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Ein neues blumenmagisches Zauberabenteuer der »Dein SPIEGEL«-Bestsellerreihe Tilda und Anni fahren zu einem Kurzurlaub ins Wiesental, in eine kleine Hütte mitten im Wald. Sogar Dackel Floh kommt mit! Und das Beste daran: Ganz in der Nähe wohnt ihr neuer Freund Lilian auf dem Wiesenhof. Als sie ankommen, laufen dort bereits die Vorbereitungen für ein großes Hoffest. Doch dann verschwindet plötzlich die Lachblume, die bei der Feier für gute Laune sorgen sollte. Ob dahinter der freche Forsthaus-Michel und seine Fußballfreunde stecken? Tilda, Anni und Lilian haben alle Hände voll zu tun, die magische Pflanze wiederzufinden und das Fest zu retten. Aber Vorsicht, das Zauberblumengeheimnis darf nicht entdeckt werden! Fliegend wie ein Vogel, bärenstark und unsichtbar – mit den magischen Blumen aus dem Zaubergarten meistern die Freunde Tilda, Anni und Lilian auch die gefährlichsten Abenteuer. Der fünfte Band der erfolgreichen Reihe – mit vielen magischen Bildern von Eva Schöffmann-Davidov Alle Bände der Reihe »Der Zaubergarten«: Band 1: Geheimnisse sind blau Band 2: Abenteuer können fliegen Band 3: Überraschungen haben Fell Band 4: Freundschaft macht lustig Band 5: Wunder blühen bunt Band 6: Ferien bringen Glück (erscheint im Sommer 2022) Reihe bei Antolin gelistet
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Seitenzahl: 159
Veröffentlichungsjahr: 2022
Nelly Möhle
Band 5
((Vignette Blume, vgl. Band 1 bis 4))Mit Bildern von Eva Schöffmann-Davidov
Ein neues blumenmagisches Zauberabenteuer der »Dein SPIEGEL«-BestsellerreiheTilda und Anni fahren zu einem Kurzurlaub ins Wiesental, in eine kleine Hütte mitten im Wald. Sogar Dackel Floh kommt mit! Und das Beste daran: Ganz in der Nähe wohnt ihr neuer Freund Lilian auf dem Wiesenhof. Als sie ankommen, laufen dort bereits die Vorbereitungen für ein großes Hoffest. Doch dann verschwindet plötzlich die Lachblume mit den vielen bunten Blütenblättern, die bei der Feier für gute Laune sorgen sollte. Ob dahinter der freche Forsthaus-Michel und seine Fußballfreunde stecken? Tilda, Anni und Lilian haben alle Hände voll zu tun, die magische Pflanze wiederzufinden und das Fest zu retten. Aber Vorsicht, das Zauberblumengeheimnis darf nicht entdeckt werden!Fliegend wie ein Vogel, gepardenschnell und unsichtbar – mit den magischen Blumen aus dem Zaubergarten meistern die Freunde Tilda, Anni und Lilian auch die gefährlichsten Abenteuer.Der fünfte Band der erfolgreichen Serie – mit vielen magischen Bildern von Eva Schöffmann-Davidov
Serie bei Antolin gelistet
Weitere Informationen finden Sie auf www.fischerverlage.de
© privat
Nelly Möhle liebte es als Kind, durch den riesigen Garten ihrer Großeltern zu streifen und sich Geschichten auszudenken. Zwischen Rosenranken und Tannenbäumen ließ sie ihrer Phantasie freien Lauf, und irgendwann begann sie, ihre Geschichten aufzuschreiben. Der Zaubergarten ist Nelly Möhles erste Kinderbuchserie und landete mit dem ersten Band direkt auf der »Dein SPIEGEL«-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrer Familie, einem Hund und einer hundertjährigen Schildkröte in Offenburg.
