Diät Odyssee - Marisa López - E-Book

Diät Odyssee E-Book

Marisa López

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Beschreibung

Sich mit Übergewicht zu quälen ist und bleibt ein leidiges Thema unserer heutigen Lifestyle-Generation. Mit unzähligen Diäten plagte sich die Autorin, um ihr Wohlfühlgewicht zu erreichen. Warum aber scheiterte sie immer und immer wieder? Den Schlüssel zum Erfolg kennen die meisten: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kombiniert mit ausreichend Bewegung bringen dir dein Wunschgewicht. Leider genügt dieser einfache Ratschlag nicht, denn wie du weißt, trennen Wissen und Umsetzung teils Welten. Und eben hier versucht dieses Buch anzusetzen, die verschiedenen körperlichen und psychologischen Hintergründe zu erläutern, warum wir überhaupt an Übergewicht leiden und welcher Weg aus diesem Desaster herausführt. Ebenfalls wird genauer auf Nährstoffe und Lebensmittel eingegangen, welche Schattenseiten, aber auch Heilkraft unsere tägliche Nahrung besitzt. Letzten Endes muss alles in Harmonie zueinander stehen: Körper, Geist und Seele.

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Seitenzahl: 204

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Diät Odyssee

Reise zu einer bewussten Lebensweise

Hinweis und Haftungsausschluss

Gesundheit und Inhalt

Die Inhalte dieses Buches wurden vom Autor nach dessen Wissen und Ansichten erarbeitet, dienen dem Leser jedoch lediglich zur Information und sind insbesondere kein Ersatz für ärztlichen Rat!

Eine kritische Ansicht der Aussagen und Empfehlungen in diesem Buch ist erwünscht. Die Aussagen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder medizinischen, wissenschaftlichen Konsens. Der Autor übernimmt keinerlei Garantie oder Haftung für die Nutzung dieser Informationen.

Dieses Buch und sein Inhalt sind vollständig urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte liegen beim Autor. Ohne die ausdrückliche schriftliche Zustimmung des Autors darf dieses Buch weder vollständig noch in Auszügen in irgendeiner Form oder auf irgendeine elektronische oder mechanische Weise vervielfältigt werden.

Marisa López

Diät Odyssee

Reise zu einer

Erstausgabe: Mai 2016

Copyright © Marisa López 2016

The Cottage, Clonegal, Co. Carlow, Ireland

E-Mail: [email protected]

www.DiaetOdyssee.com

Cover Design by Ralph Kämpf

[email protected]

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN: 978-3-7345-2385-4 (Paperback)

ISBN: 978-3-7345-2387-8 (e-Book)

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Inhalt

Für eine bewusste Lebensweise!

TEIL 1

Manipulation von außen

Schlank in 30 Tagen

1. Kapitel: Die süßeste Versuchung

Schokolade

Zucker – das süße Gift!

… zurück im Internat

2. Kapitel: The Great Escape

Crashdiäten

Jo-Jo-Effekt – die Folge einer Crashdiät

3. Kapitel: It’s Tea Time

Sport und Bewegung

4. Kapitel: Todmüde

Gewichtszunahme durch ein körperliches Handicap

Schilddrüsenunterfunktion

Störung des Sättigungshormons

Cushing-Syndrom

PCO-Syndrom

Ödeme

Medikamente als Ursache für Übergewicht

Körperliche Folgen durch Übergewicht

Diabetes

5. Kapitel: Das große Fressen

6. Kapitel: Nix mehr Essen

7. Kapitel: Verliebt sein

8. Kapitel: Karibik, Bikini und Piña colada

Genuss

9. Kapitel: Das quiekende Schwein

10. Kapitel: Die Tyrannei der Waage

11. Kapitel: Abnehmen ohne Hungern

Kalorien zählen

Tag 1: Das Kalorientagebuch

Tag 8: Die erlaubte Kalorienmenge

Tag 15: Die Kilos purzeln

Tag 22: Die Kilos purzeln weiter

Meilenstein: 4 kg abgenommen

Ziel erreicht! Wunschgewicht

Hungern ist out

Tipps und Tricks, um schlanker zu essen

12. Kapitel: STRESS – NEIN DANKE!

Heißhungerattacken

Emotionaler Heißhunger

Körperlicher Heißhunger

Gefühle erkennen und annehmen

Warum sind wir so süchtig?

