Die Schöne und der Jubilar - Friederike von Buchner - E-Book

Die Schöne und der Jubilar E-Book

Friederike von Buchner

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Beschreibung

Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. "Toni, der Hüttenwirt" aus den Bergen verliebt sich in Anna, die Bankerin aus Hamburg. Anna zieht hoch hinauf in seine wunderschöne Hütte – und eine der zärtlichsten Romanzen nimmt ihren Anfang. Hemdsärmeligkeit, sprachliche Virtuosität, großartig geschilderter Gebirgszauber – Friederike von Buchner trifft in ihren bereits über 400 Romanen den Puls ihrer faszinierten Leser. Es dauerte über eine Stunde, bis Bernd vom Rathaus zurückkam. »Großartig, jetzt ist unser Bub ein echter Waldkogeler«, sagte er fröhlich. Er zeigte Isabella und Zensi die Seite im Stammbuch. »Da steht es. Einzelne beglaubigte Geburtsurkunden hat Bürgermeister Fellbacher mir auch gleich angefertigt«, sagte Bernd. »Sehr gut«, freute sich Zensi. »Wir feiern heute Abend. Das muss gefeiert werden. Ich trommele alle zusammen und kümmere mich um das kleine Fest.« Sie überlegte kurz. »Wir feiern drüben in der Villa Lohe«, sagte sie entschlossen. »Seid um achtzehn Uhr drüben!« Zensi liebkoste ihr Patenkind noch einmal. Dann verabschiedete sie sich und ging. Isabella seufzte leise. »Was hat sich deine Patentante da wieder ausgedacht«

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Seitenzahl: 121

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Toni der Hüttenwirt – 333 –Die Schöne und der Jubilar

Diesen Geburtstag wird keiner vergessen!

Friederike von Buchner

Es dauerte über eine Stunde, bis Bernd vom Rathaus zurückkam.

»Großartig, jetzt ist unser Bub ein echter Waldkogeler«, sagte er fröhlich.

Er zeigte Isabella und Zensi die Seite im Stammbuch.

»Da steht es. Einzelne beglaubigte Geburtsurkunden hat Bürgermeister Fellbacher mir auch gleich angefertigt«, sagte Bernd.

»Sehr gut«, freute sich Zensi.

Sie lächelte und sagte:

»Wir feiern heute Abend. Das muss gefeiert werden. Ich trommele alle zusammen und kümmere mich um das kleine Fest.«

Sie überlegte kurz.

»Wir feiern drüben in der Villa Lohe«, sagte sie entschlossen. »Seid um achtzehn Uhr drüben!«

Zensi liebkoste ihr Patenkind noch einmal. Dann verabschiedete sie sich und ging.

Isabella seufzte leise.

»Was hat sich deine Patentante da wieder ausgedacht«, sagte Isabella zu ihrem Buben.

Sie nahm ihn auf den Arm und herzte ihn.

»Isabella, lass Zensi machen! Sie hat so viel Freude daran«, sagte Bernd.

»Etwas anderes bleibt uns auch gar nicht übrig. Oder ist es dir jemals gelungen, Zensi zu stoppen, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat?«, sagte Isabella und schmunzelte.

Sie trug ihr Baby nach oben, um es zu stillen und frisch zu wickeln.

Zensi eilte hinüber ins Schloss.

Sie traf Tassilo und Otti in der Küche an.

»Ausgeschlafen?«, lachte Zensi.

»Einigermaßen, nach dem Kaffee geht es. Es war eine kurze Nacht.«

Tassilo musterte Zensi.

»Mei Zensi, du siehst putzmunter aus, richtig fröhlich.«

»Mehr noch, Tassilo«, schaltete sich Otti ein. »Du wirkst richtig aufgekratzt, Zensi.«

Zensi lächelte Otti liebevoll an.

