Die leere Hülle eines Menschen - Sara Say - E-Book

Die leere Hülle eines Menschen E-Book

Sara Say

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Beschreibung

In diesem Roman geht es um Kimberly. Kimberly ist in einer Zeitspirale gefangen. Umgeben von einem fremden Gefühl, das sie immer mehr in die Dunkelheit zieht. Kimberly erzählt euch ihre Geschichte, wie sie der Depression entfliehen konnte. Fast wie jeden Morgen stehe ich vor dem Spiegel. Wie ich ihn verabscheue. Der morgendliche Anblick meines Spiegelbildes ist erschreckend. Mein Gesicht ist eingefallen und die dunklen Augenringe ragen hervor. Wann hört der Schmerz in meinem Inneren endlich auf? Wie kann ich der Dunkelheit entkommen?

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Seitenzahl: 92

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Die leere Hülle eines Menschen

Für alle die sich alleine fühlen

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Vor 3 Jahren..

13 Jahre früher…

Hier und jetzt…

Neustart..?

Zukunft…

Prolog

Dass ich einmal über meinen Schatten springen würde wusste ich zu dieser Zeit noch nicht.

Mein ganzes Leben bisher konnte ich den Mut nicht finden und das aussprechen was mich wirklich belastet. Für das war ich viel zu verschlossen in den letzten Jahren.

In diesem Buch möchte ich meine Geschichte, mein Weg zeigen und wie man alles schaffen kann was man sich vornimmt.

Dieses Buch wird alle interessieren, die eine verletzte Seele haben und noch nie sich selbst waren und auf dem Weg sind dies herauszufinden.

Vor 3 Jahren..

Fast wie jeden Morgen stehe ich vor dem Spiegel, wie ich ihn verabscheue.

Ich kann meinen Anblick einfach nicht mehr ertragen.

Ein Blick hinein reicht um meine Laune wieder in den Keller zu jagen.

Was ist nur aus mir geworden? Als ich wie gebannt hinein blicke bemerke ich wie fertig ich eigentlich aussehe. Die tiefen schwarzen Augenringe sieht man auch durch 3 Schichten Concealer hindurch. Meine Haut wirkt glanzlos, sie strahlt schon lange nicht mehr.

Meine blonden Haare sind struppig und hängen nur kraftlos an mir herunter. Ich bin Kimberly bin 18 Jahre alt und sehe aus wie Mitte 20. Geprägt von der Trauer. Wie konnte er das nur machen? Dieser Gedanke sitzt schon so lange in meinem Kopf fest, dass es gar nicht mehr weh tut. Ich blicke immer noch wie gebannt in den Spiegel und spüre wie sich Tränen in meinen Wasserlinien bilden. Leise seufze ich und probiere die Tränen zu unterdrücken, was natürlich nicht funktioniert.

Manchmal denke ich, dass mein Erscheinungsbild nur noch eine leere Hülle meines Körpers ist der wie gewohnt funktioniert.

Ein tiefer Stich in der Gegend des Herzens lässt mich zusammenfahren, meine Knie werden ganz weich und ich muss mich auf den Badewannenrand setzten um nicht zusammenzubrechen. Als sich mein Puls wieder beruhigt hat geht es mir noch schlechter als vorher, gleich kann ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Immer wenn ich traurig bin stelle ich mir vor wie ich weit weggehe, tief in die Wildnis, dort wo es keine Menschen gibt, nur mich und die Weite. So gut wie möglich muss ich mir das jetzt vorstellen um nicht weinen zu müssen. Als ich es wieder einmal erfolgreich geschafft habe die Tränen zurück zu halten höre ich Schritte vor der Badezimmertür. „SCHATZ WAS IST LOS? Können wir gehen?“ Ich bemüh mich etwas zu erwidern doch mein Mund ist ganz trocken. „Ich komme gleich“ erwidere ich und stehe endlich von dem Badewannenrand auf um meine Schminke zu erneuern und meine Haare zu einem Pferdeschwanz zu binden.

Ich atme noch einmal kurz durch bevor ich mit zitternden Händen die Badezimmertür öffne.

