Der VEREIN! - Bernhard Goldmann - E-Book

Der VEREIN! E-Book

Bernhard Goldmann

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Beschreibung

Der VEREIN! hat das Werden, Entstehen, Wachsen und Entwickeln des Fußballsportes zum Thema. In das Geschehen der jeweiligen Zeit eingebettet und anhand der realen Lebenslinie eines Vereins erzählt, erlebt der Leser Fußball hautnah. Inhalt Band I - Große Fußballtradition: Die Strenge der monarchisch geprägten Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts kann der Begeisterung einer Gruppe Heranwachsender für die neue Ballsportart aus England keinen Abbruch tun. Die "acteurs" gehen voran, lassen sich nicht aufhalten: Sie spielen "football" und gründen schließlich in der alten Bischofsstadt einen echten Verein. Erste Begegnungen mit und bei auswärtigen Fußballfreunden werden organisiert, Ligagründungen unternommen und sich auf die Suche nach einer geeigneten Sportanlage begeben. Trotz mancher Widrigkeit und manchen Widerstandes entsteht Schritt für Schritt eine neue Welt, eine Welt des Fußballs. Eine Welt, in der der VEREIN nach der durchgestandenen Katastrophe des I. Weltkrieges, während der Weimarer Republik seine große Blütezeit erlebt. Packende Spiele im Fußballdeutschland von Stuhlfauth, Leinberger, Sepp Müller & Co. sind nun zu erleben und zu bestaunen. Der Fußball der Zwanziger Jahre nimmt Gestalt an. Mitfiebern ist angesagt! Doch dunkle Wolken ziehen auf. Das Aufkommen des Nationalsozialismus setzt den goldenen Tagen ein Ende. Überdauern heißt es nun, um sich 1945, in der zerstörten Stadt, wieder eine neue Gegenwart aufzubauen. Sich nach und nach, in der wirtschaftlich florierenden Nachkriegsdemokratie eine neue Perspektive zu entwickeln.

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Seitenzahl: 332

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Der VEREIN!

Ein Buch wie der Fußball selbst: Atmosphärisch, spannungsgeladen, begeisternd. Mal genial, mal banal. In einem Augenblick vorhersehbar scheinend, um dann doch wieder voll der Überraschungen und der magischen Momente zu sein.

Die Erzählung der Geschichte des VEREIN auf seiner Reise durch die Zeit, lässt den Fußball in seinem Werden über verschiedene Epochen hinweg lebendig erscheinen, ohne das Geschehen in der Welt rings um ihn herum auszublenden. Das Lesen ist ein Eintauchen in vergangene Tage. Ein neues Erleben des Entstehen nicht weniger der grundlegenden Bestandteile unserer heutigen Fußballkultur.

Ein Buch für alle, ob Alt oder Jung, die sich gerne vom Fußball in den Bann ziehen lassen, sich für ihn begeistern und zugleich am Zeugnis der Zeit interessiert sind. Ein Buch entlang der realen Lebenslinie eines Verein, einem, den man einfach gerne haben muss.

© 2021 Bernhard Goldmann

Zweite Fassung – November 2022

ISBN E-Book:

 978-3-347-77173-4

Druck und Distribution im Auftrag des Autors: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Germany.

Autor und Umschlaggestaltung: Bernhard Goldmann

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Dies gilt auch für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung „Impressumservice“, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Der VEREIN!

Band I: Große Fußballtradition

Die Strenge der monarchisch geprägten Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts kann der Begeisterung einer Gruppe Heranwachsender für die neue Ballsportart aus England keinen Abbruch tun. Die „acteurs“ gehen voran, lassen sich nicht aufhalten: Sie spielen „football“ und gründen schließlich in der alten Bischofsstadt einen echten Verein.

Erste Begegnungen mit und bei auswärtigen Fußballfreunden werden organisiert, Ligagründungen unternommen und sich auf die Suche nach einer geeigneten Sportanlage begeben. Trotz mancher Widrigkeit und manchen Widerstand entsteht Schritt für Schritt eine neue Welt, eine Welt des Fußball.

Eine Welt, in der der VEREIN nach der durchgestandenen Katastrophe des I. Weltkrieges, während der Weimarer Republik seine große Blütezeit erlebt. Packende Spiele im Fußballdeutschland von Stuhlfauth, Leinberger, Sepp Müller & Co. sind nun zu erleben und zu bestaunen. Der Fußball der Zwanziger Jahre nimmt Gestalt an. Mitfiebern ist angesagt!

Doch dunkle Wolken ziehen auf. Das Aufkommen des Nationalsozialismus setzt den goldenen Tagen ein Ende. Überdauern heißt es nun, um sich 1945, in der zerstörten Stadt, wieder eine neue Gegenwart aufzubauen. Sich nach und nach, in der wirtschaftlich florierenden Nachkriegsdemokratie eine neue Perspektive zu entwickeln.

I. Die Vorgeschichte

Prolog

… Goal! Foul! Back! Keep Fair! Football! …

Was für eine Sprache! Was für eine Ausdrucksweise! Und das im deutschen Kaiserreich und königlichen Bayern des auslaufenden 19. Jahrhunderts. Nein, Nein und nochmals Nein! Diese mit der „englischen Krankheit“, dem sogenannten „Fußballspiel“ daherkommenden Vokabeln erübrigen sich, sind unerhört. Diese Wortwahl und die mit ihr verbundenen Ballspielversuche sind in unseren Landen nicht genehm.

Ganz zweifelsfrei wird die Ausübung dieser „Fußlümmelei“ den Körper eines Mannes hochgradig „degradieren“. Ein echter Mann im deutschen Reich turnt! Rudert! Sollte es ihm sein Stand erlauben ficht er den Degen. Dieses wilde Balltreten hingegen, welch eine Barbarei, passt so ganz und gar nicht in das so wohl strukturierte Weltbild jener Zeit.

Der Fußball auf dem Vormarsch

Und doch. Die noch so junge Sportart von der Insel, der „football associated“, bahnt sich bereits, wenn auch noch langsam so doch unaufhaltsam, ihren Weg quer über den europäischen Kontinent. Die Faszination, die das Fußballspiel insbesondere auf Teile der Jugend ausübt, ist enorm. Und derer Jugend gibt es im Zuge der Bevölkerungsexplosion des industriellen Zeitalters vieler. Gleichzeitig entstehen in den berstenden Städten neue Arten von Parks und öffentlichen Freiräumen, die in vielen Fällen auch über weitläufige Rasenflächen verfügen. Flächen, die geradezu danach „schreien“ mit dem Ball am Fuß „bespielt“ zu werden. Hat sich erst einmal eine Gruppe junger Fußballenthusiasten gebildet und zu einem Team zusammengefunden, kann auch der schärfste Gegenwind sich wohl auftuender Widerstände, der Begeisterung der „acteurs“ keinen Einhalt mehr bieten.

