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Ein Feuerwerk erotischer Fantasien Niemand ahnt, was sich hinter ihrer coolen Fassade verbirgt: Keine noch so riskante Variante sexuellen Vergnügens ist der Businessfrau Nina fremd. Ihr einziges Problem dabei ist, dass sie ihre heißen Spiele bislang allein mit sich selbst treibt. Ihre Erlebnisse mit Männern sind eher ernüchternd – bis sie Andrew kennenlernt. Er bietet ihr an, jede einzelne ihrer kühnen Fantasien wahr werden zu lassen. Restlos gibt sie sich seinen Inszenierungen der süßen und bitteren Seiten der Lust hin und erlebt sich selbst als Frau mit ganz ungewohnten Stärken.
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Seitenzahl: 417
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Laura Hamilton
Die Schamlose
Erotischer Roman
Aus dem Englischen von Ulrich Georg
Ihr Verlagsname
Ein Feuerwerk erotischer Fantasien
Niemand ahnt, was sich hinter ihrer coolen Fassade verbirgt: Keine noch so riskante Variante sexuellen Vergnügens ist der Businessfrau Nina fremd. Ihr einziges Problem dabei ist, dass sie ihre heißen Spiele bislang allein mit sich selbst treibt. Ihre Erlebnisse mit Männern sind eher ernüchternd – bis sie Andrew kennenlernt. Er bietet ihr an, jede einzelne ihrer kühnen Fantasien wahr werden zu lassen. Restlos gibt sie sich seinen Inszenierungen der süßen und bitteren Seiten der Lust hin und erlebt sich selbst als Frau mit ganz ungewohnten Stärken.
Laura Hamilton ist Autorin mehrerer erotischer Romane.
«Viel Glück, Schätzchen», sagte der Taxifahrer, als Nina ihn vor dem Hotel bezahlte.
«Danke, Mann.»
Kann ich gebrauchen, fügte sie in Gedanken hinzu.
Eigentlich war Belgravia nicht gerade ihre Gegend. Das alte Gebäude aus rotem Backstein wirkte mit seinem diskreten Schild so ganz anders als die größeren, eher protzigen Hotels, die sie von den Cocktailpartys der Kunden und den jährlichen Firmenessen kannte. Es war schöner, dachte Nina, aber auch nicht so hip wie zum Beispiel das Portobello in Notting Hill oder so schick wie das Blake’s.
Sie war nicht sicher, welches Hotel ihr am passendsten erschien, sich eine Nutte für den Nachmittag zu bestellen.
Innerhalb eines Wochenendes von der Buchprüferin zum Freudenmädchen war ein ziemlich radikaler Schritt. Aber es sollte ja nur dies eine Mal sein.
Es sei denn, es gefällt mir, neckte Nina sich selbst.
Der Portier begrüßte sie mit einem respektvollen «Guten Tag» und hielt ihr die Tür auf. Die Besucherin holte tief Luft, spazierte selbstbewusst in die Eingangshalle und fragte nach Andrew.
Die Empfangsdame zuckte nicht mit der Wimper, als sie die junge Frau auf Zimmer 404 schickte. Wieso sollte sie auch? Nina hatte eine schicke Nadelstreifenkombination an, die sie auch oft bei der Arbeit trug. Sicher, der Rock war kurz, durch das Jackett konnte man ein wenig von ihrem Ausschnitt erkennen, und ihr Schuhwerk bestand aus unbequem hohen Stilettos. Doch es gab keinerlei Hinweis, dass sie etwas anderes war als eine Geschäftsfrau, unterwegs zu einem ganz normalen Meeting.
Die Empfangsdame wusste natürlich nicht, dass Nina unter dem anonymen Aufzug ein schwarzes Bustier trug – trägerlos, um ihre cremefarbenen Schultern zu betonen – und dass die Körbchen ihres BHs nur ganz knapp die Brustwarzen bedeckten. Sie wusste auch nicht, dass Ninas Beine in spitzenbesetzten Strümpfen steckten, die von Strapsen gehalten wurden. Und dass der Seidenfetzen, der als Höschen diente, kaum mehr als ein G-String war.
Nina fühlte sich ausgesprochen gut. Der Kontrast zwischen ihrer Kleidung und dem, was sie darunter trug, machte sie total an. Allein die Tatsache, dass sie Strümpfe mit Strapsen anhatte, war erregend.
Ganz zu schweigen von den vierhundert Pfund, die sie in den nächsten vier Stunden verdienen sollte.
Geld ist Macht, rief sie sich in Erinnerung.
Der mit Spiegeln ausgestattete Aufzug gab ihr die Gelegenheit, sich noch einmal näher zu betrachten. Sie hatte ein wenig mehr Make-up als sonst aufgelegt, sah aber nicht vulgär aus. Schließlich sollte sie die Rolle einer Edelhure spielen und nicht die einer billigen Nutte.
Ihre blaugrauen Augen waren mit Kajal umrandet und die Wimpern mit schwarzer Mascara getuscht. Eine Grundierung benutzte sie nie, und sie hatte wie immer lediglich eine leicht getönte Tagescreme auf ihre beigeblasse Haut aufgetragen. Ein Hauch von rotbraunem Rouge auf den Wangenknochen und ein terrakottafarbener Lippenstift vervollständigten den Look.
Die Hotelbesucherin hatte noch erwogen, ihr glänzendes haselnussbraunes Haar zu einem französischen Dutt aufzustecken, trug es dann aber doch offen. Komplizierte Frisuren passten nicht zu ihr. Außerdem fand sie, dass der stumpf geschnittene, kinnlange Bob mit dem schweren Pony irgendwie Klasse hatte.
Als der Aufzug im vierten Stock haltmachte, richtete Nina ihr Jackett und zog es fest nach unten, um so viel Ausschnitt wie möglich zu zeigen. Dann machte sie sich mit so zügigem Schritt, wie die Schuhe es eben erlaubten, auf den Weg zu Zimmer 404.
Andrew zählte das Geld ab. «… 360,380, 400.» Er reichte ihr ein zusammengerolltes Bündel Banknoten. «Es sind alles Zwanziger. Ich dachte mir, dass du bestimmt gern was Dickes in der Hand hältst.»
«Ja, allerdings», erwiderte Nina trocken, wanderte mit den Augen zu seinem Schritt und wieder hoch, um seinen Blick zu erwidern.
Er lächelte und brachte damit die hinreißenden Fältchen ins Spiel, die von den Augenwinkeln über das ganze Gesicht liefen. Nina brauchte ihn nur anzusehen, und ihr Puls ging schneller.
Dabei konnte man ihn nicht mal attraktiv nennen. Seine Nase war anscheinend schon mal gebrochen gewesen und hatte in der Mitte einen Höcker. Aber mit seinem dichten dunkelbraunen Haar und den ungewöhnlich mandelförmigen hellbraunen Augen war er als ausdrucksvoll zu beschreiben, wenn auch nicht auf konventionelle Weise gutaussehend.
Das Beste an ihm war allerdings sein Mund. Er hätte zu einer griechischen Götterstatue gehören können, denn die Lippen schienen eher aus Marmor geformt und nicht aus Fleisch und Blut zu sein.
«Ich weiß allerdings nicht, ob ich all das Geld in meinen Ausschnitt bekomme», sagte sie und nahm ihre Bezahlung entgegen.
«Da gehört es ja auch nicht hin. Ich will, dass du dich ausziehst!», befahl er ihr. «Leg das Geld weg.»
Nina stopfte die Banknoten in ihre Handtasche. «Soll ich alles ausziehen oder nur das Kleid?»
Andrew zog eine seiner buschigen Augenbrauen hoch. «Keine Sorge, ich werd dir schon sagen, wann du aufhören sollst. Lass dir nur Zeit. Mach mich so richtig scharf.»
