Die Fremde - Volker Wachenfeld - E-Book

Die Fremde E-Book

Volker Wachenfeld

3,8

Beschreibung

Das Ende der Neunzigerjahre zwischen Berlin und New York, Kokspartys und Spiritualität, Glamour und Gewalt: Unfähig, ihre Gefühle überhaupt noch zu spüren lebt eine 31-jährige Anwaltsgattin ihr oberflächliches, schillerndes Leben im Yuppie-Milieu und zwischen zwei Männern. Sie kann die Rolle der berechnenden Lolita, die sie seit ihrer Kindheit erfolgreich spielt, nicht mehr ablegen. Auf der Flucht vor Gleichgültigkeit und Leere landet sie in den Fängen einer ebenso korrupten wie verführerischen New-Age-Sekte. Was macht Geld aus uns Menschen? Und was sagt Gott dazu? Als in einem Ashram in den Catskill Mountains ein Mord geschieht, in den ihr Geliebter verwickelt ist, werden die großen Fragen des Lebens auf unerwartete Weise beantwortet ... Ein atemberaubender Liebes-Thriller, der seine Leser in existenzielle Abgründe blicken lässt: Albert Camus trifft Bret Easton Ellis.

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Seitenzahl: 270

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Volker Wachenfeld

Die Fremde

 

Roman

 

 

 

 

 

 

ars vivendi

 

Vollständige E-Book-Ausgabe der im ars vivendi verlag erschienenen Originalausgabe (1. Auflage September 2013)

© 2013 by ars vivendi verlag

GmbH & Co. KG, Cadolzburg

Alle Rechte vorbehalten

www.arsvivendi.com

 

Lektorat: Dr. Felicitas Igel

Korrektorat: Eva Elisabeth Wagner, Margit Schwab

Umschlaggestaltung: Philipp Starke, Hamburg

unter Verwendung eines Fotos von plainpicture/Anja Lubitz

Datenkonvertierung eBook: ars vivendi verlag

 

eISBN 978-3-86913-296-9

1. Berlin, Ende der Neunziger; Verfolgung; Bleibtreustraße; das metaphysische Pferd

Es ist nicht einfach, eine Vespa im Gleichgewicht zu halten, wenn man mitten auf dem Kurfürstendamm eine Vollbremsung hinlegen muss. Ich stemme mich gegen den Lenker, um nicht kopfüber von der Maschine zu fliegen, schleife mit dem linken Fuß über den Asphalt, während ich mit dem rechten die Bremse trete, halte mit dem Oberkörper den Roller im Gleichgewicht, der sich auf die linke Seite legen will, und komme vor der ockergelben Wand des Busses zum Stehen. Nr. 119.

Der Fahrer schaut mit seiner Froschaugensonnenbrille durchs Seitenfenster und dankt mir, indem er drei Finger in die Höhe hebt. Ich bin versucht, ihm nur einen zu zeigen. Aber der ganze Damm steckt heute wieder voller Bullen. Und eine Auseinandersetzung, die meine Anwesenheit hier bezeugt, kann ich nicht gebrauchen. Ich lasse den Bus von der Haltestelle ablegen. Kurfürstendamm Ecke Leibnizstraße.

Ich drücke mir den Helm auf den Kopf, den ich wie eine Baseballcap getragen hatte, sodass ich unter dem Kinnschutz hindurchsehen konnte, und schließe das Visier.

Vollgas.

Die Geräusche der Stadt jetzt gedämpft. Die röhrenden Motoren der Elfer, die Diesel der Lieferwagen, das Meckern der Mopeds. Ich atme in den Kinnschutz, in dem sich der Sommergeruch Berlins festgesetzt hat. Lindenblüten, Abgase und eine undeutliche Spur Gucci Rush No. 1, durchsetzt von meinem Schweiß.

Ich wechsle erneut auf die Busspur, biege bei Gelb rechts ab, dann links, Lietzenburger Straße, Bleibtreustraße, Pariser Straße. Jeden Tag ändere ich meine Fluchtroute, fahre Umwege, nehme Abkürzungen, unberechenbar für meinen Verfolger.

In der Pariser Straße fahre ich im Zickzack um die Wagen in zweiter Spur, wedele noch immer im Slalom, als die Fahrbahn schon längst wieder frei ist. Ein schwarzer Audi taucht im Rückspiegel auf. Die gleiche tief gezogene Autoschnauze, die mich aus unserer Garage angrinst. Ein Mann mit Sonnenbrille am Steuer. Auf den ersten Blick nicht als Victor auszumachen, auf den zweiten nicht auszuschließen, dass er es ist. Victor ist der Mann für den zweiten Blick. Das sagt jede Frau, die ihn kennt. Durch das Stottern des Zweitakters vibriert der Rückspiegel so stark, dass ich das Nummernschild nicht eindeutig entziffern kann. Auf jeden Fall eine Berliner Zulassung. Ich gebe Gas, lege mich in die Kurve, dass der Asphalt auf mich zuzukippen scheint, überfahre ein Stoppschild und biege in die Uhlandstraße ein.

Zwei Wagenlängen liegen zwischen mir und meinem Verfolger. Die Lücke wird jetzt von einem roten Honda geschlossen. Zwei Studenten hinter der Windschutzscheibe diskutieren und wedeln hektisch mit Zigarettenpapier. TU-Junkies. Ich verringere mein Tempo, lasse mich rechts von dem Honda überholen und fahre jetzt auf der Markierung in der Straßenmitte. Gut sichtbar für jeden Jäger, den ich aber hier mit lässigen Schwüngen allemal abschütteln könnte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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