Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Die Menschheit ist in Gefahr. Nur eine Gruppe besonderer Lebewesen könnte die Erde retten. Personen mit ausergewöhnlichen Fähigkeiten. Drei Geschichten entwickeln sich zusammen zu einem unglaublichen Machtpotenzial. Sie alle leben unter uns. ...Seit wachsam...
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 91
Veröffentlichungsjahr: 2017
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Impressum neobooks
1
Die drei Leben
von Wolf Eriksen
Es war an einem regnerischen grauen Tag, kalt und ungemütlich.
Es ist Donnerstag, der 23. Mai 1956. Ich war angespannt und unruhig.
Den ganzen Vormittag bin ich ziellos durch die Straßen gelaufen, wusste einfach nicht wohin mit meinen Gedanken.
In meinem Kopf war ein einziges Chaos, eine Explosion von Gedankenfetzen. Es war mir einfach nicht möglich, einen klaren Gedanken zu fassen.
Mir war klar, dass unsere Ergebnisse die Welt verändern würden.
Das, wenn es öffentlich wird, die Menschheit eine andere sein wird.
Ich wusste nicht, was ich machen sollte.
Ich wollte mit einem guten Freund darüber reden, Ihn fragen, was er davon hält, Ihn fragen, ob ich verrückt bin.
Wollte zu ihm gehen, er wohnte nur zwei Straßen weiter.
Aber ich ging nicht. Ich konnte nicht. Wir mochten und respektierten uns.
Er war ein guter Freund. Aber es ging nicht. Selbst zu einem guten Freund konnte ich nicht gehen, es war mir einfach nicht möglich, ihm alles zu erzählen.
Meine Gedanken streiften zurück an dem Tag, wo alles anfing. Es war der 3. April 1940. Ein eiskalter Schauer durchlief meinen Körper, ich hätte am liebsten laut geschrienen. Aber in der damaligen Zeit musste man vorsichtig sein. Wenn nur einer von Hitlers ehemaligen Schergen etwas mitbekommen hätte, welches Ergebnis das Experiment letztendlich gebracht hatte, es wäre eine Tragödie für die Menschheit und der gesamten Erde gewesen.
Tief unten im Pazifik, östlich von den Philippinen. Es ist der Marianengraben, mehr als 11.000m tief. Man denkt, in dieser Tiefe gibt es kein Leben. Wenn überhaupt, dann nur niedere Tiere, Quallen, Nesseltiere oder Schnecken. Aber das stimmt nicht.
Es gab Leben, man könnte sogar sagen, es gab eine Art menschliches Leben. Und es gab noch mehr.
Man konnte es als eine große Stadt bezeichnen. Es gab ein riesiges Höhlensystem, das mit Schutzmauern umzogen war.
Mit etwas Phantasie konnte man auch Häuser erkennen und eine Art Seetangplantage.
Es hatte alles eine gewisse Ordnung, das alles konnte nicht natürlich entstanden sein.
Dann tauchten wie aus dem Nichts zwei, ich beschreibe sie als Lebewesen, vor mir auf. Sie bewegten sich rasend schnell.
Kein Hai oder Ähnliches könnte derart schnell schwimmen. Dann stoppten Sie schlagartig. Sie hatten menschliche Züge, ihre Körper waren sehr schlank, die Größe ungefähr 2,50m.
Sie hatten so etwas wie Arme, ein bisschen wie Flügel und Flossen. Vorn an den Armen hatten sie drei lange und dünne Finger. Die Beine konnte man ein bisschen wie Flamingobeine mit Federn bezeichnen. Dazu kamen noch Füße mit Schwimmhäuten auch mit einer Art Federn dazu. Das Ganze schimmerte grün, blau, weiß. Sie hatten einen menschenähnlichen Kopf, nur ohne Haare und Ohren.
Das Ganze sah außerordentlich grazil und schön aus. Sie schauten mich an....Ja, sie schauten mich an ....
Ich saß in einer Tauchkapsel, die erste, die jemals so eine Tiefe erreicht hatte.
