DI SÌ - Sag Ja - Schreib Fräulein - E-Book

DI SÌ - Sag Ja E-Book

Schreib Fräulein

0,0
7,99 €

oder
Beschreibung

Die zufällige Begegnung zweier Frauen bringt etwas zum Vorschein, das im Leben der beiden schon lange keinen Platz mehr fand. Der Beruf stand bis dato an erster Stelle. Charlie, Skirennläuferin, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, ist auf die bevorstehende Rennsaison fokussiert. Doch ein Blick in die blauen Augen dieser Frau bringt ihr Herz aus dem Takt. Wann gibt es ein Wiedersehen? Marie, erfolgreiche Innenarchitektin, genießt ein paar Tage in Kanada, um dem Start der neuen Rennsaison beizuwohnen. Die Begegnung mit dieser hübschen, süßen Frau lässt längst vergessene Gefühle aufkommen. Wird sie diesen nachgeben? Gibt es die Liebe auf den ersten Blick wahrlich? Werden die beiden in diesem Rennzirkus Zeit finden, sich kennenzulernen? Kann es wirklich eine gemeinsame Zukunft geben?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Schreib Fräulein

DI SÌ - Sag Ja

Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen

Inhaltsverzeichnis

DI SÌ – Sag Ja

Impressum

DI SÌ – Sag Ja

Schreib Fräulein

DI SÌ - Sag ja

Braune Augen versinken in blauen Augen. Herzen schlagen schneller.

Plötzlich ist es Liebe auf den ersten Blick.

Das ist der Beginn einer rasanten Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen.

DI SÌ – Sag ja

Copyright: @ 2021 Schreib Fräulein

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise,

nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

Es handelt sich bei diesem Roman nicht um große Literatur. Es ist eine Geschichte über das Leben, das Glück und die Liebe. Mit einem ordentlichen Schuss Erotik und einem Happy End.

Die Corona-Krise war nicht eingeplant. Ich habe am Höhepunkt der ersten Welle diesen Roman beendet. Daher wollte ich sie nicht komplett ausblenden.

Sämtliche in dieser Geschichte vorkommenden Orte, Figuren und Handlungen sind fiktiv. Ähnlichkeiten zu realen Personen sind rein zufällig und nicht von mir beabsichtigt. Ob alles, was in den angegebenen Berufssparten beschrieben wurde, genauso zutrifft, weiß ich nicht und könnte grundlegend falsch sein. Es wurde meinerseits keine eingehende Recherchearbeit gemacht. Da es zum Teil Vermutungen sind, bitte ich im Voraus um Verzeihung, falls ich falschliege.

Anmerkung: Dieser Roman ist mein Erstlingswerk. Fehler, Schreibstil, etc. sind mir bewusst. Jeder hat einmal angefangen und dazu stehe ich als Schreibneuling.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Kurze Buchbeschreibung:

Die zufällige Begegnung zweier Frauen bringt etwas zum Vorschein, das im Leben der beiden schon lange keinen Platz mehr fand. Der Beruf stand bis dato an erster Stelle.

Charlie, Skirennläuferin, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, ist auf die bevorstehende Rennsaison fokussiert. Doch ein Blick in die blauen Augen dieser Frau bringt ihr Herz aus dem Takt. Wann gibt es ein Wiedersehen?

Marie, erfolgreiche Innenarchitektin, genießt ein paar Tage in Kanada, um dem Start der neuen Rennsaison beizuwohnen. Die Begegnung mit dieser hübschen, süßen Frau lässt längst vergessene Gefühle aufkommen. Wird sie diesen nachgeben?

Gibt es die Liebe auf den ersten Blick wahrlich? Werden die beiden in diesem Rennzirkus Zeit finden, sich kennenzulernen? Kann es wirklich eine gemeinsame Zukunft geben?

DANKSAGUNG

Zuerst möchte ich meiner Frau danken. Dafür, dass sie während meiner Schreibphase, als ich ihr von meinem Projekt noch nichts erzählt hatte, Nerven aus Stahl bewiesen hat. Eine weniger starke Frau hätte mich vermutlich einer Internetliebelei bezichtigt. Danke dafür, dass du mich seit meinem „Geständnis“ als Schreib Fräulein ohne Wenn und Aber unterstützt. Genau deshalb, sind wir auch zusammen. Ich liebe dich!

Ein großes Danke geht auch an meine Familie und FreundInnen, die mich während des Schreibens so tatkräftig unterstützt haben. Sei es mit Korrekturlesen, Coverdesign oder neuem Input. Ich war überzeugt davon, dass mein Buch gut war, bis ich gesehen habe, was wir gemeinsam daraus gemacht haben. Ich bin unheimlich stolz darauf, diese Menschen zu meinem Freundes- und Familienkreis zählen zu können, und möchte mich daher ganz besonders bei ihnen bedanken. Ihr wisst, wer ihr seid und dass dieses Buch ohne euch so nicht existieren würde. Dafür werde ich euch ewig dankbar sein!

Euer Schreib Fräulein

Ich erhoffe nichts,

ich fürchte nichts,

ich bin frei.

(Nikos Kazantzakis)

Charlie

»Excuse me ... Miss ... Lady?«

Wie lange soll ich denn noch hinterher jagen? Da bemühst du dich, hilfsbereit zu sein und Frau lässt dich nicht. Ich habe bereits einen anstrengenden Trainingstag hinter mir. Nach dem schnellen Mittagssnack will ich ein paar Mal die Publikumspiste hinunter fahren, und danach freue ich mich auf den exklusiven SPA-Bereich in meinem Luxushotel. Zuvorkommend wie ich nun mal bin, spiele ich hier die Retterin eines Skihandschuhs, welchen ich Richtung Ausgang aufhob.

»Miss, have you lost your glove?«, probiere ich es nochmal.

Just in dem Moment, als ich mir denke, was für eine tolle Figur sie in ihren Skiklamotten hat, dreht sie sich zu mir um.

»Do you know me?«, höre ich ihre weiche Stimme fragen, während sie ihre Skibrille nach oben schiebt und mich anlächelt.

WOW!, ist mein einziger Gedanke. Diese blau leuchtenden Augen und dieses Lächeln treffen mich mit voller Wucht mitten ins Herz. Dieses setzt gleich einen Schlag lang aus. Mit offenem Mund starre ich sie an. Schelmisch schmunzelt sie.

»No, sorry ...«

Dabei zeigt sie mir ihre Hände, samt Handschuhen. Ein schiefes Grinsen gelingt mir, bevor mir ein,

»Oooh!«, über meine Lippen kommt.

