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Was wenn die Welt von von einer Prophezeiung erschüttert wird? Was wenn es ein Wettrennen gegen die Zeit wird? Was wenn die Lösung in den 6 Kristallen liegt? Was wenn du den roten Kristall besitzt? Eine spannende Reise um die Welt startet für Rory, Leo und Daniel, als sie sich per Zufall in Rio treffen. Können Sie die Prophezeiung stoppen? Und wer steckt überhaupt dahinter?
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Chapter 1 - Die Prophezeiung
„…Nein, nein. Die Prophezeiung sagt es wortwörtlich…“
Der Gast am Tisch gestikulierte wild mit den Armen und hätte mir beinahe das Tablett mit dem heissen Kaffe aus den Händen geschlagen. Schnell versuchte ich auszubalancieren, damit es kein Unglück gab. Anstatt eine Entschuldigung erhielt ich höchstens einen bösen Blick vom ihm. Das fehlte mir jetzt gerade noch. Gut, vielleicht hätte das Braun des Kaffes einen feineren Kontrast gegenüber meinen roten Haaren gegeben, als die pinke Uniform es tat. Ich lief am Tisch vorbei, als hätte ich nichts mitbekommen. Mein Ziel bestand aus dem Tisch am anderen Ende des kleinen Cafés.
„… du gehört? Sie haben jetzt eine Rainbow-Organisation gegründet…“
In der Hoffnung, dass man mein Augenrollen nicht mitbekam, lief ich weiter und balancierte dabei mein Tablett mit den Getränken. Schweissperlen bildeten sich auf meiner Stirne, auch wenn im Café die Klimaanlage auf Hochtouren lief. Rio im July konnte unglaublich heiss werden. Eigentlich war ich mir ja diese Hitze gewohnt, doch heute fand es selbst einwenig zu viel.
Auch am nächsten Tisch diskutierten sie über kein anderes Thema.
„…Ich glaube sie sagten Kraft, Freundschaft, Freude, Sicherheit, Vertrauen und Liebe…“
Gab es denn überhaupt kein anderes Thema mehr auf dieser Welt? Ich konnte es nicht mehr hören. Schnell stellte die Tassen vor den Kunden ab und lief zurück hinter meinen Tresen. Wie lange war es jetzt her, als Bauarbeiter diese blöde Prophezeiung in einer alten unterirdischen Höhle entdeckten?
Einer der Gäste antwortete mir zufällig auf meine Gedanken: „Das passierte vor einem Monat bei einem Bodendurchbruch.“
Ah ja genau. Wie schnell sich die Welt doch verändern konnte. An einem Tag lief alles noch ganz normal. Heile Welt, heiles Dasein. Und mit einem Schlag war alles anders. Die Prophezeiung lag von Australien, über Asien, Europa bis Afrika und von America bis hierhin nach Rio in aller Munde.
Mit einem: „Können wir bezahlen?“, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Ich schnappte mir mein Portmonee und kassierte am Tisch ein. Die Damenrunde war mir schon bekannt. Auch wenn ich noch nicht sehr lange hier arbeitete, wusste ich, dass die Ladies jeden Montag an diesem Tisch sassen. Während ich einkassierte, zog einer der Ladies ihre Kette aus dem Ausschnitt: „Seht euch meine Kette an. Mein Mann hat sie mir am Wochenende geschenkt. Der Rainbow-Anhänger ist aus echtem Kristall.“
Automatisch sah ich mir den Anhänger auch an. Das war auch so eine Erscheinung, welche mit der Prophezeiung kam. An den Wänden, beim Durchbruch, wurden kristallförmige Zylinder entdeckt in den 6 Farben des Regenbogens. Innert weniger Tage konnten diese Schmuckstücke in jeder Farbe und Qualität überall auf der Welt gekauft werden. Jeder wollte mit der Prophezeiung noch ein wenig Geld verdienen. Die Dame mit der Kette sah mich böse an. Wahrscheinlich starrte ich ihr zu aufdringlich auf die Kette. Besitzergreifend stopfte sie den Kristall wieder zurück in ihren üppigen Ausschnitt. Sofort entschuldigte ich mich und stapfte wieder hinter den Tresen. Leise hörte ich sie flüstern: „Heutzutage muss mann immer aufpassen. Da weiss man nie.“
Ha! Hätte ich am liebsten laut aufgelacht. Vor mir musste sie bestimmt keine Angst haben. Auch wenn der Anhänger vermutlich mehr kostete als ich hier im Café in einem Monat verdiente, dachte ich nie auch nur im leisesten an Diebstahl. Vor allem nicht einer dieser blöden Rainbow-Anhänger. Von Anfang an hatte ich mich nicht wirklich mit dieser Prophezeiung auseinandergesetzt. Keinen Berichte gelesen, oder im Fernseher die Diskussionen mitverfolgt und trotzdem wusste auch ich mittlerweile wie die Prophezeiung ging und was es mit der Eclipse auf sich hatte. Jeder Mensch um mich herum beschäftigte sich nur noch mit diesem Thema. Rainbow-Eclipse hier, Prophezeiung da.
