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Werdende oder frisch gebackene Eltern haben es oft nicht leicht. Eine Schwangerschaft und die Zeit nach der Entbindung sind oft begleitet von Themen, die niemand anspricht. Wo Frauen und Männer bei der Erörterung bestimmter Tatsachen erröten, wird in diesem Buch nichts blumig geredet. Egal ob Genitalgeruch, braune Ausscheidungen unter der Geburt oder andere Dinge, die sonst niemand ausspricht, hier findet die oft unschöne Wahrheit ein Zuhause. Was auf den ersten Blick obszön und ekelerregend wirkt, soll Menschen mit den gleichen Erlebnissen und Erfahrungen suggerieren, mit ihren Problemen nicht allein zu sein.
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Seitenzahl: 160
Veröffentlichungsjahr: 2019
M. Uhlenbrock
DIE MUTTERKOMPLEXE
Ein (Un)Ratgeber
[INFO]
Dieses Buch ist kein medizinischer Ratgeber, der im vollen Umfang über Risiken und Nebenwirkungen informiert. Die behandelten Themen wurden nicht von Ärzten oder anderem Fachpersonal zu Papier gebracht, sondern frei recherchiert. Alle Angaben sind daher ohne Gewähr, aber dafür mit viel Zuckerguss und bunten Streuseln.
Buch
Werdende oder frisch gebackene Eltern haben es oft nicht leicht. Eine Schwangerschaft und die Zeit nach der Entbindung sind oft begleitet von Themen, die niemand anspricht. Wo Frauen und Männer bei der Erörterung bestimmter Tatsachen erröten, wird in diesem Buch nichts blumig geredet. Egal ob Genitalgeruch, braune Ausscheidungen unter der Geburt oder andere Dinge, die sonst niemand ausspricht, hier findet die oft unschöne Wahrheit ein Zuhause. Was auf den ersten Blick obszön und ekelerregend wirkt, soll Menschen mit den gleichen Erlebnissen und Erfahrungen suggerieren, mit ihren Problemen nicht allein zu sein.
Autorin
M. Uhlenbrock ist eine junge Schriftstellerin aus Deutschland. 1988 in einem Krankenhaus im Münsterland geboren, gleich gegenüber einer namhaften Fastfoodkette, verbrachte sie den Großteil ihres Lebens in einem kleinen Dorf bei Münster. Während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2015 stellte sie fest, dass viele wichtige Themen zu diesen „anderen Umständen“ unterschlagen werden. Der Grund: Sie sind unangenehm. Nach dieser Erfahrung machte sie es sich zur Aufgabe, ihre Mitmenschen über solche Themen zu informieren und auch über sehr unangenehme Szenarien aufzuklären. Mit einer gehörigen Portion Humor und Sarkasmus bringt sie seit 2016 diese Themen unter die Leute.
Weitere Texte der Autorin sind zu lesen auf:
www.Frau-Rabenmutter.de
Facebook: Deine Rabenmutter
Instagram: deine_rabenmutter
M. Uhlenbrock
DIE MUTTERKOMPLEXEEin (Un)Ratgeber
Aus dem Deutschen übersetztins Sarkastische
Alle Rechte vorbehalten.
Außer zum Zwecke kurzer Zitate für Buchrezensionen darf kein Teil dieses Buches ohne schriftliche Genehmigung durch „Deine Rabenmutter“ nachproduziert, als Daten gespeichert oder in irgendeiner Form oder durch irgendein anderes Medium verwendet bzw. in einer anderen Form der Bindung oder mit einem anderen Titelblatt als dem der Erstveröffentlichung in Umlauf gebracht werden
1. Auflage
Deutsche Erstveröffentlichung Dezember 2018
Umschlaggestaltung: Steffi Thole von MimiMi Art
Redaktion: C.E. Lämmer aka Hunnybal
© Marie-Christin Uhlenbrock 2018
Verlag und Druck: tredition GmbH,
Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN:
978-3-7482-0262-2 (Paperback)
978-3-7482-0263-9 (Hardcover)
978-3-7482-0264-6 (e-Book)
Wer sucht, der findet
Vorwort
Genitalien und andere Problemchen
Die Vagina
Der Penis
Der Koitus (und seine Gegner)
Hormongesteuert durch die Wand
(Un)begehrte Objekte
Dufte Angelegenheiten
Die Befruchtung
Aktenzeichen XX/XY
Das erste Trimester
Der 1. Schwangerschaftsmonat
Unter Umständen ist alles anders
Von Magie und Genetik
Das Übel mit der Übelkeit
Und das Übel mit der Angst
Der 2. Schwangerschaftsmonat
Von Sinnen – von wegen
Überall Babys
Die Sache mit dem Wasserlassen
Der 3. Schwangerschaftsmonat
Wer sich zu fragen wagt...
