DIE NEUE - Susanne von Steinfeld - E-Book

DIE NEUE E-Book

Susanne von Steinfeld

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Beschreibung

Tanja de Vries kommt ursprünglich aus Ostfriesland und ist Vollblut-Polizistin in Hamburg. Bei einer Razzia erschießt sie den Bruder eines Drogenbosses und wird aus Sicherheitsgründen in eine kleine Polizeistation in Westoverledingen versetzt. Ihr neuer Kollege Stefan Borchert freut sich über die charmante und gutaussehende Unterstützung. Aber in dem kleinen Dorf ist absolut nichts los. Tanja ist noch gar nicht richtig angekommen, als das Unfassbare passiert: Der angesehene Gastronom Frank Meyer wird tot im Hammrich aufgefunden. Jetzt müssen die beiden einen Mörder finden. Weswegen hat sich der Dorfladenbesitzer Deniz mit Frank Meyer gestritten? Und warum nimmt Tanja dieser Mordfall so mit? Und wird Drogenboss Lupo sie doch noch finden? Die Ermittlungen führen die beiden Polizisten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Als plötzlich auch noch die junge Kellnerin Luisa aus dem Restaurant des Toten verschwindet, hat Tanja die schlimmsten Befürchtungen.

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Seitenzahl: 118

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Die Neue

Der Tote im Hammrich

Ostfrieslandkrimi

Susanne von Steinfeld

Das Buch

Tanja de Vries kommt ursprünglich aus Ostfriesland und ist Vollblut-Polizistin in Hamburg. Bei einer Razzia erschießt sie den Bruder eines Drogenbosses und wird aus Sicherheitsgründen in eine kleine Polizeistation in Westoverledingen versetzt.

Ihr neuer Kollege Stefan Borchert freut sich über die charmante und gutaussehende Unterstützung. Aber in dem kleinen Dorf ist absolut nichts los.

Tanja ist noch gar nicht richtig angekommen, als das Unfassbare passiert: Der angesehene Gastronom Frank Meyer wird tot im Hammrich aufgefunden. Jetzt müssen die beiden einen Mörder finden.

Weswegen hat sich der Dorfladenbesitzer Deniz mit Frank Meyer gestritten? Und warum nimmt Tanja dieser Mordfall so mit? Und wird Drogenboss Lupo sie doch noch finden?

Die Ermittlungen führen die beiden Polizisten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Als plötzlich auch noch die junge Kellnerin Luisa aus dem Restaurant des Toten verschwindet, hat Tanja die schlimmsten Befürchtungen.

Die Geschichte ist frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit toten oder lebenden Personen

sind rein zufällig.

Impressum

Die Neue – Der Tote im Hammrich

Ostfrieslandkrimi von Susanne von Steinfeld

Copyright © 2018 Susanne von Steinfeld

All rights reserved

Auflage 2 – September 2020

Erschienen im Deichblick Verlag Westoverledingen

www.deichblick-verlag-wol.de

Umschlaggestaltung: Susanne Hülsebus

Foto: Susanne Hülsebus

Überarbeitung April 2021

Ein Steinfeld-Krimi

1

Die Sonne über dem Ihrhover Hammrich ging schon auf, der Tau tropfte von den Bäumen und lag schimmernd auf den weiten Wiesen und Feldern. Klaus Olthoff war gerade auf seinem morgendlichen Spaziergang mit seinem Hund Rüdiger. Friedliche Stille. Nur fröhliches Vogelgezwitscher unterbrach die wunderbare Ruhe des Morgens.

Mit lautem Bellen holte der Hund Klaus Olthoff aus seinen Gedanken. Als er näher an den mit Brombeerbüschen bewachsenen Graben kam, konnte er noch nicht erkennen, warum der Hund so anschlug.

