Die letzten Erben der Wächter - Sofian Weigel - E-Book

Die letzten Erben der Wächter E-Book

Sofian Weigel

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Beschreibung

Mit dem Beginn der bevorstehenden Ferien stoßen Nadim und Lenny auf eine bahnbrechende Entdeckung, die sie zu einem längst vergessenen Orden führt. Doch dieser Orden steht mitten in einem verzweifelten Kampf gegen abgründige Kreaturen von ungeahnter Grausamkeit. Schnell wird den beiden Freunden klar, dass ihre Verbindung zu diesem Orden weit tiefer geht, als sie zunächst vermuteten. In einer Welt, in der Dunkelheit und Gefahr regieren, werden Nadim und Lenny unweigerlich in den Sog des Ordens hineingezogen. Doch während die Bedrohung immer näher rückt, müssen sie sich ihren eigenen inneren Dämonen stellen und die Grenzen ihrer Stärke und Entschlossenheit überwinden. Tauche ein in eine fesselnde Saga voller Geheimnisse, Intrigen und unvorstellbarer Prüfungen. Nadim und Lenny werden auf eine gefährliche Reise geschickt, bei der ihre Mutprobe sie an den Rand des Abgrunds führt. Wird es ihnen gelingen, ihrer Bestimmung gerecht zu werden und das Schicksal des Ordens zu wenden?

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Die letzten Erben

der Wächter

 

Sofian Weigel

 

Impressum:

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek. Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Veröffentlicht bei Infinity Gaze Studios AB

1. Auflage

Januar 2025

Alle Rechte vorbehalten

Copyright © 2024 Infinity Gaze Studios

Texte: © Copyright by Sofian Weigel

Lektorat: Barbara Madeddu

Cover & Buchsatz: V.Valmont @valmontbooks

Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung von Infinity Gaze Studios AB unzulässig und wird strafrechtlich verfolgt.

Infinity Gaze Studios AB

Södra Vägen 37

829 60 Gnarp

Schweden

www.infinitygaze.com

 

Kapitel 1

 

Eine außergewöhnliche Begegnung

 

Es war ein stürmischer Herbstabend. Die Sonne war kurz vor dem Untergehen und verabschiedete sich vom Himmel mit einem herzhaften Gutenachtkuss, der den Horizont in einem lila-roten Ton erstrahlen ließ. Der kalte Wind zerrte an den Bäumen und zog ihnen ihr gelb-orangenes Blätterkleid aus. Die große Eiche vor Nadim Zakias Haus hatte sich ebenfalls ihrer Blätter entledigt und stand nun kahl auf der nassen Wiese. Der große Blätterhaufen, den er noch am Vormittag mühsam zusammengekehrt hatte, wurde von dem starken Sturm wieder im Vorgarten verteilt, der nun einem orangenen Laubmeer ähnelte.

Das Haus, in dem der Junge lebte, stand in einem alten Dorf, mitten im Nirgendwo. Riesige Wälder zogen sich um die kleine Ortschaft und erweckten den Anschein, dass dies das Ende der Welt sei. Allerdings gab es in der Gegend noch eine kleine Stadt mit dem Namen Hudson. Diese wirkte jedoch ziemlich trostlos und verlassen. Dort gab es ein großes, altes Stahlwerk, in dem noch einige Leute aus der Umgebung arbeiteten – sofern sie nicht schon längst aus diesem trostlosen Landstrich geflohen waren. Die Fabrik hatte zu ihrer Anfangszeit wegen der guten Bezahlung viele Menschen von außerhalb angezogen. Doch der Konzern litt stark unter einer Wirtschaftskrise, von der er sich kaum erholen konnte. Es gab kaum noch Aufträge, wodurch viele Arbeiter ihren Job verloren hatten.

Nadims Vater schuftete ebenfalls in dem heruntergewirtschafteten Unternehmen. Er zählte zu den Glücklichen, die ihren Job behalten durften. Allerdings spielte auch er mit dem Gedanken zu kündigen, da die Bezahlung immer schlechter wurde. So wurde der Ort von Jahr zu Jahr leerer und wirkte zunehmend gespenstischer.

Jedes Wochenende fuhr die gesamte Familie in die kaum belebte Kleinstadt, um den Wocheneinkauf zu erledigen. Denn obwohl Hudson wirklich sehr verfallen – man könnte fast schon sagen verwildert – war, gab es dort einen ungewöhnlich großen Supermarkt, der Zeuge einer besseren Zeit war. Der Markt glich von außen einer riesigen Lagerhalle, er war dafür ausgelegt, die ganzen Arbeiter und ihre Familien zu versorgen. Die gewaltige Reklametafel konnte man schon von Weitem sehen.