Sehnsüchtig blickte ich auf die Uhr. Oh Gott, der Tag hatte erst gerade angefangen und mir war schon zum davonrennen langweilig. Mein Magen knurrte. Wie jeden Morgen war ich auch heute zu spät dran gewesen um zu Frühstücken. Vermutlich hätte ich auch gar nichts Zuhause gehabt. Ich musste heute Abend dringend Einkaufen gehen. Mein Blick fiel auf die Auslage mit den Gebäckstücken. Unweigerlich rümpfte ich mit der Nase. Ich fühlte mich noch nicht verzweifelt genug dafür. Hoffentlich hörte man das Gerumpel in meinem Magen nicht im Gastraum.
Die Damen verabschiedeten sich und ich begann den Tisch abzuräumen. Kurz überlegte ich, den Muffin in meine Schürze zu stecken den sie hinterliessen, als mir die Zeitung auf dem Tisch auffiel. Die Überschrift auf der Titelseite stach mir unweigerlich ins Auge.
WAS PASSIERT NACH DER ECLIPSE?
Auch wenn ich von dem Thema mehr als genug hatte, begann ich kurzerhand den Abschnitt zu lesen. Forscher waren dabei herauszufinden, wie die Menschheit nach der ewigen Eclipse weiterleben konnte. Auch wenn Organisationen und Politiker auf der ganzen Welt alles gaben, damit die Eclipse verhindert werden konnte.
„Rory!“, mein Chef stand zwischen der Küchentüre und winkte mich zu sich. Mit einem Schlag wurde mir bewusst, dass er mich gerade beim Zeitungslesen mitten im Café erwischte. Oh je. Das würde eine Standpauke geben. Schnell räumte ich alles aufs Tablett und bedeckte es mit der Zeitung. Während Gabriel, die Küchentüre aufhielt, huschte ich schnell hindurch und stellte das Tablett in der Küche ab.
„Sie haben also Zeit, während der Schicht die Zeitung zu lesen? Es tut mir schon Leid, dass sie hier so unterfordert sind.“
„Entschuldigen Sie bitte, Gabriel. Es wird nicht wieder vorkommen.“
„Wissen Sie, meine Liebe, ich frage mich gerade wie lange sie nun schon bei mir hier im Coffe Circle eingestellt sind?“
Er legte mir den Arm um die Schultern. Mein ganzer Körper ging sofort in Abwehrhaltung.
„Seit einem Monat.“
„Ah ja genau. Denken sie nur, die unglaubliche Chance, die sie hier bei mir haben werden. Schon seit meiner Kindheit, bin ich jeden Tag mit meinem Vater hier gewesen, als ihm das Restaurant gehörte.“ Mit verliebten Augen starrte Gabriel in eine längst vergangene Zeit zurück. Eigentlich wie immer wenn er von seinem Vater oder dem Café schwärmte. Ich hätte von Anfang an Striche machen sollen um zu zählen wie manchmal ich diese Story nun schon zu Ohren bekam. Ich war mir sicher, dass dieses Café hier in den 70er Jahren vermutlich der reinste Hit gewesen war. Doch nun knapp 30 Jahre später sah es heruntergekommen aus. Die Zeit nagte an den Wänden. Sie konnten definitiv eine Schicht Farbe gebrauchen. Auch die Küche und die Maschinen brauchten dringend eine Erneuerung. Die alten, grünen Ledersitzbezüge im Gastraum sahen abgenutzt aus.
Einzig in die Kaffeemaschine steckte Gabriel vermutlich Geld hinein. Denn das war hier in Brasilien ein Punkt, wo er aufpassen musste um mit anderen Cafés zu konkurrieren. Brasilien war sehr stolz auf seinen Kaffe und dabei konnte sich niemand einen schlechten Blend leisten. Das war das Erste, was ich in meinem Einführungstag lernte.
„Jedenfalls…“, Gabriel erzählte immer noch seine Lebensgeschichte.
„Entschuldigen Sie“, fuhr ich ihm dazwischen, „einer der Gäste hat gerufen.“ Schnell entzog ich mich seiner Umarmung und verschwand durch die Küchentüre in den Gastraum zurück.
Wie jeden Tag in den letzten 4 Wochen fragte ich mich wie lange ich hier wohl noch arbeiten musste. Wie hasste ich doch diesen Ort. Dabei hatte ich mich so unglaublich gefreut, als ich den Job hier bekam. Stundenlang studierte ich Rezepte, die ich gern eingebracht hätte. Für meine eigene Bäckerei, die noch in weiter Zukunft lag, wollte ich lernen, ausprobieren und nicht nur im Service arbeiten. Doch leider war es genau so gekommen. Gabriel konnte mir gestohlen bleiben. Wer nannte schon einen rechteckigen, grauen Kasten ein Caffe Circle?
