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Was wohl wäre passiert, wenn Eliza sich im weltberühmten Musical "My fair lady" den Ausruf "Und wo zum Teufel sind meine Pantoffeln?" nicht hätte gefallen lassen? "(...) Rudolf Gerhardt hat dem Liebesleben von Professor Higgins und seiner umdressierten Blumengöre Eliza nachspioniert. Und es hat sich gelohnt. Die beiden kabbeln sich auf höchstem Niveau, und der Leser hat seine Freude dran. Geistreich duelliert sich das Paar um die Dominanz in der neuen Beziehung. Aus der fair Lady ist eine freche Lady geworden, aber der ehemalige Hagestolz-Professor genießt es, wie sein einstiger Zauberlehrling sein Leben und seine Gedanken durcheinander wirbelt. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Leser. (...)" Aus dem Vorwort von Helmut Markwort, Focus "Wer hätte sich nicht schon bei 'My fair Lady' oder bei einer der moderneren Versionen alt-modisch heiler Welt, z. B. bei Rosamunde-Pilcher- Filmen, amüsiert und ganz plötzlich das ungute Gefühl gehabt, dass man diese Geschichten zeitgemäßer und richtiger zu Ende schreiben müsste, damit sie in unsere Welt der gender equality passen? Das unternimmt Rudolf Gerhardt hier mit diesem Bändchen, hübsch unterstützt von den Illustrationen, die Imma Setz beisteuert. Ganz so einfach ist es aber nicht; alte Stereotype haben uns noch immer fest im Griff. Das neue Miteinander muss ausgehandelt werden, immer aufs Neue. Manchmal gelingt es erst bei einem Glase Wein, berichtet Rudolf Gerhardt und wird damit bei mancher und manchem Zustimmung finden.
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Seitenzahl: 80
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Rudolf Gerhardt
Des Widerspenstigen Zähmung oder: Kabbeleien und Liebe
Variationen über ein neuzeitliches Rollenspiel
Mit Zeichnungen von Imma Setz und einem Vorwort von Helmut Markwort.
www.aquensis-verlag.de
Impressum
Rudolf Gerhardt: Des Widerspenstigen Zähmung oder: Kabbeleien und Liebe. Mit Zeichnungen von Imma Setz und einem Vorwort von Helmut Markwort.
Copyright by AQUENSIS Verlag Pressebüro Baden-Baden GmbH 2014
Alle Rechte vorbehalten. Jede Verbreitung, auch durch Film, Funk, Fernsehen, photomechanische Wiedergabe jeder Art, elektronische Daten, im Internet, auszugsweiser Nachruck oder Einspeicherung und Rückgewinnung in Datenverarbeitungsunterlagen aller Art ist verboten.
1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2015
ISBN 978-3-95457-123-9
www.aquensis-verlag.de
www.baden-baden-shop.de
Cover
Titel
Impressum
Vorwort
Was gestern geschah
Die neue Zuständigkeit für die Pantoffeln
Ein Macho, oder was?
Eine leise Läuterung
Gleichberechtigung am Tisch
Männer und Mode
Ratsuche bei der Frau Mama
Man ist, wie man isst
Schnupfen mit Todesahnung
Einkaufen als Männersache
In der Modeboutique
Und jetzt bist du dran
Die Schlüsselgewalt im Auto
Erneute Ratsuche bei Mama
Der Kampf um die Blumen
Weiter im Auto
Beim Essenkochen
Rücksprache von Mann zu Mann
Als Lehrling in der Küche
Von Kindern und Hunden
Die pünktliche Verspätung
Die ordentliche Unordnung
Der Blick auf die Umwelt
Flirten, oder was sonst?
Die Welt im Rauch
Schlussakkord bei der Mutter
Ausklang
Beichte unter Freunden
Von Rudolf Gerhardt und Imma Setz bereits erschienen
von Helmut Markwort
Das Liebespaar sinkt sich in die Arme oder aufs Bett. Endlich haben die beiden sich gefunden. Im Kino wird die Leinwand hell. Im Theater fällt der Vorhang. Das Publikum applaudiert zufrieden.
Keiner fragt, was die berauschten Liebenden im Alltag miteinander erleben. Darüber hat der große Kurt Tucholsky ein melancholisches Gedicht geschrieben mit dem Titel „Danach”. Es endet mit dem Vers: „Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt.”
