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Der Mond ist grün und die Kubakrise war ein Kuba-Krieg.
Die Welt der Rix ist ein klein wenig von unserer verschieden.
Die privaten Probleme der Melanie Muldin hingegen sind ganz alltäglicher Art. So etwas kennen wir alle.
Ihre Mutter hat wenig Zeit, ihr Stiefvater ist ein komischer Typ, ihre Chefin eine arrogante Schnepfe und der Mann, der sie liebt, ein verklemmter Feigling.
Dass der Stiefvater ein Untoter und die Chefin eine Geheimagentin ist,
macht die Sache nicht leichter...
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Veröffentlichungsjahr: 2019
...in der ungefähren Reihenfolge ihres Auftretens:
Muldin, Melanie „Melly“
-
Widerstandskämpferin
Muldin, Clodea
-
Waldläuferin; Melanies Mutter
Sanchez, Willis
-
Straßenkind; Melanies Freund
MacKay, Lucas
-
Arzt; Melanies Weggefährte
Hacket, Joshua
-
Irrer; Melanies Auftrag
McIntyre, Francis
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Kapitän der Bonnie Charlie
Fitz Markoff
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Polizist in Erixport
Longbottom, Katherine
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Lady; Melanies Kontaktperson
MacDrass, Robert „Bobby“
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rechte Hand der Lady
MacDrass, Peter
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Arzt; Melanies Stiefvater
Shackleton, Angus
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angeblicher Handelsreisender
Henry
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Barkeeper
Gibbons
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Chief Steward
Wallace
-
Wachposten
Jones
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Polizist in Rixtown
Smith
-
Polizist in Rixtown
Dorian Wolfmon
-
Faschistenführer
Jolly NiMahony
-
alte Hexe
Zudem:
…ein schmieriger Krimineller, ein unsichtbares Kind, eine alte Mestizin, ein humpelnder Polizist, ein Goyse mit Kohlsuppe und diverse andere…
Nein, ein Blick in den Weltatlas hilft nicht.
Die Suche nach Rix Island im Internet führt zu einigen winzigen Inseln und einem Unternehmen auf Hawaii, aber nicht wirklich weiter.
Ich gestehe es, das Volk der Rix und ihre seltsame Insel in der Karibik sind reine Erfindungen.
Denn natürlich hat nach den Wikingern erst mit Kolumbus im Jahre 1492 wieder ein Europäer die Neue Welt betreten.
Der puritanische Prediger Emmanuel Rix ist selbstverständlich nicht bereits im Jahre 1381 an Bord hanseatischer Koggen in der Karibik gelandet.
Die Ethnogenese der Rix, beginnend mit acht irischen und schottischen Siedlerfamilien, einer Handvoll Waisenkinder und einigen norddeutschen Seeleuten, hat in der Realität nicht stattgefunden.
Und so wird es uns niemals gelingen, einem sittenstrengen Puritaner im Schottenrock zu begegnen, der in einer britischen Kronkolonie namens Rix Island aufgewachsen ist.
Das Gleiche gilt für seine Mitbewohner auf dieser geheimnisumwobenen Insel der Antillen. Kein Goyse wird dir stinkende Kohlsuppe andrehen, denn in unserer Wirklichkeit wurden keine Piraten und Aufständischen von der Nordsee in die Karibik umgesiedelt. Und, was einen Urlaub in der Karibik schon deutlich sicherer macht, kein Malloy wird versuchen, aus Touristen Schrumpfköpfe zu basteln. Der Grund ist leicht zu erraten: in der Realität gibt es dieses Mischvolk aus ausgestoßenen Rix und Indios schlicht nicht.
Und so können wir uns beruhigt zurücklehnen und in die phantastische Welt der Rix eintauchen, im sicheren Bewusstsein, dass alle Gefahren, von denen wir lesen, nur Traum und Dichtkunst sind.
Behalte den Mond im Auge. Solange er gelblich blass am Himmel steht, kannst du in Frieden weiter lesen. Aber scheint er grün…
Lucas MacKay arbeitet als Arzt in einem schottischen Flüchtlingslager.