Er zog seine Jacke aus, ging zum Bett und legte sich mit hinter dem Kopf verschränkten Armen hin. Als die vermeintliche Prostituierte anfing, sich unter den prüfenden Blicken ihres Kunden auszuziehen, stieg auf einmal ein Anflug von Unsicherheit in ihr auf. Ihre Finger zitterten, als sie ihre Knöpfe öffnete.
«Hilft das vielleicht?» Er stellte das Radio an. «Tanz für mich, Nina. Leg einen Strip hin.»
Zu ihrem eigenen Missfallen errötete Nina, und die Unsicherheit verstärkte sich. Sie fing an, sich in den Hüften zu wiegen, kam sich dabei aber völlig lächerlich vor. «Ich glaube nicht, dass ich im Strippen besonders gut bin», entschuldigte sie sich.
«Verdammt nochmal! Für 400 Pfund wäre das aber schon angebracht», sagte er barsch. «Das ist hier nicht nur ein Spiel, Nina. Bring mich dazu, dass ich dich mehr begehre als je eine Frau zuvor. Tanz für mich und mach es wieder gut.» Das ist hier nicht nur ein Spiel … Seine Stimme war während dieser Worte ganz kalt geworden. Was, um Himmels willen, tue ich hier?, dachte sie bei sich, leicht panisch.
Im Aufzug hatte die junge Frau sich noch für ihren Mut und ihre Power gelobt. Doch jetzt, nur ein paar Minuten später, wurde sie wieder zum Feigling.
Mach den Job anständig, ermahnte sie sich immer wieder. Schließlich hatte sie sich schon oft genug zu ihrem Privatvergnügen zu Hause vor dem Spiegel in verführerische Posen geworfen. Da würde sie es doch wohl auch für Andrew hinkriegen.
Die Musik war irgendein alter Song aus den Sechzigern. Carole King, dachte sie bei sich. Das Stück war ziemlich langsam, aber rhythmisch. Nina konzentrierte sich und fing an, ihre Hüften im Takt hin und her zu bewegen. Dabei glitt sie mit den Händen immer wieder über ihren Körper. Schließlich nahm sie ihr Haar mit den Händen hinter dem Kopf zusammen, drehte sich mit dem Rücken zum Bett und ließ es langsam zurück über ihre Schultern gleiten, während sie Andrew ihr schwingendes Hinterteil zeigte. Vor ihr stand ein Spiegel, und Nina konnte sehen, dass sie ihre Sache gut machte. Jetzt hatte sie keine Angst mehr, sich zu blamieren, und tanzte wie bei einem Kurs im Tanzstudio.
Sie ließ ihre Hüften kreisen und schob ihr Haar noch einmal nach oben. Auch er beobachtete sie im Spiegel. Während sie langsam ihr Jackett aufknöpfte, drehte sie sich wieder zu ihm um. Sie öffnete die Jacke und gewährte ihm einen ersten Blick auf die schwarze Spitze ihres Bustiers und ihr üppiges blasses Dekolleté. Ihre Nippel waren bereits hart. Ob er es wohl bemerkte? Sie tanzte ein paar Schritte näher zum Bett. Er starrte sie nur an und nickte, doch Nina konnte deutlich sehen, dass er erregt war. Die Nasenlöcher waren leicht geweitet, und sein Atem ging flacher.
Doch er war nicht der Einzige – auch Nina selbst wurde durch ihren Tanz langsam scharf. Während sie das Jackett auszog, drehte sie sich so kunstvoll lässig um, dass er einen Blick auf die helle Haut ihres Rückens erhaschen konnte. Als sie sich ihm wieder zuwandte, ließ sie die Finger langsam über ihre Brüste gleiten und genoss die Oberweite, die ihr der geschickt gearbeitete BH verlieh. Schließlich ließ sie ihre Hände nach unten wandern und hob den Rock gerade so hoch, dass er die spitzenbesetzten Strümpfe und die Strapse erkennen konnte.
«Komm her!» befahl er mit leiser Stimme. Sie tanzte mit provozierenden Schritten auf ihn zu, die Hände auf den Hüften. Nina hatte ihr Selbstvertrauen wiedergefunden. Andrew war erregt und damit ganz in ihrer Hand. Sie konnte ihn kommen lassen, wann sie wollte – oder ihn warten lassen, solange sie wollte.
Ihr Kunde saß jetzt auf der Bettkante. Als sie dicht vor ihm stand, hob sie erneut den Rock. Diesmal so weit, dass über den Strümpfen und Strapsen das winzige Spitzenhöschen für einen kurzen Moment aufblitzte, das von den hellbraunen Locken ihres Schamhaars eingerahmt wurde. Nina stand nur ein paar Zentimeter von ihm entfernt und ließ weiter die Hüften kreisen.
Andrew sagte nichts. Seine haselnussbraunen Augen waren ganz auf ihren Schritt fixiert. Als Nina kurz nach unten schaute, konnte sie bereits die Beule zwischen seinen Beinen erkennen. Ja, sie leistete gute Arbeit. Und das nicht nur für ihn. Sie fragte sich, ob er wohl die Säfte bemerkte, die langsam ihr Höschen durchfeuchteten.
Nachdem sie wieder ein paar Schritte zurückgetänzelt war, drehte sie sich um, zog den Reißverschluss ihres Rockes auf und wand sich dann so lange, bis das enge Teil langsam zu Boden fiel. Als sie ihm entstieg, erhitzte das ihre eigene Erregung um ein paar Grad. Nina fühlte sich nicht wie eine gewöhnliche Stripperin – und auch nicht wie eine gewöhnliche Prostituierte. Als sie, bis auf das Bustier mit den Strapsen und Strümpfen, nackt vor ihm stand, fühlte sie sich als die aufregendste Frau der Welt.
Mit dem Nadelstreifen-Outfit hatte sie auch die letzten Hemmungen abgelegt. Als die Musik etwas schneller wurde, verlor Nina sich ganz in den Drehungen ihres Tanzes. Sie bewegte ihren Körper jetzt genau so, wie sie es auf der Tanzfläche in einem Club niemals hinkriegte.
Doch sie bewegte ihn nicht nur, sie streichelte ihn auch, hob ihre Brüste an, leckte sich über die Schultern, liebkoste ihre Nippel und verwöhnte sich selbst. Nachdem sie Andrew wieder den Rücken zugewandt hatte, bückte sie sich und wackelte mit ihrem Po, der bis auf den dünnen String ihres Tangas unbedeckt war. Da stand ihr Bewunderer auf und packte sie.
«Ich will dich jetzt ficken!», murmelte er, öffnete seinen Reißverschluss und ließ die Hose zu Boden fallen. «Du gehörst auf die Bühne, Nina. Hast du dir noch nie vorgestellt, in einem Club zu strippen und dabei von völlig Fremden beobachtet und begehrt zu werden?»
Bei diesen Worten schob er seine Hand in den winzigen Spitzenslip und fühlte ihre Feuchtigkeit.
«Ich hab’s gewusst. Du hast dich selbst genauso aufgegeilt wie mich», flüsterte er. «Bück dich! Ich will dich von hinten!»
Als sie hörte, wie er eine Kondompackung aufriss, machte sie Anstalten, ihren Slip auszuziehen, doch Andrew hielt sie zurück.
«Behalt ihn an», sagte er, schob den String zur Seite und zog ihren Po zu sich heran. Seine Eichel rieb sich an ihrer Ritze. Nina spreizte die Beine und beugte sich weiter nach vorn. Schwankend hielt sie sich am Nachttisch fest, während sein Schwanz in voller Länge und ohne jeden Widerstand ganz in sie hineinfuhr.