Würzburg, Anfang der 1890er

In Würzburg, der Stadt des VEREIN, ist die Keimzelle des Fußballspiel das königlich bayrische Realgymnasium in der Maxstraße. Vor allem der Industrialisierung und dem, mit dieser einhergehenden steigenden Bedarf an in technisch und naturwissenschaftlichen Belangen gut ausgebildeten jungen Menschen, war die Gründung der Schule anno 1864 geschuldet. Zu Beginn der Neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts kommen nun gleich mehrere Schüler aus dem Ausland an die Schule, die allesamt eifrigste Anhänger des Fußballsportes sind. Georg Burkhard und die Brüder Moufang, ihrer vier an der Zahl, heißen die Neuankömmlinge.

Schnell ist die Begeisterung für das Spiel bei den Mitschülern geweckt. Die „acteurs“ treffen sich jeden Mittwoch und Samstag auf dem Sanderrasen. Ein südlich der Altstadt und des ihr vorgelagerten Glacis gelegener, baumumstandener und mit weiten Rasenflächen gesegneter Platz. Da das Areal seitens des Militär immer seltener gemäß seiner ursprünglichen Bestimmung, dem Exerzieren, genutzt wird, stellt es das nahezu ideale Ballspielfeld dar. Nur, dass der Sanderrasen gleichzeitig, als eine allen freistehende öffentliche Frei- und Grünfläche hohes Absehen genießt, zudem den Hausfrauen der Umgebung als Wäschebleich- und Trockenplatz dient, steht dem ab und an entgegen.

Fußball gespielt wird mit Straßenschuhen, auf „freiem“ Felde, ohne große Taktik, jedoch mit der allergrößten Hingabe. Neben den „Goalwarten“, den Torhütern, dürfen anfangs auch noch die beiden mit Schirmmützen ausgestatteten Mannschaftskapitäne (die übrigen Spieler tragen Kappen) den Ball aus der Luft mit den Händen fangen. Größtmöglicher Körpereinsatz beim Kampf um den Ball ist gewollt und ganz selbstverständlich. Erst nach und nach entwickelt sich das Spiel, zu dem Fußballspiel wie wir es heute kennen und lieben. Um die ständig aufs Neue zusammengestellten Teams auch auseinander halten zu können, binden sich die Spieler der einen Mannschaft blaue Bänder, die der anderen gelbe um die Ärmel.

Dem Treiben der jungen Wilden mit dem Ball am Fuß, wird seitens des außen stehenden „Publikum“ teils neugierig bis wohlwollend, teils argwöhnisch, ablehnend oder sogar offen feindselig begegnet. Fußball reizt und begeistert zugleich. Die Ablehnung der fußballerischen Aktivitäten der Schüler des heutigen Siebold-Gymnasium ist dabei äußerst präsent. Mit Passanten, dem ein oder anderen Wäscheeigentümer, wie auch an der Schule gibt es Ärger – richtig Ärger! In Letztgenannter ist demnach „Antreten“ angesagt. Wie zu jener Zeit üblich wird dabei auch „Handfestes“ auf die Finger oder sonst wohin verteilt. Gilt Fußball im öffentlichen Leben als unschicklich und unerwünscht, so ist an der Schule, auch wenn der Rektor des ganz und gar naturwissenschaftlich ausgelegten Institut, Dr. Theodor Krück, der neuen Art der Leibesübung eher wohlwollend gegenübersteht, das Ballspiel hochoffiziell den Schülern schlichtweg verboten. Und nicht wenige der Lehrkräfte, insbesondere die der Mathematikfächer, wissen das Verbot auch gerne mit Hilfe leiblicher Erfahrbarkeit zu unterstreichen.

Doch die jungen Fußballpioniere des Realgymnasium lassen sich durch derartiges Machtgehabe, Züchtigungsversuche und Verbote nicht beeindrucken. Mittwochs und Samstags darauf geht es natürlich erneut auf den Sanderrasen, wohl wissend, dass der darauf folgende Montag abermals Ungemach an der Schule mit sich bringen wird. „Sei's drum“, so leicht lässt man sich nicht entmutigen. Ganz im Gegenteil! Die „acteurs“ stehen fest zusammen und gründen gar, mit dem direkten Vorläufer des VEREIN: Dem Fußballclub Realgymnasium Würzburg von 1895, mit einen der allerersten Fußballvereine Bayerns überhaupt.

1898; Der Vorläufer des VEREIN: Der „FC 1895“ mit Goalstangen ausgerüstet auf dem Würzburger Sanderrasen.

Der Sanderrasen

Mit der Zeit wird das Fußballspiel auf dem Sanderrasen zur regelrechten Institution. Fragt ein Auswärtiger oder neu in die Stadt Hinzugezogener, an welchem Ort in Würzburg Fußball gespielt werde, so wird er zielgerecht zum Sanderrasen geschickt. Waren in den Anfangszeiten auf dem Fußball-Sanderrasen fast ausnahmslos Schüler vertreten, stehen die „player“ des Platzes mittlerweile vermehrt im Berufsleben. Auf dem Rasen sind längst auch die jungen Burschen aus den benachbarten Vierteln, insbesondere dem Peterviertel zu finden, die schon als Buben dem Treiben der „Großen“ voll ehrfürchtiger Bewunderung am Spielfeldrand beigewohnt hatten. Nun sitzen ihre Nachfolger dort an der Seitenlinie, wie etwa der Maiers Michel, der Schäfers Georg und wie sie alle heißen. Das Spielfeld mit Sägemehl abzumarkieren ist inzwischen Usus. Die „Goalstangen“ zu positionieren und einzuschlagen, sowie zwischen diesen die Schnur hoch zu spannen, so dass auch „richtige“ Tore geschossen werden können, ist gängige Praxis. Auch das Spiel der „acteurs“ hat sich weiterentwickelt.

Es herrscht echte traute Fußballromantik! Wir schreiben das Jahr 1904. Würzburgs Fußballgemeinde ist richtig lebendig, trotzt in selbstverständlicher Art und Weise den nach wie vor vorhandenen und nicht seltenen Angriffen aus Würzburgs Bürgerschaft und – will mehr! Denn schließlich, so wissen sich die Fußballfreunde untereinander zu berichten: In England, ja auf der Insel, spielen Fußballklubs bereits längst in richtigen Meisterschaftswettbewerben und das vor teils zehntausenden von Zuschauern!!! Ganz klar, es ist an der Zeit einen echten, einen richtigen Verein zu gründen, der in Ligen spielen kann, um Meisterschaften ficht, der die Zuschauer in Massen anzuziehen und in seinen Bann zu ziehen vermag. Der große Siege erringt und natürlich diese auch zu feiern weiß.

In den Nachbarregionen haben sich die dortigen Fußballfreunde in der Zwischenzeit aufgemacht und die ersten Vereine ins Leben gerufen. In Hanau, Offenbach, Frankfurt und Aschaffenburg, genauso wie in Nürnberg, Bamberg und Fürth. Also keine Frage, es ist abgemacht, die Sache ist beschlossen. Die „acteurs“, die „players“ vom Sanderrasen werden Würzburgs ersten Fußballverein ins Leben rufen. Sogleich wird für den 8. Mai, anlässlich der Gründung des „VEREIN“, ein Werbespiel zwischen den Aschaffenburgern und den Bambergern von den künftigen „VEREINLERN“ organisiert und in der Presse öffentlich bekannt gegeben.

