Die Seidenmagd - Ulrike Renk - E-Book
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Ulrike Renk

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Beschreibung

Die Liebe und der Seidenbaron.

Catharina te Kamp muss sich 1757 als 17-jährige bei der Familie von der Leyen als Magd verdingen. Ihre verwitwete Mutter kann die Familie nicht mehr ernähren, der Bruder hat sich den preußischen Truppen angeschlossen. Die Seidenbarone von der Leyen sind mennonitischer Konfession, aber eigentlich wären sie gerne Adelsleute. Frieder, der Sohn der Familie, wirbt um Catharina, obwohl sie nicht von seinem Stand ist. Er nimmt sie auf seinen Reisen mit, doch ist sie nie sicher, ob er sie wirklich liebt. Auch weiß sie nicht, ob sie das opulente Leben aus Prunk, Pracht und Verschwendung mit ihrem Glauben vereinen kann. Als ihre Freundin stirbt, muss sie sich entscheiden: Ein Leben an Frieders Seite, aber ausgestoßen von der Gemeinde, oder ein Rückbesinnung auf die alten Werte ...

„Fakten und Fiktion hat Renk gekonnt verbunden.“ Westdeutsche Zeitung.

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Seitenzahl: 557

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Ulrike Renk

Die Seidenmagd

Historischer Roman

Impressum

ISBN 978-3-8412-0387-8

Aufbau Digital,

veröffentlicht im Aufbau Verlag, Berlin, August 2012

© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin

Die Originalausgabe erschien 2012 bei Aufbau Taschenbuch, einer Marke der Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jegliche Vervielfältigung und Verwertung ist nur mit Zustimmung des Verlages zulässig. Das gilt insbesondere für Übersetzungen, die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das öffentliche Zugänglichmachen z. B. über das Internet.

Umschlaggestaltung morgen, Kai Dieterich unter Verwendung eines Motivs von Bridgeman Art Library und Corbis

Konvertierung Koch, Neff & Volckmar GmbH,

KN digital – die digitale Verlagsauslieferung, Stuttgart

www.aufbau-verlag.de

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Inhaltsübersicht

Informationen zum Buch

Informationen zur Autorin

Impressum

Inhaltsübersicht

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 37

Kapitel 38

Kapitel 39

Kapitel 40

Nachwort

Für Regina und Karl Hermbusche

Kapitel 1

»Käthe?« Der Ruf der Mutter schallte durch das kleine Haus am Quartelnmarkt, in dem die Familie te Kamp wohnte. »Wo bist du?«

Catharina wischte sich die Hände an dem Küchentuch ab und öffnete die Tür zur Diele. »Ich bereite den Brotteig für Morgen vor, Maman.«

»Das kann Henrike übernehmen. Du musst mit mir zu den von der Leyen gehen, um die Kostüme abzuliefern.« Die Mutter stand in der Tür zur Stube, unter ihren Augen waren tiefe Ringe der Müdigkeit. »Hast du sie endlich fertig?« Catharina betrat die Stube. Auf dem Tisch, an dem sie früher die Mahlzeiten eingenommen hatten, lag ein sauber verschnürtes Paket.

»Ja, endlich.« Esther seufzte müde. Zwei Wochen hatte sie an den Kostümen genäht, die die Franzosen bei ihr in Auftrag gegeben hatten. Schon nächste Woche würden die Karnevalsfeierlichkeiten in der Stadt beginnen. Seit drei Jahren, seit der Schlacht an der Hückelsmay, war die Stadt von französischen Truppen besetzt, der Niederrhein war ihr bevorzugtes Winterquartier. Die Städter litten unter den Besatzern, versuchten aber das Beste aus der Situation zu machen. Schon im letzten Jahr hatte Esther te Kamp einige Kostüme für die Offiziere genäht, als Friedrich von der Leyen einen Ball für sie veranstaltet hatte.

»Hast du schon alle verpackt?« Catharina sah sich neugierig um.