Meinen Zwanzigsten Geburtstag stellte ich mir eigentlich anders vor. Na gut, Freunde gab es keine in meinem Leben, einen Freund noch weniger und anstatt ganz allein zu feiern, konnte ich wenigstens noch ein wenig Lohn dazu verdienen. Auch wenn es wirklich kaum der Rede Wert war wie viel ich hier verdiente. Ja, meine Zukunftspläne mussten noch ein wenig länger auf Eis gelegt werden.
Chapter 2 - Zu spät
Bitte jetzt nicht noch eine rote Ampel! Verängstigt blickte ich auf die Uhr. Ich hätte schon vor einer viertel Stunde im Caffe Circle sein sollen. Gabriel würde mich umbringen. Während ich den Autos zuschaute die an mir vorbeizischten, versuchte ich unbemerkt meine viel zu kurze Uniform festzuhalten. Das letzte was ich jetzt gebrauchen konnte, war plötzlich halb nackt vor den vielen Menschen zu stehen, die alle auf das GO der Ampel warteten. Hätte Gabriel die Uniformen nicht wenigstens ein kleines bisschen länger machen können? Im Winter konnte ich das gröbste mit einer längeren Jacke abdecken. Nicht dass mir die Figur dazu fehlte, trotzdem musste ich ja nicht gleich alles zeigen. Privat zog ich mich eher sportlich an. Mit Hosen und T-Shirt. Jetzt war aber Ende August, in der Jacke wäre ich draufgegangen.
Es folgte ein weiterer Blick auf die Uhr. Ich glaubte bereits daran, dass es die Ampel persönlich auf mich abgesehen hatte. Endlich wurden die Autos langsamer und ich durften die Strasse überqueren. Nicht mehr weit und ich hatte es gleich geschafft. Hinter der nächsten Ecke würde ich das Caffe Circle erkennen können. Gabriel stand bestimmt schon hinter der Ladentheke und wartete auf mich. Seine Standpauke konnte ich schon auswendig. Es war halt nicht leicht am Morgen für eine Arbeit aufzustehen, die man über alles hasste.
Doch Anstatt Gabriel hinter der Ladentheke, wartete eine andere Überraschung um die Ecke auf mich. Das letzte was ich hörte, war eine englische Männerstimme, die was von der Prophezeiung sagte und schon knallte ich gegen seine Brust. Natürlich verlor mein Körper das Gleichgewicht und liess mich rückwärts zurückfallen. Der Typ zeigte Reaktion und versuchte gleichzeitig sein Natel nicht fallen zu lassen, seinen Kaffebecher zu balancieren und mich am Rücken festzuhalten, damit meinem Hintern nicht auf der Strasse landete. Da er wohl merkte, dass er nicht alles retten konnte, opferte er den Kaffebecher, der nun seinen Inhalt über die ganze Strasse verteilte.
Ich griff nach seinen Armen und zerriss dabei beinahe sein weisses Hemd. „Sorry! Es tut mir schrecklich Leid“, warf ich in gebrochenem Englisch in seine Richtung.
Der Typ hielt mich immer noch mit einem Arm fest. Er grinste mich an und sprach ins Natel: „Rufe dich später wieder an.“ Er klappte es zu und liess es in seiner Jeanstasche verschwinden. „Keine Sorge, ist ihnen etwas passiert?“
„Nein, danke. Sie können mich jetzt wieder loslassen. Mir geht es gut, aber ihr Kaffe ist verschüttet“, was für eine clevere Feststellung. Gut gemacht, Rory.
„Er schmeckte sowieso schrecklich.“ Langsam stellte er mich wieder in eine senkrechte Position und nahm seine Hand von meinem Rücken.
Eigentlich hatte ich doch überhaupt keine Zeit um hier zu stehen und mit einem Typen über seinen Kaffe zu diskutieren. Ich sah erneut auf die Uhr und dann rüber zum Caffe Circle.
„Ich arbeite dort drüben in diesem Cafe. Wenn sie später vorbei kommen, werde ich Ihnen einen Kaffe ausgeben. Jetzt muss ich aber los.“
Ohne seine Antwort abzuwarten, rannte ich weiter. Ich würde ihm nur zu gern einen Kaffe spendieren, falls ich noch eine Arbeitsstelle besass.
Gabriel sah überhaupt nicht erfreut aus, als ich den Laden betrat. Er stützte sich mit Beiden Händen auf der Arbeitsplatte ab und trommelte frustriert mit den Fingern darauf herum.
„Ah schön, Miss Richards hat sich auch noch bemüht aufzutauchen.“ Wütend zeigte er mit den Fingern Richtung Küche. Er hätte die Standpauke auch im Laden halten können, denn es sass kein einziger Gast da.