Doktorspiele
Das zweite Trimester
Der 4. Schwangerschaftsmonat
So ein Sch(w)eiß
Die Kugel der Wahrheit
Der 5. Schwangerschaftsmonat
Gut geschmiert
Die verschlossene Hintertür
Gib dem Drachen Milch
Der K(r)ampf mit Beinen und Gebiss
Wehen auf Übungskurs
Der 6. Schwangerschaftsmonat
Haarige Angelegenheiten
Hau(p)tsache gesund, oder?
Tittibots, transformiert euch!
Dieses Kribbeln im Bein
Zehn Dinge, die wir als Eltern niemals tun werden Seite
Regelkatalog
Das dritte Trimester
Der 7. Schwangerschaftsmonat
Hallo Tabuzone
Das Kind beim Namen nennen
Der 8. Schwangerschaftsmonat
Trimm-dich-Pfade
Voll fürn Arsch
Der 9. Schwangerschaftsmonat
Vom Schmetterling zur Raupe
Auf die Plätze, fertig...
Die Geburt
...LOOOOOS!
Die Eröffnungsphase
The Battle Begins
Wenn die Blase platzt
Was sich noch so entleeren kann
Die Übergangsphase
Schluss mit lustig
Geburtsakustik
Die Austreibungsphase
Die "Muttation“
Wenn Dämme reißen
Die Nachgeburtsphase
Snack oder Apfelbaum?
Das Glück ist eine Fontanelle
Die Latrinenchronik
Von Bechern und Binden
Die ersten Tage zuhause
Alles wird anders
Die Wahrheit stinkt
Geschlechtsverkehr nach der Geburt
Rein oder nicht rein – das ist hier die Frage
Besenkammer oder Lagerhalle?
Eis oder heiß?
Wenn der Alltag einkehrt
Und da ist sie wieder!
Ein Erfahrungsbericht
Tigerlilly und Bacon Chip
Hosenbund und Panzertape
Der Frust mit der Brust
Nippel, olé
Tröpfchen für Tröpfchen
Haut und Haar – (nicht) wunderbar?
Alles halb so schlimm?
Es war einmal der Schlaf
Stilldemenz – schon vergessen
Wo die Kaiserin (nicht mehr)alleine hingeht
Mama muss auch mal A-A
Das war's? Denkste!
Es war einmal ein Montag –und ein Auto
Das letzte Kapitel
Und zum Schluss der Zuckerguss
Psychotest
Nachwort
Danksagungen
Das VorgeschwafelBÄÄÄÄHM!
Seit meinem zehnten Lebensjahr wollte ich nur eins: ne Mutti sein. Meine damalige Vorstellung einer guten Mutterschaft erinnert mich heutzutage eher an eine Folge der 90 er-Jahre-Serie „ALF“. Tatsächlich sah ich mich als eine „Kate“, die so richtig oberspießermäßig ihre zwei Rotzgören in einem gelben Vorstadthaus großzieht. Mit Wäschekorb und Kochlöffel bewaffnet wäre mein Ziel klar: ich würde meine Kinder durchs Leben bringen, ohne dabei selbst draufzugehen. Im Laufe der Jahre und meiner Erfahrungen mit mir selbst wurde mir aber schnell klar, dass ich niemals eine "Kate“ sein würde. Nö – Ich wäre ALF! Ein absolutes Einzelexemplar mit Null Ahnung von Kindererziehung, aber mit der passenden Portion Humor, um lebend aus der ganzen Sache heraus zu kommen. In einem Alter von 27 Jahren stand ich also da, 30.000 Wiederholungen der Serie „ALF“ intus, und fühlte mich endlich bereit. Bereit meine Gene mit einem anderen Einzelexemplar zu vermischen und der Welt einen Menschen zu hinterlassen, der eine Erziehung par Excellence genießen würde – meine GANZ persönliche Erziehung. Ja, ich war bereit, wie ein Alien vor den anderen Muttertieren zu posieren und mir vor aller Augen stolz auf die Schulter zu klopfen, wenn mein Kind während einer Vorführung genüsslich einen Popel schlürfte. Doch bevor es soweit sein würde, musste erst einmal etwas anderes passieren: Ich musste schwanger werden. Und ich musste meine Schwangerschaft ohne große Blessuren überstehen. Ich las in 286 Ratgebern, meldete mich in einem Mutterforum für Hinz und Kunz an und stellte am Ende des Tages fest, dass es Dinge gibt, die dir einfach niemand erzählt... bis JETZT! Auf den nächsten Seiten erfährst du aus erster Hand und mit der nötigen Würze an Humor, was während der Schwangerschaft und unter der Geburt wirklich passiert. Ich nehme kein Blatt vor den Mund – schmeckt ja auch gar nicht.
