Der Weg der 12 Seelen - Anna Igelmann-Kirk - E-Book

Der Weg der 12 Seelen E-Book

Anna Igelmann-Kirk

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Beschreibung

Lou lebt ein ganz normales Leben. Zumindest glaubt sie das. Hin und wieder spürt sie den unterdrückten Schmerz, schafft es aber immer wieder ihn beiseitezuschieben und ihr Leben mit ihrer kleinen Familie zu meistern. Es gelingt ihr bis zu dem Zeitpunkt, als ihr eine Frau im Traum begegnet, die ihr sagt, sie solle erwachen und ihr Feuer aus dem dunklen Wald zurückholen. Dieser Traum bringt Lous Leben ein wenig aus der Bahn und lässt sie nicht mehr los, sodass sie versucht herauszufinden, was es mit dem Erwachen und dem Feuer im Wald auf sich hat. Als sie die Antwort darauf gefunden hat, beginnt eine abenteuerliche Reise für Lou. Sie macht sich auf den Weg in den dunklen Wald und begegnet dabei zwölf wunderbaren Frauen, die ihr einen Teil von ihr selbst zurück schenken. Teile, die schon lange Zeit im verborgenen lagen.

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Seitenzahl: 84

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Liebe*r Leser*in

Ich freue mich, dass du dieses Buch in deinen Händen hältst. Ich glaube nicht an Zufälle, daher wird es einen ganz bestimmten Grund haben, dass mein Buch zu dir gekommen ist. Die Entstehung dieses Buches ist keinem Plan gefolgt. Es war nie eine Vision von mir, dass ich mal ein Buch schreiben werde. Dieses Buch wurde nicht von mir, sondern eher durch mich geschrieben. Die Gedanken waren auf einmal in meinem Kopf und wollten herausgeschrieben werden. Der Inhalt dieses Buches stammt also aus der Tiefe meines Herzens. Mein eigenes Leben spiegelt sich in vielen Momenten der Protagonistin wider.

Das Schreiben dieses Buches hat mich auf meinem Heilungsweg noch ein Stück weitergebracht und ich hoffe sehr, dass auch dein Herz berührt wird und dass auch bei dir Prozesse angestoßen werden, die dich mehr zu deinem wahren Selbst führen.

Wir können uns gegenseitig daran erinnern, warum wir eigentlich hier auf Erden sind. Gemeinsam können wir uns an die Hand nehmen und wieder ganz werden. Uns erinnern, was es bedeutet, wieder die Liebe und das Licht zu werden, das wir einst gewesen sind. Ich wünsche mir für diese Welt, dass wir erwachen und heilen. Dieses Buch soll für dich ein Wegweiser in den dunklen Wald sein, damit auch du dein Feuer wieder zurückholen kannst. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen und danke dir von Herzen für die Zeit, die du diesem Buch und dir selbst damit schenkst.

Deine Anna

Hier oben stehe ich und halte die Fackel in meinen

Händen. Ich halte sie für dich, ich halte sie für mich, ich halte

sie für all unsere Schwestern. Ich halte sie, weil es meine

Aufgabe in diesem Seelenleben ist.

Inhaltsverzeichnis

PROLOG

KAPITEL 1

KAPITEL 2

KAPITEL 3

KAPITEL 4

KAPITEL 5

KAPITEL 6

KAPITEL 7

KAPITEL 8

DIE MAGIE DES DUNKLEN WALDES

DIE PRIESTERIN

DIE HEILERIN

DIE KRIEGERIN

DIE KÜNSTLERIN

DIE JUNGFRAU

DIE MUTTER

DIE KÖNIGIN

DIE LIEBENDE

DIE WANDLERIN

DIE WEGBEGLEITERIN

DIE WILDE FRAU

DIE ALTE WEISE

DIE BEFREIUNG DES FEUERS

EPILOG

ERWACHEN

DANKSAGUNG

ÜBER DIE AUTORIN

PROLOG

KAPITEL 1

Als meine Seele den Weg in dieses Leben gefunden hat, durfte sie eine Zeitlang die bedingungslose Liebe einer Mutter erfahren. Wir alle kommen als reines Licht zur Welt, vollkommen und voller Liebe. Sie sind alle da, unsere gesamten Anteile, die uns innewohnen. Erst die Erfahrungen unseres Lebens lassen sie verschwinden. Sie werden in dunkle Ecken unserer Seele gedrängt und finden nur schwer wieder den Weg zurück. Ich kann nicht genau sagen, wann welche Anteile von mir verschwunden sind, doch ich weiß um die Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe, die ihren großen Teil dazu beigetragen haben.

