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Die Geschichten von den Fabelwesen erweckten bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen eine große Begeisterung. Durch die vielen Verwandlungsmöglichkeiten dieser Wesen regten sie schon immer die Phantasie an, insbesondere bei den jungen Leseratten. Nicht zuletzt waren es stets die einmaligen Hilfeleistungen, die diese helfenden Elfen unter größten Anstrengungen erfolgreich durchführten. Ob bei Missgeschicken, Naturkatastrophen oder Unfällen, sie standen den Menschen immer mit Rat und Tat zur Seite. Daneben liebten sie auch großartige Feste, zu denen sie gerne die Menschen aus ihrer Region einluden.
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Seitenzahl: 52
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Werner A. Korn
Die helfenden Elfen
Ein zauberhaftes Kinderbuch mit 19 Farbillustrationen ab der zweiten Lesestufe
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
Das Frühlingsfest im Schlosspark der Elfenkönigin Esori
Ein schmerzhaftes Badeerlebnis
Der verlorene Hausschlüssel
Hilfe nach verheerenden Flurschäden
Felix, der vermisste Kater
Das Mitsommerfest und die Hochzeitsfeier der der Elfenkönigin Esori
Impressum neobooks
In diesem Kinderbuch ab der zweiten Lesestufe »Die helfenden Elfen« erzählt Werner A. Korn aus deren Reich und wie diese emsigen Wesen Menschen halfen. Er berichtet über den im Schlosspark der Königin Esori alle Jahre im Frühling durchgeführten Wettstreit mit Tanz und Gesang. In weiteren kurzen Geschichten beschreibt der Autor die Hilfeleistungen der Elfen. So halfen sie bei schmerzhaften Insektenstichen mit Hinweisen auf heilende Pflanzen, führten Kinder zum Ort eines verlorenen Hausschlüssels, retteten auf Feldern das von einer schlimmen Flut zerstörte Getreide und zeigten verzweifelten Tierhaltern das Versteck ihres vermissten Katers. Eindruckvolles und Interessantes über das Mitsommerfest, dem zweitgrößten Jahresfest im Reich der Elfen, bei dem die Königin Esori ihre Hochzeit mit dem Prinzen Rastenrod feierte, runden die Geschichten ab.
19 farbige Illustrationen von Petra S. Korn ergänzen die sechs geheimnisvollen Geschichten.
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Wie jedes Jahr trafen sich zum Frühlingsfest im März alle Untertanen aus den vielen Bezirken des Rosenelfenreichs im Schlosspark ihrer Königin Esori. Es war ein rauschendes Tanzfest, das stets drei Tage dauerte. Einige der Besucher mussten weite Reisen auf sich nehmen, um an diesem Fest teilnehmen zu können, was sie aber mit Freude taten.
Wenn die bunten Krokusse und die weißen Schneeglöckchen blühten, wenn die dicken gelbhaarigen oder die dünnen silbernen Weidenkätzchen in den ersten wärmenden Sonnenstrahlen leuchteten, dann war endlich der Vorfrühling da.
Die Besucher und Teilnehmer des Frühlingsfestes erwarteten voller Ungeduld den Abreisetag. Und schließlich war mit dem Beginn der Obstbaumblüte dieser lang ersehnte Tag gekommen.
Der Elfen-Großvater Rudolf saß mit seinen neugierigen Elfen-Enkeln in der Stube seines Hauses. Um die Zeit des Wartens bis zur Abfahrt zu verkürzen, erzählte er ihnen eine Geschichte, die sich vor langer Zeit auf dem Frühlingsfest zugetragen hatte: »Ich war noch sehr jung und durfte zum ersten Mal an diesem Fest teilnehmen. Da fand ein Wettbewerb mit lustigen Reigentänzen statt. Alle Mitwirkenden mussten tanzen und auch noch als Chor singen. Man nannte es deshalb auch das Fest der Chortänzer.« Er machte eine kleine Pause, lehnte sich zurück und schaute zufrieden auf seine wissensdurstige Zuhörerschar.
Die kleine Elfen-Enkelin Lilly saß mit gekreuzten Beinen auf dem Boden, stützte ihren Kopf auf die Hände und ihre glänzenden Äuglein blickten voller Erwartung zum alten Elfen-Opa hinauf. Ihre fünf älteren Geschwister saßen auf einer Bank um einen Tisch herum und hörten aufmerksam zu.