Wenn du aber etwas über märchenhafte Schwangerschaften oder friedliche Geburten auf einer mystischen Waldlichtung lesen möchtest, kauf dir lieber einen anderen Ratgeber! Ansonsten bist du an dieser Stelle herzlich dazu eingeladen, beim Lesen dieses Buches vor Scham zu erröten, dir den Bauch vor Lachen zu halten und es das ein oder andere Mal vor Ekel in die Ecke zu schmeißen.
ROCK ON!
Deine Mutti
„Sarkasmus ist wie ein Sonnenuntergang:
Entweder du weißt die Schönheit der untergehenden Sonne zu schätzen, oder du bekommst erst dann mit, was Sache ist, wenn schon alles dunkel ist.“
GENITALIEN UND ANDERE PROBLEMCHEN
Vom Tuten und Blasen
GeniTal – bezeichnet eine besonders kluge Person,die sich zwischen Bergen aufhält
Die Vagina
Am Besten fangen wir einfach direkt da an, wo die Lehrer in der vierten Grundschulklasse mit hochrotem Kopf vor ihren Schülern und Schülerinnen stehen: bei den Genitalien. Wir alle haben mindestens eins und wissen im besten Fall, wofür Männer und Frauen es benutzen können.
Da wäre einmal das weibliche Geschlechtsteil, die Scheide. Da dieses Wort aber sogar unter Frauen für extreme Schamesröte sorgt, wird diese in der Umgangssprache auch gerne als Schmuckkästchen oder Muschi bezeichnet. Ein weiterer und weit verbreiteter Begriff ist das Wort „Mumu“, wobei dieses eine Abkürzung für den Muttermund ist und wirklich gar nichts mit dem außen liegenden Teil der Scheide zu tun hat. Neben dem Venushügel und den äußeren wie auch inneren Schamlippen gibt es da noch den kleinen Kitzler. Aber nein, der Gute kitzelt nicht, dafür fehlen ihm die Arme. Der Kitzler ist ein Knorpelfortsatz direkt unter dem Venushügel und der empfindlichste Teil zwischen den Frauenbeinen. Müsste ich an dieser Stelle den Männern einen Tipp geben, wie mit dem Kitzler umzugehen ist, würde ich wohl Folgendes raten: Behandle ihn wie ein gutes Bier. Nicht zu hastig schlürfen und genüsslich auf der Zunge zergehen lassen.
Rein optisch gleicht keine Vagina der anderen. Dennoch lassen sich fünf typische Formen ermitteln:
1. Ms. Puffs – Die äußeren Schamlippen sind etwas größer und dicker ausgeprägt. Experten sprechen hier von einer Fettreserve …vermutlich für schlechte Zeiten.
2. Ms. Barbie – Diese Form wird von den meisten Frauen als Perfekt empfunden, existiert jedoch ironischerweise verdammt selten. Da sieht man's mal wieder! Die äußeren Schamlippen umschließen hier die inneren Schamlippen und den Klitorismantel.
3. Ms. Curtains – Bei dieser Art treten die inneren Schamlippen etwas zwischen den äußeren hervor. Der Grund ist die Vergrößerung der inneren Schamlippen und des Klitorismantels. Richtig putzig!
4. Ms. Tulip – Diese Form erinnert ein wenig an eine geöffnete Tulpenblüte. Die äußeren Schamlippen stehen etwas hervor, die inneren schauen wie das Tulpeninnere heraus.
5. Ms. Horseshoe – Die äußeren Schamlippen sind etwas weiter oben angesetzt, und die inneren blitzen darunter hervor. Dieses Bild erinnert ein wenig an ein Hufeisen. Findest du nicht auch?
[FAKT]
Im Inneren der Scheide befindet sich die Andockstelle für den richtigen Lustkick: der G-Punkt! Soll es also rund laufen, ist das Kitzeln des Kitzlers und das Punktieren des G-Punktes angesagt. Und Ja: Diese Zeichnungen habe ich mir selbst ganz professionell in einem Zeichenprogramm erarbeitet. Ich schätze, dafür habe ich Applaus verdient.
