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Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. "Toni, der Hüttenwirt" aus den Bergen verliebt sich in Anna, die Bankerin aus Hamburg. Anna zieht hoch hinauf in seine wunderschöne Hütte – und eine der zärtlichsten Romanzen nimmt ihren Anfang. Hemdsärmeligkeit, sprachliche Virtuosität, großartig geschilderter Gebirgszauber – Friederike von Buchner trifft in ihren bereits über 400 Romanen den Puls ihrer faszinierten Leser. Auf der Straße direkt vor der Hofeinfahrt des Glockner-Hofes stand ein großer Sperrmüllcontainer. Er war bis obenhin voll beladen. Die Füllung war mit einem großen grünen Netz gesichert. Frauke parkte im Abstand dahinter. Lotta kam auf sie zu. Die beiden Frauen begrüßten sich herzlich. »Wir haben ausgemistet«, schmunzelte Lotta. »Mei, du glaubst es nicht, was sich im Lauf von Jahrzehnten so alles ansammelt. Aber jetzt sind alle Zimmer leer. Der Container wurde heute früh um sechs Uhr abgestellt. Gestern Abend spät bis in die Nacht haben wir alles heruntergetragen. Die Buben und Adam hatten sich einen halben Tag freigenommen und heute früh den Container gefüllt. Später am Vormittag kamen noch deine drei Madln dazu. Komm, wir gehen rein. Was stehen wir hier auf der Gass'?«, bemerkte Lotta. Sie betraten das Wohnhaus. »Ich denke, es ist am besten, ich führe dich erst einmal herum. Richtig sauber sind die Zimmer noch nicht, nur besenrein.
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Seitenzahl: 123
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Auf der Straße direkt vor der Hofeinfahrt des Glockner-Hofes stand ein großer Sperrmüllcontainer. Er war bis obenhin voll beladen. Die Füllung war mit einem großen grünen Netz gesichert.
Frauke parkte im Abstand dahinter.
Lotta kam auf sie zu.
Die beiden Frauen begrüßten sich herzlich.
»Wir haben ausgemistet«, schmunzelte Lotta. »Mei, du glaubst es nicht, was sich im Lauf von Jahrzehnten so alles ansammelt. Aber jetzt sind alle Zimmer leer. Der Container wurde heute früh um sechs Uhr abgestellt. Gestern Abend spät bis in die Nacht haben wir alles heruntergetragen. Die Buben und Adam hatten sich einen halben Tag freigenommen und heute früh den Container gefüllt. Später am Vormittag kamen noch deine drei Madln dazu. Komm, wir gehen rein. Was stehen wir hier auf der Gass’?«, bemerkte Lotta.
Sie betraten das Wohnhaus.
»Ich denke, es ist am besten, ich führe dich erst einmal herum. Richtig sauber sind die Zimmer noch nicht, nur besenrein. Aber der Anfang ist gemacht.«
Frauke folgte Lotta die Treppe hinauf, bis unters Dach.
»Die Sachen, die wir aufheben wollten, haben die Buben ganz rauf geschafft, auf den Dachboden über der Dachwohnung, unter dem Spitzbogen. Irgendwann wollen wir sie noch einmal durchsehen. Aber jetzt geht es erst darum, dass die Wohnungen fertig werden. Kennst du Hansi Berghofer?«
»Nein! Wir sind noch nicht so lange in Waldkogel und es wird noch eine Weile dauern, bis wir mehr Leute kennen. Wenn das Sportlerhäusl eröffnet, wird dass sicherlich schnell gehen.«
»Das denke ich auch, jeder Waldkogeler ist mindestens in einem Verein. Und das Häusl wird ja nicht nur von den Sportvereinen genutzt. Früher trafen sich auch die anderen Vereine dort. Und das neue Sportlerhäusl wird bestimmt schnell zum Treffpunkt werden, besonders für die jüngeren Vereinsmitglieder. Sie saßen dort abends zusammen. Ich weiß das noch von unseren Buben. Wenn sie Lust auf ein Bier hatten und Burschen aus ihrem Jahrgang treffen wollten, gingen sie zum Sportlerhäusl. Doch zurück, Hansi Berghofer ist Malermeister und Raumausstatter. Er hat seine kleine Firma in Kirchwalden. Nebenbei hat er eine Hausmeistertätigkeit im Schloss. Er ist mit Jana verheiratet. Sie ist Direktorin des Institutes Villa Lohe und unterrichtet. Sie ist die rechte Hand von Zensi. Hansi will vorbei kommen und berechnen, wie viel Farbe gebraucht wird. Adrian, Mattis und Hannes haben sich mit ihren Madln beredet, dass alles erst mal weiß werden sollte. Später, wenn man sich richtig einrichten würde, könnte man immer noch die Wände bunt machen. Die Buben und Hansi werden über das Wochenende Hand anlegen. Danach wollen unsere Buben ihr Sachen nach oben räumen.«
Lotta schmunzelte.
