Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Seit dem Tod des Königs zerfällt das Reich Haran in kleine Stadtstaaten und Grafschaften, welche in erster Linie damit beschäftigt sind, sich miteinander und gegeneinander zu verbünden. Die einzige überregionale Autorität sind die Templer aus Galen´s Haus, deren drittes Haus in Darrelbrück steht. Im Gegensatz zum Rest des Reiches ist Darrelbrück seit dem Tod des Königs an Bedeutung und Reichtum gewachsen. Nach den Geschehnissen rund um das Königsgrab begeben sich Narael, Ardun und ihre Freunde auf eine abenteuerliche Reise . . .
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 125
Veröffentlichungsjahr: 2016
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Wolfgang Seibert
Die Earanna Chroniken
Band4: Wie Ora nach Norden reiste
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Kapitel1: Von Ardun
Kapitel2: Von Narael
Kapitel3: Nach Norden
Kapitel4: Zum Erzgräber-Pass
Kapitel5: In Isendelv
Impressum neobooks
„Targon!“
Von weitem klang sein Name.
Er schaute auf, sah aber Niemanden. Um ihn herum war ein gelbliches, weiches Licht, wie von vielen Kerzen. Auf einem riesigen Tisch vor ihm lagen Schriftrollen und Bücher und einige von ihnen waren sogar auf echtem Papier geschrieben. Auf der anderen Seite des Tisches konnte er Regale erkennen und auf ihnen türmten sich noch mehr Bücher und noch mehr Schriftrollen.
Plötzlich erbebten die Regale und der Tisch und all die Bücher - und sein Name erscholl noch einmal, aus nächster Nähe:
„TARGON!“
Erschreckt fuhr er hoch und riss die Augen auf - und fand Kraans Gesicht nur etwa einen Fuß von seinem entfernt.
„Nun wach schon endlich auf!“ brummte dieser, während er noch einmal an seiner Schulter rüttelte.
„Schon gut, schon gut, ich bin ja schon wach!“ antwortete Targon etwas unwirsch und rieb sich mit den Händen durch das Gesicht. „Musst du mich eigentlich immer so erschrecken?“
Kraan war einen Schritt zurückgetreten und schaute nun grinsend auf ihn herab:
„Du bist hier unten eingeschlafen, nicht wahr?“
„Und was gibt es da zu grinsen? So was passiert schon mal wenn man die ganze Nacht nicht geschlafen hat!“ Er hatte sich wirklich festgelesen und gar nicht bemerkt wie die Zeit verging.
Irgendwann war eine Schwester gekommen und hatte etwas zu Essen auf den kleinen Tisch neben dem Sessel gestellt. Bis dahin hatte er meist an den Lesepulten stehend oder über den großen Tisch gebeugt gelesen, dann aber hatte er sich für die Bequemlichkeit des Sessels entschieden. Kurz nach der Mahlzeit musste er eingenickt sein.
Kraans Grinsen war nur noch breiter geworden: „Aber du hast die ganze Nacht geschlafen! Die Morgendämmerung ist mittlerweile schon vorbei!“
Einen Moment lang machte Targon ein ungläubiges Gesicht, dann stemmte er sich mühsam aus dem Sessel und fragte: „Warum hat mich denn Niemand geweckt?“
„Offenbar hat man dich einfach vergessen!“ antwortete Kraan. „Aber tröste dich, mich hat auch keiner geweckt!“
„Ach! Was ist denn passiert?“
„Erinnerst du dich an den Söldner in Sarils Haus? Er war wohl doch nicht so tot wie wir dachten!“ Kraan sprach zwar gleichmütig, doch Targon kannte Kraan lange genug um zu wissen, das er doppelt verärgert war. Einmal, weil er feindliche Handlungen gegen sein Darrelbrück sehr persönlich nahm und zweimal weil sie ihn hatten schlafen lassen, während es für seine Männer gefährlich zuging.
„Nun mach es nicht so spannend und erzähl schon!“ forderte erund sammelte einige der Schriftstücke ein.
