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Ein Buch aus längst vergangener Zeit– zum Vorlesen, Selberlesen oder Zuhören
Oliver verbringt die Sommerferien mit seiner Familie im Montafon, doch statt Wandern interessiert ihn viel mehr seine neue tierische Freundin: die kluge Retriever-Hündin Anka. Die beiden werden unzertrennlich – bis ein unerwartetes Ereignis alles verändert. Doch das Schicksal hält noch eine Überraschung für ihn bereit. Ein warmherziger Roman über Kindheitserinnerungen, Sehnsüchte und den Mut, für seine Träume zu kämpfen, ein Buch, das Leser jeden Alters zum Schmunzeln bringt und an die Magie der eigenen Kindheit erinnert.
Dr. Oliver Herrmann, geboren 1965 in Schwenningen am Neckar, ist Internist mit Schwerpunkt Onkologie, Palliativmedizin und langjähriger Hausarzt. Nach Stationen in Klinik und eigener Praxis widmet er sich ab 2025 einer neuen Hausarztpraxis in Offenburg und der ayurvedischen Medizin. Neben der Medizin gilt seine Leidenschaft dem Schreiben. 2022 erschien sein Buch Die Dohle Oskar, inspiriert von Erlebnissen und Begegnungen, die ihn als Vater, Ehemann und Mensch geprägt haben. In seinen Geschichten verbindet er Lebenserfahrung und Einfühlungsvermögen mit einem besonderen Blick für die kleinen, bedeutungsvollen Momente des Alltags.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2025
Oliver Herrmann
Die Dohle Oskar
© 2025 Europa Verlagsgruppe | Berlin
www.europabuch.com – [email protected]
ISBN 9791257030490
Erstausgabe: Mai 2025
Vertrieb für Deutschland: Libri GmbH
Gedruckt für Italien von Rotomail Italia
Finito di stampare nel mese di maggio 2025
presso Rotomail Italia S.p.A. - Vignate (MI)
Die Dohle Oskar
Und ein herzliches Dankeschön auch an Frau Haupt-Kerkovius, ohne die ich den Mut verloren hätte, dass die-ses Büchlein doch noch den Weg hinaus in die Welt fin-det.
Posthum geht mein Dank an Hans G. Bentz, einen wundervollen Buchautor, der 1902 geboren wurde und 1968 verstarb. Ohne ihn hätte ich die Welt der Literatur nicht so entdeckt. Er hat mich zu diesem Erstlingswerk inspiriert, und ich wünsche ihm, dass noch viele Men-schen durch seine Bücher die Liebe zum Lesen entdecken mögen.
Nicht zuletzt danke ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, dass Sie sich die Zeit nehmen, diese Geschichte zu entdecken.
Dieses Buch ist für Sie.
Und ein herzliches Dankeschön auch an Frau Haupt-Kerkovius, ohne die ich den Mut verloren hätte, dass die-ses Büchlein doch noch den Weg hinaus in die Welt fin-det.
Posthum geht mein Dank an Hans G. Bentz, einen wundervollen Buchautor, der 1902 geboren wurde und 1968 verstarb. Ohne ihn hätte ich die Welt der Literatur nicht so entdeckt. Er hat mich zu diesem Erstlingswerk inspiriert, und ich wünsche ihm, dass noch viele Men-schen durch seine Bücher die Liebe zum Lesen entdecken mögen.
Nicht zuletzt danke ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, dass Sie sich die Zeit nehmen, diese Geschichte zu entdecken.
Dieses Buch ist für Sie.
Dieses Buch ist an all jenen gewidmet, die auf der Suche nach ihrem inneren Kind neue Wege beschreiten wollen.
Lasst die Liebe euren Leitstern sein.
