksen und haut seitlich mit seiner Hand gegen Poulos Brust.
„Gras.“
„Was?“
„Der Boden, auf dem wir liegen. Gras. Grün wie mein Gesicht.“
„Ach so.“
„Aber sag mal, wie bist du hier bei uns gelandet?“, fragt Adrian und fängt an, Grasbüschel neben sich auszureißen und über seinen Bauch rieseln zu lassen.
Als ob Poulo nur auf die Frage gewartet hatte, fängt er an zu erzählen. Über den Himmel, die Sterne, Caesar, seine Mitschüler und den Sternschnuppen. Er hört nicht mehr auf zu reden, bis die beiden Jungen eingehüllt in einer silberschimmernden Dunkelheit liegen.
„Das … das gibt es doch nicht“, war alles, was Adrian nach den stundenlangen Erzählungen Poulos flüstert. Ein echter Sternenjunge! Er hat nicht einmal gewusst, dass so etwas überhaupt existiert, und jetzt liegt so jemand neben ihm. Zum Anfassen. Fast wie ein Außerirdischer, nur viel hübscher, und eigentlich den Menschen gar nicht so unähnlich. Ob das stimmt? Ob Poulo ihm nicht gerade einen großen Bären aufbindet?
„Aber weißt du, was seltsam ist, Poulo?“
Poulo dreht seinen Kopf zu Adrian.
„Je näher ich bei dir bin, desto mehr siehst du aus wie ein ganz normaler Junge. Wenn du weiter weg bist, sieht man dich als Stern. Und jetzt hast du nur einen goldenen Schimmer über und über“, murmelt Adrian und versucht diesen goldenen Schimmer mit seinen Händen zu berühren.
Poulo japst. „Das kitzelt, wenn du mich so anfasst bei meinen Sternstrahlen.“
„Aber das bist doch gar nicht du, ist doch nicht mal dein Körper, nur dein Glanz!“
„Ja, aber trotzdem spüre ich das! Hör auf!“Poulo japst und beide kitzeln sich gegenseitig, bis sie sich kugeln vor Lachen.
„A-d-r-i-a-n!“, hören sie plötzlich eine weibliche Stimme.
„Oh, Poulo, das ist meine Oma!“
„Komm rein, Abendessen! Wo bist du denn ?“, ruft die Stimme ein wenig zitternd.
„Ich muss gehen, Poulo. Ich komme nach dem Abendessen wieder!“
Adrian rennt, was seine Beine hergeben. Seine Oma darf Poulo keinenfalls entdecken! Nicht auszudenken, was dann hier los wäre!
Die dunkelblauen Birken rascheln mit ihren wogenden Armen und erinnern Adrian an außerirdische Wesen. Wahrscheinlich sind das auch Bäume vom anderen Stern, die sich gerade mal auf die Erde gebeamt haben, überlegt Adrian. Mit einem Mal schien alles möglich zu sein.
„He warte!“, ruft Poulo noch im Gras liegend Adrian hinterher. Adrian dreht sich nicht um, anscheinend hört er ihn nicht.
„So was, ich habe schon wieder Hunger, aber wahrscheinlich gibt es wieder so etwas Ekliges zum Essen“, brummt der Sternenjunge vor sich hin. „Aber was soll`s, ich will das selbst sehen, ich bin ja schließlich auf Menschenexkursion!“
Die seltsamen Essensgewohnheiten unserer Erdenmenschenoder besserVorsicht Giftfraß!,so oder so ähnlich würde er den Vortrag über das Essen bei den Erdenmenschen nennen, den sich Poulo zurechtlegt, als er zu Adrians Haus trabt. An seinen Lippen würden sie kleben! Alle! Auch Frau Emma-Lia und Caesar und – einfach alle! Er würde bestimmt gleich zum besten Lehrer aller Zeiten auf der Galaxie Betta ernannt werden. Am Himmel leuchten die Sterne um die Wette, und Poulo winkt ihnen übermütig zu.
Ausgerechnet heute dauerte es eine Ewigkeit, bis Adrians Oma Ella und seine Tante Irmel endlich mit dem Essen anfangen. Das Telefon klingelt, Nachbarn kommen unangemeldet vorbei, es war zum Schreien. Adrian lässt sich aber nichts anmerken.
„Was ist los, Adrian, du bist so ruhig, hast du etwas?“, fragt die Oma besorgt, als sie endlich die Zwiebelsuppe in Adrians Teller schöpft.
„Ja wisst ihr, ich bin schrecklich müde.“ Adrian hasst Lügen, noch dazu, wenn sie seiner Oma und seiner Großtante galten. Manchmal bleibt einem einfach nichts anderes übrig. Adrian stöhnt auf.
„Du wirst doch ned krank werden, Bub“, sagt Tante Irmel, als ein heller Schein durchs Fenster sticht.
Adrian hört auf zu atmen, das kann nur eine Person sein! Seine Oma und seine Großtante haben das grelle Licht glücklicherweise nicht bemerkt. Da! Es blitzt schon wieder durch das Fenster! Dieses Mal viel heller und länger als zuvor.
„Verdammt noch mal!“, entfährt es ihm. Er blickt mit zusammengekniffenen Augen zum Fenster. Sein Blick trifft die schelmisch lächelnden Augen von Poulo.
„Oh meine Güte, da isch ja ein Kindle am Fenster.“ Oma Ella erhebt sich. Mit beiden Armen stützt sie sich kräftig vom Tisch ab und humpelt zum Fenster.
„Was d‘ ned sagsch.“ Auch Irmels Blick wandert zu Poulo, der weiterhin durch das Fenster grient.
Adrian lässt Messer und Gabel fallen und hastet zur Tür.
„Ich mach schon, bleibt ihr ruhig beim Essen!“, ruft er mit hoher Stimme, obwohl er versucht, ruhig zu wirken. Er reißt die Tür auf und zerrt Poulo vom Fenster weg. „Bist du bekloppt, oder was? Verschwinde! Du darfst hier nicht einfach aufkreuzen! Ich hole dich heute Nacht von unserem Baum ab!“
Adrian schubst Poulo in Richtung Garten und zischt: „Schnell, Schnell!“
Murrend trabt der Sternenjunge davon, gerade noch rechtzeitig, bevor Adrian Tante Irmel neben sich entdeckt.
„Was wollte denn der Bub, Adrian, warum hasch denn den Jungen ned zu uns eingeladen, so ein Armer, um die Uhrzeit nicht zu Hause.“ Irmel verschließt sorgfältig die Tür. „Aber der muss ja eine Riesenlaterne dabei gehabt haben, der leuchtet ja narrisch!“, setzt sie hinterher.
