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Die Autorin wurde im Sommer 2019 mit der Diagnose 'Bauchspeicheldrüsenkrebs' konfrontiert. Trotz dieser von der Schulmedizin prognostizierten schlechten Prognose beschreibt sie in diesem Buch ihren erfolgreichen Weg durch diese schwere Zeit und nennt hier die Kombination aus Schul-und Komplementärmedizin.
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Seitenzahl: 146
Veröffentlichungsjahr: 2021
Patrizia Fleischer bekam im Sommer 2019 die Diagnose „Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Metastasen.“
Seit dieser Zeit kämpft sie aktiv und erfolgreich gegen diese Krankheit an.
Dieses Buch möchte ich allen Betroffenen widmen, die von den Ärzten die Diagnose „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ mit dieser äußerst schlechten Prognose erhalten haben.
Bitte orientieren Sie sich nicht nur ausschließlich an dem Rat der Ärzte, sondern werden Sie auch selbst aktiv.
Informieren Sie sich, machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken, lesen Sie Bücher zu diesem Thema und gehen Sie Ihren eigenen Weg!
Bitte lassen Sie sich nicht unterkriegen, verzweifeln Sie nicht, bleiben Sie hoffnungsvoll und kämpfen Sie!
Auch heute geschehen noch „Wunder“, die die Schulmedizin sich nicht erklären kann.
Patrizia Fleischer
Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs
Mein Weg durch diese schwere Zeit
© 2020 Patrizia Fleischer
Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN
Paperback
978-3-347-19331-4
Hardcover
978-3-347-19332-1
e-Book
978-3-347-19333-8
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhaltsverzeichnis
Der erste Schock
Rückblick
Der Krankheitsbeginn
Zu Hause
Die Diagnose steht fest
Die zweite Meinung
Die erste Zeit
Die Chemotherapie
Akzeptieren der Krankheit
Meine Heilpraktikerin
Nährstoffe und die Ernährungstherapie
Familie
Im Wellnesshotel
Komplementärmedizin
Meine neue Ernährung
Psychotherapie
Vergangenheits-Bewältigung
Zukunftsvisionen
September 2019
Erster Erfolg
Euphorie
Mitmenschen
Hoffnung
Vorweihnachtszeit
Weihnachten und Jahresausklang
Pläne für die Zukunft
In Eigenregie
Die Corona-Krise
Wie geht es weiter?
Die Aufgabe des Arbeitslebens
Der Schock
Aufklärung
Selbstanalyse
Raus in die Natur
Status Quo?
Urlaub in Zeiten von Corona
Ausblick und Resümee
Quellenverzeichnis
Der erste Schock
„Haben Sie eine gute Nachricht für mich?“ fragte ich Herrn Dr. Fuchs, als er an mein Bett trat.
Sein sorgenvolles Gesicht ließ mich sofort das Gegenteil vermuten.
„Es tut mir leid Frau Fleischer, das Ergebnis vom Computertomogramm (CT) liegt uns vor. Sie haben leider Krebs.“
Bis dato hatte ich auf ein gutes Ergebnis gehofft, dass ich nur eine Entzündung hätte, die man relativ schnell in den Griff bekommen würde. Aber meine Hoffnung wurde in diesem Moment jäh zerstört.
„Wir haben festgestellt, dass Sie an der Bauchspeicheldrüse Krebs von ca. 2,5 cm Länge haben und an der Leber sind multiple Metastasen von bis zu 2 cm. Außerdem haben Sie zahlreiche Lymphknoten, die auch mit Krebs befallen sind. Wir können nicht sicher sagen, wo der Primärtumor sitzt, aber es könnte der an der Bauchspeicheldrüse sein.
Wir werden morgen eine Punktion der Leber vornehmen und eine Biopsie machen, um Einzelheiten über den Krebs zu erfahren“, vernahm ich von Herrn Dr. Fuchs.