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Rainer Maria Rilke
VORWORT
Dieses Büchlein ist eine Reminiszenz an den Schriftsteller Hans G. Bentz, der 1902 geboren wurde und viel zu früh,1968, starb. Sein Buch „Gute Nacht Jakob“ war das Vorbild für dieses Werk, das ganz spontan in einer sehr bewegten Zeit der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges im Jahr 2022 entstanden ist.
Sein Buch über die Dohle Jakob hat meine Kindheit ganz entscheidend geprägt und mir schon als kleinem Jungen die Liebe zum Lesen geschenkt. Manche Textpassagen sind recht eng an das Werk von Hans G. Bentz angelehnt, auch um es vor dem Vergessen zu bewahren. Viele Passagen geben aber tatsächlich auch einen Teil meiner Kindheit wieder (allerdings sehr geschönt) und sind somit im weitesten Sinne des Wortes autobiografisch.
Die Dohle Oskar hat nicht wirklich gelebt, mit einem wilden Tier sollte man so auch tatsächlich keinesfalls umgehen. In meiner Kindheit gab es allerdings einen zahmen Spatz namens Anton, der von meiner Grundschullehrerin damals liebevoll großgezogen wurde und dessen Leben mir hier zum Teil als Vorbild diente. Die Geschichte, wie Oskar das Badezimmer verwüstet, hat sich im Sommerurlaub meiner Lehrerin genauso abgespielt. Anton war damals über ein gekipptes Fenster in die Wohnung seiner Zieheltern eingedrungen und hatte ein nahezu unbeschreibliches Chaos im Badezimmer hinterlassen. Die Badezimmertür war glücklicherweise verschlossen, so dass der Rest der Wohnung verschont blieb.
Nun bleibt mir nur noch der Wunsch, auch in Ihnen viele Erinnerungen an Ihre Kindheit zu wecken oder ein Schmunzeln in Ihr Gesicht zu zaubern.
KAPITEL 1 Urlaub in Montafon
Wir machten, wie jedes Jahr, wieder einmal Urlaub in Österreich. Genauer gesagt im Montafon, einem wunderschönen Tal im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Dort wohnten wir in einer traumhaften Ferienwohnung unter dem Dach. In dieser Wohnung war alles, sogar der Fußboden und die Wände, aus sogenanntem Zirbenholz gezimmert und es roch himmlisch, nach Wald, Natur und Freiheit. Die Ferienwohnung gehörte zu einem Bauernhof im kleinen Örtchen Tschagguns, und der Bauernhof wiederum gehörte unserer Vermieterin Frau Tschorner. Urlaub im Montafon bedeutete für mich allerdings meist nichts Gutes, wandern, manchmal, wenn es besonders steil war, auch auf allen Vieren, und wie immer, Ärger zwischen meinen Eltern. Mein Vater war ein fröhlicher Wandersmann, meine Mutter eher so etwas, was man ein Hausmütterchen nannte. Sie liebte weder die Natur noch das Wandern, war furchtbar kurzsichtig und ächzte jedes Mal fürchterlich, wenn es bergauf ging. Dazu kam meine große und damals noch ein wenig pummelige Schwester, die fröhlich pfeifend neben meinem Vater herlief und sich vor allem auf das Vesper freute. Mein erster Satz, nachdem wir den Parkplatz in Richtung Gipfel verlassen hatten, war jedes Mal: „Und wo ist das Auto?“ Ich tat nämlich nichts lieber, als meinem Vater beim Autofahren zuzuschauen und träumte davon, es bald selbst zu können. Sechs Jahre später war es dann soweit, ich war vierzehn und fuhr das erste Mal alleine Auto, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Wenn ich so gar keine Lust hatte, wandern zu gehen, täuschte ich schlimmste Bauchschmerzen vor und durfte dann bei Frau Tschorner bleiben. Bei ihr unten in der Küche roch es immer herrlich nach leicht angebrannter Milch. Es gab den besten Kakao auf der ganzen Welt und ihr Sohn Michael war der lustigste Mensch, den ich damals kannte. Ich fragte ihn einmal, warum er eigentlich immer zu Hause ist, wo doch alle anderen arbeiten mussten und er sagte lachend: „Ich bin von Beruf Zitronen-Schüttler und warte das ganze Jahr darauf, dass die Zitronen reif werden, um sie dann zu ernten.“
Damals war ich tief beeindruckt und glaubte ihm jedes Wort.