»Nein, bei dreien muss ich die Säume noch nachnähen, die sind mir nicht sauber geglückt.«

»Aber Maman, es sind doch nur Kostüme. Die Franzosen werden sie einmal, höchstens zweimal tragen und dann wegwerfen. Keiner wird auf die Säume gucken.«

»Mein Ruf als Weißnäherin steht auf dem Spiel – und Arbeiten sollten immer sorgfältig ausgeführt werden.« Missbilligend sah Esther ihre älteste Tochter an. »Und nun spute dich, lass uns die Sachen zu den von der Leyen bringen.«

»Jetzt?« Catharina schaute entsetzt aus dem Fenster. Ein böser Wind fegte schon den ganzen Tag durch die Gassen, heulte in den Ecken und unter den Dachtraufen. Nun hatte sich der Wind etwas gelegt, doch es fing an zu schneien.

»Ja, jetzt sofort. Die drei letzten Kostüme können wir morgen nachliefern und dann auch das eine oder andere anpassen, aber das Gros der Kostüme möchte ich heute noch abliefern.« Sie nahm ihren Mantel vom Haken in der Diele, tauschte die dünne Haube, die sie im Haus trug, gegen eine dickere aus Wolle und schlang sich das Umschlagtuch um die Schultern. Während Catharina ihre Stiefel zuschnürte, wickelte Esther die Kostüme in Leinentücher und verstaute sie in zwei Körben.

»Henrike«, rief sie, »pass auf die Mädchen auf und öffne niemandem die Tür. Du kannst die Suppe für das Nachtmahl aufwärmen und Tee zubereiten. Käthe hat schon angefangen, den Brotteig anzusetzen.«

Die achtzehnjährige Henrike seufzte ergeben. Sie war eben erst nach Hause gekommen. Seit einiger Zeit half sie im Haushalt des Bürgermeisters Floh.

Früher war die Familie einigermaßen wohlhabend gewesen. Der Vater Heinrich betrieb eine Leinen- und Bandweberei, und die Geschäfte liefen gut. Doch dann war er nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben und hatte Esther mit den fünf Kindern zurückgelassen. Nach der großen Schlacht an der Hückelsmay vor knapp drei Jahren hatte sich der einzige Sohn Michel te Kamp freiwillig zum Dienst an der Waffe gemeldet. Er war mit den Hannoveraner Truppen in die Fremde gezogen, und die Familie hatte bis heute nichts mehr von ihm gehört.

Seitdem stand Esther mit den vier Mädchen alleine da. Schon der Tod des Vaters hatte ihre Mutter tief getroffen. Nachdem Michel weg war, zog sie sich ganz zurück. Wohl beteiligte Esther sich noch am Gemeindeleben, sie betete viel und kümmerte sich auch um die Familien, die noch ärmer waren als die te Kamps. Nur selten zeigte sich jedoch ein Lächeln auf ihrem Gesicht. Tiefe Falten hatten sich um ihren Mund eingegraben.

Das Kopfsteinpflaster war rutschig, so dass die beiden Frauen ihre Füße mit Bedacht setzen mussten.

»Das Geld, das ich für die Kostüme bekomme, brauchen wir dringend.« Wieder seufzte Esther.

Catharina nickte. Sie wusste, dass es nicht einfach für ihre Mutter war. Auch dieses Jahr war der Winter früh gekommen. Viele Familien hungerten, Brennmaterial war knapp und teuer. Genau wie Henrike übernahm auch Catharina hin und wieder Tätigkeiten bei anderen Familien und verdiente so ein wenig zum Unterhalt der Familie dazu. Doch im letzten Sommer hatten sie die Magd entlassen müssen, nachdem diese ein Techtelmechtel mit einem französischen Soldaten gehabt hatte, das nicht ohne Folgen geblieben war. Um Geld zu sparen, hatte die Mutter keine neue Magd eingestellt, und nun mussten die Mädchen die Aufgaben im Haushalt erfüllen.