© Klaus Renner
Eva Schöffmann-Davidov ist eine der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchillustratorinnen Deutschlands. Nach ihrem Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Augsburg machte sie sich in der Kinder- und Jugendliteratur schnell einen Namen und gewann im Lauf ihrer Karriere zahlreiche Preise für ihre Gestaltungen. Als Fachhochschuldozentin gab sie ihr Wissen und ihre Erfahrung auch an junge Künstler weiter. Heute illustriert sie Kinderbuchserien und Jugendbücher unter anderem von Bestsellerautorinnen wie Kerstin Gier oder Tanya Stewner. Die Illustratorin lebt mit ihrer Familie in Augsburg.
Weitere Informationen zum Kinder- und Jugendbuchprogramm der S. Fischer Verlage finden Sie unter www.fischerverlage.de
Alle Bände der Serie Der Zaubergarten:
Band 1: Geheimnisse sind blau
Band 2: Abenteuer können fliegen
Band 3: Überraschungen haben Fell
Band 4: Freundschaft macht lustig
Band 5: Wunder blühen bunt
Band 6: Ferien bringen Glück (erscheint im Sommer 2022)
Eigenlizenz Kinder-/Jugendbuch
Erschienen bei FISCHER E-Books
© 2022 Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag GmbH,
Hedderichstraße 114, D-60596 Frankfurt am Main
Dieses Werk wurde vermittelt durch die
Michael Meller Literary Agency GmbH, München
Covergestaltung: Eva Schöffmann-Davidov
unter Mitarbeit von Dahlhaus & Blommel Media Design, Vreden
Coverabbildung: Eva Schöffmann-Davidov
Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.
Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt.
ISBN 978-3-7336-0429-5
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[Widmung]
[Prolog]
Freudige Überraschung
Wurstalarm
Im Wiesental
Das große Wiedersehen
Auf zum Forsthaus
Gespenster
Starke Truppe
Stürmische Zeiten
Verirrt!
Yetis
Wer hat recht?
Pläneschmieden
Nachtgeflüster
Das große Fest
Spuckregen
Schöne Aussichten
Leseprobe
Ein ekliges Piepen [...]
Für Nathalie, Maxim, Sonja und Andrea
Hallo! Ich bin Tilda. Und ich habe dir vor kurzem meine unglaubliche Geschichte erzählt. Eine unglaubliche Geschichte? Ach was! Seit meine beste Freundin Anni und ich heimlich in den Zaubergarten geklettert sind, passiert uns ein Abenteuer nach dem anderen. Und das liegt an Herrn Bovist. Denn er züchtet Zauberblumen. Wenn man an einer dieser wunderschönen Blüten riecht, passieren einem die unglaublichsten Sachen. Und weil meine beste Freundin Anni und ich seit kurzem geprüfte Zauberblumenzüchterinnen sind, geht es erst richtig los mit den Abenteuern. Die Geschichte, die ich euch jetzt erzähle, ist uns wirklich genau so passiert. Echt und ungelogen!
Der große Hund saß vor der geschlossenen Tür des Arbeitshäuschens und guckte traurig.
»Lass ihn ja nicht rein!«, rief Annis Stimme von drinnen.
Also quetschte ich mich allein durch einen schmalen Türspalt ins Innere. Direkt in die Leberwurstgeruchswolke hinein.
Im Labor steht ein alter Schrank mit vielen, vielen Schubladen. Die sind zum Verstauen der Zaubersamen da. Und ein kleiner Tisch hat auch noch Platz. Auf der zerfurchten Holzplatte stand ein Glastellerchen, und darauf lagen sieben Samen.
