Die Halloween-Bande - Antje Sengebusch - E-Book

Die Halloween-Bande E-Book

Antje Sengebusch

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Beschreibung

Vier Freunde, ein verlassenes Haus und viele Geheimnisse … Es sollte eigentlich ein ganz normales Halloween werden. Tom und seine Freunde hatten sich vorgenommen, die alte Frau Krautwurm zu erschrecken – so wie es die Halloween-Bande immer tat. Jedes Jahr suchten sich die vier Freunde einen Nachbarn aus, dem sie an diesem besonderen Tag einen gehörigen Schrecken einjagten. Doch dann kam alles ganz anders und die Halloween-Bande musste mit Schrecken feststellen, dass Geister und Untote nicht nur in der Fantasie existieren. Ein lustiger Gruselspaß für die ganze Familie.

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EPUB
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Seitenzahl: 107

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Die Halloween-Bande

Antje Sengebusch

Deutsche Erstausgabe Oktober 2023

Copyright © Antje Sengebusch 2023

Der Inhalt des Buches ist urheberrechtlich geschützt. DieNutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung,Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung istuntersagt und kann strafrechtliche Sanktionen nach sichziehen. Ähnlichkeiten mit verstorbenen oder lebendenPersonen sind zufällig

Alle Rechte vorbehalten

Inhalt

Ein Umzug mit Folgen

Frau Krautwurm

Spuk im Geisterhaus

Der Geisterschnupfen

Ein Heilmittel für Mortimèr

Arabellas Tagebuch

Das Geheimnis der Familie Amberger

Ein seltsamer Wegweiser

Unerwarteter Besuch

Eine neue Mission für die Halloween-Bande

Kapitel 1

Ein Umzug mit Folgen

Was ein Mist, schoss es Tom durch den Kopf, als er die letzten Umzugskisten ins Haus trug. Die Pappe war vollkommen durchnässt vom Schauer, der noch vor wenigen Minuten über die Stadt zog. In der Luft lag der Geruch von feuchtem Laub, während die Sonne versuchte die graue, triste Wolkendecke zu durchbrechen. Es war ein typischer Herbsttag, der dem Jungen sprichwörtlich am Allerwertesten vorbeiging.

Tom war einfach genervt von allem. Er hatte keine Lust auf den Herbst. Und er hatte auch keine Lust darauf Umzugskisten zu schleppen oder auf Halloween, das vor der Tür stand. Allen voran hatte Tom keine Lust auf diesen Ort: Grünhausen. Was war das überhaupt für ein Name? Hier gab es nichts – außer Öde und Langeweile. Tom wollte und konnte sich einfach nicht an den Gedanken gewöhnen, hier leben zu müssen.

In der gesamten Straße waren die Häuser und Gärten bereits mit Kürbissen, Gespenstern und allerlei Gruselkram dekoriert. Früher liebte Tom Halloween und alles, was mit Geistern und Übernatürlichem zu tun hatte. Sein Vater, Ben, erzählte ihm manchmal so gruselige Geschichten, dass sich dem Jungen die Nackenhaare aufstellten und er am Abend Angst hatte, schlafen zu gehen, weil er befürchtete, unter seinem Bett könnte ein Monster lauern. Toms Vater erzählte ihm alles, was es über die Geisterwelt und deren Bewohner zu wissen gab. Und so glaubte er auch ganz fest an all diese Dinge. Er verbrachte viel Zeit mit seinem Vater, der sein Wissen nur allzu gerne mit seinem Sohn teilte. Dann jedoch änderte sich alles …

Es war eine seltsame und zugleich sehr stürmische Nacht, als Ben mit seinem Auto unterwegs war. An jenem Abend lag Tom in seinem Bett, als ihn unerwartet ein eigenartiges Gefühl überkam. Er fühlte es in jeder Zelle seines Körpers und sein Herz fing an, wie verrückt zu schlagen. Auf seiner Stirn bildeten sich Schweißperlen und Tom wusste genau, dass etwas Schreckliches passieren würde. Er wusste nicht, woher dieses Gefühl kam, noch was es in diesem Moment zu bedeuten hatte. Aber er spürte, dass es nichts Gutes war.

