Die Beerdigung Gottes - GODAFRID . - E-Book

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Beschreibung

Die aktuelle Situation der Katholischen Kirche in Deutschland, die nicht enden wollende Welle von Kirchenaustritten und die generelle Verunsicherung der Gläubigen hat mich veranlasst, eine nüchterne Betrachtung der Zustände und eine Suche nach möglichen Ursachen in eine Buchform zu fassen. Dabei geht es mir nicht darum, die Institution Kirche generell in Bausch und Bogen zu verurteilen, vielmehr verarbeite ich hierbei einen Teil meiner eigenen Erfahrungen als Katholik. Die vielen Zweifel und Fragen, die sich einem interessierten Christen als Mitglied einer kirchlichen Glaubensgemeinschaft zwangsläufig stellen, werden offen angesprochen und aus meiner Erkenntnis beantwortet, jedoch ohne dabei den Anspruch der vollständigen und absoluten Wahrheit erheben zu wollen. Vielmehr möchte dieses Buch die Leser*innen anregen, sich tiefer mit ihren Lebensfragen zu beschäftigen, sich auf die Suche nach essenziellen Antworten zu begeben und vom fremdbestimmten Weg des Glaubens zum selbstbestimmten Weg des inneren Wissens zu finden. Dazu biete ich diverse Möglichkeiten an, die mich selbst weitergebracht haben und von jedem ebenfalls praktiziert werden können. Meine Sorge gilt besonders den vielen Menschen, die aus der Kirche austreten und damit eventuell fortan ein Leben ohne eine weitere Suche nach Gott, dem Sinn des Seins und der eigenen Spiritualität führen. Für sie und für alle anderen Menschen, die sich irgendwie auf dieser Suche befinden, habe ich dieses Buch geschrieben.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2021

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GODAFRID

Die Beerdigung Gottes

Wenn der Glaube stirbt

© 2021 GODAFRID

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN:

978-3-347-35039-7 (Paperback)

978-3-347-35040-3 (Hardcover)

978-3-347-35041-0 (e-Book)

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhaltsverzeichnis

VORWORT

Einleitung

Katholische Kindheit

Die Bibel – Altes Testament

Die Bibel – Neues Testament

Die Kirche - Das Gebäude

Die Kirche – Die Glaubensgemeinschaft

Die Kirche - Die Institution

Die Kirche - Die Dogmatik

Esoterik

Spiritualität

Spiritismus

Die hermetischen Gesetze

Andere Kulturen

Leben und Tod

1. Nah-Tod-Erfahrung

2. Nach-Tod-Erfahrung

3. Jenseits-Erfahrung

Gott

Heiligkeit

Gotteshaus

Gott-Anschauung

Welt-Anschauung

Bewusstsein

Die Beerdigung Gottes

NACHWORT

VORWORT

Dieses Buch soll keine vernichtende Kritik an den christlichen Kirchen sein, sondern Menschen helfen, die durch die aktuelle Krise der Kirche in Bedrängnis und seelische Konflikte geraten. Es möchte verhindern, mit dem inneren Abschied von Klerus und Institution Kirche auch den Glauben an Gott zu beerdigen.

„So lange die Wahrheit nicht deine Wahrheit ist, bleibt sie die Unwahrheit.“

Diesen Spruch des weisen indischen Lehrers Sri Bhagavan möchte ich dir, liebe Leserin, und dir, lieber Leser, als wehendes Banner für die möglicherweise spannende und aufschlussreiche Reise mitgeben, auf die du dich mit der Lektüre dieses Buches begibst. Trage das Banner vor dir her und richte immer wieder deinen Blick darauf. Vertraue fest darauf, dass du deine Wahrheit schon immer in dir trägst und dass du nur auf die Suche gehen musst, um sie zu finden. Dieses Buch möchte dich bei deiner Suche ein Stück begleiten. Ich erhebe keinerlei Anspruch darauf, im Besitz der Wahrheit zu sein und gebe freimütig zu, dass ich sicherlich bis zu meinem Tode weiterhin auf der Suche nach Antworten bin. Antworten auf Fragen, die mir das Leben selbst jeden Tag stellt. Aber weil ich schon seit sechzig Jahren auf dieser Suche bin, kann ich dir anhand meiner eigenen Erfahrungen vielleicht Denkanstöße geben, die dir helfen, deine eigene Wahrheit zu finden. Ich möchte nicht, dass du mir glaubst, was ich dir erzähle, ich würde mich aber sehr freuen, wenn ich dich mit meinen Geschichten und Gedanken zum Nachdenken bringen würde.