II. Gründergeist

Die Geburtsstunde des VEREIN – anno 1904

Großer Betrieb herrscht an diesem Sonntag auf dem Sanderrasen. Trotz Regenwetter umringen etwa 600 Zuschauer das abgezeichnete Spielfeld. Bilden für ein Fußballspiel zu jener Zeit kurz nach der Jahrhundertwende den mehr als beachtlichen Rahmen. Aufgrund des starken Andrang sichert die Polizei das Ereignis und gibt Verhaltensregeln aus. Voll der Neugier wird der Begegnung auf dem Platz entgegengesehen.

Nun also beginnt es! Der Anstoß des ersten offiziellen Fußballspiel in der Dom- und Universitätsstadt Würzburg erfolgt. Der Ball rollt. Auf dem Sanderrasen, sprich an bereits anno 1904 zentral gelegener Stelle in der Stadt. Torreich verläuft die Begegnung (Die Aschaffenburger spielen 7:1 gegen die Bamberger). Die dem Spiel Beiwohnenden sind richtiggehend angetan von dem Ballspielsport von der Insel. Als sich dann, der im Anschluss an die Begegnung abgehaltene Festkommers im Gasthaus „Karmeliten“ seinem Ende entgegen neigt, ist der feierliche Moment der Gründung des VEREIN gekommen. Der Traum zwanzig junger Fußballsportler, keiner von ihnen ist älter als zwanzig Jahre, nimmt seinen Anfang. Der 1. Würzburger Fußballverein erblickt das Licht der Welt!

Florian Simon, Karl Simon, Fritz Marabini, Josef Marabini, Friedrich Marabini, Leo Ruhl, Johann Klein, Leo Landau, Hans Hollederer, Adam Knobloch, Andreas Kröckel, Jakob Buhl, Andreas Weiß, Herbert Schäfer, Richard Schneider, Fritz Ullrich, Karl Wunner, Franz Bieberich, Valentin Gilbert, Edmund Zimmer. (Die Gründungsmitglieder des 1. WFV).

Der 1. Würzburger Fußballverein

Den „Nullvierern“ beziehungsweise dem „VEREIN“, wie der 1. Würzburger Fußballverein im Laufe der Zeit meist schlicht und einfach bezeichnet wird, stehen bewegte Zeiten mit wahrlich ausgesprochenen Höhen und Tiefen bevor. Eine aufregende und bewegende Geschichte durchlebt Würzburgs erster Fußballverein und das bis heute. Eine Geschichte in Blau, Weiß und Schwarz, den Farben des VEREIN. Farben, die über alle Zeiten hinweg, für Fußballromantik pur stehen:

Das Blau;

Das ewig währende. Symbol für die Unendlichkeit von Himmel und Wasser. Inbegriff für die Freiheit, für die Harmonie und die Freundschaft. Als verbindendes Band das alle vereint zieht sich das Blau durch den VEREIN.

Das Weiß;

Das die Reinheit des Herzens und die Klarheit des Handelns widerspiegelnde Weiß. Sportsgeist und Fairness sind in des VEREIN Mitte zu Hause.

Das Schwarz;

Das den starken Willen und die große Kraft verdeutlichende Schwarz. Was wäre der VEREIN ohne seinen so beeindruckenden Tatendrang, seine Entschlossenheit und Kampfeslust.

Was für ein passender Dreiklang. Die drei Farben, die Trikolore des VEREIN. Der sich die Pflege und die Förderung eines gesunden Fußballsportes gleichermaßen auf die Fahnen schreibt, wie ein geselliges von sportlichem Geiste durchwehte Zusammensein seiner Mitglieder. Schnell wird das „04“, der Bezug auf das Gründungsjahr, sich auch ganz offiziell im Namen des 1. WFV etablieren. Neben der Förderung einer echten sportlichen Gesinnung, findet das starke Gewicht, dass man der Entwicklung der Jugend zuschreibt, festgeschriebenen Einzug in das Selbstverständnis des VEREIN. Gleichzeitig wird die Förderung der Mitglieder auf gesellschaftlichen wie kulturellen Gebiete und ganz allgemein bei ihrer sportlichen Betätigung zum VEREINS-Zweck erhoben.

Der erste Schritt, die Gründung, ist also vollbracht. Die Geschichte des 1. Würzburger Fußballverein von 1904 durch sich wandelnde Zeiten, nimmt ihren Lauf.

Die Anfänge

Der Start des VEREINS-Leben bringt auch das Fußballspiel auf dem Sanderrasen weiter nach vorn. Der 1. Fußballverein 04 kann bei der Stadt die Benutzung des sogenannten „Feuerhäusle“ am Platz als Umkleide und zum Einstellen von unter anderem der Tore erwirken. Dem geliebten Fußballsport wird natürlich weiterhin mit der allergrößten Hingabe gefrönt. Nicht selten ist es erst die einbrechende Dunkelheit, die dem meist bereits um zwei Uhr mittags mit voller Begeisterung begonnenen Fußballspiel ein Ende setzt. Auf dem Platz geht es nach wie vor recht wild zu. Hauptsache der Ball wird hoch und weit geschlagen. Sowie das eigene Tor robust verteidigt. Blessuren gehören mit dazu, Fußballer sind schließlich echte Kerle.

Durch die intensive Betätigung verbessern sich peu à peu die spielerischen Fähigkeiten der Einzelnen. Dies sowohl mit als auch ohne Ball. Zudem bringen von auswärts zum VEREIN stoßende Spieler neben spielerischem Können auch immer mehr Elemente von Spielkultur mit in das Spiel und Training der Nullvierer ein. So etwa Richter aus Berlin oder Bürk aus Ludwigshafen, der ebenso gut als Torwart wie als Stürmer zu spielen weiß.

Häufige Spielpartner sind die sich immer wieder aufs Neue bildenden Schülermannschaften des Realgymnasium und des alten Gymnasium. Nachdem parallel zur Gründung Nullviers der Fußball ganz offiziell Einzug im Sportunterricht der oben genannten Schulen fand, befinden sich deren Teams nun ebenso im Auftrieb wie der VEREIN. Der ein oder andere Pennäler verstärkt auch die Elf des Fußballverein in Spielen gegen auswärtige Mannschaften, wie gegen den 1. Fußball-Club Nürnberg (erste wie zweite Mannschaft) oder die Aschaffenburger Victoria.

Erstes Auswärtsspiel

Seine „Schatten“ weit voraus wirft das erste Auswärtsspiel des 1. Würzburger FV04, Ostern 1905 bei den Fußballfreunden in Bamberg. Bereits viele Wochen zuvor beginnt Florian Simon von jedem einzelnen der elf Spieler einen wöchentlichen „Sparbetrag“ einzusammeln. Mit seiner unvergleichlichen, wie unnachgiebigen Art, die der Florian immer dann an den Tag legt, wenn es um das Aufbringen der notwendigen Mittel geht, sorgt Florian Simon rechtzeitig für die Deckung des Budgets: Die Fahrt nach Bamberg kann schließlich nur durch dieses „Ansparen“ überhaupt realisiert werden. Jedes einzelne Mannschaftsmitglied muss die Reisekosten nun einmal selbst aufbringen.