»Das hast du richtig beobachtet, liebe Otti. Ich habe auch allen Grund dazu. Ich bin jetzt Patentante.«

»Dann hast du dich doch dazu durchgerungen, Zensi«, sagte Tassilo. »Das ist schön. Damit hast du Isabella und Bernd bestimmt eine Freude gemacht. Hast du meinen Rat angenommen, erst einmal zuzusagen, auch wenn du noch nach einem Namen suchst?«

»Das hat sich erledigt. Dein Hinweis war gut, in den Büchern über Heilige und ihre Namenstage zu stöbern. Ich konnte nicht schlafen, also habe ich geforscht. Jetzt ist alles geregelt.«

»Welchen Namen hast du gefunden?«

Zensi lachte.

»Tassilo, du musst dich noch ein bisserl gedulden bis heute Abend. Ich habe mich entschlossen, ein kleines Fest zu geben. Ich weiß nicht, wie weit deine Kenntnisse über Traditionen zurückreichen.«

»Darin bist du mir weit voraus«, antwortete Tassilo. »Das gestehe ich neidlos. Die Pflege der Traditionen habe ich immer gern dir überlassen. Das war schon früher so, bevor ich wusste, dass du mein liebes Cousinchen bist.«

»Ich werde deine Kenntnisse kurz auffrischen. Vor ein paar Hundert Jahren war es üblich, dass das Familienoberhaupt nach der Geburt einen Umtrunk gab. Die Feste werden in den alten Chroniken beschrieben. Dabei wurde nicht nur die Geburt verkündet und ob es ein Bub oder ein Madl war, sondern auch der Name. Irgendwann verschwand dieser Brauch. Dann wurde nur am Tage der Taufe gefeiert. Ich habe mich daran erinnert, als ich nach einem Namen suchte. Okay, der kleine Bub ist kein Verwandter, aber er ist mein Patenkind. Also lasse ich den Brauch wieder aufleben.«

»Nun ja, wenn du Isabella adoptierst, ist der Bub doch mit dir verwandt. Wie weit sind deine Überlegungen in diese Richtung gediehen?«, fragte Tassilo.

»Wir sprechen die Tage darüber«, antwortete Zensi knapp. »Jetzt bin ich mit anderen Sachen beschäftigt, nämlich das Fest zu organisieren.«

Zensi atmete tief durch.

»Ich fahre jetzt rüber zur Villa Lohe und bespreche das kleine Fest mit Jana. Die Hauswirtschafterinnen des Wochenendkurses sollen alles vorbereiten.«

»Wen willst du einladen?«, fragte Otti. »An wie viele Personen hast du gedacht?«

Zensi nahm die Finger dazu, als sie aufzählte.

»Bernd, Isabella, Thilda, Karl, ihr beide, ich, Martin, Katja, Eric, Walli, Ella Waldner, Justina, Sascha, Stella, Martins Freund Sepp und seine Verlobte Betty, Bürgermeister Fellbacher und seine Frau, Gina mit ihrer Familie, Pfarrer Zandler, seine Haushälterin Träutlein. Ich hoffe, dass Tom und Julia früher von der Geschäftsreise zurückkommen. Tim und Jenny werde ich später anrufen. Was mit Isabellas Familie ist, überlasse ich Isabella. Sie soll sie bitten herzukommen. Das ist das Beste. Ihr seht, da kommen schon einige zusammen. Dreißig Leut’ werden es schon sein, eher mehr.«

Zensi klatschte in die Hände.

»Genug jetzt! Ich mache mich auf den Weg. Ich denke, am frühen Nachmittag bin ich wieder zurück.«

Zensi kramte noch kurz in ihrer Handtasche. Dann machte sie sich auf den Weg. Otti und Tassilo hörten, wie Zensi in ihrem Auto davonfuhr.

Tassilo und Otti lächelten sich an.

»Es scheint mir so, als hätte Zensi ihr Herz an den Buben verloren«, lächelte Tassilo.

Otti grinste.

»Schwingt da ein bisserl Eifersucht mit?«, bemerkte Otti.

»Nein, keinesfalls, Otti! Ich freue mich für Zensi. Unser Großvater hatte ihr Leben zerstört, weil er gegen eine Verbindung zwischen ihrem Vater und ihrer Mutter war. Er hatte versucht, es etwas wiedergutzumachen, als er sie als mein Kindermädchen aufs Schloss holte. Ich frage mich, wie Zensis Leben verlaufen wäre, wenn es anders gewesen wäre. Sie wäre hier im Schloss als älteste Tochter des Erben aufgewachsen. Sie hätte sich vielleicht verliebt, hätte geheiratet und selbst eine Familie gegründet. Wie man’s auch betrachtet, sie wurde um ihr Lebensglück betrogen.«

Otti schüttelte den Kopf.

