4,49 €
Stefan, Adrian, Igor, Micky und Tina leben in verschiedenen Welten. Während sich ihre Schicksale langsam beginnen zu verknüpfen, ahnen sie nicht, dass hoch im Norden jemand sehr gefährliches lauert. Dunkle Fäden werden im Hintergrund gesponnen. Werden die Helden der Bedrohung aufmerksam?
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 96
Veröffentlichungsjahr: 2020
Prolog(2026)
Der Anfang
Japan
Los Angeles USA
Neapel Italien
Potsdam Deutschland
Eine Woche später
Warschau Polen
Stuttgart Deutschland
Los Angeles USA
Neapel Italien
Los Angeles USA
Potsdam Deutschland
Wissenschaft
Ping Kin Mine Deutschland
Neapel Italien
10 Kilometer später
Währenddessen...
Im selben Gebäude
Zur selben Zeit...
Mission?
Warschau Polen
Alpen Italien
Potsdam Deutschland
Schwäbische Wildnis Deutschland
Verloren
Alpen Schweiz
Potsdam Deutschland
Nuuk Grönland
Und Jetzt?
Ca. 1500 Meter über der Erdoberfläche Luftraum Stuttgart
Schwäbische Wildnis Deutschland
Kiel Deutschland
Epilog(2026)
Die Tür öffnete sich und er trat, mit entschlossenem Schritt, ein.
Sein schulterlanges dunkelblondes Haar, war ordentlich zu einem Zopf gebunden, seine meeresblauen Augen zeigten eine Tiefe, wie man sie nur bei jemanden erwarten würde der doppelt so alt war wie er und nicht erst 20.
An seinem noch recht jugendlichem Gesicht trat ein Ausdruck von Freude, gepaart mit einem Hauch von Nervosität. Dies war schließlich seine erste Unterrichtsstunde.
Er sah vor sich, im Raum verteilt etwa ein Dutzend 11 bis 13 jährige, die gespannt auf ihren Stühlen saßen und warteten. Doch worauf?
Krling, krling, krling .
Es ging los.
"Guten Morgen", sagte er, nahm ein Stück weiße Kreide, aus der Box auf seinem Tisch, in die rechte Hand und drehte sich um. An der großen, dunkelgrünen Tafel bildete er zwei Worte: Herr Wagener.
"Mein Name ist Herr Wagener."
Er drehte sich wieder zurück und versuchte irgendeine Reaktion, von seinen Schützlingen, zu beobachten...
...Nichts.
Kein Geflüster, Gestöhne, niemand verzog sein Gesicht. Sie warteten einfach nur, gespannt was wohl als nächstes käme.
Er fuhr fort:
"Ich heiße euch willkommen, mein Fach ist kreatives Erzählen und ich werde euch was erzählen. Geschichten. Fiktive Geschichten, voller Spannung, Action, Humor aber auch Trauer. Ich möchte, dass Ihr euch dies alles bildlich vorstellt und hineinbegebt in diese Welt.
Nur so könnt Ihr lernen. Ihr lernt worauf es im Leben ankommt. Lernt eure eigene Antriebsmotivation kennen, lernt warum Menschen Dinge tun, die für uns undenkbar scheinen. Ihr lernt Toleranz kennen. Wenn ihr euch hineinversetzt, könnt Ihr sogar die Emotionen und auch den Schmerz der Personen, über die ich berichte, nachempfinden. Und sobald Ihr die Botschaft, die dahinter steckt, begriffen habt, seid ihr einen Schritt näher euch dem Leben als Erwachsene zu stellen.
Natürlich wird dies nicht nach einer Stunde der Fall sein. Also seit immer und in allen Tagen aufnahmebereit. Ihr werdet es nicht bereuen."
Er sah wie seine Klasse, als wäre sie eine Person, die Augen aufmerksam aufriss und sich leicht nach vorne beugte um ihm besser lauschen zu können. Er war beruhigt und fing den Unterricht an. Er begann zu erzählen...
Vor 80 Jahren
In einem kleinen abgelegenen Tal, fernab der Zivilisation, umgeben einzig und allein von in der Blüte stehenden Kirschbäumen, rauschten ganz sanft kleine Wasserfälle. Aus welchen glasklare Flüsse mündeten, in denen Seerosen wuchsen, deren Blätter die Wasseroberfläche zierten. Ein Chor aus quakenden Fröschen, sitzend auf Seerosenblättern, machte aus den Geräuschen der Natur eine wohlklingende Harmonie. Die Szenerie erschien einer Fabel gleich.
Nur etwas störte diese Harmonie:
Ein Klimpern.
Je näher er seinem Ziel kam, umso mehr entwickelte sich das leise Klimpern zu einem sich erhebenden Scheppern.
Der Hammer, aus feinstem Stahl gefertigt, formte das seltene Metall langsam zu etwas einzigartig Schönem.
Unermüdlich schlug er treffsicher sein Ziel und faltete mit jedem weiteren Male noch mehr Schichten aufeinander.
Ein uralt wirkender Mönch schmiedete diese legendäre Klinge, in den heiligen Flammen des ihm heimischen japanischen Shinto-Tempels, welcher zu ehren des Kriegsgottes, Yahata, errichtet wurde.