Mit gesenktem Kopf ging ich durch die Küchentüre. „Es tut mir Leid, ich hatte beinahe einen Unfall. Jemand stand mir im Weg.“
„Aber natürlich“, er verschränkte seine Arme vor der Brust und lehnte sich gegen die Kücheninsel, „gestern war es der Wecker, der den Geist aufgab. Am Mittwoch der verspätete Bus. Am Dienstag waren es glaube ich die Touristengruppe oder war diese am Montag und die Baustelle am Dienstag. Ich bin mir nicht ganz sicher.“
„Es tut mir so Leid, Gabriel. Es wird nicht wieder vorkommen. Das verspreche ich Ihnen.“
„Ah, da haben Sie ganz Recht, meine Liebe. Es wird absolut nie wieder vorkommen, denn sollte es morgen noch einmal passieren, dann war es das mit ihrer Anstellung bei mir.“
Auch wenn ich diesen Job hasste, war ich abhängig von ihm.
„Haben Sie mich verstanden, Rory?“
Traurig nickte ich mit den Kopf. Gabriel kam einen Schritt näher und ergriff meine Beiden Schultern, die er zu streicheln begann: „Sehen Sie, es ist gar nicht so schlimm. Jetzt gehen sie da raus und machen wofür ich sie eingestellt habe.“
Ich hasste ihn für das ewige anfassen. Wie gern hätte ich seine scheusslichen Finger genommen und sie quetschend ab meinen Schultern gerissen um ihn anschliessend meine Faust mitten in sein blödes Gesicht zu donnern. Doch dann wäre ich meinen Job, den ich ja gar nicht wollte, losgeworden. Es war einfach zum verzweifeln.
Wütend und wie immer hungrig machte ich mich an die Arbeit.
Während ich Tische abräumte, einkassierte oder Gäste bediente dachte ich über eine Zukunft ausserhalb dieses Cafes nach. Mein einziger Wunsch bestand darin, genug Geld zu verdienen, damit ich mir ausserhalb von Rio irgendetwas aufbauen konnte. Vielleicht in einer kleinen Stadt eine Bäckerei zu eröffnen. Immerhin gab es einen Grund warum ich mich vor 2 Monaten für diese Stelle hier meldete. Ich hoffte hier meinem Traum ein wenig näher zu kommen. Doch leider hatte Gabriel absolut keine Lust mich zum Backen einzusetzen. Egal wie manchmal ich ihn schon fragte, gab er mir immer als Antwort, dass er mich im Service brauchte, oder dass er es sich überlegen werden, doch dann brachte er es nie wieder zur Sprache. Ich kam immer wie weiter von meinem Ziel weg und hatte keine Möglichkeit an meinen Rezepten zu arbeiten, da ich immer zu wenig Geld besass um die Zutaten einzukaufen.
Jetzt musste ich einfach schauen, dass ich eisern das Geld sparen konnte. Oder das mein rettender Ritter mit weissem Pferd und allem drum und dran im Caffe Circle erscheinen würde um mich auf die Arme zu nehmen und mit mir in den Sonnenuntergang zu reiten. Träumen konnte man ja schon mal.
Chapter 3 - Und wo bleibt das Pferd?
Und wie auf Bestellung öffnete sich die Türe und mein rettender Ritter betrat das Caffe Circle. Ausser, dass er anstatt einer Rüstung immer noch in seinem weissen Hemd und den Jeans steckte von heute morgen und vom Pferd jede Spur fehlte. Er lächelte mich an, als er näher kam.
„So, ich wollte mal nach meinem Kaffe fragen, der mir heute morgen versprochen wurde.“
„Natürlich, setzen sie sich, ich bringe Ihnen sofort eine Tasse.“
Mein Ritter sah sich im Cafe um und setzte sich an einen der freien Fenstertische. Ich schenkte eine Tasse ein und brachte ihm das Getränk: „Sie werden sehen, dieser Kaffe ist wirklich besser, als diese Brühe, die sie heute Morgen in dem Becher hatten.“
Ich drehte mich um und wollte gleich wieder davon, doch der Typ hielt mich zurück. „Moment, nicht so schnell. Trinken sie nicht vielleicht eine Tasse mit mir“, mit Blick auf mein Namensschild fügte er ein, „Rory“, dazu.
„Ich würde sehr gern, aber leider ist es mir nicht erlaubt und noch einen Verweis kann ich mir heute nicht leisten, nachdem ich zu spät gekommen bin.“
„Hoffentlich haben sie wegen mir nicht ärger bekommen. Das wäre mir gar nicht Recht.“
„Keine Sorge, den hatte ich schon vorher. Kann ich Ihnen sonst noch was bringen?“
„Was können sie mir denn von der Auslage empfehlen? Vielleicht einer der Kuchen?“
„Ja nicht.“ Ich räusperte mich ein wenig. Das kam mir jetzt ein wenig zu laut raus. Hoffentlich hatte es keiner der anderen Gäste gehört, oder noch schlimmer Gabriel, der sowieso alles mitbekam. „Ich würde ihnen eines der Muffins empfehlen.“
„Dann nehme ich den mit der Schokolade.“
Ich ging davon um ihm den Muffin zu holen und kam gleich wieder zurück.