Einleitung

Wenn man sich über Entwicklungen Gedanken machen will, ist es logisch, am Anfang zu beginnen.

Eines der Schöpfungsgesetzes, über die wir später noch ausführlicher reden werden, ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Es bedeutet, dass es keine Wirkung ohne eine Ursache gibt und jede Ursache mit absoluter Sicherheit eine Wirkung nach sich zieht. Wenn ich mir also über bestimmte Vorgänge und Fakten (=Wirkungen) ein Bild machen möchte, sollte ich nach den zugrunde liegenden Ursachen suchen. Nur mit ihrer Kenntnis kann ich für mich eine Wertung einer Tatsache oder eines Zustandes vornehmen.

„Warum ist das jetzt so und was hat zu diesem heutigen Stand der Dinge geführt?“ wäre die angemessene Frage, die wir stellen sollten.

Es gehört zu den Eigenarten des menschlichen Daseins, dass sich solche Gedanken meistens in Krisen oder aus Notlagen heraus entwickeln, nur sehr selten in Zuständen von Glück und Wohlergehen. Das mag daran liegen, dass wir glauben, ein Anrecht auf Unversehrtheit und Wohlstand zu haben. Mit Schmerz, Leid oder gar Tod haben wir große Probleme. Sowohl bei uns selbst als auch bei anderen wollen wir möglichst vermeiden, hinzusehen. Wir halten krampfhaft die dunkle Seite unseres Seins auf weitem Abstand, wollen sie einfach nicht wahrhaben und akzeptieren. Damit verweisen wir sie natürlich in eine starre und ständig bedrohliche Existenz, statt daran zu arbeiten, sie aufzulösen und freizusetzen.

Wir wollen uns hier mit der aktuellen Krise der Kirche, insbesondere der Katholischen Kirche, beschäftigen und den Fragen auf den Grund gehen, wie es dazu kommen konnte. Dazu müssen wir selbstverständlich zum Anfang der Institution der Römischen Kirche und noch weiter zurück gehen. Dabei werden wir auch die Heiligen Schriften heranziehen und über den Glauben nachdenken, der bis heute in dieser Kirche verkündet wird. Dieses Buch möchte sich nicht erheben, über eine weltumspannende Glaubensgemeinschaft den Stab zu brechen, sondern lediglich Fragen stellen, die von den Kanzeln kaum oder zumindest unverständlich beantwortet werden. Ich werde dabei auf mein Leben als getaufter Katholik und später nach meinem Kirchenaustritt als „Neuheide“ zurückblicken und von den Fragen erzählen, die sich mir gestellt haben. Auch werde ich von meiner Suche nach Antworten erzählen und was daraus zu meiner Wahrheit wurde. Vielleicht kann dir das eine Hilfe sein, deine eigene Wahrheit zu finden.