Ich kann nicht beschreiben, was in diesem Moment in mir vorging. „So, das war’s“, dachte ich mir, „von jetzt auf gleich ist mein Leben vorbei.“ Dies waren die ersten Gedanken, die mir in den Sinn kamen.
„Welche Chance habe ich?“ fragte ich Herrn Dr. Fuchs mit einem großen Kloß im Hals.
Er wägte ab: „Na ja, wenn ein 90jähriger mit zig Begleiterkrankungen diesen Krebs bekommt, ist es natürlich was Anderes, als wenn Sie den Krebs haben. Sie sind ja noch relativ jung und stark“, versuchte er mich aufzumuntern. Dann drückte er mir zur Bestätigung die Hand und verabschiedete sich mit den Worten: „Wir sehen uns morgen zur Punktion.“
Nun lag ich da und war wie erschlagen. Tausend Fragen gingen mir durch den Kopf.
„Warum ich, was habe ich falsch gemacht? Ich habe doch immer (meist) gesund gegessen. Warum mutet der liebe Gott mir das zu? Ich war doch immer und zu allen hilfsbereit, ist das die Strafe dafür?“ Natürlich fand ich keine Antwort darauf.
Wie sollte ich das meiner Familie sagen - meiner Tochter Lina und meinen Sohn Max? Ganz zu schweigen von meinem Mann Jürgen. Lina war zwar schon 23 Jahre alt und hatte seit ca. 4 Jahren einen festen Freund, Ludwig, der schon so gut wie zur Familie gehörte. Sie hatte BWL studiert und war in den letzten Zügen ihres Studi-ums und hatte schon ab September einen Job als Steuerassistentin in einer Steuerkanzlei sicher. Sie ist eine empathische, junge Frau, die sehr mitfühlend und hilfsbereit ist.
Und mein Sohn Max, der schon 34 Jahre alt ist und seit Jahren in einer festen Beziehung mit seiner südkoreanischen Freundin EunHee lebt. EunHee ist schon seit vielen Jahren in Deutschland und spricht fast ganz perfekt deutsch. Und nicht zu vergessen mein Mann Jürgen, mit dem ich bereits seit 37 Jahren verheiratet bin. Meine Familie ist mein Ein und Alles. Wie werden sie reagieren?
Klar, hatte man oft Schlagzeilen gelesen, welcher Promi, oder jemand, den man vom Sehen kennt, Krebs hat. Aber dass mich das selber treffen würde, hätte ich niemals gedacht!
Den ganzen Nachmittag lag ich verzweifelt in meinem Bett. Gott sei Dank war ich alleine im Krankenzimmer, keine Schwester wagte sich zu mir herein. Sie waren bestimmt instruiert, mich in Ruhe zu lassen. Heiße Tränen liefen mir über das Gesicht und ich wurde vom Schluchzen geschüttelt.
Ich war so verzweifelt, dass mir nichts Blöderes einfiel, als in WhatsApp auf unserer „Family-Gruppe“ eine Sprachnachricht zu hinterlassen, in der ich schluchzend mitteilte, dass herausgefunden wurde, dass ich Krebs hatte.
Es dauerte keine 10 Minuten, als Lina anrief und ins Handy schluchzte: „Mama, ich habe deine Nachricht gehört. Das ist furchtbar! Können wir gleich zu dir kommen?“ Später erzählte sie mir, dass sie und Ludwig zu Ikea unterwegs waren, um neue Möbel für ihre erste, gemeinsame Wohnung zu bestellen. Sofort brach sie in Tränen aus, als sie meine Nachricht hörte und sie blieben stehen, um mich anzurufen.
Die Besuchszeit neigte sich dem Ende zu, als Lina und Ludwig mit Tränen in den Augen vor meinem Bett standen. Sie wollten es nicht glauben, sie weinten und drückten mich fest in ihre Arme.
Es war für mich eine schreckliche Situation, meine Familie so verzweifelt zu sehen. Wie sollte ich ihnen Mut machen, wenn ich selbst am Boden zerstört war?