»Tassilo, was sind das für Gedanken? Zensi erfuhr als junge Frau alles über ihre Herkunft. Sie hätte Forderungen stellen können. Sie hätte jederzeit gehen und sich ein eigenes Leben aufbauen können. Das wollte sie nicht. Du warst ihre Familie. Wir alle sind ihre Familie. Sie ist eine Glucke. Das weißt du. Sorge dich nicht! Freue dich, dass Zensi glücklich ist. Sie wird Freude daran haben, den kleinen Buben zu verwöhnen. Das wird sie jung halten. Leider lassen sich Tim und Jenny mit der Familiengründung noch Zeit.«

»Puh, rede mir nicht davon, Otti! Ich sage dazu nichts mehr. Sie sind auf ihre Weise glücklich. Das zählt für mich.«

»Du hast recht, Tassilo. Und dass sich Zensi mit dem Gedanken trägt, Isabella zu adoptieren und ihr später die Villa Lohe zu überlassen, stört dich auch nicht?«

»Nein, ich hatte in meinem Leben viel Nutzen davon. Ich wusste nicht, woher Zensi das Vermögen nahm, um mich im Studium zu unterstützen und mir später beim Aufbau der Firma zu helfen. Ich dachte, sie hätte es sich im Laufe des Lebens zusammengespart.«

»Du hast sie nie danach gefragt, woher sie das Geld hatte?«

»Natürlich habe ich sie gefragt. Zensi Antwort war immer: ‘Bub, stelle keine Fragen, nimm es einfach!’ Erst nach meiner Krankheit wurde alles aufgedeckt. Es ist normal, dass Zensi nach einer Möglichkeit sucht, dass es später mit der Villa Lohe weitergeht. Ich mische mich da nicht ein. Außerdem hat niemand in der Familie Interesse an der Führung einer Schule für Hauswirtschaft. Isabella ist dafür geeignet. Doch noch ist es nicht so weit. Warten wir es ab!«

»Ich dachte, Zensi sucht sich Jana als ihre Nachfolgerin aus«, bemerkte Otti.

Tassilo zuckte mit den Schultern.

»Jana und Zensi arbeiten gut zusammen. Aber die Herzensbindung ist nicht so eng wie zu Isabella. Seien wir doch ehrlich. Zensi hat sich vom allerersten Augenblick Isabellas so angenommen, als sei sie ihre Ziehtochter. Im Grunde ist so ähnlich, wie wir es mit Tim getan haben. Bei Zensi ist es Isabella.«

»Ja, der Vergleich stimmt. Was denkst du, wie wird Isabella Zensis Wunsch aufnehmen?«, fragte Otti.

Tassilo zuckte mit den Schultern.

»Keine Ahnung, es wird spannend werden. Ich sehe mich mehr als Beobachter, Otti.«

»Das ist eine gute Einstellung, Tassilo. So werde ich es auch halten«, sagte Otti.

*

Zur gleichen Zeit saßen sich in der Villa Lohe Zensi und Jana gegenüber. Zensi bat Jana, zu veranlassen, dass bis zum Abend der große Ballsaal gerichtet wird.

»Mit den Speisen und Getränken lasse ich dir freie Hand«, sagte Zensi.

»Es kommt nur ein kaltes Buffet infrage«, antwortete Jana. »Um warmes Abendessen zuzubereiten mit Braten und so weiter, ist es zu spät.«

»Das stimmt. Es kann ruhig rustikal sein, wie man das eben in Bayern auftischt. Und dazu Bier aus dem Fass. Aber, wie gesagt, du entscheidest. Sage den Frauen aus dem Kurs viele Grüße und ein herzliches vergelt’s Gott, dass sie den freien Samstagnachmittag dafür opfern.«

»Sie haben nicht frei, Zensi. Es sind nur keine Kurse angesetzt. Die Zeit am Samstagnachmittag soll dazu dienen, dass jeder sich in die Unterlagen vertieft. Es sind Lernstunden, so nenne ich die Zeit.«

»Richte trotzdem Grüße von mir aus«, sagte Zensi und stand auf. »So, es ist alles besprochen. Ich hänge mich jetzt ans Telefon und trommele alle zusammen.«

»Wie ein Feldmarschall«, sagte Jana.