Als dieses Meisterwerk der Schmiedekunst, nach mühevollen, endlos wirkenden Jahren, vollendet war, betrachtete er seine Kreation und segnete sie mit den Worten: “Nur wer deiner Klinge würdig ist, vermag dich zu benennen und dein Kami zu entfesseln. Möge er, durch dich, seine Feinde mit dem Zorn Yahatas niederstrecken.”.
Nun, fertig mit diesem prachtvollen Katana, ging er damit zu seinem Besucher, welcher sich von den Strapazen seiner langen Reise erholt hatte.
Anschließend übergab er diesem das Schwert.
Der Shogun, von Ehre erfüllt, versprach seinem ehemaligen Lehrer, diese Klinge zu verwahren und an seine Nachkommen weiterzugeben, auf dass jene immer darauf acht geben und es eines Tages dem LasZa übergeben werden.
Nach einigen Tagen der Einkehr und Besinnung machte sich der Samurai auf den langen und beschwerlichen Heimweg.
50 Jahre vergingen(1996)
“Kuchen... Überall Kuchen... Wie in einer Konditorei. Große, kleine, schwere, leichte, süße, salzige. Obstkuchen, Käsekuchen, Bienenstich, Donauwelle, Schokokuchen. Sacher Torte, Buttercremetorte, Gugelhupf, Kuchen in all ihrer Pracht und Schönheit...aber bitte mit Sahne.
hihihihi.”
“Schaatz, warum machst du denn ganzen Tag nichts anderes außer Kuchen backen?” fragte er genervt.
“Na was soll ich denn sonst machen?! Bier mit einem Strohhalm trinken und auf der Couch vor mich hin siechen, so wie du?” erwiderte sie noch genervter.
“Jetzt tu mal nicht so, wir sind beide auf unsere Art behindert und müssen eben schauen wie wir klarkommen. Wie geht es unserer Tina?”
“Sie tritt gelegentlich und scheint den Geruch von frisch gebackenem Teig zu mögen, immer wenn ich backe spüre ich wie sie sich bewegt.
“Hoffentlich ist ihr ein besseres Leben vergönnt als uns beiden, Charlotte”
“Das hoffe ich auch mein lieber Jimmy, es sind nur noch wenige Wochen bis sie das Licht der Welt erblicken wird. Ich werde einen ganz besonderen Kuchen backen zu ihrer Geburt.”
“Du weißt wir werden sie nicht großziehen können, wir werden sie in ein Waisenhaus bringen müssen oder zu einer Pflegefamilie.”
“Niemand wird mir mein Kind stehlen! Du hast doch nicht mal Arme und Beine, was weißt du denn schon?!!” Sie schaute ihn behindert an.
Ich hab zwar keine Arme oder Beine aber immerhin kein Down-Syndrom.
“Was hat denn das damit zu tun?”, fragte er.
“Blöde Diskussion, iss lieber den Kuchen mit dem ich dich fütter.”
Andy, ihr Privatpfleger, betrat den Raum: “Na Ihr zwei? Streitet ihr schon wieder? Ah, schon wieder leckere Kuchen, darf Ich?” fragte er, sich langsam dem Kuchen nähernd.
“Natürlich mein Andylein, hier ein extra großes Stück für dich.”
“Aber bitte mit Sahne.”
“Du bekommst einen eigenen Sahneteller.”
Er aß den Kuchen genüsslich und unterhielt sich ein wenig mit Charlotte und Jim.
“Wie ist es euch ergangen seit dem ich letzte Woche hier war? Darf ich noch ein Stück?”
“Aber natürlich, so viele wie du willst, Andylein.
Ach, eigentlich ganz gut, ich habe einhundertdreißig Kuchen gebacken und Jim lag zwei Tage unter dem Bett weil er darunter gefallen war und ich hatte es nicht bemerkt. Und einen Kuchen habe ich gebacken der sah genauso aus wie Jim, in lebensgröße, deswegen hatte ich gedacht es ginge ihm gut. Es hatte mich gewundert, dass er nicht antwortet, aber manchmal ist er eben etwas still. Auch noch etwas Sahne auf deinen Teller?”
“Nur wenn es keine Umstände macht meine Liebe.
Warum bin ich nochmal zu euch gekommen?”
“Kuchen?” fragte Jim zynisch
“Mhm, nein. Nicht nur. Oder? Oder doch? Ja, Kuchen.”
“Aber bitte mit Sahne, Andylein.”
Sechs bis acht verspeiste Kuchen später, ging Andy wieder um andere Klienten zu pflegen.
“Musste das sein Schatz? Nur weil er Arme und Beine hat? Bin ich dir nicht mehr gut genug? Der kommt doch nur wegen deiner blöden Kuchen her.”
PLATSCH
Schon hatte Jim einen Kuchen im Gesicht.
“Ach, eigentlich eine Verschwendung des leckeren Kuchens, naja du hältst ja sonst nicht die Klappe du Behindi”
“Dito”
“Ich spiel kein Pokémon”
“Aber die Serie gefällt dir.”