Er begann, sie langsam zu ficken, die Hände auf ihren Hüften. Wenn sie nach unten schaute, konnte Nina sehen, wie ihre Brüste fast aus den Körbchen des Bustiers sprangen und sich ihre bestrumpften Beine von der Höhe ihrer Stilettos nach oben spannten. Sie stellte sich vor, wie sie wohl von hinten aussähe, was er vor Augen hätte, während er in sie hineinstieß. Ihre ohnehin wohlgeformten Waden, die durch die hohen Absätze noch aufreizender wirkten. Ihre runden, festen Arschbacken, geteilt von dem Spitzenband, das er eben zur Seite geschoben hatte.
Sie fühlte sich seltsam losgelöst von ihm, spürte nur seinen Schwanz und seine Hände. Wenn sie es vorher miteinander getrieben hatten, hatte Andrew immer mit ihr gesprochen, doch jetzt war er still – abgesehen von seinem schnellen, rhythmischen Keuchen.
Plötzlich baute sich in ihrer Fantasie das Bild auf, von einem völlig Fremden gebumst zu werden oder vielleicht sogar von mehreren. Ihr wurde befohlen, sich nach vorn zu beugen und nach unten zu schauen, während sie in sie eindrangen und sie ganz egoistisch und unpersönlich fickten. Nina war nur ein Objekt ihrer Lust, dessen eigene Gefühle völlig unwichtig waren.
Die Vorstellung verstärkte ihre Erregung, während Andrew tief in sie eindrang. Sie wackelte mit dem Hintern und bewegte sich für ihn in kleinen Kreisen.
«Du denkst doch gerade an was anderes, oder?», fragte er auf einmal. «Was geht in dir vor?»
«Ich dachte gerade, du könntest auch irgendwer sein», murmelte Nina. «Du könntest ein völlig Fremder sein, der mich und meinen Körper einfach nur als Mittel zu seiner Befriedigung benutzt. Und danach würde schon der Nächste warten. Vielleicht nicht mal Fremde, sondern Männer, die ich kenne. Aber ich könnte nicht mal sagen, wer mich da gerade fickt.»
Andrews Atem ging immer schneller, und sie spürte seine warme Brust mit den lockigen Haaren auf ihrem Rücken. Er hatte sich so über sie gebeugt, dass er jetzt sogar noch tiefer in ihr Loch eindringen konnte. Er schob seine Hände nach vorne und umfasste ihre Brüste.
«Würdest du das gern mal erleben? Ich kann das für dich möglich machen, wenn du möchtest. Ich kenne Männer, die da bestimmt gern mitmachen würden. Einer von ihnen wäre natürlich ich – aber du würdest nicht wissen, welcher. Wollen wir es ausprobieren? Wir könnten es sogar noch aufregender machen. Du könntest gefesselt sein, damit du nicht wegkannst. Oder wir könnten dir die Augen verbinden und es dir sogar von vorn besorgen. Keiner dieser Männer würde sich darum scheren, ob du kommst oder nicht. Sie würden einfach ihre Schwänze in dich reinschieben, ob du nun bereit bist oder nicht. Sie würden dich so schnell oder so langsam ficken, wie es ihnen passt, und so lange, wie sie wollen. Du wärst ihnen egal, und ob es dir gefällt oder nicht. Aber das würde es, oder? Du würdest es genießen. Selbst wenn du noch nicht bereit wärst, würde es sowieso nicht lange dauern, bis du klitschnass bist. Und es würde auch nicht lang dauern, bis du kommst. Du bist doch jetzt schon fast so weit, oder?» Er hatte ganz recht. Die Kombination seiner Worte mit seinem stoßenden Schwanz hatten sie bereits an den Rand des Orgasmus gebracht. Andrew ließ seine Hand zu ihrem Kitzler wandern und rieb ihn mit leichten und sicheren Bewegungen. Es dauerte nur Sekunden, und sie spürte dieses erste Zucken in ihrer Möse, diese intensive Steigerung, und sie wusste, dass es ihr gleich kommen würde, und nichts könnte das mehr aufhalten, nichts.
«Jetzt, Nina?» Sie nahm kaum wahr, dass Andrew auch schon ganz außer Atem war und selbst gleich kommen würde. Doch genau wie die Männer, die sie sich eben vorgestellt hatte, wollte sie jetzt nur eins: ihr eigenes Vergnügen.
«Jetzt, Nina!», wiederholte er wie aus weiter Ferne, während sich ihr ganzer Körper heiß und wie angeschwollen anfühlte. Die Lippen lustvoll geöffnet und die Augen halb geschlossen, war sie bereit für die gigantische Lustwelle, die sie überrollte. Unwillkürlich zuckte ihre Fotze rhythmisch, und sie fühlte sich, als wäre in diesem Moment die Mitte ihres Seins genau und nur dort.
Als Andrew sich aus ihr zurückzog, schwankte sie und ließ sich auf das Bett fallen. Sie sah ihn mit einem leisen Lächeln an, als er sich neben sie auf den Bauch legte.
«Haben Sie Ihren Spaß gehabt, Sir?», fragte sie in Erinnerung an ihre Rolle.
«Oh, ja», antwortete er mit sanfter Stimme. Zärtlich strich er ihr übers Gesicht. «Und du?»
«Und ob ich meinen Spaß gehabt habe! Sie sind ein toller Hengst!»
«Ich wette, das sagst du zu all deinen Kunden.»
Sie lachten beide. Irgendwann drehte Andrew sich mit zufriedenem Grinsen auf den Rücken. Als Nina sich an ihn kuschelte, merkte sie, dass er immer noch fast ganz angezogen war.
«Wenn man bedenkt, dass du mich für weitere – lass sehen – dreieinviertel Stunden gebucht hast, solltest du besser ein paar Sachen ausziehen», neckte sie ihn.
«Vier Stunden waren vielleicht ein wenig zu optimistisch», erwiderte er ahnungsvoll. «Dieses Tempo kann ich unmöglich den ganzen Rest des Nachmittags durchhalten. Ich glaube, wir machen lieber mal eine kleine Pause. Wie wär’s mit einem Drink?»
«Bitte! Ich sterbe vor Durst! Was trinkt man denn in meinem Job?»
Andrew lachte. «Edelnutten trinken eigentlich nur Champagner. Wie wär’s, wenn ich ihn aus dir schlürfe?»
«Kommt nicht in Frage! Das wäre viel zu kalt!»
«Das solltest du eigentlich noch nicht herausfinden», sagte er mit gespielter Enttäuschung. «Die Vorstellung, dir einen richtig schönen Schock zu verpassen, indem ich eiskalten Champagner in dich hineingieße, hätte mir so gut gefallen.»
«Sadist!»
«Na ja – vielleicht habe ich eine gewisse Tendenz in diese Richtung. Aber mehr auch nicht», entgegnete er mit trockenem Lächeln. «Jedenfalls nicht so, dass du dich jemals darüber beschweren wirst.»
Während er mit dem Zimmerservice telefonierte, sah Nina sich im Zimmer um. Es war in gedämpften Blautönen gehalten und hatte eine zurückhaltende Blumentapete. Die schweren Vorhänge und die Tagesdecke gaben dem Ganzen einen eher zeitgenössischen Look. Am einen Ende des Raumes standen ein Schreibtisch mit Lederauflage und ein Kapitänsstuhl. Gegenüber war ein blaues Samtsofa mit Lehnstuhl gruppiert. Der Teppich hatte einen dicken dunkelblauen Flor, und an den Wänden hingen hochwertige Druckgraphiken. Der Raum strahlte einen zurückhaltenden Luxus aus, und der Zimmerpreis stand ihrer Bezahlung sicher in nichts nach.
«Und, wie hat es dir gefallen?», fragte Andrew plötzlich. «Wie fandest du dieses erste Ausleben deiner Fantasie?»
«Fantastisch. Schon allein in ein Taxi zu steigen und dem Fahrer die Adresse eines Hotels zu geben, in dem ich bezahlten Sex haben sollte, hat mich echt scharf gemacht», gab sie zu. «Als ich dann in die Eingangshalle kam und am Empfang nach deiner Zimmernummer fragte, war das auch toll. Ich fühlte mich wirklich wie eine echte Prostituierte.»
