Die Methodenbibel Bd. 2 - Sara Schmidt - E-Book

Die Methodenbibel Bd. 2 E-Book

Sara Schmidt

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Beschreibung

Die Methodenbibel schafft kreative Zugänge, damit Kinder von 6 bis 12 Jahren biblische Geschichten selbst und gemeinsam mit anderen entdecken können. Dieser zweite Band der Methodenbibel behandelt Texte aus dem Neuen Testament: das Leben Jesu. Die Sammlung eignet sich für alle, die in Kindergottesdienst, Jungschar und Religionsunterricht, auf Freizeiten und in der Familie Bibeltexte gestalten, erforschen, erspielen, inszenieren, austauschen, dokumentieren, präsentieren und reflektieren wollen. Die 111 Methoden in diesem Band beziehen sich auf 37 Geschichten rund um die Geburt und das Leben von Jesus, wie es die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes überliefern. Die Auswahl orientiert sich an der bibeldidaktischen Arbeit und hat einen Schwerpunkt im Buch Lukas. Der Text ist in Auszügen nach der Gute Nachricht Bibel abgedruckt und wird ergänzt durch eine kurze Einführung mit Begriffserklärungen. Zu jedem Text steht der Dreiklang an Methoden für die Begegnung, Auseinandersetzung und Übertragung zur Verfügung.

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Seitenzahl: 233

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In unseren Veröffentlichungen bemühen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie Frauen und Männern gerecht werden, dass sich beide Geschlechter angesprochen fühlen, wo beide gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verständlich bleibt. In diesen Fällen geben wir der Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrücklich keine Benachteiligung von Frauen oder Männern.

Die im Titel enthaltenen Bibeltexte sind zitiert aus Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Dieser Titel ist in Zusammenarbeit mit dem Bibellesebund Schweiz, www.bibellesebund.ch, und der Deutschen Bibelgesellschaft, www.die-bibel.de, entstanden.

Impressum

© 1. Auflage 2020buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart 2020

All rights reserved.

buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgartwww.ejw-buch.deISBN Buch 978-3-86687-266-0ISBN E-Book 978-3-86687-267-7

Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgartwww.die-bibel.deISBN Buch 978-3-438-04088-6ISBN E-Book 978-3-438-07028-9

Lektorat: buch+musik – Marlen Bleiholder, StuttgartUmschlaggestaltung: buch+musik – Daniela Buess, StuttgartSatzprogrammierung: X1-Publishing, StuttgartSatz Downloads: buch+musik – Daniela Buess, StuttgartBildrechte Umschlag und Deckblätter: istock, francecoch und Daniela Buess, StuttgartBildrechte Fotos: Sara Schmidt, SteffisburgBildrechte Illustrationen: Bianca Stegmaier, DitzingenBildrechte Fotos von Autorin und Illustratorin: bei Autorin/Illustratorin

Inhaltsverzeichnis
Einführung
Ein Gedanke vorweg
Einführung
Geschichten
Matthäus 2,1-12: Jesus – von den Völkern erwartet und als König begrüßt
Matthäus 2,13-23: Flucht nach Ägypten und Rückkehr nach Nazaret
Matthäus 5,1-12: Bergpredigt: Die Seligpreisungen
Matthäus 5,43-48: Bergpredigt: Von der Feindesliebe
Matthäus 6,5-15: Bergpredigt: Vom Beten (Das Vaterunser)
Matthäus 13,1-9.18-23: Das Gleichnis von der Aussaat
Matthäus 13,31-33: Senfkorn und Sauerteig: Der entscheidende Anfang
Matthäus 13,44-46: Der versteckte Schatz und die Perle
Markus 3,1-6: Jesus heilt am Sabbat
Markus 4,35-41: Im Sturm auf die Probe gestellt
Markus 7,31-37: Jesus heilt einen Taubstummen
Markus 8,27-30: Petrus spricht aus, wer Jesus ist
Markus 9,2-10: Drei Jünger sehen Jesus in Herrlichkeit
Lukas 1,5-25: Die Geburt des Täufers Johannes wird angekündigt
Lukas 1,26-38: Die Geburt des Retters Jesus wird angekündigt
Lukas 1,57-66: Der Täufer Johannes wird geboren
Lukas 2,1-20: Jesus, der Retter, wird geboren
Lukas 2,25-38: Simeon und Hanna erkennen den Retter und machen ihn bekannt
Lukas 2,41-52: Der zwölfjährige Jesus im Tempel
Lukas 3,21-22: Jesus lässt sich taufen
Lukas 4,1-13: Jesus wird auf die Probe gestellt
Lukas 4,14-30: Jesus wirkt in Galiläa und wird in Nazaret abgelehnt
Lukas 5,1-11: Die ersten Jünger
Lukas 5,12-16: Jesus heilt einen Aussätzigen
Lukas 5,17-26: Jesus heilt einen Gelähmten
Lukas 7,18-23: Die Anfrage des Täufers Johannes
Lukas 8,40-56: Jesus heilt eine kranke Frau und erweckt ein Mädchen vom Tod
Lukas 9,10-17: Jesus macht fünftausend Menschen satt
Lukas 10,25-37: Das wichtigste Gebot. Das Beispiel des barmherzigen Samariters
Lukas 10,38-42: Jesus bei Maria und Marta
Lukas 14,15-24: Das Gleichnis vom großen Festessen
Lukas 15,1-7: Das verlorene Schaf
Lukas 15,11-32: Der Vater und seine zwei Söhne
Lukas 18,15-17: Jesus und die Kinder
Lukas 19,1-10: Jesus und Zachäus
Johannes 2,1-12: Die Hochzeit in Kana
Johannes 3,1-12: Jesus und Nikodemus
Anhang
Methoden „begegnen“
Methoden „auseinandersetzen“
Methoden „übertragen“
Übersicht über die Methoden
Autorin und Illustratorin