»Tadaaa!«, machte Anni. »Kein Schimmel weit und breit.«
»Die sehen aber komisch aus«, stellte ich fest und schnippte mit dem Finger gegen den Teller. »Kein bisschen wie weiße Perlen.«
»Eher wie Vogeleier«, sagte Anni. Sie schnüffelte sogar an den gefleckten Samen. »Nur viel kleiner.«
»Stimmt!«, antwortete ich und legte einen Samen in meine Hand. »Ob daraus überhaupt eine Unsichtbarkeitsblume wächst?«
»Vielleicht sind das gar nicht Millas Samen«, sagte Anni. »Sondern die von einer anderen Zauberpflanze. Und Herr Bovist hat was durcheinandergebracht!«
»Das glaube ich ja eher nicht«, antwortete ich. »Herr Bovist ist in der Zauberblumenzucht ein alter Hase. Da verwechselt er doch keine Samen!«
»Dann sollten wir unbedingt testen, mit was wir es bei diesen kleinen Samen zu tun haben«, sagte Anni und lachte ihr tiefes Lachen. »Hohohooo!«
»Du hast so was von recht!«, antwortete ich. »Wir topfen einen Samen ein und nehmen ihn mit in den Hüttenurlaub. Dann wissen wir, ob es sich wirklich um Unsichtbarkeitsblumensamen handelt. Außerdem bleiben wir als Zauberblumenzüchter in Übung. Es ist ein Forschungsprojekt. Jawohl!«
Geschwind steckte ich einen der gesprenkelten Samen in meine Hosentasche. Plötzlich durchzuckte mich ein Gedanke: »Meinst du, wir sollten Herrn Bovist um Erlaubnis fragen?«
»Eher nicht«, antwortete Anni. »Dann ist es ja kein Forschungsprojekt. Weil der Profi uns schon alles verrät. Und was ist, wenn er es uns nicht erlaubt?«
»Hmmm«, machte ich. »Außerdem hat Herr Bovist genug mit seiner Hexe im Rücken zu tun. Wir berichten ihm nach unserer Rückkehr einfach von unseren Forschungsergebnissen.«
»Auf zum Gewächshaus«, rief Anni.
Schwupps, flitzte sie im Galopp in Richtung Tannenwäldchen, dicht gefolgt von Rupert. Also gab auch ich Gas und rannte hinterher.
Vor dem Glashaus erklärte Anni dem armen Rupert: »Du musst wieder draußen warten. Sonst bekomme ich noch Schreikrämpfe wegen deiner Schleckerei!«
Ich suchte als Erstes einen hübschen Blumentopf aus dem schiefen Regal heraus. Etwas Erde und Pferdeäpfel hinein, und schon versank der gesprenkelte Samen im stinkigen Dunkel.
»Noch Wasser dazu und fertig«, sagte Anni und holte die Gießkanne.
»Tschüs, Kalli!«, rief ich zum Abschied dem Riesenhasen zu.
Da war Anni schon in Richtung Mauer unterwegs. Wieder im Galopp, weil Rupert ihr dicht auf den Fersen war und immer wieder seine lange Zunge ausfuhr.
»Iiih!«, kreischte es aus dem Dschungel. »Weg, du oller Wurstschädel!«
Langsam folgte ich den beiden. Schließlich trug ich den Blumentopfschatz. Ihm durfte nichts passieren!
Zu Hause wartete eine tolle Überraschung auf mich: Dackel Floh!
»Floh fährt mit uns auf die Hütte«, rief Mama und versuchte, Flohs Gekläffe zu übertönen. »Tante Ilse wurde doch am Knie operiert. Da kann sie sich nicht so gut um Floh kümmern. Deshalb nehmen wir ihn mit. Eine Hütte im Wald ist unglaublich dackelfreundlich.«
Das fand ich auch. Und weil wir am nächsten Morgen früh zum Hüttenurlaub aufbrechen wollten, durfte Floh schon heute bei mir im Zimmer übernachten.
Der Dackel schnarchte auf seinem Kissen, als ich in mein Pflanzentagebuch schrieb:
Sonntag, 13. Juli
Ich habe eine neue Unsichtbarkeitsblume gepflanzt. Denke ich zumindest. Der Samen sieht etwas seltsam aus: Wie ein gesprenkeltes Vogelei. Nur viel kleiner.