Mette war zehn Jahre alt und die jüngste der vier Schwestern, sie und auch die vierzehnjährige Elisabeth besuchten noch die Schule. Trotzdem hielt die Mutter sie bereits an, kleinere Flick- und Näharbeiten zu übernehmen. Als Weißnäherin konnte Esther ein wenig Geld verdienen, aber wohlhabend waren sie nicht mehr. In manchen Monaten lag die monetäre Last schwer auf Esthers Schultern. Erst seit Catharina einen Teil der Haushaltsführung mit übernommen hatte, verstand sie, was das bedeutete. Mit ihren knapp zwanzig Jahren musste sie mehr machen und tragen als andere Mädchen ihres Standes.

Mein Stand, dachte Catharina und schnaubte auf. Unserer Familie ging es früher gut, aber die Zeiten sind vorbei, und mit vier Mädels hat Mutter wenig Hoffnung, dass wir in absehbarer Zeit besser gestellt sein werden. Wir könnten reich heiraten, doch das ist unwahrscheinlich. Außerdem, sie kaute an ihrer Lippe, während sie ihren Gedanken nachhing und dem schnellen Schritt der Mutter zu folgen versuchte, sind wir alle noch viel zu jung, um zu heiraten.

Die Mägde und Arbeiterinnen heirateten früh, die Töchter der Mittelschicht meist erst hoch in den Zwanzigern. Es gab noch eine Oberschicht, zu der die Familie Floh und natürlich die von der Leyen gehörten. Doch diese Familien hatten mannigfaltige Kontakte in andere Städte zu Familien ihres Standes.

»Trödel nicht so«, herrschte Esther ihre Tochter an. Catharina fuhr erschrocken aus ihren Gedanken und versuchte mit der Mutter Schritt zu halten.

Sie mussten quer durch die Stadt, vorbei an der neuen Kirche, am Schwanenmarkt mit dem öffentlichen Brunnen, an der protestantischen Kirche und dann am Viehmarkt vorbei zur Niederstraße. Am Ende dieser Straße lagen das Niedertor und das Haus von Frederik von der Leyen.

»Maman, warte!« Catharina rutschte auf dem glatten Kopfsteinpflaster aus, beinahe hätte sie den Korb fallen gelassen.

»Dass du bloß nicht die Ware beschmutzt«, schalt ihre Mutter, blieb aber dann doch stehen, um zu warten. »Nun komm, Kind, wir haben nicht ewig Zeit.«

Inzwischen war es dunkel geworden, der Wind heulte durch die Gassen, fing sich unter den Dachtraufen. Immer wieder begegneten ihnen französische Soldaten. Im Winterlager konnten sie außer ihrem täglichen Exerzieren wenig tun. Unruhe lag über der Stadt, die zum Bersten gefüllt war mit Menschen, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Von einfachen Marketendern bis hin zu Offizieren aus adeligen Familien drängte sich alles in der kleinen Stadt. Die einfachen Soldaten erhielten an den kalten Tagen eine Ration Branntwein, da viele Unterkünfte nur schlecht zu beheizen waren.

Die Stimmung war so schlecht wie das Essen. Wie eine Glocke hing der Geruch von Kohl über der Stadt, vermischt mit dem Qualm der Kamine. Die Kohle war teuer und schlecht. Manche Familie heizte inzwischen mit Torf oder feuchtem Holz aus dem Bruch.

»Die Franzosen fiebern den Feierlichkeiten entgegen«, sagte Esther und wich zwei Betrunkenen aus, die vor einem Ausschank standen. Sie griff nach Catharinas Hand und zog ihre Tochter mit sich. »Hoffentlich steigt dann auch die Stimmung in der Stadt.«

»Letztes Jahr waren die Feiern doch recht fröhlich«, erinnerte Catharina sich.