Für die allermeisten der Spieler stellt die Fahrt zum Spiel mit dem 1. FC 01 so etwas wie eine kleine Weltreise dar. Nicht wenige der Elf waren bis dato nicht weiter als „Hätzfeld“ (Würzburg-Heidingsfeld) oder dem ja auch nicht gerade fernen Veitshöchheim hinausgekommen. Die Vorfreude auf die Fahrt und auf das Spiel ist dementsprechend riesig. Die bis zuletzt lang getragenen Hosen (nackte Knie erregten anno dazumal in den ein oder anderen Würzburger Kreisen „Anstoß“!) werden nun in Vorbereitung auf das Gastspiel zu echten Sporthosen gekürzt. Ein Teil der Mannschaft besorgt sich sogar richtige Fußballschuhe!

Spieltag! Endlich! Das Warten hat ein Ende. „Als wenn es zum Europa-Pokal ginge“ erzählt viele Jahre später Zeitzeuge Georg Schäfer, seinerzeit Spieler und später unter anderem auch 1. Vorstand des WFV. Sage und schreibe der ganze VEREIN und viele seiner Anhänger geleiten ihre Elf zur Abfahrt in Würzburg bis zum Hauptbahnhof. Die Zugfahrt hernach ist aufregend und freudig zugleich. Fußballlieder werden geschmettert und bei den Mitreisenden Werbung für den geliebten Fußballsport betrieben.

In Bamberg eingetroffen werden die Mannen vom VEREIN bereits direkt am Bahnhof empfangen und von hieraus in das mitten in der Stadt befindliche Vereinslokal der Lila-Weißen geleitet. Dort angekommen, wird der allererste Besuch der Würzburger bei den Domreitern, fürs Erste schon einmal würdig gefeiert. Anschließend geht es gemeinsam mit dem Bamberger Team, im Sportdress und zu Fuß, durch die ganze Stadt, hinaus zu der weit außerhalb gelegenen Spielstätte des 1. FCB, einem Exerzierplatz hinter der Bamberger Fünferkaserne. Unterwegs schließt sich dem Zug das zahlreiche Publikum an. Viele Burschen, Buben, und etliche Erwachsene finden sich ein. Das erste Auswärtsspiel Nullviers: Was für ein Erlebnis.

Der VEREIN spielt mit Götz im Tor. Wöllner und Marabini bilden die Verteidigung. Schäfer, Birk und Gensler sind als Läuferreihe für das Geschehen davor zuständig. Den Sturm geben Hollederer, H. Funk, Richter, N. Funk und Walz. Die erste Elf des VEREIN legt sich von Anpfiff weg mit allem was geht so richtig in die Partie hinein. Und nicht nur das, nein! Der 1. Würzburger Fußballverein legt auch bis zur Pause vor! Zwei Tore von Linksaußen Walz sorgen für eine 2:0 Führung des VEREIN zur Halbzeit.

Während sich die beiden Mannschaften auf die kommenden 45 Minuten vorbereiten ziehen am Himmel über Bamberg finstere, ja bedrohlich wirkende Wolken auf. Ein Sturm mit wahrem Wolkenbruch folgt. „Leicht begossen“ geht es folglich in den zweiten Part. Mit den nun gänzlich veränderten äußeren Bedingungen kommen die Bamberger wesentlich besser zurecht. Lila-Weiß gewinnt am Ende gar mit 5:2.

Doch weder Wetterumschwung, noch Spielausgang können die allgemeine Freude des Tages in den Reihen des VEREIN trüben. Gemeinsam mit den Bambergern wird das Gastspiel kräftig gefeiert und die Freundschaft zwischen beiden Vereinen tüchtig begossen. Erst zu später Stunde, beseelt und beschwingt von den Erlebnissen des Tages, begeben sich die VEREINLER auf die Heimreise. Die Auswärtsfahrten sind dieser Tage, da der Fußball noch tief in seinen Kinderschuhen steckt echte „Highlights“. Schöne Freundschaften werden geschlossen, wertvolle Erfahrungen gesammelt und ausgetauscht.

VEREINS-Leben und neue VEREINLER

Neben dem „äußeren Vereinsleben“, dem Begegnen auswärtiger Teams, nimmt beim Würzburger Fußballverein vom ganzen Selbstverständnis her auch das „innere Vereinsleben“ einen hohen Stellenwert ein. Satzungsgetreu wird das vom sportlichen Geiste durchwehte, gesellige Zusammensein gepflegt. Die Mitglieder des VEREIN, die Aktiven wie die Passiven, bilden eine nach Außen immer offene, sowie im Miteinander tief verschworene und zusammenhaltende Gemeinschaft. Die regelmäßigen Zusammenkünfte im Karmeliten, in dem Wöllner einen ebenso schneidigen Kneipenwirt abgibt, wie auf dem Platz einen rasanten Verteidiger, lässt sich normalerweise keiner der inzwischen 50 Mann starken Mitgliedschaft so leicht entgehen. Die Neuaufnahme als Mitglied wird eigens zelebriert und mit einem dreifachen „Hipp-Hipp-Hurra“ manifestiert. Und Würzburgs erster Fußballverein erfreut sich weiteren Zulaufs. Unter anderen verschlägt es den aus einer Heilbronner Sportfamilie stammenden Max Renkenberger zu den Nullvierern.

„Maxl“ Renkenberger! Süddeutscher Meister im 100-Meter Lauf! Das ist das Eine. Das Andere ist, dass der Maxl natürlich auch auf dem Rasen eine gute Figur abzugeben weiß. Ihn am Ball zu sehen ist immer ein wahres Fest. Schnell, technisch gewandt und obendrein mit einer eminenten Schusskraft, einem „Saftschuss“ ausgestattet. Max Renkenberger ist ein echtes Ass. Meist zentral auf dem Platz als Mittelläufer unterwegs kommt der hoch aufgewachsene 24-jährige wie gerufen.

Erster Ligabetrieb

Im Oktober 1905 soll es schließlich losgehen mit einem allerersten „Ligabetrieb“. Bis dato sind im deutschen Reich fast ausschließlich in den großen Ballungs- und Städtezentren lokale Ligen entstanden. Nun anno 05 findet so etwas wie der Startschuss für ein erstes flächendeckendes Ligasystem im Lande statt. Ein Konstrukt das sich allerdings je nach Landstrich noch höchst unterschiedlich etwa hinsichtlich der Stärke oder der Gruppierung in verschiedene Klassen darstellt.

Der VEREIN ist natürlich mit Feuer und Flamme mit bei der Sache, um zusammen mit dem Club (1. FC Nürnberg erste und zweite Mannschaft), den Bamberger Freunden und dem FC Franken Nürnberg den „nordbayerischen Gau“ zu bilden. Der 1. FCN (erste Elf), der bereits in diesen frühen Jahren des Fußballs im Lande mit hoher Spielstärke zu punkten weiß und der FC Franken bilden dabei sozusagen die 1. Spielklasse. Der 1. Würzburger FV04 gemeinsam mit dem 1. FC 01 Bamberg & Co. die II. Liga. Auch wenn dies alles noch recht überschaubar wirkt: Der Anfang ist gemacht. Der Grundstein unter dem Dach des Süddeutschen Fußball Verbandes (SFV) für ein Ligasystem ist gelegt. Schnell wird sich aus diesem Start heraus ein ständig wachsendes vielklassiges Ligagebilde entwickeln, das anfangs nicht selten noch von parallel existierenden Stadtligen begleitet wird.