Im vorliegenden Werk hat der Autor Rudolf Gerhardt diese Gewöhnlichkeit nicht beachtet. Im Gegenteil: er hat aufgeblendet. Neugierig will er wissen, wie eine berühmte Geschichte weitergeht. Zwar lässt er nicht erkennen, ob er die weltberühmte Lovestory im Kino gesehen hat oder auf einer Theaterbühne, und er kann uns auch nicht täuschen, indem er die Namen von Heldin und Held und Zusatzpersonal bis zur Kenntlichkeit verändert, aber die literarisch-investigative Analyse ist eindeutig: gemeint ist „My fair Lady”.
Rudolf Gerhardt hat dem Liebesleben von Professor Higgins und seiner umdressierten Blumengöre Eliza nachspioniert. Und es hat sich gelohnt. Die beiden kabbeln sich auf höchstem Niveau, und der Leser hat seine Freude dran. Geistreich duelliert sich das Paar um die Dominanz in der neuen Beziehung. Aus der fair Lady ist eine freche Lady geworden, aber der ehemalige Hagestolz-Professor genießt es, wie sein einstiger Zauberlehrling sein Leben und seine Gedanken durcheinander wirbelt. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Leser.
Dem Autor ist die Fortsetzung so amüsant gelungen, dass man glaubt, die beiden auf einer Bühne vor sich zu sehen. An einigen Stellen könnte sogar ein Song zwischen die Dialoge passen.
Wenn der Professor und seine Schülerin mit so viel Vergnügen weitersticheln, haben sie noch eine abwechslungsreiche Zukunft vor sich. Mit originellen Reizereien und schmusigen Versöhnungen.
Diesen Kontrast vertiefen die schönen Zeichnungen von Imma Setz. Die spitzen Texte ergänzt sie mit weichen Szenen.
„Eliza, wo zum Teufel sind meine Pantoffeln?“: Das sind die inzwischen sprichwörtlichen, letzten Worte, die jener Professor Higgins dem inzwischen arrivierten Blumenmädchen vor die Füße wirft. Zutiefst enttäuscht von der Gefühllosigkeit dieses Supermachos hatte das gesellschaftlich aufgepäppelte Mädchen dessen großbürgerliches Haus verlassen und ihren geduldigen Anbeter Freddy getroffen, dann aber buchstäblich die Kurve gekratzt, um zu „ihrem“ Professor zurückzukehren. Mit ungewisser Zukunft, zunächst einmal, um sich um dessen Pantoffeln zu kümmern.
So jedenfalls die Geschehnisse in dem weltberühmten Film „My fair Lady“, deren Gestaltung als Musical-Verfilmung auf der Komödie „Pygmalion“ von George Bernhard Shaw aufbaut. Shaw hatte das Ende des Ganzen, sagen wir einmal, etwas bürgerlicher gesehen. Nach einem heftigen Wortwechsel mit Higgins sagt Eliza, sie werde Freddy heiraten, „sobald er im Stande ist, mich zu erhalten“. Und wie alles dann weitergeht, bleibt der Fantasie der Zuschauer überlassen.
Das Theaterstück stammt aus dem Jahre 1913, der Film trägt das Datum des Jahres 1964, und es scheint an der Zeit, endlich einmal dieses veraltete Weltbild zu modernisieren – wenn man so will mit den Augen eines zeitgemäßen Mannes, aber aus emanzipatorischer Sicht und unter strenger Beachtung des Gleichberechtigungsgebots in Artikel 3 GG.
Der Film endet mit der berühmten Szene: Reumütig kehrt Eliza spätabends zu Professor Higgins zurück, der, wie gewohnt, in seinem gemütlichen Sessel sitzt, seine Freude über ihre Rückkehr nur mühsam verbergen kann und dann lospoltert: „Eliza, wo zum Teufel sind meine Pantoffeln?“
Auch in dieser neuen Geschichte kehrt Elvira zu Herkins zurück und findet diese Pantoffeln, gibt aber zu erkennen, dass so etwas in Zukunft die eigene Aufgabe des Professors sein wird. Das Stück spielt in der Gegenwart und irgendwo hierzulande.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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