„Nun, gestern Abend schickteGarald ein paar Männer in Sarils geheimen Keller. Dort sollten sie, am Besten ohne Aufsehen zu erregen, den toten Söldner abholen und ihn zu den Totengräbern bringen. Sie wollten gerade mit ihm zur Haustür hinaus, da durchfährt es den Toten, als hätte ein Blitz ihn getroffen und es reißt den Männern die Bahre aus den Händen. Bevor sie wussten wie ihnen geschah, springt der Tote auf, reißt die Decke fort, mit der sie ihn bedeckt hatten und greift sie an!“
Kraan hielt inne, schüttelte den Kopf als könne er selbst nicht glauben was er da erzählte und fuhr fort: „Machte Hände wie Krallen und ist auf sie losgegangen, berichteteKal und es ist gut das er dabei war! Der „Tote“ wütete nämlich wie ein Berserker unter ihnen und wäre ihnen beinahe entwischt! Er hat sie wirklich übel zugerichtet – Bren wäre beinahe auf der Schwelle zu Sarils Haus verblutet!“
„Das ist wirklich seltsam! “ warf Targon ein. „Deine Männer sollten mit einem Untoten jederzeit fertig werden! Außer es wäre ein mächtiger . . .– aber nein, das wäre undenkbar! - Kraan, lebt er noch – oder – äh – ist er noch aktiv?“ fragte er plötzlich und sah Kraan mit weit aufgerissenen Augen an.
„Nein, Kal hat ihn zu Fall gebracht.“ Beruhigte Kraan den Zauberer. „Erinnerst du dich noch anRane aus Faran? Kal war damals dabei als sie ihn ins Haus der Heiler brachten. Ihm fiel auf, dass irgendetwas hinter den Ohren des rasenden Leichnams hektisch zuckte. Der Gedanke an die schwarzen Kreaturen hinter Ranes Ohren und ein neues Ziel für seine Schläge waren eins für ihn – glücklicherweise. Denn bisher hatte kein Schlag den sie anbrachten den „Toten“ auch nur verlangsamt. Sie hatten ihm mit ihren Schlägen mittlerweile beide Unterarme und sicherlich auch einige Rippen gebrochen, doch er schlug unvermindert auf sie ein.
Kals neu gezielte Schläge hingegen zeigten überraschend schnell Wirkung! – Zwei gut platzierte Schläge hinter die Ohren und der Tote benahm sich wieder so, wie es sich für Seinesgleichen gehört!“
„Da haben sie wirklich Glück gehabt!“ sagte Targon und wirkte sehr erleichtert. „Obwohl das Alles entsetzlich und rätselhaft genug ist!“
„Du hast geglaubt es wäre etwas Anderes, habe ich recht?“
„Hm – ja!“ gab Targon nach einigem Zögern zu.
„Ja dann raus damit“ drängte Kraan.
„Die Beschreibung die du gabst würde zu einem Widergänger passen. Der Zauberer der sie animiert, muss sehr stark und mächtig sein um sie unter Kontrolle zu halten, denn ein grausamer und unbezähmbarer Wille treibt sie an. Sie sind stark und schnell und bevor nicht nur ein Häuflein Asche von ihnen übrig ist, kehren sie immer wieder!“
„Und so etwas bringen mir die Serekan in die Stadt?“
„Glücklicherweise nicht!“ widersprachTargon.
„Aber ähnlich genug!“
Targon gähnte herzhaft und sah sich suchend um.
„Wir sollten die Matriarchin nicht so lange warten lassen!“ sprach Kraan und während er so sprach, nahm er Targon beim Ellbogen und drängte ihn sanft in Richtung Tür.