Seine Bedürfnisse leben

13. Kapitel: A never ending Party

Alkohol

14. Kapitel: Marisa, die auf die Ziege starrt!

15. Kapitel: Warum vegan?

TEIL 2

Schattenseiten unserer Nahrungsmittel

Fleisch

Milchprodukte

Eier

Zusatzstoffe

GMO

Industrielle Landwirtschaft

Weißmehl

Gluten

Salz

Wasser – der Quell des Lebens!

Heilkraft unserer Lebensmittel

Nährstoffe

Makronährstoffe

Kohlenhydrate

Fette

Eiweiß

Mikronährstoffe

Vitamine

Mineralstoffe

Spurenelemente

Lebensmittel

Gemüse

Obst und Früchte

Hülsenfrüchte

Beeren

Nüsse

Getreidefrüchte

Samen

Gewürze und Kräuter

Zu guter Letzt!

Schlusswort

Danksagung

TEIL 1

Manipulation von außen

Seit Anbeginn der zivilisierten Menschheit strebt das einzelne Individuum nach vorgegebenen Idealen. Spätestens seit Mitte des letzten Jahrhunderts gilt für viele in der westlichen Welt als höchstes Ideal, reich und schön zu sein. Je mehr Einfluss die Medien in unseren Alltag fanden, umso absurder wurde auch der Schönheitswahn.

Wie eine schöne Frau oder ein schöner Mann auszusehen hat, wird von der Werbe- und Modeindustrie vorgegeben. In Hochglanzmagazinen, mit digitaler Bildbearbeitung in Form gebracht, werden der Masse deren Makel vorgehalten. Hier wird unterbewusst suggeriert, wie ein Mensch auszusehen hat. Keine Falten, kein Gramm Fett, alle Konturen symmetrisch – ein ganzes Team an Stylisten, Kameramännern, und die Grafikdesigner nicht zu vergessen, die eben mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen Gottes Werk um ein Vielfaches perfektionieren wollen. Frauen um die 50 sehen dann wieder aus wie 30, macht ja Sinn, wenn es nach dem Anbieter der Anti-Aging-Mittel geht, für diese gerade geworben wird. Hinter diesem Schein steckt eine Milliarden Euro schwere Beauty-Industrie.

Vor allem junge Menschen glauben den Versprechungen der Werbeindustrie und meinen nach deren vorgegebenen Schönheitsidealen aussehen zu müssen und setzen alles daran, diesen zu entsprechen, riskieren dadurch sogar ihre Gesundheit, sodass folglich der Körper und der Geist erkranken. Die eigene Orientierungslosigkeit macht uns zum idealen Opfer beziehungsweise zum perfekten Kunden. Schönheit kommt von innen, klingt wie ein Klischee, ist aber so. Manche sagen nun, diese Aussage oder Weisheit kommt stets von unattraktiven oder bereits erleuchteten Menschen, die sowieso bereits über das Körperliche hinweg sind.

Die Manipulation von außen bringt uns ab von dem Weg der Weisheit und der inneren Schönheit. Die Medien versuchen jeden Einzelnen zu manipulieren, wie dieser zu denken und auszusehen hat. Werbung beeinflusst uns Konsumenten mehr, als wir denken oder zugeben wollen. Nicht umsonst investieren manche Großkonzerne bis zur Hälfte ihrer Einnahmen wieder in die Werbung. Die Werbeindustrie versucht gezielt Kinder von ihren Produkten zu begeistern, mit dem Effekt, dass geworbene Kunden im Kindesalter auch später zufriedene Kunden bleiben, da positive Erinnerungen aus der Kindheit den Menschen fürs ganze Leben prägen. Der Mensch greift von Natur aus zu gewohnten, altbewährten Produkten, auch wenn diese vielleicht gar nicht gut für ihn sind. Gutes Beispiel hierfür ist der Clown in den Farben Rot und Gelb, wobei im Grunde alle Menschen wissen, wie ungesund seine Produkte sind, trotzdem gehört diese Fast-Food-Kette zu einem der erfolgreichsten Unternehmen welt-weit.