In dieser Nacht und genau zu der Zeit, als Tom von diesem eigenartigen und zugleich beängstigenden Gefühl gepackt wurde, verunglückte Ben und starb. Niemand konnte es erklären. Niemand konnte seine Fragen beantworten, weil keine Menschenseele die Antworten kannte. Nicht einmal seine Mutter, Sarah, konnte ihm genau erklären, wie es zu dem Unfall kam.

Für Tom brach eine Welt zusammen und seit jenem schicksalshaften Tag glaubte er auch nicht mehr an Geister oder Übernatürliches. Denn er war sich sicher, dass sein Vater aus der Geisterwelt mit ihm Kontakt aufgenommen hätte, wenn es diese besagte Welt geben würde. Aber es passierte nichts! Also beschloss Tom, dass es nichts dergleichen gab.

Der schreckliche Unfall seines Vaters war bereits zwei Jahre her, dennoch vermisste Tom ihn und verließ das Haus nie, ohne das Basecap, das Ben ständig trug. Mittlerweile sah es schon sehr ramponiert aus und hatte einige Löcher. Das störte ihn aber nicht weiter.

Tom zog sich immer mehr zurück und verbrachte die meiste Zeit nur noch in seinem Zimmer. Deshalb entschied seine Mutter, dass es Zeit für einen Tapetenwechsel sei. Also zogen sie nach Grünhausen. An diesem Ort sollte alles besser werden. Davon war Tom allerdings nicht überzeugt.

Er trug eine Umzugskiste in sein Zimmer, ließ sich auf sein Bett plumpsen und starrte auf die Kisten, die sich in seinem Zimmer stapelten. Tom schloss für einen Moment seine Augen und erinnerte sich an seinen Vater und wie sich die beiden immer gemeinsam auf Halloween vorbereiteten.

Schon Wochen oder manchmal sogar Monate vorher, machten sie sich Gedanken über ihre Kostüme, überlegten sich Streiche, mit denen sie die Nachbarn ärgern konnten und waren in heller Vorfreude auf diesen besonderen Tag. Bei diesen Gedanken legte sich ein Lächeln auf Toms Lippen. Dieses verschwand jedoch, als er die Augen wieder öffnete und sich in der Realität wiederfand.

Nur mit Mühe rappelte sich Tom auf und begann seine Kisten auszupacken. Er war gerade dabei all seine Comics und Bücher in das Regal zu räumen, da kam Sarah ins Zimmer.

»Na, wie läuft es?«

Tom gab ihr keine Antwort, sondern zuckte einfach nur mit den Achseln.

»Und du willst heute wirklich nicht auf Süßigkeiten-Tour gehen?«, hakte sie nach. »Das wäre eine gute Gelegenheit, um neue Freunde zu finden, bevor du am Montag in die neue Schule gehst.«

»Nein«, grummelte Tom und sah seine Mutter dabei nicht einmal an. Er schien mächtig beschäftigt mit dem zu sein, was er gerade tat.

»Na gut. Wie du meinst«, entgegnete Sarah ihm, drehte ihren Kopf schnippisch zur Seite, sodass ihr Pferdeschwanz hin- und herflog. Und so verließ sie das Zimmer, ohne die Tür wieder zu schließen. Tom hingegen konnte sich nur ein genervtes Augenrollen abgewinnen – ja, seine Mutter liebte dramatische Abgänge. Tom widmete sich wieder den blöden Umzugskisten und merkte dabei nicht einmal, wie die Stunden vergingen …

Langsam, aber sicher, verdunkelte sich der graue Himmel und es wurde Abend. Vor den Häusern wurden die Kürbisse mit Lichtern erhellt, während das Schreien und Lachen der Kinder die dunklen Straßen erfüllte. Eingekuschelt in einen seiner vielen Kapuzenpullover, die Tom so gerne trug, lag er mittlerweile auf seinem Bett und starrte Löcher in die Decke, während es erneut klopfte und die Zimmertür aufging.

»Die Süßigkeiten für die Kinder, die an Halloween um die Häuser ziehen, um Spaß zu haben, sind fast leer.« Und da war er wieder, dieser schnippische Unterton in Sarahs Stimme, der Tom manchmal zur Weißglut brachte, an den er sich mittlerweile aber gewöhnt hatte. Deshalb reagierte er auch nicht direkt, sondern wartete ab.

