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Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. Auf sehr spezielle, romantische Weise findet Toni, der Hüttenwirt seine große Liebe in einer bezaubernden Frau, die aus einer völlig anderen Umgebung stammt als der markante Mann der Berge. Sie lernt durch ihn Schönheit und Idylle seiner Heimat kennen und lieben. Gemeinsam eröffnen die beiden allen Besuchern die Werte und Besonderheiten ihres Lebens auf der Alm. Romantik, Beschaulichkeit, dramatische Spannung und feinsinnige Gespräche: Das ist die Welt von Toni, dem Hüttenwirt, der sich niemand entziehen kann. Walli saß auf der Bank vor ihrem Altenteil und strickte. Als Magnus auf den Hof fuhr, legte sie das Strickzeug zurück in den Korb. Magnus stieg aus und ging zu ihr. »Grüß Gott, Walli! Was strickst du?« »Eine dicke Strickjacke für Eric.« »Das ist ein besonders schönes Muster.« »Das ist ein altes Muster. Früher trugen fast alle Buben graue Strickjacken und Pullover mit eingestrickten Figuren, meistens Rehe und Hirsche. Die Madln hatten dunkelblaue Sachen mit roten Mustern. Sie waren fröhlicher, meistens waren kleine rote Herzchen eingestrickt, oder es war ein Flechtmuster aus verschiedenen Farben.« Walli lächelte. »Ich stricke nur, wenn Eric es nicht sieht. Es soll eine Überraschung für ihn werden.« »Oh, dann ist Eric unterwegs. Ist er mit Coco Gassi?« »Nein, Sebastian war am späten Nachmittag hier. Er hat ihn mit hinauf zur Berghütte genommen. Eric übernachtet auf der Berghütte.« »Das ist schön.
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Walli saß auf der Bank vor ihrem Altenteil und strickte. Als Magnus auf den Hof fuhr, legte sie das Strickzeug zurück in den Korb.
Magnus stieg aus und ging zu ihr.
»Grüß Gott, Walli! Was strickst du?«
»Eine dicke Strickjacke für Eric.«
»Das ist ein besonders schönes Muster.«
»Das ist ein altes Muster. Früher trugen fast alle Buben graue Strickjacken und Pullover mit eingestrickten Figuren, meistens Rehe und Hirsche. Die Madln hatten dunkelblaue Sachen mit roten Mustern. Sie waren fröhlicher, meistens waren kleine rote Herzchen eingestrickt, oder es war ein Flechtmuster aus verschiedenen Farben.«
Walli lächelte.
»Ich stricke nur, wenn Eric es nicht sieht. Es soll eine Überraschung für ihn werden.«
»Oh, dann ist Eric unterwegs. Ist er mit Coco Gassi?«
»Nein, Sebastian war am späten Nachmittag hier. Er hat ihn mit hinauf zur Berghütte genommen. Eric übernachtet auf der Berghütte.«
»Das ist schön. Eric versteht sich gut mit Sebastian.«
»Das stimmt. Sind Martin und Katja drinnen?«
»Nein, sie sind auf einem gemeinsamen Abendspaziergang mit Coco. Sie müssten aber bald zurück sein. Willst du auf sie warten?«
»Wenn ich nicht störe«, antwortete Magnus.
»Was redest du da für einen Schmarren?«, schimpfte Walli. »Komm, wir gehen rüber und warten gemeinsam!«
Magnus folgte Walli über den Hof in das große Bauernhaus, in dem Martin und Katja wohnten und wo Martin seine Praxis hatte.
Wallis Ehe war kinderlos geblieben. Das Verhältnis zwischen Walli Schwanninger und Doktor Martin Engler ähnelte einer Mutter-Sohn-Beziehung. Gegen eine Leibrente hatte sie ihm den Schwanninger Hof überschrieben und lebte im Altenteil. Das waren zwei größere Zimmer, eine kleine Kammer, ein Bad und die Küche. Alles war ebenerdig, und der Flur führte auf den großen Hof. Doch Walli hielt sich den ganzen Tag bei Martin und Katja auf.