Morgen fahren Mama, Renate, Anni, Floh und ich ins Wiesental. Da werde ich Lilian wiedersehen! Ich freue mich wie verrückt!
Und gerade, als ich das Tagebuch in meiner bereits gepackten Tasche verstaute, zuckte ein Gedankenblitz durch meinen Kopf.
»Das Notfallsäckchen!«, rief ich.
Floh blinzelte.
»Fast hätte ich das Wichtigste vergessen«, erklärte ich dem kleinen Hund. »Ein Zauberblumenzüchter fährt niemals nie ohne sein Notfallsäckchen in den Urlaub!«
Schnell zog ich das grüne Ledersäckchen aus dem Versteck im Puppenhaus. Dort war es sicher vor meiner neugierigen Familie. Vorsichtig öffnete ich es und betrachtete die Gutzis darin. Die Süßigkeiten hatten wir bei unserem letzten Abenteuer mit Zauberessenzen gefüllt. Für die Aufnahmeprüfung in den Kreis. Zwei Bonbons waren mit der Essenz des Flugzaubers gefüllt. In die Kaugummis hatten wir Schnelligkeitszauber geträufelt. Wenn man eins davon kaut, kann man so schnell flitzen wie ein Gepard. Echt und ungelogen. Und zwei Gummibärchen waren mit Lilians Yetizauber getränkt. Da wird man am ganzen Körper behaart. Und es wachsen einem Krallen. Und Knubbelohren, mit denen man prima hören kann. Und eine zuckende Supernase bekommt man auch. Lilians Yetiessenz ist nicht wirklich praktisch. Weil wir Kinder schlecht eine Woche als behaarte Wesen herumrennen können. Da würden mich meine Eltern sofort ins Krankenhaus bringen. Eigentlich wollte unser Freund ja auch einen Tierverstehzauber gezüchtet haben. Das hatte aber nicht geklappt.
Ich steckte das Notfallsäckchen zum Tagebuch in die Reisetasche.
»Gute Nacht, Floh!«, sagte ich zu Floh und knipste das Licht aus.
Und weil der Dackel seinen Namen hörte, rappelte er sich auf und hopste zu mir ins Bett.
»Wir werden im Urlaub richtig viel Spaß haben«, raunte ich ins Dackelohr.
Im Nullkommanix waren wir eingeschlafen.
»Keine Menschenseele weit und breit«, bemerkte Anni und drehte sich suchend im Kreis. Das stimmte. Kein Knöterich war zu sehen. Und ein Auto stand auch nicht herum.
»Lilian hat uns vorhin vom Tor aus zugewunken«, sagte ich. »Er weiß, dass wir kommen. Wir sind verabredet.«
Anni marschierte schon auf das alte Fachwerkhaus mit den roten Fensterläden zu. Vor jedem Fenster hing ein langer Blumenkasten mit bunten Blumen darin. Ein richtiges Sommerhaus. Sie öffnete die Holztür.
»Hallo?«, rief sie in den dunklen Flur. »Jemand zu Hause?«
Ich stand nun hinter ihr und versuchte, einen Blick ins Hausinnere zu erhaschen. Das war nicht einfach, weil Anni größer ist als ich. Und weil Floh an seiner Leine in die komplett andere Richtung zog. Weg vom Haus.
»Liliaaan!«, brüllte Anni jetzt.
Keine Antwort.
»Komisch!«, sagte ich und rief dann über den Hof: »Liliaaan!«
Nichts. Suchend guckte ich mich um. Neben dem Wohnhaus stand eine riesige Holzscheune. Und von dort hörte ich genau in dem Moment eine dumpfe Stimme rufen: »Hilfe!«
Es war eindeutig Lilians Stimme. Die würde ich auch unter tausend anderen Stimmen erkennen. Echt und ungelogen!
Schon sprintete ich mit Floh los. Am eingezäunten, buntblumigen Bauerngarten vorbei und direkt auf das große Scheunentor zu.
