Die Chiropraktik-Gesundheit: Das bestgehütete Geheimnis der Medizin - Imre Kusztrich - E-Book

Die Chiropraktik-Gesundheit: Das bestgehütete Geheimnis der Medizin E-Book

Imre Kusztrich

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Beschreibung

Ein Buch über die Wiederentdeckung der Selbstheilungskraft. Chiropraktik bedeutet den Einsatz feinster und präzisester Manipulationen. Sie zielen auf das Nervensystem. Subluxation steht für die leichteste Form einer Verrenkung, wie kein Röntgenbild sie sichtbar macht. Der Chiropraktiker erkennt sie durch Beobachtung und durch Ertasten. Meistens werden so minimale Fehlstellungen von Wirbelkörpern sanft korrigiert. Die Auflösung der Subluxation setzt augenblicklich die Selbstheilungskräfte frei. Unglaublich, aber erwiesen: Mini-Fehlstellungen von einem der 24 Wirbelkörper werden mit 127 Leiden in Verbindung gebracht. Von Asthma über Burn-out, Handschmerzen, Herzbeschwerden, Kreislaufschwäche, Kopfschmerz bis Tinnitus und Unterleibsproblemen.

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Seitenzahl: 196

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Die Chiropraktik-Gesundheit

Das bestgehütete Geheimnis der Medizin

Band I

Vorwort von Jean-Paul Pianta, Doctor of Chiropractic

Von Imre Kusztrich

Impressum

IGK-Verlag, 7100 Neusiedl

Die Chiropraktik-Gesundheit

Das bestgehütete Geheimnis der Medizin

Band I

Oktober 2011

© 2011 Imre Kusztrich

Foto: © Leonard & Anna Dedukh-Fotolia.com, Engel-fotolia.com

Danksagung

Die vorliegende Arbeit hat es sich zur Aufgabe gestellt, die ganzheitliche Betrachtungsweise dieser Heilanwendung als sinnvolle Ergänzung zur bekannten Medizin darzustellen.

Diesem Jean-Paul Pianta, Liebling seiner Patientinnen und Patienten, gilt dazu der allergrößte Dank. Er hat mir die Freude, ihm zu begegnen, ihn zu verstehen und zu begreifen, großzügig gewährt. Zitat aus einem Brief vom 25. Januar 2000: „Wir sind hier, um zu versuchen, der Welt zu helfen voranzukommen. Das Negative daran ist: Die Aufgabe ist nicht leicht. Das Positive: Die Arbeit wird uns nicht ausgehen. Noch besser: Während wir an unserem Tun unsere Freude haben werden, sind wir wirklich entschlossen, Menschen zu helfen, ein besseres Leben zu haben“.

Mit großer Geduld hat er diesen Versuch, das Unbeschreibbare zu beschreiben, aktiv begleitet und so erst die Entstehung dieser Buchreihe ermöglicht und unterstützt. Zum Beispiel entstammen die hier analysierten Patientenschicksale – mit veränderten Hinweisen auf die jeweilige Person – seinem reichen Erfahrungsschatz.

Anleitung

Die einzelnen Kapitel der beiden Bände über die durch anspruchsvolle Chiropractic – mit „k“ oder „c“ geschrieben – zu erzielende und zu festigende Gesundheit können in beliebiger Reihenfolge und jedes für sich gelesen werden. Nachdrücklich empfiehlt der Autor die Lektüre der Kapitel „Die Wirbelsäule ist wie eine Perlenkette“ und „24 Wirbel, 127 Krankheiten“ in diesem Band. Diese Informationen vermitteln, welche Bedeutung die korrekte Wirbelsäule für die richtige Steuerung unserer Organe durch das Gehirn und mittels der Nervenbahnen aus dem Rückenmark besitzt.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort von Jean-Paul Pianta, Doctor of Chiropractic
Vorwort zum Erscheinen von „Wirbeln Sie sich jung!“
Die Wiederentdeckung der Selbstheilungskraft
Die neuen Volkskrankheiten
Freizügig gibt der Körper Informationen preis
Chiropractic - von Kopf bis Fuß alles im Griff
Der erste Besuch
Chiropractic für Einsteiger
Unser Körper, mit den Augen des Chiropractors
Das Gedächtnis des Fußes
Kettenreaktion: Ein anderes Wort für die Intelligenz unseres Körpers
Aufsteigende Kette
Absteigende Kette
Kopfschmerz ist Körpersprache
Die Chiropractic und der Kopfschmerz
Piantas Entdeckung: Der Propeller
Unser Schädel - eine Pumpe
Schädel und Gesundheit
Atmung: Gymnastik für Becken, Schädelknochen und Darm
Die Intelligenz der Muskeln
Die erste und die zweite Geburt
Schicksals-Puzzle
Tausend besonders wertvolle Tage
Kleine Helden
Die Chiropractic und die Lebensphasen
Die Wirbelsäule ist wie eine Perlenkette
24 Wirbel, 127 Krankheiten
Das Alles-tut-weh-Syndrom
Im Gesicht Lesen
Sprunggelenk, Knie und Achillessehne
Vom Promi-Arzt zum Pionier der modernen Chiropractic
Info Jean-Paul Pianta, Doctor of Chiropractic
Lexikon der Chiropractic