Die Werbung manipuliert uns, indem sie mit vielen Tricks arbeitet. Sie setzt auf prägnante und simple Ideen, die sich leicht im Unterbewusstsein abspeichern, benutzt sogar unsere Sinne, um uns zu verführen. Es werden verführerische Bilder verwendet, die die Fantasie anregen und angenehme Gefühle auslösen. Nie zuvor war das menschliche Auge so in Versuchung geführt worden. Ein Produkt, welches wirklich das kann, was es verspricht zu können, müsste meiner Meinung nach nicht so aggressiv beworben werden.

Irgendjemand hat sich einmal ausgerechnet, dass wir von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr 350.000 Werbebildern ausgesetzt sind. Dies gleicht schon einer Hypnose.

Bilder funktionieren bei mir besonders gut, auch heute noch, obwohl ich behaupten kann, diesen Wahn, diese Manipulation durchschaut zu haben. Es ist aber eines, sich von verführerischen Bildern hinreißen zu lassen, und ein anderes, diesen auch zu verfallen und nachzugeben.

Wenn jeder Einzelne sich einmal vor den Spiegel stellt, findet er vermutlich etwas, dass ihm nicht gefallen könnte. Eine zu große Nase, zu kleine Lippen, die Statur zu schmächtig und, und, und. Was soll denn das?! Von wem wurden diese Gedanken in unsere Köpfe gepflanzt? Sind es wirklich unsere eigenen?! Wann habe ich das erste Mal festgestellt, dass der Spiegel, in dem ich mich betrachte, etwas an mir auszusetzen hat?

Alle Schönheitsideale sind anerzogen durch jahrelange Manipulation von außen. Sei es nun durch die Eltern, die Freunde, Zeitschriften, das Fernsehen, das Internet – egal über welche Kanäle auch immer diese verzerrten Botschaften einen infizieren, diese Ansichten waren anfangs nicht unsere eigenen. Kein Baby auf der Welt würde seinen Babyspeck als nicht modebewusst beurteilen. Kein molliges Kind würde von sich selber behaupten, es hätte einen zu dicken Bauch oder zu dicke Oberschenkel, wenn es nicht zuvor von anderen Kindern diesbezüglich gehänselt worden wäre. Wenn es nie zuvor die Information erhalten hat, dass der Bauch oder das Bein, so wie es im jetzigen Moment aussieht, als dick und somit als hässlich bezeichnet wird, woher soll es dann wissen, was schön oder eben nicht schön sein soll?! Schön findet sich das Kind von Natur aus, bis zu diesem einen Augenblick, wenn die prüfende und kritische Beurteilung von außen stattfindet.

Wie auch ich manipuliert war, erkannte ich erst nach vielen Jahren.

Schlank in 30 Tagen

Die Hälfte der Menschen in Europa ist übergewichtig. Zwei Drittel der Männer und rund die Hälfte der Frauen in Deutschland haben zu viel auf den Hüften und ein Viertel beider Geschlechter ist fettleibig (adipös), obwohl jeder zweite Deutsche schon einmal eine Diät ausprobiert und fast jede Frau, egal aus welchem europäischen Land, sich zumindest einmal der einen oder anderen Diät verschrieben hat.