„Jerryos“ stand in gelben Großbuchstaben auf dem Werbebanner. In dem Laden gab es wirklich alles – von der Tiefkühlpizza bis hin zu den außergewöhnlichsten Spezialitäten, selbst Kleidung konnte man dort kaufen.

In dem Dorf, in dem Nadim lebte, gab es kein einziges Geschäft, nur einen kleinen Bäckerladen, eine Schule und eine alte Tankstelle, an der schon die Fassade bröckelte. In der Tanke konnte man allerdings ein paar Kleinigkeiten kaufen, wenn man mal etwas auf die Schnelle benötigte. Meistens hielten sich dort durchreisende Lkw-Fahrer auf, die sich einen Kaffee genehmigten.

Die Tankstelle betrieb ein älterer Herr mit dem Namen Henry Smith. Damals half noch seine geliebte Frau Betty aus, doch seit sie vor Jahren verstarb, arbeitete der alte Kauz ganz allein in dem Laden. Der Tod hatte ihn schwer getroffen, er hatte seine Ehefrau sehr geliebt. Um sich abzulenken, stürzte er sich vollkommen in die Arbeit. Bis tief in die Nacht blieb er meistens dort und stand verbittert an der Kasse. Das Paar konnte leider keine Kinder bekommen, obwohl es immer ihr sehnlichster Wunsch gewesen war. So blieben dem alten Mann am Ende nur noch die Kunden, an die er sich wenden konnte, wenn ihm mal etwas auf dem Herzen lag.

 

Im Allgemeinen war Henry jedoch ein wirklich netter Mann, der trotz seiner Trauer öfter Witze riss und immer einen guten Rat parat hatte. Egal, wie sehr die Leute aus dem Dorf über ihn herzogen – für Nadim war er einer der wenigen Bewohner, die er wirklich mochte. Die meisten Einwohner des überschaubaren Ortes waren schlecht gelaunt und grimmig. Es waren zum größten Teil ältere Menschen, die in der Gemeinde lebten. Die wenigen Jugendlichen, die sonst noch in der Gegend wohnten, waren alles andere als cool oder witzig, fand Nadim.

Er war schon immer anders und tat sich schwer, mit ihnen in Kontakt zu treten. Im Gegensatz zu den anderen interessierte er sich für Rap-Musik. Der Junge liebte den guten, alten Oldschool-Hip-Hop. Am liebsten hörte er 2Pac, denn er war ein talentierter Musiker, dessen Texte mehr der Poesie als dem Rap glichen. Leider wurde der junge Mann schon 1996 im Alter von 25 Jahren erschossen. Nadim mochte einfach die draufgängerische und rebellische Art dieser Künstler. Der Junge fühlte sich nämlich selbst wie ein kleiner Rebell. Ständig lehnte er sich gegen die Lehrer auf und kritisierte den Lehrplan, da er die meisten Themen unnötig fand und der Meinung war, dass sie ihm in seinem späteren Leben nicht helfen würden.

Er war wirklich der einzige Junge in diesem Dorf, der so tickte, und wäre eigentlich verloren gewesen, wenn es da nicht seinen besten Freund Lenny West gegeben hätte. Mit diesem war er schon seit seiner frühesten Kindheit befreundet. Sie lernten sich im Kindergarten kennen und waren von Anfang an unzertrennlich. Die zwei waren fast jeden Tag zusammen unterwegs, auf der Suche nach einem Abenteuer.

Das Haus, in dem Nadim mit seiner Familie lebte, lag am Ende einer langen Hauptstraße, die durch das rustikale Dorf führte. Es stand einsam ein gutes Stück von der letzten Häuserreihe entfernt. Es war ein kleines, dennoch gemütliches Heim mit einer schönen Terrasse. Im Vorgarten stand die riesige Eiche, die sich bis zum roten Ziegeldach streckte und in der sich ein kleines Baumhaus befand. Der Baum war Dreh- und Angelpunkt von Nadims Kindheit. So oft hatte er in den warmen Sommernächten der Ferien mit Lenny in dem Baumhaus übernachtet. Der kleine Rabauke verband mit der Eiche nur Gutes. Immer wenn er sie sah, erinnerte er sich an seine schöne und sorglose Kindheit.

Ein leicht verwachsener Steinweg zog sich durch den Garten, der von der Straße bis zur Haustür führte. Nadims Zimmer lag auf der vorderen Seite des Einfamilienhauses, rechts oben, mit Blick auf die Hauptstraße. Er fand, dass er einen sehr schönen Ausblick hatte, denn gerade an so stürmischen Abenden wie an jenem konnte man zusehen, wie die Äste im Wind wehten.