Vorwort von Jean-Paul Pianta, Doctor of Chiropractic

Palmer College, Davenport (Iowa, USA)

Hannover, im August‚ 2011

Die erste Version von „Wirbeln Sie sich jung!” war ein voller Erfolg. Wir haben viele Komplimente bekommen, da dieses Buch voller brauchbarer praktischer Informationen war.

Dank Herrn Imre Kusztrich freue ich mich, Ihnen die zweite Edition präsentieren zu dürfen. Die neue Ausgabe wurde überarbeitet und aktualisiert, um Ihnen, Ihrer Familie, Ihren Kollegen oder Ihren Nachbarn den Zugang zu den verschiedensten Themen noch einfacher zu gestalten. Wenn nur ein einziges Exemplar dieser Edition Hoffnung verbreiten kann und einer einzelnen Person hilft, dann waren die Mühen des Überarbeitens und Publizierens es wert.

Ja, alles verändert sich - ein Buch, der Himmel, das Wetter, unser Körper, unsere Mobilität, unsere Elastizität und sogar die Situation der Chiropraktik.

Am 11. Januar 2011 hat Francois Fillon, der Premierminister von Präsident Nicolas Sarkozy, per neuer Verordnung die Chiropraktik als Therapiemöglichkeit in Frankreich definiert. Das erfolgte acht Jahre nach dem positiven Bescheid der über- und untergeordneten Kammern. „Jeder Prozess braucht Zeit“. Dies ist ein chiropraktisches Prinzip, das nicht nur auf den menschlichen Körper zutrifft, sondern sich auch in politischen und sozialen Angelegenheiten, wie wir sehen, immer wieder bewahrheitet. Der Chiropraktor wird durch diese Verordnung als der erste Fachmann für Millionen französischer Frauen, Männer und Kinder angesehen und installiert, was wiederum bedeutet, dass die vielen Krankenkassen in Frankreich nun diesen Zugang für Jedermann erleichtern müssen. Dies sollte schnellstmöglich voll in Kraft sein …

In Deutschland sind wir leider noch nicht soweit. Aber die Situation verbessert sich auch hier. Seid April 2011 bietet die Dresdner International University ein mehrjähriges Studienprogramm an, das den Studierenden bei erfolgreichem Abschluss einen Bachelor oder im Anschluss sogar einen Master of Science in Chiropractic verleiht. Dies bedeutet eine Menge für die Zukunft der Chiropraktik in Deutschland und noch viel mehr für das Wohlbefinden von Millionen von Patientinnen und Patienten.

Ich lege Ihnen ans Herz, dieses in schmalen Bänden neu aufgelegte Buch zu lesen, zu empfehlen, zu verschenken oder sogar in Ausschnitten zu kopieren, da wir nie wissen, wie weit sich schon der kleinste Impuls verstärken und verbreiten kann. Denken Sie nur mal an Ihren eigenen Körper! Wie empfindlich er auf Information reagiert, dass er sogar das feinste Haar auf der Lippe spürt oder einen kleinen Stein unter dem Fuß. Information und Kommunikation besitzen die Kraft, das Leben zu beeinflussen, Ihr Leben, das Leben der Menschen in Ihrem Umfeld.

