Die Herrscherin der Elemente - Jessy Eileen - E-Book

Die Herrscherin der Elemente E-Book

Jessy Eileen

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Beschreibung

Amalia ist eine junge Elementfee, die früh ihre Heimat und ihr gesamtes Leben verliert. Sie flieht auf die Erde um unterzutauchen, wo sie den Unternehmer Robert Mason kennenlernt und sich prompt in ihn verliebt. Doch bald holen sie ihre Vergangenheit und die Schuldgefühle ein. Wird die junge Liebe es schaffen, sich durchzusetzen? Wird Amalia die Erde beschützen können und ihrer Bestimmung gerecht werden?

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhaltsverzeichnis

Die Autorin

Danksagung

Prolog:

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Impressum

Tolino Media

Die Autorin

Jessy Eileen macht eine Ausbildung zur Speditionskauffrau und schreibt Fantasieromane. Dies ist ihr erstes, veröffentlichtes Werk.

Jessy lebt und arbeites im Ruhrgebiet, NRW.

Danksagung

Auf diesem Wege möchte ich mich gern bei meiner Familie und besonders meinem Papa für die Unterstützung bedanken.

Ohne euch wäre dieses Buch nicht möglich gewesen.

Danke auch an meine Freunde, die sich meine millionen von Covern und Titelideen anschauen und bewerten mussten. Auch danke ich euch, ihr musstet wirklich viele Bizarre Fragen über euch ergehen lassen.

Danke aber auch an jeden einzelnen Leser und jede einzelne Leserin.

Folgt mir gern auf Instagram, Tiktok und Facebook und lasst mich eure Meinungen zu diesem Buch hören.

Prolog:

“Lydia jetzt komm schon. Ich will tanzen. Das ist mein 18 Geburtstag!”

“Ich weiß Amalia. Das hast du mir schon 30 mal gesagt. Mindestens.”

“Dann komm.”

“Aber wir müssen auf die Mädels warten. Das haben wir versprochen!”

“Ja ich weiß.” Ich verdrehe die Augen und laufe auf meinen glitzernden Pumps an der Bar auf und ab. Doch lange brauche ich nicht zu warten, denn da kommen sie schon. Tindra, Sam und Alya.

“Bereit zum Tanzen?”

“Natürlich Tindra. Amalia ist schon ganz ungeduldig!”

“Tut uns leid. Wir haben uns auf dem Weg in dein Zimmer verlaufen!”

“Schon wieder?” Ich verdrehe kichernd die Augen, dann schnappe ich mir Leyla und ziehe sie zur Tanzfläche. Die anderen Mädchen folgen mir und so tanzen wir. Aber nicht lange, denn meine Eltern betreten die Bühne und die Band verstummt. Mein Vater übernimmt das Mikrofon..

“Meine Damen und Herren! Wir danken euch, dass wir euch an einem so besonderen Tag als unsere Gäste empfangen dürfen. Vor 18 Jahren ist ein Wunder der Natur geschehen und hat uns unsere Tochter Geschenkt. Amalia.” Er zeigt auf mich und alle schauen zu mir und klatschen. “Amalia, komm doch mal zu uns!” Ich gehe zu meinen Eltern auf die Bühne. “Meine Liebe, wir gratulieren dir zu deinem Ehrentag.” Beide nehmen mich in den Arm. “Auf ein weiter mit Glück gefülltes Leben. Und nun verbeugt euch alle vor Prinzessin Amalia von Pandrea. Unsere Kronprinzessin.” Und so verbeugen sich die Gäste und als sie sich erheben, wollen wir die Bühne verlassen, doch ein junger Mann hält uns auf.

“Entschuldigung Eure Majestät, ich würde ebenfalls gern ein paar Worte an die Prinzessin widmen!”

“Natürlich. Bitte!” Meine Eltern, wirken sichtlicher verwundert, so wieder grade in dem Saal, doch sie verlassen die Bühne und ich bleibe mit dem Jungen Mann auf ihr stehen stehen. Er nimmt sich das Mikrofon. Der Mann ist einen guten Kopf größer als ich und hat eine sehr helle Haut, aber dunkle Haare und Dunkle Augen. Ich kenne ihn, er geht auf die Schule der Magier, aber wir hatten nie mit einander zu tun.

“Nun Prinzessin Amalia. Wir kennen uns ja aus der Schule und haben so viele Jahre mit einander verbracht. Ich habe Euch schon immer bewundert. Solch eine Schönheit, Eleganz und Freude und dennoch wirkt Ihr freundlich und Volksnah. Und ich muss sagen, ich liebe Euch. Schon seit langem.” Oh nein. Er will mir vor dem ganzen Universum seine Liebe gestehen? Ich hoffe er macht mir keinen Antrag. Ich schaue von dem jungen Mann ins Publikum zu meinen Freunden. Ihre Gesichter wirken genauso Geschockt über das Geschehen wie mein Inneres. Ich hoffe zumindest, dass man mir den Schock nicht ansieht. “Also Prinzessin Amalia, erweist Ihr mir die Ehre und heiratet mich?” Ich höre das Publikum stocken.

“Ivor!” Er ist mittlerweile auf die Knie gegangen und hält mir einen wunderschönen Ring mit einem weißen Diamanten hin. “Ivor es tut mir leid. Aber ich werde dich nicht heiraten. Wir haben uns doch nur ein paar mal in der Schule gesehen!” Ich ziehe ihn hoch auf seine Füße und schaue ihm tief in die Augen. Ich sehe, dass ich ihm sein Herz gebrochen habe. “Es tut mir wirklich leid, aber ich kenne dich doch kaum und ich möchte jemanden heiraten, den ich kenne und liebe. Und abgesehen davon, bin ich noch gar nicht bereit zu heiraten!”

“Prinzessin Amalia?” Er sieht mich mit einem flehenden Blick an. “Seid Ihr Euch wirklich sicher?”

“Ja Ivor. Ich bin mir sicher. Ich werde dich nicht heiraten.” Er schaut ins Publikum und zu den vielen Reportern mit den Kameras.

“Ihr gebt mir vor dem gesamten Universum einen Korb?”

“Ja Ivor. Wie gesagt, es tut mir leid!”

“Das sollte es auch. Euretwegen bin ich nun zum gespött geworden.” Sein Gesichtsausdruck wandelt von trauer und flehend, in pure Wut. Damit sieht er mir mitten in die Augen.

“Ivor, du hast dich dazu entschieden, vor den Augen der ganzen Welt mir einen Antrag zu machen!”

“Ja, den hättest du aber nicht ablehnen sollen! Prinzessin Amalia, du wirst diese Ablehnung noch bereuen. Ich schwöre dir, du wirst diesen Tag bereuen und mich anflehen, dein Mann zu werden. Ich werde wiederkommen und mich Rächen!” Und schon zaubert er sich weg und lässt mich hier verdutzt vor den Augen aller stehen.

