Heimische Heilpflanzen - Werner A. Korn - E-Book

Heimische Heilpflanzen E-Book

Werner A. Korn

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Beschreibung

Jahrtausendalte Erfahrungen und Überlieferungen, welche die Naturheilkunde begründeten, wurden nach und nach von der modernen Medizin weitgehend verdrängt. Etliche Pflanzen, deren heilende Eigenschaften in Vergessenheit gerieten, bezeichnete man kurzerhand als Unkraut und vernichtete sie sogar. Auch in den Bereichen Küche und Kosmetik vernachlässigte man die Verwendung der würzigen und hilfreichen Heilkräuter. Seit dem 20. Jahrhundert wird diesen Heilpflanzen nun wieder die Aufmerksamkeit geschenkt, die ihre Bedeutung verdient. Heil- und Gewürzpflanzen können Beschwerden lindern, das allgemeine Wohlbefinden fördern, ja sogar Krankheiten vorbeugen und somit die körperliche und geistige Gesundheit stärken. Die meisten Heilpflanzen enthalten mehrere heilkräftige Wirkstoffe, die in ihrer Gesamtheit gezielt den Organismus unterstützen, Körperfunktionen und bestimmte Organe stärken und Abwehrkräfte fördern. Eine Selbstbehandlung ist allerdings nur bei leichten Erkrankungen angesagt. Hier finden Sie Tipps zum Anbau von Heilpflanzen im eigenen Garten, Hinweise auf Inhaltstoffe der Pflanzen und Rezepturen für die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Küche, Gesundheit, Kosmetik und Haushalt. Dieses Buch ist kein medizinischer Ratgeber und kein Wegweiser für medizinische Selbstdiagnose. Es handelt sich vielmehr um eine Sammlung von Überlieferungen und Erfahrungsberichten aus der Volksmedizin. Die hier beschriebenen Empfehlungen für Anwendungen mit Heilpflanzen sind keine Arzneimittel zur Heilung von Krankheiten. Im Krankheitsfall ist unbedingt der Weg zum Arzt, Therapeuten oder erfahrenen Apotheker erforderlich. Allergiker und chronisch kranke Menschen, die ständig Medikamente einnehmen müssen, sollten in jedem Fall vor Anwendungen mit Heilpflanzen ihren Arzt befragen. Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf die verschiedenen Inhaltstoffe der Pflanzen. Was dem einen gut tut, kann für einen anderen sogar schädlich sein.

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Seitenzahl: 265

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Werner A. Korn

Heimische Heilpflanzen

Bewährte Hausmittel für Gesundheit, Küche und Naturkosmetik

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Hinweise

Vorwort

Allgemeine Empfehlungen

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

Alant (Inula helenium oder radix enulae)

Andorn (Marrubium vulgare)

Arnika (Arnica montana)

Augentrost (Euphrasia officinalis)

Baldrian (Valeriana officinalis)

Bärentraube, echte (Arctostaphylos uva-ursi)

Bärlauch (Allium ursinum)

Basilikum (Ocimum basilicum)

Beifuß (Artemisia vulgaris)

Beinwell (Symphytum Officinale L)

Berberitze (Berberis vulgaris)

Birke (Hängebirke) (Betula pendula)

Bockshornklee (Trigonella foenum graecum)

Bohnenkraut (Satureja hortensis)

Borretsch (Borago officinales)

Breitwegerich (Plantago major)

Brennnessel (Urtica dioica)

Brombeere (Rubus fruticosus)

Brunnenkresse (gemeine) (Nasturtium officinalis)

Dill (Anethum graveolens)

Dost (Oregano) (Origanum vulgare)

Ehrenpreis, echter (Veronica officinalis)

Eisenkraut

Engelwurz (Angelica achangelica)

Enzian, gelber (Gentiana lutea)

Estragon, französischer (Artemisia dracunculus)

Feldstiefmütterchen, wildes (Viola Tricolor)

Fieberklee (Menyanthes trifoliata)

Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora)

Gamander (Teucrium chamaedrys)

Gänseblümchen (Bellis perennis)

Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)

Giersch (Aegopodium podagraria)

Goldrute (Solidago gigantea)

Gundermann (Gundelrebe) (Glechoma hederacea)

Habichtskraut (Hieracium pilosella)

Hauhechel, dornige (Ononis spinosa)

Heckenrose (Hagebutte) (Rosa canina)

Heidekraut (Calluna vulgaris)

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)

Herzgespann (Leonurus cardiaca)

Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris)

Hohlzahn, gelber (Galeopsis segetum)

Holunder, schwarzer (Sambucus nigra)

Huflattich (Tussilago farfara)

Isländisch Moos (Cetraria islandica)

Johanniskraut, echtes (Hypericum perforatum)

Kalmus, echter (Acorus calamus)

Kamille, echte (Matricaria chamomilla)

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Königskerze (Verbascum phlomoidis)

Kümmel, echter (Wiesenkümmel) (Carum carvi)

Labkraut, echtes (Galium verum)

Lavendel (Lavendula officinalis oder Lavendula angustifolia)

Liebstöckel (Levisticum officinale)

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Lungenkraut, echtes (Pulmonaria officinalis)

Mädesüß, echtes (Spierstaude) (Filipendula ulmaria)

Majoran (Majorana hortensis oder Origanum majorana)

Malve, wilde (Malva sylvestris)

Mariendistel (Silybum marianum)

Mistel (Viscum album)

Nachtkerze (Oenothera biennis)

Odermenning, echter (Agrimonia eupatoria)

Pestwurz (Petasites hybridus)

Petersilie (Petroselium crispum)

Pfefferminze (Mentha piperita)

Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)

Pimpinelle, kleine (Bibernelle) (Pimpinella saxifraga)

Quecke, gemeine (Agropyron repens)

Ringelblume (Calendula officinalis)

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Rotklee (Trifolium pratense)

Salbei (Salvia officinalis)

Sanddorn (Hippophae rhamnoides)

Schafgarbe (Achillea millefolium)

Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Schlehdorn (Prunus spinosa)

Schlüsselblume, echte (Primula veris)

Silberdistel (Carlina acaulis)

Spitzwegerich (Plantago lanceolata L.)