In Windeseile sprach sich meine Diagnose im Freundes- und Bekanntenkreis herum.
Mein Sohn Max und seine Freundin EunHee waren auch tief bestürzt, als sie mich am nächsten Tag besuchten. Max versuchte tapfer, seine Tränen zu unterdrücken, was ihm nicht ganz gelang. „Sag uns, wenn du was brauchst, wie wir dir helfen können“, sagten sie zu mir, aber in diesem Moment konnte mir niemand helfen.
Mein Mann Jürgen kam auch am Spätnachmittag und wir lagen uns stumm und weinend in den Armen.
„Wie soll das weitergehen? Dann muss ich so eine komische Chemo machen, von der man immer über starke Nebenwirkungen hört. Oder kann man den Krebs weg operieren?“ dachte ich mir.
Ich fühlte mich ja noch nicht alt. „Ich kann doch nicht aufgeben, nicht für meine Familie und auch nicht für mich! Soll das alles gewesen sein?“ Die Gedanken schossen durch meinen Kopf, sie kamen und gingen, ich war zu keinem normalen Gedanken fähig.
Ich verbrachte eine unruhige Nacht mit wirren Träumen, wachte schweißgebadet auf und war am Morgen wie gerädert. Gut, dass ich wenigstens alleine in meinem Zimmer lag und meine Ruhe hatte!
Die Schwestern waren alle sehr freundlich zu mir, vermieden aber, groß mit mir zu sprechen. Ich habe später noch oft erlebt, wie hilflos Leute sind, wenn sie erfahren, dass man Krebs hat.
Ich war froh, dass ich keine großen Schmerzen hatte, nur ein Drücken im Oberbauch.
Deswegen hatte mir Herr Dr. Fuchs Novalgin Tabletten gegeben. Damit fühlte ich mich eigentlich körperlich ganz gut, meine psychische Seite war allerdings total auf dem Nullpunkt.
Am nächsten Tag, Freitag, kam Herr Dr. Fuchs am späten Vormittag mit einem Kollegen und sie punktierten meine Leber. Ich bekam mit einem Spray eine Betäubung und dann wurde meine Leber angepiekst. Das war schon unangenehm, aber es war relativ schnell vorbei und mir wurde mitgeteilt, dass das Ergebnis der Biopsie die Woche darauf am Mittwoch da wäre und man über das Wochenende eh keine weiteren Untersuchungen planen würde.
Ich bin ja eher ein Unruhegeist, und der Gedanke, das Wochenende hier alleine in meinem Bett verbringen zu müssen, während sich im Büro zu Hause die Arbeit stapelte, machte mich ganz unruhig.
„Außerdem werde ich hier verrückt, wenn ich das ganze Wochenende grübelnd im Bett liege und mir alle möglichen Szenarien ausmale“, dachte ich bei mir.
Es ging mir ja soweit erst einmal gut, ich brauchte weder Infusionen noch ständige ärztliche Überwachung.
Mein Mann Jürgen ist selbständig und arbeitet als KFZ-Sachverständiger von zu Hause aus.
Ich bin seine rechte Hand und erledige den ganzen Bürokram für ihn, er ist der Techniker und ich bin für die Gutachten zuständig, dass sie in grammatikalisch einwandfreiem und optisch guten Zustand das Büro verlassen. Wir haben keine andere Kraft, wie sollte mein Mann das alleine hinkriegen?
Dies bereitete mir zusätzliche Magenschmerzen und deswegen fragte ich Herrn Dr. Fuchs, ob ich übers Wochenende heim könnte, denn in der Klinik würde man in dieser Zeit eh nichts mit mir machen.
„Ja, ok, ich verstehe das, wenn Sie selbständig sind. Sie müssen mir aber ein Formular unterschreiben, dass Sie auf eigene Verantwortung heimgehen. Wenn der Befund der Biopsie da ist, rufen wir uns zusammen und besprechen das Ergebnis“, schlug mir Herr Dr. Fuchs vor.