»Hast du da auch etwas gewonnen, Opa? Wie war das denn genau?« Lilly richtete sich auf und sah den Opa gespannt an.
Elf Rudolf beugte sich zu ihr und erzählte mit seiner kräftigen, dunklen Stimme weiter: »Oh ja, natürlich habe ich da etwas gewonnen. Aus unserem Bezirk reisten mehrere Sippen an. Die jungen Elfen aus diesen Sippen bildeten jeweils eine Tanzgruppe. Wir kannten uns untereinander kaum, aber wir hatten einen Riesenspaß.« Als er an diesen Tag zurückdachte, lachte er laut auf und seufzte dann versonnen: »Jaja, den hatten wir.« Verträumt lehnte er sich zurück und schien mit seinen Gedanken weit weg zu sein.
»Erzähl’ weiter«, drängelte Betty, die Älteste der Elfengeschwister. Sie war besonders neugierig, denn im nächsten Jahr sollte auch sie zum ersten Mal an dem Wettstreit teilnehmen.
Elfen-Opa Rudolf blinzelte in die Runde, als wäre er gerade aus einem Traum erwacht. Er räusperte sich und erzählte weiter: »Also, zu den Chortänzen traten mehrere Tanzgruppen aus den verschiedenen Bezirken auf. Das beste Tanzpaar aus jeder Gruppe belohnte man mit einem Ehrenkranz, und diese Paare traten dann gegeneinander an. Zum Schluss kürte man die drei besten Tanzpaare mit schönen Siegerpokalen für den ersten, zweiten oder dritten Platz.«
»Und was hast du damals gewonnen, Opa?«, rief Lilly vorlaut.
Der blickte seine Enkel mit einem stummen Lächeln an und sagte: »Mit meiner Partnerin gewann ich nur den zweiten Platz und somit auch nur einen kleineren Pokal. Aber dass meine reizende Tanzpartnerin später meine treue Frau wurde, das war mein Hauptgewinn.«
»Du hast Oma also auf dem Frühlingsfest kennengelernt und sie dann gleich mit nach Hause genommen?«, wollte Valentin, der Zweitälteste, ungeduldig wissen.
»Ganz so einfach war das nicht«, grinste der Opa, »denn ihre Sippe lebte von der unseren weit entfernt. Doch, wie ihr ja alle schon wisst, sind weite Entfernungen für uns Elfen niemals ein Hindernis. Wir sind ja alle Lichtwesen und können uns jederzeit verwandeln: zum Beispiel in Menschen oder andere Wesen, ob in große kräftige oder zierliche kleine, fliegende oder sogar in schwimmende, ganz so, wie es die Situation gerade erfordert. Deshalb war es für mich auch nicht schwer, meine neue Freundin öfters zu besuchen.«
Da die Elfe Lilly im Fliegen noch nicht so geübt war, senkte sie ihr Köpfchen und stöhnte etwas vor sich hin. Der alte Elf bemerkte das, wandte sich zu ihr und erklärte: »Na gut, die kleinen Elfen schaffen das noch nicht; aber wenn sie groß und erfahren genug sind, dann können sie ebenso prima fliegen.«
Nun lächelte Lilly wieder und war überzeugt, denn der Elf-Opa hatte mit dem was er sagte, immer noch Recht gehabt.
Draußen vor dem Haus hörte man den Elfen-Vater rufen: »Kinder, es wird Zeit! Wir wollen losfahren. Unsere Nachbarn sind schon mit ihrem Pferdegespann da. Dieses Mal fahren wir zusammen mit ihnen. Macht euch also fertig und kommt heraus! Wir wollen sie nicht zu lange warten lassen!«
»Erzähl’ uns doch noch schnell, wie es dann weiterging«, nörgelte Valentin. Und der Elfen-Opa Rudolf beendete seine Erzählung: »Um es kurz zu machen: Nach einem Jahr heiratete ich meine damalige Tanzpartnerin, euere Elfen-Oma, mit einem großen Hochzeitsfest. Und das jährt sich in diesem Jahr zum 70. Mal. Jetzt holt eure Sachen und macht, dass ihr hinauskommt.«
So hatte der Elfen-Opa die Zeit bis zur Abfahrt mit seiner Geschichte geschickt überbrückt.