Es war ein sehr warmer Sommertag. Über dreißig Grad warm, die Luft schwül und feucht, viele Mücken, nicht sehr angenehm. Ich lag auf einer Wiese am Baggersee und versuchte zu lesen, aber nachdem mir ständig Schweißtropfen auf mein Buch fielen, entschloss ich mich, wieder ins Wasser zu gehen. Es waren nicht mehr viele Badegäste am Teich, denn heute spielte die Nationalmanschaft im Fernsehen. Ich machte mir nicht so viel aus Fußball und war ganz froh mal für mich allein zu sein. Arbeits- und Frauenprobleme, der normale Wahnsinn halt, beschäftigten mich ein wenig. Ich war in Gedanken, als ich ins Wasser sprang und langsam vor mich hin schwamm. Das leichte Grollen hörte ich gar nicht, erst als es etwas Lauter wurde, bemerkte ich das Gewitter. Ich war mitten im See und wollte schleunigst zum Strand schwimmen. Dann war es sekundenlang totenstill. Man spürte förmlich das Nichts, die totale Ruhe, kein Geräusch, so als wenn die Welt stillsteht.
Dann schoß ein helles Licht auf mich zu. Sekundenbruchteile spürte ich einen brennenden Schmerz, in mir schrillten die Glocken, mein Kopf brannte. Das waren meine letzten Gedanken.
Ich spürte meine trockene Kehle, hatte Schmerzen in meinem Hals. Langsam begann mein Gehirn wieder zu arbeiten. Was ist passiert, wo bin ich, warum hatte ich Schmerzen? Ich wollte meine Augen öffnen, es funktionierte irgendwie nicht. Ich war so unendlich müde.
Nachdem ich erfolglos versucht hatte, Hände und Füße zu bewegen, schlief ich erschöpft ein.
Später waren Stimmen in meinem Kopf. Was sie wollten, erschloss sich mir nicht. Sie wurden lauter.
Hallo, Hallo, wachen Sie auf. Sie meinten wohl mich. Wieder versuchte ich die Augen zu öffnen, diesmal klappte es. Ich schaute ziemlich verwirrt in zwei blaue Augen, roten Lippen und blonden Haaren. Mein Gehirn brauchte einige Sekunden, bis es mir sagte DAS IST EINE KRANKENSCHWESTER.
Ich wollte etwas sagen, aber das klappte nicht. Die Schwester sprach zu mir, ich solle noch nicht sprechen. Ob ich mich an irgendetwas erinnern könnte, fragte Sie mich. Ich schüttelte den Kopf. Herr Breuer, Sie hatten einen Unfall. Sie wurden von einem Blitz getroffen. Sie liegen seit fünf Monaten bei uns. Sie erzählte mir, das ich auf dem Weg der Besserung sei und mir keine Sorgen machen müsste.
Das hörte ich nur noch schemenhaft, langsam schlief ich wieder ein.
Ein Klopfen riss mich aus meinem Gedanken. Eine Tür wurde aufgeschlossen.
Es war Mittagszeit. Ich bekam mein Essen. Der Wärter war wie immer sehr freundlich, wir kannten uns jetzt mittlerweile über 30 Jahre. Er wird in einem halben Jahr in Pension gehen, ich glaube, er wird mir fehlen. Er war so etwas wie mein Freund.
Es gab heute Schnitzel mit Spargel und zum Nachtisch Apfelstrudel mit Vanillesoße.
In dieser Hinsicht ging es mir gut. Ich bekam alles, was ich wollte. Ich bewohnte ein drei Zimmer ,,Appartement,, in der Einrichtung.
Nach dem Essen kamen wieder die Erinnerungen hoch. Mir war, als wäre es gestern gewesen, aber es war schon 77 Jahre her. Diese Erkenntnis und das was noch kommen würde, machte mich traurig und wütend zugleich.
Hätte ich damals auf mein Bauchgefühl gehört und nicht auf meinen Kopf, wäre vielleicht alles anders gekommen. Ich hatte damals in einem Forschungslabor gearbeitet. Wir hatten einen Forschungsauftrag, der versuchen sollte, Affen für ein Raumfahrtprojekt länger am Leben zu halten.
Man hatte die Vision, andere Planeten zu bevölkern. Hitler wollte nicht nur ein großdeutsches Reich, er wollte mehr.
Um die damals unvorstellbar lange Reise überleben zu können, kam man zu dem Schluss, die Lebenszeit zu verlängern. Zu diesem Zweck wurde dieses Projekt ins Leben gerufen.