Einführung

Ein Gedanke vorweg

Die Methodenbibel richtet sich an Menschen, die Kindern in gemeindepädagogischen und religionspädagogischen Handlungsfeldern oder in der Familie sowohl neue als auch bewährte Zugänge zu biblischen Texten ermöglichen wollen.

Dabei soll es nicht nur darum gehen, eine Vielzahl an Methoden, Techniken und hilfreichen Tools kennenzulernen und auszuprobieren und so die eigene Methodenkompetenz zu erweitern. Es sollen auch nicht nur Beispiele geliefert werden, anhand welcher Methoden ein Bibeltext vermittelt werden kann.Die Methodenbibel möchte vielmehr die Perspektive erweitern und Sie als Leserinnen und Leser inspirieren und ermutigen, bei der Wahl der Methoden die Kinder stärker in den Blick zu nehmen – sie auf diesem Weg zu befähigen, einer Geschichte selbst zu begegnen, sich mit einem Text auseinanderzusetzen und den Inhalt auf ihr eigenes Leben zu übertragen. Ihre Fragen und Antworten, ihre Möglichkeiten des Verstehens, ihre Deutungen, ihre Lust am Spielen, ihre Gestaltungsfreude sowie ihre Glaubensvorstellungen sollen im Mittelpunkt stehen.

Ich mache die Erfahrung, dass die Kinder sich interessiert und bereitwillig einbringen und mitgestalten, wenn ich mich gemeinsam mit ihnen dem Wort Gottes stelle, ihnen die biblischen Texte anbiete, sie einlade, an den Geschichten teilzuhaben. Dafür ist es wichtig, dass der Inhalt offen vermittelt und meine eigenen Deutungen zurückgestellt werden.Ein solcher Perspektivwechsel verändert den Charakter der gemeinsamen Begegnung mit den biblischen Geschichten. Kinder erleben, dass sie ernst genommen werden, ihre Fragen einen Platz haben, ihre Gedanken und Erfahrungen wichtig sind. Gemeinsam kann eine Sprache gefunden werden, um die eigenen Entdeckungen auszudrücken und miteinander und voneinander zu lernen.

Auch dieser zweite Band der Methodenbibel enthält eine Vielzahl an neuen und bewährten Methoden und liebevoll gestaltetes Zusatzmaterial mit Illustrationen von Bianca Stegmaier. Ich hoffe, dass er einen Beitrag dazu leistet, dass Kinder und Erwachsene sich gemeinsam auf den Weg machen, um im Hören und Erleben der biblischen Geschichten Gott zu begegnen.

Sara Schmidt

Einführung

Leitfaden zum Buch

Es kann ein ziemlicher Spagat sein, sowohl dem Anspruch, Kindern biblische Erzählungen zu vermitteln, als auch deren Recht auf selbstständige Erschließung der Texte gerecht zu werden. Dabei soll die Methodenbibel als Hilfestellung und Inspirationsquelle dienen. Sie stellt eine Auswahl an biblischen Geschichten vor und zeigt eine mögliche Umsetzung auf, nicht im Sinne einer religiösen Verkündigung, sondern mit dem Ziel einer vertieften Auseinandersetzung mit den Texten.

Bei der Auswahl der Methoden stehen die Kinder in der Mitte des Geschehens. Sie sollen angeleitet werden, die Geschichten möglichst eigenständig zu entdecken und zu erforschen. Zugleich werden damit die Erwachsenen herausgefordert, Beziehungs- und Bildungsräume zu eröffnen, die den Bedürfnissen von Kindern entsprechen und ausreichend Inhalte bieten, mit denen die Kinder sich auseinandersetzen können. So kann das, was sie entdecken, bedeutsam für sie werden.