Da steht er mein Held. Mein Kai. Ich kann es nicht glauben, dass er schon so lange mit mir zusammen ist und es immer wieder erreicht das ich lächeln muss, wenn ich ihn sehe. 3 Jahre sind wir nun zusammen. Der absolute Wahnsinn. Er ist gleich groß wie ich was mich aber nicht im Geringsten stört, denn High Heels trage ich sowieso nicht. Er hat dunkelbraunes rötliches kräftiges volles Haar, was ihn manchmal zum ausrasten bringt. Seine Augen sind haselnussbraun und voller Leidenschaft und Liebe. Er hat kräftige Arme und ein Bierbäuchlein, was mich aber nicht stört. Er ist 5 Jahre älter als ich. Grins. In diesem Moment lächelt er mich an, kommt auf mich zu drückt mich an sich und flüstert mir mit seiner rauen Stimme ins Ohr „Du Süße hübsche Maus“ ich muss grinsen und wie jedes Mal überkommt mich ein Schauer, so dass mir die kleinen Haare auf den Armen zu Berge stehen. „Lass uns fahren, wir sind schon spät dran“. Ich drehe mich von ihm weg und greife nach meiner Tasche, so dass wir endlich losgehen können. „Ich freue mich auf deine Eltern“ sage ich lächelnd. Als wir ins Auto steigen und er wie jedes Mal die Musik voll aufdreht und mit einer Leidenschaft mitsingt kann ich nicht anders als ihn die ganze Zeit über an zu starren und mit ihm glücklich zu sein. Er kann mich jedoch nicht dazu ermutigen mit ihm mitzusingen, heute nicht, nicht wenn mir dieser Gedanke mein ganzes Gehirn auseinandernimmt.

Das Gefühl nicht richtig zu sein überkommt mich als das Lied Heaven von Gotthard im Radio ertönt. Zu traurig sind die Erinnerungen daran.

In Gedanken versunken blicke ich aus den Fenster. Es ist schon seltsam was mit mir passiert, was in mir vorgeht, eigentlich hatte ich es ja gar nicht so schlecht. Es gibt bestimmt Menschen denen es deutlich schlechter geht als mir. Ja so bin ich, immer alles herunterspielen und nicht zu den Gefühlen stehen die ich wirklich habe.

„Alles okay bei dir?“ seine Stimme reißt mich aus den Gedanken und ich erwidere nur ein leises „Ja“. Ich kann ihn nicht schon wieder mit meinen negativen Gedanken belasten und ihm diesen schönen Sommertag vermiesen. Es geht nicht. Heute ist wirklich ein viel zu schöner Tag um ihn an negative Gedanken zu verschwenden. Draußen ist es 24 Grad warm und die Sonne scheint. Die meisten Menschen die wir beim vorbei fahren sehen haben luftige Kleidung an und wirken glücklich. Ich habe mir heute wieder einmal lange Jeans angezogen, weil ich finde meine Figur passt nicht in ein Kleid geschweige denn in kurze Hosen. Wir fahren an den engen Blocks und den schönen Botschaften von Bern vorbei Richtung Land. Als wir nach ein paar Minuten Fahrzeit die Stadt verlassen und so langsam die ersten Felder vor uns erscheinen öffnet sich mein Herz ein wenig. Ich liebe diese Strecke. Es schreit nach einer sorgenfreien Zeit. Die Wiesen sind saftig grün und überall blühen die Blumen. Ich öffne das Fenster und schon habe ich den Geruch von frisch gemähten Rasen in der Nase. Ich hole tief Luft und atme tief ein und aus, lehne mich zurück in den Autositz und genieße diesen Moment. Kai nimmt sich in diesem Moment meine Hand und drückt sie fest. Jetzt genau in dieser Sekunde ist der Moment perfekt. Um glücklich zu sein brauche ich nur ihn. Ich drehe meinen Kopf wieder zur Seite, schließe die Augen und gebe den negativen Gedanken wieder Raum um in meinem Kopf wirken zu können. Diese Gedanken drehen sich so schnell das ich nicht wiederstehen kann und mich ihnen hingebe. Mein Vater, meine Mutter sind enttäuscht von mir. Ich kann es leider nicht ändern. So viel habe ich schon probiert um ihnen, dass zu geben damit sie stolz auf mich sind. Jedoch war das bis jetzt erfolglos. Was muss ich machen um ihnen zu gefallen, so dass sie mich lieb haben genauso wie meine Schwester. Ich komme mir manchmal so vor wie Cinderella. Nur hier um geduldet zu werden. Weit weg höre ich ganz dumpf die Melodie von dem Sommerhit des Jahres.