Seine Mutter besaß das fragwürdige Talent, manchmal ohne Punkt und Komma zu reden. Und in solch einem Fall war es besser, sie einfach zu lassen, als dazwischen zu plappern – das hatte Tom in den vergangenen Monaten gelernt.

»Ich werde noch einmal losgehen, um Nachschub zu holen. Kannst du in der Zwischenzeit bitte die Tür öffnen und die restlichen Süßigkeiten verteilen? Vielleicht mit einem freundlichen Gesicht?« Die Hände in die Hüften gestemmt stand Sarah vor Tom und sah ihn auffordernd an.

Lustlos erhob dieser sich von seinem Bett und setzte ein gekünsteltes Lächeln auf. Mit zusammengebissenen Zähnen zischte er schließlich: »So besser?«

Sarah zog eine Augenbraue nach oben, fixierte Tom mit zusammengekniffenen Augen, sprach aber kein Wort. Stattdessen machte sie auf dem Absatz kehrt und ging.

Von seinem Fenster aus beobachtete Tom die vielen verkleideten Kinder, die von Tür zu Tür gingen, um so viele Süßigkeiten, wie nur möglich, zu erbeuten. Sie schienen alle eine Menge Spaß zu haben und Tom wurde ein wenig wehmütig. Hätte er vielleicht doch um die Häuser ziehen sollen?

Im vergangenen Jahr war er mit seiner Mutter weggefahren und bekam von Halloween nicht viel mit. Während dieser kleinen Auszeit kam Sarah auf die Idee, dass es Zeit für einen Neuanfang war. Das alte Haus, die alte Umgebung und all die Menschen, um sie herum, erinnerten sie zu sehr an ihren verstorbenen Mann. Und sie war der festen Überzeugung, dass es Tom ebenso erging. Gefragt hatte sie ihn nicht. Sie hatte es einfach entschieden und Tom musste sich fügen.

Nein! Tom schüttelte seinen Kopf, um sich wieder zurück in die Realität zu holen. Nein, er wollte kein blödes Halloween mehr feiern und er wollte auch nicht in dieser langweiligen Stadt leben. Viel lieber wäre er in seinem alten Zuhause und seinem alten Zimmer geblieben. Dort fühlte er sich wohl und sicher! Tom spürte, wie Wut in ihm aufkam – bei dem Gedanken an die Vergangenheit.

Er war wütend auf seine Mutter, weil sie ihn an diesen Ort verschleppt hatte. Und er war wütend auf seinen Vater, weil dieser ihn allein gelassen hatte. Aber Tom war auch wütend auf sich selbst – warum, wusste er nicht. Wenn Tom ehrlich zu sich selbst war, bestimmte die Wut, seit dem Tod seines Vaters, sein Leben.

Das plötzliche Klingeln der Tür holte ihn jedoch in die Gegenwart zurück.

Er ging nach unten und öffnete sie. Vier kleine Kinder schrien ihm entgegen: »Süßes, sonst gibt es Saures!«

»Oh ja, wie gruselig. Ich bekomme richtig Angst«, kommentierte Tom lustlos die Kostüme der Kinder, während er ihnen die Schüssel mit den restlichen Süßigkeiten reichte.

In seiner Unachtsamkeit bemerkte Tom nicht, dass die kleinen Quälgeister mehr Süßigkeiten mitnahmen als sie sollten. Als Tom die Tür wieder schloss, schaute er in eine leere Schüssel.

»Das auch noch!«, murmelte er genervt vor sich hin, stellte das leere Ding auf den Tisch und schaute wieder aus dem Fenster.

Ihm fielen drei Kinder auf, die ungefähr in seinem Alter sein mussten. Sie hatten sich als Hexe, Teufel und Gespenst verkleidet. Pff, dachte sich Tom, plumper und kindlicher konnte man sich wohl nicht an Halloween verkleiden.

Doch dann steuerten sie Toms Haus an und er trat erschrocken vom Fenster zurück – in der Hoffnung, dass sie ihn nicht gesehen hätten. Aber es war zu spät! Die Klingel schellte und Tom trottete missmutig zur Tür.