„Sie hatten Recht, Rory.“
Verwirrt sah ich ihn an: „Mit was?“
„Dieser Kaffe ist wirklich besser als der andere von heute Morgen.“
Einer der Gäste am Nachbartisch wollte bezahlen, also liess ich meinen Ritter zurück.
Am Ende waren wir nur noch zu zweit im Caffe Circle.
„Darf ich sie mal etwas fragen?“, kam es vom Tisch.
„Ja?“
Es entstand eine längere Pause.
„Sind die Kuchen wirklich so schlimm?“
Kichernd hielt ich meinen Finger vor den Mund um ihn zu warnen, es nicht so laut zu sagen. Ich ging um den Tresen und stellte mich zu ihm. „Sie haben ja keine Ahnung, wie schlimm die Kuchen sind. Es ist eine Schande, es wäre so einfach, die Rezepte ein wenig zu verfeinern, damit das Zeugs essbarer wird. Wie gern würde ich es selbst machen“
„Warum tun sie es dann nicht einfach?“
„Leider bin ich in der Küche nicht erwünscht. Mein Arbeitgeber macht es lieber selbst.“
„Hm, jetzt haben sie mich aber neugierig gemacht, was halten sie davon, wenn wir morgen zusammen Essen gehen und anschliessend backen wir einen Kuchen zusammen.“
Ich machte einen Schritt rückwärts. „Moment, nicht so schnell. Zügeln sie ihr Pferd, dass sie vergessen haben mitzubringen?“
Er sah mich amüsiert an. „Welches Pferd?“
„Nicht wichtig. Ich gehe bestimmt nicht mit jemandem einfach so aus, wo ich noch nicht einmal den Namen kenne.“
„Den können sie gern haben. Der ist Leo Sanders. Also, was halten sie davon, Rory. Es ist ja nur ein Essen.“
Ich wägte meine Möglichkeiten ab. Entweder konnte ich morgen Abend allein Zuhause sitzen und über meine Zukunft nachdenken, oder ein paar wenige Stunden vielleicht einen netten Abend verbringen und erst noch ein gratis Essen herausholen.
„Na gut, sie haben mich überredet. Ich bin dabei.“
„Sehr schön, treffen wir uns gegen 17 Uhr an der Ecke wo wir uns heute morgen in die Arme gefallen sind?“
„Na gut, aber sie haben mir einen Backabend versprochen. Nicht vergessen.“
„Oh, keine Sorge, wir werden schon noch zum Backen kommen. Ich freue mich auf jeden Fall darauf.“
Am Abend machte ich mich bereit um früh schlafen zu gehen. Ich durfte morgen wirklich keine Minute zu spät erscheinen. Zudem wollte sich Leo bereits um 17 Uhr mit mir treffen. Ich hatte also keine Zeit um noch nach Hause zu gehen und mich fertig zu machen. Daher packte ich ein Kleid ein und eine Bürste, damit ich mich dann auf der Damentoilette zurechtmachen konnte. Zudem stellte ich einen weiteren Wecker, nur damit ich wirklich nicht verschlafen konnte. Zeitweise fragte ich mich dann wieder, warum ich mich nur auf dieses Date mit einem völlig Fremden einliess. Vielleicht würde ich es morgen herausfinden.
Chapter 4 - Datenight
Die Fahrt zur Arbeit dauerte heute unglaublich lange. Nicht, dass es sich an der Zeit wirklich etwas änderte, es kam mir nur so vor, als ob der Bus nicht durch den Morgenverkehr kam. Nervös tippte ich auf meiner Tasche herum, bis mein Sitznachbar mich böse anblickte. Also liess ich es gleich wieder bleiben.
„Sorry.“
Ich bekam keine Antwort. Um mich abzulenken schnappte ich mir die Zeitung welche im Sitz vor mir rausschaute. Natürlich wurde wie immer von der Prophezeiung berichtet. Da mir der Platz fehlte um die Zeitung ganz zu öffnen las ich halt diesen Artikel. Die Zeitung berichtete über diese neue Rainbow-Eclipse-Organisation, welche gegründet wurde um die Eclipse zu verhindern. Mitarbeiter waren Rund um die Uhr dabei, jeder noch so kleinsten Information nachzugehen. Dazu spannten die Menschen aus der ganzen Welt zusammen und arbeiteten das Erste Mal in der Geschichte grösstenteils zusammen. Die Rainbow-Eclipse-Organisation hatte ihren Standort in Brüssel. Insgeheim hoffte natürlich auch ich, dass eine Lösung für das Problem gefunden wurde, doch wirklich an die ewige Eclipse oder Finsternis konnte ich noch nicht glauben. Ich hielt das für Angstmacherei.