»Nimm Platz!«, sagte Walli. »Magst du einen Kaffee?«
Magnus lehnte ab. Er sagte, er habe sich im Café Jacob einen Kaffee für unterwegs geholt und ihn am Bergsee getrunken. Walli holte ihm ein Bier.
»Magnus, du siehst heute nicht gut aus, wenn ich das sagen darf. Du wirkst ein bisserl gestresst.«
Doktor Magnus Moser schmunzelte. Er trank einen Schluck Bier.
»Nun ja, es war eine anstrengende Woche, Walli. Es gab viele Gerichtstermine und neue Mandanten. Vielleicht bin ich urlaubsreif. Aber an einen längeren Urlaub ist noch nicht zu denken. Zuerst fahren meine Eltern in Urlaub. Danach planen Charlotte und ich, mit den Kindern mehrere Wochen hier in Waldkogel zu verbringen. Wie jedes Jahr können wir die Kuhalm als Ferienhaus nutzen. Von dort aus kommen wir schnell auf die Berghütte, hinüber auf die Ziegenalm oder ins Tal. Wir freuen uns schon darauf. Besonders die Kinder fragen fast jeden Tag, wann es endlich soweit ist.«
»Kinder haben ein anderes Zeitgefühl als wir Erwachsenen«, sagte Walli.
»Das stimmt. Jetzt verbringen wir erst einmal ein langes Wochenende hier. Die Kinder sind am liebsten auf der Ziegenalm. Sie werden auch dort übernachten. Zusammen mit den Kindern von Wendy und Henk wollen sie Hüttenboden spielen und alle zusammen auf dem Fußboden schlafen. Das haben sie schon öfters gemacht. Sie haben viel Spaß daran. Charlotte freut sich, ihren Großvater zu sehen. Er ist meistens dort, wenn er nicht mit Addi im Chalet in Kirchwalden ist oder in der Villa in München.«
»Ich finde die innige Altersfreundschaft zwischen Alois und Addi sehr schön.«
Magnus lächelte.
»Das ist sie. Jetzt ist keiner mehr von ihnen einsam. Okay, Alois war in dem Sinn nie einsam. Er hatte Toni und Anna und später Sebastian und Franziska. Addi hatte ihren Großneffen Henk bei sich. Aber jemanden im gleichen Alter in der Nähe zu haben, ist etwas anderes.
»Recht hast du«, sagte Walli. »Und warum bist du nicht auf der Ziegenalm?«
»Ich habe bei Oberin Justina Unterlagen abgeholt. Es gilt da noch einiges zu regeln, bevor Eric ins Internat zieht.«
»Ja, so eine Vormundschaft macht Arbeit«, sagte Walli.
»Als Arbeit sehe ich die Sache nicht. Eric zu helfen und zu sehen, wie er von Woche zu Woche aufblüht, gibt mir viel. Er ist ein lieber Bub. Es ist so schön, dass er wieder spricht.«
»Ja, das ist es, Magnus. Eric wird von Tag zu Tag lebhafter. Hast du inzwischen etwas über sein Elternhaus herausbekommen? Was für Leute waren seine Eltern charakterlich? Du weißt schon, was ich meine.«
Magnus seufzte leise. Er nippte an seinem Bier.
»Ja, ich habe mich umgehört. Ich habe so dies und das erfahren. Aber ich kann mir noch kein richtiges Bild machen. Die Leute, ehemalige Nachbarn und so weiter, sie reden viel. Jeder berichtet aus seiner Sicht. Die Menschen sehen den anderen immer vom eigenen Standpunkt aus. Da spielen viele Faktoren mit, auch Neid und Missgunst. Manche geben sich als Besserwisser und erzählen unglaubliche Geschichten über Erics Eltern. Ich fragte mich während der Gespräche, warum sie das tun. Was ist Tatsache und was ist erfunden, ausgeschmückt, umgedeutet, uminterpretiert? Ich behaupte nicht, dass alles Lüge ist. Jedenfalls habe ich kein einheitliches Bild bekommen.«
»Das macht dir zu schaffen, Magnus?«
»Ja, Eric ist für mich kein Fall, er liegt mir am Herzen. Ich möchte alles so regeln, dass er glücklich ist. Dazu wäre es gut, wenn ich mehr wüsste.«
Walli hatte sich einen dünnen Kaffee gemacht und setzte sich zu ihm an den großen Tisch.