„Wasser!“ forderte Targon, scheinbar ohne Zusammenhang und ließ sich nicht bewegen. „Bevor wir irgendetwas anderes tun brauche ich unbedingt eine Schüssel kaltes Wasser. - Und erzähle mir nicht dass ich ein seltsamer Kauz bin!“
Kraan grinste, völlig unbeeindruckt und wies mit dem Finger auf die Tür: „Dort entlang zum Wasser!“
Targon hatte zwar gesehen wohin Kraan zeigte, aber dann eigentlich nur durch ihn hindurch gesehen. „Hilf mir tragen, ja?“ sagte er plötzlich und hielt zwei Bücher hoch. „Gehen die auch noch?“ fragte er, nachdem Kraan die Bücher in Empfang genommen hatte und hielt zwei Schriftrollen hoch.
„Und was trägst du?“
„Die hier!“ bekam er zur Antwort undTargon hielt vier Behälter hoch, die Kraan im ersten Moment für Pfeil-Köcher hielt.
„Na dann können wir ja!“ brummte Kraan, klemmte die Schriftrollen unter den Arm und öffnete die Tür.
Targon folgte ihm schweigsam, erst zum Wasser und danach über Gänge und Treppen, bis sie wieder bei der Hecke des inneren Gartens waren. Sie fanden die Matriarchin auf der Veranda des grünen Hauses sitzend und ebenso wie gestern bat Irune sie mit dem rituellen Gruß des grünen Hauses herein.
„Wie ich sehe seid ihr fündig geworden!“ sagte sie und deutete auf die Bücher und Schriftrollen, die die beiden Männer trugen.
„Oh ja, einiges davon ist sicherlich ganz aufschlussreich, aber das kann warten!“ antwortete der Zauberer und ordnete mitschnellen Bewegungen die Manuskripte neben seinem Sitzplatz. „Was ist mit Ardun und Narael?“ fragte er ohne Umschweife. „Werden sie auch noch kommen?“
„Ich denke schon, aber erst etwas später.“
„Schade! Andererseits haben wir Zeit für ein paar meiner Fragen, nicht wahr?“
„Wirst du den niemals müde deine Fragen zu stellen?“ grummelte Kraan.
„Ich denke, ich war lange Zeit sehr zurückhaltend, was die beiden jungen Leute angeht!“ entgegnete Targon. „Aber nach gestern . . .“
„Ich ahne schon wonach ihr fragen wollt!“ unterbrach ihnIrune, während Kraan nur schnaubte.
„Dann sorgt euch nicht, Ehrwürdige, es ist nicht leichtfertige Neugier die mich fragen lässt!“ antwortete Targon. „Seit neun Jahren kennen wir uns nun schon und längst ist mir klar, dass es ein Geheimnis sowohl um Ardun als auch um Narael gibt.
Wie ihr wisst, habe ich dies immer respektiert und keinerlei Nachforschungen angestellt oder auch nur irgendeiner Person neugierige Fragen gestellt. – Obwohl das gerade nach den Erlebnissen im großen Wald nicht leicht war!
Und nun diese neue Geschichte:
Auch diesmal zeigt Ardun seltsame Verhaltensweisen und überraschende Fähigkeiten, von Narael ganz zu schweigen! Was ist also los mit den Beiden?“ der Zauberer hielt inne und starrte ins Leere. „Manchmal kamen sie mir wie Reisende aus einem fernen Land vor, die noch nicht all unsere Gebräuche kennen, wisst ihr?“ er schüttelte den Kopf und grinste.
„Zuerst habe ich noch ein romantisches Geheimnis hinter dem Ränkespiel vermutet, was ja zu Arduns angeblicher Herkunft aus Markesklipp gepasst hätte. Aber nun ist es anders - etwas Unheilvolles braut sich zusammen und die Beiden werden in die Geschehnisse regelrecht hinein gesogen! Ja, wir wüssten nicht einmal davon, wenn dem nicht so wäre.
Ein merkwürdiger Zufall, wenn es denn einer ist!