Klar ist es Möglich, dass wir in knapp 3 Jahren eine Eclipse haben werden, es wäre ja auch nicht die Erste gewesen. Doch hier sprachen sie von einer ewigen Eclipse. Ach, was soll's. Ich konnte ja sowieso nichts dagegen machen. Genau wie jeder andere Mensch musste ich jetzt einfach abwarten und hoffen, dass dieser ganze Hype über diese Prophezeiung schon bald ein Ende nahm.
Ich erreichte das Caffe Circle 10 Minuten bevor meine Schicht anfing. Gabriel sah mich beinahe überrascht an und dann grinste er dämlich.
„Na also, Kleine. Geht doch.“
Idiot. Meine Lieblingsvorstellung von meiner Faust in seinem Gesicht spielte sich wieder vor meinem inneren Auge ab.
Irgendwann.
Nur Geduld.
Tief Atmen.
Der Tag schlich sich dahin. An jedem Tisch gab es wieder nur ein einziges Thema, welches behandelt wurde. Heute störte ich mich aber nicht daran. Meine gute Laune breitete sich in meinem ganzen Innern aus. Leichtfüssig bediente ich die Gäste und summte fröhlich vor mich hin. Ich freute mich auf heute Abend und hoffte, dass Leo mit seinem Versprechen stand halten würde und ich backen konnte. Ich hatte mir extra ein Rezept überlegt an dem ich heute arbeiten wollte. Somit erhielt ich auch noch gleich ein Testesser, der mir sagen konnte, ob der Kuchen essbar war. Meine Schicht endete um halb fünf. Ich ging auf die Frauentoilette und zog mich um. Meine Uniform stopfte ich in meine Tasche und versuchte mich so gut wie möglich präsentabel anzuziehen. Das grüne Sommerkleid mit den hellen Rosen passte perfekt zu meinen roten Haaren. Als Schuhe hatte ich halt nur meine weissen Sneakers, die ich fürs Servieren anzog. Gabriel machte grosse Augen als ich in den Gastraum zurück kam.
„Rory, sie sehen sehr hübsch aus.“
Schnell hackte ich ihn ab, bevor er noch aufdringlich wurde: „Danke, bis morgen.“ Schon rannte ich zur Tür hinaus. Pünktlich um 5 Uhr stand ich an der Ecke vorn und wartete.
Ich hatte schon Angst, dass Leo gar nicht kommen würde als plötzlich ein Taxi vor mir hielt und die Hintertüre aufgemacht wurde. Leo winkte mir zu und zeigte auf den Sitz neben sich. Ich sprang zu ihm ins Taxi und schon fuhren wir los.
„Schön dich zu sehen. Wie war dein Tag im Cafe?“
„Gar nicht schlecht. Die Zeit ist schnell vorbei. Wo gehen wir den hin?“
„Das wirst du schon sehen. Lass dich überraschen.“
Leo trug ein weisses Hemd und schwarze Hosen. Ich kam mir ein wenig Underdressed vor. Naja auch egal. Ich sah zum Fenster raus. Mir fiel sofort auf, als das Taxi zum Hafen abbog.
„Wir fahren ja an den Hafen.“
„Ja, das ist richtig.“
Wir stiegen aus und Leo gab dem Taxifahrer ein ordentliches Trinkgeld.
„Komm, wir gehen dort durch.“
Ich war verwirrt, da ich mich schon in Richtung Hafenrestaurant hinstellte, doch Leo zeigte auf die Promenade.
Wir liegen weiter Richtung Docks. Leo fragte mich: „Magst du den Hafen?“
„Ja, ich komme viel hier hin an den Wocheneden. Dort drüben gibt es eine kleine Klippe, von der man einen wunderschönen Ausblick über den Ozean hat.“
„Oh, das wäre vielleicht etwas für mich. Ich liebe das Meer. So, wir sind schon da.“
Verwirrt blieb ich stehen. Wir standen vor einem grösseren Boot mit 3 Etagen. Ich sah zu Leo.
„Willkommen auf der Avalon.“ Er nahm meine Hand und half mir über den Steg ins Boot zu steigen. Boot klang eigentlich ein wenig untertrieben. Es war eine richtige Yacht. Der Boden bestand aus hellem Holz und die Wände waren alle in schlichtem weiss gehalten. Leo ging vor und lief die Aussentreppe hinauf aufs obere Deck. Wir erreichten einen kleinen Loungebereich, wo ein Apero auf uns wartete.
„Wow, es ist wirklich wunderschön hier.“
„Danke, setzt dich doch. Wie wäre es mit einer kleinen Hafenrundfahrt während wir das Apero geniessen?“
„Können wir das denn?“
„Natürlich.“ Er gab ein Zeichen an irgendjemandem und die Motoren heulten auf. Sekunden später setzte sich die Yacht schon in Bewegung.