Aus religionspädagogischer Sicht ist es überaus wichtig, Kinder als eigenständige Persönlichkeiten wahrzunehmen und ihnen die Fähigkeit zuzusprechen, ihre persönlichen Erfahrungen und Reflexionen in einen Deutungsprozess einzutragen: Sie stellen (abhängig von Alter und Entwicklungsstand) existenzielle Fragen, sind in der Lage, biblische Geschichten zu erschließen und Texte im übertragenen Sinn zu verstehen. Sie verknüpfen, stellen einen Bezug zum Alltag her oder ziehen eine „Lehre“ aus einem biblischen Text. Die Methodenbibel soll das theologische Denken der Kinder anregen. Sie soll Kinder dabei unterstützen, hinsichtlich des christlichen Glaubens sprachfähig zu werden, ihn in seinen Praxisformen zu erleben und die Relevanz der Texte für das eigene Leben zu begreifen.

Wer mit diesem Buch arbeitet, wird sich deshalb möglicherweise in eher ungewohnten Rollen wiederfinden: als Begleiter, Beobachter, Moderator, Reiseleiter und Arrangeur.

Ein Rezept, wie mit der Methodenbibel gearbeitet werden kann, gibt es nicht. Manche werden sich einzelne Methoden heraussuchen und in ihre Arbeitsweise integrieren, andere werden Methoden genauso ausprobieren wollen, wie sie beschrieben sind, wieder andere werden die Methoden kreativ weiterdenken und etwas ganz Eigenes daraus machen. Alle diese Ansätze haben ihre Berechtigung. Die Methodenbibel soll keine strikte Anweisung für die „richtige“ Vermittlung biblischer Geschichten an Kinder sein, sondern vielmehr als Inspiration und Ideensammlung dienen.

Auswahl der Bibeltexte

Bei der Auswahl der Geschichten wurden Bibeltexte ausgewählt, die in der bibeldidaktischen Arbeit verwendet werden und in verschiedenen Plänen aufgeführt sind. Die 37 Geschichten dieses Bandes handeln von der Geburt und dem Leben Jesu, sie werden in der Reihenfolge der Evangelien aufgeführt.

Einsatzmöglichkeiten der Methoden

Die Methodenbibel bietet eine Zusammenstellung neuer und bereits bewährter Methoden. Darüber hinaus gibt sie konkrete Anregungen zur Umsetzung in Weiterbildung und Praxis für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der christlichen Arbeit mit Kindern, wie auch für Lehrkräfte im Fachbereich Religion. Gleichzeitig richtet sich das Buch selbstverständlich an alle, die Kindern die Möglichkeit eröffnen wollen, biblische Geschichten zu erleben und sich mit ihnen zu beschäftigen – also auch an Eltern und Großeltern, Tanten und Onkel, Patinnen und Paten, Freundinnen und Freunde.

Das Buch ist vorrangig für die Altersgruppe 6 – 12 Jahre konzipiert, die meisten Methoden lassen sich aber problemlos für jüngere oder ältere Kinder und Jugendliche anpassen.

Art der Methoden

Das Buch bietet 111 Methoden, die Kinder befähigen, Geschichten und Texte aus der Bibel möglichst selbstständig und gemeinsam mit anderen zu entdecken.

Die Methoden laden dazu ein,

dem Text zu

begegnen

: seinen Inhalt wahrzunehmen und zu erfassen.

sich mit dem Text

auseinanderzusetzen

: seine Bedeutung zu erschließen und zu erarbeiten.

den Text zu

übertragen

: ihn ins Leben zu übersetzen und im Alltag umzusetzen.

Zu jeder der 37 Geschichten dieses Bandes wird jeweils eine Methode aus den Bereichen „begegnen“, „auseinandersetzen“ und „übertragen“ vorgeschlagen. Die Methoden knüpfen an den Inhalt und die Thematik der jeweiligen biblischen Geschichte an und bereiten sie so auf, dass die Kinder den Inhalt des biblischen Textes verstehen und ihn für sich anwenden lernen.

Der Dreiklang der Methoden dient der Unterteilung, er sortiert die Methoden und skizziert einen möglichen Weg von der Begegnung mit dem Text hin zu seiner Übertragung in die eigene Lebenswelt.

So kann eine Geschichte anhand der gewählten Methoden fertig ausgearbeitet und in dieser Form ausprobiert werden. Eigentlich liegt es jedoch nicht in der Absicht des Buches, Entwürfe zu präsentieren, die genau in der vorgegebenen Form umgesetzt werden sollen. Vielmehr braucht es bei vielen Methoden eine gewisse Routine im Umgang mit der Methode selbst, damit die Kinder sich tatsächlich auf die Geschichte und ihren Inhalt konzentrieren können. Deshalb kann eine Kombination zwischen neuen Methoden und solchen, die den Kindern schon vertraut sind, hilfreich sein. Auch der häufigere Einsatz einer Methode bei verschiedenen Geschichten erleichtert den Umgang.