Gedankenverloren lege ich den Skihandschuh auf die Ablage beim Ausgang vom Bergrestaurant ab, gehe ihr hinterher, diese Rückansicht ist wirklich hübsch anzusehen, und muss aufpassen, dass ich nicht über meine eigenen Füße stolpere.

Sie geht zu ihren Skiern, schnallt diese an, dreht ihren Kopf nochmals zu mir, lächelt mich verschmitzt an und weg ist sie. Komplett von der Rolle suche ich meine Skier, schnalle sie selbst rasch an und fahre ihr hinterher. Sie hat wirklich einen sehenswerten Stil und vor allem ein rasantes Tempo drauf. Das gleicht ja fast einer Trainingsfahrt, grinse ich dämlich vor mich hin. Ich gehe in die Hocke, damit ich ihr rasch hinterherkomme. Meine Gedanken sind bei diesen blauen Augen und dem süßen Lächeln. Es ist Konzentration angesagt. Wo ist sie? Ich stoppe und schaue mich um. Habe ich sie jetzt verloren? Keine Frau weit und breit. Das kann nur mir passieren. Da treffe ich die Eine, die mein Interesse weckt und gleich darauf habe ich sie wieder entschwinden lassen. Schade … Das habe ich davon, dass ich manchmal so eine Memme bin. Nur herumstottern und nichts Sinnvolles hervorbringen.

Nach dieser Niederlage habe ich genug. Das Hotelshuttle steht an der Talstation bereit. Der Fahrer nimmt mir die Skier ab, verstaut sie im Kofferraum und bringt mich zurück zum Hotel. Heuer habe ich mir für mein privates Vorabtraining in Lake Louise, das Fairmont Chateau direkt am See, gegönnt. Der Skiverband und mein Trainer waren von meiner Eigeninitiative nicht begeistert und schon vor dem Abflug verstimmt. Daher bezahle ich die Kosten für dieses Training bis zur offiziellen Anreise des Teams am Mittwoch aus eigener Tasche. Was solls, Frau gönnt sich ja sonst nichts. Vor allem habe ich mir für diese Saison ein fulminantes Ergebnis vorgenommen und dafür braucht es diese speziellen Maßnahmen.

Im exklusiven Wellnessbereich meines Hotels bin ich auf der Suche nach einer Liege mit Seeblick. Ein bis zwei Saunagänge, dazwischen entspannen und den Tag bei einem Abendessen ausklingen lassen. Das Leben kann so schön sein, wenn man sich selbst darum kümmert. Als ich in die Sauna eintrete, ist ein Platz in der obersten Ebene von einer Frau belegt. Da sie schläft, wandert mein Blick genüsslich über ihren Körper. Sie ist schlank und trainiert, hat halblanges, blondes Haar, gleichmäßige Gesichtszüge und kleine, feste Brüste. Ihr Venushügel ist glattrasiert, was mir augenblicklich ein Ziehen im Unterbauch einbringt. Meine Gedanken wandern zu diesen blauen Augen und dem verschmitzten Lächeln von heute Nachmittag zurück. Mit einem Schmunzeln schüttle ich den Kopf. Da genug Platz auf dieser Ebene ist, lege ich mich mit einem zufriedenen Seufzen auf mein Badetuch. Endlich entspannen und meinen Muskeln Ruhe gönnen.

Als ich meine Augen öffne und mich umsehe, bin ich allein. Die blauen Augen und dieses umwerfende Lächeln begegneten mir in meinem kurzen Traum. Erhitzt trete ich unter die Dusche und lasse das eiskalte Wasser über meinen Körper prasseln. Nach dem Abtrocknen schlüpfe ich in meinen kuscheligen Bademantel und gehe zurück zur Liege. Kurz bleibe ich stehen, da sich die Frau aus der Sauna auf der Liege neben meiner niedergelassen hat und schläft. Sie hält ein deutschsprachiges Buch in der Hand. Als ich mich nach vorne beuge, um den Titel zu entziffern, öffnet sie ihre Augen.

Da ist es wieder, dieses leuchtende Blau und das vielversprechende Lächeln. Mein Herzschlag stolpert nochmals und das verräterische Ziehen im Unterbauch breitet sich stärker aus. Sie legt ihren Kopf schräg, schüttelt ihn und schmunzelt dabei. Ich starre sie an und bringe nur ein schiefes, scheues Grinsen hervor. Ein paar Mal atme ich tief ein und aus, deute mit meiner Hand auf ihr Buch.

»You ... read ... a ... German ... Book?«, stottere ich herum.

»Yes«, sagt sie salopp.

»Äähm ... I`m ... from ... Austria ...«, stammle ich weiter.

Sie zieht ihre rechte Augenbraue nach oben und lächelt breiter.

»Sollten wir dann nicht besser deutsch miteinander sprechen«, sagt sie frech.

Ich starre sie an und lache drauf los. Sie stimmt mit ein.

Mit einem warmen Gefühl in meinem Bauch lege ich mich auf meine bequeme Liege und schüttle dabei immer noch verwundert den Kopf. So etwas kann auch nur mir passieren…

»Wo kommst du her und was verschlägt dich nach Lake Louise?«, frage ich interessiert.

»Ich bin aus Zürich, gönne mir ein paar Tage Skiurlaub und bei dieser Gelegenheit schaue mir die Speedrennen der Damen an.«

»Verzeih meine Manieren, ich habe mich dir noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Charlie, Hallo«, sage ich nun mit fester Stimme.

»Hallo, Charlie! Ich bin Marie.«

Dabei strahlen mich ihre blauen Augen an und eine angenehme Wärme breitet sich in mir aus.

Wir unterhalten uns eine Weile angeregt über alles Mögliche und vergessen dabei, wie rasch die Zeit vergeht. Später gönnen wir uns aber noch einen gemeinsamen Saunagang.

Wir liegen seit einer gefühlten Ewigkeit gemeinsam auf der obersten Etage. Es fällt mir schwer, sie nicht zu betrachten, und so lasse ich meinen Blick über ihren wohlgeformten, trainierten Körper wandern. Dabei steigt mir auch innerlich diese Hitze auf. In diesem Augenblick öffnet sie ihre Augen, ihre rechte Augenbraue schnellt abermals nach oben und sie sieht mich mit einem seltsamen Ausdruck an.