Katholische Kindheit

An meine frühe Kindheit habe ich größtenteils nur die besten Erinnerungen. Ich wuchs in der Nachkriegszeit in einem Großstadtvorort auf. Mein Vater war spät, aber physisch stark und unternehmungslustig aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt und baute mit meiner Mutter zusammen das traditionsreiche elterliche Familienunternehmen aus den Trümmern der Stadt wieder zu neuer Blüte auf. Mein älterer Bruder und ich wurden von einer jungen Kinderschwester, die bei uns auch ständig lebte, betreut und gingen zunächst im Ort zur Volksschule. Ich ging liebend gerne in die Kirche und zu den Gottesdiensten. Besonders die schönen hingebungsvollen Lieder hatten es mir angetan und ich schaffte es, in den Knabenchor der Pfarrei aufgenommen zu werden. Meine Mitgliedschaft im Chor war allerdings mit einem entscheidenden Makel behaftet, denn mein Vater hatte im nahen Mittelgebirge ein Wochenendhaus gebaut, wohin wir jedes Wochenende als ganze Familie mit Kinderschwester fuhren und dem Großstadtalltag für zwei Tage den Rücken kehrten. Dort gingen wir in die Dorfkirche, wo die Bauern uns Städter damals noch wie Exoten beäugten und ich mich nie so richtig wohl fühlte. Somit war aber meine Teilnahme am Chorauftritt an Hochfesten wie Weihnachten und Ostern zuhause natürlich nicht möglich und ich hatte deshalb bei meinen kleinen Sängerkollegen sowie beim Kaplan ziemlich schlechte Karten. Dafür war ich bei den Proben immer einer der Eifrigsten. Eines Tages hatten zwei hinter mir stehende Jungen wohl sehr wichtige Dinge auszutauschen, jedenfalls hörte selbst der Kaplan, der an der Orgel saß, die störenden Geräusche. Er schaute hoch, sah mich an und beschuldigte mich, den Chorgesang mit meinem Gequatsche gestört zu haben. Trotz meiner Beteuerungen, dass ich das nicht gewesen sei, blieb er dabei und wollte mich zur Strafe von der Chorprobe ausschließen. Obwohl ich ein Knirps von gerade mal acht Jahren war, konnte ich mir diese Ungerechtigkeit nicht gefallen lassen, nahm das Gesangbuch, knallte es dem Kaplan auf die Orgel und rief: „Ich kündige!“ Dieses Wort hatte ich schon mal von meinem Vater gehört und er hatte mir erklärt, was es bedeutete. Meiner Begeisterung für die Kirche und die Gottesdienste hatte dieser Vorfall keinen Abbruch getan, ich vermute aber heute, dass ich schon damals als kleiner Junge lernen musste, dass Priester auch nur Menschen sind und Fehler machen können.

In der Folge entwickelte ich auch ohne Chor helle Freude und Begeisterung, im Gottesdienst aus voller Kehle mitzusingen, wenn bestimmte Lieder angestimmt wurden.

Eines Tages begegnete ich auf dem Nachhauseweg von der Schule dem Pastor, der den gleichen Weg wie ich hatte. Ich glaube, er musste zu einer Krankensalbung. Er fragte mich, ob ich mit ihm gehen wolle und nahm mich an der Hand. Als wir an unserem Reihenhaus vorbei gingen und er meine Hand nicht losliess, traute ich mich nicht, ihm zu widersprechen. Er nahm mich noch weiter auf der Straße durch einen Wald und über die Bahnbrücke mit, bis er sich verabschiedete und mir sagte, dass er hier in dieses Haus müsse. Damit überließ er mich meinem Schicksal und ich musste alleine zurück nach Hause laufen. Dort musste ich natürlich erzählen, warum ich so spät von der Schule zurückkam und das Mittagessen fast versäumt hätte. Als unsere Kinderschwester meinen Eltern abends von dem Vorfall berichtete, muss mein Vater vor Wut geschäumt haben. Ich weiß nicht, ob er mit dem Pastor einige ernste Worte geredet hat, aber mir wurde eingeschärft, dass ich nie mehr mit jemandem mitgehen dürfe, auch nicht mit einem Priester. Mein Vater schien überhaupt etwas gegen Priester zu haben und sagte immer, dass er keinen im Haus haben wolle, obwohl er mir sehr gläubig vorkam. Diese Tatsache und seine Anordnung, dass keiner von uns Messdiener werden durfte, brachten mich später zu der Überzeugung, dass er selbst wohl mal schlechte Erfahrungen gemacht haben musste. Dennoch gingen wir stets als ganze Familie jeden Sonntag zur Messfeier in die Kirche und wir wurden auch von unserer Kinderschwester, die übrigens evangelisch war, was wir Kinder damals nicht wussten, wenigstens alle vier Wochen zur Beichte geschleift. Damit will ich sagen, dass ich nie gerne beichten gegangen bin. Ich habe mir damals Geschichten ausgedacht, um etwas erzählen zu können, wo ich „gesündigt“ hatte. So konnte ich meistens unangenehmen Fragen der Beichtväter aus dem Wege gehen, die sich sehr oft in peinlicher Weise um das Thema der „Keuschheit“ drehten. Wenn ich dann die Absolution erhalten hatte und in der Kirche meine Bußgebete runtergerattert hatte, bin ich sehr erleichtert wieder aus der Kirche gerannt. Damals schob ich meine Erleichterung durchaus auf die angebliche Vergebung meiner Sünden, heute ist mir klar, dass ich wahrscheinlich nur froh war, vier weitere Wochen bis zur nächsten Beichte zu haben. Überhaupt bin ich der Überzeugung, dass etwas Schlimmes vorgeht, wenn Kinder sich Sünden ausdenken und lügen aus Angst vor den bohrenden Fragen eines Priesters, mit dem sie alleine in einer dunklen Holzkiste hocken.