»Erzählt Eric gelegentlich etwas von früher?«, fragte Magnus.
Walli schüttelte den Kopf. Sie nippte an ihrem Kaffee.
»Nein, eigentlich nicht. Okay, Katja und ich haben teilweise herausgefunden, was er gern isst. Aber das ist alles. Er liest viel, fährt auf Martins altem Fahrrad herum und besucht Susi Kornmayer. Wenn Susi hierherkommt, spielen sie mit Coco im Hof, oder sie gehen hinauf in Erics Zimmer. Sie puzzeln viel und machen Gesellschaftsspiele. Ich denke, es wäre gut, wenn Eric nicht nur mit Susi befreundet wäre. Doch das kommt wohl von selbst, wenn die Schule begonnen hat. Benno kommt öfters vorbei. Er ist der Klassensprecher. Die beiden Buben machen dann Radtouren. Ich bin gespannt, wie sich Eric weiter in Waldkogel einlebt. Aber ich bin ganz zuversichtlich. Ich will dir sagen, was ich denke, Magnus. Eric trauert noch. Deshalb erzählt er nichts. Wenn er von seinen Eltern und der Vergangenheit spräche, würde alles wieder lebendig. Das kann er noch nicht ertragen.«
»Das denke ich auch. Ich will ihn nicht drängen, etwas zu erzählen. Aber es gibt behördliche Zwänge, –so will ich es mal übertrieben ausdrücken. Es werden Fragen auftauchen. Um dann die richtige Entscheidung treffen zu können, müsste ich mehr wissen. Momentan tappe ich im Dunkeln.«
Walli sah ihn fragend an.
»Wie meinst du das?«.
Magnus überlegte kurz. Wie weit sollte und konnte er Walli ins Vertrauen ziehen?
»Walli, ich erkläre es dir. In der Akte des Jugendamts in München steht, dass Eric von einer Familie als Pflegekind aufgenommen oder adoptiert werden kann. Manuela brachte den Vermerk an, dass nach mehreren gescheiterten Versuchen davon Abstand genommen werden soll. Diese Akte wurde an das Amt in Kirchwalden überstellt. Aber werden sie sich an den Vermerk halten? Da ich Erics Vormund bin, wird jeder entsprechende Antrag zuerst an mich gehen. Aber wie soll ich dann entscheiden?«
»Ablehnen, natürlich!«, platzte Walli heraus.
»Aber ich muss Eric davon berichten. Ich kann ihn nicht übergehen. Auch wenn Kinder erst ab dem Alter von zwölf Jahren ein Mitspracherecht haben, bei wem sie leben wollen. Damit habe ich Erfahrung aus Scheidungs- und Sorgerechtsprozessen. Eric ist zwar nicht so alt, aber er ist reifer als Kinder in seinem Alter. Er ist hochbegabt und hat einige Schulklassen übersprungen. Ich will die Entscheidung Pflegefamilie oder Internat nicht über seinen Kopf hinweg treffen. Ich wüsste gern, wie Eric über die Aufnahme in eine Pflegefamilie denkt.«
»Das musst du ihn selbst fragen, Magnus. Eric spricht wieder. Dass es bei den Pflegefamilien, in denen er war, schiefgegangen war, lag sicher zum größten Teil daran, dass er nicht sprach und deshalb niemand an ihn herankam.«
Walli nippte an ihrem Kaffee und sagte:
»Darf ich dir einen Rat geben?«
»Sicher, Walli, nur zu!«, antwortete Magnus.
»Verbringe einfach mehr Zeit mit Eric! Er mag dich. Erkläre ihm noch einmal deine Aufgabe als Vormund. Eric ist ein kluger Bursche. Er wird verstehen, dass du mehr über ihn wissen musst. Lass dir berichten, wie es in den Pflegefamilien gelaufen war. Nebenbei fragst du ihn, ob er es irgendwann doch noch einmal mit einer Pflegefamilie versuchen will.«
Magnus rieb sich das Kinn.