Sein Zimmer war mittelgroß – nicht zu groß und nicht zu klein. Der Boden bestand aus alten, leicht verkratzten Holzdielen, und in der Mitte lag ein runder, bunter Baumwollteppich mit Fransen. Sein Bett stand an der Wand parallel gegenüber von seinem Fenster, sodass er immer alles gut im Blick hatte. Zudem besaß der Junge ein kleines grünes Sofa und einen alten, flimmernden Fernseher, auf dem er häufig mit Lenny Gangsterfilme aus den 90ern sah. Doch sein stolzester Besitz war seine große Musikanlage, auf der er so oft es ging seine Lieblingslieder lautstark hörte.

Auch an diesem Abend lag der Faulenzer auf seiner Couch und hörte sich einen alten Song an. Er starrte an die Decke und wippte mit seinem Bein zum Beat. Der kleine Rebell war komplett in seinen Gedanken verloren, als er plötzlich die Stimme seiner Mutter vernahm. Erst dachte er, es wäre nur Einbildung, doch dann hörte er sie erneut. Also ging er zu seiner Anlage und drehte die Musik leiser. Stürmisch schritt er zu seiner Zimmertür und riss sie schwungvoll auf. Gerade als er den Flur betreten wollte, trat ihm Sami mit voller Wucht auf den Fuß.

Er floh gerade vor seinem zwei Jahre älteren Bruder Younes, der ihn durch das Haus scheuchte.

Seine Geschwister spielten wieder einmal Fangen, was sie eigentlich ständig taten. Sie waren einige Jahre jünger als er – um genauer zu sein, sieben und neun. Das war ein deutlicher Unterschied, da Nadim zu dieser Zeit bereits siebzehn Jahre alt war. So hatten sie kein freundschaftliches Verhältnis, wie es bei einigen Brüdern der Fall war. Es war eher so, dass die beiden ihn oft nervten und zur Weißglut brachten. Dennoch hatte er die Rabauken trotz all der Unterschiede sehr lieb. Der arme Kerl zog vor lauter Schmerzen sein Bein zurück. Er wollte sich gerade mit einem Schubser rächen, als ihn seine Mutter erneut rief.

„Ich komme schon! Ich wurde nur von zwei Zwergen aufgehalten“, rief er laut und warf seinen Brüdern einen bösen Blick zu.

„Stimmt nicht, stimmt nicht!“, erwiderten Sami und Younes, während sie sich an ihm vorbeidrängelten.

Genervt stieg der Bursche die alte, leicht knackende Holztreppe hinab, die in den Eingangsbereich führte. Unten angekommen, musste er sich erst einmal durch einen Kofferberg kämpfen. Es waren Herbstferien, und Nadims Eltern wollten wie gewohnt seine Tante Mina besuchen.

Normalerweise wäre er mitgereist, doch in diesem Jahr konnte der Junge seine Eltern schließlich überreden, dass er allein zu Hause bleiben durfte.

Er mochte seine Tante zwar, gerade mit seinem älteren Cousin verstand er sich sehr gut, doch seitdem dieser ausgezogen war, fand er es dort nur noch öde. Außerdem freute er sich auf eine sturmfreie Bude und auf eine lange Woche ohne seine nervige Familie. Ständig beschwerten sich seine Eltern, dass er ordentlicher werden müsse und dass er sich endlich eine Ausbildung suchen solle, da er sich in seinem letzten Schuljahr befand. Der Jugendliche verstand zwar ihre Sorgen, aber er fand es einfach schwierig, einen passenden Beruf zu finden.

Das neugierige Kerlchen hatte schon viele Praktika absolviert und einiges ausprobiert, aber bis jetzt machte ihm kein Job wirklich Spaß. Der kleine Abenteurer konnte sich bei keinem der Berufe vorstellen, diesen sein ganzes Leben lang auszuüben. Nadim schlängelte sich an den Koffern vorbei und ging durch den breiten, kurzen Flur, vorbei am Wohnzimmer. Er öffnete langsam die Küchentür. Man hörte die Töpfe brodeln, und es roch nach leckerem Essen.

Seine Mutter stand am Herd und rührte mit einem großen Holzlöffel einen Eintopf zusammen. Sie war eine kleine, zierliche Frau mit braunen, mittellangen Haaren. Als sie ihn bemerkte, drehte sie sich um und sagte mit einer weichen Stimme:

„Sieh an, da bist du ja endlich! Ich rufe und rufe, und es kommt niemand …“

„Ach, du hast mich gerufen? Ich wollte mir eigentlich nur etwas zu trinken holen“, erwiderte der Frechdachs sarkastisch.

„Ja, natürlich habe ich dich gerufen. Kannst du bitte deinem Vater helfen, die Koffer zum Auto zu tragen?“, bat sie und drehte sich wieder zu den Töpfen um. Sie fügte noch ein hektisches und bestimmendes „Bitte“ hinzu, sodass es eher nach einem Befehl als nach einer Bitte klang.