Daraufhin gab ich ihm meine Handynummer, ich unterschrieb das Formular und Jürgen holte mich am Freitagnachmittag ab.
Rückblick
Meine Familie bedeutet mir Alles.
Jürgen und ich sind seit 37 Jahren verheiratet. Eine verlässliche Ehe ohne große Katastrophen (Gott sei Dank). In den letzten 2 Jahren hatten sich ein paar Reibereien entwickelt, die stellenweise zu einer Krise führten, wir hatten aber stets das Steuer wieder herum gerissen.
Unser Sohn Max ist ein Wunschkind und ich war überglücklich, nach einer Fehlgeburt in recht kurzer Zeit wieder schwanger geworden zu sein. Wir waren eine kleine, bodenständige Familie.
Jürgen hatte seinen KFZ-Meister während der 8-jährigen Bundeswehrzeit gemacht und sich schließlich zum KFZ-Sachverständigen bei einer großen Organisation ausbilden lassen. Er liebte seinen Job, aber er hatte schon damals viel Stress, ein hohes Arbeitsaufkommen und zusätzlich viel Arbeit, die er sich fürs Wochenende mit heim nahm. „Können wir schon wieder nichts am Wochenende unternehmen?“ maulte ich des Öfteren, wenn er sich stundenlang zu Hause im Büro vergrub.
„Schatz, es tut mir leid, anders schaffe ich das Pensum nicht, am Montag kommt schon was Neues“, entgegnete er mir daraufhin.
OK, er verdiente ganz gut und bekam jährlich eine zusätzliche Ausschüttung, dafür arbeitete er aber wie ein Stier. Das Gute in dieser Zeit waren die Urlaube, die wir auch über mehrere Wochen machen konnten. Dies war uns später nicht mehr möglich.
Als unser Sohn Max 5 Jahre alt war, verbrachten wir einen 3-wöchigen Urlaub in Florida, zu Besuch bei „Mickey Mouse.“
Damalige Nachbarn weilten 5 Jahre aus beruflichen Gründen in Orlando und so ergab es sich, dass wir sie dort besuchten und viele gemeinsame Ausflüge machten. Diese hatten 2 Mädchen mit 6 und 4 Jahren und unser Max verstand sich mit beiden gut. Dieser Urlaub war ein großartiges Highlight; wir besuchten das „Epcot Center“, „Disney World“, „Sea World“, „Cape Canaveral“ und die „Florida Keys.“
Noch heute denken wir sehr oft mit Freude daran zurück.
Es ist bis dato unser schönster und längster Urlaub gewesen.
Wir wohnten damals mit Max in einem Vorort von München und hatten uns zuerst eine 3-Zimmer-Eigentumswohnung mit Gartenanteil gekauft. Ich verdiente als Halbtagskraft nicht so üppig, aber es war mir immer wichtig, auch über eigenes Geld zu verfügen. Wir hatten auch einen Kredit für die Wohnung aufgenommen, den wir auch in absehbarer Zeit zurückzahlen wollten. Außerdem war ich gerne unter Leuten, als „Nur-Hausfrau“ konnte ich es mir gar nicht vorstellen.
Eingangs hatte ich eine Ausbildung zur Arzthelferin gemacht. Ich liebte meinen Beruf und war einige Jahre auch als Alleinkraft in einer internistischen Praxis tätig.
Nach der Geburt von Max 1986 fand ich jedoch keine für mich geeignete Halbtagsstelle in einer Praxis und arbeitete zunächst bei einem Discounter an der Kasse, was allerdings purer Stress, gerade in Verbindung mit einem Kleinkind, bedeutete.
Nach kurzer Zeit wechselte ich in ein Lagerhaus eines Warenhauses und hatte dort einige Jahre eine tolle Anstellung im Büro.