Kapitel 1

Etwas kitzelt an meiner Nase und holt mich so aus meinem entspannten Schlaf. Ich öffne die Augen und sehe einen kleinen Ziegelbarsch über mir herschwimmen. Der kleine kupferne Fisch schwimmt in meiner winzigen Höhle über mir herum.

“Guten Morgen kleiner Freund. Danke fürs Wecken.” Ich strecke meinen Finger nach ihm aus, doch er schreckt sofort zurück und schwimmt davon. “Schon gut. Ich wollte dir keine Angst machen!” Ich lächele dann nur und schwimmen aus der Höhle hinaus den Felsen hoch bis zur Oberfläche. Langsam strecke ich den Kopf hinaus und schaue, dass ich auch ja keinen Menschen sehe und nähere mich dann dem Strand, bis ich schließlich raus komme. Aus dem Wasser ragt ein kleiner Fels in dem ich mein Hab und Gut verstecke. Ich gehe also zu ihm und achte erneut drauf, keine Menschenseele am Strand zu erblicken, aber eigentlich mache ich mir umsonst Sorgen. Dieser Strandabschnitt ist nur wenig besucht und es ist noch sehr früh. Die Sonne geht grade erst auf. Mit meinem rechten Zeigefinger fahre ich über den kalten Stein und male eine Tür auf. Die Umrisse die ich mit dem Finger zeichne, fangen an zu leuchten. Immer wieder blicke ich mich um, doch sehen tue ich niemanden außer ein paar Möwen, die sich grade um einen Fisch streiten. Dann öffne ich die gezeichnete Tür einfach und ein Schrank kommt im inneren zum Vorscheinen. So wie all meine Sachen. Ein paar Kleider auf Kleiderharken, sowie gefaltete Hosen und Shirts. Ein paar Schuhe und noch Kleinkrams. Ich nehme mir eine schwarze Jeansshorts und mein weißes Arbeitsshirt. Ich arbeitet in einem Wasserfreizeitpark ganz in der Nähe an der Eingangskasse. Seit zwei Jahren lebe ich nun hier und arbeite. Mehr kann ich nicht tun. Ich kann nicht mehr nach Hause gehen. Also lebe ich hier so gut es eben geht. Ohne aufzufallen. Ganz für mich allein. Mit einem Fignerschnippsen habe ich mein schwarzes Seidenhemd getrocknet im Schrank hängen und die neuen Sachen an. Mit einem weiteren Schnippsen habe ich auch meine Arbeitskappe auf und meine tief blonden Haare zu einem hohen Pferdeschwanz gebunden, welche mir damit immer noch bis zu den Hüften gehen und bin komplett trocken. Dann schließe ich den Schrank und fahre erneut mit dem Finger über den noch immer leuchtenden Umriss, so dass dieser Aufhört zu leuchten und nicht mehr zu sehen ist. Dann drehe ich mich um und gehe den Strand entlang zur Arbeit. Der Eingang liegt am Ende des Strandabschnittes.

Die beiden Möwen zanken sich immer noch, bis plötzlich ein Seeadler anfliegt und ihnen ihre Beute entreißt. Die beiden Möwen kreischen wütend, fliegen dann aber zurück aufs Meer, vermutlich um einen neuen Fisch zu jagen. Es ist ein wirklich wunderschöner Tag und die Sonne erhebt sich über den Horrizont und taucht das dunkele Blau des Himmels in ein immer helleres Blau. Die Vögel sind auch lautstark am zwitschern und die Luft ist richtig angenehm klar. Als ich den Strand verlassen, laufe ich auf den Eingang des Parks zu und sehe bereits meinen Chef und die anderen Mitarbeiter dort stehen. Vor der Frühschicht trifft er sich gern mit der Belegschaft um den Tag zu besprechen.

“Guten Morgen Amalia.” Er winkt mir zu, als er mich sieht.

“Hallo Chef.” Ich stelle mich zwischen zwei Kollegen und so stehen wir nun alle in einem Kreis auf dem großen Platz.

“Du bist heute spät. So kennt man dich ja gar nicht!”

“Tut mir leid. Ich habe ein wenig gebummelt. Der Sonnenaufgang über dem Ozean war heute einfach zu schön, um ihn einfach zu ignorieren!”

“Manchmal bist du mir ein Rätsel meine Liebe!” Er grinst nur und schaut dann durch die Runde. “Gut, jetzt wo alle da sind, wünsche ich euch einen wunderschönen guten Morgen.” Im Chor antworten ihm alle. “Nun, für heute haben sich drei Schulklassen angemeldet. Amalia, gib ihnen bitte das rote Band. Sie haben von mir einen gratis Eintritt zur Delfinshow bekommen. Oh und mein Kleiner Bruder wird am Mittag kommen. Ich habe ihm gesagt, er soll um eins kommen zum Lunch. Da machst du ja Feierabend, würdest du ihn dann bitte in die Robbenmensa führen? Da wollte ich mit ihm zum Mittag essen!”

“Natürlich Chef. Mache ich gern. Wie heißt er denn, damit ich weiß, auf wen ich warten soll.”

“Robert. Er ist ein guten Kopf größer als ich und kommt wahrscheinlich in einem Anzug, komplett Overdressed. Er ist ein großer Unternehmer!”

“Ist gut!”

“Schön. Dann Tanja, für die Delfinshow. Eines der Kinder hat Geburtstag, hol dir das Geburtstagskind doch dazu für die Show!” Er erklärt noch einige andere Dinge, aber die betreffen mich nicht, daher höre ich nicht mehr wirklich zu. Nach der Besprechung bereite ich meine Kasse vor. Ich öffne das kleine Fenster und starte die Sprechanlage und teste sie. Dann fahre ich die Kassensysteme hoch und hole mir, während die Systeme sich einstellen, einen Kaffee. Dann gehe ich zurück zu meiner Kasse und starte das Radio und melde mich an. Mein Kassenhäuschen ist mittlerweile das einzige, welches wir noch haben, denn im Zeitalter der Digitalisierung läuft das alles automatisch Online. Dort können sich die Kunden ihre Tickets vorkaufen und brauchen am Eingang das Ticket vom Handy aus nur noch zu scannen. Damit Sparen sie sogar ein paar Dollar. Meist kommen nur die älteren Menschen, meist mit ihren Enkelkindern zu mir, oder Leute, die eigentlich nur am Spazieren waren und spontan rein wollen. Oder eben die Schulklassen. Diese buchen zwar auch im vorraus, bekommen aber ihre Tickets und andere Dinge hier bei mir. So öffne ich pünktlich um neun meine Kasse und den Eingang, mit einem Knopfdruck, womit sich die Scanner einschalten und auch die Drehtüren aktiviert werden und es dauert gar nicht lang, bis die ersten in den Park strömen. Die Schulklassen kommen auch früh und dann habe ich erstmal wenig zu tun. Die meisten Checken wie erwähnt ganz alleine ein.

Am späten Mittag warte ich dann auf meine Ablöse und auf Robert.