»Oh ja, die Führung zu übernehmen und die Richtung vorzugeben, das war schon immer eine meiner wichtigsten Aufgaben«, antwortete Zensi.

Zensi fuhr mit dem Aufzug hinauf in ihre Wohnung unter dem Dach. Dort machte sie sich einen Kaffee. Dann setzte sie sich an den Küchentisch und rief alle nacheinander an, außer Isabellas Familie. Isabella musste ihre Eltern und Geschwister selbst einladen.

»Zensi, ich kann nicht garantieren, dass sie kommen«, sagte Isabella am Telefon.

»Dann musst du sie unter Druck setzen«, sagte Zensi. »Drohe damit, dass dein Ansehen leiden werde, wenn sie nicht kommen.«

»Zensi, das kann ich nicht machen. Unmöglich, das ist nicht meine Art.«

»Dann wirst du es lernen. Manchmal muss man Stärke zeigen und vielleicht auch ein bisserl tricksen, um sein Ziel zu erreichen. Verstehst du?«

Isabella versprach, ihr Möglichstes zu tun.

Kaum hatte Zensi aufgelegt, bimmelte das Handy. Es war Tassilo.

»Vermisst du mich, dass du mir hinterhertelefonierst?«, fragte Zensi.

Sie mussten beide lachen.

»Klar, ich vermisse dich immer, wenn du nicht in meiner Nähe bist«, antwortete Tassilo.

»Du bist mir vielleicht ein Schmeichler, Tassilo!«, sagte Zensi. »Also, was gibt es?«

»Magnus hat angerufen. Er konnte dich auf dem Handy nicht erreichen. Es war ständig besetzt. Er fragte mich, ob dein Handy kaputt sei.«

»Ich habe herumtelefoniert wegen des Festes. Okay, ich werde ihn zurückrufen«, sagte Zensi. »Danke, dass du mir Bescheid geben hast.«

»Läuft es gut mit den Vorbereitungen zum Fest?«, fragte Tassilo.

»Ja, Jana hat alles im Griff. Wie gesagt, habe ich herumtelefoniert. Alle haben zugesagt. Es wird sehr schön werden ganz im Sinn der Tradition.«

»Du machst das schon, Zensi«, sagte Tassilo.

Sie wechselten noch ein paar Worte. Dabei erfuhr Zensi, dass Tassilo Tim und Jenny ein bisserl Druck gemacht hatte. Sie sollten am Abend aus München zum Fest herüberkommen. Als Erbe nach seinem Vater Tom sei seine Anwesenheit erforderlich. Tim versprach es. Es sei ohnehin wieder an der Zeit, ein Wochenende in Waldkogel zu verbringen, war seine Antwort.

Nachdem Zensi das Telefonat mit Tassilo beendet hatte, schenkte sie sich Kaffee nach. Sie gab Zucker und Sahne dazu und rührte um.

Sie dachte nach.

Sicher wollte Magnus mit ihr über die Adoption von Isabella sprechen. Aber das wollte sie nicht am Telefon tun. Sie wusste, dass Magnus mit seiner Familie mindestens einmal im Monat für ein langes Wochenende nach Waldkogel kam. Magnus Frau Charlotte war Alois Enkelin. Magnus und Charlotte waren sich einig, dass ihre beiden Kinder möglichst viel Zeit mit ihrem Urgroßvater verbringen sollten. Die Kinder liebten ihn heiß und innig und er sie.