Beispiel: Bei einem ersten Bibellese-Einsatz mit den „Bibel-Gesprächs-Karten“ wird die eigentliche Auseinandersetzung mit dem Text wahrscheinlich noch gering ausfallen. Die Kinder müssen zuerst die neun verschiedenen Bilder und ihre Bedeutung kennenlernen, bevor sie in einem späteren Schritt diese Bilder als Gesprächs-, Meinungs- und Bewertungshilfen selbstständig einsetzen können. Deshalb sind die Symbole als Karten verfügbar. So können sie nach und nach eingeführt werden und an ganz verschiedenen Stellen zum Einsatz kommen.

Viele Methoden lassen sich innerhalb des Methoden-Dreiklangs recht eindeutig zuordnen und man kann davon ausgehen, dass sie mit einer anderen Geschichte in ähnlicher Weise eingesetzt werden können. Andere Methoden sind offener. Hier entscheidet die Art der Umsetzung darüber, wie sie im Verlauf einer Stundenplanung zum Einsatz kommen.

Beispiel: Die „Erzählschiene“ kann Kinder dazu einladen, einer Geschichte zu begegnen. Erzählen die Kinder selbst mithilfe der Schiene, dann wäre dieselbe Methode eher dem Bereich der Auseinandersetzung mit der Geschichte zuzuordnen. Sie würde dann auch andere Kompetenzen der Kinder fördern und fordern.

Die hier vorgenommene Einteilung ist also nur als eine grobe Sortierhilfe zu verstehen. Im Anhang befindet sich eine Übersicht über die Methoden, in der für jede Methode angegeben ist, für welche Teile des Methoden-Dreiklangs sie sich eignet.

Die Methoden im Buch sind größtenteils erarbeitende und verarbeitende Methoden. Sie sind handlungsorientiert, mit ihnen kann erfragt, entdeckt, gestaltet, erforscht, erspielt, inszeniert, ausgetauscht, dokumentiert, präsentiert und reflektiert werden.

Beispiel: Gerade das Spielen ermöglicht intensive Erfahrungen und entspricht kindlichen Bedürfnissen. Beim „Rollenspiel“ oder beim „Fensterblick“ können Kinder beispielsweise in andere Rollen schlüpfen, ihrer emotionalen Betroffenheit Ausdruck verleihen und Verhaltensweisen kennenlernen. Viele Methoden im Buch haben spielerischen Charakter, es geht um das Erleben, das Sich-Bewegen, das Anfassen, Schmecken, Rätseln, Bauen oder Sich-Ausprobieren. Auf diese Weise erobern Kinder nicht nur ihre Umwelt, sondern setzen sich auch lustvoll mit einer Geschichte auseinander.

Die Methoden entstehen aus dem Bibeltext. Es sind die Geschichten, die die Methoden vorgeben. Wo Menschen zum Beispiel aufmerksam einem Gleichnis lauschen, da lädt das förmlich dazu ein, es ihnen gleichzutun und die Bedeutung des Gleichnisses zu ergründen. Es kann also der inhaltliche Schwerpunkt einer Geschichte sein, der eine Methode im Buch vorgibt, aber auch die Dynamiken der Geschichten selbst. Das erklärt, warum in diesem Band neu entwickelte Methoden aufgenommen wurden, die verschiedene Textarten berücksichtigen – beispielsweise Wunder- und Heilungsgeschichten, Lehrtexte und Gleichnisse. In Jesu Reden und Handeln, in den Begegnungen Jesu mit den Menschen der damaligen Zeit, wird die Botschaft Jesu vom Reich Gottes sichtbar und hörbar.

Was Dreiklang und Methoden nicht sind

Die Methodenbibel will nicht als didaktisches Konzept für die Arbeit mit Kindern in Gemeinde und Religionsunterricht verstanden werden. Es handelt sich um eine Methodensammlung, nicht um eine Sammlung fertiger Stundenentwürfe. Einführungsprozesse, aber auch Vorerfahrungen und Kontexte aus der Welt der Kinder sind nicht abgebildet. Jede/jeder ist selbst gefragt, die Methoden in die eigene Arbeitsweise und die konkrete Stundenplanung zu integrieren.

Das Buch enthält keine ausgeschriebenen Beispieltexte, da das den Rahmen einer Methodensammlung übersteigen würde. Auf den ersten Blick mag das frustrierend sein, gerade wenn man hochmotiviert etwas ausprobieren will. Es kann aber auch eine Hilfe sein, denn es fordert dazu heraus, alle nötigen Schritte der Vorbereitung selbst zu gehen. Dabei fällt oft schnell auf, welche Schwerpunktsetzung in der eigenen Gruppe sinnvoll ist und wo besondere Aufmerksamkeit benötigt wird.