»Ja, aber je länger dieser unselige Krieg andauert, umso schlechter wird die allgemeine Stimmung. Viele Bürger murren über die Besatzung. Ich bin froh, dass wir niemanden in Quartier nehmen müssen.«

Sie kamen zur Klostergasse. Ein kleines Stück weiter war das Haus der von der Leyen. Es war ein großes und prachtvolles Gebäude, mit einer prunkvollen Eingangstür. Esther zögerte einen Moment, dann ging sie am Haus vorbei und durch die Hofeinfahrt.

»Wo willst du hin, Maman?« Catharina war einen Moment stehen geblieben. Natürlich war sie schon des Öfteren an dem Haus vorbeigekommen, betreten indes hatte sie es noch nie. Aus den Fenstern strahlte warmer Glanz, das Licht vieler Kerzen und Lampen erhellte die hohen Räume, und durch die Fenster schien das Licht Pfützen auf die Straße zu gießen.

Alle acht Fenster sind beleuchtet, dachte Catharina verwundert. Ob in jedem Raum Leute sind? Das Haus hatte zwei volle Stockwerke, die Gauben im Dach zeigten, dass auch dort Zimmer waren. Doch die Dachfenster waren, im Gegensatz zu den anderen, dunkel. Dort oben wohnen gewiss die Dienstboten, sagte Catharina sich.

»Käthe!«, rief Esther. Ihre Stimme klang dumpf aus der Toreinfahrt.

Schnell folgte Catharina der Mutter. Esther klopfte an eine Tür auf der Rückseite des Hauses. Auch der Hof wurde von dem Licht aus den vielen Fenstern erhellt. Ein niedriger Anbau grenzte den Hof vom Nachbargrundstück ab. Catharina sah sich neugierig um. An den Hof grenzte ein Garten, der nun schneebedeckt war. Sie konnte nirgendwo einen Schuppen für Hühner oder Schweine entdecken, hörte aber das Schnauben von Pferden.

»Madame te Kamp! Parbleu, was führt Euch denn um diese Zeit und bei diesem Wetter hierher?« Eine korpulente Frau öffnete die Tür. Sie schien von ihrer weißen Schürze zusammengehalten zu werden, kleine graue Löckchen hatten sich vorwitzig unter ihrer Haube hindurchgeschlängelt, ihre Wangen waren rot gefärbt, und Lachfältchen hatten sich tief um ihre Augen eingegraben.

Sie sieht nett aus, dachte Catharina, freundlich.

»Mamsell Luise, ich wollte die bestellten Kostüme für die Karnevalsfeiern abliefern.« Esther lächelte.

»Kommt rein, kommt rein!«

Mamsell Luise sprach mit einem deutlichen französischen Akzent, es klang sehr lustig, fand Catharina.

»Ist das etwa Eure Tochter? Bon sang, das kann gar nicht sein – sie ist ja fast erwachsen. Ihr könnt nicht eine so große Tochter haben!« Mamsell Luise schlug die Hände zusammen.

»Catharina ist zwanzig. Sie ist mir eine große Hilfe«, sagte Esther spröde.

Catharina folgte den beiden Frauen durch die Tür in einen kleinen Vorraum. Links war eine Tür, die wohl zum Anbau führte, geradeaus ging es zur Küche. Für einen Moment schloss Catharina verzückt die Augen. Es duftete köstlich nach frischem Brot, Braten und Gewürzen. Dann schaute sie sich neugierig um. So eine Küche hatte sie noch nie gesehen. Es gab einen großen Kamin, zwei Öfen und einen riesigen Tisch, der in der Mitte des Raumes stand. Schimmernde Kupfertöpfe hingen an schmiedeeisernen Halterungen von der Decke, große Schüsseln und irdene Gefäße standen auf dem Tisch. Auf den Öfen simmerten und kochten verschiedene Gerichte in Töpfen und Pfannen. Eine Magd drückte Verzierungen aus einer Tülle auf die Küchlein, die sie gerade dampfend aus dem Ofen gezogen hatte.