Das Leben ist komplex. Wir entkommen jeden Tag ein bisschen mehr dem einfachen dualen Konzept, welches Patient und Therapeut vereint oder auch scheidet.

Verharren Sie nicht im Patient-Sein. Jeder von uns hat nur dieses eine und besondere Leben. Seien Sie aktiv, seien Sie neugierig, lesen Sie, fragen Sie nach, verstehen Sie, denken Sie rechtzeitig an Prävention, statt passiv auf die Akutphase zu warten. Ihre Gesundheit ist Ihr größtes Kapital, und unsere erste Priorität ist es, dass es Ihnen gut geht und Sie weiter gesund bleiben. In meiner Praxis sage ich immer: „Wir möchten Sie mindestens bis zum neunzigsten Lebensjahr in der bestmöglichen Verfassung behalten. Danach können Sie tun und lassen, was Sie wollen.“

„Wirbeln Sie sich jung!“, neu modelliert, mit vielen verblüffenden wissenschaftlichen News, in zwei aufeinander abgestimmten Bänden, leicht zu lesen – diese Lektüre wird Sie mit den Informationen versorgen, die Sie für einen Quantensprung in Ihrer Lebensqualität gebrauchen können.

Mein ganz besonderer Dank gilt Herrn Imre Kusztrich für seine harte Arbeit an diesem Erklärbuch über Chiropraktik, für sein fleißiges Recherchieren und für seine unbestrittene intellektuelle Ehrlichkeit. Genau das sind die Gründe, warum ich Ihnen das neue „Wirbeln Sie sich jung!“ als Lektüre empfehle.

Vorwort zum Erscheinen von „Wirbeln Sie sich jung!“

Von Jean-Paul Pianta, Doctor of Chiropractic

Palmer College, Davenport (Iowa, USA)

Hannover, im März 2005

Jeder, der gerne in Buchhandlungen stöbert, weiß: Bücher über Chiropractic gehören zur Mangelware. Paradoxerweise ist dies nicht auf einen Mangel an öffentlichem Interesse zurückzuführen. Denn diese Art von Medizin erfreut sich hierzulande großer Nachfrage. Jedenfalls bei Patienten und ihren Angehörigen und Freunden.

Das offizielle Ansehen der Chiropractic hier steht auf einem anderen Blatt. In den meisten Ländern Europas ist die Chiropractic als medizinische Erstversorgung etabliert, und die Kosten ihrer Anwendungen wurden von den Gesetzgebern in die Kataloge der staatlichen Gesundheitssysteme aufgenommen. Diese gesetzliche Anerkennung fehlt in Deutschland.

Während weltweit zwanzig Colleges eine umfassende, mehrjährige Ausbildung vermitteln, die den vom amerikanischen Erziehungsministerium festgelegten Qualitätsanforderungen entspricht, gibt es in Deutschland keine einzige derartige Schule. Und so entsteht ein Teufelskreis: Wer sollte eine Lehranstalt gründen für eine nur marginale Wissenschaft? Und umgekehrt: Warum sollte man einen Berufsstand anerkennen, für den es in Deutschland nicht einmal eine Ausbildung gibt?

Während wir über solchen Fragen grübeln, wird in England, in Surrey, bereits die dritte Hochschule für Chiropractic eröffnet. Und eine weitere in Dänemark, wo es bereits mehrere hundert Doktoren der Chiropractic gibt.

In Deutschland hat man diese Gesundheitsanwendung Chirotherapie getauft, und ihre Ausübung ist Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten, die für diese Ausbildung ein paar Wochenenden geopfert haben - während in neunzig Prozent aller Industrieländer Chiropractor ein anerkannter, angesehener eigener Berufsstand auf der Basis mehrjähriger Ausbildung ist.

Ich möchte Sie deshalb fragen: Würden Sie Ihr Haus von einem Architekten bauen lassen, der für das Studium seines Faches einige Wochenendkurse absolviert hat?

Sicher nicht. Oder würden Sie sich vor Gericht von einem Anwalt vertreten lassen, der die Gesetzeskunde an einigen Wochenenden erlernt hat? Garantiert nicht! Für Patientinnen und Patienten - und davon sehe ich genug - ist diese Situation in Deutschland von Nachteil.