Als Max 9 Jahre alt war, war er schon des Öfteren mit „seinen Jungs“ unterwegs und ich hatte ihn nur noch sehr selten zum Kuscheln.
In der Nachbarschaft waren einige Frauen wieder schwanger geworden und ich kam ins Grübeln, dass es doch schön wäre, noch ein Kind, idealerweise ein Mädchen, zu bekommen. Bis dato waren Jürgen und ich uns sicher gewesen, nur ein Kind zu wollen.
Jürgen und ich beschlossen, da er auch ein zweites Kind wollte, dass ich die Pille absetzen sollte und wir höchstens ein halbes Jahr „üben“ wollten, um zu sehen, ob es klappen würde. Nach 3 Monaten war ich schwanger und die Freude war riesig, als sich im Juli 1996 noch ein kleines Mädchen, „Lina“, zu uns gesellte.
Anfangs hatten unsere 2 Kinder keine großen Gemeinsamkeiten; 10 Jahre sind halt doch ein großer Altersunterschied.
Erst als unsere Lina ca. 15 Jahre und Max 25 Jahre alt waren, begannen sie, sich anzunähern und verstehen sich heute besser denn je.
Der Krankheitsbeginn
Ich hatte schon seit ca. 3 Wochen diffuses Magendrücken gehabt, das ich nicht zuordnen konnte. Man kennt dies ja, wenn man einen Virus oder eine Gastritis hat, aber dieses Mal fühlte es sich eben ganz anders an.
Ich hatte leichte Schmerzen im Ober- und Mittelbauch, die aber stärker wurden. Übel war mir aber dabei nicht, allerdings hatte ich auch keinen besonderen Appetit.
Deswegen war ich zu unserer Hausarztpraxis gegangen, die Helferin nahm mir Blut ab und der Arzt machte einen Ultraschall vom Oberbauch.
Es wurden erhöhte Entzündungswerte im Blut festgestellt; der Ultraschall ergab allerdings nichts, bzw. sie sahen nichts. Nachher wurde ich eines Besseren belehrt, denn es waren sehr wohl Metastasen an der Leber vorhanden, die man hätte sehen müssen, da jede ca. 2 cm groß war.
Ich wurde vom behandelnden Arzt vertröstet, es wäre wohl im Magen-Darmtrakt etwas im Anmarsch, man könne es noch nicht genau sagen. Ich solle die Novalgin Tropfen bei Bedarf nehmen und 2 Tage später wieder kommen.
Ich hatte die ganze Zeit schon so ein ungutes Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmte. In der Nacht wachte ich mit zunehmenden Schmerzen auf und beschloss, mich selbst ins Krankenhaus einzuweisen. Mein Köfferchen hatte ich schon vorab gepackt, ich hatte es geahnt.
Die herbeigerufenen Sanitäter brachten mich also in den frühen Morgenstunden in die Kreisklinik. Ich hatte mein Köfferchen sowie die Blutwerte aus der Hausarztpraxis dabei.
Längere Zeit lag ich zunächst auf dem Gang, später in einem Untersuchungsraum, bis sich jemand um mich kümmerte. Die Schmerzen hatten inzwischen etwas nachgelassen. Dann kam eine Arzthelferin, nahm mir Blut ab und fertigte ein EKG an.
„Was haben Sie denn für Beschwerden?“ fragte mich dann die hinzugekommene Ärztin. Ich beschrieb ihr die aufgetretenen Schmerzen und daraufhin machte sie vom Oberbauch einen Ultraschall.
„Ich kann nichts Auffälliges feststellen“, sagte sie zu mir.
„Entweder Sie gehen wieder nach Hause oder Sie bleiben hier und gehen auf Station, da können wir dann eine Magenspiegelung machen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.“
„Was habe ich jetzt? Nichts? Das kann doch nicht sein! Bin ich ein Hypochonder?“ dachte ich bei mir.
„Jetzt bin ich schon mal hier, ich möchte das abklären lassen“, sagte ich zu der Ärztin.