Gastspiel beim Club

Noch vor dem Ligastart im Herbst stellt das erste Gastspiel des VEREIN Pfingsten 1905 beim Club in Nürnberg den nächsten Höhepunkt in der noch so jungen Vereinsgeschichte dar.

Der VEREIN In weißem Hemd und schwarzer Hose zu Gast beim Club: Am Ball Ettinger. Im Hintergrund verfolgt Max Renkenberger die Szene.

Der 1. Fußballclub Nürnberg ist bereits seiner ersten „Spielwiese“, der Deutschherrenwiese an der Pegnitzaue, entwachsen. Spielt auf einem gepachteten Gelände im Nürnberger Süden, der Ziegelgasse, auf dem sich bereits eine überdachte Holztribüne mit 300 Sitzplätzen erhebt. Das Endspiel um die deutsche Fußball-Meisterschaft zwischen dem VfB Leipzig und dem 1. FC Pforzheim wird hier im Mai 1906 stattfinden, vor sage und schreibe 1.100 Zuschauern!

Für die VEREINLER um Georg Schäfer ist es eine absolute Premiere auf einem so stattlichen Platze, ja „Stadion“ anzutreten. Auch wenn die Begegnung selbst, trotz eines Max Renkenberger in den Reihen des VEREIN, mit 9:0 klar und hoch verloren geht. Es ist ein stolzes Erlebnis hier aufzuspielen.

Es ist auch zum allerersten Mal überhaupt, dass die Nullvierer so etwas wie Tornetze in real zu Gesicht bekommen. Gehört hatte man natürlich schon von dieser ungemein praktischen Einrichtung. Im Einsatz erlebt hatten die VEREINLER die Netze allerdings noch nicht. Jedoch 120 Mark! Ganze zwei Monatsgehälter! Unerschwinglich! Der Garn in Rohform für zehn Mark hingegen, das könnte wiederum machbar sein. Gesagt – Getan! Zurück am Main gelingt es Florian Simon dank seiner unwiderstehlichen Überzeugungskraft das Geld in einer Gaststättensammlung zusammenzubringen. Vier Wochen später ist es so weit. Der VEREIN netzt zum ersten Mal zu Hause in Würzburg ein.

Verbot des Fußballspiel auf dem Sanderrasen

Die Sache des Fußballverein, das Fußballspiel, kann der 1. WFV 04 also prächtig weiterentwickeln. Doch dann: Oh nein! Mit der zunehmenden Intensität und der Etablierung des Fußballspiel auf dem Sanderrasen nimmt auch der Widerstand aus Teilen der Bürgerschaft gegenüber „dem Treiben der Narren“ auf dem städtischen Terrain zu. Und die Beschwerden finden Gehör. Der Magistrat der Stadt Würzburg spricht – wir schreiben das Jahr 1906 – ein Verbot der Ausübung des Fußballsportes auf dem Sanderrasen aus.

Was für ein herber Schlag für Würzburgs Fußballgemeinde und ihrem noch so jungen Fußballverein. Bei allen Widrigkeiten die dem Sanderrasen gerade als Spielstätte für einen Ligabetrieb auch beiwohnen mögen: Der Verlust der angestammten Fußballheimstatt Würzburgs wiegt schwer. Das geliebte Fußballfeld mitten in der Stadt – verloren!

Widrigkeiten!? Nun ja. Selbst in den Annalen des 1. FC Nürnberg hat die erste Spielstätte des VEREIN ihren festen Platz. Die Widrigkeit war jene, dass ein Spazierweg diagonal über die als Spielfeld genutzte Rasenfläche führte. Bei einem Gastspiel des Club beim VEREIN trug es sich zu, dass eine junge Mutter mitsamt ihrem Kinderwagen inmitten des laufenden Spieles, vollkommen unbeeindruckt von dem dort ja durchaus rassig athletisch geführten Fußballspiel, den Platz, eben über jenen Spazierweg betritt. In der Mitte des Spielfeldes angekommen, packt die werte Dame in aller erdenklichen Seelenruhe ihre Decke aus und lässt sich mit all den mitgebrachten, für das Wohlergehen des Kindes, nun auch so notwendigen Utensilien, zum Verweilen nieder.

Nur den überaus gut ausgeprägten Überzeugungskünsten des Unparteiischen der Partie, samt dem Hinweis, dass ein möglicher Ballkontakt für den Nachwuchs noch etwas zu früh komme, dem Kind eher gar Schaden zufügen könnte, war es wohl zu verdanken das die Begegnung zwischen dem 1. Würzburger Fußballverein und dem 1. Fußballclub Nürnberg, wenn auch mit gehöriger Verspätung, fortgesetzt werden konnte. Doch auch trotz derartiger Hindernisse ist der Sanderrasen bis dato die bestmögliche Spielstätte gewesen. Wie auch immer. Es musste für Ersatz gesorgt werden und das möglichst geschwind.

Platzlose Zwischenzeit

So leicht ist eine Alternative zum Sanderrasen aber auch nicht aus dem Ärmel zu schütteln. Eine schwierige Suche beginnt.

In der „platzlosen“ Zwischenzeit tummeln sich die VEREINLER um Georg Schäfer gerne zum „Roxen“ am „Petersplätzle“. Neben den Fußballern Nullviers zieht hier ein kleiner Junge, von dem später noch die Rede sein wird, die Aufmerksamkeit am Platze auf sich. Kaum der Sprache mächtig, vollführt der „kleine Zwerg“ doch tatsächlich freie Luftüberschläge! Einen nach dem anderen. Die ebenso verdutzten wie beeindruckten Passanten fragen daraufhin den Buben nach seinem Namen. „Luftig“! erwidert der Junge nur mit einem kurzen wie kecken Schmunzeln im Gesicht, um sogleich auch wieder mit seinen Luftsprüngen fortzufahren. „Luftig“!? Dem ein oder anderen Leser mag es bereits dämmern was es mit dieser Namensgebung auf sich hat. Genau! Luftig wie Luft: Müller „Luft“! Dies ist also der Ursprung des Rufnamens Ludwig Müllers, Spielführer des VEREIN in glanzvollen Tagen. Doch bevor der Steppke das berühmte Trikot mit den blauen Streifen quer über der Brust tragen wird, ist noch ein langer Weg zu gehen. Dies sowohl für den heranwachsenden Müller „Luft“ und seine Altersgenossen, als auch für Würzburgs ersten Fußballverein.