Er lächelte. «Und was für ein Glück, wenn du dann als Kunden so einen Hengst wie mich hast.»
«Ja, ja. Aber ich glaube trotzdem nicht, dass ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen könnte.»
«Kann ich verstehen. Wenn du eine echte Nutte wärst, hätte ich vielleicht von Zeit zu Zeit mal Lust auf dich, aber eine echte Beziehung könnte ich mir dann kaum vorstellen.»
Nina lachte. «Das Strippen hat mir auch gefallen – als ich erst mal ein bisschen in Fahrt war.»
Er nickte anerkennend. «Ja, du warst ziemlich scharf. Am Anfang allerdings warst du erst mal ziemlich daneben.»
«Erinner mich nicht! Aber als ich dann in den Spiegel schaute, dachte ich fast, ich wäre bei einem Jazztanz-Kurs. Und dann gab es irgendwie kein Halten mehr.»
«Ja. Du bist eine tolle Tänzerin.»
Andrew streichelte über ihre Brust, oberhalb ihres jetzt im Bustier verborgenen Busens.
«Wie viele Fantasien hast du denn noch in deinem Kopf, Nina? Ich meine, wenn du schon während der Nuttenfantasien davon träumst, von gesichtslosen Fremden gefickt und erniedrigt zu werden: Wie viele dieser Abenteuer willst du denn ausleben?»
«Weißt du eigentlich, wie man mich bei der Arbeit nennt? Die Schneekönigin. Aber ich glaube, das kann man den Kollegen kaum vorwerfen. Schließlich bin ich schon seit eineinhalb Jahren dort und hatte noch nie eine Beziehung. Oder wenigstens einen One-Night-Stand.»
Eigentlich war es sogar schon fast zwei Jahre her, seit Nina das letzte Mal Sex gehabt hatte. Zwar bekam sie als Buchprüferin einer großen Firma in der City jede Menge Angebote von Kollegen und Kunden, aber bisher hatte sie immer abgelehnt. Sie war nett und höflich geblieben, hatte dadurch aber dennoch einen gewissen Ruf. Und zwar nicht den von den meisten Frauen gefürchteten Ruf des Leicht-zu-haben-Seins, sondern genau das Gegenteil.
Als sie einmal am Fotokopierer vor der Teeküche stand, hatte sie zwei Männer über sie reden hören.
«Das ist doch die reinste Schneekönigin!», höhnte John Daly. «Ich habe noch nie gehört, dass sie mal mit jemandem ausgegangen ist. Und zwar weder mit Männern von hier noch mit irgendwelchen anderen.»
«Unten in der Personalabteilung hörte ich, dass sie ’ne Lesbe ist», kicherte Mike Thatcher.
«Quatsch! Die ist einfach nur frigide. Eine Schneekönigin eben. Was die braucht, ist mal ein ordentlicher Fick!»
Als Nina an den beiden Männern vorbeiging, spürte sie sowohl Wut als auch eine gewisse Amüsiertheit. Am liebsten wäre sie zu ihnen gegangen und hätte den Männern ihre Meinung gesagt. «Ja, ich brauche tatsächlich einen guten Fick. Aber ich habe noch nie einen Mann getroffen, der es mir gut besorgen konnte. Und ich wette hundert zu eins, dass ihr beiden da keine Ausnahme seid.» John Daly, der seine Libido zusammen mit seinen Haaren verloren hatte, pflegte durchs Büro zu laufen und dabei «Setz dich auf mein Gesicht und sag bloß nicht, du liebst mich nicht» zu singen, bis ihn jemand aufforderte, den Mund zu halten oder rauszugehen. Und über Mike Thatcher wusste jeder, dass seine Frau seit Jahren eine Affäre hatte.
Okay, wenn’s das war, was die Kollegen über sie dachten, war ihr das wirklich egal. Nina hielt sowieso nichts davon, Arbeit und Sex zu vermischen. Und wenn sie jemals einen guten Fick erleben sollte, dann bestimmt nicht mit jemandem aus dem Büro.
Andrew unterbrach ihre Grübeleien. «Und woher wissen die, dass du nicht ein Doppelleben führst?»
Sie lachte. «Nun, jetzt habe ich ja tatsächlich eins. Es war übrigens ein zusätzlicher Reiz, denen zu erzählen, dass ich heute freihaben wollte, und dabei zu wissen, wie unglaublich schockiert sie alle wären, wenn sie herausfänden, was ich vorhatte.»
Andrew schüttelte den Kopf und strich sanft über ihr Gesicht. «Ich kann immer noch nicht ganz glauben, dass solche Sachen völlig neu für dich sind. Du bist wirklich unglaublich sexy, aber mit den paar Erfahrungen, die du hast, könntest du glatt noch als Jungfrau durchgehen.» Er sah sie eindringlich an. «Wenn du es mir erlaubst, möchte ich dir helfen, so viele deiner Fantasien auszuleben wie möglich. Natürlich nur, solange es dir Spaß macht.»
«Willst du mich auf den Arm nehmen? Es kommt mir vor, als wäre ich gerade aus einem ewigen Schlaf erwacht – wie Dornröschen. All die Jahre habe ich nichts erlebt, und ich muss eine Menge nachholen. Es fällt mir also nicht im Traum ein, dich zurückzuweisen.»
Nina lachte. «Mann, ich klinge wie ein kleines Mädchen, das sich im Märchenland verirrt hat. ‹Schneekönigin›, ‹Dornröschen› …»
Andrew lächelte sie an. «Ich weiß noch, als ich dir bei unserer ersten Nummer gesagt habe, dass du total heiß bist. Schwer vorstellbar, dass dich jemand für eiskalt hält. Ich möchte dir gern ermöglichen, jede Menge Erfahrungen zu machen und alles zu tun, was du dir jemals erträumt hast. Was hältst du von Sex mit einer Frau, zum Beispiel?»
Er stützte sich auf einen Ellenbogen und sah sie an. «Vielleicht gefällt dir das ja sogar besser als der Sex mit einem Mann.»
Nina schüttelte den Kopf. «Niemals. Die Vorstellung gefällt mir zwar ganz gut, aber ich glaube, mittlerweile hätte ich gemerkt, wenn ich eine Lesbe wäre. Könnte sogar sein, dass ich es ganz schrecklich finde.»
Andrew lachte. «Es gibt nur eine Möglichkeit, das herauszufinden. Träume sind doch dazu da, dass man sie in die Realität umsetzt. Du weißt ja, man lebt nur einmal. Aber es liegt natürlich bei dir. Ich kann dir jedenfalls helfen, deine Fantasiewelt real werden zu lassen – wenn du es denn wirklich willst. Ich kann dich durch das Labyrinth der Leidenschaft führen, bis zum Ausgang.»
Ninas Kopf schwirrte, und sie fragte sich, wie wörtlich sie Andrews Versprechen wohl nehmen konnte. Wie weit würde er sich wirklich auf ihre Fantasien einlassen? Sie spürte eine gewisse Angst in sich aufsteigen – aber nur ein wenig. Sicher würde er sie zu nichts zwingen, was gegen ihren Willen wäre. Doch was genau würde er wohl mit ihr anstellen? Was würde er dafür von ihr verlangen?
Für den Bruchteil einer Sekunde war Nina versucht, sein Angebot abzulehnen und die ganze Sache zu vergessen. Sicherer wäre es jedenfalls.
Genauso sicher wie der Pfad der Enthaltsamkeit, auf dem sie die letzten Jahre gewandelt war. Hätte sie Andrew nicht getroffen, sondern so weitergemacht wie bisher, hätte sie nie erfahren, was richtiger Sex bedeutet. Und jetzt, wo sie einen Vorgeschmack darauf bekommen hatte, wollte sie mehr.