»Frauke frage mich nicht, wie sie sich geeinigt haben, wer welche Wohnung nimmt. Adam machte schon Witze, sie sollten losen. Ich sage dir, Adam und ich halten uns da vollkommen heraus.«
Frauke nickte. Sie folgte Lotta die Treppe hinunter.
In der riesigen rechteckigen Diele blieben sie stehen.
»Der Raum war früher der Treffpunkt aller, die hier im Haus wohnten, als ich hier einheiratete. Hier saßen am Abend alle zusammen. Hier wurden auch die Feste gefeiert. Im Winter, wenn es draußen zu kalt und nass war, spielten die Kinder hier«, erzählte Lotta.
Sie lächelte verträumt.
»Es wäre schön, wenn diese Tradition wieder erwachen würde.«
Frauke sah sich im Raum um.
»Deshalb gibt es hier den großen Kachelofen. Jetzt verstehe ich. Ich habe mich schon gefragt, warum hier ein Ofen ist.«
»Jetzt weißt du es. Adams Urgroßeltern haben ihn einbauen lassen. Er wärmt sehr gut. Er wird mit Holz geheizt. Es gehen besonders große Holzscheite rein. Das wurde damals extra so geplant, dass man nicht so oft nachlegen musste.«
Lotta öffnete das Ofentürchen und ließ Frauke einen Blick in die große Brennkammer werfen.
»Frauke, folge mir. Jetzt zeige ich dir die Zimmer, die ihr nutzen könnt. Alle Räume auf dieser Seite. Die Buben werden ihre Sachen ausräumen, sobald oben alles fertig ist. Dann kannst du dir sie noch einmal in Ruhe ansehen. Insgesamt sind es fünf Zimmer, Küche und zwei Badezimmer. Die Küche ist nicht eingerichtet. Wozu auch? Die Buben brauchten keine Küche.«
Lotta ging voraus und stieß alle Türen auf.
»Geh ruhig rein und schau dich um«, sagte Lotta.
»Danke, aber ich will nicht in die Privatsphäre der Buben eindringen«, widersprach Frauke.
»Okay, wie du willst. Aber Adrian, Mattis und Hannes macht das bestimmt nix aus. Doch sie können dir und auch Hermann selbst die Zimmer zeigen.«
»Wir hatten noch nie so eine große Wohnung. Meistens waren es nur drei kleine Zimmer. Wie du weißt, war es immer eine Wohnung, die mit den Ausflugslokalen zusammenhingen, die wir betrieben. Ich weiß nicht, was ich mit den vielen Zimmern machen soll. Besonders wenn die Madln ihre eigenen Wohnungen haben.«
Lotta lachte laut, aber herzlich.
»Warte ab, Frauke, an große Räumlichkeiten gewöhnst du dich schnell«, sagte Lotta.
Sie gingen in die Küche.
Genau wie Zensi brach auch Frauke in Begeisterung aus.
»Nimm es als Anregung für deine eigene Küche«, sagte Lotta.
»Nett gesagt, ich denke, ich werde auch für die Familie im Sportlerhäusl kochen.«
Lotta lachte.