Steinklee, echter (Melilotus officinalis)

Taubnessel, weiße (Lamium album)

Tausendgüldenkraut, echtes (Centaurium erythraea)

Thymian (Thymus vulgaris)

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Veilchen, wohlriechendes (Viola odorata)

Vogelknöterich (Polygonum aviculare)

Vogelmiere (Stellaria media)

Wacholder, gemeiner (Juniperus communis)

Wegwarte (Cichorium intybus)

Weißdorn (Crataegus monogyna (ein-) oder C. oxyacantha (zweigriffeliger)

Wermut (Artemisia absinthium)

Ysop (Hyssopus officinalis)

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Erläuterungen:

Beschwerdenregister A-Z:

Bezugsquellennachweise:

Impressum neobooks

Hinweise

Dieses Buch ist kein medizinischer Ratgeber und kein Wegweiser für medizinische Selbstdiagnose. Es handelt sich vielmehr um eine Sammlung von Überlieferungen und Erfahrungsberichten aus der Volksmedizin.

Die hier beschriebenen Empfehlungen für Anwendungen mit Heilpflanzen sind keine Arzneimittel zur Heilung von Krankheiten.

Im Krankheitsfall ist unbedingt der Weg zum Arzt, Therapeuten oder erfahrenen Apotheker erforderlich. Allergiker und chronisch kranke Menschen, die ständig Medikamente einnehmen müssen, sollten in jedem Fall vor Anwendungen mit Heilpflanzen ihren Arzt befragen. Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf die verschiedenen Inhaltstoffe der Pflanzen. Was dem einen gut tut, kann für einen anderen sogar schädlich sein. Die Verantwortung im Umgang mit Heilpflanzen muss jeder Benutzer selbst übernehmen. Er muss selbst oder mit Hilfe eines Arztes oder Heilpraktikers entscheiden, was für ihn persönlich richtig und sinnvoll ist.

Die bei den einzelnen Pflanzen angegebenen Warnhinweise sind unbedingt zu beachten.

Es werden 96 der bekanntesten heimischen Pflanzen mit den zu verwendenden Teilen vorgestellt.

Vorwort

Jahrtausendalte Erfahrungen und Überlieferungen, welche die Naturheilkunde begründeten, wurden nach und nach von der modernen Medizin weitgehend verdrängt.

Etliche Pflanzen, deren heilende Eigenschaften in Vergessenheit gerieten, bezeichnete man kurzerhand als Unkraut und vernichtete sie sogar.

Auch in den Bereichen Küche und Kosmetik vernachlässigte man die Verwendung der würzigen und hilfreichen Heilkräuter.

Seit dem 20. Jahrhundert wird diesen Heilpflanzen nun wieder die Aufmerksamkeit geschenkt, die ihre Bedeutung verdient.

Ein Ausspruch des bekannten Kräuterpfarrers Sebastian Kneipp hat auch heute noch seine Gültigkeit: „Gegen das, was man im Überfluss hat, wird man gleichgültig. Daher kommt es, dass viele hundert Pflanzen und Kräuter für wertlose Unkräuter gehalten werden, anstatt dass man sie beachtet, bewundert und gebraucht.“

Heil- und Gewürzpflanzen können Beschwerden lindern, das allgemeine Wohlbefinden fördern, ja sogar Krankheiten vorbeugen und somit die körperliche und geistige Gesundheit stärken. Die meisten Heilpflanzen enthalten mehrere heilkräftige Wirkstoffe, die in ihrer Gesamtheit gezielt den Organismus unterstützen, Körperfunktionen und bestimmte Organe stärken und Abwehrkräfte fördern. Eine Selbstbehandlung ist allerdings nur bei leichten Erkrankungen angesagt.

Bei Anwendungen mit Heilpflanzen tritt der erwünschte Erfolg nicht sofort ein. Die Kräuter wirken langsam und sanft. Sie regen die Selbstheilungskräfte an. Daher dauert es oft Tage oder Wochen, bis sie ihre Wirkung im Organismus entfalten. Ungeduldige Menschen könnten dazu neigen, die tägliche Dosis zu erhöhen. Davon ist aber in jedem Fall abzuraten, denn „rein pflanzlich“ ist keine Gewähr für Ungefährlichkeit.

Überdosierungen sind unbedingt zu vermeiden. Es gilt: Weniger ist mehr! Wie man aus der Homöopathie weiß, führen auch kleine Dosen zum Erfolg und bei Erstbehandlungen fängt man mit der kleinsten Dosis an. Sollte der gewünschte Effekt ausbleiben, verliere man nicht die Geduld und den Mut, sondern probiere einfach eine andere Pflanzenkombination aus.

Je nach Bedarf, Notwendigkeit und Zweck, den ein Tee erfüllen soll, kann man bei der Teezubereitung verschiedene Heilpflanzen mit gleicher oder ähnlicher Wirkung mischen.

Hier finden Sie Tipps zum Anbau von Heilpflanzen im eigenen Garten, Hinweise auf Inhaltstoffe der Pflanzen und Rezepturen für die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Küche, Gesundheit, Kosmetik und Haushalt.

Allgemeine Empfehlungen

Sammeltipps:

Das Sammeln und Anwenden von Heilpflanzen setzt eine genaue Kenntnis der Pflanzen voraus. Ohne diese Kenntnisse kann es bei Verwechslung zu gesundheitsschädigenden und sogar tödlichen Folgen kommen. Hierzu müssen auch die in dem Buch angegebenen Warnhinweise unbedingt beachtet werden.

Um Verwechslungen mit Giftpflanzen zu vermeiden ist es einfacher und sicherer, die Heilpflanzen für den Eigenanbau im Fachhandel zu beziehen oder Kräutertees und andere Präparate aus der Apotheke oder dem Reformhaus zu beziehen.

Die beste Tageszeit zum Sammeln von oberirdischen Pflanzenteilen ist der Vormittag bis Mittag, und zwar nur bei trockenem Wetter. Pflanzen, die bei Regen, Nebel oder Tau gesammelt werden, können leicht schimmeln. Wurzeln soll man dagegen nur im Frühjahr oder im Herbst, früh am Morgen oder spätabends ausgraben.