Zudem habe ich ein ungutes Gefühl, wenn ich daran denke, welches Wissen unsere Feinde uns schon voraus haben. In so einer Situation ist es gefährlich, wenn wir Geheimnisse voreinander haben!“
„Lieber Freund, ihr braucht mich gar nicht zu überzeugen! Ihr habt ja Recht, und natürlich habt ihr euch längst schon als vertrauenswürdig erwiesen! Deshalb bitte ich euch mir zu glauben, wenn ich sage, es war ausschließlich die Sorge um die Beiden die mir den Mund verschloss.
Die wahre Geschichte ihrer Herkunft ist niemals außerhalb der Klostermauern erwähnt worden und nur die Beiden, Kraan, eine Heilerin und ich selbst haben sie je gehört. In elf Jahren seid ihr der erste, der sie zu hören bekommt“
„Ehrwürdige“, sprach der Zauberer und verbeugte sich. „Ihr werdet euer Vertrauen in mich nicht bereuen!“
„So will ich mit Arduns Geschichte beginnen:
Elf Jahre ist es her, da stand Kraan in der Abenddämmerung auf der Wehrmauer und sah am Rande seines Gesichtsfeldes einen kleinen Zug bunt bemalter Planwagen, die in wilder Fahrt auf der Oststraße herangerast kamen. Einige der Wagen brannten und das Licht der untergehenden Sonne und der Widerschein der lodernden Flammen gleißten auf den Waffen der Verfolger.
Unverzüglich rannte er zu den Ställen beim Ostentor und sammelte in aller Eile ein Dutzend Männer um sich; denn der Tempelfrieden lag schon damals nicht nur über Darrelbrück, sondern auch über den Höfen, den Wiesen und Feldern, von Durner- bis Raunerland, von den langen Hügeln bis an den Rand der Berge.
Trotz seiner Hast kam Kraan zu spät; nur ein Junge von vielleicht fünfzehn Jahren lebte noch.
Aus einer Wunde am Kopf blutend stand dieser auf einem der Wagen und verteidigte sich mit den Keulen eines Jongleurs und dem Mut der Verzweiflung. Dennoch traf ein Pfeil und der Junge fiel, gerade als Kraans kleiner Trupp die Angreifer auseinander sprengte.
Diese aber flohen unter Gelächter und Triumphgeschrei, denn sie glaubten den Jungen tot. Dieser Junge war Ardun und wie ihr wisst, überlebte er, obwohl wir rechte Mühe hatten ihn zu heilen.“
„Und weshalb nennt erKraan dann Onkel?“ wollte Targon wissen.
„Na ja.“ lächelte Irune, „Nachdem wir seine Geschichte gehört hatten verbreiteten wir, dass der Junge von den Wagen im Hause der Heiler gestorben sei. Dann, einige Monate später, reiste Kraan nach Markesklipp und als er zurückkehrte, brachte er Ardun mit und offenbarte ihn als den Bastard von Markesklipp, welcher bisher unerkannt bei seiner Mutter lebte, welche eine entfernte Verwandte von ihm war. “
„Sehr geschickt! Das ist einige Tagereisen von hier und dazu weit weg von den Hauptstraßen! “ warf Targon ein.
„UndMarkesklipp wurde kurz vorher bei einem der hässlichen kleinen Kriege die unsere Adeligen seit dem Ableben des Königs zu führen belieben, niedergebrannt! Darum stellten wir ihn als letzten überlebenden und rechtmäßigen Erben unter unseren Schutz und erklärten ihn zu unserem Mündel.“
„Jaa, ich erinnere mich, wenn auch aus anderer Perspektive.“ erklärte Targon. „Einige Fürsten und Markgrafen wollten damals einen Pakt gegen das grüne Haus bilden, weil es sich in die Angelegenheiten des Adels einmischen würde. Sie zerstritten sich aber bevor etwas daraus wurde.“
„Mit Markesklipps Erben unter Galens Schutz fanden sie ihre Pläne wohl doch nicht mehr so klug.“ meinte Irune mit einem Lächeln. „Aber wie dem auch sei: über all dem poltischen Ränkespiel um die Rechtmäßigkeit der Ansprüche des Bastards von Markesklipp, geriet der Junge von den Zirkuswagen vollständig in Vergessenheit. Wie ihr hören werdet, waren derlei Täuschungsmanöver aber auch vonnöten!