Die Kompetenzen

Der Erwerb religiöser Kompetenzen ist vielschichtig und geschieht immer mehrdimensional. Damit Kinder nicht nur Kenntnisse, sondern auch Fertigkeiten und Haltungen gewinnen können, sind in die Methodenbibel folgende Kompetenzebenen eingeflossen:

Wahrnehmen:

Religiöse Phänomene als solche wahrnehmen. Sensibel dafür werden, staunen und das beschreiben, was im Inneren bewegt.

Verstehen:

Sich Wissen aneignen, Bibelverständnis entwickeln. Fragen stellen, Neues aufnehmen, entdecken, forschen. Grundbegriffe und religiöse Symbole kennen und benennen können.

Sprechen:

Mit anderen in einen Austausch treten. Sich mitteilen, die eigene Meinung vertreten, anderen zuhören, mitfühlen. Aber auch religiöse Sprache verstehen und verwenden.

Handeln:

Meint hier gestalten, darstellen, schöpferisch tätig sein. Verschiedene Techniken wie „

Pantomime

“ und „

Wow-Tacho

“ methodisch anwenden können. Christliche Praxis ausprobieren.

Reflektieren:

Selbst eine Position finden und die Perspektive anderer einbeziehen. Vergleichen, unterscheiden, eine Geschichte deuten, einordnen und bewerten.

Am Ende jeder Methode werden diejenigen Kompetenzen genannt, die die jeweilige Methode bei den Kindern fördert und fordert. Sie sind weder umfassend aufgeführt noch messbar ausdifferenziert, wie das in curricularen Bildungsplänen der Fall ist. Das ist für die Funktion, die sie in diesem Buch erfüllen, nicht notwendig.

Die Kompetenzen sollen nochmals sichtbar machen, dass das Konzept des Buches sich nicht an zu vermittelnden Lernzielen orientiert. Vielmehr sollen Art und Auswahl der Methoden dabei helfen, einen offenen Erkenntnisprozess vonseiten der Kinder anzuregen und die Kinder und ihre Deutungen einer Geschichte ernst zu nehmen.

Beispiel: Nicht immer können und wollen Kinder ihre Deutungen in Worte fassen. Einige Methoden wie „Filzen“ oder „Freies Gestalten“ bieten daher kreative Zugänge an. Hier können Kinder ihre eigenen Bilder und Gefühle wahrnehmen und durch das Malen und Gestalten tief in eine Geschichte eintauchen. So drücken sie ebenfalls aus, was für sie von Bedeutung ist.

In der Arbeit mit dem Buch können die Kompetenzen helfen, die Methoden an sich besser einzuordnen: Welche Kompetenzen ermöglicht eine Methode? Wofür eignet sie sich? Was kann sie leisten und was nicht? Das hilft bei der Auswahl einer Methode und bewahrt auch davor, eine Methode zu überfrachten.

Beispiel: Eine Gesprächsmethode, in der Kinder eingeladen werden, ihre Meinung zu sagen, hat genau darin ihren Gewinn, dass Kinder sich in einem sicheren Rahmen frei äußern können. Die Kinder lernen dabei auch, zuzuhören, hören auf andere und müssen andere Meinungen aushalten. Aber die Methode darf in dieser Freiheit stehen bleiben, am Ende muss keine Erwachsene / kein Erwachsener eine letztgültige Beurteilung vornehmen. So unterscheidet sich eine Gesprächsmethode von einer Reflexionsmethode, bei der es darum gehen kann, Inhalte zu deuten und am Ende zu einer Bewertung zu kommen.

Die bereits erwähnte Übersicht über die Methoden im Anhang dieses Buches zeigt auch, welche Kompetenzen die Methoden jeweils vermitteln.

Aufbau der Geschichten

Bibeltext

Der Bibeltext ist in der Fassung der durchgesehenen Neuauflage der Gute Nachricht Bibel 2018 abgedruckt.

Einführung

Zu jedem Bibeltext gibt es eine kurze Einführung mit Begriffserklärungen. Neben Informationen, die das Verständnis des Textes erleichtern, soll die Einführung auch größere Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Texten aufzeigen. So zieht sich beispielsweise Jesu Botschaft von der neuen Welt Gottes, die er in seinen Worten und Taten ankündigt und erlebbar macht, durch viele der ausgewählten Geschichten. Jede/jeder ist eingeladen, selbst weiterzuforschen, die Geschichte für sich persönlich zu deuten und die angegebenen Begriffe mit einem Bibel-Lexikon zu vertiefen.