Heilpflanzen werden nicht gewaschen, außer die Wurzeln, die man am besten abschrubbt. Daher ist es wichtig, möglichst saubere Pflanzen zu finden, d.h. nicht an Straßenrändern (Abgase) und nicht auf Feldern (Pestizide) sammeln. Küchenkräuter, die frisch verwendet werden, sollte man vor Gebrauch kurz unter fließendem Wasser säubern.

Auch sollten die Pflanzen gesund sein, d.h. nicht beschädigt, nicht von Schnecken angefressen, nicht verfärbt oder schimmelig.

Bei längerer Lagerung verflüchtigen sich viele Inhaltstoffe, darum sollte man immer nur so viel sammeln, wie man in etwa einem Jahr braucht, aber auch so wenig sammeln, dass der Bestand nicht gefährdet ist.

Um die Heilpflanzen unversehrt nach Hause zu bringen, transportiert man sie am besten in offenen Körbchen oder in Papiertüten. Auf keinen Fall in Plastiktüten!

Es sollten nur junge Pflanzen geerntet werden, sie besitzen die größte Heilkraft. Die Inhaltstoffe lösen sich leichter als bei älteren Pflanzen

und sind wesentlich wirksamer.

Hier einige Tipps, wenn Sie ganze Pflanzen oder einzelne Teile davon zum richtigen Zeitpunkt nach dem Mondkalender sammeln möchten:

Für alle Heilpflanzen sind Skorpion- und Vollmondtage besonders gut zum Sammeln. Außerdem die jeweiligen Wurzel-, Blatt-, Blüten- oder Fruchttage, je nachdem welche Pflanzenteile verwendet werden.

Wurzeltage: Stier, Steinbock, Jungfrau.

Wurzeln erntet man im Frühjahr oder Herbst, bei Vollmond, abnehmendem Mond oder Neumond. Sie dürfen die Sonne nicht sehen, daher sammelt man am besten vor dem Sonnenaufgang oder am Abend.

Blatttage: Krebs, Skorpion, Fische.

Junge Blätter können das ganze Jahr über bei zunehmendem Mond oder Vollmond geerntet werden. Die beste Tageszeit ist der späte Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. An Krebs- oder Fischetagen gepflückte Blätter sollte man sofort verwenden. Skorpiontage sind günstig zum Trocknen der Blätter.

Ausnahme: Die Blätter der Brennnessel sammelt man nur bei abnehmendem Mond! Auch sollte Brennnesseltee nur bei abnehmendem Mond getrunken werden.

Blütentage: Zwillinge, Waage, Wassermann.

Nicht verwelkte Blüten werden von Frühjahr bis Spätsommer, zur Mittagszeit, bei zunehmendem oder Vollmond geerntet, wenn die Sonne scheint.

Frucht und Samentage: Widder, Löwe, Schütze.

Früchte und Samen sollten immer reif sein, nicht grün oder matschig. Geerntet werden sie bei trockenem Wetter, jedoch nicht in der Mittagshitze, von Sommer bis Herbst. Für die sofortige Verwendung sammelt man sie bei zunehmendem Mond, zum Aufbewahren und haltbar machen bei abnehmendem Mond. Ungünstige Tage sind: Steinbock, Fische, Krebs und Jungfrau.

Konservieren und Lagern

Zum Abfüllen und Lagern der Kräuter, unabhängig von der Erntezeit, wählt man die Zeit des abnehmenden Mondes.

Bei zunehmendem Mond besteht die Gefahr der Fäulnisbildung. Die geeigneten Gefäße sind dunkle Gläser oder Papiertüten. Helligkeit wirkt sich ungünstig auf die Inhaltstoffe aus. In Töpfen gepflanzt, kann man die meisten Kräuter an einem hellen, warmen Platz gut im Haus überwintern. So hat man die Möglichkeit, auch in der kalten Jahreszeit frisch zu ernten.

Einfrieren

Ganze Kräuterzweige oder Blätter auf einem Backblech oder einer Platte ausbreiten und einfrieren. Sobald die Kräuter gefroren sind, füllt man sie in verschließbare Gefrierdosen. Kleingehackte Kräuter kann man im Eiswürfelbehälter mit etwas Wasser zu Kräuterwürfeln einfrieren.

Trocknen

Ganze Zweige von Kräutern kann man zu kleinen Sträußchen binden und zum Trocknen aufhängen. Einzelne Blüten, Blätter und Früchte werden vor dem Trocknen kleingeschnitten, dann breitet man sie auf einem sauberen Tuch oder Papier aus und wendet sie gelegentlich um. Der Platz sollte schattig und luftig sein, nicht in der Sonne oder in geheizten Räumen auslegen. Wenn die Kräuter bei Berührung rascheln ist der Trocknungsvorgang abgeschlossen. Wurzeln vor dem Trocknen sauber waschen und die Seiten- und Faserwurzeln entfernen. Anschließend spaltet man die Wurzel der Länge nach und hängt sie, an Fäden aufgezogen, an einen luftigen, schattigen Platz.

Nach dem Trocknen sollten alle Pflanzenteile in gut verschließbare Gefäße gefüllt und aufbewahrt werden.

Getrocknete Pflanzerteile sollten niemals mit Metall in Berührung kommen (keine Blechdosen verwenden).

Kräuteressig

Selbstgemachter Essig mit frischen Kräutern immer bei abnehmendem Mond ansetzen. Geeignete Kräuter sind z. B. Estragon, Dill, Zitronenmelisse, Basilikum, Kapuzinerkresse, Salbei, Weinraute, Eberraute, Minzen, Majoran, Rosmarin, Pfefferminze, Thymian und Oregano.

Die ausgewählten frischen Kräuter säubern, abtrocknen und klein schneiden, in eine weithalsige, saubere, dunkle Flasche geben und mit einem guten Wein- oder Obstessig aufgießen. Alle Pflanzenteile müssen gut bedeckt sein, sonst besteht Schimmelgefahr! Die Flasche wird anschließend fest verschlossen. An einem sonnigen Platz lässt man den Ansatz ca. 4 Wochen lang ziehen, wobei man täglich einmal durchschüttelt. Nach dieser Zeit wird die Flüssigkeit durch ein sauberes Tuch gefiltert, das man am Schluss noch kräftig ausdrückt. Dann füllt man den fertigen Essig wieder in eine gut verschließbare dunkle Flasche. Die Beigabe von 1 bis 2 frischen Kräuterzweigen oder Zitronenscheiben ergibt einen besonders delikaten Geschmack.