Als ich hörte, dass ein neues Buch über Chiropractic erscheinen sollte, war ich zunächst sehr verunsichert. Um welche Chiropractic würde es sich handeln? Um ein paar Grifftechniken, die man an einigen Samstagnachmittagen in einem Hotel erlernen kann, um dann Wirbel „knacken“ zu lassen? Oder würde die Chiropractic als ein eigenständiger Beruf im Gesundheitswesen vorgestellt werden - ein Weg, dessen Existenz Millionen von Menschen große Vorteile bringt?

Das vorliegende Werk hat meine Bedenken sehr schnell zerstreut: Es ist eine seriöse, umfassende Recherche von fast chirurgischer Präzision. Mit diesen Worten möchte ich die Arbeit von Imre Kusztrich beschreiben.

Die Lektüre dieses Buches kann Ihr eigenes Leben und das Ihres Partners, Ihrer Kinder, Eltern und Freunde verändern. Kurz gesagt, es kann das Leben ganz allgemein verändern und die Welt besser machen. Eines ist jedoch absolut sicher: Durch dieses Buch werden Sie sich selbst besser kennen - und respektieren lernen.

Du musst werden, was du bist Friedrich Nietzsche

Hannover, im November 2004

Die Wiederentdeckung der Selbstheilungskraft

Auf unser größtes Heilpotential wird in der Fernsehwerbung unter normalen Umständen nicht hingewiesen, und auch in den Medien hat sich diesbezüglich nicht viel getan seit dem Evangelium des Lukas. Dort (10, 25-37) steht das Gleichnis vom erstaunlich barmherzigen Angehörigen des sonst nicht unbedingt nächstenfreundlichen Stammes der Samaritaner. Deshalb wird auch die erstaunliche Barmherzigkeit dieses Vorbildes betont. Er findet einen von Räubern überfallenen Kaufmann und erbarmt sich seiner. Jetzt folgt in der Bibel die Aufzählung, wie der Retter hilft: Er ist kein Arzt, kein Heiler; er beseitigt einzig und allein die Heilhemmnisse – alles andere überlässt er den Selbstheilungskräften des Körpers: Er reinigt die Wunden mit Olivenöl, transportiert den Verletzten auf seinem Reittier in eine Herberge, beauftragt den Wirt mit der weiteren Pflege und bezahlt ihn.

Das biblische Gleichnis von der Nächstenliebe ist gleichzeitig ein Loblied auf die Selbstheilungskraft des Körpers. Der Grund, warum sie bei Lukas nicht besonders verherrlicht wird, liegt auf der Hand: Die Alternative, Behandlung durch Medikamente und Spritzen, gab es damals noch nicht.

Auch Aktivierung der Selbstheilungskräfte ist eine Definition des Wesentlichen der Chiropractic: Sie hilft dem Körper, indem sie ihn in die Lage versetzt, sich selbst zu helfen.

Chiropractic bedeutet den Einsatz feiner und präziser Manipulationen. Sie zielen auf das Nervensystem. Das ist das Organ, für das sich der Chiropracticer vorwiegend interessiert. Die professionell hochwertige Anwendung dieser vor mehr als hundert Jahren in ihren Grundsätzen entwickelten Therapie setzt ein sechsjähriges Studium voraus. Absolventen führen den Titel Doctor of Chiropractic. Durch Adjustieren, also durch Anpassung, durch Zurechtrücken, durch richtiges Einstellen, durch Angleichung werden meist minimale Fehlstellungen von Wirbelkörpern korrigiert. Der Begriff „Adjustment” stammt aus dem Amerikanischen, wo er für das regelmäßige Nachstellen von Bremsen ebenso eingesetzt wird wie für die Überprüfung eines Gehalts. Ich finde, das gibt den tieferen Sinn sehr gut wieder. Das nächste Wort, das mit der Chiropractic untrennbar verbunden ist, lautet Subluxation. Es steht für die leichteste Form einer Verrenkung, wie kein Röntgenbild sie erkennbar macht. Jede einzelne von ihnen stört gemeinsam mit negativen Muskelspannungen die Arbeit des Nervensystems und damit die korrekte Kontrolle und Steuerung unserer Körperfunktionen. Solche Eigenheiten der individuellen Gestalt werden durch Beobachtung und Ertasten erkannt und ausgeglichen. Das Auflösen der Subluxation befreit augenblicklich von abnormem Stress und setzt die Selbstheilungskräfte frei.