“Hallo Miss. Ich bin hier mit meinem Bruder verabredet. Dem Parkleiter.” Ein junger Mann, von vielleicht Anfang 30 erscheint an meiner Kasse. Er trägt allerdings keinen Anzug, sondern eine Jeansshorts, die bis zu den Knien geht und dunkel blau ist, sowie ein weißes T-Shirt. Er ist ein wirklich hübscher Mann. Dunkle, braune kurze Haare und sehr dunkel braune Augen. Sein Geischt ist ein wenig kantig und wirkt hart, was seine Augen aber definitiv wieder aufweichen. Und unter seinem Shirt kann man die vielen Muskeln nur so erahnen.

“Und Sie sind?” Ich möchte, dass er mir den Namen nennt, nicht dass es ein Betrüger ist.

“Robert Mason.” Er schenkt mir ein wunderschönes Lächeln und entblößt dabei strahlend weiße Zähne. Und irgendwie wird mir im Flau im Magen. Ich habe bei dem Anblick dieses Mannes ein wirklich eigenartiges Gefühl.

“Schön. Robert, ich bringe Sie gleich zu ihrem Bruder. Jeden Augenblick, sollte meine Ablöse kommen.”

“Ist gut. Ich warte gern. Wie ist Ihr Name?” Er lehnt sich an die Wand neben der Scheibe und schaut mich unentwegt an, was mich wirklich ein wenig nervös macht.

“Ich bin Amalia.”

“Oh stimmt. Mein Bruder erzählte mir von Ihnen!”

“Wirklich? Er redet über mich?” Jetzt bin ich überrascht. Warum sollte Lewis über mich reden?

“Ja. Sie sind scheinbar seine Lieblingsangestellte.” Die Lieblingsangestellte? Na ja gut, abgesehen von den Tierpflegern und Trainern bin ich am längsten im Team. Die anderen Mitarbeiter sind meist Schüler und Studenten, die sich ihr Taschengeld aufbessern wollen. Plötzlich werde ich aus meinen Gedanken gerissen, als Antony meine Ablöse kommt.

“Amalia! Ich schenke dir nun die Freiheit!”

“Hallo Anthony. Schön, ich habe dir alles vorbereitet. Es gibt auch nichts zum Übergeben, ist alles schon gelaufen. Ist bisher ein ruhiger Tag!”

“In Ordnung. Dann wünsche ich dir einen schönen Feierabend.”

“Danke.” Dann tauschen wir die Plätze und und ich gehe zu Robert. “Nun dann kommen Sie mal mit. Ich bin übrigens enttäuscht. Ihr Bruder versprach mir einen Mann im Anzug.”

“So also! Tut mir leid. Ich dachte, ich ziehe mich Lieber ein wenig lockerer für ein Lunch mit meinem Bruder in einem Freizeitpark an! Ich hoffe, ich sehe trotzdem gut genug aus!” Wir betreten den Aquapark.

“Natürlich. Steht Ihnen ausgezeichnet und passt viel besser hier her.” Er lacht und stößt sanft mit seinem Ellenbogen an meinen, was mir erneut ein merkwürdiges Gefühl vermacht. Ich lächele nur zurück und schaue dann zu Boden.

“Freut mich, dass ich Ihnen gefalle Amalia! Kommen Sie von hier?”

“Aus Florida? Nein. Ich komme von weiter weg.”

“Oh, wo her den?” Ich hasse die Fragen. Damit hat Lewis mich bei meinem Bewerbungsgespräch auch schon gelöchert, aber ich konnte ihn schnell beschwichtigen.

“Weiter weg eben!”

“Ein Geheimnis also. Gut, dass werde ich schon noch lüften!”

“Ich denke eher nicht.” Wenn er nur wüsste, ich komme nämlich gar nicht von diesem Planeten. Ich stamme aus einer ganz anderen Welt, einem magischen Universum. Ich kam als Flüchtling hier her und habe mir vorgenommen, diesen Planeten zu schützen, damit ihm nicht das selbe Schicksal ereilt wie meinem. Falls ich es überhaupt kann. Meinen konnte ich schließlich auch nicht schützen und habe alle verloren, di emir lieb und teuer sind. Und die, die noch da sind, müssen mich inzwischen abgrundtief hassen.

“Wie kamen Sie denn auf die Idee, hier nach Palm Beach zu ziehen?”

“Weiß nicht, es ist schön warm und nah am Wasser. Und das Wasser ist auch angenehm warm hier.”

“Ja das ist es wirklich. Es ist aber auch hier im Park wirklich schön!”

“Ja. Waren Sie noch nie hier?”

“Nein. Ich bin erst frisch hergezogen. Ich habe vorher in New York gelebt, aber meine Firma läuft inzwischen gut genug, dass ich von hier aus arbeiten kann. Ich wollte meiner Familie wieder etwas näher sein!”

“Ja das kann ich verstehen. Man ist nie gern ohne seine Familie!”

“Stimmt. Wie ist Ihre?”

“Sie geben nicht auf was?”

“Gut erkannt. Also? Wo ist ihre Familie, ist die auch hier?” Er ist wirklich hartnäckig und ich wünschte wirklich, ich könnte soe infach darüber reden. Aber würden die Menschen herausfinden, was ich bin, würden sie mich jagen und vielleicht versuchen einzusperren. Dann wäre mein ruhiges Leben hier vorbei und ich müsste zurück in die magische Welt.

“Nein. Die ist sehr weit weg. Ich musste sie verlassen!”

“Oh. Warum? Beruflich?”

“Nein. Ist kompliziert und ich möchte nicht drüber sprechen. Ich hoffe, Sie sind mir nicht böse!” Er schenkt mir ein aufmunterndes Lächeln, welches wirklich ansteckend ist.

“Nein. Ich finde Sie sehr interessant!”

“Danke. So da wären wir schon. Die Robbenmensa. Hier wartet ihr Bruder.” Wir betreten das Restaurant. Es ist eines von vielen, welches wie der Name schon sagt, Robben zum Thema hat. Aber nur was die Deko angeht. Ich führe ihn zum Tisch wo mein Chef schon wartet.

“Ach, da seid ihr ja! Schön dich zu sehen Rob. Vielen Dank Amalia!”

“Sehr gern Chef.”

“Hier ist auch noch ihr Lohn für heute!” Er gibt mir einen Umschlag.

“Du bezahlst deine Mitarbeiter täglich?” Robert wirkt sehr erschrocken.

“Nein Rob. Nur Amalia. Das war ihr Wunsch!”

“Wieso?”

“So habe ich es täglich. Nun Robert, es war schön, Sie kennen zu lernen. Ich hole mir nun mein Mittagessen!”

“Ich war so frei und habe unseres schon geordert.” Robert setzt sich seinem Bruder gegenüber und nickt ihm zu. Dann sieht er mich wieder an und rückt die Bank weiter hinein.

“Amalia, es war mir ebenfalls eine Freude. Aber setzen Sie sich doch zu uns!” Er zeigt auf den Platz auf der Bank neben sich. Ich schaue fragend zu meinem Chef. Er scheint meine Überraschtheit zu spüren.