Ich war damals 28 Jahre jung und voller Enthusiasmus. Wir waren uns gar nicht bewusst, dass unser Forschungsprojekt immer unter staatlicher Aufsicht stand, zumindest nicht am Anfang.
Wir waren in unserem Team hochmotiviert und ein bisschen geschmeichelt, das wir an so einem bahnbrechenden Projekt mitarbeiten durften. Wir dachten damals, ohne unsere Forschungen würden die Menschen auf der Erde verhungern.
Die Menschheit braucht mehr Ressourcen um zu überleben und wir gaben unseren Teil dazu. Wir waren am Anfang sehr stolz auf unsere Arbeit. Es war ein Team von fünf Wissenschaftlern und drei Personen, die sich um bürokratische Dinge kümmerten.
Wir hatten völlig freie Hand, Kosten spielten keine Rolle. Innerhalb eines Jahres konnten wir schon erste Erfolge vorweisen. Es war uns gelungen, bei einem Rhesusäffchen die Alterung der Zellen zu verlangsamen. Wir waren stolz, die ersten Schritte in einem langen Prozess geschafft zu haben.
Ab 4000m Tiefe hatten sie mit mir gesprochen. Sie hatten telepathische Fähigkeiten, und waren imstande in meiner Sprache zu kommunizieren. Ich war zuerst völlig verwirrt, dachte ich hätte die Taucherkrankheit. Aber sie gingen behutsam vor, bis ich auf 11000m abgetaucht war, haben sie mich soweit beruhigt. Die Kapsel war für diese Tiefe gar nicht konstruiert, maximal bis 6000m. Die Wesen hatten meine Kapsel mit einem....... ich weiß es nicht, umzogen. Es war unbeschreiblich.
Die Lichter meiner Kapsel leuchteten nur maximal zwei Meter weit. Trotzdem war hier alles taghell. Die Wesen sagten mir, ich sollte Ihnen folgen. Sie schwammen langsam Richtung Stadt. Dann tat sich ein Loch im Boden auf, ich sollte meine Kapsel hinein steuern. Als sie sich in dem Loch befand, schloss sich eine Art Schleusendecke über mir. Es war immer noch taghell. Es polterte ein wenig, das Wasser um mich herum verschwand. Die Kapsel lag auf dem Trockenen. Eine Stimme sagte mir, ich könnte jetzt aussteigen. Die Lebensbedingungen waren jetzt für mich angepasst. Mir war schon ein wenig mulmig zumute, aber ich tat, was sie mir sagten. Es war nicht sehr leicht, die Kapsel von innen zu öffnen, aber nach einigen Versuchen stand ich oben auf meiner Tauchkapsel. Ich atmete tief ein. Wunderbare, frische, saubere Luft.
Ich stieg herunter, unter mir war feiner weißer Sandboden. Es gab keine Wände, alles lag in einem hellen Nebel, in dem sich eine Art Tunnel bildete.
Eine Stimme bat mich, durch den Gang zu gehen. Ich sah vor mir einen großen Raum, helles Licht, Tisch und Stühle. Es lag immer noch ein leichter Nebel vor mir, aber ich empfand es nicht als unangenehm. Es waren zwei Wesen in dem Raum, die mir einen Meter gegenüber standen. Es war faszinierend, die ganze Ausstrahlung der Wesen, diese Ruhe, ich spürte förmlich die Güte und Freundlichkeit. Jetzt sprach ein Wesen mit mir, nicht mit ihren Gedanken, sondern echt. Es war eine melodische, recht hohe Stimme. Ich heiße Deki und das ist mein Bruder Gatu. Wir heißen Dich willkommen.
Drei Wochen später war ich schon für ein paar Minuten am Stück wach. Mein Gehirn funktionierte wieder phasenweise und die Krankenschwester nahm ich jetzt glücklicherweise, als Ganzes war. Es war eine ausgesprochen nette Person und ich fand auch eine sehr hübsche.
Ich versuchte zu rekonstruieren, was mit mir geschah. Die Schwester sagte mir, ein Blitz hätte mich getroffen. Es war ein Wunder, das ich das im Wasser überlebt hatte. Ich konnte mich an das helle Licht und an brennende Schmerzen im Kopf erinnern, an mehr leider nicht.
