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Eine mystische Geschichte zwischen zwei Welten
Eine Geschichte über den historisch überlieferten Ritus des Vogelmannes auf der Osterinsel: Zunächst freut sich Inja, dass ihr Partner Keshi auserwählt wurde, der nächste Vogelmann auf Rapa Nui zu werden. Doch als sie von einer Verschwörung erfährt, muss sie um Keshi bangen …
Über booksnacks
Kennst du das auch? Die Straßenbahn kommt mal wieder nicht, du stehst gerade an oder sitzt im Wartezimmer und langweilst dich? Wie toll wäre es, da etwas Kurzweiliges lesen zu können. booksnacks liefert dir die Lösung: Knackige Kurzgeschichten für unterwegs und zuhause!
booksnacks – Jede Woche eine neue Story!
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Seitenzahl: 44
Veröffentlichungsjahr: 2021
Liebe Leserin, lieber Leser,
wie schön, dass du dich für diesen booksnack entschieden hast! Wir möchten dich auch gar nicht lange aufhalten, denn sicher hibbelst du der folgenden Kurzgeschichte schon voller Freude entgegen.
Vorab möchten wir aber ganz kurz die wichtigsten Merkmale einer Kurzgeschichte in Erinnerung rufen:
Der Name ist Programm: Alle Kurzgeschichten haben ein gemeinsames Hauptmerkmal. Sie sind kurz.Kurz und knapp sind auch die Handlung und die erzählte Zeit (Zeitsprünge sind eher selten).Ganz nach dem Motto »Einleitungen werden total überbewertet« fallen Kurzgeschichten meist sofort mit der Tür ins Haus.Das zweite Motto lautet »Wer braucht schon ein Happy End?« Also bereite dich auf einen offenen Schluss und/oder eine Pointe am Ende der Geschichte vor. Das Geheimnis dahinter: Kurzgeschichten sollen dich zum Nachdenken anregen.Versuch deine Neugier zu zügeln, denn auch für die Beschreibung der Charaktere und Handlungsorte gilt »in der Kürze liegt die Würze«.Die Aussage des Textes ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Hier bist DU gefragt, um zwischen den Zeilen zu lesen und deine persönliche Botschaft aus der Geschichte zu ziehen.Jetzt bist du gewappnet für unseren literarischen Snack. Und findest du nicht auch, dass man diesen gleich noch mehr genießen kann, wenn man weiß was drin ist?
Viel Spaß beim Booksnacken wünscht dir
Dein booksnack-Team
Eine Geschichte über den historisch überlieferten Ritus des Vogelmannes auf der Osterinsel: Zunächst freut sich Inja, dass ihr Partner Keshi auserwählt wurde, der nächste Vogelmann auf Rapa Nui zu werden. Doch als sie von einer Verschwörung erfährt, muss sie um Keshi bangen …
Erstausgabe Mai 2021
Copyright © 2021 booksnacks, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH Made in Stuttgart with ♥ Alle Rechte vorbehalten
E-Book-ISBN: 978-3-96817-639-0
Covergestaltung: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH unter Verwendung einer Abbildung von: shutterstock.com: © Sergey Uryadnikov Korrektorat: Daniela Pusch
Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.
Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.
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Inja sah sich erstaunt um. Es schien so, als hätten sich heute sämtliche Bewohner der Insel an den steilen Klippen versammelt. Endlich war der große Tag gekommen, an dem die Seeschwalben angefangen hatten zu brüten. Inja suchte gespannt mit ihren Augen den Fuß der Klippen ab. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis die Männer losschwammen.
Dieses Jahr hatten die Priester Keshi auserwählt. Er war seit zwei Jahren mit Inja verlobt, doch die beiden mussten es geheim halten, da Injas Eltern nicht mit der Beziehung einverstanden waren. Ihre Familie gehörte dem hiesigen Adel an, während Keshi und seine Mutter nur zum einfachen Fußvolk zählten. Den beiden Kindern hatte das nie etwas ausgemacht. Sie fühlten sich vom ersten Tag an zueinander hingezogen und niemand hatte es bis heute geschafft, sie zu trennen. Inja war inzwischen fünfzehn und Keshi nur ein halbes Jahr älter als sie. Sie wollten heiraten, doch es hatte lange Zeit nicht so ausgesehen, als würde sich ihr Glück erfüllen. Aber dann kam die überraschende Nachricht:
Die Götter hatten sich für Keshi entschieden! Er sollte der nächste Vogelmann werden. Es war das erste Mal, das wusste sie aus der Überlieferung, dass ein Nichtadliger für diese Aufgabe vorgesehen war. Die Wahl rief die verschiedensten Stimmungen bei der Bevölkerung wach. Ein Großteil der Adligen war empört. Sie sahen ihren Stand gefährdet. Für die Bürgerlichen jedoch war es ein Triumph. Endlich waren sie von den Göttern anerkannt worden. Man hatte ihre Gebete erhört und die Zeit der Unterdrückung würde vielleicht bald ein Ende haben. Zu lange gab es nun auf Rapa Nui schon dieses ungerechte Ständetum. Injas Eltern gehörten mit zu den wenigen Adligen, die die Bekanntmachung der Priester billigten. Keshi zählte zwar deswegen nicht zur Oberschicht, aber dass die Götter selbst sich für ihn entschieden hatten, steigerte sein Ansehen beträchtlich. Der Weg für eine Hochzeit war damit geebnet. Im Stillen dachte Inja manchmal darüber nach, ob ihre Eltern vielleicht nur deshalb eingewilligt hatten, weil sie eine lange Zeit von Keshi getrennt leben musste. Nach seiner Krönung würde man ihn für ein Jahr als eine Art Gottkönig verehren und ihn von der Gesellschaft absondern. Das „Jahr des Schweigens“ nannten die Priester jene zwölf Monate, die jeder Vogelmann in strenger Enthaltsamkeit und Meditation verbringen musste. In Injas Augen war diese Tradition grausam. Sie sah keinen Sinn darin, jemanden für so lange Zeit einzusperren, um ihn dadurch zu ehren. Aber sie hatte keine Möglichkeit, etwas daran zu ändern.