Ein weiteres Ereignis dieser ersten Lebensjahre, welches mir noch wie heute in meinem Gedächtnis geblieben ist, trug sich während des Religionsunterrichtes zu. Ein Kaplan erzählte uns vom Leben Jesu. Irgendwann zeigte er auf das Kreuz mit dem Christuskorpus im Klassenzimmer und sagte, dass Jesus für unsere Sünden gestorben sei. In mir sträubte sich alles gegen diese Behauptung, denn ich widersprach sofort und sagte ihm, ich hätte nichts Derartiges verbrochen in meinem Leben, dass dafür ein Mensch, schon gar nicht mein Held Jesus, sterben musste. Der Kaplan versuchte nun, zu erklären, dass uns unsere Sünden durch Jesu Tod vergeben worden seien, weil er unsere Schuld auf sich genommen habe. „Welche Schuld?“, fragte ich und „warum muss ich dann noch beichten gehen?“. Mir war völlig schleierhaft, wieso ein so lieber Mensch wie Jesus von anderen Menschen misshandelt und getötet wurde, nur aus dem Grund, uns von unseren Sünden reinzuwaschen. Es entwickelte sich vor der Klasse ein Disput zwischen dem Kaplan und mir, der darin endete, dass er einen hochroten Kopf bekam und mich abschließend anschrie: „Das musst du eben glauben!“

Unsere Volksschule, wie die Grundschule damals hieß, war in einem sehr großen alten Gebäude untergebracht, welches aus einem rechten (evangelischen) und einem linken (katholischen) Teil bestand. Beide Trakte waren voneinander getrennt, so dass die Schüler nicht miteinander in Berührung kommen konnten. In der Mitte führte ein tunnelartiger Rundbogengang, durch den ein Lkw durchfahren konnte, zur rückseitigen Schulhofanlage. Wir katholischen Kinder hielten uns in den Pausen auf dem vorne gelegenen Schulhof auf, während die evangelischen Kinder hinter dem Gebäude Pause machten. Uns war es strengstens verboten, durch den Tunnel auf den hinteren Schulhof zu gehen und Kontakt zu den evangelischen Kindern aufzunehmen. Mit der Zeit gewann ich aufgrund dieser Abgrenzung den Eindruck, dass die evangelischen Kinder entweder an einer ansteckenden Krankheit litten oder von Grund auf böse und schlecht sein mussten. Warum sonst hätte man uns den Kontakt verboten?