Er vermutete ein Tier, vielleicht war es verletzt. Neugierig stapfte der etwas rundliche Mann durch das feuchte Gras, schob die stacheligen Äste beiseite und wich dann erschrocken zurück. Dort lag ein Mensch. Als Klaus Olthoff noch näher kam, erkannte den toten Mann sofort: Frank Meyer, Inhaber vom Hotel-Restaurant »Deichblick«. Sein teurer Ehering schimmerte im Morgengrauen.

Die Meyers waren eine wohlhabende Familie, das gemütliche Lokal am Emsdeich war alteingesessen und durch seine wirklich gute Küche weit über die Grenzen Ostfrieslands bekannt. Das Geschäft lief sehr gut und die Familie lebte in einer wunderschönen, alten Jugendstil-Villa in Esklum.

Frank Meyer war ein angesehener Mann. Denn er dachte nicht nur an die Arbeit, sondern hatte auch immer ein offenes Ohr für andere und unterstützte die ortsansässigen Vereine. Er kannte fast jeden im Dorf beim Namen. Die Ihrhover schätzten den Geschäftsmann sehr.

Franks Ehefrau Gesa war da ganz anders. Sie fand ihn verschwenderisch und hatte kein Verständnis dafür, dass er sein hart erarbeitetes Geld einfach so anderen Leuten in den Rachen warf.

Gesa hatte noch nie richtig gearbeitet und kümmerte sich seit Jahren um die drei Kinder, Timo, Maatje und Benjamin. Sie liebte ihre Kinder, aber irgendwas fehlte in ihrem Leben. Frank bekam davon nichts mit.

Gesas Eltern besaßen früher eine Fleischerei in Papenburg und Frank kaufte dort immer für das Hotel ein, in dem er damals arbeitete. An der Wursttheke lernten die beiden sich kennen, gingen ein paar Mal aus und wurden schließlich ein Paar.

Gesa verliebte sich sofort in den sympathischen Ostfriesen. Er war fürsorglich und zärtlich. Das gefiel ihr. In ihrer Familie gab es nur Arbeit und Disziplin. Aber Frank zeigte ihr, dass das Leben noch viel mehr bot. Nach einem Jahr heirateten sie und kurze Zeit später war Sohn Timo da.

Das Leben für das Paar, das gerne feiern ging, Konzerte besuchte, änderte sich damit komplett.

Während Frank voll in seiner Vaterrolle aufging, veränderte sich Gesa. Sie liebte Timo ohne Frage. Aber das sie nicht mehr raus kam, um Freunde regelmäßig zu treffen, so wie sie wollte, machte ihr sehr zu schaffen. Alles drehte sich nur noch um Windeln wechseln und Baby füttern.

Wenn Timo endlich schlief, saß sie oft alleine auf dem Sofa, trank Wein und schaute irgendwas im Fernsehen. Frank war ja immer bis spät abends im Restaurant.

Kurz vor Timos Geburt übernahm der das urige Lokal am Deich von Onno Schulte, renovierte es und gestaltete alles neu. Das kam bei den Gästen gut an und das Restaurant lief gut.

Gesa war froh, dass finanziell alles im Lot war. Aber das Frank einen Teil des Geldes nahm und die ortsansässigen Vereine und andere Organisationen unterstützte, verstand Gesa überhaupt nicht. Die Familie hatte ja schließlich nichts davon, fand sie.

Vor allem als Maatje und Benjamin geboren wurden, fehlte das Geld an allen Ecken und Kanten. Sie stritten in letzter Zeit häufig darüber.

Trotz alledem hatte sie sich vorgenommen, nicht mehr so oft zu jammern und ihrem Mann den Rücken freizuhalten. Zuhause hatte sie schließlich Narrenfreiheit. Das knappe Geld gab sie vor allem für die Kinder aus. Ihnen sollte an nichts fehlen.

Aber nun lag der Restaurantbesitzer tot im Hammrich. Klaus Olthoff rief Stefan Borchert von der Polizeistation Ihrhove an.

2

Der saß gelangweilt in der Polizeistation in Ihrhove und checkte gerade die Emails, als die Tür aufging und eine junge, attraktive Frau lächelnd auf ihn zu kam.