»Es ist wohl besser, wenn ich gehe.«

Schon ist sie verschwunden und verdutzt schaue ich ihr hinterher. Na super, das habe ich ja wieder prima hinbekommen. Unter der eiskalten Dusche denke ich über ihre Aussage nach. Wie hat sie das gemeint? War ich mit meiner Musterung zu aufdringlich?

Ich stehe vor Maries Liege und räuspere mich vor Verlegenheit.

»Ääahm ..., ich weiß, ich habe dich vorhin unverblümt angesehen. Du bist eine sehr attraktive Frau, ich konnte nicht widerstehen. Verzeih mir bitte, wenn ich dir damit zu nahe getreten bin. Darf ich dich als Entschuldigung am Abend zum Essen einladen?«, frage ich sie unter Aufbringung meines ganzen Mutes und das, ohne zu stottern.

Ihre rechte Augenbraue hebt sich wieder nach oben und ein gewinnendes Lächeln erscheint auf ihrem Gesicht.

»Hm, eigentlich müsste ich ja empört sein, aber ich fühle mich von deinem Kompliment auch geschmeichelt. Da ich heute nichts mehr geplant habe, sage ich jetzt einfach ja.«

Dabei grinst sie mich unverschämt an und mein Herz machten einen kleinen Sprung. »Wäre 20:00 Uhr okay?«

»Das passt mir sehr gut.«

Wir verabschieden uns und ich freue mich auf später.

Marie

Nach dem Betreten der Suite setze ich mich zuerst aufs Bett. Ich atme ein paar Mal tief ein und aus. Was für ein Nachmittag!? Diese Charlie! Oben im Restaurant hat sie mich mit offenem Mund angestarrt. Ihren Blick hat sie langsam über meinen Körper gleiten lassen, bevor sie mir lange und tief in die Augen sah. Dabei leuchteten ihre rehbraunen Augen und ihre Iris verfärbte sich in einen fast goldenen Schimmer. Mein Herz hatte einen Schlag ausgesetzt und das verräterische Ziehen im Unterbauch war kaum zu ignorieren. Und in der Sauna erst, wenn ich nicht nackt gewesen wäre, hätte sie mich mit ihren lüsternen Blicken ausgezogen. – Wobei – ich muss ehrlich mit mir sein. Als sie schlief, betrachtete ich sie selbst eingehend. Sie hat einen Body ... ihre Bauchmuskeln erst ... Sie ist am Venushügel rasiert, was mir verrät, dass sie dies im gesamten Schambereich ist. Das mag ich bei einer Frau ... und wieder spüre ich dieses angenehme Ziehen im Unterbauch.

Sie ist umwerfend. Ihre braunen Augen strahlen etwas Ehrliches und Heiteres, eine Stärke, aber auch eine gewisse Schüchternheit aus. Ihr Lächeln ist selbstbewusst und öfters auch verunsichert, wie bei einem Teenager. Dabei ist sie mindestens 30 Jahre alt. Sie gehört scheinbar dem österreichischen Ski-Team an. Beim Liftfahren habe ich sie auf der vorbereiteten Rennpiste gesehen. Rasant ist sie hinter mir in der Hocke die Piste hinunter gerauscht. Nach ihrem abrupten Abschwung hielt sie an und hat sie sich nach mir umgesehen. Da ich hinter einer Infotafel stand, um sie zu beobachten, war ich nicht mehr in ihrem Blickfeld. Bei diesem Gedanken entkommt mir ein Schmunzeln. Ihr verwirrter Blick und ihr Kopfschütteln sagten alles aus. Nach meinem Saunagang konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und machte mich auf die Suche nach ihrer Liege. Dies war einfach, da wir zu diesem Zeitpunkt die einzigen Gäste im ganzen SPA-Bereich waren. Somit war die Liege neben ihr gleich die meine. Ich wartete längere Zeit, doch sie kam nicht, da sie vermutlich, wie ich, vorhin eingeschlafen war. Während ich versuchte in meinem Buch zu lesen, döste ich selbst nochmals weg.

Beim Erwachen stand sie neben mir und zeigte auf mein Buch. Sie dachte, ich würde Englisch sprechen. Da konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen, was sie wieder irritierte. Sie war erleichtert, als ich mit ihr dann Deutsch sprach. So süß... Es war ein angenehmer und interessanter Nachmittag mit Charlie. Sie ist klug, kultiviert und vor allem hübsch. Alles, was ich an einer Frau schätze. Und ihr Mut, mich zum Essen einzuladen. Ich hatte genauso die Idee, den Abend mit ihr zu verbringen. Sie kam mir einfach zuvor.

Marie!, reiß dich am Riemen, du bist 16 Jahre älter. Oh Gott! Was habe ich denn für Gedanken?! Soll ich wirklich mit ihr den Abend verbringen? Charlie löst das tief vergrabene Gefühl – Sehnsucht – in mir aus. Das ist einer Frau, bei mir, schon lange nicht mehr gelungen. Was wird sie von mir denken, wenn ich plötzlich doch noch absage? Nein, es ist ja nur ein Dinner. Und dafür sollte ich mich langsam fertigmachen. Rasch noch eine kurze Dusche und rasieren könnte auch nicht schaden. Frau weiß ja nie!? Marie!, ermahne ich mich wieder.

Vor dem Spiegel betrachte ich mich eingehend. Für mein Alter bin ich mehr als zufrieden. Ein paar Lachfältchen um die Augen, kein Gramm Fett zu viel, trainiert, aber sehr weiblich. Die Uhr zeigt mir an, dass ich mich beeilen sollte. Während ich mir die Haare föhne, kommt die Frage aller Fragen auf: Was soll ich bloß anziehen? Ein Blick in den Schrank weist mich darauf hin, dass ich keine große Auswahl habe. Eine beige, weit gestellte Hose sowie meine blaue Bluse – ja, das passt für heute Abend – ich kontrolliere mich im Spiegel und bin zufrieden. Das leichte Make-up reicht aus. Ob ich ihr so gefalle?Marie ... weise ich mich nochmals in Gedanken zurecht und verlasse das Zimmer.

Gerade verlasse ich den Lift und sehe direkt in ihre wachen braunen Augen. Sie ist dezent geschminkt. Erst jetzt fällt mir auf, dass wir gleich groß sind. Ihr Lächeln ist voller Freude. Wieder dieses Ziehen im Unterbauch. Mein Blick gleitet von ihren Augen, über den Hals und über ihren Körper wieder zurück zu ihrem Lächeln.

»Wow! Du siehst umwerfend aus«, sagen wir unisono.

