Der tanzende Papst - Robin Heß - E-Book

Der tanzende Papst E-Book

Robin Heß

0,0
4,49 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Einen tanzenden Papst hat es noch nie gegeben. Und genau darum geht es auch in diesem Buch. Um das Neue. Und für die, die sagen, dass das Neue etwas Schlechtes ist: Es gibt manch-mal nur diesen einen Weg, auch wenn er viel Überwindung kostet. Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich auf das Neue eingelassen hat, der das Neue gewagt hat und damit viel Erfolg hatte. Mit Höhen und Tiefen zeigt er der Welt, dass es Zeit wird, das Alte hinter sich zu lassen um das Neue zum Erblühen zu bringen. Mit Reformen muss die Kirche wieder neu belebt werden, mit neuen Ideen zum Erblühen gebracht werden. Befreit euch aus euren Ketten und tanzt mit mir, lasst Tradition und Strukturen hinter euch, denn Neues kann entstehen. (Roberto Hoffer)

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 130

Veröffentlichungsjahr: 2020

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

Vorwort

01.04.2015 - Felden

25.04.2015 - Rom

27.06.2015 - Rom

09.05.2015 - Vatikanstadt

04.07.2015 - Passauer Bischofspalast

06.07.2015 - Passauer Dom

15.07.2015 - Passauer Bischofspalast

05.10.2015 - Mainz

13.10.2015 - Mainzer Dom

20.11.2015 - Frankreich

10.04.2016 - Passauer Marktplatz

12.04.2016 - Privatkapelle Bischofspalast

05.06.2017 - Passauer Bischofspalast

17.06.2017 - Passauer Bischofspalast

18.07.2017 - Passauer Dom

22.07.2017 - Krankenhaus Passau

01.08.2017 - Vatikan

15.12.2017 - Passauer Bischofspalast

17.12.2017 - Passauer Bischofspalast

22.12.2017 - Passauer Dom

15.06.2018 - Passau

25.06.2028 - Vatikan

26.06.2028, 7:30 Uhr - Vatikan

26.06.2028, 18 Uhr - Vatikan

26.06.2028, 18:30 Uhr - Vatikan

26.06.2028, 19 Uhr - Vatikan

26.06.2028, 20 Uhr - Vatikan

Interview mit dem Autor

Danksagung

Vorwort:

„Ich träume eine Kirche, in der kein Mensch mehr lügt, in der niemand einen andern in falscher Hoffnung wiegt … die wahr ist und gerecht, wir alle sind nur Freie und niemand ist der Knecht.“ (Stork/Baltruweit, 1984)

Ein junger Mann hat eine neue Idee. Es gibt sie im Grunde schon seit zweitausend Jahren. Doch er hat erkannt, dass sie oft verdrängt oder absichtlich unterdrückt wird. Robin spricht von der jesuanischen Idee der Liebe, von Vertrauen und Vergeben, von vorurteilsfreier Annahme und menschlicher Güte. Der Autor hat – als Ministrant und Oberstufenschüler – erkannt, dass auch diejenige Institution versagt hat, die diese Idee eines Jesus von Nazareth in die Welt bringen sollte. Denn die Kirche droht an ihren eigenen und hausgemachten Problemen zu ersticken. Robin macht sich viele Gedanken um die Zukunft der Kirche. Und er will mit diesem Buch zeigen, dass es auch anders geht, dass Kirche in der heutigen Zeit auch ansteckend und inspirierend sein kann, ganz besonders für die Jugend. Er wünscht sich – das wird mehr als deutlich – eine Kirche, die sich in ihren eigenen Ursprüngen und Vorbildern neu entdeckt. Dazu muss sie sich vielleicht neu erfinden: Als „eine Kirche von Menschen für Menschen, eine Kirche, die versteht, die begleitet, dem Menschen dient, die keine Angst hat sich zu verändern. Denn wir alle sind Menschen, keine Götter“, so nimmt der Autor prägnant seine Motivation ins Wort.

