Der Tod an meiner Seite - Renate Braun - E-Book

Der Tod an meiner Seite E-Book

Renate Braun

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Beschreibung

Evas glückliche Welt zerbricht schlagartig. Eva fühlt sich schuldig und will sich in die Pflicht nehmen, aber wie? Jede Möglichkeit scheitert an ihrer Phobie. Ein mongoloider Junge stößt Eva auf eine Idee. Trotz Warnungen ergreift Eva, ihrer Ansicht nach, die einzige Chance, um ihren Seelenfrieden wieder zu finden. Hass, Neid, Intrigen und Eifersucht blockieren ihren Weg, vor allem aber ihre Phobie. Dies ist ein Mix aus Drama, Horror und Liebesgeschichte in drei Akten, in Form eines Drehbuches und ist zum Teil autobiographisch angelehnt. AUTORIN In den sechziger Jahren war die Autorin mit 22 Jahren eine der jüngsten Hebammen in NRW, erlebte den Pillenknick und die Contergan Zeit im Rhein – und Ruhrgebiet. Ab 1975 wurde der Niederrhein ihre neue Heimat. Eine Tochter, sowie private und berufliche Turbulenzen bereicherten ihr Leben. Damit der Spannungsbogen im Ruhestand nicht einknickt, schloss sie mit 68 Jahren ein Studium zur Drehbuchautorin ab. Revue passierend, erlebte die Autorin während des Schreibens, " DER TOD AN MEINER SEITE ", erneut bei manchen Passagen, heftige nervliche und körperliche Reaktionen. Urheberrechtlich geschützt. Die Autorin behält alle Rechte.

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Seitenzahl: 133

Veröffentlichungsjahr: 2013

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AUTORIN

In den sechziger Jahren war die Autorin mit 22 Jahren eine der jüngsten Hebammen in NRW, erlebte den Pillenknick und die Contergan Zeit im Rhein – und Ruhrgebiet. Ab 1975 wurde der Niederrhein ihre neue Heimat. Eine Tochter, sowie private und berufliche Turbulenzen bereicherten ihr Leben. Damit der Spannungsbogen im Ruhestand nicht einknickt, schloss sie mit 68 Jahren ein Studium zur Drehbuchautorin ab. Revue passierend, erlebte die Autorin während des Schreibens, “ DER TOD AN MEINER SEITE “, erneut bei manchen Passagen, heftige nervliche und körperliche Reaktionen.

Urheberrechtlich geschützt. Die Autorin behält alle Rechte.

COPYRIGHT / Renate Braun, Gocherstr.111, 47559 Kranenburg

[email protected]. Juni 2013

ISBN:9783955772161

Renate Braun47559 KranenburgCOPYRIGHT/ 14.10.2012

Gocherstr.111 02826/80184 [email protected]

DER TOD AN MEINER SEITE

DER TOD AN MEINER SEITE

1. AKT

AUßEN - AUTO - TAG

Herrliches Wetter, 4 fröhliche Menschen haben beste Laune. Sie fahren im offenem Auto durch reizvolle Landschaften, ihr Ziel, der Zoo.

Eva,(20), blond, im 7.Monat schwanger, sitzt neben ihrer Schwester Moni, ein Model,(22), hinten, hinter ihrem Mann Rainer,(25), brünett, er fährt, während Oma Paula,(65), silberne Haare, vorne sitzt. Eva beugt sich vor.

EVA Ich freue mich auf den Zoo, endlich mal wieder an die frische Luft, unser Baby braucht das auch, und dann noch ein leckeres Essen, Hm.

Eva tätschelt Rainer und schaut Omi schelmisch von der Seite an.

OMA PAULA Ja, aber, das nächste Mal ist mein Enkelkind dabei.

Omi dreht sich zu Eva um und strahlt sie an.
EVA
Aber Omi, Urenkel. Eva legt die Hand auf Rainers Schulter und lächelt Omi an.

OMA PAULA Nein, wieso denn? Ich habe Euch groß gezogen, ich bin auch Eure Mutter, also wird es auch mein Enkelkind.

Omi dreht sich um und grinst selbstsicher.