Meine rechte Augenbraue hebt sich, wie so oft, wenn ich irgendetwas sehe, was mir gefällt oder ich nervös bin. Sie hat einen hellbraunen Hosenanzug an, welcher ihrer Figur sehr schmeichelt. Sie betrachtet mich. Sie ist sich ihrer Erscheinung voll bewusst und grinst. Mein Herz schlägt schneller und mein Atem beschleunigt sich mit jeder Sekunde, die ich ihr gegenüber stehe. Wir lachen beide gleichzeitig und ich hake mich bei ihr unter, als sie mir ihren Arm anbietet.

Ich atme tief ein und ein angenehmer Duft umhüllt mich. Gemeinsam sind wir Richtung Restaurant unterwegs. Die Kellnerin führt uns zu einem Tisch mit Blick auf den See. Charlie ist galant und richtet meinen Stuhl, bis ich mich setze, danach legt sie ihre Jacke am Nebenstuhl ab. Die dunkelbraune Bluse, die sie trägt, betont ihre Augen besonders gut. Charlie wirkt zufrieden und strahlt eine Ruhe aus, die sich auch auf mich überträgt und mich sofort entspannen lässt.

»Wie wäre es mit einem Rotwein zum Essen?«, fragt sie mit kratziger Stimme.

»Du trinkst Wein? Trainierst du nicht?«, frage ich erstaunt.

»Wie kommst du auf die Idee, dass ich im Training bin?«, kommt schelmisch zurück.

Ich spüre, wie mir Röte ins Gesicht steigt, und gebe verlegen zu:

»Ich habe dich am Vormittag an der Rennstrecke gesehen.«

»Morgen ist zwar mein trainingsfreier Tag, aber auf meine Eiweißration verzichte ich nicht.«

Gemeinsam bestellen wir ein Steak mit allem, was an Beilagen verfügbar ist. Während wir essen, erzählt sie Anekdoten aus ihrem Rennalltag. Das Fleisch ist butterweich und der Wein schmeckt ausgezeichnet. Sie schenkt mir Wein und Wasser nach, erkundigt sich, ob ich zufrieden bin oder noch eine Nachspeise wünsche. So wohl und entspannt habe ich mich schon lange nicht mehr in Gegenwart einer Frau gefühlt. Charlies Aufmerksamkeit verzückt mich ganz und gar.

Charlie

Marie steigt aus dem Lift und mir blieb wieder einmal die Luft weg. Mein Herz hämmert wie wild, setzt einen Schlag aus und im Unterbauch spüre ich wieder dieses süße Ziehen. Sie sieht einfach umwerfend aus. Die blaue Bluse betont ihre Augen, ihre Haare glänzen im Licht, und sie hat ein dezentes Make-up aufgelegt. Wie ein Engel steht sie vor mir und ein –

»Wow! Du siehst umwerfend aus«, kommt ihr und mir gleichzeitig über die Lippen.

Zuvorkommend wie ich bin, biete ich ihr meinen Arm, führe sie ins Restaurant, stelle ihr den Stuhl bereit, woraufhin sich Marie mit einer zarten Röte im Gesicht bedankt und setzt. Da mir durch ihre Anwesenheit warm wird, ziehe ich meinen Blazer aus und sehe dabei, wie Marie ihren Blick über meinen Körper gleiten lässt. Wie mir scheint, gefällt ihr, was sie sieht.

Mir ist heute nach Steak und Rotwein, womit Marie einverstanden ist. Ich bin überrascht, dass sie mich wegen meines Trainings und der dazugehörigen Ernährung fragt. Als sie schüchtern verrät, dass sie mich am Vormittag beobachtet hat, kann ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Sie hat wirklich Interesse an mir, das ist jetzt schon ein sehr spannender Abend.

»Erzähl mir mehr von dir. Was machst du beruflich, Marie?«, frage ich interessiert.

»Ich bin Innenarchitektin mit Schwerpunkt auf italienischen Villen. Aber ich renoviere auch viele Lofts in der Schweiz, in Luxemburg und Österreich«, schwärmt sie.

»Das klingt sehr interessant, und wie mir scheint, liebst du deine Arbeit und bist damit vermutlich sehr erfolgreich?«, erwidere ich und warte gespannt auf ihre Antwort.

»Ja, das bin ich«, sagt sie voller Stolz.

»Vor allem, weil ich mir heuer nach Abschluss meines Großprojektes in der Toskana das erste Mal eine Auszeit von vier Monaten gönne.«

Ich biete ihr mein Glas zum Anstoßen an.

»Auf deine Auszeit! Und darauf, dass wir uns hier getroffen haben«, proste ich ihr mit einem Zwinkern zu.

Der Wein ist ausgezeichnet, das Essen vorzüglich, meine Begleitung hinreißend und ganz offensichtlich genießt auch Marie meine Gesellschaft.

Mit Bewunderung stelle ich fest, dass Marie trotz ihrer tollen Figur, ihr Essen mit einer Hingabe genießt. Marie schaut mich aufmerksam an.

»Ich würde zu gerne wissen, was in deinem hübschen Kopf vorgeht?«, fragt sie mich mit einem amüsierten Blick.

Ich verschlucke mich sofort an dem Wasser, das ich gerade trinke und brauche einen Augenblick, bis ich mich wieder fassen kann.

»Du bist eine sehr gutaussehende Frau, hast einen durchtrainierten Body und es ist eine wahre Freude zu sehen, wie du dein Essen genießt«, sage ich wahrheitsgemäß. Und da ist es wieder, kurz zieht sie ihre rechte Augenbraue nach oben. Das sieht echt sexy aus und macht mich an.

»Danke, für das Kompliment, das gebe ich dir gerne zurück«, erwidert sie anerkennend.

Ja, es ist ein harmonischer Abend. Solch einen hatte ich mit einer Frau, vor allem mit einer so zauberhaften Frau, schon lange nicht mehr.

Aus der Bar erklingt Musik. Mit einem kurzen Kopfnicken deute ich zu Marie. Sie versteht sofort, was ich damit meine. Sie erhebt sich und ich folge ihr nach nebenan. Es spielt eine Band und zwei Paare bewegen sich auf der Tanzfläche.

»Möchtest du einen Drink?«

»Und du?«

»Nein, ich würde viel lieber mit dir tanzen«, sage ich keck.