Bei uns ist diese Behandlungsweise noch wenig bekannt. Sie ist nicht mit extremen Manipulationen an der Wirbelsäule, mit kräftigen Einrenkungen von Gelenken und anderen Verbindungen zu verwechseln.

Das Geheimnisvolle, das in den Augen vieler Menschen die Chiropractic umgibt, beginnt bereits bei der Schreibweise. Chir basiert auf dem griechischen Wort für Hand, praktor für tun, handeln. Patienten im deutschsprachigen Raum haben die Wahl zwischen der amerikanischen Version Chiropractic, mittels Doctor of Chiropractic, auf der Basis eines ordentlichen, mehrjährigen und ganzheitlich ausgerichteten Collegestudiums an einem staatlich anerkannten Lehrbetrieb der Chiropractic. In Deutschland gab es lange Zeit kein entsprechendes Angebot eines Vollstudiums.

Jetzt ist die Situation sehr viel besser. Seit dem Frühjahr 2011 lockt das Studienangebot der Dresden International University DIU (01187 Dresden, 2003 gegründet): Bachelor of Science, Master of Science in Chiropraktik. Im Rahmen des Studiums werden nach den WHO-Richtlinien wissenschaftlich fundierte Grund- und Fachkenntnisse vermittelt – „sicher und effektiv“. In der Beschreibung heißt es: „… und sich so von den heute vielfach vorhandenen Therapeuten mit geringer Ausbildung abzuheben.“ Ausgebildet auf Hochschulniveau wird auch in Zusammenarbeit mit einer privaten Akademie und mit Fachgesellschaften.

Zurück zur Chiropraktik. Das macht den Unterschied aus: Mehrjähriges Studium mit vollem Engagement. Oder bloß einzelne Kenntnisse von Handanwendungen, auf der Basis von Wochenendkursen oder Fachseminaren.

Ob Chiro-Hilfe mit „c“ oder „k“, ob „Chiropractic“ oder „Chiropraktik“, ob Chiropractor, Chiropraktiker, Master of Science in Chiropraktik oder Doctor of Chiropractic: Es kommt nicht so sehr auf die Buchstaben an. Was einzig zählt, ist eine umfassende, ganzheitliche Ausbildung mit aktueller Auffrischung der erworbenen Kenntnisse. Die in dieser Buchreihe vermittelten Informationen beziehen sich immer auf die moderne, professionelle und wissenschaftlich fundierte Chiropractic-Diagnose und manuelle Therapie in ihren höchsten, stets weiterentwickelten Formen. Erfunden, erforscht und auf breitester Basis entwickelt wurde sie als Chiropractic in den USA. Bei uns wird sie überwiegend mit Chiropraktik bezeichnet. Das macht eine Verwechslung mit dem Angebot weniger fundierter Kenntnisse möglich, die unter der gleichen Bezeichnung, aber mit weniger umfassenden Möglichkeiten angeboten werden. Die Verwendung des Begriffs Chiropractic nach amerikanischer Tradition nimmt immer Bezug auf das Vollstudium, das diesem Beruf in den Vereinigten Staaten zu Grunde liegt. Diese Art der ärztlichen Kunst repariert nicht nur Rückenprobleme und Fußleiden. Sie ist vielmehr eine Ganzheitstherapie, die sich durch die Beseitigung von Störungen des Nervensystems positiv die Wechselwirkungen zwischen den sämtlichen Organen unseres Körpers zunutze macht.

Die Knochen, Muskeln, Nerven und das Bindegewebe machen rund 60 Prozent des Körpers aus. Es gibt keine richtigere Entscheidung, als sich damit der Chiropraktik, auf höchstem Ausbildungsniveau begriffen, erlernt und angewendet, anzuvertrauen. Jedes einzelne Gelenk ist Teil des Muskel-Skelett-Systems und mitverantwortlich für ganzheitliches Funktionieren und Wohlfühlen.