Nach der vierten Klasse kam ich im Alter von zehn Jahren auf das Gymnasium in einem anderen Stadtteil. In jeder der Bänke des Klassenraumes hatten zwei Schüler Platz. Vom ersten Tag an war mir mein Nachbar in der Bank sehr sympathisch und angenehm und schon nach wenigen Tagen sah ich ihn als lieben Freund an. Als der erste Religionsunterricht anstand, mussten die evangelischen Schüler den Klassenraum verlassen, weil sie in einem anderen Raum unterrichtet wurden. In dem Moment, als mein neuer lieber Freund aufstand, um auch den Raum zu verlassen, war ich völlig verwirrt. Er, den ich so gerne mochte, sollte einer dieser Evangelischen sein? Er war doch so ein lieber und netter Kerl, an dem ich nichts Schlechtes erkennen konnte.

An diesem Tag wurde sicherlich der Grundstein für meine lebenslange Suche nach Antworten um die Frage nach Gott, der Schöpfung und unserem Sein als individuelle Menschen mit Körper, Seele und Geist gelegt. Denn mir wurde klar, dass ich nicht einfach glauben konnte, was ich nicht in meinem Herzen als wahr erkannte – nur, weil mir Erwachsene das erzählten. Und mir war klar, dass es da grundlegende Strukturen, Behauptungen und Meinungen gab, die für mich nicht wahrhaftig waren und die ich damit auch nicht als Wahrheit annehmen konnte.

Später auf dem Gymnasium kamen im Religionsunterricht dann die anderen Weltreligionen zur Sprache und ich fragte mich immer, warum diese als heidnisch betrachtet wurden und nur der Katholizismus der einzig selig machende Glauben sei. So wurde es uns nämlich gelehrt und meine Frage, ob denn alle anderen Menschen, die vielen Andersgläubigen, alle nach ihrem Tod in die ewige Verdammnis befördert werden, kam natürlich bei den Priestern nicht gut an. Wir konnten die Schweißperlen auf ihrer Stirn sehen, aber keine plausible Erklärung als Antwort bekommen. Meistens mussten wir wieder „glauben“.

Oft wurde auch gesagt, dass Gott selbst diese Kirche gegründet hat und sie deshalb die einzige und wahre ist. Am Ende blieb uns wieder nur der Glauben. So wuchs ich einerseits mit meinen Fragen an die Kirche heran, während ich andererseits ein glühender Verehrer Gottes war, der in seinem Herzen eine tiefe Liebe zu allem Göttlichen spürte. Dabei richtete sich mein Streben stets nach dem Höchsten, dem Vater. Und ich hatte eine leise Ahnung, dass all die Heiligen, die Muttergottes und auch Jesus gewissermaßen Leitstrahlen waren, die alle auf Ihn hinwiesen und zu Ihm hinführten.

Je mehr Fragen aufkamen, die nicht zu meiner Zufriedenheit beantwortet wurden, umso stärker und drängender wurde meine Suche, von der ich hier noch weiter berichten werde.

Die Bibel – Altes Testament

Wenn wir die heutigen Zustände der Kirche, insbesondere der Katholischen Kirche, betrachten wollen und uns fragen, wie alles so weit kommen konnte, müssen wir uns auch hier in die Anfänge ihrer Entwicklung einlassen. Nun bin ich weder Historiker noch Theologe und man möge mir verzeihen, wenn ich nur einen laienhaften Abriss geschichtlicher Vorgänge liefere, der unserer persönlichen Wahrheitsfindung dienen könnte. Die erste Voraussetzung ist dabei natürlich, dass wir an die Bibel als echtes Zeitzeugnis glauben und die darin beschriebenen Geschichten und Aussagen für uns als überwiegend zutreffend und damit wahr annehmen. Denn es nicht zu leugnen, dass sich das Christentum auf die Bibel als Fundament aufbaut. Es ist in der Menschheitsgeschichte wohl kaum um ein Buch und seinen Inhalt so viel Streit entstanden wie um die Bibel. Die niedersten menschlichen Anlagen traten durch unterschiedliche Auslegungen offen zutage und mündeten in Krieg, Mord und Totschlag. So fällt es mir heute schwer, die Bibel als Heiliges Buch zu bezeichnen.