„Hast du diese Yacht nur für heute Abend gemietet?“
„Nein, sie gehört mir. Sie ist mein Zuhause. Ich wohne Vollzeit hier und bereise mit ihr die ganze Welt.“
Gespannt hörte ich ihm zu. „Wie schön muss das sein. Stell dir vor, was man da alles Erleben könnte.“
„Ja, es ist ein unglaubliches Leben.“ Er prostete mir zu und ich genoss den Ausblick über den Horizont und den Strand von Rio. Von der Lounge aus hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf einen traumhaften Sonnenuntergang am Horizont. Der Himmel leuchtete in allen Farben. Die Sonne selbst versank blutrot im Meer vor uns. Da es schnell dunkel wurde, drückte Leo auf einen Knopf und 100 von winzigen Lichtern beleuchteten das Deck. Es sah aus wie Sterne und gab einen romantischen Schimmer von sich.
Die Avalon wurde langsamer und blieb auf einmal stehen.
„Oh, was ist jetzt passiert?“
„Wir haben unseren Anlegeplatz erreicht. Wir werden hier vor Anker gehen und unser Nachtessen geniessen. Du kannst dich gern ein wenig umschauen, ich gehe schnell nach dem Essen schauen.“
Ich setzte das Glas auf den Tisch und sah mich um. Hinter mir auf dem Deck stand ein grosser Tisch und dahinter konnte ich eine kleine Küche erkennen in der Leo stand. Ich drehte mich um und trat an die Reling. Unter mir auf dem Deck entdeckte ich einen kleinen Swimmingpool und 3 Loungesessel. Alle Möbel waren in weiss gehalten und mit hellem Holz Akzente gesetzt. Leo kam und stellte sich neben mich. Mich interessierte, wohin die Treppe hinter uns nach oben führte: „Was ist denn dort oben?“
„Oh, das ist mein Lieblingsort. Komm, den werde ich dir zeigen.“ Er nahm mich an der Hand und zog mich über das Deck zu der Treppe. Oben waren einige Satelitenschüsseln und Antennen angebracht aber in der Mitte von allem wurde ein kleiner Baldachin angebracht und darunter eine quadratische Matratze auf dem Boden und ein Meer aus Kissen.
„Hier kannst du dich so richtig entspannen und über das Meer schauen. Versuch es mal aus.“
Ich zögerte noch einen Moment, liess mich dann aber doch dazu überreden. So elegant wie möglich setzte ich mich hin und liess mich anschliessend in die Kissen fallen.
„Ich denke nicht, dass ich hier jemals freiwillig wieder aufstehen würde.“
Leo stand da und beobachtete mich: „Wir können natürlich das Essen auch hier oben geniessen.“
„Nein, schon gut. Der Tisch unten ist auch schön.“
Er reichte mir die Hand, und half mir beim aufstehen.
Doch, so mit Geld liess es sich schon schön Leben.
„Das Essen schmeckt unglaublich.“
„Vielen Dank. Warte nur bis du das Dessert kostest.“
„Was gibt es den feines?“
„Keine Ahnung. Was auch immer du zubereiten wirst. Ich bin mir aber absolut sicher, dass es besser ist als der Schokoladenmuffin heute im Cafe. Sorry.“
„Dafür musst du dich definitiv nicht entschuldigen. Das Gebäck ist absolut scheusslich.“
„Ich verstehe einfach deinen Chef nicht. Warum lässt er dich nicht backen?“
„Frag mich. Er ist einfach ein Idiot. Sobald ich die Erste Möglichkeit erhalte, bin ich weg. Weg aus dem Cafe. Weg aus Rio. Einfach weg.“
„Wohin würdest du gehen?“
„Ich möchte in einem kleinen Touristenstädtchen eine Bäckerei eröffnen. Aber dieses Ziel ist noch weit in der Ferne. Im Moment kann ich mir noch nicht einmal einen Umzug leisten in eine andere Stadt. Geschweige dann eine eigene Bäckerei. Aber ich träume jeden Tag davon meine Uniform auf den Tisch zu knallen und mit grosser Verbeugung aus dem Cafe zu stürmen.“
„Würde dich deine Familie dann nicht vermissen?“
Ich drückte etwas herum. So gut kannte ich Leo nun auch wieder nicht.
„Du musst natürlich nicht darauf antworten.“
„Danke, das ist lieb. Vielleicht ein anderes Mal.“
Leo schenkte mir noch ein Glas Wein nach.