Neben Schmuckkästchen, Muschi und Mumu gibt es aber noch einige andere Bezeichnungen für dieses schöne Genital. Hier sind die beliebtesten:
Blüte der Lust
Lustgarten
Brosche
Lustgrotte
Büchse
Lusttunnel
Buschtrommel
Maus
Drive-in
Mimmi
Entsafter
Minka
Feuchtbiotop
Moni
Feuchthöhle
Mulle
Fotze
Muschel
Garage
Peniswärmer
Garagentor
Perle
Gletscherspalte
Pflaume
Grand Canyon
Pussy
Hamburger
Ritze
Himmelsreich
Saftpresse
Honigtopf
Schatulle
Hotspot
Schmuckkästchen
Juwel
Schnecke
Kätzchen
Steckdose
Knospe
Tunnel of Love
Land des senkrechten Lächelns
Vulva
Liebesbox
Yoni
Liebeshöhle
Liebeslippen
Lotusblüte
Zuckerschnecke
Wenn du mich fragst, klingt davon irgendwie keines besonders geil. Meine Mutter hat damals immer „Pfläumchen“ gesagt. Nun ja, immerhin besser als Pflaume – die mag doch nun wirklich niemand zwischen den Beinen haben. Doch im Grunde ist es ja ganz egal, wie Frau oder Mann das Geschlechtsorgan der Frau nennen. Wichtig ist, dass es aus der richtigen Intention geschieht. Einige dieser Wörter werden nämlich gerne als Schimpfwörter benutzt und sollen verletzen. Diese Entwicklung finde ich persönlich sehr traurig. Aber hey, wem nichts Besseres einfällt….
Soweit also zum Komplexus Genitalus der Frau.
Der Penis
Auf der anderen Seite haben wir den Penis, das männliche Geschlechtsorgan, welches in Fachkreisen gerne Lörres, Pimmel oder Schlaghammer genannt wird. Dieses Kerlchen besteht aus Schaft, Eichel und Hodensäcken. Ist der Mann geil, wird er hart. Ist der Mann nicht geil, bleibt er schlaff. Soviel also dazu.
Kommt ein männliches Exemplar auf die Welt, ist es von Natur aus mit einer Mütze versehen – nicht auf dem Kopf, aber am Geschlechtsteil. Entscheidet sich die Familie oder später der junge Mann selbst für eine Beschneidung, wird die Vorhaut in einer kleinen Operation weggesäbelt, und das Häubchen muss fortan ohne Mütze leben.
Des Weiteren gibt es bisher zwei bekannte Penistypen, die ich euch ebenfalls mit einer kleinen Zeichnung vorstellen möchte.
1. Der Fleischpenis, der bereits im schlaffen Stadium seine volle Größe hat. Wallt die Lust auf, fließt nur noch wenig Blut in den Schaft.
2. Der Blutpenis, der eher an eine kleine Raupe erinnert und schließlich bei der Erektion zu einem riesigen Schmetterling wird …oder zumindest so ähnlich.
Welche der beiden Gehängevarianten der Mann sein Eigen nennen darf, ist genetisch bedingt. Forscher gehen davon aus, dass der Fleischpenis in den wärmeren Regionen und der Blutpenis in den kälteren Regionen häufiger auftritt. Ob der Fleischpenis unter der kalten Dusche dann auch kleiner wird, das weiß ich allerdings nicht. Doch egal ob Fleischpeitsche oder Blutegel, wichtig ist doch nur, dass er funktioniert! An dieser Stelle möchte ich einen Werbeslogan von einem deutschen Beförderungsunternehmen einwerfen, der so ebenfalls für eine Potenzpille gelten könnte: „Wir stellen die Weichen!“ Für den bekomme ich doch jetzt wohl stehende Ovationen, oder?