»Der junge Herr ist heute überraschend angekommen.« Mamsell Luise strich sich mit dem Unterarm über die Stirn. »Monsieur von der Leyen, er ist immer sehr speziell.« Sie verdrehte die Augen. »Und wir müssen ein Festmahl aus dem Ärmel schütteln. Außerdem hat er seltsame Knollen aus Potsdam mitgebracht, die ich zubereiten soll – aber er konnte mir nicht sagen, wie. Sie sollen wohl eine neue Leibspeise des Königs sein.« Mamsell Luise zeigte auf einen Korb, der neben dem Küchentisch stand.

»Knollen?«, fragte Catharina verwundert und hockte sich neben den Korb. Es roch nach Erde, aber nicht muffig. Vorsichtig berührte sie eine der Knollen mit dem Zeigefinger.

»Pommes de terre, so hat er sie genannt. Erdäpfel. Ich hoffe, sie schmecken nicht so, wie sie aussehen.« Die Mamsell seufzte. »Aber das soll Eure Sorge nicht sein. Nele, lauf zu Madame und sag, dass Madame te Kamp da ist!«

Die Magd wischte sich die Hände ab, richtete die Haube und krempelte die Ärmel herunter. Catharina sah ihr nach. Wie mochte es sein, in diesem Haus zu dienen? Sie kannte die von der Leyen nur von ihren Besuchen bei den Gottesdiensten, manchmal sah man Madame und Monsieur durch die Stadt reiten oder fahren. Sie besaßen mehrere Kutschen, hatten vor der Stadt einen ganzen Stall voller Pferde und offenbar auch welche auf dem Grundstück.

Der alte Kommerzienrat Friedrich von der Leyen, der sich Frederik nannte, war seit vierunddreißig Jahren mit Margaretha, gebürtige van Aken, verheiratet. Die Ehe war harmonisch, leider jedoch kinderlos. Mit seinem Bruder Heinrich hatte der Kommerzienrat vor etlichen Jahren die Seidenweber Firma »Friedrich und Heinrich von der Leyen« gegründet. Viele Krefelder waren bei ihnen beschäftigt, der Verkauf der Seidenbänder lief trotz des Krieges gut.

Doch auch Heinrich, dessen Ehe mit Maria Schorn nicht ganz so friedlich verlief wie die seines Bruders, war ohne Erben geblieben. Als beiden klar wurde, dass ihre Ehen keine Kinder hervorbringen würden, nahmen sie die Söhne Conrad, Friedrich und Johan ihres früh verstorbenen Bruders Peter in die Firma und Familien auf. Frederik kümmerte sich besonders um seinen Paten Friedrich, den er liebevoll Frieder nannte.

All das wusste Catharina, weil die Familie immer wieder Thema bei Treffen war und über sie gesprochen wurde. Catharinas Familie gehörte genau wie die von der Leyen der mennonitischen Glaubensgemeinschaft an, sie lehnten Nachrede und Tratsch ab, trotzdem wurden Informationen unter der Hand weitergegeben und so manche Anekdote hinzugefügt.

Die von der Leyen waren außerordentlich erfolgreich mit ihren Geschäften, und das spiegelte sich auch in ihrer Lebensweise, die sich deutlich von den meisten anderen Gemeindemitgliedern abhob.

Selbst die Küche, dachte Catharina voller Staunen, sieht formidabel aus. So viel Prunk in einem Raum, der eigentlich nur nützlich sein soll. Doch die Töpfe und Gerätschaften waren edel und sahen teuer aus, die Gläser und Gefäße mit Gewürzen waren reichhaltig und prachtvoll. Welche kostbaren Gewürze es wohl sein mögen, fragte Catharina sich und ging an dem Regal entlang, das zwischen dem Ofen und dem Kamin plaziert war.

Ihre Mutter unterhielt sich währenddessen mit Mamsell über die beste Zubereitung von Kaninchen.