Ich bin nun Mitte Dreißig und in letzter Zeit frage ich mich immer häufiger, ob das alles vom Leben ist, was ich spüre. Ich habe einen Beruf, den ich pflichterfüllend ausübe, der mir aber keinen wirklichen Sinn verleiht. Trotzdem bin ich engagiert, die Kollegen sind nett und ich arbeite mich nicht kaputt. Mein Mann bemüht sich immer, es mir recht zu machen und ist ein so herzenslieber Vater. Meine Kinder sind wunderbar und ich versuche sie so aufwachsen zu lassen, dass sie meine bedingungslose Liebe so oft wie möglich und vor allem so lange wie möglich spüren können. Im Grunde kann man also sagen, dass mein Leben ziemlich in Ordnung scheint und es mir gut gehen müsste.

Doch dann sind da noch so viele Schmerzen auf körperlicher und seelischer Ebene. In vielen stillen Momenten kommen sie raus und wollen sich einen Weg an die Oberfläche bahnen, doch ich habe eine gute Strategie entwickelt, sie schnell wieder beiseitezuschieben, um weiterhin zu funktionieren und meine verschiedenen Rollen bedienen zu können.

Doch in letzter Zeit ist irgendetwas anders. Mir fällt es immer schwerer die Schmerzen zu ignorieren und ich träume ziemlich verwirrende Sachen.

Mein Mann versucht mich gelegentlich zu überreden, mal einen Kurs zur Selbstfindung zu besuchen, oder mal wieder mehr Sport zu machen, um wieder einen besseren Zugang zu meinem Körper zu bekommen. Von diesen Kursen halte ich nicht sonderlich viel. Ich denke eher, dass die Menschen versuchen Geld zu machen, indem sie den Leuten verkaufen, sie könnten sie heilen. Vielmehr glaube ich, dass wir den Schlüssel zur Lösung all unserer Probleme bereits in uns tragen und ich bin davon überzeugt, dass ich diesen Schlüssel noch finden werde.

Der Zugang zu meinem Körper ist spätestens nach der Geburt meiner Kinder verloren gegangen. Der Bauch ist mit Narben übersäht, hier und da habe ich einige Fettpolster und in meinen braunen, schulterlangen Haaren entdecke ich immer mehr graue Haare. Für meine braunen Augen bekomme ich häufig Komplimente und mein Mann vergleicht sie gerne mit denen eines Rehs. Ich habe von Natur aus dunkle, lange Wimpern, worum mich viele Frauen beneiden. Im Sommer ist meine Nase mit Sommersprossen übersät, die mein Mann immer ziemlich niedlich findet.

Da ich in einem Großraumbüro arbeite, trage ich häufig Hosenanzüge und Kleider. Letztere bevorzuge ich, denn in Hosenanzügen fühle ich mich meist sehr maskulin.

Meine Eltern haben mir den Namen Louisa gegeben, doch als ich mich immer mehr von meinem Elternhaus abgegrenzt habe, gab ich mir den Namen Lou und stelle mich neuen Menschen auch nur noch so vor.

KAPITEL 2

Heute ist ein besonders komischer Tag. Mit beiden Händen umklammere ich meine Teetasse und denke über die letzte Nacht nach. Im Haus ist es noch still, denn ich bin vor allen anderen aufgestanden. Ich hatte eine sehr unruhige Nacht mit einem intensiven Traum, der mich nicht mehr loslässt.

Eine Frau ist mir begegnet und sagte mir, dass ich erwachen soll. Dass nun meine Zeit gekommen sei, mir mein Feuer zurückzuholen, was mir vor sehr langer Zeit genommen wurde. Ich habe versucht, aus dem Traum aufzuwachen, wie es mir die Frau gesagt hat, doch ich habe es nicht geschafft.

Mein Mann kommt verschlafen in die Küche, verwundert darüber, dass ich schon wach bin, denn normalerweise ist er es, der zuerst aufsteht und die Kinder fertig macht, bis schließlich mein Wecker klingelt.