Kräuteröl

Die Herstellung von Öl mit frischen Kräutern sollte immer bei abnehmendem Mond erfolgen. Geeignete Kräuter sind z. B. Thymian, Rosmarin, Basilikum, Oregano, Salbei, Minze, Majoran, Estragon, Eberraute, Dill, Lavendel, Knoblauch und Johanniskraut.

Die ausgewählten Kräuter werden mit einigen Tropfen reinem, kaltgepressten Oliven- oder Distelöl im Mixer oder Mörser zu einem Brei verarbeitet, anschließend in einer keimfreien, dunklen Flasche mit dem gleichen Öl aufgegossen und 4 Wochen fest verschlossen an einem sonnigen Platz aufgestellt. Alle 2 bis 3 Tage durchschütteln. Danach seiht man das fertige Öl durch ein sauberes Tuch in eine sterile Flasche und bewahrt es im Kühlschrank auf.

Zubereitungen und Anwendungen

Falls keine anderen Angaben gemacht werden, sind folgende Zubereitungsmöglichkeiten zu empfehlen:

Tee oder Aufguss

Wenn keine anderen Angaben gemacht werden, verwendet man 1 TL getrocknete oder 2 TL frische Kräuter für ¼ l Wasser.

Die kleingeschnittenen Pflanzenteile mit siedendem Wasser übergießen, bei Tee meist 10 Min., bei Aufguss ca. 3 Std. ziehen lassen, dann abgießen. Dabei die Kräuter gut ausdrücken.

Es sollten nur Keramik- oder Porzellangefäße benutzt werden. Heilwirkende Tees immer nur mit Honig oder gar nicht süßen. Wenn nicht anders angegeben, werden die Tees nach dem Essen getrunken, da sie die Verdauungssäfte verdünnen und dadurch evtl. Verdauungsbeschwerden verursachen könnten. Vor dem Essen trinkt man jene Teesorten, die die Verdauungssäfte (Magensäfte) anregen.

Absud, Abkochung oder Essenz

Meist gilt: 1 EL getrocknete oder 2 EL frische Kräuter mit ½ l kochendem Wasser übergießen, ca. 30 Min. köcheln, durch einen Filter abseihen und gut ausdrücken. Feuerfeste Glas- oder Porzellangefäße benutzen. Der Absud ist im Kühlschrank 2 bis 3 Tage haltbar.

Tinktur

50 g frische oder getrocknete Kräuter mit 250 ml 70%igem Alkohol ansetzen. In fest verschlossenem Glas an sonniger Stelle 4 Wochen ziehen lassen, einmal täglich durchschütteln. In dunkle Flaschen abseihen und an einem dunklen Ort lagern.

Tinkturen werden entweder unverdünnt auf einen Löffel Zucker, oder verdünnt mit ¼ l Wasser, in der Regel 10 bis 20 Tropfen, eingenommen. Man kann sie auch für Kompressen, Badezusätze oder zur Salbenherstellung verwenden.

Vorsicht:Alkoholische Tinkturen und Essenzen nicht an alkoholkranke Personen oder Kinder verabreichen.

Kräuterwein

Eine Handvoll Kräuter mit ½ l gutem, trockenen Weißwein oder Rotwein aufgießen, kurz aufkochen und anschließend abkühlen lassen. Viele Sorten werden aber auch nur kalt angesetzt (z.B. Weißdornwein). Kräuterwein ist nicht lange haltbar und man sollte ihn nicht in großen Mengen auf Vorrat zubereiten. Ein ½ l Wein sollte innerhalb von 3 Tagen getrunken werden.

Mundspülung und Gurgelwasser

Für Mundspülungen verwendet man hauptsächlich einen ungesüßten

Kräuteraufguss oder Absud.

Zum Gurgeln nimmt man ebenfalls den Aufguss oder einen Absud. Je nach Art der Beschwerden, z.B. bei Erkältungen oder Halsentzündungen, gibt man dabei etwas Honig in das Gurgelmittel.

Dampfbad, Inhalation

Man übergießt in einer Schüssel eine Handvoll getrocknete oder frische Kräuter mit 1 l siedendem Wasser. Dann deckt man den Kopf über der Schüssel mit einem großen Tuch ab und inhaliert 5 bis 10 Min. lang die heißen Dämpfe. Für Inhalationen kann man auch einige Tropfen ätherisches Öl der ausgewählten Pflanze in das heiße Wasser geben.

Badezusatz

Für Hand- oder Fußbäder:10 g getrocknete Kräuter mit 1 l siedendem Wasser übergießen, 15 Min. ziehen lassen, abseihen und mit ca. 9 l warmem Wasser aufgießen.

Für Vollbäder:100 g getrocknete Kräuter mit 5 l siedendem Wasser übergießen, 15 Min. ziehen lassen, abseihen und ins Badewasser geben.

Für Sitzbäder:50 g getrocknete Kräuter mit 1 l siedendem Wasser übergießen, 15 Min. ziehen lassen, abseihen und mit 9 l warmem Wasser aufgießen.

Achtung: Bei Entzündungen (z.B. Hämorrhoiden) sind warme Sitzbäder ungeeignet, da sie die Entzündung verschlimmern können. Man sollte daher den Kräutersud vor der Anwendung abkühlen lassen.

Waschungen

Viele Kräuterteesorten werden für Waschungen, z.B. bei Hautunreinheiten empfohlen. Die Inhaltstoffe regen zur Abheilung an, reinigen schonend und haben einen positiven Einfluss auf die Haut. Man nimmt dazu ein sauberes Leinentuch, tränkt es mit dem lauwarmen Tee und wäscht die betroffenen Stellen leicht mit kreisenden Bewegungen ab. Das wirkt außerdem durchblutungsfördernd. Bei verkrusteten Wunden legt man zuerst das getränkte Tuch etwa 10 Min. auf die Stelle, bis die Kruste aufgeweicht ist und beginnt dann ganz sanft mit der Waschung.