Doch auch bei diesem fleischigen Ding gibt es das ein oder andere Wörtchen, damit Frau oder Mann das Kind in einer Konversation nicht beim eigentlichen Namen nennen muss. Für alle, die ihrem kleinen Freund nicht ohnehin schon einen Spitznamen gegeben haben, hier die beliebtesten:
Aal
Kronjuwelen
Apparat
Lanze
Boa Konstriktor
Latte
Banane
Liebesknochen
Bohrer
Liebesstängel
Bolzen
Lollypop
Ding-Dong
Lötkolben
Dödel
Lümmel
Drittes Bein
Lurch
Einäugige Schlange
Nudel
Einspritzpumpe
Phallus
Fleischpeitsche
Piephahn
Flöte
Pillermann
Gehänge
Pimmel
Gemächt
Pipimann
General
Puller
Glied
Rohr
Goldfinger
Salami
Gürkchen
Schniedelwutz
Hammer
Schniepi
Johannes
Schwanz
Joystick
Ständer
Kindermacher
Willi
Kolben
Zauberstab
Meine absoluten Favoriten an dieser Stelle sind ja Gürkchen und Nudel – da muss ich nämlich direkt an den leckeren Nudelsalat denken, den ich gestern gemacht habe. Da waren Gürkchen drin, Eier, eine Fleischwurst und ganz viele lange Nudeln. Ach ja, und das Wichtigste: viel Majo! Da muss schon so ein richtiger Spritzer aus der Tube rein. Ich musste auch ganz schön ackern, um diese cremige Substanz überhaupt aus diesem kleinen Loch zu bekommen. Ich habe bestimmt fünf Minuten lang geschüttelt und geschüttelt – und dann endlich die Erlösung: Die Majo spritzte mir um die Ohren wie nichts Gutes. Aber hey, das gehört eben zu einem leckeren Salat dazu.
Der Koitus (und seine Gegner)
Hormongesteuert durch die Wand
Wenn du zu den Exemplaren gehörst, die ganz nebenbei und unkompliziert schwanger wurden, dann darfst du die nächsten achtzig Zeilen getrost überspringen. Oder du liest weiter, lehnst dich zurück, entspannst dich (noch!) und lächelst erhaben.
Wir halten fest: Vagina und Penis sind notwendig, um produktiven Geschlechtsverkehr auszuüben. Es soll auch Menschen geben, die Sex mit Gummiwedeln, Robotern oder Plastikrohren haben. Wer sich aber vermehren möchte, wird mit dieser Methode nicht allzu große Erfolge verbuchen. Zumindest nicht auf diesem Planeten. Rein optisch allerdings könnten unsere Genitalien schon von einem anderen Planeten stammen. Doch egal ob außerirdisches Gemüse oder heimische Bratwürstchen, neben den körperlichen Voraussetzungen muss auch noch etwas anderes gegeben sein, um ein Baby zu machen: Geduld! Geduld ist eine Tugend, so heißt es. In meinem Universum ist Geduld ein Mysterium. Man hat schon einmal davon gehört, ob sie aber wirklich existiert, weiß niemand so genau. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Das vertrauensvolle Internet bietet genügend Wege, um sich in der sogenannten „Kinderwunschzeit“ abzulenken.
Kaum ist der Entschluss gefasst, einen kleinen Scheißer in die Welt zu setzen, geht das weit verbreitete „googeln“ los. Anstatt sich einfach auf den Gegenpart zu stürzen, der das nötige Schussgerät besitzt, denkt Frau, sie sei klüger und erarbeitet unter Zuhilfenahme des Internets und einer Mindmap ein paar hilfreiche Methoden. Zumindest hilfreich dabei, das Portmonee zu leeren. Da wird geshoppt, bis die Hebamme kommt. Stäbchen zur Messung des Eisprungs, Stäbchen zur Messung des pH-Wertes im Urin, Stäbchen zur Messung des HCG-Wertes (schließlich hat man längst mittels Tabelle erforscht, welcher Wert für Schwangerschaft steht) und Räucherstäbchen für einen heilenden Dampf, der die Empfängnis begünstigt. AM ARSCH! Aber das ist der Frau, die um jeden Preis schwanger werden möchte, ziemlich egal. Sie hat nur ein Ziel: Willi rein, Sperma raus. Zehn Minuten Kerzenstellung und die Befruchtung läuft – natürlich nur dank der Räucherstäbchen. Der Wunsch, schwanger zu werden, frisst sich so sehr in das Hirn des Weibchens, dass es sich sogar nachts den Wecker stellt, um den Spermageber zu überfallen – und das womöglich jede Stunde. Wenn das Wunderstäbchen nicht schon am ersten der "fruchtbaren Tage“ brennt wie ein verkohltes Würstchen in der Pfanne, so sei an dieser Stelle an den Mann gesagt: HALTE DURCH! Sobald die Spermaernte vorbei ist, kannst du wieder für knappe 25 Tage durchatmen. In dieser Zeit wirst du vermutlich kaum beachtet werden, denn der uterusgesteuerte Teil eurer Lebensgemeinschaft wird damit beschäftigt sein, ihre "Tage nach Eisprung" zu zählen und jedes Wehwehchen als Anzeichen einer Schwangerschaft zu deuten. Ein quer sitzender Bohnenfurz kann da schon mal mit Einnistungsschmerz verwechselt werden. War immerhin bei Katja aus dem Muttiforum für Hinz und Kunz genau so! Nebenher werden schon mal Babyklamotten gekauft. Natürlich in der Farbe „neutral“, denn Frau weiß ja noch nicht, was es wird.