Ich habe den Autor als einen interessierten und kritischen Zeitgeist kennengelernt. Wenige Wochen, nachdem ich die Begegnung mit einem Missbrauchsopfer im Text „Von tanzenden Kirchenfürsten“ verarbeitet hatte, kam Robin mit seiner Idee vom „Tanzenden Papst“ auf mich zu. Es hat mich begeistert, dass sich ein junger Mann schreibend und kreativ diesem Thema genähert hat. Denn wer seinen Traum so zu Papier bringen kann, der hat bereits eine deutliche Vision. – Eine Vision, zu der ich ihn befragt habe. Seine Antworten findet der Leser/die Leserin am Ende des Buches. Möge dieser Traum von einer neuen, veränderten Kirche eines Tages wahr werden – für Robin und für uns alle. Denn Leid gibt es genug in der Kirche, zum größten Teil hausgemacht aufgrund fehlender innerer Freiheit. Dieses Buch lebt genau von dieser Größe: von der „Freiheit des Christenmenschen“, wie Martin Luther seinerzeit formuliert hat. Von Freiheit, Mut und Zuversicht. Mögen diese Gedanken um die Welt gehen und die Kirche verändern.

Dr. theol. Thomas Hanstein

Matthias-Erzberger-Schule

01.04.2015 - Felden

Roberto ist heute sehr früh aufgestanden. Er war nervös, denn sein Freund Lukas, der vor ein paar Wochen Abt des Klosters Felden geworden war, hatte sich heute angemeldet, um mit Roberto zusammen die Ostermesse, bei ihm in der Pfarrkirche anstatt in seinem Kloster, zu lesen. Das kam Roberto zwar doch sehr seltsam vor, insgeheim freute er sich allerdings auch darauf. Als er jetzt in seinem Bad stand und sich die Haare frisierte, dachte er über sein Alter und seine Kindheit nach: Jetzt bin ich schon 38 Jahre auf dieser schönen Welt und was habe ich für die Menschen schon getan? Aber was kann ich als einfacher Priester auch ausrichten?! – Roberto, reiß dich zusammen, das ist keine Ausrede. Ich muss trotzdem kämpfen, und traurig sein darf ich auch nicht. Meine Kirchen sind voll, die Leute im Ort sprechen viel häufiger über ihren Glauben und über Gott als früher! Und besonders stolz kann ich sein, dass sie alles hinterfragen und nicht nur so hinnehmen. Vor 30 Jahren habe ich in Reinstetten im schönen Schwäbischen Oberland angefangen zu ministrieren, war in der Landjugend und hatte damals schon das kritische Denken. Ich wollte die Kirche reformieren – hahaha, das war ein schöner Traum. Ja als Kind hat man noch geträumt. Jetzt muss ich aber los, heute ist der erste April, also ein ganz besonderes Osterfest, zumindest habe ich das noch nie erlebt. Als Roberto aus dem Haus in Richtung Kirche lief, vorbei an seinen Blumen und den Gemüsebeeten, fiel sein Blick zur Kirchenturmuhr. „Mist schon so spät, meine Armbanduhr geht zehn Minuten nach!“, flüsterte er vor sich hin. Pustend und außer Atem kam er schließlich in der Kirche an und entschuldigte sich, während er noch kräftig nach Luft schnappte: „Entschuldigung, meine Uhr ging nicht richtig.“ Sein Freund Lukas war schon da, in seinem weißen, mit goldenen Fäden durchwobenem Messgewand eingekleidet und begrüßte ihn lächelnd mit einem „Guten Morgen Exzellenz“. Roberto hörte nur halb zu, während er sich schnell das weiße Messgewand und die cremefarbene Stola überwarf, trotzdem dachte er sich nichts dabei, denn es war ja der 1. April. Und schon ging‘s los, der erste Ministrant namens Max schrie: „Herr Pfarrer, da hängt ein Faden raus.