Umschläge, Kompressen

Ein sauberes Stück Leinen, Baumwolle oder Frottee in heißem Aufguss oder Absud tränken und möglichst heiß auf die betreffenden

Stellen legen. Nach Abkühlen der Kompresse erneut bis zur Linderung der Schmerzen heiß auflegen.

Kompressen und Umschläge sind hilfreich bei Entzündungen, Prellungen, Zerrungen etc.. Bei schlecht heilenden Wunden und Verbrennungen verwendet man besser kalte Umschläge.

Wickel, Packungen, Breiumschläge

Bei einem Wickel legt man die Pflanzenteile direkt auf die betroffenen Stellen und wickelt sie mit einem sauberen Mull- oder Leinentuch ein.

Für Packungen zerreibt man frische Pflanzenteile und erwärmt sie in einem Wasserbad oder man verwendet getrocknete Kräuter, die mit sehr wenig kochendem Wasser übergossen werden. Die Kräutermasse streicht man zwischen zwei Lagen Stoff und legt sie möglichst warm auf.

Für einen Breiumschlag kocht man 100 g Pflanzenteile mit ¼ l Wasser auf und verrührt die Mischung zu einem Brei. Diesen Brei gibt man dick auf ein Leinentuch und legt es mit der Breiseite auf die Haut. Bei Hautreizungen wird der Pflanzenbrei zwischen 2 Lagen Stoff verteilt und aufgelegt. Dann wird der Umschlag noch mit einem weiteren Leinentuch umwickelt. Abgekühlte Packungen oder Breiumschläge sollten durch frische, heiße Auflagen ersetzen werden.

Wickel, Packungen und Breiumschläge helfen bei Entzündungen, Prellungen und Zerrungen. Sie können dem Körper Giftstoffe durch die Haut entziehen.

Einreibungen

Mit einer Einreibung behandelt man verschiedene Schmerzzustände, z.B. rheumatische Beschwerden, Sportverletzungen, Muskelverspannungen etc.. Man gibt etwas von dem ausgewählten Einreibemittel in die Hand, streicht es auf die betroffenen Stellen auf und reibt es mit kreisenden, massierenden Bewegungen ein.

Salben und Cremes

Alle benützten Gefäße und Geräte müssen absolut sauber sein.

Drei Vorschläge für die Zubereitung:

1. Aus der bäuerlichen Volksmedizin überliefertes Grundrezept:

In einem feuerfesten Glas- oder Porzellangefäß werden 2 Handvoll frische Pflanzenteile in etwa 1 Pfund heißes Schweinefett (ca. 70° C) eingerührt. Nach ca. 3 Std. bei gleicher Temperatur (mit dem Einmachthermometer kontrollieren) und gelegentlichem umrühren lässt man die Mischung etwa 24 Std. durchziehen und abkühlen. Dann erwärmt man das Fett erneut, bis es flüssig ist, seiht es ab und füllt es in kleine Gläser. Zur längeren Haltbarkeit wird die fertige Salbe am besten im Tiefkühlschrank aufbewahrt. Schweinefett ist ein preiswertes Mittel und lässt sich gut verarbeiten. Es zieht tief in die Poren der Haut ein und hat deshalb eine sehr gute Tiefenwirkung.

2. Basiscreme für Salben mit Absud oder Aufguss von Kräutern:

Zutaten:

1 TL Emulgierwachs

2 TL Bienenwachs

3 TL süßes Mandelöl

1 TL Avocado- oder Nussöl

10 Tropfen ätherische Öle

(alles aus der Apotheke)

4 EL selbst bereiteten Kräuterabsud oder -aufguss.

Zubereitung:

Emulgierwachs und Bienenwachs in ein Glas- oder Porzellangefäß geben und im Wasserbad erwärmen. Die Öle (Mandelöl, Avocado- oder Nussöl) anwärmen und einrühren, Absud oder Aufguss unterrühren und dann abkühlen lassen. Anschließend die ätherischen Öle einrühren und die fertige Salbe in fest verschließbare, sterile Gläser abfüllen, im Kühlschrank aufbewahren.

Der Zusatz von ätherischen Ölen bewirkt eine leichte, natürliche Konservierung.

3. Fertige Salbengrundlagen aus der Apotheke sind Lanolin (= Fett der Schafwolle) oder Eucerin (= Emulsion aus Lanolin und Wasser). Zur Anfertigung einer Salbe werden diese Fette langsam im Wasserbad erhitzt, dann mischt man entweder eine Essenz oder Tinktur der Pflanzen oder ätherische Öle (etwa 10 Tropfen auf 20 ml Creme) dazu. Abfüllung und Aufbewahrung wie oben beschrieben.

Vaseline oder Melkfett sind für Salben ungeeignet, da sie nicht in die Haut einziehen! Außerdem enthalten diese Fette Erdöl. Auch sollten sie nicht als Sonnenschutz verwendet werden, da sie nicht luftdurchlässig sind.

Allerdings sind sie als Schutzcreme ideal, bei Hautrissen, Kälteeinwirkung und Austrocknung der Haut.

Blütenessenzen

Anwendungsgebiet: Negative Gemütszustände.

Es gibt zwei Methoden zur Herstellung von Blütenessenzen: Die Sonnenmethode und die Kochmethode. Diese beiden Verfahren werden auch bei der traditionellen Herstellung von Bachblüten angewendet.

Zunächst ist beim Sammeln der Blüten große Sorgfalt geboten. Auf keinen Fall dürfen Giftpflanzen verwendet werden! Man wählt nur voll entfaltete Blüten aus, die frei von Ungeziefer, unbeschädigt und trocken vom Tau sind. Die beste Tageszeit ist vormittags, wenn die Sonne scheint. Zur Ernte und zur Herstellung der Essenzen trägt man dünne Baumwoll- oder Einmalhandschuhe, um die Blüten nicht mit der bloßen Haut zu berühren, da sonst die Botschaft der Blüte verfälscht würde. Die Blütenköpfe schneidet man mit einer Schere ab und gibt sie in einen Korb oder in eine Papiertüte bevor sie möglichst rasch verwendet werden. Für jede Blütenart benötigt man einen eigenen Behälter. Sie sollten nicht gemischt werden. Außerdem ist darauf zu achten, dass sie locker und luftig aufeinander liegen.