Die Diätindustrie verdient Milliarden mit leeren Versprechungen, kann aber keine dauerhaften Erfolge vorweisen. Jede Firma, die ein Diätprodukt oder -programm anbietet, verkauft Hoffnung. Wird man für zu dick erklärt, so kauft man sich das ein oder andere Buch und beginnt eine Diät nach der anderen. Schlank in 30 Tagen oder 10 Kilo in 2 Wochen sind die vielversprechenden Verkaufsslogans. Mit einer solchen Diät nimmt man kurzfristig ab, auf längeren Zeitraum hinaus funktionieren diese aber nicht. Extreme (Crash-) Diäten versprechen eine Traumfigur, fragt sich nur, wie lange diese hält.

Die Mehrzahl der Menschen, die sich solch einer Diät, oder besser ausgedrückt dieser Wahnidee, aussetzen, bringen kurze Zeit nach Beendigung dieser noch mehr an Gewicht auf die Waage als zuvor. Und je mehr dieser Diäten ausprobiert werden, desto dicker wird man. Dass bei diesen Wunderdiäten meist zu einer ungesunden Ernährung verleitet wird und die Folgeschäden nicht absehbar sind, ist nicht mehr abzustreiten.

Schlank sein steckt in dem kollektiven Bewusstsein der heutigen Gesellschaft. Die Menschen sind vom Schlanksein besessen und folglich reagiert die Diätindustrie mit den aberwitzigsten Abnehmprodukten. Von Diätzahnpasta, Cremes, Sprays, Parfums, Seife bis hin zu Diättellern oder Abnehmkleidung. Der Geldgier skrupelloser Geschäftemacher sind keine Grenzen gesetzt. Bevor man Geld für solche Produkte ausgibt, wäre es sinnvoller, sich mehr Gedanken um eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu machen. Also eine Ernährungsumstellung, die langfristig in den Alltag integrierbar ist, kombiniert mit ausreichend Bewegung. Mit diesem einfachen Ratschlag ist natürlich kein Geld zu machen und deshalb floriert der Markt der Diäten weiter. Wenn eine Diät nicht funktioniert, gibt man sich stets selbst die Schuld dafür, versagt zu haben, anstatt die erfolglose Diät zu hinterfragen. Dieses ständige Versagen, nicht erfolgreich schlank zu bleiben, erzeugt einen enormen psychischen Stress, der am Selbstbewusstsein nagt und die Unzufriedenheit steigt nach jeder erfolglosen Diät weiter an.

1. Kapitel: Die süßeste Versuchung

Elf Jahre alt war ich zu jener Zeit, als das Fundament für meine schier nicht enden wollenden Gewichtsprobleme gelegt wurde. Damals war ich ein junges, schlankes und sehr aktives Mädchen, was sich aber in den darauffolgenden Jahren leider ändern sollte. Ich ging dreimal die Woche zum Kunstturnen und Jazzdance – ich konnte essen, was ich wollte, und behielt immer dieselbe schlanke Figur.

Die Sommer waren durchgehend warm zu jener Zeit. Von den Monaten Mai bis September hatte das Freibad im Ort geöffnet. Alle Kinder spielten im Freien, tagein, tagaus. Baden gehen, Gummi hüpfen, Rad fahren, Fangen spielen, Verstecken spielen, Ball spielen – all diese Aktivitäten haben wir im Sommer unternommen, Ski fahren und rodeln gab’s dann im Winter. An Bewegung mangelte es uns nicht und folglich gab es auch sehr wenig übergewichtige Kinder in unserer Siedlung.

Zu dieser Zeit war das Internet noch eine neue und unbekannte Technologie, die kaum jemand nutzte. Handys starteten ihren Siegeszug, Smartphones waren noch Zukunftsmelodie. Wir waren gezwungen, uns draußen auszutoben, was uns aber auch nichts ausmachte, zum einen kannten wir nichts anderes, zum anderen wollten wir auch nichts anderes.

Seitens der Eltern wurde bei uns sehr auf eine ausgewogene und nach damaligem Wissensstand gesunde Ernährung geachtet. Zu jeder Mahlzeit gab es Gemüse und/oder Salat, Junk-Food und Süßigkeiten hatten Seltenheitswert.