Methoden

Symbole:

Geschätzte Zeit für die Durchführung: kurz, mittel oder lang

Altersangaben: von 6 Jahren an aufwärts

Sozialform: Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit

Aufwand: niedrig, mittel oder hoch

Schwarz: Die praktische Umsetzung der Methode. Die Beschreibung enthält alles benötigte Material, ggf. in Klammern einen Hinweis auf Vorlagen zum Download, die allgemeine Beschreibung der Methode mit den einzelnen Schritten und den Bezug der Methode zum Bibeltext. In den Fällen, wo auf Bastelvorlagen zum Download verwiesen wird, ist das benötigte Bastelmaterial im entsprechenden Download aufgelistet. In der Materialliste zur Methode selbst steht dann nur der Hinweis auf den Download und „entsprechendes Material“. Bei vielen Methoden ist es zur Vorbereitung hilfreich, sich mit der Google-Bildersuche Inspirationen anzeigen zu lassen.

Grau: Zusätzliche Informationen. Dazu gehören die Kompetenzen, deren Funktion oben näher beschrieben ist, und der Querverweis auf andere Methoden aus dem Buch.

•• Die Vorschläge, die als Querverweise angegeben sind, können auf zweierlei Weise gelesen werden: Oft ist es möglich, die obere Methode durch eine der im Querverweis genannten Methoden auszutauschen. Wenn das nicht passt, bilden die unteren Querverweise einen neuen Methoden-Dreiklang. Zu einigen Methoden gibt es einen dritten Querverweis. Dieser bezieht sich auf eine Methode aus dem Band „Die Methodenbibel. AT – Von Schöpfung bis Josua“.

Website und Downloads

Zu den Methoden stehen auf www.diemethodenbibel.net zahlreiche zusätzliche Materialien in digitaler Form zum Download zur Verfügung. Der Kauf des Buches berechtigt zum Downloaden, Ausdrucken, Kopieren und Verwenden dieser Daten, sofern sie zur Vorbereitung und Durchführung der Inhalte dieses Buches verwendet werden. Eine Vervielfältigung, Verwendung oder Weitergabe darüber hinaus ist ohne Erlaubnis ausdrücklich nicht gestattet. Die meisten Vorlagen können auf geeignetem Papier ausgedruckt werden. Für einen wiederholten Einsatz und eine bessere Haltbarkeit bietet es sich an, die Vorlagen vor dem Ausschneiden zu laminieren.

Externe Links

Für in diesem Titel enthaltene Links auf Websites/Webangebote Dritter übernehmen wir keine Haftung, da wir uns deren Inhalt nicht zu eigen machen, sondern sie lediglich Verweise auf den Inhalt darstellen. Die Verweise beziehen sich auf den Inhalt zum Zeitpunkt des letzten Zugriffs: 15.05.2020.

Methodenverzeichnisse

Im Anhang des Buches befinden sich drei Methodenverzeichnisse, in denen die verschiedenen Methoden nach den Bereichen „begegnen“, „auseinandersetzen“ und „übertragen“ gegliedert aufgelistet sind. Die Methoden sind jeweils alphabetisch sortiert und neben dem Namen der Methode gibt es auch eine Kurzbeschreibung und eine Angabe, für welche Altersgruppe sich die Methode am besten eignet.

Weiter gibt es zwei tabellarische Übersichten: In der einen werden die Methoden nach der Einordnung im Methoden-Dreiklang sowie den geförderten und geforderten Kompetenzen gekennzeichnet. In der anderen ist eine Einordnung hinsichtlich des erforderlichen Erfahrungsgrads und der geeigneten Handlungsfelder zu sehen.

Zusätzlich zu den Querverweisen am Ende jeder Methode wird auch in der Beschreibung einzelner Methoden auf andere Methoden verwiesen. Dies wird immer durch Anführungszeichen gekennzeichnet.

Geschichten

Matthäus 2,1-12

Jesus – von den Völkern erwartet und als König begrüßt

1 Jesus wurde in Betlehem in Judäa geboren, zur Zeit, als König Herodes das Land regierte. Bald nach seiner Geburt kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem 2 und fragten: „Wo finden wir den neugeborenen König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um uns vor ihm niederzuwerfen.“ 3 Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. 4 Er ließ alle führenden Priester und Gesetzeslehrer im Volk Gottes zu sich kommen und fragte sie: „Wo soll der versprochene Retter geboren werden?“ 5 Sie antworteten: „In Betlehem in Judäa. Denn so hat der Prophet geschrieben: 6 ‚Du Betlehem im Land Juda! Du bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten in Juda, denn aus dir wird der Herrscher kommen, der mein Volk Israel schützen und leiten soll.‘“ 7 Daraufhin rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und fragte sie aus, wann sie den Stern zum ersten Mal gesehen hätten. 8 Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: „Geht und erkundigt euch genau nach dem Kind, und wenn ihr es gefunden habt, gebt mir Nachricht! Dann will ich auch hingehen und mich vor ihm niederwerfen.“ 9 Nachdem sie vom König diesen Bescheid erhalten hatten, machten sich die Sterndeuter auf den Weg. Und der Stern, den sie schon bei seinem Aufgehen beobachtet hatten, ging ihnen voraus. Genau über der Stelle, wo das Kind war, blieb er stehen. 10 Als sie den Stern sahen, kam eine große Freude über sie. 11 Sie gingen in das Haus und fanden das Kind mit seiner Mutter Maria. Da warfen sie sich vor ihm zu Boden und ehrten es als König. Dann holten sie die Schätze hervor, die sie mitgebracht hatten, und legten sie vor ihm nieder: Gold, Weihrauch und Myrrhe. 12 In einem Traum befahl ihnen Gott, nicht wieder zu Herodes zu gehen. So zogen sie auf einem anderen Weg in ihr Land zurück.