“Natürlich meine Liebe, komm gern zu uns!”

“Ach, ihr habt bestimmt viel zu bereden. Ich gehe dann mal!” Ich esse jeden Tag in einem der Restaurants hier. Das Geld, was ich hier verdiene, haue ich auch immer direkt auf dem Kopf, ich kann sonst nicht viel damit anfangen. Meist kaufe ich Klamotten, oder Spende es. Ich habe am Strand in einem Felsvorsprung ein kleines verzaubertes Schließfach, wo ich meine Sachen lagere. Aber eigentlich kaufe ich mir von dem Geld nur Essen. Für die Tage, an denen ich frei habe, lege ich mir immer etwas Geld in mein Versteck.

“Amalia, ich würde mich wirklich sehr darüber freuen, wenn Sie sich zu uns setzen!” Robert ist ziemlich hartnäckig und an dem Schulternzucken meines Chefs, sehe ich, dass ich wohl eh keine Wahl haben werde.”

“Gut. Ich bestelle mir mein Essen!”

“Amalia, lass es aufs Haus gehen!”

“Danke, aber nicht nötig. Dafür arbeite ich doch hier!”

“Lewis, du hast echt eine eigenartige Mitarbeiterin!”

“Ja, sie ist ein wenig eigen, aber sehr zuverlässig und unser Kundenliebling!”

“Hallo? Ich stehe noch hier! Redet wenigstens über mich, wenn ich an der Theke bin!” Ich drehe mich um und gehe zur Bestelltheke. Die Bedinung kommt zu mir und lächelt mich an. Anne ist Studentin und erst seit ein paar Wochen hier, aber sie ist echt nett und würde ich nicht so in Abgeschiedenheit sein, würde ich mich Bestimmt gern mit ihr anfreunden.

“Hallo Amalia. Na Feierabend?”

“Anne, ja. Anthony ist ausnahmsweise mal pünktlich gekommen. Und der Bruder vom Chef zwingt mich grade, mich zum Essen mit dazu zusetzen. Wie unangenehm ist das bitte? Aber machst du mir einen Seelachs mit Bandnudeln und Senfsauce?”

“Natürlich, ich bringe ihn dir an den Tisch. Lewis hat übrigens das selbe für sich und seinen Bruder bestellt. Aber von hier kann ich nur sagen, dass sein Bruder wirklich absolut Hot ist. Also wenn du ihn nicht willst, schnapp ich ihn mir.”

“Nur zu Tiger. Krall ihn dir. Ich habe kein Interesse!”

“Das glaube ich dir nicht, du wirst rot, jedesmal wenn du rüber siehst. Du stehst auf ihn. Du findest ihn heiß.”

“Ja er sieht gut aus und ist anziehend. Und ja er hat wunderschöne Augen und eine raue, aber warhme Stimme, aber Anne, ich bin nicht hier um mir den Bruder vom Chef zu angeln. Ich bin hier zum Arbeiten.”

“Das Eine schließt das Andere aber nicht aus. Du bist doch ebenfalls eine absolute Schönheit. Also schnapp ihn dir!”

“Ich danke dir Anne.” Ich bezahle und setze mich dann an den Tisch zu Robert und meinem Chef, allerdings nehme ich mir einen Stuhl von einem anderen Tisch und setze mich vor Kopf, was Robert zum Grinsen bringt und er dann wieder ein Stück näher rückt.

“Gab es an der Kasse heute irgendwelche Besonderheiten?”

“Nein Chef. Es war ein recht ruhiger Tag. Die Schulklassen kamen sehr früh schon und die meisten Kunden haben Online gebucht! Da war nur ein älterer Mann mit seiner Enkelin, er wollte nicht verstehen, warum die Tickets online günstiger sind als an der Kasse. Sowohl die Kleine, als auch ich, hatten ganz schön Mühe ihm das zu erklären. Bis er endlich ruhe gegeben und die Tickets gekauft hat.”

“Das höre ich gern. Ich hoffe ja, dass du mir noch ganz lange erhalten bleibst.”

“Wo sollte ich auch sonst hin? Es gefällt mir hier!”

“Amalia, Sie dürfen es meinem Bruder nicht so leicht machen! Sie wollen doch bestimmt Geld verdienen und mal aufsteigen!”

“Um Ehrlich zu sein nicht. Ich möchte einfach nur entspannt leben. Ich arbeite hier nur als Zeitvertreib und ich mag die Arbeit an meiner Kasse. Ich bin zufrieden so.”

“Wow. Ich habe nie jemanden getroffen, der nicht die große Karriere erreichen will.”

“Na ja. Ich gehe jetzt gleich nach dem Essen einfach durch die Stadt bummeln, dann am Strand spazieren und gucke mir am Abend den Sonnenuntergang an. Mogen schaue ich mir den Sonnenaufgang an und gehe zur Arbeit. Ich lebe mein Leben ganz entspannt und bin zufrieden damit.” Dann wird unser Essen gebracht und wir fangen an zu essen.

“Wow, der Fisch ist wirklich gut. Aber Lewis, warum habt ihr hier eigentlich noch ein Delfinarium? Ist das nicht inzwischen ziemlich fragwürdig, die armen Geschöpfe einzusperren und zu dressieren?”

“Rob unser Delfinarium liegt direkt an einem Meeer. Die Delfine sind bei uns nicht eingesperrt. Es sind wilde Delfine. Sie kommen freiwillig um an einfaches Futter ran zu kommen. Ganz selten mal kommt auch eine kleine Schule Orcas her. Alles auf freiwilliger Basis. Kann also auch mal sein, dass eine Show ausfällt, weil kein Delfin kommt. Aber das ist wirklich selten. Die haben da wirklich Bock drauf. Ich kann es dir gern später zeigen!”

“Ja bitte. Amalia, wie kamen Sie denn auf den Job hier?”

“Nun, ich habe nach etwas einfachem gesucht, ohne viel Verantwortung und ohne lästige Fragen nach meinem Hintergrund!”

“Oh, ich hoffe meine Fragen waren nicht zu lästig?”

“Schon gut.” Nach dem Essen stehe ich auf und will mich verabschieden. “Nun die Herren. Ich danke für die angenehme Gesellschaft beim Essen. Chef wir sehen uns morgen. Und Robert, war nett mich mit Ihnen zu unterhalten.” Damit drehe ich mich weg und gehe nach draußen. Eigentlich hätte ich mal wieder richtig Lust auf einen Ausflug, mal wieder meine Flügel raus zu lassen und einfach in die Luft abzuheben. Also laufe ich aus dem Park heraus zum Strand und schaue mich um, dass niemand zu sehen ist. Doch grade als ich glaube alleine zu sein, taucht Robert auf mit einem breiten Grinsen im Gesicht, als er mich ansieht.

Kapitel 2

“Sie sind ziemlich schnell Amalia.”