Als ich mir die wahnwitzige Idee zu eigen machte, noch ein paar Kilos abzunehmen, aus Gründen, die ich damals natürlich nicht verstanden habe, obwohl ich ohnehin schon schlank war, hungerte ich mich auf Modellideal herunter. Fünf Tage am Stück habe ich keinen Bissen gegessen. Den Erfolg des magersuchtähnlichen Verhaltens teilte ich in der Schule mit den anderen geblendeten jungpubertierenden Mädchen. Die Jeans eine Nummer kleiner musste es sein.

Mein Leben wurde so richtig kompliziert im Alter von 13 Jahren, als ich ins Internat einer Klosterschule geschickt wurde. Meine Mutter wollte nur das Beste für mich, wie dies natürlich alle Mütter für ihre Kinder beabsichtigen, also sollte ich eine bessere Schule besuchen, denn die Noten reichten leider nicht fürs Gymnasium, deshalb musste ich mit dieser Klosterschule vorliebnehmen, die einen recht guten Ruf genoss. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als mich meine Eltern in meiner neuen Schule bei dieser dicken Klosterschwester abgesetzt haben und mit dem Auto dann weggefahren sind. Gegen meinen Willen im Internat eines Klosters eingeliefert, stand ich nun da, gefangen und alleine.

Anfangs kam es mir vor wie ein Gefängnis. Ich weiß noch genau, wie ich zu einem Mithäftling gesagt habe, wenn ich jeden Tag zu Hause anrufe, meine Eltern mögen mich doch bitte hier rausholen, werden diese meinem Wunsch früher oder später Folge leisten. »Das meinen wir alle!«, antwortete sie. Da ich fest davon überzeugt war, in ein paar Wochen wieder zu Hause zu sein, habe ich es auch nicht für nötig empfunden, Freundschaften zu schließen und blieb für mich alleine, habe fast jeden Tag zu Hause angerufen, gebettelt und gefleht, man möge mich doch bitte hier rausholen. Ich fühlte mich verlassen, schutz- und hilflos in einer fremdartigen Umgebung ausgesetzt.

Meinem stillen Hungerstreik, dem krankhaften Essensverzicht von einigen Tagen, wurde seitens der Nonnen keinerlei Beachtung geschenkt. Nicht einmal mir selbst waren vorkommende Schwindel- und Schwächeanfälle ein Warnsignal meines Körpers, diesen Wahn zu erkennen und zu stoppen. Es war mir nur wichtig, richtig dünn zu sein, ob dies nun angenehm für meinen Körper und Geist sein sollte oder nicht.

Schlussendlich waren es zwei volle Jahre, die ich hinter diesen Klostermauern verbringen musste. Als ich es dann doch eingesehen habe, meine flehenden Anrufe zu Hause werden mich hier nicht rausbringen, habe ich diese dann auch eingestellt. Mein Schicksal schien mir böse gesinnt, Frustration und Selbstmitleid waren anfangs meine ständigen Wegbegleiter. Langsam habe ich mich dann doch mit meinen Mithäftlingen angefreundet, von denen manche von ihren Eltern zu lebenslänglich verurteilt worden sind.

Auch heute bin ich noch schockiert über die Aufenthaltsdauer mancher Insassen, die ich dort kennengelernt habe. Einige von ihnen wurden schon im Alter von sechs Jahren eingeliefert und waren durchgehend bis zu ihrem 20. Lebensjahr in diesem Internat eingesperrt, bis zum Abschluss der auf die Hauptschule folgenden Berufsausbildung mit abschließendem Abitur. Freigang wurde nur an den Wochenenden und zu Ferien gewährt, ausgedehnte Zeiten des Freigangs unter der Woche gab es dann ab dem Alter von 15 Jahren.