MONI Nun lass Omi doch die Freude, und, irgend wie hat sie ja auch recht.

Du für uns alle die liebste Omi der Welt. Einverstanden?

Moni beugt sich vor und streichelt Omis Wange. Wenn unser Baby da ist, bist

Moni holt sich per Blick Kontakt die Bestätigung und lehnt sich zufrieden zurück.

MONI Ich werde jedenfalls die beste Paten Tante der Welt. Wer bekommt schon sein Paten Kind zum Geburtstag geschenkt? A pro po, Datum, dass habt Ihr gut hin gekriegt. 1.9.62, kann man gar nicht vergessen, einfach 1962.

RAINER
Tja, ich mal wieder.

MONIJa, ja, Du bist der King. Aber ich kaufe den Kinderwagen, er muss ja schließlich zu meinen Klamotten passen.

Moni umarmt Eva und streichelt ihren Bauch. Eva tippt sich auf die Brust.

EVA Ich, ich bin die Mutter, schon vergessen? Und, zu mir soll es auch Mama sagen. So, dass musste doch mal geklärt werden.

Eva umarmt Rainer von hinten und sucht den Blick im Rückspiegel. Rainer nickt seiner Eva lächelnd zu.

RAINER Ihr habt Sorgen. Wir brauchen ein neues Auto, ich denke an einen Kombi, denn hier passt kein Kinderwagen rein. Dass, das sind Sorgen.

Alle nicken, Rainer sieht in den Rückspiegel, alle schauen aus dem Fenster. Er runzelt die Stirn und seufzt.
RAINER
Na, dann eben nicht.

Moni beugt sich vor.

Moni

Lasst uns lieber mal über einen Namen nachdenken. Wie wäre es mit Sabrina, oder Elfi, oder Moni, passt doch schön zu Kaiser.

RAINER

Jetzt macht aber mal einen Punkt. Der Junge heißt Maximilliam oder Jonathan. Denn, Max oder Jonah Kaiser, dass hört sich männlich an.

OMA PAULA Oh je, bitte keinen Streit, nicht an meinem Geburtstag. Ich denke Peter hat schon einen Namen für unser Kind und sein Baby ausgesucht? Er kann es ja kaum erwarten.

MONI Ja, Peter, der mit seinen 10 Jahren. Er ist ein ganz goldiges Kerlchen. Obwohl er mongolisch ist, er ist so lieb und fragt immer, ob er Eva helfen kann. Wenn ich seine Mutter wäre, ich würde auf Eva eifersüchtig sein.

Eva hat gar nicht richtig zugehört, sie schaut verträumt aus dem Fenster.

EVA Sagt mal, weiß Rolf eigentlich, dass er Onkel wird? Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen, ihr?

MONI Nö, ich auch nicht, der lässt sich überhaupt nicht mehr blicken.

OMA PAULA Oh doch, aber Euer Bruder kommt nur, wenn er Geld braucht, oder ich ihn aus dem Knast auslösen muss.

Eva und Moni beugen sich blitzschnell vor.
EVA UND MONI
Waaaas, wie bitte?

EVA Warum, weshalb? Davon hast Du uns ja noch nie etwas gesagt.

Eva und Moni lassen sich entsetzt zurück fallen, Rainer schaut verwundert Omi an. Eva und Moni beugen sich wieder nach vorne zu Omi.

OMA PAULA Tja, er will eben ein Lebenskünstler sein. Mal wird er wegen Heirat- Schwindel angezeigt, oder er hat einen tot sicheren Tipp beim Pferderennen. Meistens verliert er sehr hoch und macht richtig viele Schulden. Wenn er dann nicht pünktlich bezahlen kann, kommt er immer zu mir. Was soll ich denn machen? Seine Gläubiger haben keine Skrupel, sie sind so brutal.

Omi schaut betrübt aus dem Fenster und schüttelt mit dem Kopf und murmelt vor sich hin.

OMA PAULA Ich weiß auch nicht, was ich bei dem Bengel falsch gemacht habe.

Omi dreht sich um, sie schaut in fragende Gesichter.

OMA PAULA Aber, damit ist jetzt Schluss, es ist auch Euch gegenüber nicht fair. Nein, so darf es nicht weiter gehen.