Allein der Gedanke an ihre Fantasiewelt erfüllte sie mit einer sexuellen Energie, die ihr bisher völlig unbekannt gewesen war.
Sie lächelte und küsste Andrews Gesicht.
«Natürlich möchte ich es. Ich möchte, dass du mich zu den Orten meiner Träume führst.» Ihr Lächeln wurde breiter. «Und bisher machst du dich ziemlich gut.»
«Danke.» Seine Finger wanderten ihr Bustier hinab zu dem von Liebessaft feuchten Schritt ihres Höschens.
«Ich glaube, du kannst deinen Slip jetzt ebenso gut ausziehen. Ist sowieso nur noch ein nasser Lappen.»
Nina lachte. «Und was ist mit dem Rest? Willst du mich ganz nackt?»
«Machst du Witze? Das sieht wunderschön so aus. Macht es dich geil, dich schön anzuziehen?»
Nina wusste noch genau, wie erregt sie gewesen war, als sie nach ihrem Bummel durch diverse Dessousläden zu Hause ihre Einkäufe anprobiert hatte. Und zwar so erregt, dass sie sich schließlich aufs Bett legen und es sich durch die blaue Seide hindurch selbst machen musste. Aber das brauchte sie Andrew ja nicht unbedingt zu erzählen.
«Klar, das tut es. Aber das wusstest du doch auch so, oder?»
Nina stand auf, wand sich aus ihrem Slip und warf ihn Andrew zu. Er schnupperte daran.
«Mmmmh. Würzig. Gott, ist der feucht!»
«Das ist allein deine Schuld!», protestierte die junge Frau.
«Unsinn! Du hast dich mit deinem Striptease selbst geil gemacht. Hab ich recht?»
«Schon, aber wessen Idee war es denn? Ich glaube, ich werde mich jetzt mal für die nächste Runde frisch machen.»
Sie warf ihm einen Kuss zu und verschwand im Badezimmer. Bald würde sicher der Champagner kommen, und Nina war froh um die Ausrede, den Raum kurz verlassen zu können.
Nachdem sie die Toilette benutzt hatte, ließ sie heißes Wasser laufen, um sich unter den Armen zu waschen und den Gummigeruch von ihrer Möse zu entfernen.
Während sie sich einseifte, musste sie über die eigene Erregung lachen, die sie in ihrer Rolle empfand. Nina konnte immer noch nicht recht fassen, wie sehr ihr Leben sich dank Andrew veränderte. Endlich konnte sie ihr bisheriges Sexleben, das nur aus Masturbieren bestanden hatte, gegen echte Orgasmusfreuden mit einem Mann eintauschen. Hinzu kam jetzt noch die Möglichkeit, ihre wilden Fantasien endlich in die Tat umzusetzen.
Sex zu haben war für Nina nie etwas Besonderes gewesen. Jedes einzelne Mal hatte sie gedacht, dass es diesmal schon okay sein würde, doch das schweigende Geknutsche und Gefummle hatte immer nur zu einer kurzen und für sie ausgesprochen unbefriedigenden Penetration geführt.
Erst nachdem sie Andrew kennengelernt hatte, wurde Nina klar, dass das wahrscheinlich zum Teil an ihr lag. Für sie war Sex immer so etwas wie ein heiliger Ritus gewesen, bei dem man nicht sprechen durfte, und eigentlich war sie nie über pubertäre Fummeleien hinausgekommen. Nie hatte sie einem Mann gesagt, dass er es richtig oder falsch machte. Dass er aufhören oder weitermachen sollte, verdammt nochmal. Zärtlicher, härter oder schneller sein sollte.
Voller Wut und Frustration hatte sie immer ungeduldig darauf gewartet, dass ihr jeweiliger Partner ging, damit sie sich mit einer ihrer Fantasien selbst zum Höhepunkt reiben konnte. Wenn sie sich dann berührte und dabei im Spiegel ihre dunklen Nippel hart werden sah und spürte, wie ihr Kitzler geradezu gierig auf die eigenen Finger reagierte, träumte sie von einem Mann, der ihr dieselben Gefühle bescheren würde wie diese Fantasien.
Andrew hatte sie um ein Date gebeten, nachdem Nina und ihr Kollege Max die Buchprüfung seiner Reederei abgeschlossen hatten. Sie war überrascht gewesen, denn bis dahin hatte sie fast nur mit dem Buchhalter der Firma zu tun gehabt.
Eigentlich war Andrew ein bisschen zu alt für sie. Vielleicht so um die 38. Nina stufte ihn sofort als jemanden ein, der eine bessere Schule besucht hatte. Er sprach recht eigentümlich – fast wie ein Ausländer, der die Sprache zwar perfekt beherrschte, aber immer noch einen leichten Akzent hatte.
Sicher, er war ein bisschen zu glatt, aber im Vergleich zu den meisten Männern, die sie kannte und denen es nicht schaden würde, mal ihre rauen Kanten abgestoßen zu bekommen, war er der reinste Genuss.
Und er schien immer gute Laune zu haben. Seine Ausdrucksweise war oft leicht ironisch. Das amüsierte Nina. Außerdem gab er ihr nicht wie andere Kunden das Gefühl, lästig zu sein, wenn sie geschäftlich Klartext mit ihm reden musste. So war die junge Frau fast ein wenig traurig gewesen, als der Auftrag beendet war. Doch an ihrem letzten gemeinsamen Tag fragte Andrew sie endlich, ob sie mit ihm ausgehen wollte.
Ihr erstes Rendezvous bot jede Menge Anlässe, katastrophal zu enden. Nina suchte einen Film aus, von dem auch sie hinterher zugeben musste, dass er total langweilig war. Andrew gestand, dass er von Anfang an vermutet hatte, er sei schlecht, wollte sie aber nicht enttäuschen.
Als sie aus dem Kino kamen, regnete es so sehr, dass sie auf dem Weg in die nächstgelegene Tapas-Bar klitschnass wurden. Das Restaurant erwies sich dann als laut und verqualmt, sodass sie sich anschreien mussten, als sie über die Arbeit und seine Firma sprachen. Ihre Tapas spülten die beiden mit zwei Flaschen Rioja hinunter, der die Umgebung schließlich ein klein wenig angenehmer wirken ließ.
Als er sie am nächsten Tag anrief, lachten sie über den miesen Film, das miese Wetter und das miese Restaurant. Doch nicht nur das – sie lachten auch über die Tatsache, dass es ihnen dennoch gelungen war, sich großartig zu amüsieren.
Beim nächsten Mal wählte Andrew ein Stück im National Theatre aus, das ihnen beiden gefiel. Als sie danach in einem Schnellrestaurant American Pizza aßen, unterhielten sie sich über ihre kulturellen Vorlieben. Über Ninas Vorliebe für Musik, die Andrew als «Mainstream-Mist» bezeichnete, moderne Literatur, Liebesromane und Fernsehserien wie EastEnders oder Friends. Andrew war eher ein Fan von Theater, Blues und zeitgenössischer Klassik – eine Musik, die für Nina ein Buch mit sieben Siegeln darstellte. Er mochte französische Filme und moderne Kunst, während Nina sich im Kino nur die neuesten Kassenschlager anschaute. Und ihre Vorstellung von Kunst ging eher in Richtung Monet als Jackson Pollock.
Kurz: Sie hatten praktisch nichts gemein. Trotzdem verstanden sie sich sogar besser als beim letzten Mal.