“ Roberto wollte ihm seinen Spaß lassen und fragte: „Wo denn?“ und schaute, während er sich um sich selbst drehte, nach dem Faden, der angeblich aus seinem Messgewand heraushängen sollte. „April, April“, so kam die Antwort kurze Zeit später. Lachend stellten sich alle zum zeremoniellen Einzug in die Kirche auf. Während des Einzugs flüsterte Lukas seinem Freund Roberto zu: „Genieße dieses Osterfest, das ist dein letztes in dieser Gemeinde“. Roberto war bereits so in die Orgelmusik vertieft, dass er es nur mit halber Aufmerksamkeit aufnahm, trotzdem kreisten seine Gedanken während der gesamten Messe um die Aussage, die Lukas vorhin gemacht hatte. Eure Exzellenz … letztes Osterfest hier in dieser Gemeinde … und warum war er heute hier, gab es vielleicht einen tiefersitzenden Grund, als einfach nur Ostern mit ihm zu verbringen? Hierfür sprach auch, dass Lukas ihn seit dem Beginn der Messe so seltsam anlächelte. Roberto hatte grundsätzlich nichts gegen ein Lächeln während eines Gottesdienstes, ganz im Gegenteil, es belebte ihn und macht den Gottesdienst auch viel lebendiger. Aber dieses Lächeln, das war kein normales Lächeln. Es war eine Mischung aus rätselhafter Unterwerfung, Geheimniskrämerei und Herausforderung. Ein Lächeln, das sagt: Ich weiß etwas, was du nicht weißt, es betrifft dich aber auch. Nach dem Segen und den Wünschen für die Osterfeiertage standen plötzlich alle gleichzeitig auf und ein kräftiges „Danke“ erfüllte den Kirchenraum und die Orgel begann, unter lautem Klatschen, wieder anzuspielen. Roberto, der erstarrt und verdutzt am Altar stand, starrte die Beifall klatschende Menge an. Lukas nahm ihn am Arm und zog ihn zum Hochaltar. Hierbei wurde sein Lächeln noch breiter. Unter Orgelspiel und anhaltendem Beifall zog die kleine Prozession in die Sakristei, während die Orgel noch einmal alles gab. „Was war das bitte?“ Total baff und auch leicht verärgert, zog er Lukas zur Seite, sobald die Tür der Sakristei verschlossen war. „Um Gottes Willen, sag mir, was das sollte!“, brach aus Roberto heraus. Lukas lächelte ihn nur verschmitzt an und sagte: „Ich kann es dir jetzt noch nicht sagen, ich bin bei einer Familie zum Essen eingeladen und du auch. Wir treffen uns um zwei bei dir im Pfarrgarten unter dem alten Lindenbaum.“ „Aber ich…“, setzte Roberto an. „Nichts aber … bald hast du zwar mehr zu sagen als ich, jetzt habe aber ich noch das Sagen.“ „Klar, so war es ja schon immer…“, sagte Roberto lächelnd. Die Ministranten hatten sich umgezogen, aber trotzdem zugehört und brachen nun in schallendes Gelächter aus. „Ihr wisst es also auch schon, oder?“ fragte Roberto leicht genervt. „Natürlich, das ganze Dorf weiß es!“, antwortete Johannes lachend. „Ich rate Ihnen nur, nachher viel zu essen und zu trinken, damit Sie nachher nicht der Schlag trifft.“ „Johannes reiß dich zusammen!“, tadelte ihn Lukas trotz eines Lächelns im Gesicht. Roberto seufzte: „Also gut, dann warte ich eben noch.“