Michael hatte außerdem einen wundervollen Hund, einen Golden Retriever, der mein Herz im Sturm eroberte indem er mir genüsslich das Gesicht abschleckte als ich schläfrig im Gras lag und Schmetterlinge beobachtete, die umeinander herumtanzten. Einen Hund hatte ich mir schon immer gewünscht, so lange ich denken konnte. Einen Freund für immer, der mir auf Schritt und Tritt folgte und mich vor bösen Mitschülern und eingebildeten Räubern und Riesen beschützte. Da war sie plötzlich, Anka hieß sie, es war eine aufgeweckte, noch junge Hündin, die am liebsten den ganzen Tag mit mir herumtobte und für kleine Leckerlies die tollsten Kunststücke aufführte. Sitz und Platz waren die einfachsten Übungen, schwieriger war schon Peng - ich richtete eine imaginäre Pistole oder ein Gewehr auf sie und rief laut „Peng“, woraufhin sich Anka, wo immer sie gerade lief oder stand, auf die Seite fallen ließ und toten Hund spielte. So konnte ich wunderbar mit ihr Räuber und Gendarm spielen, sie war eine wilde Räubertochter und ich ein mutiger Polizist, der sie allerdings für den bösartigen Chef der gefürchteten Friedhofsräuberbande hielt und aus einem gut gewählten Hinterhalt auf sie schoss und dabei schwer verletzte - Peng - rief ich und Anka ließ sich prompt ins Gras plumpsen und stellte sich tot wie immer. Ich posierte mit meinem Gewehr triumphierend neben ihr und stellte dann entsetzt fest, dass es gar nicht der böse Räuberhauptmann sondern dessen wunderschöne Räubertochter war. Natürlich verliebte ich mich sofort in diese hübsche junge Frau und trug sie auf meinen Schultern in unser gut verstecktes Polizeirevier am Rande des Waldes. Anka ließ sich tatsächlich auf meine Schultern heben und von mir tragen, sie war furchtbar schwer, aber schwitzend und mit hochrotem Kopf schaffte ich es letztendlich und trug sie ein gutes Stück in Richtung meines Reviers, das ich aus alten Baumstämmen mit Michaels Hilfe zusammengezimmert hatte. Dort legte ich sie ab und pflegte hingebungsvoll ihre große Wunde an der Schulter, wusch sie mit Wasser aus und legte allerlei Kräuter hinein. Anka wurde langsam unruhig und wollte Leckerlies als Belohnung dafür, dass sie solange still gehalten hatte.
So setzte ich mich neben sie und wir aßen gemeinsam zu Abend an meinem eingebildeten Lagerfeuer. Ein echtes Feuer durfte ich noch nicht machen, zu Hause hatte ich nämlich versehentlich einmal eine halbe Wiese hinter unserer Garage abgefackelt und seitdem durfte ich weder Feuerzeug noch Streichhölzer in meinen Taschen haben, was Mutti beinahe täglich kontrollierte. Aber auch das ist eine ganz andere Geschichte.
Anka war einfach wundervoll und so wuchs in mir der Wunsch nach einem eigenen Hund bald ins Unermessliche. Hinzu kam, dass Michael mich eines Tages fragte, ob ich Anka nach unserem Urlaub nicht mit nach Hause nehmen wollte. Er sei frisch verliebt und habe vor, im Herbst zu seiner Freundin ins ferne Salzburg zu ziehen und seine Mutter möge sowieso lieber Katzen und keine Hunde und er wisse auch gar nicht wohin mit ihr.