»Lilian!«, rief ich wieder.
»Hier!«, hörte ich Lilians Stimme. »Ich bin hier drin! Eingesperrt!«
Ich brauchte all meine Kraft, um den schweren Riegel aufzuschieben. Langsam öffnete sich das riesige Tor. Im Türspalt erschien Lilian.
»Endlich!«, sagte er, und ein schiefes Grinsen huschte über sein Gesicht.
Mein Herz machte einen Glückshüpfer. Weil ich Lilians dunkle Locken und die rotbraunen Sommersprossen endlich wieder angucken konnte.
Anni breitete ihre Arme aus und sagte mit tiefer Stimme: »Tilda, Anni, Lilian – auf jeden von uns kommt es an!«
Es klang ein bisschen wie bei unserer Zauberprüfung. Irgendwie feierlich.
Am nächsten Morgen wurde ich durch Flohs Schnarchen geweckt. Als ich die Augen aufschlug, guckte mich aus der Fensterluke über meinem Kopf eine Blüte an. Schnell rappelte ich mich auf. Und staunte nicht schlecht: Eine hutzelige und windschiefe Zauberblume stand in ihrem Blumentopf. Der Stiel war krumm und knorrig wie ein sturmgeplagter Ast. Zwei dünne, lange Blätter streckten sich wie Arme links und rechts ab. Aber das Seltsamste war die Blüte selbst: Auf der kreisrunden und gelbbraunen Mitte guckten mir gerade mal zwei grüne Antennen entgegen. Wie Stielaugen. Ja, sie glotzten mich regelrecht an! Und lange, dünne Blütenblättchen in verwaschenem Blau standen als Haarkranz rundherum um das Blumengesicht.
»Wie siehst du denn aus?«, flüsterte ich dem Pflänzchen zu.
»Mit wem sprichst du?«, fragte Annis verschlafene Stimme neben mir. Und dann kreischte sie: »Runter von meinem Bauch!« Floh rappelte sich gähnend auf.
Mamas Stimme rief von unten. »Es ist noch total früh!«
Und Renate sagte stöhnend: »Wir sind im Urlaub, Kinder!«
Ich raunte Anni zu: »Schau dir mal die hutzelige Unsichtbarkeitsblume an. Uralt sieht sie aus. Schon am ersten Tag ihrer Blüte. Ich fürchte, wir sind doch noch keine so wunderbaren Blumenzüchterinnen! Aber wenigstens scheint sie eine Unsichtbarkeitsblume zu sein. Blaue Blütenblätter und grüne Antennen hatte bis jetzt jede von ihnen. Wenn auch in schöner!«
Vor allem Ludmilla, unsere erste Unsichtbarkeitsblume, hatte einfach nur wunderhübsch und prächtig ausgesehen mit ihrer riesigen blauen Blüte und dem leicht behaarten Stiel.
»Pah!«, machte Anni und zupfte an einem langen Armblatt. »Wir haben alles so gemacht, wie es uns Herr Bovist gezeigt hat.«
Das schiefe Gewächs starrte mich mit seinen beiden Antennenaugen wortlos an. Irgendwie unheimlich.
»Sie sieht aus wie eine bucklige Hexe«, stellte Anni fest.
»Wir nennen sie Luda«, schlug ich vor. »Hexe Luda! Jawohl!«
»Hexen haben auf Bildern auch oft einen Buckel«, stimmte Anni zu. »Und einen wirren Haarschopf. Und einen unheimlichen Blick. Hexe Luda ist ein prima Name!«
»Hoffentlich hast du genug Zauberkraft«, sagte ich zur Pflanze. »Wir brauchen dich heute. Wir haben eine wichtige Mission!«
Nachdem das geklärt war, linste ich über den Emporenrand. Da unten lagen die Mamas unter ihren rot karierten Decken. Beide hatten ihre Augen schon wieder geschlossen.
»Der Wald ruft«, rief ich ihnen zu.