Es war ganz klar, dass sie Andrew an jenem Abend noch auf einen Drink hochbitten musste, als sie sich bei dem Italiener in der Nähe ihrer Wohnung in Clapham trafen. Innerlich hatte Nina sich längst auf die übliche Enttäuschung vorbereitet. Doch es sollte anders kommen. Er hatte sie ganz langsam entkleidet und dabei jeden Teil ihres Körpers liebkost. Statt der stummen, feierlichen Miene, die sie sonst von ihren Liebhabern kannte, flüsterte er ihr ständig kleine Komplimente ins Ohr. Als er beispielsweise über die Innenseite ihrer Schenkel strich, schwärmte er von der samtenen Zartheit ihrer Haut. Auch die Spalte zwischen Ninas Pobacken und die erregte Härte ihrer Brustwarzen wurden von Andrew mit lustvollen Kommentaren bedacht. Langsam näherte sich seine Hand der roten Fleischknospe zwischen ihren Beinen, die von seinen Zärtlichkeiten bereits angeschwollen war.
«Ich wette, das ist es, was du willst, Nina. Willst du, dass ich dich dort streichele?», murmelte er. «Ein bisschen mehr Feuchtigkeit vielleicht …»
Seine Finger fuhren nach unten, tiefer und in ihre Möse.
«Du bist ja klitschnass, Nina. Ich hab’s doch geahnt. Ich habe genau gemerkt, wie heiß du bist. Der reinste Brandherd.»
Andrew glitt mit seinen nassen Fingern immer wieder über ihren Kitzler. So erregt war Nina noch nie gewesen, wenn sie sich selbst berührt hatte. Das Zentrum ihres Seins konzentrierte sich jetzt ganz auf den kleinen Lustpunkt, der mittlerweile so unerträglich heiß geworden war, dass es sich fast schon wie eine kalte Taubheit anfühlte. Kalt wie Eis, aber paradoxerweise gleichzeitig heiß wie Feuer.
Seine Worte trieben sie immer schneller auf den Höhepunkt zu. Nina wusste genau, dass sie kurz vorm Orgasmus stand – zum allerersten Mal mit einem Mann!
«Du liebst Sex, nicht wahr, Nina? Wie viele Männer hast du schon gehabt? Haben viele so mit dir gesprochen wie ich? Du magst es, wenn man dir dabei was erzählt, oder? Was ist deine Lieblingsstellung? Wie kann ich dich schnell zum Kommen bringen?»
«Ich komme jeden Moment», keuchte Nina.
«Jetzt schon! Du bist ja wie eine läufige Hündin, Nina. All die schicken Klamotten, die Ausbildung, die Karriere – alles nur die Maskerade einer Frau, die gefickt werden will. So ist es doch, nicht wahr, Nina?»
«Ja! O ja, sag’s mir! Hör nicht auf zu reden!»
«Du willst, dass ich weiterspreche? Macht dich das so geil? Du würdest alles für einen Orgasmus geben, hab ich recht? Und wenn ich meinen Finger nun wegnehme?»
Ganz abrupt hörte er auf und sah von oben auf sie herab. Nina war den Tränen nahe.
«Oh, um Gottes willen! Bitte, Andrew! Hör nicht auf!»
Er runzelte die Stirn. «Ich glaube, das solltest du doch besser hinkriegen. Bitte, Andrew», äffte er sie mit hoher Stimme nach.
Nina sah ihn an. Um seinen Mund spielte ein Lächeln, doch mit Spott in den haselnussbraunen Augen erwartete er ihre Antwort.
«Bitte! Was soll ich sagen?»
Andrew legte den Kopf zur Seite. «Rate.»
Nina seufzte. «Ich flehe dich an, Andrew! Ist es das, was du hören willst?»
Er nickte. «Ja. Nochmal.»
«Ich flehe dich an, bitte mach weiter», bettelte Nina mit brüchiger Stimme.
«Versprichst du mir, alles zu tun, was ich von dir verlange, nachdem ich es dir besorgt habe?»
«Ja. Alles!»
«Okay. Dann nochmal. Und lass es so klingen, als ob du es auch meinst.»
«Bitte. Ich flehe dich an! Ich flehe dich an, berühr mich!»
«Okay.» Als er sein Streicheln fortsetzte, seufzte Nina und lehnte sich in neu entflammter Erregung zurück. «Ich glaube, die Dinge, die ich von dir will, willst du selber auch. Ich denke, du brauchst mehr als einen guten Fick. Ich glaube, dir steht der Sinn nach Dingen, die ein bisschen ausgefallener sind. Es gibt sicher Sachen, von denen du schon geträumt hast und die du in die Tat umsetzen solltest.»
«Ja, allerdings.»
«Hast du oft Fantasien?»
«Ja, andauernd.»
«Was denn für welche? Würdest du gern mal von zwei Männern auf einmal rangenommen werden? Möchtest du wissen, wie andere Frauen schmecken? Willst du vielleicht mal ein bisschen Schmerz kosten?»
Nina hörte nicht mehr viel. Zusammen mit den Worten brachten seine streichelnden Finger sie schließlich zum Höhepunkt. Sie kam wie eine Rakete. Ihr Körper erzitterte wieder und wieder, bis sie nicht mehr konnte und Andrews Hände wegschieben musste.
Schließlich war sein Schwanz ohne jede Mühe in sie eingedrungen – das erste Mal, dass Nina keinen Schmerzlaut unterdrücken musste, weil sie nicht feucht genug war. Andrew bewegte sich schnell und geilte sich an seinen eigenen Worten auf.
Ihr Fötzchen hatte sich ihm instinktiv entgegengeschoben – dankbar mit jeder Faser, endlich einen Mann in sich zu spüren, der ihr Freude und keinen Schmerz oder Unwohlsein bereitete. Während er immer gieriger in sie hineinstieß, war es an ihr, ihm Dinge ins Ohr zu flüstern. Dass er ihr den besten Orgasmus ihres Lebens beschert hatte und dass sie die nächsten gar nicht abwarten könne. Die nächsten, die er ihr nicht nur mit seinen Fingern, sondern auch mit seinem langen Riemen und seinem herrlichen Mund machen würde. Und dass sie wollte, dass dieser Höhepunkt auch für ihn perfekt würde und nur der erste von vielen sein sollte.
Nachdem er gekommen war, hielten sie sich engumschlungen in den Armen und redeten. Nina gestand ihrem Liebhaber, dass sie bei ihm zum ersten Mal mit einem Mann zum Orgasmus gekommen war. Andrew lachte ungläubig. Dass jemand erst 28 Jahre alt werden musste, um durch etwas anderes als Masturbation zum Höhepunkt zu kommen, erschien ihm geradezu absurd. Daraufhin erzählte die junge Frau ihm zögernd von ihrem geheimen Leben und den Fantasien, die es ihr leichter erscheinen ließen, sich selbst anzufassen, und die für sie den Gipfel ihres Sexlebens darstellten – bis jetzt.
Stundenlang hatten die beiden dagesessen und sich unterhalten. Im Gespräch hatte Andrew ihr viele ihrer Fantasien entlockt. Irgendwann machte sein ungläubiges Staunen über ihr ungelebtes Sexualleben einer neuen Zärtlichkeit Platz. Niemals hätte er geahnt, wie verletzlich und unerfahren sie war, gestand er ihr. Nina hatte sich etwas geschämt, als sie von ihren Gedanken berichtete. Doch nicht nur das. Die Schilderung ihrer Wichsfantasien hatte sie erneut in Brand gesetzt. Er spürte ihre Erregung und fing wieder an, sie anzufassen. Es dauerte nicht lange, und sie liebten sich erneut. Diesmal ganz langsam und zärtlich. Andrew bescherte ihr durch sein süßes, geduldiges und zartfühlendes Eindringen einen weiteren Orgasmus, der von erregenden Berührungen und Worten begleitet wurde.
Seitdem hatten sie noch ein paarmal miteinander geschlafen, und jedes Mal war so gut wie ihre erste Begegnung. Dann schließlich hatte ihr Geliebter vorgeschlagen, eine von Ninas Fantasien wahr werden zu lassen. Als sie ihm darauf berichtete, dass sie schon immer mal eine Prostituierte spielen wollte, hatte er ihr eine Geschichte ins Ohr geflüstert, in der sie für Sex bezahlt wird, und sie dabei bis zum Höhepunkt gestreichelt.