Sie erreichen die Stadt. Eva streichelt Omis Schulter.

EVA Och Omi, für heute vergessen wir Rolf, es ist doch Dein Tag, den wollen wir doch genießen, oder?

Alle nicken, Eva kramt in ihrer Tasche, holt ein Rezept hervor und wedelt damit lachend hin und her.

EVA Guckt mal, was ich hier habe? Was gesundes für unser Baby und mich. Schatz, kannst Du bitte an der nächsten Apotheke kurz halten?

RAINER Da hast Du aber Glück, ich glaube hinter der Ampel leuchtet schon ein Schild. Ja, genau, da, an der Straßenbahn Haltestelle ist eine.

Alle beugen sich vor und nicken bestätigend. RAINER So, da sind wir.
EVA Bin gleich wieder da.

Eva steigt winkend aus.

INNEN - APOTHEKE - TAG

Eva betritt die Apotheke und geht auf den Tresen zu, sie ist die einzige Kundin. Die Apothekerin, ca(30), schlank, schwarze Haare, wartet freundlich.

APOTHEKERIN Guten Tag, was kann ich für Sie tun?

EVA Guten Tag
Eva reicht ihr das Rezept.

APOTHEKERIN Na, dann wollen wir mal sehen. Oh ja, dass ist was Gutes für sie Beide. Wann ist es denn so weit?

Eva strahlt.

EVA In sieben Wochen, wir freuen uns alle riesig.

Die Apothekerin schaut lächelnd und nickt, während sie die Ware verpackt. Eva steht mit dem Rücken zur Straße und zählt das Geld ab. In diesem Moment hört man von der Straßenbahn schrille Geräusche, einen fürchterlichen Knall, und noch einen Knall, Rums. Glas zersplittert, und noch einen Knall, es ist kurz totenstill, dann schreien und brüllen Verletzte und geschockte Beteiligte, Sirenen heulen.

APOTHEKERIN

Oh, mein Gott.

Die Apothekerin reist die Augen auf, lässt die Tüte fallen, schlägt die Hände vor die Brust, greift wie in Trance zum Telefon und wählt den Notruf. Eva dreht sich um, ist einen Moment wie versteinert, dann rennt sie nach draußen, sie schreit und schreit im Wechsel.

AUSSEN - STRAßE, UNFALLORT, TAG

EVA Rainer, Moni, Omi, wo seit ihr? Wo, wo seit Ihr? Meldet Euch, Oh lieber Gott, nein, wo seit ihr?

Plötzlich dreht Eva sich um, geht ruhig in die Apotheke zurück, bezahlt und geht wieder zur Unfall Stelle. Die Apothekerin verfolgt Evas Verhalten. Eva starrt auf einen riesigen Trümmerhaufen, wieder rennt sie ziellos hin und her. Sie muss über Leichen und Verletzte klettern und stolpert über Schrott Teile. Dann entdeckt sie den zerquetschten Wagen an der Hauswand.

EVA Nein, Rainer, Moni, Omi , nein, Hilfe!

Eva räumt Schrott hin und her, sie zieht eine Türe zur Seite, sie will unbedingt zum Auto. Ein Feuerwehrmann will Eva ein fangen, aber Eva klettert unbeirrt weiter.

FEUERWEHRMANN Bleiben Sie stehen, dass ist zu gefährlich, so bleiben Sie doch stehen, ich hole Sie da raus.

Plötzlich wird Eva von herunterfallenden Wrack Teilen, ohnmächtig,zu Boden gerissen. Der Feuerwehrmann erreicht Eva und befreit sie von den Trümmern.

PASSANTEN Oh mein Gott, die ist ja schwanger.

Ein zweiter Feuerwehrmann kommt zur Hilfe, sie haben große Mühe, Eva da heraus zu holen, um sie in Sicherheit zu bringen. Ein anderes Team bemüht sich um sie, dann fährt der Kranken Wagen ab. Zurück bleibt eine Unfall Stelle, ein Bild des Grauen. Ein LKW hängt verkeilt in der entgleisten Straßenbahn. An der zersplitterten Frontscheibe klebt der Blut überströmte Straßenbahn Fahrer. Viele Leichen und Verletzte liegen herum, man hört Hilfe Rufe, Wimmern und Jammern. Es herrscht Chaos. Dazu sind die Sirenen von Polizei, Not Arzt und Feuerwehr zu hören. Schaulustige stehen entsetzt herum.