»Frauke, du wirst mit Hermann alleine sein. Deine Madln werden …«
»Ja stimmt«, fiel ihr Frauke ins Wort. »Lotta, es wird eine Umstellung sein.«
»Sicher, aber da die Madln mit in den Betrieb vom Sportlerhäusl eingebunden sind, sieht ihr euch täglich.«
Sie setzten sich. Lotta machte Kaffee.
Sie gaben Zucker und Sahne hinein und rührten um.
Lotta sah, dass Frauke in Gedanken versank.
Es dauerte, bis Frauke an ihrem Kaffee nippte.
»Lotta, ich habe mich sehr gefreut, dass die Madln Burschen gefunden haben. Ich muss dir gestehen, dass ich oft in Sorge gewesen war, ob sie sich jemals verlieben würden. Aber die hatten es auch schwer. Wenn andere Madln in die Disco gingen oder ins Kino, halfen sie Hermann und mir. Klar bekamen sie Komplimente von ledigen Burschen, die Gäste waren. An Einladungen hat es auch nicht gefehlt. Es verging kein Tag, an dem nicht ein Bursche mit einem unserer Madln anbändeln wollte. Aber Gästen gegenüber hielten sie sich immer zurück. Sie waren sehr wählerisch. Das hat sich an einem Tag geändert. Ein Richtfest ist immer ein besonderer Tag. Doch, dass der Tag der Anfang einer Veränderung für unsere Familie werden könnte … Damit hatte niemand gerechnet.«
»Das Richtfest war ein wichtiger Tag, auch für uns. Wir werden uns immer alle daran erinnern«, lächelte Lotta. »Unsere Buben waren auch sehr wählerisch. Das habe ich dir schon erzählt.«
»Und jetzt hat sich alles überstürzt«, seufze Frauke. »Ich hatte mir nicht ausgemalt, wie es werden könnte, wenn sie länger mit den Burschen zusammen sind. Dumm, nicht? Irgendwie habe ich meine Gedanken nicht in die Zukunft gelenkt.«
»Mei, das ist doch zu verstehen. Du bist gedanklich mit der neuen Aufgabe der Betreibung des Sportlerhäusls beschäftigt gewesen. Adam und mich hat die schnelle Entwicklung auch überrascht. Als die Buben vor zwei Wochen mit uns sprachen, dass sie die Madln bitten wollten, hierher auf den Glockner-Hof zu ziehen, waren wir von dem Tempo auch überrascht. Aber dann sagten wir uns, dass sie alt genug sind und wissen, was sie machen. Dass alle ein Herz und eine Seele sind, kann ihnen jeder ansehen«, sagte Lotta.
»Vor zwei Wochen sagst du?«
»Ja, Frauke, warum fragst du?«
»Weil es ungefähr so lange her ist, dass sich Uschi, Heike und Nora anfingen seltsam zu verhalten. Ich spürte, dass da etwas im Busch ist. Aber die Madln fanden nicht den Mut, offen mit uns zu sprechen. Sie verhielten sich merkwürdig. Mei, was habe ich mir Gedanken gemacht.«
Lotta lächelte.
»Die Madln sind zwar alt genug. Aber sie haben sich wohl auch nie mit dem Gedanken befasst, dass sie eines Tages ein eigenes Leben beginnen werden. Sie hängen sehr an euch. Das ist doch schön. Und wenn du und Hermann, wenn ihr euch entschließt, auch hierher zu ziehen, dann ändert sich nicht so viel. Wie denkst du darüber und wie denkt Hermann darüber?«
»Hermann hat sich nur Sorgen wegen der Dienstwohnung gemacht. Aber diese Bedenken sind aus dem Weg geräumt. Hermann ist ein stiller Bursche. Er sagt wenig. Wenn er nix sagt, dann stimmt er zu. Er wäre gern mitgekommen. Aber ich wollte mir erst mal die Räume alleine ansehen.«
»Das verstehe ich! Wohnungen einrichten gehört zu unseren, zu den weiblichen Aufgaben. Wenn du Hilfe brauchst, scheue dich nicht, mich anzusprechen«, sagte Lotta.