Doch das wirklich Schreckliche neben der sexuellen Ausbeutung des Partners ist der so genannte NMT, der Nicht-Mens-Tag. Dies ist der Tag, an dem alles entschieden wird, sofern nicht schon fünf Tage vorher jeden Morgen ein Acht-Euro-Schwangerschaftstest ins Klo gespült wurde. Ist an diesem Tag der ersehnte Test negativ, und die Monatsblutung der Frau tritt ein, sollte sich der Herr der Schöpfung besser nicht mehr blicken lassen.
Wenn man mich fragt, welches Geschlecht das stärkere ist, so würde ich ohne Zögern antworten: Der Mann! Warum? Weil diese armen Schweine uns Frauen in dieser Zeit ertragen müssen. Es ist ja nicht so, als wäre eine blutende Frau schon schlimm genug. Eine blutende und zugleich frustrierte (weil immer noch unbefruchtete) Frau ist das Armageddon! Abends noch mit guter Laune ins Bett gestiegen, sieht die Welt am Morgen gar nicht mehr prima aus. Im Gegenteil: schlecht geschlafen, schlecht geträumt und schlecht geschissen. Wenn Frau morgens zerknittert aus der Decke steigt, und sowohl ihr Atem als auch ihre Worte nichts Gutes verheißen, sollte Mann sich lieber direkt irgendwo für fünf Tage vergraben – und zwar da, wo Frau sicher nicht nach ihm suchen würde. Friedhof beispielsweise. Die Hormone einer Frau haben schon so manchen Mann ins Grab gebracht. Probeliegen ist also angesagt. Sobald das erste Blut ins Höschen schießt, ist alles vorbei. Die Welt beginnt sich zu wandeln, und alles und jeder scheint gegen einen zu sein. Selbst der Ganzkörperspiegel, in dem Frau gestern noch so eine gute Figur gemacht hat, findet das, was ihm nun geboten wird, ziemlich unansehnlich. Von einem auf den anderen Tag weicht die äußerliche Schönheit und nimmt die innerliche gleich mit. Mit Pickeln im Gesicht und zwei Kilo mehr auf der Hüfte würden die Weibchen am liebsten schreiend durch die Nachbarschaft rennen und der hässlichen Kuh von gegenüber so richtig die Meinung sagen… mit einem Baseballschläger!
[FAKT]
Das Stresslevel steigt während dieser roten Tage schneller in die Höhe als an den anderen. Das Ergebnis: von 0 auf 360 in 0,1 Sekunden.
Wo es sonst egal ist, dass der Herr des Hauses seine „verdammt ekelhaft stinkenden Socken“ überall liegen lässt, würde die Frau ihm diese jetzt am liebsten hinterher schmeißen …mit Backstein drin …oder einer Bombe! Wo es sonst egal ist, dass die Kassiererin an der überfüllten Kasse etwas langsamer arbeitet als ihre Kollegin, ist sie in diesem Moment ein verdammt faules Stück, das einen ganz bestimmt absichtlich warten lässt (verdammte Schl*** und bescheuerte Hu**!). Eine Frau, die den ganzen Tag damit beschäftigt ist, blutige Tampons oder Binden zu wechseln, Menstruationstassen zu leeren, das eigene Blut von den Händen oder (wenn's kleckst) von der Klobrille zu putzen, Blutflecken im Höschen einzuweichen, weil was übergelaufen ist, den Toilettenmüll zu entsorgen, weil blutgetränkte Hygieneprodukte schnell anfangen zu stinken, Schmerztabletten zu nehmen, weil das Ablösen der dicken Schleimhaut nicht zu ertragen ist, hat das verdammte Recht, ihrem Partner wegen Kleinigkeiten den Stinkefinger zu zeigen. Für die Männer heißt das: Zähne zusammen beißen und hoffen, dass ein kleiner Socken-Fauxpas nicht zur Trennung führt.
(Un)begehrte Objekte