„Ja, okay, mach ich!“, sagte der Lausbube und verdrehte genervt die Augen. Normalerweise hätte er noch mit ihr diskutiert, doch dieses Mal traute er sich nicht.

„Das habe ich gesehen …“

Die mehrfache Familienmutter kannte ihren Sohn einfach zu gut und wusste genau, welches Gesicht er machen würde.

„Was meinst du?“, fragte er scheinheilig.

„Du weißt genau, was ich meine. Jetzt geh und hilf deinem Vater!“

Nadim öffnete seinen Mund und wollte gerade widersprechen, doch er schwieg lieber. Er drehte sich um und verließ wortlos die Küche. Gerade als er den Flur betrat, sah er, wie sein Vater mit einer dicken, blauen Winterjacke zur Tür hereinkam. Sein alter Herr freute sich, dass sich sein ältester Sohn doch noch entschlossen hatte, ihm beim Tragen zu helfen, denn Sami und Younes waren schon dabei, ihre Taschen zum Auto zu schleppen. Also nahm der junge Spund die beiden größten Koffer in die Hand und hob sie an den Schnallen hoch. Nadim war zwar etwas dünner, dennoch hatte er ordentlich Kraft in den Armen, was man ihm auf den ersten Blick gar nicht ansah. Stolz klopfte ihm sein Vater auf die Schulter, als er an ihm vorbeischritt.

Draußen war es bereits dunkel, und der Wind pfiff immer noch durch die Äste. Es war ein kalter, eisiger Sturm, und der arme Kerl hatte keine Jacke an, weshalb er sich beeilen wollte. Mit schnellen Schritten lief er hektisch zum Auto und versuchte, nicht zu stolpern. Der alte Steinweg hatte nämlich so einige Unebenheiten, an denen man leicht hängen bleiben konnte. Die letzte Straßenlaterne, die einsam am Ende des Bürgersteigs stand, beleuchtete nur schwach den Vorgarten. Der Mond war von dicken Wolken bedeckt, weshalb es stockduster war.

Nach und nach trug der fitte Junge die restlichen Koffer zum Auto. Nachdem er das gesamte Gepäck sicher im Kofferraum verstaut hatte, kehrte er abgefroren zurück ins Haus. Er blickte auf die große Standuhr, die sich im Wohnzimmer befand, und erschrak.

„18 Uhr!“, staunte er mit offenem Mund.

Um diese Uhrzeit wollte er eigentlich schon längst bei Lenny sein. Der Junge rannte so schnell er konnte die Treppe hoch und flitzte in sein Zimmer. Er riss seine Schranktür auf und griff nach seiner Lieblingsjacke. Es war eine schwarze Sportjacke mit weißen Streifen. Jedes Mal, wenn er diese trug, wurden Lenny und er nicht erwischt, oder sie kamen glimpflich davon. Hastig schlüpfte er in seine Glücksjacke und zog den Reißverschluss zu. Nadim guckte noch kurz in den Spiegel, der an seinem Kleiderschrank hing, und fuhr sich mit der Hand durch seine braunen, mittellangen Haare. Danach stürmte er die Treppenstufen hinab und zog sich die Schuhe an.

Der junge Ausreißer verabschiedete sich von seiner Familie und hoffte, dass sie ihn ohne langes Gerede gehen ließen. Seine Mutter erklärte ihm noch, wie er den Haushalt zu führen hatte und dass er immer genug essen sollte. Sein Vater warnte ihn, immer die Haustür abzuschließen und keine fremden Leute ins Haus zu lassen. Seine Brüder widmeten ihm nur ein kurzes, knappes „Tschüs“ und eilten wieder davon. Nadim rief ihnen noch hinterher, dass sie nichts in seinem Zimmer zu suchen hätten, und bat seine Mutter, darauf zu achten. Anschließend machte er sich endlich auf den Weg und verließ das warme Haus.

Die zwei Freunde wohnten zum Glück nicht allzu weit voneinander entfernt, es war wirklich nur ein Katzensprung. Der Junge schritt tapfer durch die stürmische Nacht und näherte sich dem Haus, in dem sein bester Freund lebte. Er betrat das Grundstück und hörte bereits Lenny, wie er lautstark mit seinem Hund diskutierte. Sein Fenster war gekippt, und man hörte so gut wie jedes Wort. Nadim musste schon leicht schmunzeln, als er zur Haustür lief und klingelte.