Nein, er behandelt weder Syrer noch Afrikaner, denn man schreibt das Jahr 1973 einer etwas anderen Welt.
Mitteleuropa ist verwüstet, nachdem die Kubakrise zu einem kurzen, aber heftigen nuklearen Schlagaustausch geführt hat. Der Rest des Westens wird durch die Diktatur des Kennedy Clans beherrscht.
Einer seiner Patienten, Joshua Hacket, ist kein harmloser Flüchtling, denn das FBI und einige andere mehr oder weniger geheime Organisationen sind ihm auf der Spur. Der Mann behauptet, seit Jahrhunderten zu leben und schon lange tot zu sein.
Ausgerechnet Lucas' Lieblingspub wird zum Treffpunkt schottischer Widerstandskämpfer, Geheimagenten und unsichtbarer Kinder.
Als Lucas' alte Freundin Melanie den geheimnisvollen Patienten entführt, wird er selbst zum Gejagten.
Die einzige Hoffnung ist seine Heimat Rix Island.
Lucas, Melanie und der als Araber getarnte Hacket begeben sich an Bord des Luftschiffes Bonnie Charlie, um dorthin zu gelangen.
Melanie saß auf dem Flachdach.
Sie hockte immer dort, wenn es soweit war.
Die Holme der Leiter zitterten leicht.
Mom kletterte hinauf. Ihr dunkles Gesicht mit den roten Rastazöpfen tauchte über dem Sims auf.
„Melly? Ich muss.“
Ein Achselzucken war die einzige Antwort.
„Du vergisst die Schule nicht. Verstanden?“
Melanie schnaubte. „Die Nigger-Schule.“
Mom zog die Stirn kraus. „Schau uns an, Kleines. Natürlich ist das die Nigger-Schule. Aber, verdammt, die ist deine einzige Chance.“
Ein Achselzucken.
„Oder wie stellst du dir die Zukunft vor“, Moms Stimme wurde schneidend. „Willst du den Rest deiner Tage mit diesen Halbwilden durch die Gassen ziehen?“
„Was hast du gegen Willis und seine Kumpel?“
„Mädchen, der Junge hat keine Zukunft. Du schon.“
Melanie lachte spöttisch. „Du hast keine Ahnung. Ich weiß was er hat, Mom. Er hat einen riesigen Schwanz, zwei mal acht Inch, mindestens. Und er fickt wie ein König.“
Moms Gesicht verfinsterte sich. „Melly, du bist zu jung dafür.“
„Du bist zu alt dafür“, zischte das Mädchen. „Neidisch, was?“
„Peter ist nicht…“, murmelte Mom.
„Nein, du bist nicht mehr.“ Melanie überlegte einen Moment. „Und mich hattest du auch recht früh, was? Also halt mir keine Predigt. Verpiss dich einfach.“ Sie wedelte mit der rechten Hand als verscheuchte sie lästige Fliegen. „Ab zur Safari, husch, husch. Hau bloß ab.“
Mom kniff die Lippen zusammen und schüttelte stumm den Kopf.
Melanie senkte den Blick. Tränen blendeten sie. Verdammte Tränen. Sie schämte sich, war wütend auf sich selbst. Wie uncool, wie verdammt uncool.
„Mom“, flüsterte sie. „Tut mir leid.“ Als sie den Blick hob, war ihre Mutter fort.
Hinter ihr raschelte es.
Ein dunkelhäutiger Bursche mit flachsblonder Mähne hangelte sich katzengleich auf das Dach. Er ging neben ihr in die Hocke.
„Nicht gut.“ Seine Stimme war ein heiseres Knurren. „Deine Mom ist okay. Nicht gut, so mit ihr reden.“
Melanie legte ihre Hand auf seinen nackten, muskulösen Bauch. Sie tastete sich hinab in die viel zu weite Armeehose. Ihre Finger umfassten sein Glied.
„Halt´s Maul, Willis.“ Sie drückte sanft zu. „Halt den Mund und fick mich.“