INNEN - KRANKENZIMMER -TAG

Eva liegt alleine im Zimmer und starrt bleich an die Decke. Sie fühlt, sie hat keinen Bauch. Es klopft. der Arzt kommt mit einer Schwester herein, sie hält eine Nieren Schale in der Hand, darin liegt eine aufgezogene Spritze. Der Arzt geht auf Eva zu und reicht ihr lächelnd die Hand, Eva nimmt sie regungslos entgegen.

DR. BAUMANN Guten Tag Frau Kaiser, ich bin Dr. Baumann, ich gebe Ihnen jetzt eine Spritze und dann wollen wir uns ein wenig unterhalten. Drehen Sie sich bitte mal zur Seite.

Wortlos dreht sich Eva zur Seite. Der Arzt spritzt vorsorglich ein sedierendes Medikament. Eva dreht sich wieder um und schaut den Arzt mit leeren Augen an und fragt,

EVA Wo ist mein Kind?
Der Arzt setzt sich zu Eva auf das Bett und nimmt ihre Hand.
DR. BAUMANN
Frau Kaiser,
Der Arzt spricht leise, die Schwester steht am Fußende.

DR. BAUMANN Sie irrten bei einem schrecklichen Unfall umher, sie wurden von Trümmer Teilen übel verletzt.

EVA Wo ist bitte mein Kind?

DR. BAUMANN Frau Kaiser, Sie hatten starke Blutungen, die Wehen waren nicht mehr zu stoppen. Sie haben leider Ihr Kind verloren.

Eva schreit auf und schlägt die Hände vor das Gesicht und weint Herz zerreißend, sie schreit immer zu

EVA Mein Kind, mein Kind, ich will mein Kind.

Eva setzt sich aufrecht, der Arzt legt den Arm um Evas Schulter, aber sie schüttelt ihn ab.

EVA Hat mein Kind denn gelebt? Woran ist es denn gestorben?

Eva lässt sich wieder in die Kissen fallen und weint weiter.

DR. BAUMANN Frau Kaiser, Sie hatten zu viel Blut verloren, Ihr Kind bekam zu wenig Sauerstoff, es ist erstickt. Es tut mir sehr leid. Wir mussten Sie in ein künstliches Koma versetzen, so konnten Sie wenigstens körperlich gesunden.

Eva richtet sich wieder auf und fragt,
EVA Wo ist mein Mann?
Eva sieht den Arzt durch Tränen verschleiert an.
DR. BAUMANN

Frau Kaiser, nur Sie und Ihre Schwester haben das Unglück überlebt, es war wirklich tragisch.

Eva bäumt sich nochmal auf und schreit ganz laut,
EVA Neeeiiin, Rainer, Omi

Eva lässt sich stöhnend fallen und krallt ihre Hände in die Bettdecke. Der Arzt nimmt noch einmal ihre Hand und hält sie eine Weile fest. Dann wirkt das Beruhigungsmittel und Eva schläft ein. Arzt und Schwester verlassen das Zimmer.

INNEN - STATION FLUR - TAG 
Arzt und Schwester gehen in Richtung Schwestern Zimmer.

DR. BAUMANN Schwester, achten Sie bitte darauf, dass Frau Kaiser nicht alleine ist, wenn sie aufwacht. Dass war eigentlich zu viel auf einmal.

Aber, was sollte ich machen, in Etappen wäre es noch schlimmer gewesen. Solche Hiobsbotschaften fallen auch mir sehr schwer.

SCHWESTER Ich musste auch schlucken, nein, zu beneiden waren Sie wirklich nicht.

Die Schwester bleibt plötzlich stehen, der Arzt dann auch.

SCHWESTER Herr Dr. Baumann, was halten Sie davon, die Schwester von der Chirurgie zu Frau Kaiser zu legen? Dann sind beide nicht alleine.