So wurde ich also auf Station gebracht. Nach einiger Zeit holte mich ein Arzt und machte noch einmal einen Ultraschall von meinem Oberbauch.
Es dauerte längere Zeit, in der er mehrere Fotos machte, aber nichts zu mir sagte. Dann fragte ich ihn, ob jetzt die Magenspiegelung gemacht werden würde.
„Die brauchen wir jetzt nicht mehr. Sie haben eine Reihe von vergrößerten Lymphknoten, da müssen wir jetzt ein CT machen.“
Mein Herz begann zu rasen, als ich dieses hörte.
„Ich habe Krebs“, schoss es mir durch den Kopf. „Lieber Gott, bitte mach, dass das nicht stimmt.“
Zu Hause
„Hast du deine Sachen alle dabei, die du brauchst, Medikamente und so?“ fragte mich Jürgen, als er mich an diesem heißen 5. Juli aus dem Krankenhaus abholte.
„Ja Schatz, ich hab alles, lass uns fahren“, entgegnete ich.
Wir fuhren nach Hause und ich war froh, dem Krankenhaus entkommen zu sein. Nur dort herumzuliegen und zu grübeln hätte mich wahnsinnig gemacht.
Zu Hause angekommen, war alles schön sauber geputzt. Rodica, die einstige Pflegerin meines inzwischen verstorbenen Schwiegervaters, die aus Rumänien kam, hatte alles tipptopp geputzt und auch die Wäsche gewaschen. Ich war ihr sehr dankbar dafür. Immer wenn sie sah, dass ich Hilfe brauchte, war sie umgehend zur Stelle. Darauf konnte ich mich blind verlassen.
Ich versorgte meine Medikamente und die Wäsche, die ich mitgebracht hatte und wurde stürmisch von unserem kleinen Chihuahua, Bailey, begrüßt. Er war 10 Jahre alt, also schon ein Hunde-Opa und er hatte auch eine Krankheit. Es bildete sich immer Wasser in seinem Kopf und an der Wirbelsäule und das drückte schmerzhaft auf seine Nerven.
Er bekam täglich seine 4 verschiedenen Medikamente, die ich auf einem Teelöffel zerdrückte, mit Wasser vermischte und mithilfe einer Spritze in sein Maul gab. Er kannte diese Prozedur und tolerierte dies, zumal es hinterher als Belohnung eine Hunde-Leberwurst gab.
Als Erstes ging ich zu Hause in unser Büro, das separat am Ende unseres kleinen Gartens in einem eigenen Anbau (Atelier) untergebracht war. Dies war sehr praktisch für uns, um abseits in Ruhe arbeiten und die Sachen auch liegen lassen zu können.
Jürgen hatte sich 2003 selbständig gemacht und wir waren recht zufrieden, was die Umsätze betraf. Das einzige Manko war die ständige Erreichbarkeit und die Tatsache, nie länger als 2-3 Tage in den Urlaub fahren zu können. Die Kunden erwarteten von uns, dass wir ständig erreichbar waren und sie auf die Schnelle einen Termin vereinbaren konnten. Unfälle passieren halt unvorhersehbar und die Leute wollen dann schnell ein Gutachten haben.
Es war einiges an Arbeit liegen geblieben, schließlich war ich 3 Tage im Krankenhaus gewesen und Jürgen hatte nur das Nötigste gemacht.
Er ist ein reiner Techniker und schickt seinen Werkstätten Gutachten über die Schäden an den Autos. Die grammatikalische Gutachtenerstellung und der E-Mail-Versand waren meine Aufgabe, die ich auch sehr gerne und gewissenhaft erledigte. Mir ging das flott von der Hand und wir verstanden uns blind. Ich wusste, was seine Schwachstellen sind, wir ergänzten uns perfekt.
An diesem Tag arbeitete ich im Büro mehrere Stunden und war dadurch sehr abgelenkt.