»Zwei davon hat der Knecht heute Morgen im Wallgarten erwischt. Sie haben die letzten Wurzeln angeknabbert, und jetzt werden sie selbst vertilgt.« Mamsell lachte leise. »Ich bereite sie mit viel Knoblauch und Zwiebeln zu.«

»Majoran und ein wenig Kümmel machen sie bekömmlicher«, riet Esther.

»Das ist eine gute Idee.« Mamsell Luise ging an Catharina vorbei zu dem Regal und öffnete eine Dose, nahm ein wenig Gewürz heraus, griff nach einem Glas und nahm es mit zum Ofen. Sie gab die Gewürze in den Topf, rührte kräftig um. Köstlicher Duft stieg auf, Catharinas Magen knurrte hörbar.

»Parbleu, habt Ihr Hunger, ma Petite?« Mit einem großen Messer schnitt sie das noch dampfende Weißbrot an, das die Beiköchin aus dem Ofen geholt hatte. »Dort steht eine Schale mit Butter. Nehmt Euch reichlich.« Sie nickte Catharina aufmunternd zu. »Was bin ich doch für eine Dumme! Kommt, kommt, Madame te Kamp, nehmt einen Becher Würzwein! S’il vous plaît, nehmt!« Sie ließ keine Widerrede zu, drückte Esther den Becher in die Hand. »Und wenn Ihr mögt, nehmt auch ein Stück Brot. Haben wir nicht noch kalten Braten, Lieke?«

»Macht Euch keine Umstände, Mamsell Luise«, sagte Esther und nippte an dem heißen Wein. »Zuhause wartet das Essen auf uns.«

Ja, dachte Catharina und zog einen Flunsch. Schon den dritten Tag gab es Kohlsuppe. Inzwischen roch der Kohl säuerlich, und bei dem Gedanken daran drehte sich ihr der Magen um. Sie nahm sich noch eine Scheibe Brot, bestrich sie dick mit der salzigen Butter.

In diesem Moment öffnete sich die Küchentür. »Folgt mir«, sagte Nele, die Magd. »Madame erwartet Euch im Salon.«

Im Salon. Catharina bekam vor lauter Aufregung einen Schluckauf, griff hastig nach dem Korb mit dem Nähwerk und folgte ihrer Mutter in die Diele. Zielsicher ging Esther den dusteren Gang entlang. Rechts und links waren verschlossene Türen, an denen sie vorbeigingen. Dann wandte sie sich abrupt nach links und klopfte. Catharina stolperte und wäre beinahe auf ihre Mutter gefallen, im letzten Moment konnte sie sich fangen.

»Tretet ein!«

Esther öffnete die Tür, betrat den Raum. Hell erstrahlte das Licht der zahlreichen Lampen und Lüstern. Geblendet musste Catharina die Augen zusammenkneifen. Sie folgte der Mutter nur zögernd. Den Boden bedeckte kein Stroh, da lagen dicke Teppiche, einige hingen auch an den Wänden. Der Raum erschien ihr gar prachtvoll, und sie wusste gar nicht, was sie als Erstes bewundern sollte.

»Madame te Kamp, wie freundlich von Euch.« Eine ältere Dame kam auf sie zu, die Hände ausgebreitet. Ihr Gesicht war von Falten durchzogen, doch ihr Lächeln strahlte im Wettstreit mit den Kerzen. »Kommt doch zu mir. Ist das etwa Eure Tochter?«

Margaretha van Aken trug eine feine Organza-Haube über dem straff zurückgekämmten Haar, ihr Kleid entsprach der gängigen Mode und war ausgeschnitten, doch sie hatte den Hals und das Dekolletee mit einem Spitzentuch bedeckt. Die Ärmel des Kleides waren weit und auch mit mehreren Reihen Spitze bedeckt, doch die Farbe des Kleides war dunkel, und weder Schnallen, Schleifen noch aufwendige Knöpfe zierten das Kleidungsstück.