Als nun der junge Ardun noch im Hause der Heiler weilte, fragten wir ihn auch, ob er etwas über die Verfolger wüsste, denn wie ihr ja selbst wisst, meiden Wegelagerer unsere Gegend seit Jahrzehnten. Sie mussten also von weit her sein. Es schien uns darum umso seltsamer, dass eine Bande von Wegelagerern und Plünderern einen Wagenzug überfallen und dann ihre Beute kampflos aufgeben sollte.
Darauf wusste er keine Antwort, doch als wir ihn nach seiner Familie und seiner Herkunft fragten, erzählte er uns eine wundersame, ganz und gar unglaubliche Geschichte.
Seine Familie war eine berühmte Truppe von Schaustellern und Akrobaten deren Heimat das Shandar-Archipel war. Dort fuhren sie von Insel zu Insel und zeigten ihre Darbietungen auf den Marktplätzen der Hafenstädte ebenso wie in den Häusern der Reichen und Mächtigen. So sehr wuchs ihr Ruhm, das der König von Samkor, dem großen Land im Westen, sie einlud bei der Vermählung seiner Tochter die Gäste zu unterhalten.“
Targon war weit gereist, doch waren ihm diese Namen noch nirgendwo begegnet. Nur mit Mühe unterdrückte er die Aufregung die in ihm aufstieg und hörte der Matriarchin weiter zu, wohl ahnend wohin diese Geschichte führen würde.
„Auf ihrer Reise gen Westen“, fuhrIrune fort, „überholte sie eines Nachts ein Sturm, der sie von ihrem Kurs abtrieb und in einen schier endlosen, dichten Nebel hinein blies. Auf den Sturm folgte eine Flaute und für mehrere Tage waren sie im Nebel gefangen. Als sie endlich wieder die Sonne sahen, war sie gelb statt rot.
Da wussten sie, dass sie in den magischen Nebel eines Weltentors geraten waren und es durchfahren hatten.
„Ha!“ unterbrach Targon sie. „Ich wusste, es ist kein Zufall!“ hastig wühlte er in den Papieren die er neben sich gelegt hatte.
„Ihr sagtet gestern, der letzte Ranna-Priester starb, kurz nachdem Galens Haus in Darrelbrück errichtet wurde. Ich fragte Olea wer zu jener Zeit Matriarchin war und ob diese Matriarchin vielleicht Aufzeichnungen hinterlassen hat!“ Triumphierend hielt er ein paar Blätter hoch, die mit einer feinen Handschrift eng beschrieben waren: „Und sie hat tatsächlich! Viel wichtiger noch: Sie kannte den Ranna-Priester und hat mit ihm auch über Rannas Herz gesprochen! Seht selbst!“ mit diesen Worten legte er eines der Blätter auf den Stein und wies mit dem Finger auf die entsprechenden Zeilen:
Heute befragte ich Oltek noch einmal über Ranna, welche er `die schlafende Herrin meines Hauses´ nannte. So tief sei ihr Schlaf, erklärte er mir, das Rannas Herz in hundert Jahren nur einmal schlage.
„Wird sie je erwachen?“ fragte ich ihn. “Und was wird dann geschehen?“
Er gab mir eine sehr merkwürdige Antwort: „Sie wird den giftigen Stachel aus ihrer Seite ziehen! Aber leider wird dies so schnell nicht geschehen, denn kein Kind Rannas kann sie wecken.“
„So wird sie also ewig schlafen!“ antwortete ich ihm.
Doch Oltek lächelte nur und meinte: „Nicht nur Ranna ist mit Kindern reich gesegnet und es bedarf ihrer nur drei!“
„Die großen Mütter leben weit entfernt voneinander, wie sollen die Schwesterkinder den Weg zu