Stefan Borchert stand von seinem Schreibtisch auf und zupfte seine Uniform zurecht. Er hoffte auf einen neuen Fall. In den letzten Tagen war es doch ziemlich öde gewesen.

Als er sich damals zum Polizisten ausbilden ließ, wollte Stefan Verbrecher jagen, für Gerechtigkeit sorgen, die Welt etwas sicherer machen. Wochenlanges Akten wälzen, sortieren und digitalisieren hatte er nicht auf dem Plan. Zurzeit gab es nicht mal einen Ladendiebstahl oder einen kleinen Unfall-Blechschaden zu bearbeiten.

Der letzte spektakuläre Fall lag auch schon eine Ewigkeit zurück. Vor vier Jahren war ein unbekannter Stalker in der Region unterwegs, der Frauen heimlich auskundschaftete, sie dann mit anonymen Telefonanrufen terrorisierte und sie schließlich aus dem Hinterhalt angriff. Es gab Gott sei Dank keine Todesopfer, aber die betroffenen Frauen war psychisch am Ende.

Alle Einheiten im Landkreis Leer waren damals in die umfangreiche Suchaktion eingebunden. Aber der Unbekannte war einfach nicht zu fassen. Er war der Polizei immer einen Schritt voraus, als würde immer wissen, was die Beamten als Nächstes vorhaben.

Stefan Borchert war damals ganz nah an dem Stalker dran. Es kam sogar zu einem erbitterten Zweikampf, den der Polizist schließlich verlor. Der Verdächtige schlug ihn brutal nieder und floh in die Dunkelheit.

Deswegen erinnerte sich Stefan nicht mehr an dessen Gesicht, nur an eine auffällige Tätowierung an der Hand. Schließlich verloren sie seine Spur, der Unbekannte war wie vom Erdboden verschwunden und auch die Stalking-Übergriffe endeten.

Die Bevölkerung, vor allem die Frauen, brauchten lange, um sich von diesem Psychothriller zu erholen.

Stefan Borchert hatte es sich niemals verziehen, dass er den Täter hatte entkommen lassen.

Stefan Borchert war jetzt 40 und seit zwei Jahren Witwer. Seine Frau starb an Brustkrebs.

Die beiden lernten sich 1999 auf dem Schützenfest kennen und lieben. Frauke war ihm sofort aufgefallen, mit ihrem fröhlichen Wesen, die blonden Haare und den tollen Kurven, war sie direkt in sein Herz gesprungen.

Er forderte sie einfach zum Tanzen auf. Sie feierten die ganze Nacht und Stefan brachte Frauke erst gegen Morgen nach Hause.

Sie wohnte damals noch bei ihren Eltern am Dwarsweg. Vor der Haustür küssten sie sich das erste Mal. Sie verabredeten sich für das nächste Wochenende, Kinoabend mit anschließendem Pub-Besuch. An diesem Abend kamen Stefan und Frauke zusammen.

Der Ostfriese war zu dieser Zeit noch in der Polizeiausbildung und Frauke hatte gerade ihre Lehre als Arzthelferin abgebrochen. Motiviert suchte sie nach einer neuen Herausforderung, die sie schließlich als Bürokauffrau in einer Kfz-Werkstatt fand.

Nach einem Jahr zog das Paar zusammen und 2002 kam Tochter Edda zur Welt, ihre Liebe war perfekt.

Die Hochzeit folgte 2005 in der Steenfelder Kirche. Gemeinsam mit der ganzen Familie, Freunden und Kollegen feierten sie im Saal »Sommerlust« ein rauschendes Fest.

Nach dem traditionellen Lagerfeuer zog die Feiergemeinde zum morgendlichen Spiegeleieressen zu Stefans Eltern, die in der Lilienstraße wohnten. Erst gegen neun Uhr morgens gab es für Stefan und Frauke die heiß ersehnte Hochzeitsnacht.