Und da ist es wieder, ihre rechte Augenbraue nach oben gezogen, nickt sie mir zu. Ich mag das bereits an dir, denke ich, reiche ihr meine Hand, welche sie gerne nimmt, und gehe mit ihr auf die Tanzfläche. Die Band spielt „Lady in red“. Langsam ziehe ich Marie in meine Arme. Weich und sanft lässt sie sich von mir führen und schaut mich nach einer ganzen Weile erstaunt an.

»Du tanzt sehr gut.«

»Meine Physiotherapeutin und engste Freundin Silvia war in jungen Jahren Profitänzerin und sogar Staatsmeisterin. Wenn ich zu verspannt war, tanzte sie mit mir um mich aufzulockern, daher schlage ich mich mittlerweile auf der Tanzfläche ganz gut«, erkläre ich mit einem Augenzwinkern.

»Ganz gut. Mit niemand anderem habe ich bis jetzt so locker und entspannt getanzt wie mit dir.«

Marie liegt gelöst in meinen Armen und der Bulldozer im Bauch ist nicht mehr zu stoppen. Jede Regung, ihre ganze Mimik versuche ich zu entziffern. Eine leichte Röte zieht über ihr Gesicht, was sie noch liebenswerter für mich erscheinen lässt. Ob sie ähnlich wie ich fühlt? Die Zeit vergeht wie im Fluge. Langsam macht sich der anstrengende Tag bei mir bemerkbar. Sie schaut mich mit einem weichen Blick an und nickt, um ihr Verständnis auszudrücken.

»Ich habe das Zeitgefühl mit dir vollkommen verloren. Ich hoffe, es ist in Ordnung für dich, wenn wir die Bar jetzt verlassen«, flüstere ich mit heiserer Stimme.

»Ich habe mich seit langem nicht mehr so wohl gefühlt. Danke, Charlie, für diesen wunderbaren Abend.«

Gemeinsam betreten wir den Lift und Marie drückt auf die sechs. Es knistert zwischen uns, wir spüren es beide. Die Lifttüren öffnen sich, ich steige mit ihr aus. Sie sieht mir in die Augen, da ist es wieder. Ihre rechte Augenbraue geht etwas nach oben. Ich begleite sie bis zu ihrer Zimmertür. Sie dreht sich zu mir und schaut mich mit diesem eigenen, gespannten Blick an. Jetzt oder nie! Ich zapple etwas herum und knabbere verlegen auf meiner Unterlippe.

»Hhm, ich weiß, dass du eine Kaffeemaschine in deiner Suite hast. Aber so spät am Abend will ich keinen Kaffee mehr.«

»Was willst du dann, Charlie?«

»Dich küssen«, hauche ich und gehe einen Schritt auf sie zu.

»Das wäre keine besonders gute Idee«, kommt rau zurück.

»Warum?«, frage ich leise und mache noch einen Schritt auf sie zu.

Ihr Blick spricht Bände und ihre Augen werden um eine Nuance dunkler.

»Weil ich dann mehr, viel mehr von dir will, als nur diesen einen Kuss«, gesteht sie mit wackliger Stimme.

Ohne den Augenkontakt zu unterbrechend trete ich noch einen Schritt vor, bis sich unseren Nasen fast berühren. Ich spüre ihren Atem in meinem Gesicht, als sie mir mit einem Seufzen die letzten Zentimeter entgegenkommt. Ich fühle ihre Lippen sanft und weich auf meinen. Wir küssen uns und verschmelzen regelrecht ineinander. Sanft stupst sie mit ihrer Zungenspitze an meine Oberlippe und bittet um Einlass und um Spielerlaubnis. Unsere Zungen umspielen sich und wir erforschen uns. Mit einer Hand umfasse ich Maries Hüfte und ziehe sie noch enger an mich. Ihr anschmiegsamer Körper fühlt sich gut an, als sie sich an mich lehnt. Mit einer Hand ergreift sie meinen Nacken, zieht mich enger an sich und intensiviert den Kuss. Wir küssen uns eine gefühlte Ewigkeit, ein Schauer durchzieht meinen Körper und meine Mitte reagiert rasend schnell. Nicht denken, nur fühlen. Dieser Kuss soll nie enden. Beiden entkommt uns ein wohliger Seufzer, bevor wir uns langsam voneinander lösen und uns schwer atmend tief in die Augen schauen.

Wortlos öffnet Marie die Zimmertür und zieht mich mit sich. Mit einem Fuß stößt sie die Tür hinter sich zu, drückt mich an diese und küsst mich wieder ungestüm. Ihr Knurren lässt jeden weiteren Gedanken verstummen und ich handle nur mehr. Meine Hände fahren ihre Flanken rauf und runter. Langsam lasse ich die Daumen an den unteren Rand ihrer Brüste wandern und streichle sie sanft. Ein inbrünstiges Seufzen entweicht Marie dabei. Ich will sie so sehr, und ich weiß, dass sie mich genauso will.

Ohne unsere Küsse zu unterbrechen, öffne ich Knopf um Knopf ihre Bluse und streife sie von ihrer Schulter. Zum Vorschein kommt ein zarter Spitzen-BH. Mein Atem geht schneller, mein Herz pocht wie wild und transportiert all die herrlichen Gefühle der Begierde direkt zwischen meine Beine. Meine Hände wandern zum Rücken, um ihren BH zu öffnen und ihn langsam abzustreifen.

»Oh, Marie, du bist so wunderschön. Du bringst mich noch um den Verstand«, entkommt es mir lustvoll.

Sie sieht mich mit verklärtem Blick an und atmet schwer. Langsam wandern ihre Hände hoch und sie knöpft meine Bluse auf, streift sie ab und lässt sie auf den Boden fallen. Ihre Augen verdunkeln sich immer mehr, als sie meine kleinen Brüste erblickt. Da ich heute Abend keinen BH trage, recken sich ihr meine Nippel schon hart entgegen. Sie leckt sich gierig über die Lippen. Mit den Fingern fahre ich ihr durch die Haare, ziehe sie zu mir und küsse sie hungrig. Das Spüren ihrer nackten Brüste an meinen ist ungemein erregend.