Catharina sah an sich herab. Sie trug wie immer ein hochgeschlossenes Kleid aus Wollstoff in einer gedeckten Farbe, mit langen, eng anliegenden Ärmeln. Das Kleid war im Rücken geschnürt und hatte Haken und Ösen statt Knöpfe. So war auch ihre Mutter gekleidet und die Schwestern ebenso. Fast alle Frauen der Gemeinde kleideten sich schlicht und gottesfürchtig. Knöpfe, Schleifen, Zierrat aller Art war nicht gefällig, sondern eitel. Aber dennoch änderte sich allmählich die Mode, und so manche Frau sah die Sitten nicht mehr so streng.

Margaretha van Akens Familie kam aus dem Bergischen Land, sie hatte sich noch nie um den Despotismus der Gemeinde geschert, auch wenn sie fast jeden Sonntag am Gottesdienst teilnahm.

»Madame von der Leyen, ich grüße Euch!« Esther ging auf sie zu, sie lächelte, doch das Lächeln erreichte nicht ihre Augen. Catharina folgte ihr, ein wenig scheu, aber auch neugierig. Die dicken Teppiche dämpften den Schritt, und es war angenehm, darauf zu gehen, auch wenn Catharina erst zögerte, sie mit ihren Straßenschuhen zu betreten. Niemand sagte jedoch etwas, es schien keinem aufzufallen.

Alles glitzerte und funkelte. Ein Feuer prasselte in dem großen Kamin, dessen Sims aufwendig verziert war. Das Feuer spiegelte sich in den blank polierten Tischen aus dunklem Holz, in den silbernen Kerzenständern und Pokalen. Vor dem Kamin standen zwei Sessel, deren Polster aufwendig bestickt waren. Die Farben der Seide leuchteten und sahen so kostbar aus, dass Catharina für einen Moment die Luft anhielt, als sich Madame von der Leyen, ohne zu zögern, auf dem Sessel niederließ.

»Nele!«, rief sie. »Nimm Madame te Kamp und ihrer Tochter die Mäntel ab. Nicht zu glauben, dass du das noch nicht gemacht hast. Mögt Ihr etwas trinken, Madame? Ach, was für eine Frage! Aletta, hole Wein und zwei Gläser. Vielleicht auch etwas Käse?« Sie zog fragend die Augenbrauen hoch.

»Nein, nein.« Esther winkte zu Catharinas Bedauern ab. »Das sind zu viele Umstände. Hier sind die Kostüme, die die Franzosen bestellt hatten.« Sie nahm das Paket aus dem Korb, wickelte es aus den Leinentüchern. »Fünf Kostüme habe ich genäht, drei weitere bringe ich Euch morgen, da fehlen noch Kleinigkeiten. Ich hoffe, sie sind zu Eurer Zufriedenheit.« Sie faltete eins der Kostüme auseinander, schlug es vorsichtig aus und hielt es hoch. »Ich habe vier Kleider für Schäferinnen genäht und vier Anzüge für Schäfer – Jacke und Bundhose.«

»Oh!« Madame von der Leyen schlug die Hände vor den Mund. »Magnifique! Tres bien!« Sie wandte sich um. »Frederik, komm und schau!«

Erst jetzt bemerkte Catharina die zweiflügelige Schiebetür, die zu einem weiteren Raum führte. Sie war einen Spalt geöffnet. Man konnte einen Tisch und Stühle erkennen, weitere Teppiche und Kaminfeuer.

Frederik von der Leyen schob die beiden Teile der weißlackierten Tür auseinander und betrat den Salon.