“Robert?” Er läuft die Sanddühne hinab auf mich zu und stoppt dann

“Tut mir leid Amalia. Aber ich konnte Sie einfach noch nicht gehen lassen. Sie haben eine wirklich magische Anziehungskraft auch mich. Ich möchte Sie gern näher kennenlernen. Und wollte Sie daher fragen, ob Sie vielleicht morgen Abend mit mir ausgehen würden? Ich lade Sie zu einem Abendessen ein!” Ich gehe weiter den Strand entlang und er läuft neben mir her, wobei sich immer mal wieder unsere Hände berühren. Jede dieser Berührungen lässt die Mauer um mich herum Ziegel um Ziegel abbauen. Ich würde schon gern mit ihm ausgehen, ich war noch nie mit einem Mann aus, aber ich habe ein wenig Angst um mein Geheimnis. Vielleicht kann ich sein Interesse an mir ja abwenden.

“Sie wollen mit mir ausgehen? Wieso den? So interessant bin ich doch auch nicht, verglichen mit Ihnen führe ich ja ein sehr einfaches und vielleicht auch eintöniges Leben!”

“Ich glaube nicht, dass ihr Leben eintönig ist. Sie sind eine unglaublich spannende Frau. An Ihnen gibt es viel zu erforschen. Und natürlich sind sie äußerst attraktiv. Und ich muss zugeben, als ich in Ihre tiefblauen Augen gesehen hatte, war es bereits um mich geschehen. Also, tun Sie uns beiden doch den Gefallen, und lassen Sie sich von mir zum Essen ausführen!”

“Ist es dann nicht eher ein Gefallen für Sie?”

“Nein, ich beweise Ihnen ja damit, dass wir wie für einander geschaffen sind. Und damit tue ich dann auch Ihnen einen Gefallen!”

“In Ordnung. Sie sind unglaublich.” Ich muss wirklich kichern. “In der Stadt gibt es so ein neues chinesisches Restaurant, wo alles auf einem Fließband geliefert wird. Das wollte ich mal testen.”

“Ja davon habe ich gelesen. Dann gehen wir dort hin. Ich hole Sie morgen Abend dann um sechs ab.”Abholen. Klar, soll er am Felsen klopfen oder vor meiner kleinen Höhle? Das muss ich irgendwie abwenden.

“Wie wäre es, wenn wir uns dort treffen?”

“Zu einem richtigen Date gehört es aber, die Dame abzuholen!”

“Ich kenne Sie aber gar nicht, daher würde ich mich wohler fühlen, wenn wir uns vor dem Lokal treffen!”

“Ist gut. Wir treffen uns dort.” Ein Glück, lässt er hier locker. Das hätte auch wirklich nach hinten losgehen können und ich wäre ihn vielleicht gar nicht mehr los geworden, oder hätte ihn so sehr verschreckt, dass er mich vielleicht jagen lassen würde. “Was haben Sie jetzt vor. Wäre es eigentlich für Sie in Ordnung, wenn wir ins Du übergehen?”

“Natürlich. Gerne.”

“Schön. Also, was hast du grade vor!” Oh also eigentlich wollte ich grade meine Flügel hervorholen, mich in Luft verwandeln damit mich niemand sieht und dann einen Spazierflug durch die Stadt machen. Wie schön wäre dass, einfach die Wahrheit sagen zu können. Aber das würde er nicht verstehen. Wie denn auch. Er ist ein Mensch der auf der Erde, er versteht nichts von der Magie die im weiten Universum herrscht. Also muss ich ihn anlügen.

“Ach um Ehrlich zu sein, hatte ich noch keinen Plan. Ich wollte einfach die Seele baumeln lassen und ein wenig den Strand entlang laufen. Vielleicht auch ins Wasser. Mal sehen.”

“Klingt gut. Darf ich mich anschließen?” Das wirft meinen Plan für einen Ausflug natürlich über Bord, aber ich muss zu geben, dass ich seine Anwesenheit genieße und seine direkte und leicht aufdringliche Art mich irgendwie imponiert.

“Gern. Ich laufe aber einfach nur am Strand entlang. Hast du nichts vor?”

“Ich muss heute Abend zu einem Geschäftsessen, aber bis dahin bin ich frei. Ich wohne gleich hinter dem Hügel. Wenn du magst, können wir uns in den Garten setzen und meine Haushälterin macht uns eine leckere Limonade!” Ich schaue den kleinen Hügel hinauf und sehe auf ein weißes Dach, welches empor ragt. Das Haus und das Anwesen habe ich schön öfters vom Wasser aus bewundert und würde es schon gern vom Nahen sehen. Besonders die beiden Hunde die da leben. Die habe ich schon ein paar mal mit einer Frau gesehen. Moment, einer Frau. Warum will er mit mir ausgehen und mich zu sich nach Hause mitnehmen, wenn dort bereits eine Frau wohnt? Jetzt bin ich wirklich interessiert. Warum interessiert es mich denn eigentlich? Ich kenne ihn doch eigentlich gar nicht, aber ich weiß ich werde dem zustimmen und mit ihm gehen.

“Ja sehr gern. Wieso nicht.” So laufen wir den Strand entland, gehen dann den Grashügel hoch und sehen das ganze Haus. Die Wände sind in einem hellen Grau und es gibt viele große Fenster. Die Terrasse ist aus grauen Steinplatten und wirkt als Podeum zum Rest des Gartens. Es gibt dort einen großen Tisch mit sechs Stühlen dran, sowie wine Sitzecke mit einem Sofa, zwei Sesseln und einem kleinen Kaffeetisch. Der Garten selbst ist von einem dunkelbraunen Holzzaun eingeschlossen und wird von vielen Rosenstöcken geziert. “Wow. Ziemlich beeindruckend. Wunderschön. Besonders die Rosenstöcke. Das sind meine Lieblingsblumen. Wie viele wohnen da?”

“Im Moment nur ich und die Hausangestellten. Aber vielleicht ja auch irgendwann du, wenn du und ich ein Paar werden sollten!”

“Ich? In so einem Haus wohnen? Nein ich denke eher nicht.”

“Wieso nicht? Gefällt es dir nicht? Wirkte doch grade ganz anders.”

“Doch. Robert dein Anwesen hier ist unglaublich schön, aber sagen wir einfach, meine Schlafgewohnheit dürfte auf die meisten befremdlich wirken!”

“Ich kann dir alles ermöglichen, was du brauchst.”

“Ja, das glaube ich sogar. Aber steck da lieber nicht zu viel Hoffnung rein.”

“Zu spät. Ich werde nicht aufgeben. Na komm, ich habe dir eine Limo versprochen!” Er nimmt meine Hand und führt mich den Hügel hinab durch ein Tor auf sein Grundstück. Meine Hand fühlt sich sofort kochend heiß an. Ich hoffe, dass er das nicht auch spurt, das wäre mir ziemlich unangenehm. Ich überspiele meine innere Unruhe einfach mit einem Lächeln und begutachte weiter das Anwesen. Wir gehen zu einer großen Terrasse, wo eine ältere Frau uns direkt entgegen kommt. Das ist die Frau, die ich mit den Hunden gesehen habe. Sie sieht zu alt aus, um seine Frau oder so zu sein. Glaube ich. Aber vielleicht ja seine Mutter?