Mit meinem Strafmaß von zwei Jahren war ich somit noch gut bedient. Als die Schule dann so richtig losging, eine Prüfung nach der anderen anstand, brauchten mein Körper und mein Geist enorme Energieressourcen, welche nicht vorhanden waren. Ein Energiespender musste her! Ich beschloss durch den Verzehr großer Mengen von kalorienreichen Speisen die Leistungsfähigkeit zu steigern. Mir war durchaus bewusst, dies schlägt unweigerlich auf die Hüften, aber da mich hinter diesen Mauern so oder so niemand sah, allen voran Jungs, die in diesem Alter besonders interessant waren, erlag ich dem hemmungslosen Genuss zahlreicher Kalorienbomben. Gleichzeitig wirkten diese angenehm beruhigend auf den gestressten Geist, doppelt gemoppelt im wahrsten Sinn des Wortes.

Den idealen Energie- und Trostspender während meiner Inhaftierung fand ich im Genuss dieser zart schmelzenden Milchschokolade, welche eine Marzipanfüllung in ihrer Mitte ummantelte. Mein Dealer, Schwester Anita, hatte auf unserem Stock einen kleinen Laden, in dem sie Süßigkeiten, Schreibwaren und noch weitere Kleinigkeiten verkaufte. Pünktlich um zwei Uhr nachmittags gab’s eine Stunde lang die Möglichkeit für mich, an meinen Stoff, meinen persönlichen Seelsorger zu kommen. Jeden Tag habe ich eine Tafel dieser süßen Versuchung verschlungen, um den Schulstress und den Kummer des Verlassenseins zu ertragen.

Schokolade

Vor knapp hundert Jahren durfte Schokolade nur in Apotheken verkauft werden. Anno dazumal war es ein Arzneimittel und wurde zur Stärkung und Beruhigung der Nerven verkauft.

Heute ist Schokolade als Genussmittel überall erhältlich. Neben Zucker und Fett enthält Schokolade viel Kakao. Dieser Kakao ist sehr gesund, da er viele wertvolle Substanzen enthält, unter anderem große Mengen an Magnesium, Kalzium und Eisen. Mit seinen zahlreich enthaltenen Antioxidantien zählt der Kakao zu einem wahren gesundheitsfördernden Lebensmittel.

Aufgrund all seiner Inhaltsstoffe und deren daraus positiven Wirkungen war Kakao eine göttliche Frucht bei den Mayas. Sie glaubten auch, dass der Konsum von Kakao eine aphrodisierende Wirkung auf den Menschen habe. Ebenfalls finden sich geringe Spuren an Monoaminen im Kakao, welche in hohen Dosen in Rauschmitteln vorkommen. Man müsste zwar Unmengen von Schokolade konsumieren, um in einen tatsächlichen Rausch zu verfallen, die Stimmung wird mitunter jedoch blitzartig erhellt, wie dies eben auch bei einem Rausch der Fall sein kann.

Der Genuss von Schokolade ist ein Glücksmacher zu jeder Tageszeit, deshalb greifen auch viele unbewusst danach, wenn sie schlecht gelaunt, müde oder gestresst sind. Der Verzehr aktiviert bei vielen Menschen das Belohnungssystem, es wird das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet und verleiht uns innere Wärme und Wohlbefinden. Ebenfalls im Kakao ist die essenzielle Aminosäure L-Tryptophan enthalten, aus welcher der Körper zum Teil Serotonin, ein weiteres Glückshormon, bildet.

Leider enthält die handelsübliche Schokolade auch reichlich raffinierten Zucker, welcher den übermäßigen Konsum von Schokolade so ungesund macht.

Zucker – das süße Gift!

Der Mensch konsumiert heute viel zu viel Zucker. Der durchschnittliche Zuckerkonsum betrug in den Sechzigern nur etwa ein Drittel der heutigen Menge. Dieser hohe Konsum stellt mittlerweile eine ernsthafte, aber noch zu wenig beachtete Gefahr für die Gesundheit des Menschen dar. Allen voran dem versteckten Zucker, wie er in Süßigkeiten, Süßgetränken und Fertigprodukten vorkommt, wird wenig bis keine Beachtung geschenkt und lässt uns überhaupt erst eine so riesige Menge an dem süßen Gift verzehren.