I'm covering my ears like a kid When your words mean nothing, I go la la la I'm turning up the volume when you speak«Komm schon Kimberly sing mit mir» grinsend schaut mich Kai von der Seite an und stuppst mich mit seinem rechten Ellbogen auffordernd an. «Ne, lass mal, ich höre dir viel lieber zu» entgegne ich nur.

Die Gedanken verschwinden als wir dem hübschen Haus immer näherkommen. Ich fühle mich zu Hause. Die ganze Woche habe ich mich bereits auf diesen Moment gefreut, sie endlich wieder zu sehen. Kais Eltern leben in einem kleinen Dorf außerhalb von Bern. Dort interessiert es keinen was man als Kind alles falsch gemacht hat. Dort sind alle für jeden da und helfen. Das Haus hat eine gelbe Fassade wie die Sonne. Um das Haus herum haben sie einen hübschen gepflegten Garten mit vielen Blumen. Indem man sich im Sommer gut sonnen kann. Sie haben auch ein paar Bäume, die Trauerweide zieht mich immer magisch an. Ich liebe es, wenn die Äste mit dem Wind mitschwingen und man das Rauschen der kleinen Blätter hört. Manchmal lege ich mich unter die Trauerweide, starre in den Himmel und wünsche mir, dass die Welt stillsteht. Als wir den Hang hinauf fahren sehe ich sie bereits winkend am Fenster. Mein Herz geht auf.

Ich schnalle mich ab und blicke zu Kai, der sich genauso wie ich darüber freut wieder hier zu sein. Sie haben uns zum Grillen eingeladen. Als wir aussteigen und langsam zum Haus hinab gehen kommt uns Kais Vater strahlend und winkend entgegen. „Na habt ihr Hunger?“ „Oh ja und wie“ entgegnen Kai und ich wie aus einer Pistole geschossen. Er strahlt immer noch und drückt uns an sich. Als wir alle am Küchentisch sitzen vor uns das leckere Essen, es ist wie immer viel zu viel und ich weiß Kais Mutter Elsa stand wieder 3 Stunden in der Küche, reden wir über all die Dinge die gerade aktuell sind. Kais Vater Viktor erklärt uns gerade was er alles renoviert hat am Haus und das wir es uns nach dem Essen ansehen müssen, als mich Elsa ansieht und fragt „Wie geht es dir? Hast du mit ihm gesprochen?“ wird mein Mund schon wieder ganz trocken. „Ja alles in Ordnung und ja ich habe mit meinem Vater gesprochen“. Sie nickt nur kurz und wechselt das Thema. Ich denke sie weiß, dass es mir nicht wirklich gut geht, will mich aber auch nicht drängen zu reden was ich sehr schätze an ihr. Wir genießen den Nachmittag mit Kais Eltern noch im Garten.

Spielen Uno unter der Trauerweide und trinken Kaffee. Als es dunkel wird machen wir uns auf den Nachhauseweg.

13 Jahre früher…

Meine Kindheit schien von aussen aus perfekt “Bilderbuch“ mässig.

Aber eigentlich war es alles andere nur nicht wie in den “Bilderbuchfamilien“. Kurz zu meinem Vater, er ist ein Mann der gern Recht hat und das alle seine Meinung unterstützen. Er zeigt wo es lang geht und bestimmt. Die Erziehungsmassnahmen waren manchmal nicht gerade förderlich.

Aber fast jedes Mal, wenn ich mich nicht gerade perfekt aufgeführt habe, habe ich eine hinter die Ohren bekommen. Aber was ist schon perfekt? Als Kind versteht man das nicht und man gehorcht. Damit man wieder die liebe, brave Tochter ist. Dass das Erscheinungsbild einer “Bilderbuchfamilie“ bestehen bleibt. Ich war ein sehr lebhaftes und fröhliches Kind. Eines Tages beim Mittagessen habe ich meine Beine unter dem Tisch geschwungen aber nicht so, dass es jemanden gestört hätte und dann sagte er: „Kimberly sei jetzt ruhig ich zähle bis auf drei, wenn du damit nicht aufhörst binde ich dir deine Beine an dem Stuhl fest“. Ich dachte nicht viel darüber nach und machte weiter. Mein Vater würde das nicht machen dachte ich mir. Da hatte ich falsch gedacht. Er stand auf holte etwas Klebeband und band mir ruck