Einführung

Sterndeuter aus dem Osten haben ein neues Himmelsphänomen entdeckt und sehen in dem Stern ein Zeichen für die Geburt eines bedeutenden Königs. König Herodes ruft den Hohen Rat zusammen und erfährt so den Ort, an dem der versprochene Retter geboren werden soll. Er gibt sich den Sterndeutern gegenüber freundlich, fühlt sich aber durch die Nachricht in seiner Herrschaft bedroht, was sich im späteren Kindermord zeigt. Der Stern führt die Sterndeuter in ein Haus nach Betlehem. Sie finden das Kind Jesus und ehren es als König. Matthäus deutet die Sterndeuter als die Vertreter der fremden Völker, die ihre Reichtümer bringen und den neugeborenen König anbeten (Ps 72,10­11; Jes 60,5­7a). In der christlichen Tradition werden die Sterndeuter daher oft als Könige dargestellt. Die Zahl drei leitet sich von der Anzahl der mitgebrachten Schätze Gold, Weihrauch und Myrrhe ab.

Jesus: bedeutet „Jahwe hilft“ oder „Jahwe ist mein Retter“. Jesus wird auch „Christus“, „Messias“, „Menschensohn“ oder „Sohn Gottes“ genannt.

Sterndeuter: griechisch „magoi“ („Magier“). Sie deuten astronomische Phänomene. Vermutlich Priester und Ratgeber eines Königshofs in Mesopotamien.

Herodes: heißt übersetzt „heldenhaft“. Herodes der Große (regierte 37 – 4 v. Chr.) gilt als grausamer König.

Zeitungsknicke

Mit Zeitungspapier-Rollen eckige Objekte knicken und damit eine Geschichte darstellen.

Material: 20 – 30 daumendicke Rollen aus Zeitungspapier, Klebestreifen, Tacker, passendes Gestaltungsmaterial (hier: Goldspray, großes dunkelblaues Tuch)

Beschreibung: Diese Methode eignet sich gut für Geschichten, in denen viele eckige Objekte (Stall, Haus, Fenster, Bett, Treppe, Krone, Stern, Stuhl, Thron, Truhe, Buch ...) vorkommen. Die Kinder sitzen im Halbkreis. 1. Eine Person liest den Bibeltext vor. Die Kinder achten darauf, welche eckigen Gegenstände und Orte in der Geschichte vorkommen oder zur Geschichte passen könnten. Wer etwas entdeckt, meldet sich. Sind die anderen damit einverstanden, wird es notiert. 2. Die gesammelten Objekte werden auf die Kinder verteilt. Sie experimentieren mit den Zeitungsrollen und knicken die jeweiligen Gegenstände und Orte. Die fertigen Objekte mit Klebestreifen und Tacker fixieren. 3. Die fertigen Zeitungsknicke werden in einer Reihenfolge oder als großes Bild ausgelegt. Die Vorleserin / der Vorleser liest erneut vor. Die Kinder verfolgen die Geschichte, korrigieren, wo nötig, die ausgelegte Reihenfolge oder fügen weitere Objekte hinzu.

Bibeltext: Mögliche Objekte: Teleskop (Sterndeuter), Stern, Krone (Herodes), Thron (Herodes), Häuser (Betlehem), einfache Kegelpersonen, Kisten (Geschenke). In der Weihnachtszeit können die Zeitungsrollen mit etwas Goldspray veredelt werden. Die Ergebnisse auf einem dunkelblauen Tuch auslegen.

Variante: Die Erzählerin / der Erzähler knickt während des Erzählens passende eckige Objekte und präsentiert auf diese Weise selbst die Geschichte.

Kompetenzen: Die Kinder können einer Geschichte folgen und passende Elemente finden. Sie können durch Knicken eckige Formen gestalten und verbinden.

•• Verkehrte Welt / Geschichten-ABC / Band AT: Knautsch-Dinger

Funkelstrahlen

Mit glänzenden Bändern markieren, was leuchtet, erhellt, Hoffnung gibt.