In den letzten Jahrzehnten fanden immer mehr industriell verarbeitete Nahrungsmittel Einzug in unsere tägliche Ernährung. Diese besitzen heute mehr Kalorien als je zuvor. Der Zucker, der Glucose-Fructose-Sirup – auch Maissirup genannt – der mittlerweile in allen Fast-Food- und Fertigprodukten, von Tiefkühlpizza bis hin zum Kartoffelsalat, in zu hohen Mengen enthalten ist, macht die Nahrungsmittel so ungesund und kalorienreich. Aber am meisten ist dieser Süßmacher in Getränken wie Coca-Cola oder Fruchtsäften wiederzufinden.

Heutzutage ist es kein Geheimnis mehr, dass in einer Coca-Cola-Dose (330 ml) 35 g Zucker, fast 12 Stück Würfelzucker, enthalten sind. (Man lese das Kleingedruckte auf der Rückseite!)

Wer kennt es nicht, das erschreckende Bild der gestapelten Würfelzucker neben der Cola-Dose? Ein Turm aus Würfelzuckerstücken so hoch wie die Dose selbst.

Ein Red-Bull-Getränk enthält sogar ein bisschen mehr an Zucker als das Cola-Getränk, eine 200-g-Packung Haribo-Gummibärchen enthält 91,2 g Zucker, also fast die Hälfte des Produkts besteht aus Zucker und ein Mars-Schokoriegel toppt die Gummibärchen um ein weites mit knapp 65 % Zuckeranteil.

Solche Produkte enthalten nur industriell verarbeiteten Zucker, welcher kein Grundnahrungsmittel darstellt und nicht zum Überleben benötigt wird, sondern eine enorme Belastung für den menschlichen Organismus darstellt.

Laut der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker konsumiert in Deutschland schätzungsweise jeder Bürger durchschnittlich 35 kg Zucker pro Jahr, das sind knapp 100 g pro Tag.

Guter und böser Zucker

Der Mensch benötigt Zucker als Energielieferanten, um zu überleben. Jedoch ist die Art und Menge des Zuckers ausschlaggebend, ob er förderlich oder schädigend für den menschlichen Organismus ist. Alle natürlich vorkommenden Lebensmittel beinhalten verschiedene Arten von Zucker, seien es nun Glucose, Fructose oder Kohlenhydrate, welche sich in Zucker umwandeln. Neben dem jeweiligen Zucker sorgen die unterschiedlich enthaltenen Nährstoffe für eine optimale Verstoffwechselung. Dieses von der Natur perfekte Zusammenspiel all der in Lebensmitteln vorkommenden Inhaltsstoffe macht sie so einzigartig und genial. Somit kann man sagen, der in Obst, Früchten und Gemüse vorkommende Zucker ist der gute Zucker, der künstlich erzeugte, wie etwa in Getränken, Fast-Food- und Fertigprodukten, der böse, wobei immer auch die verzehrte Menge eine gravierende Rolle spielt, wie schädlich er dann auch letzten Endes ist.

Damit der Zucker im Körper in Energie umgewandelt werden kann, wird das Insulin der Bauchspeicheldrüse benötigt. Durch eine ständige und übermäßige Zuckerzufuhr wird die Insulinproduktion gestört, der überschüssige Zucker kann nicht mehr optimal verwertet werden und er wird in Fett umgewandelt oder über die Nieren ausgeschieden (Harnzucker).

Des Weiteren werden auch Fettdepots in der Leber gebildet, die Diabetes und andere chronische Erkrankungen auslösen können. Auch das Herz kann durch den übermäßigen Konsum von Zucker durch gefährliche Blutfette in Mitleidenschaft gezogen werden.

Von Übergewicht über Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Nährstoffmangel Erkrankungen, Infektionen (besonders Virusinfektionen), Arteriosklerose und Herzinfarkt, Krebs, Hauterkrankungen, Gicht bis hin zu Rheumatismus kann unter anderem durch den hohen Zuckerkonsum begünstigt werden.