»Ich werde mit ihm eine Wanderung machen und vielleicht am Berg biwakieren. Ist das eine gute Idee?«
»Genauso hatte ich es mir gedacht«, antwortete Walli. »Fange es behutsam an! Ihr unternehmt eine schöne Wanderung und übernachtet in einer Schutzhütte. Sprich mit Toni! Er kann Proviant in einer abgelegenen Schutzhütte deponieren. Ihr spielt ein bisserl Pfadfinder. Warst du bei den Pfadfindern, Magnus?«
»Ja, alle Buben meiner Klasse waren bei den Pfadfindern. Das ist auch so eine Sache. War Eric bei den Pfadfindern? Es gibt so viel, was ich nicht von ihm weiß.«
»Er wird es dir sicher sagen, Magnus. Es ist doch eine unverfängliche Frage.«
»Das ist eine gute Idee, Walli. Vielen Dank für die Anregung!«
Magnus trank sein Bier aus.
»Walli, ich werde das noch heute anpacken«, sagte Magnus.
Er schaute auf die Uhr.
»Ich muss rauf zur Ziegenalm. Ich habe den Kindern versprochen, sie dürften aufbleiben, bis ich komme. Charlotte wird schon ungeduldig warten.«
Magnus stand auf und verabschiedete sich. Walli ging mit hinaus.
»Grüße Martin und Katja von mir!«, sagte er.
»Das mache ich. Grüße du mir alle auf der Ziegenalm!«
Magnus stieg ins Auto und fuhr davon. Er winkte aus dem offenen Autofenster.
Walli holte ihr Strickzeug und strickte weiter.
*
Auf der Berghütte herrschte Trubel, wie das in der Hochsaison und besonders zum Wochenende üblich war. Sophie war genervt. Wenn sie sich auf der Terrasse aufhielt, wurde sie fast ständig auf ihre baldige Mutterschaft angesprochen. Toni machte den Vorschlag, dass Sebastian und Sophie das Wochenende auf der Ziegenalm verbringen und dort auch übernachten sollten. Charlotte und ihre Familie würden ebenfalls dort sein.
»Kann ich mitkommen?«, fragte Eric.
»Aber sicher! Ich nehme an, Magnus freut sich dich zu sehen. Er wird dir sicher aus München etwas mitgebracht haben.«
Eric lächelte und sagte:
»Vielleicht hat er die Bücher dabei.«
»Hast du dir Bücher gewünscht?«, fragte Sebastian.
Eric nickte eifrig.
»Ja, ich habe ihm eine Liste mitgegeben«, antwortete Eric.
Er zählte die Titel auf und strahlte dabei.
Sie packten einige Sachen zusammen und machten sich auf den Weg ins Tal.
Der Weg von der Berghütte hinunter auf die Ziegenalm war für die hochschwangere Sophie nicht so beschwerlich, wie Sebastian befürchtet hatte.
Berti und Anderl, Wendys und Henks Zwillinge, und Hedi und Moritz, die Kinder von Charlotte und Magnus, freuten sich, Eric zu sehen. Sie spielten zusammen auf den Almwiesen und im nahen Wald. Charlotte und Wendy schauten nach ihnen.
»Kinder, jetzt ist es genug«, rief Wendy. »Kommt rein!«
»Waschen und ab ins Bett!«, sagte Charlotte.
Hedi und Moritz protestierten. Magnus habe ihnen versprochen, dass sie aufbleiben dürften, bis er käme. Aber Charlotte ließ sich nicht erbarmen. Schließlich durften alle, bis auf Eric, in einem Zimmer schlafen und Hüttenboden spielen.
»Bist du auch müde, Eric?«, fragte Charlotte.
»Nein, ich bin auch schon älter«, antwortete Eric.
Charlotte schmunzelte. Sie strich ihm durch seine rotblonden Locken.
Eric setzte sich neben die alte Hündin Bella und bürstete ihr Fell. Dabei lächelte er still vor sich hin.
»Dir gefällt Bella. Du magst sie?«
»Mmm, früher … also vor …«, Eric zögerte. »Du weißt schon. Früher wollte ich immer einen Hund. Auch deshalb gefällt mir es in Waldkogel. Bei Martin und Katja gibt es Coco, die mag ich besonders. Auf der Berghütte ist Benno, und hier ist Bella. Stimmt es, dass Bella Bennos Mama ist?«
»Ja, das stimmt«, antwortete Wendy.