«Lass uns gleich einen Termin machen», hatte er ihr vorgeschlagen, als er am Morgen aufbrach. «Wir nehmen uns ein Hotelzimmer. Wie viel verlangst du?»
Nina hatte gelacht. «Ich weiß nicht. Was ist denn der übliche Preis? Wie lange willst du mich denn?»
Er strich über ihre Wange. «Wir können doch gleich einen ganzen Nachmittag draus machen. Sagen wir vier Stunden und hundert Pfund die Stunde. Wie klingt das?»
«Sehr großzügig. Aber mal ernsthaft, so viel Geld könnte ich unmöglich von dir annehmen.»
«Aber darum geht’s doch, Nina», erwiderte Andrew ungeduldig. Sein Blick verdunkelte sich. «Dies ist ein Geschäft, und ich bin Geschäftsmann. Ich will, dass du nächsten Montag um dreizehn Uhr ins Belvedere Chase Hotel in Belgravia kommst. Kennst du das?»
«Ich werde es schon finden», versprach Nina mit leiser Stimme. «Mist! Ich bin nicht besonders gut bei diesem Spiel. Schließlich machst du es meinet- und nicht deinetwegen …»
Andrews Blick heiterte sich wieder auf, und er lachte. «Na ja, ein bisschen werde ich ja wohl hoffentlich auch davon haben. Besonders bei dem Preis!»
Er legte beide Hände auf ihre Schultern. «Wenn du eine Hure sein willst, musst du dich auch bezahlen lassen. Klar?»
«Ja, sicher. Wenn du meinst.» Sie küsste ihn erst auf die Wange und dann auf die Lippen.
«Gut.» Er holte ein Bündel Scheine aus seiner Hosentasche.
«Nicht jetzt bezahlen!», wehrte sie bestürzt ab. «Es ist Teil der Fantasie, dass ich das Geld erst zähle, bevor ich dich ranlasse.»
«Halt doch mal für zwei Sekunden den Mund!», unterbrach er sie. «Das Geld ist nicht für deine Dienste, sondern für aufregende Dessous. Nimm’s mir nicht übel, aber wenn du eine Fantasie ausleben willst, brauchst du unbedingt auch ein Fantasie-Outfit.»
Einen kurzen Moment lang war Nina entsetzt gewesen, hatte aber sofort erkannt, dass ihr normaler weißer BH und der praktische Slip mit Beinansatz nicht unbedingt zu einer Prostituierten passten – nicht mal, wenn sie die Rolle nur einen Nachmittag lang spielte.
Nachdem Andrew gegangen war, betrachtete sie die Scheine, die er ihr gegeben hatte. Er wollte ganz offensichtlich, dass sie nicht nur Wäsche für den kommenden Montag, sondern gleich mehrere Stücke für kommende Fantasien einkaufte. Nina hatte sich daraufhin in einer Einkaufsorgie verloren, die sie in diverse Kaufhäuser, eine Spezialboutique in Chelsea, einen Sexshop, ja sogar in einige Kettenläden führte. Schließlich hatte sie vier Kombinationen beisammen, die für ein paar Fantasien sicher ausreichen würden.
Als Nina wieder in der Gegenwart angekommen war, hörte sie vom Bad aus plötzlich die Tür des Hotelzimmers gehen. Sie trocknete sich eilig ab, strich ihr Haar glatt und cremte sich die Hände ein. Dann öffnete sie mit einem letzten Blick in den Spiegel die Badezimmertür. Doch als sie sich umdrehte, stellte sie überrascht fest, dass Andrew nicht mehr allein war.
«Nina! Du hast dir aber Zeit gelassen. Darf ich dir meinen – im wahrsten Sinne des Wortes – ältesten Freund vorstellen: Costas.»
Andrew kam mit eiligen Schritten auf sie zu und umklammerte augenblicklich ihre Handgelenke, damit sie nicht zurück ins Badezimmer flüchtete. Dann zog er sie in Richtung eines kleinen, faltigen, sehr alten Mannes, der auf dem Sofa saß und eine Zigarre rauchte.
Als Nina vor ihm stand, erhob und verbeugte er sich. Er war klein, wahrscheinlich nicht mal 1,75 Meter groß, und trug einen teuren, maßgeschneiderten Anzug. Doch selbst die beste Schneiderei in der Londoner Savile Row hätte nicht verbergen können, wie unglaublich alt er war – der älteste Mann, den Nina jemals kennengelernt hatte.
Sein kahler Kopf war mit braunen Flecken übersät. Die große Nase hatte einen Höcker; und die Lippen waren sehr wulstig. Seine Augen wurden von dicken Brillengläsern vergrößert, deren brauner Rand über die Jahre grau geworden war. Seine Blick war starr auf Nina gerichtet, und sie konnte sehen, dass trotz seines Alters ein wacher Geist in ihm steckte. Eine scharfsinnige, prüfende Intelligenz, in der vielleicht auch ein wenig Boshaftigkeit lag.
«Charmant! Sehr charmant. Setz dich doch neben mich, meine Liebe», sagte der alte Mann mit einem breiten ausländischen Akzent.
«Costas kommt aus Griechenland, Nina. Er ist der älteste Reeder der Welt. Er hat mir alles beigebracht, was ich übers Geschäft wissen muss.»
Andrew strahlte Nina an. «Ich nenne ihn gern meinen Paten. Costas war immer mehr als ein Vater für mich.»
Der Grieche sagte etwas in seiner Muttersprache zu Andrew, was Nina nicht verstand. Der jüngere Mann lachte und antworte ihm ebenfalls auf Griechisch. Der alte Herr grinste mit breiten, aber nicht geöffneten Lippen und blinzelte hinter seinen Brillengläsern hervor.
Nina lächelte ihn an. «Freut mich, Sie kennenzulernen», sagte sie und kam sich ganz merkwürdig vor, wie sie sich da mit einem völlig Fremden unterhielt – mit nichts weiter an als einem Bustier und Strapsen. «Ich habe zwar die Tür gehört, dachte aber eigentlich, es wäre nur der Zimmerservice. Ich werde mir schnell etwas überziehen.»
Andrew schlug sich kurz mit der Hand an die Stirn. «Gott, wo bin ich nur mit meinen Gedanken? Ich habe ganz vergessen, dass wir den Zimmerservice bestellt hatten. Und ich habe noch nicht mal gefragt, ob du etwas möchtest, Costas. Wir trinken Champagner. Möchtest du auch welchen? Und Nina, du bleibst so, wie du bist. Ich bin sicher, dass Costas diesen Anblick ebenso genießt wie ich.»
Als Nina peinlich berührt neben dem alten Mann auf dem Sofarand hin und her rutschte, spürte sie, wie der samtene Stoff des Bezugs über ihre nackten Pobacken glitt.
«Ich hätte gern einen Brandy, Andrew», erklärte der Grieche. «Etwas anderes trinke ich nicht mehr. Es ist schon schlimm genug, dass ich die hier rauche», sagte er und wedelte dabei mit seiner Zigarre in der Luft umher, «da muss ich mich nicht auch noch mit Alkohol vergiften. Als ich noch jünger war, hab ich nichts ausgelassen», fuhr er fort und drehte sich zu Nina, während Andrew zum Telefon ging, um die Bestellung zu ergänzen. «Wein, Brandy, Zigaretten, Frauen. Aber in meinem Alter muss ich vorsichtig sein. Ich werde dir nicht verraten, wie alt ich bin. Je älter die Menschen werden, desto mehr geben sie damit an – als ob es eine Leistung wäre.» Er kicherte spöttisch. «Das Alter ist etwas, was früher oder später ganz von selbst kommt. Ich interessiere mich mehr für die Dinge, die ich aus eigener Kraft erziele. Ich habe Vermögen gemacht und sie wieder verloren. Doch das Schicksal hat es gut genug mit mir gemeint und mir genug gelassen für mein Alter.»