»BETT!«, wispert Marie zwischen zwei Küssen. Auf dem Weg dorthin streife ich ihr rasch die Hose samt String ab. Obwohl ich sie in der Sauna nackt gesehen habe, verschlägt es mir trotzdem den Atem. Maries Körper glüht und ich spüre ihre ganze Leidenschaft. Ich dränge sie rückwärts zum Bett und während sie sich niederlässt, zieht sie mich mit. Rasch spreizt sie ihre Schenkel, damit ich mit einem Bein dazwischen zum Liegen komme. Mit einem Knie berühre ich ihre Mitte. Die Hitze ist sogar durch meine Hose zu spüren. Ich küsse sie ungestüm, streichle dabei ihren Hals, ihr Schlüsselbein und danach ihre Brüste. Mein Mund wandert gierig den Händen hinterher. Ich lecke sanft über ihre harten Nippel, was ihr einen undefinierbaren Laut entlockt. Mein Mund umschließt sie und saugt daran. Marie windet sich unter mir und stöhnt auf. Mit dem Knie verstärke ich den Druck in ihrer Mitte und reibe rhythmisch auf und ab. Sie atmet hektisch, verkrampft sich und bäumt sich ruckartig mit einem lauten Stöhnen auf.

War das ein Spontanorgasmus? Während mir dieser Gedanke aufkommt, sackt sie auf das Laken zurück, zieht mich mit nach oben und küsst mich.

»Wow! Ich habe ja noch gar nichts gemacht und du kommst schon?!«, bringe ich atemlos hervor.

Marie schaut mich selig an, schiebt mich ohne Worte wieder ein Stück nach unten und legt meinen Kopf auf ihrer Brust ab, während ihr Herz wild weiter schlägt.

Marie

Während Charlie auf mir liegt, beruhigt sich langsam mein Herzschlag und ich nehme meine Umgebung wieder wahr. Sie atmet bereits regelmäßig und ich staune, da sie tatsächlich eingeschlafen ist. Vermutlich war es auch für sie ein langer ereignisreicher Tag, schmunzle ich entspannt. Diese Frau bringt mich um den Verstand. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt einen Orgasmus hatte, ohne direkt berührt zu werden. Was ist hier in der kurzen Zeit geschehen?Das geht gar nicht, ich bin zu alt. Wobei so jung wie heute habe ich mich ewig nicht mehr gefühlt. Sie hat die Gabe, mich mein Alter vergessen zu lassen. Beim Tanzen gab ich, ohne nach zudenken die Führung ab, fühlte mich in ihren Armen wohl und ließ mich auf sie ein. Als ich leicht meinen Kopf an ihren legte, spannte sie kurz an, nahm aber sofort wieder ihre lockere Haltung mit einem zufriedenen Seufzer ein. Sie roch so gut, vermutlich von einem Parfum oder Haarshampoo, nichts Aufdringliches. Sie tanzte sicher, schwebte mit mir übers Parkett, wo ich noch Stunden in ihren Armen verbringen hätte können. Etwas enttäuscht war ich schon, als sie sich von mir löste und meinte, dass wir langsam aufbrechen sollten.

So nervös war ich schon lange nicht mehr, als wir in den Lift stiegen. Lange habe ich hin und her überlegt, ob ich Charlie noch auf einen Kaffee in die Suite einladen soll. Das wäre doch sehr fadenscheinig, und sicherlich würde sie gleich meine Hintergedanken erahnen. Was möchte ich von ihr? Was für eine Frage?! Ich will sie küssen, schmecken, und das bereits nach ein paar Stunden miteinander. Und dann sagt sie, was ich mir zuvor gedacht habe. Sie war ja so süß und unschuldig. Wie sie dabei gestottert und vor Nervosität auf ihrer Unterlippe herumgeknabbert hat. Ich konnte nichts mehr sagen oder mich zurückhalten. Ihre Lippen waren so einladend und verlockend. Mmh ..., sie schmeckt nach mehr und küssen kann sie ... Es hat mir bildlich den Boden unter den Füßen weggezogen. Die Leidenschaft hat mich überrumpelt. Als ich ihr die Bluse abstreifte, war ich kurz überrascht. Die ganze Zeit war sie ohne BH. Ihre knackigen Brüste waren unwiderstehlich und haben mir ihre Erregung verraten. Ich brachte nur mehr Bett heraus und schon legte sie sich zwischen meine gespreizten Schenkel.

Ich war bereits nackt, sie noch immer mit ihrer Hose bekleidet. Sie küsste mich gierig und ihr Stöhnen sagte alles aus. Ihre Lippen, ihre Zunge und ihre Hände waren überall gleichzeitig. Sie saugte an meinen Nippeln, die sich ihr verräterisch entgegen reckten. Ihr Knie spürte ich in meiner Mitte, ich reagierte darauf rasend schnell. Der Druck und das stetige Reiben trieben mich immer näher zum Höhepunkt. Eine unaufhaltsame Welle brach über mich herein, ich hörte mich nur mehr aufstöhnen. Als ich sie hoch zu meinen Lippen zog, entfuhr Charlie dabei ein überraschtes atemloses »Wow!«. Ich lächelte etwas verlegen, küsste sie sanft und legte ihren Kopf auf meine Brust, damit wir uns beide beruhigen, und den Moment genießen konnten.

»Charlie, wach auf, du hast noch deine Kleidung an«, flüstere ich ihr zu und streichle dabei ihr weiches Haar.

Sie rührt sich, schaut mich mit verschlafenen Augen an.

»Komm, zieh dich aus.«

Charlie kämpft mit ihrer Hose, schiebt sie aus dem Bett und legt sich seitlich neben mich. Ihren Kopf platziert sie wieder auf meiner Brust, eine Hand auf meinem Bauch, ein Bein um meinen Schenkel und schläft weiter. Ich streichle sanft ihre Wange, küsse sie auf dem Kopf und schlafe augenblicklich ein.

Ein warmer Körper liegt neben, besser gesagt halb auf mir. Der braune Haarschopf kitzelt mein Gesicht. Sofort habe ich die Bilder der letzten Nacht im Kopf. Ein Ziehen im Unterbauch breitet sich aus und mir wird heiß. Ist das tatsächlich passiert? Ich kann es nicht fassen! Ich liege mit dieser hübschen Frau im Bett und habe die Nacht mit ihr verbracht. Wir kennen uns doch kaum?! Nur mein Körper sagt mir gerade etwas anderes, der ist – erregt. Behutsam schiebe ich Charlie von mir, steige aus dem Bett und betrachte sie, wie sie schläft. Sie wirkt entspannt, ich nicht. Um meine Gedanken zu ordnen, gehe ich schwimmen. Ich schreibe eine kurze Nachricht auf einen Zettel und lege ihn ihr auf mein Kissen.