Der Arzt stützt sein Kinn überlegend ab. Die Schwester schaut ihn fragend an.

DR. BAUMANN Ja, dass setzen wir um, veranlassen Sie dass möglichst sofort.

Dr. Baumann geht ins Büro und die Schwester Richtung Aufzug.

INNEN - ZIMMER - TAG

Moni wird komplett vermummt neben Eva geschoben. Eva wird nur kurz wach, wirft einen verschleierten Blick auf die vermummte Gestalt und dreht sich zur anderen Seite. Moni ganz leise.

MONI Hallo, Eva, ich bin es, Moni.
EVA
Moooni?
Eva ist so müde, sie dreht sich und setzt sich halb auf.

MONI Ja, ich bin es, aber, schlafe jetzt weiter.

EVA Um Himmels Willen, was ist mit Dir?

MONI Ach, Eva, ich kann mich an nichts mehr erinnern.

Moni stiert mit Tränen gefüllten Augen an die Decke. Wir dürfen nicht undankbar sein, wir leben und haben uns.

EVA Ja, aber ohne Rainer und Omi? Moni, mein Baby, ich habe mein Baby verloren, mein Baby. Warum? Warum?

Eva steht auf und umarmt Moni, beide weinen schluchzend. Eva ist so erschöpft, sie muss sich wieder hin legen, das Medikament zeigt immer noch Wirkung.

INNEN - STATION BÜRO - Tag
Dienst Übergabe, Dr. Baumann erkundigt sich nach den Schwestern.

SCHWESTER Sie haben noch viel geweint, wollten aber kein Schlafmittel mehr. Es war gut, dass wir beide zusammen gelegt haben.

DR. BAUMANN Ich möchte beide Übermorgen, wenn die Werte in Ordnung sind, entlassen. Organisch sind sie wieder gesund, dass Umfeld drückt nur auf die Psyche.

SCHWESTER Da haben Sie Recht. Kennen Sie den Bruder?

DR. BAUMANN
Nein

SCHWESTER Macht einen sehr charmanten, aber hektischen Eindruck, er kommt heute zu Besuch.

DR. BAUMANN Vielleicht ganz gut so, dann können die Geschwister die Zukunft planen, es ist ja nichts mehr wie es mal war.

Dr. Baumann verlässt nickend das Büro. Nach der Visite.

INNEN - KRANKENZIMMER - TAG

MONI

Morgen kommen die Verbände ab, dann dürfen wir nach Hause. Ist auch besser so, hier fällt uns nur die Decke auf den Kopf. Wir müssen unser Leben neu ordnen, zusammen schaffen wir das.

EVA Ja, Du hast Recht, trotzdem fühle ich mich so leer.

Es klopft donnernd. Rolf(25), groß, schlank, schwarze Haare, kommt laut herein, pfeffert seinen Mantel über Monis Bett, angelt sich einen Stuhl und setzt sich zwischen beide Betten.

ROLF Na, ihr? Wieder fit? Hat ja auch lange genug gedauert. Alles musste ich alleine machen. Man nee, war das eine Hektik für gleich zwei Beerdigungen. Jetzt nur noch der Notar und dann geht es mir besser.

EVA Wie redest Du denn?

MONI Du bist so kalt und berechnend, ist ja widerlich. Rolf hebt die Arme hoch und lässt sie aufdie Knie fallen.

ROLF Ja und, das Leben geht aber weiter, was soll es. Habe ich etwa Schuld? Wer wollte denn in die Apotheke? Hey? Damit müsst ihr leben, ich habe da kein Problem mit. Omi hat uns bestimmt ein schönes Sümmchen hinterlassen, kann ich gerade gut gebrauchen, und dann bin ich auf Ritt und werde das Leben genießen. Solltet Ihr auch tun. Aber für meine Zeit Verschwendung, da müsst ihr mich schon entschädigen.

Eva und Moni starren Rolf entsetzt an. Eva fängt an zu weinen.

MONI Rolf, Du bist so abgebrüht, kein bisschen Gefühl, Du solltest Dich schämen. Mir wird schlecht bei Deinem Anblick, verschwinde.