Erste Ersatzspielstätte – Der Kugel fang

Glücklicherweise währt der platzlose Zustand, anno 1906, nicht allzu lange. Johann Klein, VEREINLER der ersten Stunde, der immer wieder auch Teil des Vorstand des WFV ist, gelingt es bei der Garnisonsverwaltung die Überlassung eines ehemaligen militärischen Freigeländes, den „Kugelfang“ zu erwirken. Das Wiesenareal außerhalb der Stadt auf den Anhöhen des Frauenlandes in der Nachbarschaft zur ehemaligen Radrennbahn am Mönchberg gelegen (in Richtung des heutigen Stadtteiles Hubland) verfügt allerdings über keinerlei Infrastruktur, kann von Beginn an nur als Übergangslösung gelten. Der VEREIN bleibt folglich weiter auf der Suche nach einem geeigneten Gelände.

Für den Moment ist der 1. WFV 04 jedoch froh auf die Schnelle einen ersten Ersatz für den Sanderrasen klar gemacht zu haben. Einen, der auch sogleich nutzbar ist. Die periphere Lage des Kugelfang „ab vom Schuss“, die zuallererst als großes Manko zu begreifen ist, beinhaltet gleichzeitig auch einen bisher nicht gekannten Vorzug: Erstmals kann der VEREIN seinen geliebten Fußballsport weitgehend frei von missliebigen Störungen nachgehen.

Weitere Mannschaften aus der Würzburger Fußballgemeinde folgen den Nullvierern jedoch nur zögerlich hinauf zum Kugelfang. Die Germania stellt sich ein. Ein neuer Fußballclub, der allerdings nicht lange von Bestand sein wird. Ebenso gesellen sich zeitweise die „wilden“ Clubs der Borussia aus dem Mainviertel und Hellas aus dem Würzburger Eisenbahnerviertel Grombühl mit hinzu.

Aus den Reihen dieser beiden wird später eine Spielvereinigung, der Sportverein Würzburg (die „09-er“) hervorgehen, die ihrerseits über 100 Jahre später mit dem VEREIN verschmelzen wird.

Spielbetrieb am Kugelfang

Bei solch einer überschaubaren Anzahl lokaler Spielpartner trifft es sich gut, das der 1. Würzburger Fußballverein, dank eines eigens von Karl von Thüngen gestifteten Pokal, neben der Ligarunde ein eigenes Spielformat in die Welt bringen kann: Den Thüngen Pokal. 1. FC Schweinfurt 05 und 1. FC 06 Bad Kissingen lauten die Namen der werten wie regelmäßigen Mitstreiter des VEREIN um die Pokalehren.

Der 1906 zum WFV gestoßene Baron Karl von Thüngen ist ein echter Glücksfall für die Nullvierer. Viele Entwicklungen die der VEREIN in den kommenden Jahren nimmt, wären ohne von Thüngen, der zu einem unentwegten Förderer wird, so leicht nicht möglich gewesen. Auf das „Ansparen“ der Spieler im Vorfeld der Auswärtsfahrten kann nun, dank geleisteter Reisekostenzuschüsse, weitgehend verzichtet werden. Der VEREIN tritt in der Folge dementsprechend auch vermehrt auswärts an. Es geht nach Hanau, Offenbach, Frankfurt (u.a. zur damaligen „Britannia“), Stuttgart und natürlich zu den Borussen nach Fulda mit denen bereits eine dicke Freundschaft besteht.

Thüngen Pokalsieger 1907; 1. WFV 04: Von links: Fourlong, Michel, Simens, Neisinger, Voit, Wittes, Kehl, Seublinsky, Steigerwald, Greubel, Schäfer.

In der Region nimmt der 1. WFV 04 als Pionier der ersten Stunde die wichtige Rolle ein, für Werbespiele zum Zwecke der Vereinsneugründungen zur Verfügung zu stehen. Diese Erstaustragungsspiele vor Ort sind für die Weiterverbreitung und -entwicklung des Fußballsport landauf-landab von ungemein hoher Bedeutung. Meist von einer handvoll lokaler Interessenten initiiert, in der örtlichen Tageszeitung beworben, sind es oft genau diese Partien, die zur Gründung weiterer Vereine führen beziehungsweise ermutigen. Ist der VEREIN bereits in Schweinfurt und Bad Kissingen als Geburtshelfer für die jeweils ersten Vereine am Platze (1. FC 05: Die „Schnüdel“, und 1. FC 06) mit aktiv gewesen, spielt Würzburgs erster Fußballverein im Juni 07 auf Einladung der örtlichen Vereinigung „Laetitia“ in Kitzingen auf.

Geburtshilfe

Der 1. Kitzinger Fußballverein Laetitia von 1907, der spätere Fvgg Bayern Kitzingen, erblickt das Licht der Welt. Solch ein Gründungsereignis gehört natürlich gebührend gefeiert. Die Kitzinger lassen sich nicht lumpen: Sie stellen ein komplettes kulturelles Abendprogramm samt Tanzkapelle auf die Beine. Der VEREIN bedankt sich wiederum mit einem Nachspiel auf Kitzinger Platze. Und nicht „nur“ die erste Mannschaft, nein auch die „Dritte“ Nullviers gibt den Kitzingern gerne den ja stets benötigten Spielpartner. Ja! Der 1. Würzburger Fußballverein kann mittlerweile bereits drei aktive Herrenmannschaften aufs Feld führen. Ebenso befindet sich die erste Jugendelf des VEREIN gewaltig auf dem Vormarsch.

Dank der zwar nach wie vor knappen, aber eben doch vorhandenen finanziellen Mittel, verfügen inzwischen alle Spieler im VEREIN über richtige Fußballschuhe. Neben der, all die folgenden Zeiten überstehenden, heute noch existierenden kunstvoll gewebten VEREINS-Fahne, gehört auch ein schicker blau-weiß-schwarzer Trikotkoffer zur Grundausstattung des WFV. Lief der VEREIN in seinen Anfängen im klassischen weißen Hemd und schwarzer Hose (bzw. ganz in Weiß) auf, kann Nullvier jetzt ganz im Trend der Zeit auch mit einem längsgestreiften Outfit in Blau-Weiß aufwarten.

Die Talavera

1908 vermeldet die Vorstandschaft des 1. WFV 04 um Karl von Thüngen, Georg Kunert und Florian Simon den Vollzug des nächsten wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur eigenen Fußballvereins-Anlage. Der VEREIN pachtet ein umzäuntes Gelände in zentraler Lage. Von nun an können auch Eintrittsgelder eingenommen werden und mit diesen die Erlössituation der VEREINS-Kasse weiter aufgebessert werden. Obendrein entspricht das Areal der zunehmend vom Verband für die höheren Spielklassen formulierten Anforderung „einer abgeschlossenen Anlage“.

Der Ort der Wahl, die Talavera, der spätere Kiliani-Volksfest- und Veranstaltungsplatz Würzburgs hat neben seiner Zentralität und somit guten Erreichbarkeit, noch so einiges zu bieten. Feststehende Tore! Umkleiden und Waschgelegenheiten! Was für ein Luxus! Das aufwendige Auf- und Abbauen der Tore samt deren mühseliges „Verbringen“ zu einem nahe gelegenen Lagerplatz, wie dies noch am Kugelfang der Fall war, gehört somit der Vergangenheit an. Das Talaveraschlößchen, anno 08 von einer Stützmauer umgeben und eingefasst, bildet den reizvollen Blickfang. Thront ein wenig über dem übrigen Geländeniveau des Platzes und seiner angrenzenden Mainwiesen, dessen heutiges Höhenniveau mit auf der Einbringung von großen Massen an Schutts der im zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt fußt.