Wer beginnt, sich mit Chiropractic zu befassen, stellt sich besser auf Überraschungen ein. Ein Schmerz an der Wirbelsäule kann beispielsweise weit, weit entfernt ausgelöst werden und seine wahre Ursache beispielsweise an den Füßen oder im Kiefergelenk haben. Umgekehrt kann eine Störung des Verdauungsapparates möglicherweise am besten durch Manipulationen an den unteren Brustwirbeln behoben werden. Mit Hilfe eines Chiropractors oder eines auf höchstem Niveau ausgebildeten Chiropraktikers werden Sie Ihren Körper besser kennen und verstehen lernen. Das erleichtert es Ihnen, selbst einiges zu einer dauerhaften Gesundheit beizutragen.

Basis der Chiropraktik ist in erster Linie die Wahrnehmung von Botschaften eines gestressten oder überforderten Körpers. Nimmt ein Knochen eine von der natürlichen Haltung abweichende Position ein? Ist die Belastung der einen Hüfte stärker als die der anderen? Wird ein Nerv zusammengedrückt? Stockt irgendwo das Strömen der Energieflüsse? In jedem Augenblick versucht die Intelligenz unserer Körpers, das Zusammenspiel seiner siebzig Tausend Millionen Zellen harmonisch zu gestalten. Und jede noch so kleinste Abweichung erkennt die Chiropractorin, der Chiropractor mit geschultem Blick sofort. Einige Schritte im halbbekleideten Zustand auf einer geraden Linie genügen in der Regel. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden der Beintest nach Dr. Clay Thompson und da und dort wird eine Tastkontrolle die Diagnose untermauern. Alles ohne Röntgen, ohne Ultraschall, ohne Magnetresonanztomografie.

An diesem Punkt macht es Sinn, daran zu erinnern: Alle Funktionen des Körpers werden durch Nerven kontrolliert. Nur zehn Prozent der Nerven übertragen Schmerzsignale – alle übrigen sind wichtige Leistungsträger im funktionierenden Körper.

Diese Nerven treten an den Bandscheiben aus der Wirbelsäule aus und verbinden jedes Organ mit dem zentralen Nervensystem. Das geschieht über das Rückenmark. Es gilt als ein Teil des Gehirns. Auf diese Weise kann schon eine kleine Störung im Bereich der Wirbelknochen – wir nennen sie Subluxation – mit den Auswirkungen einer Nervenirritation die Funktion dieser Informationsbahnen erheblich beeinträchtigen. Das heißt: Die Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem Organ am Ende der gequälten Nervenbahn ist nicht optimal. Und damit auch nicht die Leistung von Organen, von Drüsen, von Gelenken oder von der Haut. Befreien wir jedoch diese Leistungsträger von ihrer Störung oder Belastung, wird von diesem Augenblick an das Organ am Ende ihrer Informationskette wieder besser reagieren.

Und auch die Hilfe erfolgt so natürlich wie möglich, ohne jede Chirurgie, eben „mit der Hand praktiziert“, was die beiden griechischen Worte cheir (Hand) und praktos (praktizieren) in dem Begriff Chiropractic korrekt beschreiben. Ihr Entdecker, der gebürtige Kanadier Dr. Daniel David Palmer in Davenport im amerikanischen Bundesstaat Iowa, nannte das von ihm erkannte Prinzip mit eigenen Worten so: „… die Fähigkeiten des Körpers zu entfesseln, sich selbst zu heilen, indem falscher Druck auf Nerven beseitigt wird.“

Das Zusammenspiel von Gehirn und Rückenmark gibt bis heute Rätsel auf. Doch seit dem 19. Mai 2011 sind es einige weniger. An jenem Donnerstag konnte ein Fündundzwanzigjähriger nach fünf Jahre andauernder Querschnittslähmung aus eigener Kraft stehen und mit fremder Hilfe einige Schritte machen. Ihm waren im Dezember 2009 ein elektrischer Stimulator in die Lendenwirbelsäule eingepflanzt worden. Die Testperson, Rob Summers, war von einem Auto erfasst worden. Dadurch wurde Signalverbindung des Gehirns hinein die untere Hälfte der Wirbelsäule irreparabel unterbrochen. Schon wiederholt hatten Versuche mit Tieren die Auffassung genährt, dass das Gehirn für die eigentliche Kontrolle von Bewegungen nicht benötigt wird. Seine Rolle ist es allein, die Nervenzellen des Rückenmarks zu aktivieren. Nun erlebten Wissenschaftler im Kentucky Spinal Cord Injury Research Center, spezialisiert auf Unfallverletzungen des Rückenmarks, an einem menschlichen Versuchsobjekt erstmalig, dass winzige elektrische Impulse ausreichen, um eine geblockte Steuerungsfunktion des Rückenmarks zu lösen. Alltägliche Wunder – wenn auch nicht in diesem spektakulären Ausmaß - erreicht die Chiropraktik seit mehr als hundert Jahren durch oft minimale mechanische Impulse an der Wirbelsäule. Sie befreien Nervenbahnen von Störungen, die an ihrem anderen Ende das richtige Funktionieren von Organen erschweren.