Es dauerte einen kurzen Moment, bevor Lennys Mutter mit einem starken Ruck die Tür öffnete. Mrs. West war eine große und kräftige Frau. Sie trug eine Brille, die immer auf ihrer Nasenspitze lag und eigentlich keinen Nutzen hatte, da sie immer über diese hinweg schaute. Sie strahlte ein starkes Selbstbewusstsein aus und konnte einen ziemlich einschüchtern, dennoch war sie ein herzensguter Mensch.

„Ach, hallo, du bist es! Du wirst nicht glauben, was hier wieder los ist …“, berichtete sie mit schriller Stimme und verdrehte genervt die Augen.

 

„Ja, hab’s schon von draußen gehört …“, Nadim lächelte höflich und strich seine Schuhe über die Hausmatte.

„Dann komm schnell rein in die gute Stube, bevor die Kälte ins Haus zieht.“

Verlegen betrat der Bursche das Haus und zog seine Tretter aus. Mit leichten Schritten stieg er die Treppe hinauf und lief durch den kleinen Flur. Vorsichtig öffnete er die Zimmertür und war verwundert. Die Hälfte von Lennys Zimmer lag auf dem Boden, sein Schreibtischstuhl war umgeschmissen, und seine Klamotten waren überall verteilt. In der Mitte des Raumes stand sein pummeliger Kumpel, der sich gerade in einem Kräfteduell mit seinem Hund Rocky befand. Der Vierbeiner hatte seinen Schuh im Mund und wollte diesen nicht mehr hergeben. Der arme Kerl hatte vor lauter Anstrengung schon einen knallroten Kopf.

„Nun lass schon los, du Holzkopf …“, keuchte er schwer atmend.

Nadim war zunächst nur stiller Beobachter der Situation. Er hatte die Tür lediglich einen kleinen Spalt geöffnet, weshalb die beiden Raufbolde ihn noch nicht bemerkt hatten. Der Lausbube fand es amüsant, aber hatte einen Plan, diesen Kampf zu beenden. Schließlich konnte er seinen besten Freund nicht hängen lassen.

„Stopp, Rocky!“, rief er.

Der Hund zuckte zusammen und blickte verwundert zur Tür, die nur einen kleinen Spalt offen war. Der Schreck verflog und schlug in eine freudige Begrüßung um, als der Junge endlich ins Zimmer trat. Glücklich stürzte sich Rocky auf Nadim und sprang an ihm hoch.

„Guter Junge!“, lobte er ihn und streichelte seinen Kopf.

Dann begrüßten sich die zwei Freunde mit ihrem Knöchelcheck. Sie hatten diesen Gruß vor Jahren in einem Gangsterfilm gesehen und waren davon so fasziniert, dass sie ihn prompt übernommen hatten.

„Junge, was ist denn hier schon wieder los?“, fragte Nadim mit heiterer Stimme und schien sichtlich amüsiert von den Ereignissen.

Lenny zog seine rechte Augenbraue hoch. „Tja, ich wollte dir eigentlich mit dem Hund entgegenkommen, und gerade als ich meine Schuhe anziehen wollte, hat sich der Köter einen geschnappt.“

Er hob seinen Finger und richtete diesen auf Rocky. „Böser Junge!“

Die beiden beschlossen, das Chaos schnell zu beseitigen, um anschließend rauszugehen. Sie gaben sich zwar kaum Mühe, stellten jedoch eine oberflächliche Grundordnung her, sodass Mrs. West keinen Herzinfarkt bekommen würde, wenn sie das Zimmer betrat. Danach legten sie Rocky die Hundeleine an, was zunächst unmöglich schien, da er vor Aufregung kaum stillhalten konnte. Die Freunde packten sich noch zwei Taschenlampen ein und verließen das Zimmer. Sie wollten gerade das Haus verlassen, als Lennys Mutter ihnen hinterherrief, dass sie vorsichtig sein sollten.

Voller Freude rannten die überdrehten Abenteurer durch den Vorgarten – endlich hatten sie Ferien. Nun konnten sie zwei Wochen tun und lassen, was sie wollten. Zudem hatte Nadim sturmfrei, und Lenny wollte so oft es ging bei ihm übernachten.

Sie betraten die gespenstisch leere Straße – keine Seele war weit und breit zu sehen. Alle blieben bei diesem Mistwetter zu Hause, nur die beiden Jungs zog es nach draußen. Sie liebten diese stürmischen Nächte, denn dann lag immer etwas Unheimliches in der Luft. Rocky schien der ganze Wind ebenfalls nicht zu stören, er war einfach nur glücklich, spazieren zu gehen, und schnüffelte freudig an jeder Laterne, die sie kreuzten.