„Lou, Liebling, ist alles in Ordnung?“, fragt er besorgt.

Ach, dieser liebe Kerl, der mir manchmal etwas zu lieb erscheint.

„Ja, mach dir keine Sorgen. Ich hatte nur einen komischen Traum und konnte danach nicht mehr einschlafen.“

Mit diesen Worten stehe ich auf und beginne mit meinen Morgenritualen. Nachdem ich im Badezimmer fertig bin, mache ich mein morgendliches Yoga, was mir dabei hilft, meine körperlichen Symptome gut im Griff zu haben. Bedingt durch meine Arbeit macht mir mein Rücken immer wieder Probleme. Zudem habe ich in den letzten Jahren immer mehr gespürt, dass mein Körper langsam versteift. Yoga verleiht mir eine Geschmeidigkeit, sodass mir alltägliche Bewegungen wieder leichter fallen. Außerdem bringt mich Yoga wieder näher zu meinem Körper. In keiner Sportart spüre ich meinen Körper so intensiv wie hier. Es fühlt sich so an, als würde sich mein Körper meinem Geist öffnen und sich führen lassen, sodass ich genau die Bewegungen ausführe, die mir in diesem Moment guttun.

Heute nehme ich mir noch einen Moment Zeit, um zu meditieren. Ich habe mal gehört, dass man in der Stille Antworten auf Fragen der Seele finden kann und Träume sind ja bekanntlich ein Ausdruck des Unterbewusstseins. Ich sitze nun also da und lausche der Stille. Die Konzentration auf meinen Atem hilft mir dabei, die Gedanken ziehen zu lassen, genauso, wie es mir in einem Yoga-Kurs einmal beigebracht wurde.

Doch das Einzige was ich nun spüre, sind all die Gefühle, die sich wieder einen Weg nach oben bahnen wollen. Schnell unterbreche ich die Meditation und begebe mich in den morgendlichen Trubel meiner Kinder, die mittlerweile vor der Tür herumhopsen.

Mit meinem perfekt geübten Lächeln gehe ich auf meine Kinder zu und wünsche ihnen einen guten Morgen. Meine Tochter nimmt mich liebevoll in den Arm und gibt mir einen Kuss. Ich kann ihr nichts vormachen, sie ist ein sehr sensibles Mädchen und weiß sofort, wie es hinter meiner Fassade aussieht.

Sie nimmt mich an die Hand und zeigt mir ein Bild, welches sie am gestrigen Tag gemalt hat. Darauf sind sie und ich zu sehen, umgeben von drei Engeln. Sie sagt, dass einer unser Schutzengel ist, der auf uns aufpasst, einer unser Traumengel, der unsere Wünsche erfüllt und einer unser Naturengel, der die Pflanzen und Tiere beschützt.

Meine wunderbare kleine Tochter hat mit ihren sechs Jahren eine so unglaublich großartige Fantasie und Verbindung zu mystischen Wesen. Ich beneide sie für ihre Offenheit und wünsche mir für einen Moment, auch wieder so klein und rein zu sein.

Voller Liebe nehme ich sie nochmals fest in die Arme und animiere sie dann dazu, sich fertig zu machen, damit ich pünktlich auf der Arbeit ankomme, denn die Kinder zur Schule zu bringen, ist meine Aufgabe. Auf dem Weg in die Küche sehe ich durchs Fenster meinen achtjährigen Sohn, der seine morgendliche Energie auf unserem Trampolin rauslässt. Auch er fasziniert mich auf eine Art und Weise und lässt mich voller Liebe sein, so dass mein Herz droht zu platzen.

Nachdem wir endlich alle fertig sind, steigen wir ins Auto, drehen unsere Lieblingsmusik auf und singen lauthals mit.

Auf der Arbeit angekommen, sichte ich die Post, die es morgens erstmal zu verteilen gilt. Während ich durch den Stapel schaue, fällt mir ein Magazin in die Hände auf dem groß steht: „Eine Anleitung zum spirituellen Erwachen!“

Neugierig nehme ich mir das Heft und setze mich hin. Ich bin der Überzeugung, dass es keine Zufälle im Leben gibt und dass alles aus einem bestimmten Grund passiert, egal was es ist. Nach meinem Traum heute Nacht, kann dies also kein Zufall sein. Ich schlage das Heft auf und beginne zu lesen.