Für die meisten Menschen ist die Chiropractic wie ein Buch mit sieben Siegeln. Sie haben nicht die geringste Ahnung. Bis ihnen eine vertrauenswürdige Person erzählt, dass diese Therapie seit mehr als hundert Jahren unterrichtet wird und heute weltweit anerkannt ist – und dass sie weit ernstere Herausforderungen meistert als Rückenschmerzen oder Kopfweh. In diesem Sinne sind die zwei vorliegenden Bände der Reihe „Die Chiropractic-Gesundheit“ eine Einladung an alle, die den Wunsch haben, nicht noch mehr Medikamente oder Operationen ertragen zu müssen. Und gleichzeitig die Ermunterung für jene Glücklichen, die von sich behaupten können, dass es ihnen gut geht – und das wollen sie jetzt noch steigern.

Auch dafür kann professionelle Chiropractic stehen.

Millionen Menschen haben den Nutzen der Chiropractic am eigenen Körper bereits erfahren. Die Quintessenz dieser Behandlungsform hat ein kluger Kopf einmal an die Wand des Wartezimmers gehängt: „Besser das Gute zu fördern, als das Schlechte zu bekämpfen.“

Die neuen Volkskrankheiten

Sie heißen medienwirksam so: neue Volkskrankheiten. Metabolisches Syndrom. Demenz. Alzheimer. Diabetes. Herz-Kreislauf-Leiden. Parkinson. Psoriasis. Krebs. Depression. Burn-out. Über dem Begriff „neu“ könnte vergessen werden, dass der Körper, der darunter leidet, sich nicht so sehr verändert hat. Es ist immer noch der alte. 70.000 Milliarden Zellen, jede ein kaum zu begreifendes Wunder: Kraftwerk, Kommunikationszentrale, Kantine, Krankenhaus, Geburtsstation (und Friedhof). 206 Knochen. 650 Muskeln. 68 Gelenke. Alle miteinander verbunden über hochsensible Nervenbahnen.

Partnerschaft – ein anderes Wort für Harmonie, Balance, Ausgleich. Erste Voraussetzung dafür ist Kommunikation. Wissensübertragungen mit Geschwindigkeiten von mehreren hundert Stundenkilometern durchpulsen jede einzelne Zelle unseres Körpers. Diese Informationen sind es, die eine fantastische Ganzheitlichkeit herstellen. Und das führt uns direkt wieder zur Chiropraktik zurück. Wichtige Arbeit leistet sie an Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bändern und der Muskelhaut. Es ist leicht, zu verstehen, dass, wenn ein einziges Gelenk nicht in der Lage ist, seine Arbeit richtig auszuführen, es das Ganze ist, das mehr oder weniger direkt die Konsequenzen ertragen würde und sich Mühe geben müsste, zu kompensieren. Das ist aber noch nicht alles. Durch feine, präzise Manipulationen wirkt sie auch auf das Nervensystem ein. Denn wenn ein einziges Teilchen in unserem Körper daran gehindert oder dabei gestört wird, seinen Beitrag zu unserem Wohlbefinden zu leisten, hat es Auswirkungen auf andere, wo möglich auf das Ganze. Mit der Folge, dass ganz andere Bereiche des Organismus in der Pflicht sind oder haben Mühe, die Beeinträchtigung auszugleichen oder zu kompensieren.

Und all das geschieht 86.400 Sekunden lang Tag für Tag. Das einzige, was sich daran geändert hat, ist die Zeitspanne insgesamt. Wir leben heute länger denn je, im Durchschnitt 650.000 Stunden, allerdings mit Tendenz fallend. Nächste Generationen werden womöglich die ersten sein, die kürzer leben als ihre Eltern.