Zucker als Belohnung

Suchtmediziner vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit aus Mannheim haben herausgefunden, dass Übergewichtige stärker auf Bilder mit zuckerhaltigen Lebensmitteln als Normalgewichtige reagieren, nämlich mit einer Aktivierung des Belohnungssystems im Gehirn. Bei allem, was der Mensch als angenehm empfindet, kommt es im Belohnungssystem zur Ausschüttung des Botenstoffes Dopamin.

Dopamin ist ein Signalstoff, der für Aufmerksamkeit sorgt und uns ein gutes Gefühl verschafft. Durch den Konsum von Zucker, übrigens wie auch beim Konsum von Drogen (Alkohol und Nikotin), werden Endorphine (Glückshormone) im Gehirn freigesetzt. Die Freisetzung dieser Endorphine entspannt den Körper und versetzt diesen in einen euphorischen Zustand. Um diesen angenehmen Zustand aufrechtzuerhalten, greifen viele Menschen besonders in Stresssituationen unbewusst zu Süßigkeiten, wie beim Thema Schokolade zuvor schon erwähnt.

Zucker macht süchtig!

Wie ein Baby auf Zucker reagiert, wurde anhand dieses Tests festgestellt:

Man nahm einen Teelöffel Zucker, eine Tasse Wasser und einen Schnuller. Der Schnuller wurde ins Zuckerwasser eingetaucht und dem Baby in den Mund gesteckt. Nun wartete die Person, die dem Baby den Schnuller gegeben hat, drei Minuten und verließ anschließend den Raum. Nach einer viertel Stunde kam diese Person mit einigen anderen zurück. Das Baby hat sich nun ausschließlich auf die Schnullerperson fixiert und war ganz fasziniert von dieser, blickte diese bezaubernd und grinsend an.

Was passiert: Die Geschmacksnerven des Babys sind auf die leichte Süße von Brustmilch eingestellt, welche beim Verzehr geringe Mengen an Opiaten und Dopamin im Gehirn freisetzt, und aus diesem Grund schlafen viele Babys vor lauter Entspannung und Wohlgefühl während des Stillens ein.

Eine etwas stärkere Wirkung besitzt die Verabreichung von geringen Menge an Zucker. Aus diesem Grund wird die Schnullerperson vom Baby bezirzt und als Star im Raum wahrgenommen, regelrecht vergöttert.

Immer und immer wieder will das Baby wie auch Kinder fortgeschrittenen Alters bis hin zu Erwachsenen diesen berauschenden Zustand, welcher durch den Zucker hervorgerufen wird. Und eben das Verlangen nach diesem angenehmen Zustand kann süchtig machen.

Ein weiterer Test wurde an Schokoholics durchgeführt. Diesen wurde Naloxon verabreicht – ein Opiatblocker, der Menschen mit einer Überdosis Heroin gegeben wird, um diese wieder zu stabilisieren. Interessant war, dass die Probanden nach jedem kleinen Biss von einer Tafel Schokolade diese sofort wieder weglegen mussten. Die Wirkung, die bei den Schokoholics durch den Konsum von Schokolade, hauptsächlich durch den Zucker, entfaltet wurde, konnte durch das Medikament geblockt werden. Der Geschmack der Schokolade war zwar noch derselbe, aber deren Wirkung verflogen. Dies beweist deutlich, dass Zucker einen süchtig machenden Charakter besitzt.

Kalorien- und Etikettentäuschung

Ein Produkt, welches mit weniger Fett oder 0 % Fett beworben wird, kann noch den gleich hohen Anteil an Kalorien enthalten wie dasselbe Produkt mit vollem Fettanteil. Bei dem fettarmen oder fettlosen Produkt wird dann das Fett einfach durch Zucker ersetzt, besser noch durch Glucose-Fructose, das klingt gut und noch dazu wissen die wenigsten, was es bedeutet. Denn ohne Fett oder Zucker schmeckt kein industriell erzeugtes Nahrungsmittel.