Die beiden beschlossen, als Erstes Süßigkeiten für unterwegs zu besorgen, also machten sie sich auf den Weg zu Henry. Seine Tankstelle lag an der Hauptstraße, am anderen Ende des Dorfes. Sie streiften durch die Dunkelheit und sahen schon von Weitem das leuchtende Reklameschild, das manchmal flackerte und Aussetzer hatte. Die Jungs näherten sich den alten Zapfsäulen und machten den Weg für einen großen Truck frei, der gerade mit einem lauten Zischen brummend davonfuhr.

Lenny leinte seinen Hund schweren Herzens an einen Fahrradständer an, da Hunde leider draußen bleiben mussten. Sie streichelten den armen Kerl zur Beruhigung und versicherten ihm, dass sie nicht lange brauchen würden. Mit einem Glockenklingeln öffneten sie die Eingangstür und betraten den Laden.

„Grüßt euch, Jungs!“, brummte Henry mit einer alten, verbrauchten, kratzigen Stimme und legte die Zeitung beiseite. „Und, was habt ihr diesmal wieder ausgefressen?“

„Bis jetzt noch nichts, aber die Nacht ist ja noch jung“, erwiderte Lenny und lachte, während er die ersten Schokoriegel aus dem Regal nahm, das seitlich vor dem Kassentresen stand.

Nadim hingegen lief schnurstracks zu den Getränken, um sich zwei Packungen Schokomilch zu besorgen. Er mochte diese besonders, doch gerade als er das Regal durchsuchte, fiel ihm mit Schrecken auf, dass keine mehr da war. Verwundert ging er zurück zur Kasse.

 

„Henry, kann es sein, dass du vergessen hast, die Schokomilch aufzufüllen?“

„Tja, mein Lieber, du bist nicht mein einziger Kunde. Wenn da keine Packung mehr steht, wurde sie schon leer gekauft.“

„Was?... leer gekauft?“

Der Junge senkte leicht enttäuscht den Kopf, als plötzlich lautes Gelächter ausbrach.

„Da habe ich dich aber drangekriegt! Keine Angst, ich habe euch extra zwei Packungen zurückgelegt. Seid froh, dass ich morgen wieder beliefert werde …“, schmunzelte der alte Tankstellenwart mit einem breiten Grinsen und blinzelte Lenny zu, der sich noch immer schlapp lachte.

„Und du wusstest wohl davon, oder was?“, beschwerte sich Nadim und schlug seinem Kumpel leicht auf die Schulter.

„Ja, Henry hatte es mir gerade heimlich gesteckt, als du hinten am Suchen warst“, erklärte dieser und lachte dabei hämisch.

„Ich wusste sowieso, dass du noch irgendwo ein paar Packungen rumliegen haben musst. Aber ich werde es euch trotzdem heimzahlen – dann, wenn ihr am wenigsten damit rechnet.“

Der Bub zeigte abwechselnd mit seinem Zeigefinger auf die zwei Spaßvögel, die noch immer leicht kicherten.

 

„Da musst du aber früh aufstehen, um so einen alten Hasen wie mich reinzulegen“, erwiderte Henry und wischte sich mit der Hand durch sein Gesicht.

Nadim schüttelte seinen Kopf und ließ die Aussage unkommentiert im Raum stehen.

„Naja, was schulden wir dir?“

„Ähm …“ Der Alte kratzte sich am Kopf und scannte ihren Einkauf. „Genau 7,99.“

Die beiden Jungs bezahlten schnell und verabschiedeten sich von ihrem mürrischen Kollegen, bevor sie zurück in die stürmische Nacht traten. Rocky wartete bereits gespannt und bellte vor Freude, als er sie sah. Zu dritt spazierten sie weiter, aßen ihre Süßigkeiten und tranken dabei ihre Schokomilch.

Es dauerte nicht lange, bis sie zu einem kleinen, verwilderten Feldweg kamen, der aus dem Dorf führte. Mit einem mulmigen Gefühl blieben sie stehen und blickten auf den unheimlich wirkenden Pfad.

„Äh, war hier schon immer ein Weg?“, fragte Nadim und warf seinem schwerfälligen Begleiter einen fragenden Blick zu.

Lenny blickte nervös in die Ferne. „Ich weiß nicht, ist das nicht dieser Weg, der an dem kleinen Forst vorbeigeht und zum anderen Ende des Dorfes führt?“

„Hm, lass uns mal nachsehen.“

„Bist du sicher?“

„Ja, was soll schon passieren?! Wenn es der Weg ist, landen wir doch eh wieder im Ort.“

Es waren Ferien, und die Jungs waren bereit für ein neues Abenteuer. Also knipsten sie ihre Taschenlampen an und betraten zögerlich den Feldweg. Mit langsamen Schritten wagten sie sich voran, während der Sturm zunehmend stärker wurde. Jeder Meter wurde zum Kampf, doch sie gaben nicht auf und marschierten tapfer weiter. Sie näherten sich dem unheimlichen Wald, der Wind zischte durch die Äste und ließ die morschen Tannen fürchterlich heulen. Rocky winselte vor Angst und hängte sich dicht an ihre Fersen.