»Danke! Aber ich möchte dich auch nicht belästigen.«
»Schmarren! Ich freue mich, wenn du und Hermann und auch die Madln hier leben. Okay, mein Leben ist schön. Aber ich habe mir oft eine weitere Gesprächspartnerin gewünscht. Alleine unter vier Mannsbilder ist gelegentlich ein bisserl anstrengend gewesen«, blinzelte Lotta Frauke zu. »Mit ihnen kann man nicht so einfach ein bisserl tratschen. Und sie interessieren sich wenig für Themen, die mich interessierten. Du verstehst?«
»Ja, ich verstehe dich! Auf der anderen Seite sagte mein lieber Hermann oft, er lebe in einem Weiberzirkus.«
Lotta und Frauke lachten herzlich.
»Das wird sich in Zukunft alles ändern, denke ich«, sagte Lotta zuversichtlich. »Wenn die Mannsbilder unter sich sein wollen, können sie sich in Adams Zimmer verziehen«, blinzelte Lotta. »Dort können sie Karten spielen, trinken und über Fußball und Autos reden. Wir Weiber beschlagnahmen die Küche, wie das früher so war.«
Frauke lächelte.
»Das hört sich gut an. Aber denke dran, dass ich arbeite.«
»Ich bin auch jeden Tag in meiner Töpferwerkstatt beschäftigt. Aber was deine Arbeit angeht, mache dich mit dem Gedanken vertraut, dass dich deine Madln in der Küche ablösen. Sie haben den Kurs der Villa Lohe bestanden und wollen ihr Können unter Beweis stellen, denke ich mir«, sagte Lotta.
»Ja, da kannst Recht haben. Hermann und ich wollten ohnehin nicht noch Jahrzehnte hinter dem Tresen und in der Küche stehen. Aber jetzt warten wir erst mal ab, wie das mit den Kindern wird. Ich vermute, sie wollen und werden im nächsten Jahr heiraten. Das sagt mir mein Bauchgefühl. Und sie werden Eltern werden wollen. Uschi, Heike und Nora werden erst mal mit dem Nachwuchs beschäftigt sein.«
Lotta strahlte.
»Frauke, stelle dir das doch vor, wenn drei Kinder hier durchs Haus fegen und nach den Omis rufen«, sagte Lotta.
Frauke nickte eifrig.
»Ich denke, weder Uschi, Heike noch Nora wollen Einzelkinder«, sagte Frauke. »Sie mögen Kinder sehr. Wir hatten doch das Ausflugslokal. Im Sommer kamen die Familien mit den Kindern. Die Madln fanden trotz der ganzen Arbeit immer noch Zeit, um zwischendrin kurz mit den kleinen Gästen zu spielen.«
Lotta schenkte Kaffee nach. Sie gaben Sahne und Zucker dazu.
»Als wir von der Möglichkeit erfuhren, dass wir hier ebenfalls wohnen können, waren wir natürlich sehr überrascht. Wir sagten uns, dass wir uns alle zusammensetzen sollten, um die Einzelheiten zu bereden. Aber jetzt kommt mir ein anderer Gedanke. Ich sage ihn dir gleich. Aber vorher will ich wissen, wie deine Buben zu der Idee stehen«, sagte Frauke.
Lotta lachte.
»Wir haben noch nicht mir ihnen darüber gesprochen. Wir wollten damit warten, bis wir von euch die Zusage haben. Ich denke, sie sind nicht nur einverstanden, sie werden sich freuen. Und wie ist es mit Uschi, Heike und Nora?«
»Sie wissen es nicht. Wir haben sie nicht angerufen. Sie sind irgendwo unterwegs. Ich nehme an, sie sind in Kirchwalden und warten, bis ihre Liebsten Arbeitsschluss haben.«
»Ja, das denke ich auch. Sie gehen abends oft ins Kino, in die Disco oder in einen Biergarten«, sagte Lotta.