“Mister Mason. Schön, dass Sie zurück sind.” Mister Mason? Sie nennt ihn bei seinem Nachnamen und siezt ihn? Sie muss eine der Angestellten sein, die er eben erwähnt hat.

“Guten Tag Miranda, darf ich Ihnen Amalia vorstellen, sie arbeitet für meinen Bruder im Park.” Die Frau mit den kurzen, dunkelbraunen Haaren und Augen hält mir die Hand hin, welche ich dann direkt schüttle. Beim Kontakt unserer Haut spüre ich eine wohlige Wärme, als würde ich sie bereits kennen. Ich blicke in ihre grasgrünen Augen und sie kommt mir wirklich familiär vor.

“Es freut mich sehr Sie kennen zu lernen Miss Amalia.” Wir lassen die Hände wieder los.

“Die Freude ist ganz meinerseits Miranda.”

“Schön. Miranda, würden Sie un seine Limonade raus bringen!” Sie lässt ihren Blick von mir ab und sieht zu Robert.

“Natürlich. Wie wäre es auch mit einem kleinen Snack?”

“Ja gern. Amalia, wie wäre es mit ein paar Sandwiches?”

“Klingt gut.” Die nette Frau nickt mit einem bezaubernden Lächeln und verschwindet dann im Haus.

“Schön. Magst du meine Hunde kennen lernen?” Endlich spricht er die Hunde an. Ich weiß nur, dass es sich um große Hunde handeln muss.

“Ja sehr gern. Ich liebe Tiere.”

“Miranda?” Er ruft durch die offene Tür ins Haus. “Lassen Sie doch bitte einmal meine beiden Lieblinge raus.” Kurz darauf ertönt freudiges Gebell und zwei wunderschöne Schäferhunde galoppieren auf die Terasse. “Tut mir leid, sie sind recht wild. Sie sind noch jung.”

“Ach das macht doch nichts.” Ich knie mich auf den Boden und lasse die beiden zu mir kommen. Sie spüren, dass ich anders bin und werden schnell ruhig. Sie setzen sich neben mich und lassen sich kraulen. Einer von ihnen schmeißt sich direkt auf den Rücken und möchte den Bauch gekrault bekommen. Ich spüre auch, dass er mir siene Namen, Joe sagt. Durch die Gene meiner Mutter habe ich eine ganz besondere Verbindung zu Tieren und kann manchmal ihre Gedanken aufschnappen. Es klingt dann nicht so, als würden sie bewusst über ihre Gedanken mit mir plaudern wollen, es ist eher selten, dass mich ein Tier seinen Gedanken spüren lässt.

“Wahnsinn, du hast wohl eine besondere Gabe was Hunde angeht. Er ist sonst nie so anhänglich bei Fremden.” Er kniet sich ebenfalls neben mich. Und Joe rollt sich wieder herum. “Also, wir hätten einmal Joe.” Er krault dem größeren Hund über den Kopf, was dieser zu lieben scheint. “Und Harley, den kleinen Bruder. Ich habe die beiden in New York aus dem Müll gefischt.” Hat er gerade Müll gesagt? Warum waren die beiden denn im Müll? Wer zum Teufel schmeißt ein Tier in den Mülleimer?

“Wie bitte? Wer schmeißt denn ein Lebewesen weg?”

“Es gibt leider viel zu viele Menschen, die sich achtlos ein Tier anschaffen und es dann einfach entsorgen.”

“Grausam. Aber schön, dass du zur richtigen Zeit am richtigen Ort warst und die beiden nun ein gutes Zuhause haben!”

“Ja. Auch wenn sie mir manchmal den letzten Nerv rauben!”

“Ach was, sie sind doch noch Kinder, die ihre Grenzen testen.” Zur Bestätigung meiner Worte springt Joe auf und wirft sich auf Robert drauf, um ihm durchs gesicht zu schlecken. Robert schiebt ihn von sich runter und drückt ihm einen Kuss auf.

“Das stimmt. So Jungs, jetzt geht mal spielen. Ich wasche mir mal mein Gesicht un dann setzen wir uns mal hin!” Er reicht mir die Hand beim Aufstehen, um mir ebenfalls hoch zu helfen. Ich nehme die Hand und lasse mich von ihm zu dem Sofa führen. Während ich mich hinsetzen eilt er durch die große Glastür ins Haus und kommt kurz darauf wieder. Er hat sich das Gesicht gewaschen und dabei sein Shirt auch ziemlich nass gemacht, so dass es an seiner Haut klebt und die Muskeln noch mehr zu gesicht bringt. Der Anblick ist einfach fesselnd, so dass ich mich wirklich innerlich Ohrfeigen muss, um den Blick von ihm zu lassen. Ich versuche mich auf die Terrasse zu konzentrieren. Diese ist von Traubenreeben umrundet worden und wirkt so wirklich romantisch schön.

“Deine Terrasse ist wunderschön!”

“Genau wie du!” Ich werde direkt wieder rot und ein Feuer in mir entfacht.

“Danke.” Ich versuche es einfach ganz cool runter zu schlucken und sehe gar nicht auf ihn, wie er sich neben mir auf das Sofa setzt und ich seinen Duft einatmen kann. Bisher habe ich da gar nicht drauf geachtet, aber ich bemerke eine fruchtig frische Duftnote mit einem holzigen Touch und Pfeffer und ich liebe seinen Duft. Ich möchte mich am liebsten näher an ihn ran wagen und einen weiteren tiefen Atemzug seines Duftes in mich aufnehmen.

“Amalia du ziehst mich wirklich magisch an.” Wenn er nur wüsste, wie sehr er mich anzieht. “Also, du bist ja jetzt schon bei mir Zuhause und wir lernen uns ja kennen, darf ich dich dann doch morgen abholen?” Mit der Frage holt er mich aus meiner Fantasiewelt. Ich schaue zu ihm in seine warmen und braunen Augen und muss einfach nur lachen. Er ist wirklich hartnäckig, dass muss mn ihm ja schon lasse. Und wenn ich wirklich ein Haus hätte, in dem ich wohnen würde, würde ich mich liebendgern von diesem Gentleman abholen lassen.

“Nein. Aber ich kann gern zu dir kommen und wir fahren von hier zusammen. Ich wohne ganz in der Nähe.”

“Ich kriege dich schon nach dazu, dich abholen zu dürfen!”

“Viel Glück dabei.”

“Danke. Also, erzähl mir mehr über dich!”

“Du weißt alles, was es über mich zu Wissen gibt. Ich führe ein ganz einfaches Leben.” Ich kann ihm nichts von mir erzählen, alles was ich ihm erzählen kann, weiß er bereits. Ich lebe hier ein ganz einfaches Leben und von meinem früheren Leben, in meiner Heimat kann ich ihm einfach nicht erzählen. Dann würde er mich genauso hassen, wie die anderen. Vielleicht wäre es besser, aber es würde mein Geheimnis verraten und das geht nicht. Ich muss also irgendwie von mir ablenken.