Bitte bleib! Bin nur schwimmen, Kiss, deine Marie

Zügig ziehe ich die Längen im Hotelpool. Langsam wird mir kalt, daher mache ich Schluss und freue mich auf eine heiße Dusche. Ob sie wach ist? Ob sie überhaupt noch da ist, oder hat sie bereits das Weite gesucht? Mit gemischten Gefühlen gehe ich zurück. Als ich die Suite betrete, ist das Bett leer. Sofort spüre ich einen Stich der Enttäuschung in mir. Wäre ja zu schön gewesen ... Da höre ich aus dem Badezimmer Wasserrauschen. Sie ist da! Mein Herz macht einen Sprung. Leise öffne ich die Tür und genieße den Anblick, der mir geboten wird. Mit dem Rücken zu mir steht Charlie in der Dusche, stützt sich mit den Händen an der Wand ab und lässt das Wasser über ihren Körper perlen. Ich kann nicht widerstehen, und mein Blick gleitet an ihrem Körper entlang. Sofort steigt eine verräterische Wärme in mir auf, daher lasse ich den Bademantel von meinen Schultern gleiten, auf den Boden fallen und steige leise zu ihr in die Dusche.

Sanft hauche ich ihr einen Kuss auf den Nacken. Charlie schreckt kurz auf, dreht sich zu mir um und strahlt mich an. Ich bringe kein Wort heraus, sondern küsse sie nur gierig. Meine Hände wandern ihren Körper rauf und runter. Sie stöhnt auf und lehnt sich mir mehr entgegen. Ich streichle ihre Brüste, lasse meine Lippen folgen und sauge abwechselnd an ihren aufgestellten Nippeln. Ihr Atem kommt stoßweise. Meine Hand wandert tiefer nach unten, bis ich mein Ziel, ihre Mitte, erreiche. Sie spreizt ihre Beine, damit ich ihr Zentrum erkunde. Mit dem Finger teile ich ihre Schamlippen und streiche zärtlich bis zu ihrer Perle. Diese umkreise ich sanft und reize sie, bis sie anschwillt. Charlie atmet hektisch, verkrampft sich und stöhnt laut auf. Sie sinkt in meine Arme und schnappt nach Luft. Ich schaue ihr in die Augen und grinse verschmitzt.

»Na, das war aber auch sehr schnell!«

Sie nickt und küsst mich immer wieder und schnurrt dabei wie ein Kätzchen.

Wir seifen uns gegenseitig ein und duschen fertig. Dabei streicht sie sanft über meine linke Schulter, hält inne und schaut mich erstaunt an.

»Was ist hier passiert?«, fragt sie verwundert.

»Jetzt nicht«, sage ich mit gesenktem Blick.

Meine Narbe hatte ich in diesem Gefühlskarussell komplett vergessen. Wir trocknen uns ab, schlüpfen in die flauschigen Bademäntel und verlassen das Badezimmer. Charlie folgt mir, dreht mich zu ihr um und küsst mich ungestüm. Meine Erregung steigt und ich schiebe sie Richtung Bett. Gemeinsam lassen wir uns fallen und leben erneut unsere Leidenschaft aus.

Entspannt liegen wir im Bett. Jede ist für sich in Gedanken versunken und lässt die letzte Stunde Revue passieren.

»Was machst du mit mir, Marie? Ich steh komplett neben mir!«

»Ich mit dir? Was machst du mit mir? Was passiert da gerade mit uns, Charlie?«

Sie stützt sich auf den Ellenbogen, zieht mit ihren Fingern zarte Kreise auf meinem Bauch und sieht mir dabei tief in die Augen.

»Ich weiß es nicht, aber es fühlt sich einfach nur wundervoll an!«

Ich schmunzle, sie hat recht. Es ist unerklärlich und fühlt sich gut, sehr gut an. Wir küssen uns sanft, sinnlich und endlos, bis das Knurren unserer Mägen laut zu hören ist. Wir trennen unsere Lippen, schauen uns an und unisono sagen wir:

»HUNGER.«

»Hast du Zeit auf ein gemeinsames Frühstück?«, frage ich hoffnungsvoll.

»Ja, die habe ich und nicht nur dafür ...«, sagt sie keck mit schief gelegtem Kopf.

»Was hältst du von einem richtig ausgiebigen Sportlerfrühstück?«

»Das ist die zweitbeste Idee heute Morgen«, erwidert sie, springt aus dem Bett und verschwindet im Badezimmer. Nachdem ich unsere Bestellung aufgegeben habe, ziehe ich mir rasch den Bademantel über und räume den Tisch am Fenster ab, um dort frühstücken zu können. Charlie tritt hinter mich, schlingt ihre Arme um mich und streift mit ihren Lippen sanft über meine Wange. Eng umschlungen stehen wir eine ganze Weile da und genießen unsere Nähe. Ein Klopfen an der Tür bringt uns in die Gegenwart zurück. Ich öffne und der Kellner kommt mit dem Frühstückswagen ins Zimmer.

»Das Weitere erledigen wir selbst, danke«, winke ich ihn hinaus und gebe ihm ein angemessenes Trinkgeld. Wir decken den Tisch und langen genüsslich zu.

Charlie

Nachdem ich mein weiches Ei verschlungen habe, schaue ich Marie verunsichert an.

»Zuerst entschuldige ich mich bei dir. Es ist überhaupt nicht meine Art, so wie gestern Nacht, danach sofort einzuschlafen.«

»Bitte mach dir darüber keinen Kopf! Du hattest einen langen, anstrengenden und aufregenden Tag. Ich bin selbst rasch eingeschlafen«, sagt Marie sanft.

»Zweitens möchte ich die nächsten Tage mit dir verbringen. Den heutigen am liebsten hier im Zimmer, oder noch besser, im Bett!«

Marie verschluckt sich an ihrem Kaffee und ihre rechte Augenbraue schnellt kurz nach oben.

»Ich möchte meine restliche Zeit hier auch sehr gerne mit dir verbringen.«

Gelöst und zufrieden beiße ich von meinem Vollkornbrot mit Käse und kaue es genüsslich. Marie schaut mir dabei zu und schüttelt leicht den Kopf.

»Was?«, frage ich mit vollem Mund.

»Du machst wohl alles im Leben mit Leidenschaft. Sogar Essen.«

Während unseres ausgedehnten Frühstücks unterhalten wir uns angeregt, lachen miteinander und erfahren vieles übereinander. Marie ist eine starke Frau, unkompliziert, humorvoll und voller Lebenserfahrung.

»Wie sehen deine nächsten Tage aus?«, fragt sie mich interessiert.