Die Kinder saßen am liebsten bei ihm und lauschten seinen Erzählungen. Das waren keine Märchen. Sie waren auch schöner und spannender als jedes Märchen. Alois erzählte ihnen aus seiner Kindheit und Jugend in Waldkogel. Er blätterte mit ihnen die alten Fotoalben durch und wusste fast zu jedem Bild eine Geschichte zu berichten. So wurden die Jahre lebendig, in denen Alois mit seiner verstorbenen Frau Hedwig die Berghütte bewirtschaftete. Die Geschichten über Rettungsaktionen von verunglückten Bergwanderern und Bergsteigern erzählte Alois behutsam, damit die Kinder keine Angst vor den Bergen bekamen.

»Vor den Bergen müsst ihr euch nicht fürchten«, sagte er jedes Mal. »Aber ihr müsst Respekt vor ihnen haben. Wenn ihr eine Hochgebirgswanderung machen wollte, müsst ihr vorbereitet sein. Die Ausrüstung muss stimmen und ihr müsst genügend Proviant dabeihaben. Ihr müsst euch mit dem Wetter auskennen. Kommt ein Wettersturz, kann es lebensgefährlich am Berg sein.«

Alois erklärte ihnen, dass man einen Wettersturz auch ein bisserl vorhersehen könne. Besonders gefährlich sei es für die Bergsteiger, die am Hang hingen.

So oft es Charlotte möglich war, setzte sie sich dazu. Sie kannte diese Geschichten nicht. Durch einen Streit zwischen ihrem Onkel und Alois gab es viele Jahre Funkstille in der Familie. Charlottes Vater, Alois jüngerer Sohn, war hineingezogen worden. So war Charlotte in München aufgewachsen, ohne etwas über Waldkogel und über das Leben ihrer Großeltern Alois und Hedwig zu erfahren. Sie bedauerte das sehr. Aber es war nicht zu ändern. Ihre Kinder sollten so viel erfahren wie möglich. Alois hatte ein Talent, so zu erzählen, dass man sich alles lebendig vorstellen konnte.

Nachdem sie sich mit einigen Schluck Kaffee gestärkt hatte, wählte Zensi Magnus Handynummer.

»Zensi, endlich!«, meldete sich Magnus laut und deutlich. Denn im Hintergrund war ein Motorengeräusch zu hören.

»Mei, langsam mit den alten Gäulen!«, sagte Zensi. »Erst einmal ein herzliches ‘grüß Gott’!«

»Entschuldige, Zensi, recht hast du. Grüß Gott! Weißt du, es war nur so, dass ich dich nicht erreicht habe. Ich habe Nachrichten hinterlassen, aber zurückgerufen, hast du nicht.«

»Ich habe noch nicht nachgesehen, ob da irgendwelche Nachrichten drauf sind. Tassilo hat mich angerufen und mir gesagt, dass du mich sprechen willst.«

»So ist es. Hast du jetzt Zeit?«

»Die kann ich mir nehmen. Ich denke, es geht um meine Pläne wegen Isabella.«

»So ist es.«

»Magnus, ich sage dir gleich, ich will am Telefon nicht darüber reden. Wann bist du mit deiner Familie wieder in Waldkogel? Dann könnten wir uns verabreden.«

»Wir sind auf dem Weg. Genauer gesagt, wir sind bereits in Kirchwalden«, antwortete Magnus.

»Mei, das ist gut«, freute sich Zensi. »Wann kannst du mich besuchen? Du kannst hierher in die Villa Lohe kommen oder aufs Schloss. Bevor du antwortest, eine andere Sache. Dass Isabella Mutter eines prächtigen Buben geworden ist, hast du bestimmt schon gehört.«

»Oh ja, das hat sich in Waldkogel ziemlich schnell herumgesprochen. Sophie hat Charlotte angerufen. Der Bub soll ein Prachtbursche sein, sogar Haare hat er.«

»Richtig, er hat den ganzen Kopf voller Locken«, antwortete Zensi. »Aber es gibt etwas, was du noch nicht wissen kannst. Ich bin Patin, neben Walli und Ella.«

»Das ist schön«, sagte Magnus.

»Und heute Abend lade ich zu einem kleinen Fest in die Villa Lohe ein. Dazu möchte ich euch herzlich einladen. Das Fest beginnt um achtzehn Uhr.«

»Oh vielen Dank, wir kommen gern!«, sagte Magnus. »Wollen wir dann reden?«, fragte er.