“Das glaube ich nicht. Ich glaube, es gibt noch viel mehr über dich zu erfahren.”

“Erzähl du mir doch was von dir?” Ich hoffe sehr, dass er darauf einspringt und beobachte einfach zur Beruhigung die Hunde, diese haben sich inzwischen auf die warmen Fliesen der Terrasse gelegt. Ich höre, wie Robert tief ein und aus atmet.

“Na gut. Ich bin in Carlifornien geboren, habe in Harvard studiert und bin dann nach New York gegangen und eine Firma gegründet. Eine Investmentfirma. Und nun wo alles so gut läuft und meine ganze Familie hier nach Florida gezogen ist, bin ich auch hergezogen. Manchmal werde ich wohl nach New York müssen, aber die meisten Geschäfte kann ich von hier aus regeln. Ich werde mein Unternehmen bald nach Europa expandieren.”

“Das klingt spannend. Aber auch nach sehr viel Arbeit und Verantwortung.”

“Ja das ist es. Das stimmt. Aber ich habe sehr viele kompetente Leute in meinen Geschäftsführungen und Vorständen sitzen, da kann ich sehr viel Arbeit auch einfach mal abgeben und habe so endlich wieder viel Zeit für meine Familie und Freunde. Und um eine tolle Frau kennen zu lernen.”

“Eine Frau also!” Ich zwinkere ihm zu. Miranda unterbricht dann Gott sei Dank unser Gespräch, als sie ein Tablett mit Sandwiches und Limonade auf den Tisch stellt. “Vielen Dank Miranda. Das sieht wirklich köstlich aus..” Sie nickt nur und geht wieder.

“Wenn ich das vorhin richtig raus gehört habe, gehst du also gerne schwimmen. Oder?”

“Ja schon. Ich liebe es im Meer zu schwimmen. Das ist wie in der Schwerelosigkeit zu treiben.”

“Dann lass uns doch gleich schwimmen gehen?”

“Ja. Sehr gerne. Ich muss mir aber vorher meinen Bikini holen.”

“Ich kann Miranda bitten, ihn dir zu holen. Oder ich fahre dich eben. Ich habe hier meinen eigenen kleinen Strand.” Er versucht grade ganz unauffällig zu wirken, aber sein Versuch, herauszufinden wo ich wohne schlägt leider fehl.

“Guter Versuch. Wieso brings du die Snacks und Limo nicht an den Strand zum Picknicken und ich laufe schnell meinen Bikini holen!”

“Es war ein Versuch wert. Ist gut. Wie lange wirst du brauchen?”

“Weiß nicht, vielleicht zehn Minuten!”

“Ist gut. Dann mal los!” Ich springe auf und laufe den Weg zurück an meinen Strand. An meinem Versteck im Felsen schaue ich mich erst wieder um, dass mir auch niemand gefolgt ist. Dann öffne ich mein magisches Fach und wähle einen Bikini aus, den ich mir mit Magie unter mein Outfit zaubere. Es ist ein Schwarzer Bikini mit mit einem goldenen Ring zwischen den Brüsten, der den Stoff zusammenhält. Leider kann ich mir wirklich nur Klamotten an den Körper zaubern, die ich vor mir sehe. Dann laufe ich langsam wieder zurück. Am Tor wartet Robert bereits auf mich. “Das ging aber schnell!”

“Sagte ich ja.”

“Wow sonst brauchen Frauen doch immer Stundenlang, um sich überhaupt erst zu entscheiden. Na komm, ich habe schon alles vorbereitet. Die Hunde freuen sich auch schon aufs Wasser.”

“Oh die schwimmen auch gern?”

“Ja. Sie lieben es. Aber ich habe ihnen beigebracht, nur auf Kommando rein zu gehen. Damit sie nie ohne Aufsicht da unten sind.”

“Das ist gut. Nicht, dass ihnen was passiert.”

“Genau. Na komm, gehen wir.” Ich nicke und lasse mich von ihm durch seinen Garten an den Strand führen. Im Sand liegt nun eine riesige Picknick Decke, auf dem das Tablett steht und ein paar Handtücher liegen.

“Dann mal ab ins Wasser!”

“Wer zu erst im Wasser ist!” Ich schmeiße die Schuhe in den Sand und lasse Jeans und Shirt ebenfalls zu Boden fallen und renne. Robert macht es mir gleich und so ist es ein Kopf an Kopf rennen. Im Wasser lässt er mir dann aber den Vortritt. Denke ich zumindest, denn er kommt zu mir und nimmt mich hoch, um mich dann weiter ins Wasser zu werfen. Mit einer Arschbombe falle ich also ins Wasser und tauche kurz unter. Nach dem Aufauchen sehe ich, wie er vor Freude lacht und lache ebenfalls.

“Du bist böse.”

“Ja ganz böse liebe Amalia. Du solltest aufpassen, dass ich dich nicht kriege!” Eigentlich könnte ich einfach untertauchen und weg schwimmen, aber dann würde ich auffallen. Also fange ich einfach an zu kreischen und weiche ihm aus.

“Nein du kriegst mich nicht!” Er schwimmt mir hinter her und imitiert ein böses Lachen. So planschen wir den ganzen Nachmittag im Wasser. Zwischendurch machen wir eine Pause und essen und trinken was. Irgendwann jagt er mich wieder durch das Wasser, bis er mich fängt und an sich zieht. So stehen wir Haut an Haut im Wasser und sehen uns tief in die Augen. Jede Stelle an der seine Haut meine berührt kribbelt und fängt Feuer. Er muss das Feuer doch auch spüren, warum schreit er nicht vor Schmerzen, weil mein Feuer ihn verbrennt?

“Du hast so wunderschöne Augen Amalia.” Mit einer Hand streicht er mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und lässt diese dann an meiner Wange liegen. “Und auch wenn du grade noch lachst, erkenne ich irgendwie viel Leid, Schmerz und Trauer in ihnen. Was ist nur mit dir passiert?” Meine Mutter sagte mir mal, wenn mir ein Mann tief in die Augen blickt und meine wahre Seele und Gefühle erkennt, ist er der Mann, den ich nie wieder gehen lassen darf. Vielleicht ist er dieser eine Mann. Ich sehe in seinen Augen nichts als wahre Zufriedenheit und ein Hauch von Wärme und Geborgenheit. Ich blicke von seinen Augen herab nach unten. Ich möchte ihm schon gern die Wahrheit sagen, ihm alles erzählen, dass würde mir so viel erleichterung bringen. Aber ich weiß nicht, ob ich ihm wirklich vertrauen kann. Ich kenne ihn ja noch gar nicht. “Ist schon gut Prinzessin!” Er legt einen Finger unter mein Kinn und hebt es an, so dass ihm wieder in die Augen sehe. “Wir sind noch Fremde, ich verspreche dir, wenn du dich mir anvertrauen möchtest, werde ich zu hören und deine Geheimnisse hüten, wie meine eigenen. Und ich wede dir zeigen, dass du mir vertrauen kannst. Und bis dahin musst du mir nichts erzählen, was du nicht möchtest.” Wow. Er ist wirklich unglaublich. So charmant und sensibel. Als wenn er wüsste, dass ich mir grade genau darüber Gedanken gemacht habe.