“Weißt du was mir noch gefallen würde?”
“Was denn, Schatz?”
“Wenn du wieder unters Bett rollst! Du gehst mir auf die nerven, lass mich in Ruhe backen!”
“Roll mich doch, wenn du dich traust!” erwiderte er herausfordernd
Sie tat wie ihr geheißen.
Ein weiteres Jahr später(1997)
Dunkelheit.
Geborgene Stille?
Schwerelosigkeit, pures Wohlbefinden.
Bu-bumm. bu-bumm . bu-bumm .
....
" Aaaaaaahhhhhh!".
Erwachen.
Erschütterungen wie bei dem Beben eines ausbrechenden Vulkans.
Die Enge des Ganges erschuf ein ungewollt beklemmendes Gefühl, welches sich immer weiter verstärkte.
Ein Licht, Eiseskälte, ohrenbetäubender Lärm.
Das pure Wohlbefinden, wie aus einem anderen Leben, einfach weg.
Eine neue Flamme entfachte. Klein und schwach, erhellte es die Tristesse des Alltags.
Die Mutter, am Ende ihrer Kräfte, hielt das kleine ungeschützte, nackte und zerbrechliche Leben in ihrem Arm und die Schreie des Babys verstummten.
Nun, langsam stärker werdend ließ das Flämmchen einen Funken seines Potentials erkennen.
Verwirrt und voller neuer Eindrücke blickte dieses kleine Etwas durch den kalten, lauten Kreißsaal und sah schließlich zu seiner Mutter.
In diesem Moment schaute sie in diese reinen, unschuldigen Augen und ihr wurde plötzlich klar welches Risiko ihr Erbe einmal bedeuten wird.
Der Vater voller Nervosität, kurz vorm Erbrechen, zitternd und mit den Nerven am Ende betrat mit größter Vorsicht den Raum. Er wirkte fast so, als wolle er nichts zertreten oder mit seiner Anwesenheit gefährden und näherte sich bedacht seiner erschöpften, aber nun euphorisch erleichterten Frau. Sie hielt das kleine Wesen fest in ihren Armen und blickte mit strahlenden Augen zu ihrem Mann, nun wusste er wie irrational seine Angst wirklich gewesen war.
Er fragte, nun gefasst: “Was ist es?”
“Ein Baby.” lautete die Antwort.
Beginn des Jahres 2015
“Vor meiner Geburt war ich ein großes Rätsel, bei verschiedenen Untersuchungen bemerkten die Ärzte sone Art Mutation, in meinem Kopf.
Wahrscheinlich hamse gedacht ich werd behindert oder so.
Pustekuchen.
Weitestgehend bin ich gesund, aber dazu später mehr.
Unmittelbar nach der Geburt entrissen sie mich meiner leiblichen Mutter. In der DDR war das halt so, wenn eine geistig behinderte Frau ein Kind gebärte und sich nich drum kümmern konnte, nahmen sies ihr weg.
Ich glaub, das hat Narben in meinem tiefsten Inneren hinterlassen.
Mein Vater? Eine gute Frage Kathy. Den hab ich nie kennengelernt.
Dafür aber meine ältere Schwester, zu der ich auch einen sehr guten Kontakt hab.
Wirklich traurig bin ich nich über meine Adoption, schließlich hab ich tolle Eltern bekommen und eine Klasse Familie.
Das Einzige was mich stört, ist die Epilepsie, die mir ganz schön zu schaffen macht.
Das ging schon in der Schule los, andauernd war ich der Idiot der hinfiel und wie ein Zitteraal herum wackelte.
Das machte es natürlich auch sehr schwer eine Frau zu finden die einen über alles liebt.
Und genau deswegen bin ich hier.”
Kathy sah Stefan mit großen Augen an und fragte irritiert: “Ficken?”
In diesem, in dezent rotem Licht getauchten, Zimmer war ihr Körper einer Augenweide gleich.
Tief die parfümierte Luft einatmend erwiderte er:
“Hä? Ah, ja klar, 1 Stunde wieder. Selber Preis wie immer?”
“10€ Rabatt Heute.”
“Oh, super. Wann is eigentlich Svetlana wieder da?”
Kathy trat ganz behutsam an ihn heran und hauchte verführerisch in sein Ohr:
“Weniger denken.”
Endlich zog er sich langsam Hose und Hemd aus, während sich Kathy ebenfalls in erotischen Bewegungen entblößte.
Sie tanzte wollüstig und versetzte Stefan damit in einen Sinnestaumel.
Er genoss den Anblick des sich, im aufreizenden Licht, räkelnden Körpers.
Sie windete sich, bebend vor Lust auf ihn zu.
Endlich an dem Ziel ihrer Begierde angekommen, fing Kathy an ihn zu streicheln und zu küssen. Nun rieb sie sich an ihm.
Die Temperatur stieg und etwas anderes auch.
Kathy nahm sich den Hut, der neben dem Bett lag und setzte ihn Stefan auf.
“Ich wissen, Hut gefällt.”
“Er ist nicht das einzige was gefallen wird.”
Erwiderte er mit einem Augenzwinkern.
“Zeige mir!”
“Warte auf mich!”