Plötzlich bewegte er seine faltige Hand und zog eine Wellenlinie auf Ninas Haut bis hin zu ihrem Dekolleté. Ihr Körper verspannte sich sofort, und sie musste einige Willenskraft aufbringen, um nicht erschaudernd zurückzuschrecken. Wie viel Geld er auch hatte, es war einfach ausgeschlossen, bei seiner Berührung etwas anderes als Ekel zu empfinden. Andrews Blick allerdings brachte sie dazu, sich nichts weiter anmerken zu lassen.
«Jedenfalls habe ich genug Geld, um für schöne Frauen wie dich zu bezahlen», sagte er. «Zwischen meinen Beinen regt sich zwar nur noch selten etwas, aber mit ein wenig Hilfe schaffe ich es ab und zu noch.»
Nina wurde regelrecht übel. Okay, sie hatte es sich selbst ausgesucht, die Prostituierte zu spielen. Aber für Andrew. Sie konnte es einfach nicht fassen, dass er sie beim Wort genommen hatte und jetzt erwartete, auch für diesen Greis die Rolle der Nutte zu geben.
Die überrumpelte Frau versuchte noch, mit ihren Augen zu signalisieren, was sie von der Sache hielt, doch Andrew schaute nur milde in Richtung des alten Mannes.
Irgendwann drehte er sich zu ihr um – fast als hätte er ihren Blick doch gespürt –, und auch wenn er vielleicht wusste, was sie von ihm wollte, ignorierte er sie trotzdem.
«Ist sie nicht hübsch, Costas? Bist du mit ihr zufrieden?»
«Sie ist hinreißend, Andrew. Deine Haut ist so weich, meine Liebe.»
Seine Hände fuhren über die Schwellung ihrer Brüste, die von dem Bustier hochgedrückt wurden. Seine trockenen, wächsernen Finger fühlten sich wie Sandpapier auf ihrer zarten Haut an. Sie meinte fast, jenes raspelnde Geräusch zu hören, das die Berührungen ganz sicher erzeugten. Seine knöchernen Hände schoben ein Körbchen ihres Oberteils herunter und entblößten eine Brustwarze, an der er sofort kräftig zu ziehen begann.
«Ja … Herrlich …»
Plötzlich klopfte es an der Tür. Nina war sofort auf dem Sprung, um ins Badezimmer zurückzurennen und sich dort zu verstecken. Doch Costas drückte noch immer an ihren Nippeln herum.
«Bleib da!», wies Andrew sie an, als wäre sie ein Hund. «Herein», rief er dem Zimmerservice mit lauter Stimme zu.
Nina erstarrte.
Die Tür öffnete sich, und ein junger Kellner trat ein. Auf dem Wagen, den er vor sich herschob, stand ein Tablett mit gekühltem Champagner, zwei Gläsern und einem großen Brandy-Schwenker. Als er Nina und Costas auf dem Sofa sitzen sah, hielt er abrupt inne.
«Hier rüber», wies Andrew ihn brüsk an und zeigte auf den Sofatisch, der vor Nina stand. Der Kellner wurde rot. Er war jung, hatte noch einige Pubertätspickel und war ganz offensichtlich noch nie Zeuge einer derartigen Szenerie geworden.
Nina merkte deutlich, wie peinlich ihm das Ganze war, denn er nahm in aller Eile das Tablett vom Wagen und stellte es nervös vor ihr auf den Tisch. Doch sie sah auch, wie er während seiner Tätigkeit einen kurzen Blick riskierte und seine Augen blitzschnell von den schwarzen Strümpfen über ihr lockiges Schamhaardreieck bis hin zu den Körbchen ihres geschnürten Bustiers wanderten, wo Costas immer noch ihre Brustwarzen zwirbelte. Doch trotz der Bewunderung und der Lust in seinen Augen war nicht zu übersehen, wie verlegen ihn das Geschehen machte.
«Ein hübsches Mädchen. Nicht wahr, junger Mann?», schnarrte Costas.
«Ja, Sir», stammelte der Kellner und wischte die Gläser übertrieben sorgfältig mit einem weißen Tuch aus.
Der Grieche lachte. «Wie alt bist du, Junge?»
«Achtzehn, Sir.»
«Und dies ist dein erster Job?»
«Ja, Sir. Ich bin erst seit ein paar Wochen hier.»
«Du wirst dich schon noch daran gewöhnen, in deinem Beruf viele hübsche Frauen zu sehen. Aber vielleicht nicht solche wie die hier.»
«Ja, Sir.» Der Kellner nahm die Champagnerflasche und nestelte am Korken herum, doch seine nervösen Hände ließen ihn viel zu schnell herausploppen. Sofort schoss der Schaum aus der Flasche, und der junge Mann versuchte hastig, die hervorsprudelnde Flüssigkeit in eines der Gläser zu gießen.
«Danke. Ich werde selbst eingießen», erklärte Andrew und drückte dem Kellner einen Schein in die Hand. «Sie können gehen.»
«Danke, Sir», murmelte der erstarrte Jüngling und schob den Wagen, so schnell es ging, Richtung Tür.
«Du hast ihn in Verlegenheit gebracht, Costas», lachte Andrew. «Oder lag es vielleicht an dir, meine Schöne?»
Nina wurde genauso rot wie der Kellner. In ihrem Kopf tobte das Chaos, und jede Menge widerstreitender Emotionen durchzuckten sie.
Da war zunächst die Demütigung, von so einem hässlichen, alten Mann betatscht und wie eine preisgekrönte Kuh einem pickligen Kellner vorgeführt zu werden.
Hinzu kam Angst. Angst vor dem, was Costas wohl mit ihr tun mochte. Er würde sie doch wohl sicher nicht ficken? Nina konnte sich nicht vorstellen, dass er das in seinem Alter noch fertigbrachte.
Und wenn doch – was würde er wohl für einen schlappen, kleinen Schwanz haben? Wer wusste, was sie für Tricks auffahren musste, um ihn wenigstens ein wenig aufzugeilen? Und wenn es ihr nun gar nicht gelingen wollte?
Doch zu der Demütigung und der Angst kam die Scham darüber, dass eine drängende Erregung in ihren Körper schoss. Die beiden ersten Gefühle hatten sie extrem geil gemacht. Nina schloss die Augen und spürte, wie ihr Fötzchen sich vor Lust zusammenzog. Es war keine Lust auf Costas. Das war ausgeschlossen. Das Gefühl entstand eher aus der Erniedrigung heraus, von einem so widerlich aussehenden Mann befummelt und dann auch noch vor einem Kellner zur Schau gestellt zu werden, als ob sie eine der Fensternutten aus dem Amsterdamer Rotlichtviertel wäre.
Der junge Mann konnte sie doch unmöglich für etwas anderes als eine Nutte gehalten haben. Keine Frau würde sich von so einem alten Mann begrapschen lassen, wenn sie kein Geld dafür bekäme.
Costas schob jetzt auch das andere Körbchen so runter, dass beide Brustwarzen voller Stolz über den Rand des Bustiers ragten.
«So ist es schon besser, meine Kleine. Deine Nippel sind ja schon steinhart. Gut zu wissen, dass ich immer noch in der Lage bin, ein schönes Mädchen zu erregen und es zum Erröten zu bringen.»
Andrew hatte mittlerweile den Champagner eingeschenkt. Er reichte Nina eines der Gläser und drückte Costas den Schwenker in die Hand.
«Auf uns alle», verkündete er und hob sein Glas. «Auf einen angenehmen Nachmittag. Und natürlich auf weitere geschäftliche Erfolge für uns, Costas.»
Nach der kurzen Stille, die durch das Trinken entstanden war, drehte Costas sich zu Nina um.