Es war kurz vor 14.00 Uhr, als Lukas langsam schlendernd auf den Lindenbaum zuging, an dem Roberto auf ihn wartete. Roberto war nervös, das sah man ihm an, denn er trat von einem Fuß auf den anderen und starrte Löcher in die Luft. „Schöne Blumen hast du hier, man sieht, dass du die Natur liebst“, begann Lukas das Gespräch, wie wenn sie sich zum Kaffee getroffen hätten. „Und dein Gemüse… an dir ist ein Gärtner verloren gegangen!“ „Hör jetzt auf meinen Garten zu loben und sag mir, warum das ganze Dorf über etwas Bescheid weiß, das mich betrifft, ich aber nicht!“, entgegnete Roberto fordernd. Denn so langsam verlor er die Geduld. „Du kannst dir, wenn du jetzt willst, einen Kindheitstraum erfüllen!“ Lukas sah ihm jetzt tief in die Augen und bat ihn dann etwas auf und abzugehen, damit er ihm eine Geschichte erzählen konnte: „Es war einmal ein Junge, der den Traum einer neuen, reformierten Kirche hatte, er ließ sich mit seinem Freund zum Priester weihen und begann mit dieser Weihe seinen steilen und steinigen Weg.“ „Du redest von uns…“, stieß Roberto hervor, er blieb stehen und sah seinen Freund mit festem Blick an. Lukas pflichtete ihm bei: „Sehr richtig. Er machte eine hervorragende Arbeit in seiner Gemeinde und brachte durch seine eigene und neue Haltung wieder viele Menschen in die Kirche. Doch eines Tages bekam sein Freund einen Brief…“ Sie waren jetzt bei dem Teich mit der Bank angelangt und beide setzten sich. Lukas nahm Robertos Hand und sein Blick schweifte über den Teich, auf dem Seerosen schwammen und erzählte weiter: „… in dem stand, dass man sich auf einen neuen Bischof geeinigt hatte, da der Alte gestorben war und sie einigten sich auf einen einfachen, neuen, zielstrebigen und zugleich bescheidenen Mann.“ Lukas stand auf und trat vor Roberto und sagte nach einer kürzeren Pause: „Roberto Hoffer!“, verneigte sich vor dem auf der Bank sitzenden schneeblassen Roberto und sagte feierlich: „Vor mir sitzt der neue Bischof von Passau, lass dich drücken.“ Lukas zog ihn am Ärmel hoch und schloss ihn in die Arme. „Was ich… ist das kein Aprilscherz?“, stotterte Roberto. „Nein, das ist es nicht, ich habe den Brief bereits vor drei Wochen bekommen, dachte aber, ich warte bis Ostern“, sagte Lukas lachend, der die Hände von Roberto hielt. „Aber warum hast du ihn bekommen und nicht ich?“, fragte Roberto verwirrt. „Ich weiß es nicht, vielleicht wollten sie, dass ich es dir schonender beibringe, als wenn du den Brief gelesen hättest“, meinte Lukas. „Obwohl du den ganzen Tag Andeutungen gemacht hast, war es sehr viel auf einmal, lass uns bitte nochmal hinsetzen“, sagte Roberto, während er sich auf die Bank fallen ließ. „Du weißt es also schon seit drei Wochen“, sagte er dann gedankenverloren. „Das muss ich leider bestrafen, du bist ab heute mein persönlicher Sekretär, ohne Widerworte.“ „Weil ich damit schon gerechnet habe, sage ich jetzt Ja und das sehr gerne“, lachte Lukas: „Den Brief habe ich auch dabei, deine Einsetzung ist am 06.07.2015 im Passauer Dom, und davor musst du nach Rom, zur Bischofsschulung in den Vatikan.“