»Und wer ist der Papa?«, fragte Eric.
»Wer der Rüde ist, weiß ich nicht. Das müsste ich in den Papieren nachsehen«, sagte Wendy.
»Die Mühe musst du dir nicht machen«, beschwichtigte Eric. »Wenn du es nicht weißt, ist es nicht schlimm. Der Rüde ist bestimmt nicht aus Waldkogel oder der Umgebung, sonst würdest du ihn kennen oder wüsstest es.«
Wendy schmunzelte.
»Du bist ein kluger Junge. Du solltest Anna danach fragen. Ihre Großeltern wohnen in Norddeutschland in der Nähe der holländischen Grenze und züchten Neufundländer. Benno und Bella kommen von dort.«
»Annas Großeltern müssen sehr alt sein«, sagte Eric.
»Das vermute ich auch. Aber sie sind noch sehr rüstig. Das gibt es, dass Leute sehr alt werden und noch fit sind. Denke mal an Addi und an Alois!«
»Und an Walli!«, fügte Eric an. »Ich finde das gut, dass Leute sehr alt werden. Das gibt es oft, wenn sie keinen Unfall haben und sterben«, sagte Eric leise.
Er sah dabei sehr traurig aus.
Wendy stockte der Atem. Es war das erste Mal, dass Eric einen Bezug zu seinen Eltern herstellte. Wendy hielt es für klüger, nicht auf Erics Bemerkung einzugehen. Sie ließ ihn wieder allein und ging in die Almhütte.
»Grüß Gott, Eric! Ich freue mich, dich zu sehen.«
Eric grüßte Magnus und bürstete Bella weiter.
»Ich freue mich auch«, murmelte Eric.
»Wie geht es dir?«
»Gut!«
»Das freut mich. Ich war bei Oberin Justina und habe Unterlagen abgeholt.«
»Weil ich nach den Sommerferien ins Internat komme?«
»Genau. Ich werde dir morgen davon erzählen. Ich soll dich herzlich von ihr grüßen«, sagte Magnus.
»Danke! Oberin Justina ist sehr nett.«
»Ja, sie ist sehr nett. Und sie hat ein großes Herz.«
Eric stand auf und sagte:
»Bella, genug für heute!«
Er legte die Bürste auf die Bank und setzte sich.
Dann legte er den Kopf etwas schief und sah Magnus an.
»Du kannst mir auch jetzt von deinem Besuch bei der Oberin erzählen. Ich habe Zeit«, sagte Eric.
»Okay, das mache ich. Aber zuerst gehe ich kurz rein und begrüße alle. Einen Happen essen möchte ich auch noch.«
Eric nickte.
Nach dem Essen nahm Magnus Eric mit hinüber auf die Kuhalm. Eric mochte Kühe und würde dort entspannter sein, dachte Magnus, denn er wollte mit ihm ein ernstes Gespräch führen. Charlotte war bei Wendy geblieben und wollte später kommen, damit Magnus mit Eric allein war und ungestört mit ihm sprechen konnte.
Magnus reichte Emil eine Flasche Orangenlimonade. Für sich holte er eine Flasche Bier aus der Speisekammer.
Sie setzten sich vor der Almhütte auf die Bank hinter dem Tisch.
»Prost, Eric!«
»Prost, Magnus!«
Sie schlugen die Flaschen aneinander und tranken.
»So, Markus, es kann losgehen«, sagte Eric.
Magnus zeigte Eric die Unterlagen für das Internat.
»Schau, das ist deine Anmeldung. Internatszöglinge, also Kinder, die dort wohnen, können ab zwölf Jahren mit unterschreiben. Du bist noch nicht so alt. Du wirst erst elf. Aber du hast Schuljahre übersprungen und besuchst im nächsten Schuljahr schon die Mittelstufe, zusammen mit den großen Madln und Buben. Also dachten Oberin Justina und ich, dass du auch mit unterschreiben kannst, wenn du magst. Willst du?«
»Mmm, wo?«
Magnus zeigte ihm das Anmeldeblatt.
»Da steht viel drauf. Kann ich das lesen?«, fragte Eric.