Mit dem „Eckartsgarten“ auf der gegenüberliegenden Mainseite, vis à vis der gründerzeitlichen Speicherhallen des bayrischen Staatshafen (dem heutigen „Alten“ bzw. „Pleicher-Hafen“) verfügt der 1. Fußballverein 04 nun sogar über ein wunderschönes, ja malerisches Vereinslokal, in dem der Überlieferung nach auch Leonhard Franks wilde Mainviertler, „die Räuberbande“, gerne zugegen war.

Dass der VEREIN nicht auch auf lange Sicht bereits auf seiner ersten Spielstätte auf der linken, der Zellerauer Mainseite heimisch wurde, ist wohl vor allem der dort gegebenen winterlichen Nutzungseinschränkung zuzuschreiben. Die Überschwemmungsgefahr durch die Hochwasser des Main, die in kalten Wintern teils für eine bizarre Eislandschaft hoch aufgetürmter Eisschollen auf der Talavera sorgten, die ein wahres Spielparadies für die Kinder seiner Zeit darstellte, ist dabei gar nicht zuvorderst gemeint. Nein. Die Haupteinschränkung der Talavera war die, dass sie seinerzeit der Würzburger Bevölkerung den beliebten Eislaufplatz gab. Und trotz wesentlich strengerer Winter als in späteren Tagen wurde gleichzeitig auch in der kalten Jahreszeit mit der allergrößten Selbstverständlichkeit Fußball gespielt. Auf Dauer benötigt der VEREIN somit ein dem Fußball ganzjährig und uneingeschränkt zur Verfügung stehendes Gelände. Aufgrund ihrer großen Vorzüge und Attraktivität bringt die Talavera die VEREINLER allerdings schon einmal einen gewichtigen Schritt näher, an die erträumte Sportanlage in möglichst auch eigener Hand. Der VEREIN erhält weiter Zulauf. Wächst und gedeiht.

Ein Lokalrivale tut sich auf

Alles paletti also! Würzburgs erstem Fußballverein geht es prächtig. Dies unter anderem auch, da man einen ersten Sturm im VEREIN gut überstanden hat. Eine Zwistigkeit, in deren Folge, die Schüler, die ursprünglich aus den ehemaligen Mannschaften der Mittelschulen zu Nullvier fanden, sich wieder vom VEREIN trennen. Mit weiteren ihrer Altersgenossen aus den Schulmannschaften gründen sie ihren eigenen separaten Sportklub. Benennen tut sich die Gruppe in Namensgleichheit zu den damals äußerst erfolgreichen Stuttgarter Kickers. Da ist er nun, der Lokalrivale des VEREIN. Es war ja auch an der Zeit. Würzburg hat sein Lokalderby.

Die „Lokalkämpfe“, so die zeitgemäß übliche Bezeichnung für die Derbys zwischen dem 1. Fußballverein 04 und dem Fußballklub Kickers (FWK) sind von Anfang an von großer Rivalität geprägt. Schließlich kennt man sich. Blickt teils sogar auf gemeinsame Tage im VEREIN zurück. Dementsprechend geht es im Spiel gegeneinander hoch her. Um jeden Zentimeter Boden wird schwer gefighted.

Sportbetrieb auf der Talavera

Im Spieljahr 1908/09 spielen die beiden Lokalmatadoren erstmals gemeinsam mit dem 1. FC 01 Bamberg, dem 1. FC Schweinfurt 05, und dem FV Viktoria Schweinfurt (der später zusammen mit Union Schweinfurt zum VfR 07 fusionieren wird) in einer Liga. Die fränkische Mainregion, der sogenannte „Ostmaingau“, bildet seinerzeit auf der zweiten Ligaebene den hiesigen Unterbau für die ranghöchste Klasse. In letzterer, die meist der Einfachkeit wegen schlicht als „Liga“ bezeichnet wird, spielen wiederum der Club, die SpVgg Fürth, der FC Franken, der SV Noris und der FC Concordia Nürnberg um den Einzug in die süddeutsche Meisterschaftsrunde. Am Ende der Saison belegt der VEREIN im Ostmaingau hinter Meister Bamberg (der sich auch in der anschließenden Aufstiegsrunde durchsetzt) und dem FWK (der zu Beginn seiner Tage eine erfolgreiche Phase durchlebt) einen achtbaren dritten Rang.

Anno 09 besteht der WFV aber beileibe nicht nur aus Fußball. Seit Anbeginn wird im VEREIN auch den Lauf-, Wurf- und Sprungwettbewerben der Athletik nachgegangen. Auf der Talavera nun die Premiere: Nullvier veranstaltet sein erstes selbst organisiertes Leichtathletik Sportfest. Vor allem Max Renkenberger, Universalsportgenie seinerzeit, zeichnet sich für das hohe Ansehen und erzielte Erfolge in der Leichtathletik im 1. Würzburger FV04 verantwortlich. Gleichzeitig ist der „lange Max“ auf dem Platz in der Ersten des VEREIN immer präsent. Ausrufezeichen die der WFV setzt, wie ein weithin beachtetes 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers auf der Talavera, bei dem der Ausnahmespieler auch als Torschütze glänzt, wären ohne Max Renkenberger wohl nur schwer zu setzen gewesen.

Im Fußball-Ligabetrieb spielt Würzburgs erster Fußballverein in den folgenden Jahren eine durchweg gute Rolle in der „Mainliga“ Frankens. Wie bereits in seinen allerersten Ligaanfängen 1905/06 und 1906/07 holt sich die Elf von der Talavera zweimal die Vizemeisterschaft. Auf, wie neben dem Platz versteht sich das Team, mit unter anderem Ludorf im Tor, Michel, Schäfer, Kehl, Renkenberger, Machold und Neisinger, das zeitweise gar mit fünf Engländern in seinen Reihen aufwarten kann (ein echtes Qualitätsmerkmal dieser ja noch immer frühen Fußball-Tage im Lande) schlicht bombig. Mit einer der beiden errungenen Vizemeisterschaften qualifiziert sich der VEREIN auch weiterhin für den ab 1912 als nordbayerische „A-Klasse“ an den Start gehenden Ligaunterbau.

Für die weitere Entwicklung des 1. Würzburger Fußballverein ist jedoch die Nachricht des Herbstes 1911, von eminent höherer Bedeutung: Auf der Suche nach einem geeigneten vereinseigenen Terrain meldet der Vorstand Vollzug! Endlich! Der VEREIN erwirbt sein eigenes Gelände!

Die „Zeller-Auen“ - Das Quartier des VEREIN

Von der Talavera gar nicht soweit entfernt – ein paar Stationen weiter, auf der noch recht neuen „Elektrischen“ - an der Frankfurter Straße, tut sie sich auf, die neue Heimat des 1. Würzburger Fußballverein 04. Bereits in den vergangenen vier Jahren hatte sich der VEREIN schon bestens mit dem Stadtteil auf den „Zeller Mainauen“ am Fuße des Festungsberg angefreundet. Nun geht es also mitten hinein in die aufstrebende Zellerau, dem Viertel, das auch heute noch den „Kiez“ des VEREIN darstellt.