Nach acht glücklichen Jahren dann die Schock-Diagnose Brustkrebs. Frauke war zuversichtlich diesen Bösewicht besiegen zu können. Zunächst sah auch alles danach aus. Nach erfolgreicher Chemotherapie kam der Krebs aber wieder zurück.

Frauke hoffte weiterhin auf Besserung, verlor aber 2015 den Kampf gegen diese abscheuliche Krankheit.

Stefan und Edda waren unendlich traurig. Die ersten Wochen und Monate waren wie ein dichter Nebel, der sich nicht lichten wollte. Die kleine Familie fühlte sich verloren und hatte Mühe den Weg aus der Dunkelheit zu finden.

Stefan verkaufte das gemeinsame Haus und Vater und Tochter zogen in die Einliegerwohnung von Willi und Lulu, Stefans Eltern. Da Stefan als Polizist arbeitete, war das die beste Lösung, damit Edda nach der Schule nicht alleine zuhause sein musste.

Oma und Opa Borchert kümmerten sich rührend um das traurige Enkelkind. Die Zeit verstrich, der Schmerz über den Verlust verflog nur langsam.

Stefan veränderte sich nach diesem Schicksalsschlag. War er früher immer ein fröhlicher Mensch, der das Leben liebte, lebte er heute eher zurückgezogen. Er erwartete nichts Aufregendes mehr in seinem Leben. Stefan dachte sogar daran, sein liebstes Hobby, das Fußball spielen, an den Nagel zu hängen. Aber er konnte sich noch nicht dazu durchringen. Irgendwie tat ihm das Kicken ja auch gut.

Die Arbeit bei der Polizei war in Ordnung. Aber da dort auch nichts Spannendes geschah, langweilte er sich.

»Ich tue das für Edda«, sagte er sich immer wieder.

Er wollte ihr alles bieten, was er nur konnte. Edda besaß das neueste Handy, ein Mofa, ein tolles Zimmer mit allem Schickimicki, eben alles was junge Mädchen mit 15 Jahren so brauchten.

Stefan hoffte, dass er ihr das Leben ohne Mama so etwas erleichterte. Aber Edda tanzte ihm auf der Nase herum, denn sie erkannte die Schwäche ihres Vaters und nutzte sie schamlos aus.

3

»Moin, Tanja de Vries. Ich bin die Neue.«

»Ah, richtig, man hat Sie angekündigt.«

Stefan Borchert freute sich über die Unterstützung, die zudem auch noch ziemlich gut aussah.

Aber eigentlich wusste er nicht, warum sie da war. In Ihrhove herrschte gähnende Monotonie.

Das Einzige, dass er von ihr wusste, war, dass Tanja de Vries aus Hamburg kam.

»Willkommen in der Langeweile«, scherzte Stefan Borchert. »Aber kommen Sie rein. Das hier ist Ihr Schreibtisch.«

Tanja de Vries blickte sich um, überall lagen Aktenordner mit alten Jahreszahlen.

Das kann ja was werden.

»Ich mach uns mal einen Ostfriesentee, dann erzähle ich Ihnen alles über die Polizeistation und woran wir gerade arbeiten, in Ordnung?«

Tanja nickte, zog ihre Jacke aus und setzte sich an ihren neuen Schreibtisch. Sie atmete tief durch.

»Was ist das hier alles?«, wollte Tanja de Vries wissen.

»Wir digitalisieren alle geschlossenen Akten der letzten Jahrzehnte. Ein Mammut-Projekt, wenn Sie mich fragen.«

Stefan Borchert kam mit zwei Bechern Tee zurück.

»Nein, ich meine eigentlich, an welchem Fall Sie gerade arbeiten, Unfall, Diebstahl, Gewalt, Drogen, Verkehrsdelikte.«

Stefan Borchert musste lachen.