25.04.2015 - Rom

„Mir ist das einfach nicht recht, dass ich mit nach Rom komme… Es geht doch bei der Schulung um dich…“, sagte Lukas verlegen. „Ich brauche dich doch, allein schon wegen meinem miserablen Italienisch, ich komme ja schon mit Englisch nicht zurecht. Und außerdem weiß ich doch ganz genau, dass du schon immer einmal nach Rom wolltest, besonders, wenn man sogar im Vatikan wohnt…“, antwortete Roberto, der in seine Einladung vertieft war. „Hier steht, dass wir uns melden sollen, wenn wir am Flughafen angekommen sind, dann werden wir abgeholt.“ „Steht da auch eine Telefonnummer?“, erkundigte sich Lukas, während er sein Handy zückte. „Und die kommen dann extra um uns zu holen?“, fragte Roberto. „Nein, das will ich nicht, wir kommen schon irgendwie zum Vatikan.“ Ohne zu protestieren nahm Lukas die Koffer und lief Roberto hinterher, der wild winkend nach einem Auto Ausschau hielt. Sie hatten Glück, eine deutsche Familie die zu Zeit in Rom Urlaub machten, nahmen sie mit. Unterwegs erzählte die Familie was man in Rom nicht verpassen durfte. Es wurde eine heitere Autofahrt und natürlich hatte Roberto auch ein paar Bonbons für die Kinder dabei. Denn er hatte in seinem Umhang immer etwas Süßes. ‚Man weiß ja nicht wem man begegnet`, pflege er stetig zu sagen. Kurze Zeit später standen sie auf dem Petersplatz und erkundigten sich nach dem Weg zum Gästehaus Santa Marta. Nachdem der Wachmann die Papiere kontrolliert hatte, führte er Lukas und Roberto links am Petersdom und der Sakristei vorbei zum Gästehaus Santa Marta. Als Lukas dem Mann an der Rezeption erklärte, wer sie waren, sah er die beiden sehr verwundert an und sagte etwas auf Italienisch. Roberto sah Lukas fragend an und der übersetzte: „Er hat gefragt, warum wir nicht angerufen haben und wie wir hergekommen sind.“ „Sag ihm, dass wir ihnen keine Unannehmlichkeiten machen wollten. Und wie wir hergekommen sind, weißt du ja.“ Lukas übersetzte und die zwei wurden zu ihrem Zimmer geleitet. Dann erklärte der Rezeptionist noch den Ablauf der Bischofsschulung, während Lukas die Koffer auspackte. Der junge, adrette Italiener gab ihnen noch einen Ablaufplan und verschwand dann. „Diese Schulung besteht hauptsächlich aus Vorträgen“, sagte Roberto, der nachdenklich im Zimmer auf und ab ging. „Bleibt denn noch Zeit für die Stadt Rom, das Kolosseum, dem Trevi-Brunnen, die Spanische Treppe und natürlich den Vatikan? Eine gute Pizza darf da natürlich auch nicht fehlen.“ Verträumt sah Lukas auf die Rückseite des Petersdoms und dessen Kuppel. „Ja, da bleibt mehr als genug Zeit, zwei Wochen in Rom … herrlich …, komm lass uns etwas essen gehen, ich lade dich ein“, sagte Roberto. „Protestieren hilft sowieso nicht, stimmt’s?“, entgegnete Lukas lachend. „Richtig, komm wir gehen!“, sagte Roberto fordernd und schob seinen Begleiter aus dem Zimmer.

Zur selben Zeit saßen mehrere Männer im Apostolischen Palast. Im Apartment des päpstlichen Zeremonienmeisters Kardinal Rodrigo waren der Kardinalstaatssekretär Pietro, der Mailänder Erzbischof Paul und der Chef der Glaubenskongregation Kardinal Franko zugegen. Kardinal Rodrigo hatte sie rufen lassen, um etwas wegen der Bischofsschulung zu besprechen. „Vorhin kam der letzte Bischofskandidat Roberto Hoffer aus Deutschland an, und ratet mal wie er kam?“, begann Kardinal Rodrigo das Gespräch. „Ich ahne nichts Gutes…“, erwiderte Kardinal Franko. „Ich sage trotzdem, er ließ sich abholen.“ „Falsch, er kam mit einer Familie, die ihn mitgenommen hat“, erwiderte Rodrigo. „Das ist nicht wahr“, stieß Kardinal Paul entsetzt hervor. „Er kam als Tramper, wie kann er nur...? Er kommt aus der deutschen Provinz. Ich habe langsam das Gefühl, dass wir mit ihm so unsere Probleme haben werden“, überlegte Franko laut. Während sie noch redeten, klingelte das Telefon des Zeremonienmeisters. Nachdem er das Telefonat beendet hatte, sagte er: „Ich werde beim Papst erwartet, er will etwas von mir. Wir werden den zukünftigen Bischof und die anderen im Auge behalten. Notfalls greifen wir zu härteren Mitteln, das wäre ja nicht das erste Mal. Schließlich sind unsere Männer überall. Schönen Tag noch!“ Er begleitete seine Gäste nach draußen und eilte dann in Richtung des päpstlichen Arbeitszimmers.

27.04.2015 - Rom