Mitten hinein!? Nun ja, im Sinne geographisch-landschaftlicher Raumeinheiten: In jedem Falle. Im Sinne von Zentralität innerhalb eines vollständig entwickelten Stadtteiles dagegen: Nein, ganz und gar nicht. Denn im später so dicht bebauten Quartier rund um die zukünftig weitläufig angelegte und so großstädtisch anmutende Frankfurter Straße herrscht 1911, zumindest in den zentralen Bereichen des Viertels, noch gänzliche ländliche Idylle vor.

Die vorhandenen gründerzeitlichen Prachtbauten sind in dem der Altstadt mit Pleichervorstadt und Mainviertel zugewandten Osten der Zellerau konzentriert, sowie in ihren westlichen Randbereichen in Richtung Oberzell. Der Westen, mit Bürgerbräu-Areal und den ehemaligen Hallen des 1901 auf die gegenüberliegende Mainseite übergesiedelten Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer, gibt dabei den vornehmlich industriell geprägten Part des Stadtteil. Während im Osten, die mächtigen Wohn- und Geschäftshäuser zusammen mit den nicht minder prächtig daherkommenden Militärbauten der hier beheimateten Infanterie- und Artelleriekaserne die Szenerie beherrschen.

Die Zellerauer Mitte dagegen, dort wo der 1. Würzburger FV04 den Grund und Boden seines neuen Areal im Erbbaurecht erstanden hat, ist anno 11 praktisch noch völlig frei von jeglicher Bebauung. Eine prächtige Ausgangslage für die Entwicklung der VEREINS-eigenen Fußballsportanlage im Herzen Würzburgs zentral gelegenem linksmainischen Stadtbezirk.

Die Fußballvereins-Anlage an der Frankfurter Straße

Bei aller Vorfreude auf die neuen Möglichkeiten stellt der Bau der neuen Sportstätte allerdings auch eine gewaltige Herausforderung dar. Das Gelände befindet sich schließlich noch sozusagen in seinem „Urzustand“. Fällt von Süden nach Norden hin leicht ab und verfügt über keinerlei Erschließung, geschweige denn Infrastruktur. An eine Vergabe der notwendigen Arbeiten an ausführende Unternehmen ist nicht zu denken. Alleine für die Einebnung des Terrain müsste der VEREIN im Falle der Beauftragung 18.000 Mark berappen. Mittel, die dem 1. WFV 04 so schlichtweg nicht zur Verfügung stehen. Die Materialkosten, die etwa bei der Errichtung des Vereinsheimes anfallen, ja die sind im Budget des Projektes einkalkuliert. Das Herrichten des Areal aber bis zum kommenden Frühjahr, die eigentliche Arbeit also, die haben sich die VEREINLER selbst zur Aufgabe gesetzt.

Ein gewaltiges Vorhaben! Selbst für einen wie den 1. Würzburger Fußballverein, der es versteht anzupacken und gemeinsam Hindernisse zu überwinden. Selbst für diese erste Gründergeneration Nullviers: Echte Fußballpioniere voll des Tatendrang und der Schaffenskraft – ein „Mega-Vorhaben“. Doch es entspricht nicht dem Wesen des VEREIN groß herum zu lamentieren. Nein. Würzburgs erster Fußballverein mobilisiert alle seine Kräfte. Und alle, ja wirklich alle, ob Alt oder Jung, packen mit an.

Wahrlich darf sich dieser Tage der 1. WFV 04 den guten Ruf eines Arbeiterverein an das Revers heften. Eines Arbeiterverein im wahrsten Sinne des Wortes und der besten Güte! Wochenlang wird an der Frankfurter Straße geschuftet, gegraben, geschaufelt, die Walze gezogen. Das gesamte Areal, das neben noch freien Flächen ein Hauptspielfeld, einen Trainingsplatz und ein leichtathletisches Übungsfeld umfasst wird eingeebnet, angelegt, Länge um Länge mit einem massiven Holzzaun umplankt. Eine Wasserleitung wird gelegt. Das „alte“ Fußballheim mit zwei Umkleiden erstellt. …

Vollbracht!!!

Was für eine unglaubliche Eigenleistung des VEREIN. Mit vereinten Kräften, mitunter der Leitung von Lorenz Feser, erschaffen die VEREINLER ihr eigenes Paradies.

Sportplatzeröffnung 1912

Pfingstsonntag, 7. Juli 1912, 4 Uhr nachmittags. Gleich mehrere hundert Zuschauer bilden die Kulisse für das Eröffnungsspiel auf der neuen Fußballvereins-Anlage an der Frankfurter Straße. Der Mannheimer FC Phönix 02 kommt in den Genuss als allererster Gast in der neuen Spielstätte Nullviers anzutreten.

6. Juli 1912; Anzeige des VEREIN im Würzburger Generalanzeiger.

Gegen den frischgebackenen süddeutschen Vizemeister tritt der VEREIN wie folgt an: Im Tor steht Georg Horn. Münzel und der stattliche Michel`s Heiner stellen das Tandem in der Verteidigung. Scheuring und Johann Hildmann sind zusammen mit dem zentral agierenden Max Renkenberger in der Läuferreihe zu finden. Vorne stürmen die beiden Renker-Brüder, Joseph Schäfer, Anton Schuppel und Georg Kohlbauer.

Von Anpfiff weg, entwickelt sich ein munteres Spiel. Der haushoch favorisierte Gast aus Mannheim ist der erwartet schwere Gegner, spielt stark. Die Mannen in Blau-Weiß und Schwarz wissen dem jedoch gut zu entgegnen. Nullvier kreiert gar eine Unzahl guter Chancen vor dem Tor des MFC Phönix. Mit der Treffsicherheit ist es allerdings nicht zum allerbesten bestellt. Als dann aber Phönix die Hand im 16-er zur Hilfe nehmen muss, ist es so weit.

Der erste Torjubel ertönt auf dem Platze, auf dem in seiner Geschichte noch so viele folgen werden: 1:0! Unhaltbar verwandelt Münzel vom Punkt. Die MFC-ler, nicht gewillt die Führung des VEREIN „auf sich sitzen“ zu lassen, drehen nun ihrerseits gewaltig auf. Mit zwei Torerfolgen gelingt es Phönix auch, das Blatt zu seinem Gunsten zu wenden. Von Dauer ist die Führung des MFC jedoch nicht. Nach einem von Phönix-Torsteher Schred nur ungenügend abgewehrten hohen Ball von Joseph Schäfer ist es an Max Renkenberger, dem erfahrensten im Blau-Weißen Jersey, das Leder zum viel umjubelten Ausgleich in die Maschen zu jagen. Hin und her wiegt jetzt die Begegnung, bis dem MFC kurz vor dem Ende dann doch noch, dank eines, des heute als Schiedsrichter agierenden Georg Schäfer, zugesprochenen Elfmeter der Siegtreffer gelingt.