»Unser aktueller Fall heißt Akte nullkommanull. Es ist sehr ruhig hier, zu ruhig. Leider oder Gott sei Dank. Das ist Ansichtssache.«

»Na, dass kann ja heiter werden«.

Tanja de Vries lehnte sich zurück, sie war sich sicher, hier wollte sie nicht lange bleiben. Sie brauchte Action. Sie war eine Vollblut-Polizistin aus der Großstadt und sie war gut. Aber nach Hamburg konnte sie erst einmal nicht zurück, da würde Lupo auf sie warten und wenn der sie aufspürte, dann würde sie die Radieschen bald von unten bewundern, das wusste sie genau.

Bei einer Großrazzia auf dem Kiez verwundete Tanja Lupos Bruder bei einem Schusswechsel tödlich. Der als »Boxer« bekannte Drogenboss schwor daraufhin Rache. Deswegen musste sie aus Hamburg verschwinden.

In Ihrhove war sie sicher vor ihm. Aber in diesem Kaff würde sie vermutlich an Langeweile umkommen. Schlimmer konnte es jetzt nicht mehr werden.

»Dann zeigen Sie mir mal, wie Sie die Akten digitalisieren.«

»Wir dutzen uns hier. Ich bin Stefan. Wenn das für dich in Ordnung ist.«

»Klar, ich bin Tanja. Auf geht’s, Stefan, die Arbeit ruft.«

Sie lächelten sich an und stießen mit den Teebechern an. Stefan verteilte die Akten und Tanja ließ sich zeigen, wie sie was wo eingeben musste. Büroarbeit hatte sie schon in Hamburg gehasst.

Dann klingelte das Telefon.

4

Gesa Meyer saß in der Küche ihrer Altbau-Villa und schaute aus dem Fenster. Die Kinder waren in der Schule. Ihr Schädel brummte.

Wieder zu viel Wein gestern, das muss aufhören.

Sie hielt sich den Kopf.

Frank war gestern nicht nach Hause gekommen. Er schrieb, dass es später werden würde, wegen der Abrechnungen. Und meistens war er dann so kurz nach Mitternacht zuhause. Gestern nicht. Gesa ging schlafen und wachte gegen vier Uhr morgens auf. Das Bett neben ihr war leer. Sie versuchte Frank, auf dem Handy zu erreichen. Aber es war ausgeschaltet.

Gesa hatte schon seit einiger Zeit das Gefühl, dass ihr Mann ein Geheimnis mit sich trug. Sie glaubte, dass er sie mit einer anderen Frau betrog. Er kam ja öfter spät nach Hause, er war dann so erschöpft, dass er todmüde neben ihr ins Bett fiel und einschlief. Neuerdings duschte er, bevor er schlafen ging. Einmal hatte sie sogar heimlich an seinen Klamotten gerochen, ob sie ein fremdes Frauenparfüm erschnüffeln konnte.

Gesa wusste, dass es zwischen ihnen schon lange nicht mehr so war, wie seit der Hochzeit. Frank war derselbe geblieben. Aber sie hatte sich verändert. Die Kinder hatten sie verändert.

Nach dem Benjamin vor sieben Jahren geboren wurde, hatten sie nur noch wenig Sex, eigentlich fast gar nicht mehr. Frank kam spät aus dem Restaurant und dann hatte sie auch keine Lust mehr. Schließlich musste sie früh mit den Kindern hoch. Freie Wochenenden und Urlaube waren selten.

Trotz allem sehnte sie sich nach ihm. Gesa half sogar einige Zeit im Restaurant mit, um ihm näher zu sein. Um ihn besser zu verstehen. Aber sie stritten sich ständig. Sie wollte Abläufe und Dekorationen erneuern. Aber Frank fand das unnötig, die Gäste mochten das gemütliche Ambiente.

Nein, von Veränderung hielt er nicht viel.

Danach hatte sie es wieder gelassen und war zuhause geblieben. Dort hatte sie ja schließlich auch viel zu tun. Aber das füllte sie nicht aus. Sie langweilte sich.