„Ich glaube, das war keine gute Idee, hier langzulaufen“, rief Lenny lautstark und hielt sich die Hand schützend vor das Gesicht.

„Ich weiß, aber ich glaube, wir haben es bald geschafft.“ Nadim kniff die Augen leicht zu und versuchte, ihren Standpunkt zu ermitteln.

Als sie auf einer Höhe mit der Waldlichtung waren, fingen ihre Taschenlampen an zu flackern und ließen sich nicht mehr ausschalten.

„Verdammt, was geht hier vor sich?“, beschwerte sich Nadim panisch.

 

„Ja, Mann, was ist das für eine Scheiße?“, zischte Lenny nervös.

Plötzlich erhellte ein greller Lichtblitz explosionsartig die dunkle Umgebung. Es war kein Knall zu hören, doch das helle Licht blendete die Freunde so stark, dass sie für einen kurzen Moment orientierungslos umherstolperten.

„Was war das?“, schrie Lenny aufgebracht.

„Ich weiß es auch nicht.“ Leicht benommen schaute Nadim zum Waldrand.

„War das eine Explosion?“

Benommen rieben sie sich die Augen und versuchten, einen klaren Gedanken zu fassen. Rocky hingegen bellte hysterisch und sprang aufgebracht umher.

„Was ist los, mein Junge? Was siehst du?“, Lenny probierte, ihn zu beruhigen, jedoch ohne Erfolg.

Rocky zerrte wie verrückt an der Leine, sodass der arme Kerl ihn nicht mehr länger halten konnte und er sich losriss. Der Vierbeiner rannte wie von einer Tarantel gestochen los – auf direktem Weg zum Waldrand.

„Komm zurück!“, brüllten ihm die Jungs noch verzweifelt hinterher, doch er hörte nicht.

„Verdammt, was sollen wir jetzt machen?“, raunte Nadim genervt und strich sich mit den Händen durch die Haare.

„Also ich werde auf keinen Fall meinen Hund zurücklassen!“

Also liefen ihm die mutigen Abenteurer, ohne groß nachzudenken, hinterher. Sie rannten über die durchwachsene Wiese, die sich vor dem unheimlichen Wald befand, und riefen nach ihrem vierbeinigen Begleiter. Zum Glück blieb Rocky vor den unheimlich wirkenden Tannen stehen und schnüffelte mit seiner feuchten Nase in dem nassen Gras herum.

Die Freunde durchleuchteten die Gegend, doch die Ursache für den Lichtblitz konnten sie nicht finden. Dann erblickte Nadim jedoch etwas Interessantes – irgendein silberner Gegenstand leuchtete im dunklen Gras auf. Zögerlich setzte er sich in Bewegung und hielt seine Taschenlampe stets auf seine Entdeckung gerichtet. Dort angekommen, überlegte er, ob er dieses unheimliche Etwas aufheben sollte.

Er nahm all seinen Mut zusammen und griff in die nasse, kalte Wiese. Er fühlte einen rutschigen, metallischen Gegenstand. Leicht angeekelt hob er das unbekannte Objekt hoch und hielt es vor sein Gesicht. Er zuckte leicht zusammen, als er erkannte, was er da in der Hand hielt. Es war ein silberner Revolver mit einer edlen Gravur. Die Verzierung zog sich vom Lauf bis hin zur Munitionstrommel. Die Waffe hatte einen weißen Holzgriff, der mit einer durchsichtigen Schicht überzogen war, die ihn glatt wie eine Glasoberfläche machte.

Der Junge hatte noch nie zuvor eine echte Waffe gesehen. Er kannte sie nur aus den Gangsterfilmen, die er schon hunderte Male gesehen hatte. Nun hielt er selbst eine in der Hand. Es war ein sehr befremdliches Gefühl. Er drehte sich um und blickte zu Lenny, der gerade einen Busch durchleuchtete.

„Ey, schau mal, was ich gefunden hab!“, rief er.

Doch sein Freund zeigte keine Reaktion – zu laut war der Wind, der immer noch wild tobte. Also entschloss er sich, zu ihm zu gehen, und tippte ihm auf die Schulter. Langsam drehte sich Lenny um und guckte ihn fragend an.

„Schau mal, was ich gefunden habe!“

„Alter, das ist ein Revolver! Woher hast du den?“

„Lag da vorne.“ Nadim verwies mit seinem Zeigefinger auf die Stelle im Gras.