»Lotta, ich denke, es wird gut sein, wenn jeder alleine mit seinen Kindern geredet. Ich werde die Madln später anrufen und sie bitten, früher zu kommen, weil Hermann und ich etwas mit ihnen zu bereden hätten.«
»Das ist seine sehr gute Idee«, stimmte ihr Lotta zu. »Adrian, Mattis und Hannes werden die Madln heimbringen, sie bei euch abliefern und dann selbst heimkommen. Wir werden ebenfalls mit ihnen reden. Und morgen sehen wir weiter. Kannst mich gern spät noch anrufen. Frauke, ich bin auf die Reaktion der Madln gespannt.«
»Und ich, was die Buben dazu sagen«, sagte Frauke.
Lotta schmunzelte.
»Was reden wir da? Das wird sicherlich nicht nötig sein. Wir leben in modernen Zeiten. Die jungen Paare werden sich SMSs senden.«
»Ich denke, bis zwei Stunden benötigen Hermann und ich schon, um mit den Madln alles zu bereden. Wir wollen in Ruhe mit unseren Madln reden. Und ich will wissen, warum sie sich gescheut haben, mit uns über ihren Wunsch zu sprechen, dass sie mit ihren Herzensburschen zusammenziehen wollen?«
Lotta nickte und trank einen Schluck Kaffee.
»Diese Antwort interessiert mich auch«, sagte Lotta.
Frauke sah auf die Uhr.
»Lotta, ich muss gehen. Hermann wartet und ob Pfarrer Zandler noch mehr Zeit hat, Hermann zu unterhalten, weiß ich nicht.«
»Klar, ich verstehe. Wir sehen uns dann morgen Abend spätestens, denke ich.«
»Ja, wir telefonieren morgen früh ausführlich.«
»Telefonieren? Schmarren! Komme einfach her! Wir werden doch jetzt eine Großfamilie«, sagte Lotta. »Wenn ihr mit Quatschen fertig seid, kommt her. Dann trinken wir ein Bier zusammen und feiern den Neuanfang.«
»Ja, so kann man es sagen«, lächelte Frauke.
Lotta brachte Frauke zum Auto.
In der Zwischenzeit war der Container abgeholt worden. Sie hatten es nicht bemerkt.
Frauke fuhr zurück zum Kloster. Auf der Terrasse der Gästewohnung tranken Pfarrer Zandler und Hermann Bier und die Obstlerflasche stand auch auf dem Tisch. Frauke setzte sich dazu.
Pfarrer Zandler stellte sofort einige Fragen.
»Es wird alles werden«, sagte Frauke ausweichend. »Aber das werden Hermann und ich noch bereden. Und heute Abend gibt es eine Familienkonferenz mit unseren Madln.«
Pfarrer Zandler stand auf, verabschiedete sich und ging. Er hatte verstanden, dass Frauke mit Hermann alleine ein wollte.
Frauke schickte Uschi eine Nachricht. Darin bat sie, dass sie und ihre Schwestern früher heimkommen sollten, weil es etwas zu bereden gäbe.
Lotta war in ihre Töpferwerkstatt gegangen und hatte sofort angefangen, ein großes Türschild in Form verschlungener Herzen zu töpfern.
Es waren fünf Herzen, in denen die Namen der Paare vermerkt waren, Familie Adam und Lotta Glockner, Familie Hermann und Frauke Binder.
Danach zögerte Lotta.
Welchen Familiennamen würden die jungen Paare wählen?
Bevor sie ihr Kunstwerk weiter formen könnte, musste das geklärt werden. Aber noch waren sie nicht verheiratet. So entschied sich Lotta, nur die Vornamen zu schreiben, Uschi und Adrian, Mattis und Heike, Hannes und Nora.
Später könnte sie immer noch ein neues Schild töpfern, wenn sie verheiratet wären. Und im Laufe der Jahre würden noch viele kleine Herzen am Hoftor befestigt mit den Namen der Buben und Madln der nächsten Generation. Dessen war sich Lotta ganz sicher. Diese Vorstellung ließ ihr Herz schneller schlagen. Sie überlegte sofort, wie sie aussehen könnten.
Als Adam von der Arbeit kam, schaute er ihr über die Schulter. Als er die Muster für die kleinen Herzen sah, lächelte er. Er gab Lotta einen Kuss.
»Wird noch ein bisserl dauern, bis du Großmutter wirst«, sagte er.