»Hhm ..., lass mich mal nachdenken. Die sind momentan so weit weg. Morgen Früh kommt das ganz Team an. Um zehn Uhr haben wir die erste Besprechung. Danach geht’s gleich auf die Strecke. Mit den Technikern werde ich noch für das offizielle Training am Donnerstag das Material abstimmen. Am späten Nachmittag habe ich einen Termin bei Silvia, um unseren Therapieplan für die nächsten Tage festzulegen. Ich merke, meine Muskeln gehören gelockert.«

Marie grinst mich frech an.

»Was?«

»Ich habe nichts dazu beigetragen, dass sie verspannt sind.«

Ich verdrehe die Augen und wir lachen beide ausgelassen.

»Auf jeden Fall hoffe ich, dass nicht zu viel Unerwartetes dazwischenkommt, denn den Abend würde ich sehr gerne mit dir verbringen. Ich muss nur noch schauen, wie ich das ohne viel Aufsehen hinbekomme.«

»Charlie, ich freue mich natürlich, wenn wir uns sehen, aber es geht hier um dich. Um deine ersten Rennen. Mach bitte alles so, wie wenn ich gar nicht da wäre. Ich vertreibe mir auch alleine die Zeit. Morgen ist schönes Wetter, da gehe ich selbst Skifahren und wenn mir das Glück hold ist, darf ich dich sogar ab und an von Weitem beobachten.«

Ich schaue ihr in die Augen und sehe, dass ihre Worte echt sind. Bin ich erleichtert, dass sie nicht beleidigt ist.

»Ich will viel Zeit mit dir verbringen, so viel wie möglich. Ich möchte alles von dir erfahren und dich noch besser kennenlernen. Das mit dir ist hier keine One-Night-Affäre. Marie, ich habe mich in dich verliebt. Wenn ich nur an dich denke, fliegen die Schmetterlinge in meinem Bauch. Ich weiß gar nicht mehr, wann dies das letzte Mal der Fall war. Du bist unglaublich! Du bist die Frau, nach der ich schon so lange auf der Suche bin.«

Marie sagt kein Wort, ihre Augen weiten sich. Sie atmet hörbar ein und aus und starrt mich dabei an. Alles in mir verkrampft sich, und ich bin ganz benommen. Das kann nicht sein?!

»Oh Gott! Für dich bin ich nur ein kleines Urlaubsabenteuer! Bist du in Lake Louise, um ein paar heiße Nächte mit einer Rennläuferin zu verbringen?«

Ich schaue Marie dabei ungläubig an.

»Nein! nein, Charlie! Du hast meine Reaktion falsch gedeutet. Du hast genau das gesagt, was ich gerade selbst gedacht habe. Das ist mir erst bewusst geworden, als du es ausgesprochen hast. Verzeih, dass mein Blick so rübergekommen ist.«

Marie ergreift meine Hand, zieht mich vom Stuhl hoch und weg aufs Sofa.

»Charlie, ich habe mich auch in dich verliebt! Deine Augen, deine Lippen, dein Körper, dein Geruch, einfach DU, rauben mir meinen Verstand und erlauben mir gerade keinen klaren Gedanken. Ich wusste gar nicht, dass ich zu diesen Gefühlen noch fähig bin. Ich bin total verwirrt. Ich weiß noch gar nicht, wie ich mit dem, was hier passiert, umgehen soll. Ich bin so viel älter als du! Versteh doch, ich bin schon 46. Ist dir das überhaupt bewusst? Und du, du bist noch so jung!«

»Marie, ob du 30, 40 oder wie du sagst, 46 Jahre alt bist, hat keine Bedeutung für mich. Wenn nur die jüngeren Frauen so viel Power hätten wie du. Ich bin 30 Jahre alt. Na und! Ich bin doch kein Jungspund mehr. Ich habe mehr Lebenserfahrung wie so manche 40-jährige. Ich habe mir vorgenommen, diese Saison mit mindestens zwei Kugeln abzuschließen. Und wenn dies nicht der Fall ist, dann dreht sich die Welt für mich auch weiter. Ich stehe schon seit über 15 Jahren voll unter Druck und habe fast kein Privatleben mehr. Ich habe beschlossen, mich aus dem Profisport zurückzuziehen, wenn möglich natürlich mit einem Spitzenergebnis. Ich will endlich ein richtiges Leben, mit der idealen Frau. Mit dir an meiner Seite kann ich mir das sehr gut vorstellen.«

»Charlie, wir kennen uns gerade mal vierundzwanzig Stunden, wie kannst du dir da so sicher sein, dass – ich – das bin. Du weißt nicht, was mich ausmacht, wie mein Leben verlief und wie ich es jetzt lebe.«

Marie ist aufgebracht. Will sie es nicht sehen? Ich habe mich auf den ersten Blick in sie verliebt! Wie kann ich ihr das begreiflich machen?

»Meine Entscheidung, dass dies vermutlich meine letzte Saison ist, hat ja nichts mit dir zu tun, die reift ja schon viel länger in mir. Es wäre nur ein Grund mehr. Wir haben heute den ganzen Tag und die nachfolgenden Abende. Genug Zeit, um uns besser kennen zu lernen. Gib uns diese Chance. Bitte – Sag Ja!

Ich merke doch, dass du gleich für mich empfindest. Es ist nicht nur diese sexuelle Anziehungskraft, sondern da ist mehr, viel mehr! Das geht viel tiefer. Alles Weitere ergibt sich ja so oder so. Marie! Gib uns diese Tage! Das Schicksal hat uns hier zusammengebracht. Lass uns einfach mehr voneinander erfahren. Nach Lake Louise habe ich noch drei Rennen und anschließend Weihnachtsurlaub. Da haben wir auch noch Zeit, um uns besser kennen zu lernen. Denk darüber nach und gib uns, für das, was hier gerade passiert, eine Chance. Marie, bitte. Sag Ja zu uns«, sage ich nochmals mit Nachdruck.

Marie

Seit längerer Zeit sitzen wir, ohne uns zu unterhalten, auf dem Sofa und hängen unseren Gedanken nach. Ich bin komplett verwirrt von diesen tiefen Gefühlen. Gibt es das, sich so rasch ineinander zu verlieben? Ich bin zu alt für sie. Will sie das nicht sehen? Im Moment stört sie das nicht. Was ist mit später?

»Marie, bitte erzähl mir von dir. Lass mich dich kennenlernen. Was ist für dich wichtig? Erzähle von deinem letzten Projekt, wo warst du in all den Monaten unterwegs?

---ENDE DER LESEPROBE---