Material: 2 Lamettafäden oder 2 Stücke goldene Dekoschnur pro Kind

Beschreibung: Die Methode knüpft an eine bereits gestellte Szene mit Figuren oder ausgelegten Bildkarten an, mit denen die Kinder der Geschichte begegnet sind. Wichtig ist, dass die ganze Geschichte wahrgenommen werden kann.Die Moderation teilt jedem Kind zwei „Funkelstrahlen“ (Lametta oder goldene Dekoschnur) aus und bittet die Kinder, sie dort hinzulegen, wo sich in der Geschichte etwas erhellt, wo etwas leuchtet oder strahlt, wo Licht und Hoffnung auftauchen. Wer will, kann im Anschluss etwas dazu sagen.

Bibeltext: An einigen Stellen werden sich Funkelstrahlen häufen. Darüber kann gesprochen werden. Es können aber auch einzelne Fäden erfragt und besprochen werden, da sie möglicherweise andere und neue Zugänge aufzeigen. Mögliche Frage an die Kinder: Wo hast du deinen Funkelstrahl hingelegt und warum?

Kompetenzen: Die Kinder können wahrnehmen und benennen, was ihnen in der Geschichte besonders auffällt und was sie bewegt. Sie können ihre eigene Wahl begründen und von anderen Eindrücken hören.

•• Symbolwolken / Knicklichter

Partner-Interview

Andere befragen und erfahren, was sie über einen Inhalt denken.

Material: Bastelvorlage (s. Downloads) und entsprechendes Material; Stifte

Beschreibung: Die Kinder gehen zu zweit zusammen. Jedes Team erhält ein Interview-Blatt und einen Stift und formuliert dann eine Frage zu einer Geschichte oder einem Thema, die es einer anderen Person aus der Gruppe stellen will. Es eignen sich Fragen, die mit „Was denkst du über ...?“ oder „Wie findest du ...?“ eingeleitet werden.Es hilft, zunächst im Team ein Probe-Interview durchzuführen. Ist die Frage zu einfach oder kann mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden, wird sie nochmals umformuliert. Sind beide Kinder mit der Frage zufrieden, schreiben sie sie auf. Sie einigen sich, wer beim Interview die Frage stellt und wer die Antwort notiert. Dann wird die Befragung durchgeführt. Wie bei einem echten Interview begrüßt das Team die zu befragende Person, führt das Interview durch und bedankt sich für die Antwort.

Bibeltext: Zur Einführung besprechen, was eine gute Frage ausmacht, und gemeinsam eine erste Frage überlegen. Diese muss nicht von den Kindern übernommen werden.

Variante: Mehrere Fragen auslegen. Die Zweierteams suchen sich eine Frage aus.

Kompetenzen: Die Kinder können sich Fragen zu einer Geschichte überlegen und sie einer anderen Person stellen. Sie können selbst Antworten finden und fremde Antworten mit ihrer eigenen Meinung vergleichen.

•• Fünf-Wort-Satz / Figurenwahl

Matthäus 2,13-23

Flucht nach Ägypten und Rückkehr nach Nazaret

13 Nachdem die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum der Engel des Herrn und sagte: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten! Bleib dort, bis ich dir sage, dass du wieder zurückkommen kannst. Herodes wird nämlich das Kind suchen, weil er es umbringen will.“ 14 Da stand Josef auf, mitten in der Nacht, nahm das Kind und seine Mutter und floh mit ihnen nach Ägypten. 15 Dort lebten sie bis zum Tod von Herodes. So sollte in Erfüllung gehen, was der Herr durch den Propheten angekündigt hatte: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“ 16 Als Herodes merkte, dass die Sterndeuter ihn hintergangen hatten, wurde er sehr zornig. Er befahl, in Betlehem und Umgebung alle kleinen Jungen zu töten, die zwei Jahre und jünger waren. Das entsprach der Zeitspanne, die er aus den Angaben der Sterndeuter entnommen hatte. 17 So sollte in Erfüllung gehen, was Gott durch den Propheten Jeremia angekündigt hatte: 18 „In Rama hört man Klagerufe und bitteres Weinen: Rahel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen; denn sie sind nicht mehr da.“ 19 Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten der Engel des Herrn im Traum 20 und sagte: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und kehre in das Land Israel zurück; denn alle, die das Kind umbringen wollten, sind gestorben.“ 21 Da stand Josef auf, nahm das Kind und seine Mutter und kehrte nach Israel zurück. 22 Unterwegs erfuhr Josef, dass in Judäa Archelaus als Nachfolger seines Vaters Herodes König geworden war. Da bekam er Angst, dorthin zu ziehen. Im Traum erhielt er eine neue Weisung und zog daraufhin nach Galiläa. 23 Er kam in die Stadt Nazaret und ließ sich dort nieder. So sollte in Erfüllung gehen, was Gott durch die Propheten angekündigt hatte: Der versprochene Retter wird Nazoräer genannt werden.

Einführung