Zur Herstellung der Uressenzen mit der Sonnenmethode benötigt man Handschuhe, eine durchsichtige, dünnwandige Glasschüssel, reines Quellwasser, alternativ ein stilles Mineralwasser, unbedingt ohne Kohlensäure, Papierfilter oder ein sauberes Baumwolltuch, eine dunkle Glasflasche mit Deckel, 40%igen Alkohol oder reinen Obstessig und einen sonnigen, heißen Tag.

Wenn man in freier Natur sammelt, sollte man nicht zu viel Zeit bis zur Verarbeitung verstreichen lassen, da die Blüten sonst an Wirkkraft verlieren. Die beste Voraussetzung wäre eine Ernte im eigenen Garten.

Zuerst legt man die Blüten locker in die Glasschüssel, dann gießt man das Quellwasser vorsichtig dazu (nicht über die Blüten schütten!), bis die Wasseroberfläche dicht mit Blüten bedeckt ist. Nun stellt man die Schüssel ca. 4 Std. in die Sonne. Die beste Zeit ist zwischen 10 und 16 Uhr, da dann die Sonneneinstrahlung am intensivsten ist. Sobald die Blüten welk werden, entfernt man sie (mit Handschuhen!) aus dem Blütenwasser. Jetzt wird die Uressenz mit dem Papierfilter oder Baumwolltuch in die dunkle Flasche abgefiltert. Zur Konservierung gießt man nun zu 3 Teilen Essenz 1 Teil Alkohol oder Obstessig und schüttelt die Mischung durch. Die Flasche wird beschriftet und gut verschlossen an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahrt.

Die Herstellung der Uressenz mit der Kochmethode erfolgt, wenn der Sommer verregnet oder zu kühl ist, um die Sonneneinstrahlung nutzen zu können, aber auch für Blüten, die sehr früh im Jahr blühen. Das Grundprinzip beider Verfahren beruht auf der Wärmeenergie, welche die Wirkkraft aus den Pflanzenteilen löst.

Deshalb kann die Sonnenwärme auch durch elektrische Wärme ersetzt werden. Man benötigt eine Kochstelle und einen Email- oder Edelstahltopf (anstelle der Glasschüssel), des Weiteren die gleichen Utensilien wie oben beschrieben.

Der Topf wird mit den Blüten gefüllt (ca. ¾ voll), anschließend gießt man das Wasser dazu, bis die Blüten vollständig bedeckt sind. Diese Mischung sollte nun etwa ½ Stunde bei mittlerer Hitze sieden. Dabei drückt man die Blütenköpfe mit einem hölzernen, sauberen Kochlöffel ab und zu unter die Wasseroberfläche. Dann nimmt man den Topf vom Herd, deckt ihn zu und lässt das Blütenwasser abkühlen. Aus der kalten Essenz werden die Blüten (mit Handschuhen!) vorsichtig entfernt. Man seiht die Essenz zwei bis dreimal durch. Bei der Konservierung und Aufbewahrung wird in gleicher Weise vorgegangen wie bei der Sonnenmethode.

Die benötigten Utensilien sollten möglichst nur zur Herstellung von Blütenessenzen verwendet werden. Nach getaner Arbeit müssen die Geräte gründlich mit heißem Wasser gereinigt werden.

Durch die Konservierung und Lagerung an einem dunklen, kühlen Platz sind die Essenzen unbegrenzt haltbar. Bei Bedarf kann man die Sorten beliebig miteinander mischten, jedoch sollte man für eine Mischung höchstens 5 verschiedene Uressenzen verwenden.

Für die einnahmefertige Blütenessenz benötigt man eine dunkle Pipettenflasche (50 ml). Zuerst stellt man eine Mischung aus 3 Teilen Quellwasser und 1 Teil 40%igen Alkohol oder Obstessig her. Nun gibt man pro 10 ml Gemisch 1 Tropfen der ausgewählten Uressenzen dazu und schüttelt das Ganze gut durch. Das Fläschchen wird zum Schluss beschriftet.

Die Dosierung und Einnahme der Blütenessenzen ist individuell verschieden. Generell sind folgende drei Methoden zu empfehlen:

1. Unverdünnt mit der Pipette 5 Tropfen direkt auf die Zunge geben und im ganzen Mundraum verteilen, bevor man sie schluckt.

Morgens (auf nüchternen Magen), mittags (vor dem Essen) und abends (vor dem Essen).

2. Auf ein Stück Würfelzucker 5 Tropfen geben und dieses langsam im Mund zergehen lassen. Dreimal täglich, wie oben.

3. In ein Glas Quellwasser oder stilles Mineralwasser 15 Tropfen geben und dieses über den Tag verteilt in kleinen Schlucken austrinken.

Je nach Bedarf kann die Einnahme auf fünfmal täglich erhöht werden. Die Anwendung sollte über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden, um die richtige Mischung zu finden und die Wirkung zu testen. Tritt der gewünschte Erfolg nicht ein, ergänzt oder ersetzt man die Mischung.

So findet man aus den Erfahrungswerten seine eigene, individuelle Zusammensetzung und Dosierung. Auch während der Anwendung kann man, je nach Seelenzustand, die Zusammensetzung ändern. Eine Kur sollte bei leichten Gemütsstörungen etwa 4 Wochen dauern. Manchmal stellt sich eine Besserung schon nach ein paar Tagen ein. Bei schweren Problemen und seelischen Nöten sollte die Kur auf mehrere Monate verlängert werden.

Aus den richtigen Pflanzen hergestellte Essenzen sind völlig unschädlich und können deshalb auch über längere Zeiträume eingenommen werden.

Rollkur

In einigen Fällen wird eine Rollkur empfohlen. Zur Durchführung einer Rollkur stellt man sich am besten eine Thermoskanne mit dem Inhalt von etwa 1 Tasse des geeigneten Kräutertees neben das Bett. Man trinkt den warmen, ungesüßten Tee schluckweise morgens, vor dem Aufstehen. Dann legt man sich entspannt 5 Min. auf den Rücken, 5 Min. auf die rechte Seite, 5 Min. auf den Bauch und 5 Min. auf die linke Seite.