“Danke Robert!”

“Selbstverständlich.” Er streicht mir eine weitere Strähne aus dem Gesicht, streicht nochmal über meine Wange und küsst mich dann. Mitten auf dem Mund. Einfach so. In mir explodiert im selben Moment einfach alles. Mein Herz springt wie verrückt hin und her und in meinem Bauch sind plötzlich hunderte von Wasserdrachen geschlüpft. Mein ganzer Körper geht in Flammen auf. Spätestens jetzt, muss er das Feuer doch wahrnehmen oder nicht? Ich habe erst einmal einen Mann geküsst. Das war auf der Feenschule. Und eigentlich nur zur Tarnung gedacht, damit wir nicht aufgeflogen wären. Unsere Lehrer unterhielten sich nämlich über die Noten und wir belauschten sie. Irgendwann löst Robert seine Lippen von meinen, streicht mir weiter über die Wangen und sieht mir in die Augen. “Ich bitte um Entschuldigung. Ich konnte mich nicht zurückhalten. Ich weiß nicht, wie du das machst, aber du hast mich absolut verzaubert!”

“Schon gut. So schlimm war das gar nicht.” Ich blicke verlegen zu Boden, aber kann auch nicht aufhören zu grinsen.

“Das freut mich. Erlaube mir nur eine Frage, dass was dir passiert ist, ist es der Grund, warum du hier ganz alleine bist?” Er scheint wirklich zu spüren, was in mir vorgeht. Das ist wirklich pure Magie.

“Ja. Ich habe einen schlimmen Fehler gemacht und kann meiner Familie und meinen Freunden einfach nicht mehr unter die Augen treten. Sie müssen schwer enttäuscht von mir sein und mich hassen!”

“Ach was. Dich kann man nicht hassen. Was ist denn, wenn du zu ihnen gehst, mit ihnen sprichst und dich entschuldigst? Ich meine, wenn es wirklich ein Fehler war, war es doch keine Absicht.” Wie gerne würde ich das tun. Aber wer weiß, ob sie überhaupt leben. Ich denke eher, dass ich sie alle umgebracht habe. Ich habe all ihre Leben auf dem Gewissen und ihre Geister schwirren durch meine Träume. Nicht mal in meinen Träumen, kann ich den Geistern in die Augen sehen, wie sollte ich das also in der echten Welt hinbekommen?

“Nein das geht nicht. Können wir jetzt bitte nicht mehr drüber reden?”

“Natürlich Prinzessin.” Er legt seine Arme um mich und drückt mich noch näher an sich. Ich lehne meinen Kopf gegen seine Brust und lasse mich einfach von ihm festhalten. Das Pochen seines Herzens lässt meine Gedanken wieder mehr hier hin schweifen und bringt mir ein wohliges Gefühl.

“Danke. Ich gehe jetzt mal nach Hause. Danke für den schönen Nachmittag.”

“Willst du wirklich schon gehen?” Wir lösen uns von einander und gehen Hand in Hand zurück zur Decke, wo ich mir das Handtuch nehme und mich abtrockne.

“Ja. Wir sehen uns morgen Robert.” Er steht mir wieder ganz nah. Das Wasser tropft von seinem atemberaubend, schönen Körper in den Sand. Er ist einfach perfekt. Sein Körper ist perfekt proportioniert. Nicht übertrieben bemuskelt oder schlacksig. Genau perfekt so dass ich kaum die Blicke von ihm abwenden kann und das macht mir Angst.

“Na schön. Kann ich dich wenigstens nach Hause begleiten?”

“Du kannst mich zum Tor begleiten!”

“Ich werde nicht aufgeben.”

“Gut. Ich bin dann morgen um sechs bei dir!”

“Ist gut. Komm einfach wieder durch das Tor. Ich freue mich schon.” Er führt mich zurück zum Tor. Da ich noch ein wenig nass bin, habe ich mir nur die Schuhe angezogen und halte Hose und Shirt in der Hand. Am Tor greift er meinen Arm, um mich wieder zu sich zu ziehen. “Bis morgen meine zauberhafte Prinzessin!”

“Warum nennst du mich Prinzessin?” Wenn er nur wüsste, wie viel Wahres in dem Kosenamen steckt.

“Ich weiß nicht. Wenn ich dich ansehe, sehe ich in dir eine wunderschöne und starke Prinzessin. Also nenne ich dich nun so!”

“Na schön. Damit bin ich einverstanden. Also dann bis morgen Robert.” Ich gebe ihm einen schnellen Kuss auf die Wange, löse mich dann von ihm und gehe den Weg zurück zu meinem Strand. Dort verstaue ich die Anziehsachen in meinem Felsschrank. Dann zaubere ich mir ein luftiges, pinkes Kleid an den Körper und setze mich an den Fels gelehnt in den Sand und warte auf den Sonnenuntergang.

Kapitel 3

Robert. Dieser Mann hat mir den Kopf verdreht und mein Herz geraubt. Ich möchte mit ihm zusammen sein und ihm meine Geschichte und mein wahres Ich zeigen. Aber ich muss sehen, ob ich ihm wirklich vertrauen kann. Ich habe ein wenig Angst davor, aber irgendwie bin ich auch wahnsinnig neugierig auf ihn. Ich denke, dass schlauste wäre es, morgen nicht dort aufzutauchen, aber er weiß ja wo ich arbeitet und könnte dann an meiner Kasse auftauchen. Aber andererseits will ich wirklich gern mit ihm ausgehen. Als die Sonne endlich untergeht, steige ich langsam ins Wasser, immer ein Auge auf den Strand, dass mich auch niemand sieht. Ich laufe tiefer ins Wasser hinein, bis die Sandbank abrupt endet und in eine kleine Schlucht fällt. Hier tauche ich ab und tauche die Felswand hinab bis zu meiner kleinen Einbuchtung. Sie hat die perfekte größe für mich. Sie ist wie ein kleiner Mund gefromt, ein wenig gebogen, so dass ich nie ganz grade liegen kann, aber dass ist nicht schlimm. Ich muss seitlich reinschwimmen, da die Felswand nach vornehin zusammen gebogen ist, als würde die Wand mit diesem Mund einen Stift fest halten. Was aber gut ist, so kann ich nicht einfach so raus treiben. So lasse ich mich auf den kalten Stein absinken und lege mich seitlich ab. Meine Arme unter den Kopf und schließe die Augen. Das Wasser hat wirklich eine angenehme Wärme und die klänge des Meeres sind beruhigend.

---ENDE DER LESEPROBE---