Bei allen oben erwähnten Volkskrankheiten hat der Körper seine Balance, seinen Ausgleich verloren. Die Ursachen sind vielfältig. Ernährung, Suchtgifte, sitzende Lebensweise, Bewegungsarmut, Stress, Ängste, Antrieb, Krankheit, Verletzung. „Die Gene“ sind es nicht allzu oft, und einige von ihnen können sogar durch das, was wir essen, und durch unsere Lebensweise verändert werden. Wer diese Zusammenhänge berücksichtigt und akzeptiert, wird allmählich begreifen, dass es selbst für die neuen Volkskrankheiten chiropraktische Hilfestellungen geben kann. Der Körper spricht, durch negative Muskelspannungen, durch Subluxationen. Der Therapeut sucht diesen Dialog und versteht ihn. Und wenn die Antwort lautet „dieser oder jener Wirbel”, ist es für ihn nicht ein vereinzeltes Knochenelement, sondern ein Teilchen des Ganzen, durch das Nervensystem mit Milliarden Zellen kommunizierend. Allerdings ist es in diesem Augenblick ein besonders wichtiges Teilchen. Denn gerade dort kann der entscheidende Impuls gesetzt werden, der das Wohlbefinden zurückbringt. So kommt es, dass Sie an einer anderen Stelle dieses Buches lesen werden: „Depression, 7. Nackenwirbel“. Dort könnte der Chiropraktor von sich aus etwas entdecken, dort könnte er womöglich sanft korrigieren.

Freizügig gibt der Körper Informationen preis

Die beiden Pupillen blicken geradeaus. Ihre Normalstellung. Aber so blicken sie nicht immer. Erinnern wir uns an eine Melodie, wandern die Augen unbewusst meist nach links außen. Überwältigt uns ein Gefühl, geht der Blick nach rechts unten. Bei einem Selbstgespräch schauen die Augen genau spiegelbildlich andersrum, nach links unten. Soll vor ihnen ein bestimmtes Bild wiederkehren, suchen sie es hoffnungsvoll links oben. Je nach Stimmung schauen wir lustig, traurig, frech, zynisch, müde, wach, streng, strafend, ermunternd, listig, prüfend, bedrohend, verachtend, gelangweilt, interessiert, verneinend, bejahend. Die nackte Wahrheit kennt eine einzige Richtung: präzise nach vorne.

Nicht nur unsere Blicke sprechen Bände. Freizügig gibt der Körper Informationen preis. Ein fruchtbares Betätigungsfeld für Chiropractoren! Beginnen wir mit der Stimme: Gute Lügner sind selten. Acht von zehn Menschen sprechen lauter oder leiser, schneller oder langsamer, höher oder tiefer, wenn sie die Unwahrheit sagen.

Die Sängerin Elisabeth Schwarzkopf konnte bei jungen Kolleginnen hören, ob sie in ihrer Kindheit Zahnspangen getragen haben: Ein Vorschieben des Unterkiefers führt automatisch zu einer Versteifung der Töne. Andere Sprachspezialisten entschlüsseln bei Telefonaten exakt die Körperhaltung ihrer Gesprächspartner („Sie sitzen schon wieder so gekrümmt“). Unsere Stimme transportiert emotionale und kognitive Daten.

Die Computer-Software TrusterPro errechnet daraus mittels Stimmanalyse Lügen mit einer Trefferquote von 95 Prozent. In einem nächsten Qualitätssprung wird man mit dieser Methode Krankheiten entdecken können.

Von der Stirn bis zu den Zehen – alles spricht! In unseren beiden Füßen enden neben einer Hand voll Muskeln mehr als 70 000 Nervenleitungen. Sie verbinden die Fußsohlen umfassend mit dem System aller Organe. Datenträger sind das Gehirn und seine Erweiterung, das Rückenmark. Ebenso vernetzt ist jeder andere Körperteil.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, welche Steuerzentrale unsere fünf Millionen Körperhaare nach exaktem Strickmuster entstehen und vergehen lässt? Nennen wir sie getrost die Intelligenz unseres Körpers. Der Pianist Keith Jarrett ist überzeugt, dass Hände beim Klavierspielen ein eigenes Gedächtnis entwickeln.