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

Bild © www.korn-verlag.de

Vorkommen:

In ganz Europa und Nordamerika ist er als „lästiges Unkraut“ verbreitet. Wildwachsend findet man ihn auf Äckern, an Wegrändern, Bahngleisen und Böschungen.

Kultivieren im Garten:

Die mehrjährige Pflanze hat tiefe Wurzeln. Sie braucht einen lehmhaltigen, feuchten Boden. Der Standort sollte sonnig bis halbalbschattig sein. Hat man ihn einmal im Garten, verbreitet er sich von selbst und ist schwer wieder weg zu kriegen.

Pflanzenhöhe: 20 bis 50 cm

Zu verwendende Teile:

Die grünen Sommertriebe.

Empfehlung für Sammelzeiten:

Es werden nur die grünen Sommertriebe von Mai bis September gesammelt. Zur besseren Wirkung und Haltbarkeit ist eine lange Schattentrocknung zu empfehlen.

Warnhinweise:

Nicht verwechseln mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm! Will man die Pflanze in der freien Natur ernten, sollte man sie genau kennen.

Nicht in der Schwangerschaft anwenden. Nicht für Kleinkinder geeignet. Eine Kuranwendung nicht länger als 4 Wochen durchführen.

Inhaltstoffe:

Kieselsäure, Bitterstoffe, Glykoside, Saponine, verschiedene Flavonoide, Kaliumsalze, Eisen und Vitamin C.

Anwendung und Heilwirkung

Innerliche Anwendung:

Der Ackerschachtelhalmtee hilft bei Lungenleiden, angegriffenen Bronchien, Nieren- und Blasenleiden. Er wirkt harntreibend, entwässernd und spült Bakterien aus den Harnwegen, fördert den Stoffwechsel und das körpereigene Abwehrsystem (die Kieselsäure erhöht den Anteil der weißen Blutkörperchen), er wirkt blutstillend bei inneren Blutungen (Menstruation, Magen), kräftigt die Venen bei Hämorrhoiden und Krampfadern und stärkt das Bindegewebe (Orangenhaut).

Teezubereitung: 1 TL getrocknetes Kraut in ¼ l Wasser ca. 10 Min. köcheln lassen, abseihen und warm trinken.

Dosierung: 2 bis 3 Tassen täglich trinken. Eine Kuranwendung sollte nicht länger als 4 Wochen dauern.

Nach Sebastian Kneipp ist eine Teekur auch bei Steinleiden und Nierengrieß zu empfehlen.

Gegen brüchige Fingernägel und stumpfes Haar, möglicherweise auch gegen Haarausfall, hilft ebenfalls eine Kuranwendung mit Tee.

In der Homöopathie wird das HomöopathikumEquisetum hiemaleaus Winterschachtelhalm hergestellt, wobei kaum ein Unterschied zu den Inhaltstoffen des Ackerschachtelhalms besteht. Es findet Anwendung bei Blasen- und Nierenleiden, Reizblase und nächtlichem Einnässen.

Äußerliche Anwendung:

Nasenbluten kann durch Hochziehen des Tees in die Nase gestillt werden.

Der Aufguss empfiehlt sich zum Gurgeln bei Mandelentzündung und Zahnfäule.

Ein Vollbad oder eine Waschung mit dem Aufguss wirkt heilend bei Hautausschlägen, Geschwüren und Ekzemen.

Gegen Blasenleiden empfiehlt sich ein Sitzbad.

Ein Fußbad mit Ackerschachtelhalm wirkt schweißhemmend und entspannend. Man gibt 2 EL getrocknetes Zinnkraut oder ¼ l Tinktur in 3 l lauwarmes Wasser und badet die Füße ca. 15 Min. darin.

Umschläge mit dem Aufguss von Ackerschachtelhalm wendet man bei schlecht heilenden Wunden, offenen Beinen, Geschwüren und Nagelbettentzündungen an.

Das Gesichtsdampfbad (1 Handvoll Schachtelhalm auf 2 l heißem Wasser) empfiehlt sich bei großporiger, unreiner Haut.

Eine regelmäßig angewendete Gesichtswaschung aus folgender Mischung hilft gegen Pickel: Man übergießt eine Handvoll Schachtelhalm und eine Handvoll Rosenblüten mit ½ l kochendem Wasser, lässt die Mischung ca. 30 Min. ziehen und seiht sie durch einen Kaffeefilter ab, wobei man die Pflanzenteile gut ausdrückt.

Haarspülung für dunkle Haare: 1 EL Schachtelhalm mit ¼ l kochendem Wasser übergießen und nach dem Abkühlen durch einen Filter abseihen. Nach der Haarwäsche wird die Spülung in die Kopfhaut einmassiert. Sie wirkt gegen Schuppen und schnell nachfettende Kopfhaut. Der hohe Gehalt an Kieselsäure regt die Reparaturmechanismen an und erhöht die Widerstandskraft. Achtung: Nur bei dunkler Haarfarbe anwenden. Bei blondem Haar können Verfärbungen auftreten.

Im Haushalt verwendet man den Ackerschachtelhalm zum Putzen von Zinn (daher auch der Name Zinnkraut), Silber und anderen Metallen.

Ein Büschel im Haus aufgehängt, soll Fliegen vertreiben.

Schädlingsbekämpfung im Garten:

Man weicht 300 g frisches oder 100 g getrocknetes Kraut 24 Std. in 1 l Wasser ein und kocht es anschließend etwa 30 Min. auf. Nach dem Abkühlen wird die Brühe abgeseiht und im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt. Der hohe Anteil an Kieselsäure stärkt die Zellen der Pflanzen und wirkt gegen Pilzbefall, Milben und Rost. Zur Vorbeugung werden die Pflanzen (Rosen, Phlox, Wein, Tomaten, Gurken etc.) ab Frühling bis in den Sommer öfters besprüht.