»Wir haben nix mehr«, blaffte Tom die drei vor seiner Tür an, die ihn nur verwundert ansahen.

»Das ist noch lange kein Grund, uns so anzumachen«, zischte die Hexe im energischen Ton zurück.

Tom setzte sein schönstes Lächeln auf, räusperte sich und sprach mit verstellter Stimme: »Oh entschuldige bitte, gnädiges Fräulein. Die Süßigkeiten, auf deren Suche ihr wohl seid, sind leider ausgegangen.« Der sarkastische Ton in seiner Stimme war kaum zu überhören.

Toms Gesicht verfinsterte sich erneut: »So besser?« Er versuchte die Hexe mit seinem Blick zu verunsichern. Aber dieses Vorhaben wollte ihm nicht gelingen.

Das unbekannte Mädchen in Gestalt der Hexe lächelte ihn freundlich an, hob ihre Hexennase selbstsicher nach oben und antwortete: »Ja, danke. Geht doch. Du musst wohl der Neue sein.«

Ihre Reaktion verschlug Tom für einen kurzen Augenblick die Sprache. Diese Chance nutzte die Hexe: »Ich bin Lea und das sind Lukas und Emil.«

Lea zeigte auf die beiden Jungs, die sich als Teufel und Gespenst verkleidet hatten und nun zaghaft ihre Arme hoben, um Tom zu grüßen.

»Schön für euch«, motzte Tom abwertend.

Lea ließ sich auch davon nicht beeindrucken und hakte weiter nach: »Warum bist du nicht unterwegs? Oder hast du etwa Angst vor all den Geistern und Untoten, die heute ihr Unwesen treiben können?« Und während sie sprach, machte das Mädchen komische Bewegungen mit ihren Armen und Händen, als wollte sie Tom erschrecken.

Der verzog allerdings keine Miene, sondern atmete nur schwer aus: »Halloween ist etwas für kleine Kinder. Und so etwas wie Geister gibt es nicht!«

Lea stieß einen langen Seufzer aus. Tom war eine harte Nuss, aber sie wollte nicht aufgeben. »Halloween ist auch eine hervorragende Möglichkeit, um in andere Rollen zu schlüpfen und sich zu verkleiden. Einfach, um ein wenig Spaß zu haben.«

Während Tom und Lea sich mit Worten duellierten, überkam Emil und Lukas Langeweile und so begannen die beiden, die bereits erbeuteten Süßigkeiten zu futtern.

»Einfallslos«, brabbelte Tom kaum hörbar für die anderen. Lea legte ihren Kopf schief und beäugte ihn misstrauisch: »Was hast du gesagt?«

»Einfallslos. Eure Kostüme sind einfallslos«, wiederholte Tom genervt. »Wenn ihr euch schon an Halloween verkleiden wollt, solltet ihr es richtig tun und nicht so.« Abwertend zeigte er auf die Kostüme der drei.

»Oh, lass mich raten«, verkündete Lea schnippisch, »Du kannst es besser!«

Tom dachte einen kurzen Moment nach. Dieses Mädchen wollte ihn tatsächlich herausfordern. Wieder überkam ihn ein seltsames Gefühl – aber dieses Mal war es anders. Tom schaute in die Gesichter der drei und erkannte etwas, das er seit langer Zeit ganz tief in seinem Inneren vermisst hatte. Das Gefühl der Freundschaft! In diesem Moment konnte er zum ersten Mal, seit dem Tod seines Vaters, all seine Trauer und Wut hinter sich lassen. Und so entgegnete er Lea selbstsicher: »Ja!«

Ein zufriedenes Lächeln erschien auf Leas Gesicht.

Und dies war nicht nur der Beginn einer wunderbaren Freundschaft aller Anwesenden, sondern auch die Geburtsstunde der Halloween-Bande. An jenem Abend erzählte Tom den anderen von dem schrecklichen Unfall und dass er seither kein Halloween mehr mochte, weil es ihn zu sehr an seinen Vater erinnerte. Lea, Lukas und Emil teilten Toms Meinung zwar nicht, dass es keine Geister oder andere übernatürliche Dinge gab, trotzdem akzeptierten sie Tom so, wie er war. Und die Vier fanden heraus, dass sie aus ganz unterschiedlichen Gründen Halloween mochten.