„Guck mal nach, ob er geladen ist.“

„Wie macht man die Trommel auf?“

„Es muss irgendwo einen Hebel geben, den man drücken muss“, murmelte Lenny.

Tatsächlich fanden sie einen kleinen Schalter an der Seite. Nadim drückte diesen zögerlich nach oben.

Schlagartig fiel die Munitionstrommel seitlich aus dem Revolver und hing an einem dünnen Metallstab. Sie durchleuchteten die Trommel, doch zu ihrer Verwunderung stellten sie fest, dass es keine Munitionskammern gab.

Es war ein moralisches Dilemma – sollten sie den Revolver mitnehmen? Aber es war nicht ihre Waffe! Doch was, wenn sie einem Verrückten gehörte und er sie benutzen wollte, um unschuldige Menschen zu töten?

Nach einiger Zeit des Rätselns beschlossen sie, den Revolver vorsichtshalber einzustecken. Sie waren sich einig, die Waffe Henry zu zeigen. Schließlich war er in seiner Jugend beim Militär gewesen. Ständig erzählte er ihnen von seinen abenteuerlichen Geschichten beim Bund. Wenn jemand Ahnung haben musste, dann war es der mürrische, alte Mann.

Aufgeregt liefen die drei den Feldweg zurück und trotzten dem Sturm. Bei jeder Gelegenheit holten sie den Revolver hervor und hielten ihn abwechselnd in der Hand. Irgendwie machte es ihnen Spaß – sie fühlten sich wie die Helden aus ihren Lieblingsfilmen. Ja, sie fingen sogar an, mit der Waffe zu posieren.

Das Dorf rückte näher, also steckte Nadim den Revolver unter seine Sportjacke und klemmte ihn seitlich in seinen Hosenbund.

Mit schnellen Schritten liefen sie zur Tankstelle. Die Jungs hatten ein freudiges Kribbeln im Bauch – endlich hatten sie wieder ein Abenteuer gefunden.

Bei der Tankstelle angekommen, stellten sie zu ihrer Verwunderung fest, dass die Tür verschlossen war. Skeptisch sahen sie durch das große Fenster, denn im Laden brannte noch das Licht. Ja, selbst die Reklametafel war noch an und summte unbeirrt in der düsteren Nacht. An der Wand hinter der Kasse hing eine Uhr, die sie gerade noch so ablesen konnten. Es war zwanzig Minuten nach acht. Normalerweise arbeitete Henry bis tief in die Nacht, meistens bis drei Uhr morgens.

Zuerst spielten sie mit dem Gedanken, dass er vielleicht auf der Toilette war, doch dafür hatte er noch nie abgeschlossen. Die beiden Abenteurer fanden dies zwar ziemlich verdächtig, doch die Kälte zerrte erbarmungslos an ihnen, und sie beschlossen, weiterzulaufen.

„Meinst du, Henry ist etwas zugestoßen?“, fragte Lenny besorgt, während sie durch die Straßen schlenderten.

„Ach, vielleicht ist er einfach nur kurz nach Hause gegangen. In letzter Zeit ist er ein wenig wunderlich.“

 

Schon bald erreichten sie die Straße, in der Lenny wohnte. Mit Wonne freuten sie sich auf die warme Stube.

„Hey Nadim, wir dürfen uns gleich nichts anmerken lassen … okay?“

„Junge, hältst du mich für dumm? Ich werde so unauffällig sein wie ein Chamäleon!“

„Ja, okay. Ich wollte dich nur noch mal darauf hinweisen. Meine Mutter wird uns nämlich umbringen, wenn sie von der Waffe erfährt.“

Leicht angespannt betraten sie das Haus. Gerade als sie den Hund ableinten, hörten sie Lennys Mutter aus dem Wohnzimmer rufen: „Ach, da seid ihr ja! Ihr wart aber lange unterwegs.“

Die beiden Freunde sahen sich nervös an. „Ja, wir waren noch bei der Tanke, Ma'“, antwortete Lenny.

Er vollzog wilde Handzeichen und gab Nadim zu verstehen, dass er schon mal in sein Zimmer vorgehen sollte. Dort angekommen, zog er den Revolver aus seinem Hosenbund. Nun hatte er endlich besseres Licht. Er war gerade dabei, die Waffe genauer zu inspizieren, als Lenny aufgewühlt das Zimmer betrat.

„Das war knapp“, raunte er.

„Komm her, das musst du dir ansehen“, flüsterte Nadim begeistert.

 

Der Revolver blitzte silbern auf, als wäre er frisch poliert, und obwohl sie ihn in einer nassen Wiese gefunden hatten, war er komplett sauber.

„Was machen wir jetzt mit der Waffe?“

„Warten wir am besten bis morgen und gehen dann noch mal zu Henry!

---ENDE DER LESEPROBE---