„Ein anderes Mal. Aber ich muss schon sagen, dein Englisch ist sehr gut. Wo hast du es den gelernt?“
„In der Schule. Und dann im Cafe. Ab und zu verschlägt es ein paar Touristen zu uns und mit diesen spreche ich normalerweise Englisch“, jetzt hatte ich genug erzählt von mir, also versuchte ich das Thema zu wechseln, „bist du noch lange in Rio?“
„Das weiss ich noch nicht wirklich. Meine Arbeit erfordert keinen festen Arbeitsplatz. Das heisst, ich kann jederzeit von der Avalon aus arbeiten egal an welchem Ort ich mich gerade befinde.“
„Bei wem arbeitest du denn?“
„Ich arbeite bei einer Internationalen Firma. Ich bin ihr Aussenkorrespondent könnte man fast sagen. Doch das ist nicht wirklich interessant. Reden wir lieber wieder über dich.“
„Das gibt es wirklich nicht mehr viel zu erzählen. Ich würde lieber noch mehr über deine Reisen erfahren.“
Nach dem Essen überliess mir Leo tatsächlich seine Küche, damit ich das Dessert zubereiten konnte. Die Küche verfügte über so ziemlich alle Geräte von denen ich nur träumen konnte. Viel zu schnell war ich mit dem Teig fertig und gab ihn in den Backofen. Ich räumte die gebrauchten Gegenstände in die Spüle und begann mit dem Putzen.
„Was machst du da?“
„Mann nennt es Abwasch.“
„So weit kommt es noch. Bestimmt nicht. Komm, wir setzen uns noch ein wenig in die Lounge. Das wird dann Daniel erledigen morgen.“
„Daniel?“
„Er ist meine rechte Hand könnte man fast sagen. Daniel begleitet mich auf all meinen Reisen. Er ist der Captain, Koch, Hauswart und Techniker. Ohne ihn wäre ich schon lange aufgeschmissen gewesen.“
Wir setzten uns nebeneinander auf das grosse Loungesofa.
„Du kannst ihm gern einen Gruss ausrichten. Das Essen schmeckte fantastisch“, der Himmel über uns erhellte sich, „huch, woher kam der Blitz?“
„Hm keine Ahnung, aber dort drüben sieht es aus, als ob ein Sturm aufzieht. Vielleicht gehen wir lieber zurück in den Hafen. Dort sollten wir ein wenig sicherer sein.“ Leo zog sein Natel aus der Tasche und drückte auf einen Knopf im Display. Kurz darauf setzte sich die Avalon in Bewegung. Ich blickte in den finsteren Nachthimmel. Das Unwetter erschien aus dem nichts.
„Hoffentlich wirst du noch trocken nach Hause kommen. Sonst kannst du dann gern die Nacht auf der Avalon verbringen. Ich habe noch ein extra Bett unten.“
„Nein, das ist schon ok. Ich werde mich beeilen. Vielleicht schaffe ich es noch bevor sich diese Wolken dort brechen.“
Die Avalon lieferte sich ein Kopf an Kopf Rennen mit dem Unwetter.
„Ich werde dir ein Taxi rufen, das auf dich wartet am Hafen.“
Ich hätte ihm gern gesagt, dass ich mir das Taxi nicht wirklich leisten konnte, doch die Aussicht bei diesem Unwetter mit dem Bus nach Hause zu kommen schreckte mich doch ab. Ein Blitz erleuchtete den Himmel Taghell und ein Donnerknall brach über uns zusammen.
Gerade als die Ersten Regentropfen runterschossen, erreichten wir den Hafen. Innert Sekunden wurde das Deck der Yacht dunkel und nass. Leo holte einen Regenschirm und brachte mich damit von Bord und zum Hafen hin. Das Taxi stand bereits dort.
„Warte kurz hier. Ich spreche mit dem Taxifahrer. Wohin musst du?“
Ich gab ihm meine Adresse und er stellte mich unter einen kleinen Unterstand. Sekunden später stand ein Mann aus dem nichts neben mir und sprach mich an: „Ich verkaufe diese Schmuckstücke. Sie sehen aus wie die Rainbow-Steine.“
„Danke, das will ich nicht.“
Das Gesicht des Typen wurde durch die Strassenlaterne über uns erhellt und ich erkannte ein leichtes grinsen in seinem Gesicht.
„Die Steine sind etwas ganz besonderes. Den hier schenke ich dir. Soll er dir Glück bringen.“
Ich wollte erneut ablehnen, doch der Typ drückte mir die Kette einfach in die Hand und verschwand um die nächste Ecke. Komische Menschen gab es. Ohne mich zu achten, stopfte ich sie in die Handtasche bevor Leo wieder zurück kam.
„Also es ist alles geregelt. Das Taxi ist bezahlt und er wird dich nach Hause fahren. Vielen Dank für den schönen Abend. Arbeitest du morgen?“
„Danke, aber ich will nicht, dass du das Taxi bezahlen musst.“
Er machte eine wegwerfende Handbewegung: „Vergiss es, kein Problem.“
„Vielen Dank für alles. Ich bin morgen im Cafe, falls du noch vorbeikommen möchtest.“
Leo brachte mich mit dem Regenschirm zum Taxi und half mir beim Einsteigen.