Alant (Inula helenium oder radix enulae)

Bild © www.korn-verlag.de

Vorkommen:

Ursprünglich in der Mongolei beheimatet, findet man ihn heute auch wildwachsend in Mitteleuropa. Er wächst an Hecken und Zäunen und ist in vielen Bauerngärten zu sehen.

Kultivieren im Garten:

Den mehrjährigen Alant kauft man am besten in einer Kräuterhandlung und setzt ihn im Frühling oder Herbst in feuchter, lehmhaltiger Erde ein. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Nach 3 Jahren ist eine Vermehrung durch Wurzelteilung möglich. Wegen seiner Größe benötigen die Pflanzen einen Abstand von ca. 50 cm.

Pflanzenhöhe: 150 bis 200 cm

Blütezeit: Juni bis September

Blüten: Gelbe Korbblüten

Zu verwendende Teile:

Wurzeln, die in der Sonne getrocknet werden sollten.

Empfehlungen für Sammelzeit:

Die Alantwurzel kann von September bis November ausgegraben werden. Zum Trocknen wird sie gründlich gereinigt und in kleine Stücke geschnitten.

Warnhinweise:

Mögliche Nebenwirkungen: Erbrechen oder Durchfall bei Überdosierung.

Bei äußerlicher Anwendung können Allergien auftreten!

Inhaltstoffe:

Inulin, ätherische Öle (Alantkampfer, Azulen und Helenin), Pectin, Alantöl und Bitterstoffe

Anwendung und Heilwirkung

Innerliche Anwendung:

Der Tee aus Alantwurzel hilft gegen Verschleimung der Atmungs- und Verdauungsorgane, bei Lungenleiden, Bronchitis, Keuchhusten und Katarrh. Auch bei Blähungen, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Blasenleiden ist der Tee zu empfehlen. Er wirkt hustendämpfend, schleimlösend, krampflösend sowie harn- und schweißtreibend.

Teezubereitung: 1 TL kleingeschnittene Wurzeln mit ¼ l siedendem Wasser übergießen, 15 Min. ziehen lassen, abseihen und mit Honig süßen.

Dosierung: Je nach Bedarf täglich 2 bis 4 Tassen (nicht mehr!), möglichst heiß trinken.

Alantwein hilft bei Magenentzündung und Gastritis. 15 g frische oder getrocknete Wurzeln mit 1 l guten Weißwein aufgießen, kurz aufkochen, abseihen und abkühlen lassen. Man nimmt davon vor den Mahlzeiten 1 Schnapsgläschen (2 cl) ein.

Die Alanttinktur hilft bei Verdauungsbeschwerden, Koliken, Gelbsucht und Hautausschlag.

Achtung:Sparsam verwenden und Überdosierung vermeiden!

Äußerliche Anwendung:

Eine Alantsalbe zur äußerlichen Anwendung, hilft bei verschiedenen Hauterkrankungen, Ekzemen, Flechten und Krätze. Körperstellen, die man abends mit der Salbe einreibt, muss man am Morgen mit Wasser und Seife abwaschen.

Schnelle Herstellung für den sofortigen Gebrauch: 180 g Wurzeln in 360 ml Wasser weichkochen, durch ein Sieb streichen und den Sud mit 120 g Butter oder Margarine vermengen.

Andorn (Marrubium vulgare)

Bild ©Martina Chmielewski – Fotolia.de

Vorkommen:

Ursprünglich war die Pflanze in Südeuropa beheimatet. Heute ist sie in fast ganz Europa verbreitet. Sie wächst in Büscheln an Wegrändern, Mauern und Hecken, wie auf mageren Wiesen und Schutthalden.

Kultivieren im Garten:

Der mehrjährige Andorn kann gut im Kräuterbeet, in der Blumenrabatte oder in Töpfen angebaut werden. Er bevorzugt einen trockenen, nährstoffreichen Boden und einen geschützten, sonnigen Standort, da er die Wärme liebt. Im Frühjahr schneidet man den Busch zurück. Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge.

Pflanzenhöhe: Bis 60 cm

Blütezeit: Juni bis September

Blüten: Weiße Scheinquirlen in den Blattachseln.

Zu verwendende Teile:

Das blühende Kraut, wobei man die unteren, dicken Stängel nicht mitschneidet.

Empfehlung für Sammelzeiten:

Das Kraut kann von Juni bis September geerntet werden. Es wird dann in Sträußchen gebunden, an einem schattigen, luftigen, möglichst dunklen Ort getrocknet.

Warnhinweise:

Es sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Inhaltstoffe:

Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Saponine, Glykoside, Kalium, Calcium und Harze.

Anwendung und Heilwirkung

Innerliche Anwendung:

Der Tee hilft bei Entzündungen der Leber und der Gallenblase und fördert den Gallenfluss. Er stimuliert die Verdauungssäfte, reguliert die Menstruation, wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd, appetitanregend und schleimlösend bei Husten, Schnupfen, Bronchialkatarrh und auch lindernd bei Asthma. Außerdem soll er gegen Durchfall und Hämorrhoiden helfen. Bei Nervenleiden, Anämie und Fettleibigkeit kann eine Teekur ebenfalls sinnvoll sein.

Teezubereitung: 2 TL getrocknetes Andornkraut mit ¼ l siedendem Wasser übergießen, 5 Min. ziehen lassen und abseihen.

Dosierung: 3 Tassen täglich, vor dem Essen trinken.

Mit dem Andornkraut kann man auch einen appetitanregenden Kräuterwein herstellen von dem ein Gläschen vor dem Essen getrunken wird.

Äußerliche Anwendung:

Arnika (Arnica montana)

Bild © www.korn-verlag.de

Vorkommen:

Außer im Mittelmeergebiet ist Arnika in fast ganz Europa beheimatet. Man findet sie in den mitteleuropäischen Gebirgen und vor allem in den Alpen und im Alpenvorland, von der Ebene bis in Höhen von über 2.000 Meter. Sie wächst auf Wiesen, in Hochmooren und lichten Nadelwäldern.

Kultivieren im Garten:

Arnikasamen erhält man im Fachhandel. Für die Gartenkultur ist die nordamerikanische SorteArnica chamissoniserfolgversprechender alsArnica montana.