»Bonsoir, Madame te Kamp. Mademoiselle.« Er nickte beiden zu. Gegenüber seiner Frau wirkte er reservierter, aber nicht unfreundlich, fand Catharina. Sie blickte durch die nun weit geöffnete Flügeltür in den weiteren Raum. Am Tisch saß ein junger Mann, die Haare gepudert und über den Ohren, der Mode entsprechend, in Rollen gelegt. Den Zopf in seinem Nacken zierte eine schwarze Samtschleife. Es musste Friedrich von der Leyen sein. Ihre Blicke trafen sich, und Catharina senkte verschämt den Kopf, um ihn dann schnell, aber verstohlen, wieder zu heben. Prächtig sah der Mann aus, er lächelte gelassen. Als er ihren Blick bemerkte, stand er auf und verbeugte sich leicht.

O nein, dachte Catharina, ich war wohl zu forsch. Das Blut schoss ihr in die Wangen.

»Das sind die Kostüme?«, fragte Frederik von der Leyen. Er nahm eins der Kleider von dem Packen, den Esther auf den Tisch gelegt hatte. »Sehr neckisch.« Er lächelte. »Das wird unseren Gästen gefallen.«

»Ich habe es wieder so gemacht wie im letzten Jahr. Die Kleider sind großzügig geschnitten und können im Rücken entsprechend geschnürt werden.« Esther drehte das Kleid um und zeigte es.

»Tres bien! Das wird wieder genauso passen wie im letzten Jahr. Was waren das noch für Kostüme?« Auch Margaretha von der Leyen war wieder aufgestanden und hatte eine der Jacken zur Hand genommen.

»Sie sind als Marketenderinnen und Ausrufer gegangen.« Esther verzog das Gesicht, lächelte dann aber wieder höflich.

»Ach, ich erinnere mich. War das ein Spaß.« Frederik ließ das Kleid achtlos in den Korb fallen. Esther hob es auf und faltete es zusammen.

»Sind Eure Gäste schon da?«, fragte sie.

»Nur ein Teil, doch im Laufe der nächsten Tage sollten alle eintreffen.« Margaretha ging zurück zu ihrem Sessel und setzte sich seufzend. »Frieder, sei so gut und schenke mir ein Glas von dem Burgunder ein.«

»Aber natürlich, Tante.« Frieder von der Leyen ging zu einem Tischchen, auf dem Karaffen und Gläser standen. »Mögt Ihr auch, meine Damen?« Er drehte sich fragend zu Esther und Catharina um.

»Nein, danke«, sagte Esther bestimmend, ihr Mundwinkel zuckte vor Empörung.

»Es ist ganz ausgezeichneter Wein«, versicherte Frieder.

»Das glaube ich gerne. Aber wenn die Kostüme zu Eurer Zufriedenheit sind, dann würden wir gerne wieder gehen. Meine Töchter warten zu Hause auf uns.« Wieder lächelte sie halbherzig.

»Naturellement! Das verstehen wir.« Frederik nickte. »Nicht wahr, Margaux?«

»Aber Ihr mögt vielleicht mal kosten, Mademoiselle?« Frieder reichte seiner Tante ein Glas mit dunkel schimmernden Wein, trat dann zu Catharina. »Seid Ihr neu hier in der Stadt? Ich kann mich nicht erinnern, Euch jemals gesehen zu haben.«

Catharina schluckte, das Blut schoss ihr in die Wangen. »Non, Monsieur. Wir wohnen schon immer hier.«

»Tatsächlich?« Er zog eine Augenbraue hoch und schaute sie an, er wirkte amüsiert. »Dass mir so ein Juwel entgehen konnte.«

Catharina senkte den Kopf, sah verstohlen zu ihrer Mutter.

»Käthe, leg die Kostüme auf den Stapel, wir müssen uns sputen«, sagte Esther streng.

Catharina tat, wie ihr geheißen worden war. Dann nahm sie ihren Korb und schloss die Schließen an ihrem Mantel.

»Morgen bringt meine Tochter die restlichen Kleidungsstücke. Wenn Eure Gäste eingetroffen sind, kommen wir gerne und passen sie an.« Esther lächelte ein letztes Mal, ging dann entschlossen zur Tür, die zur Diele führte. Catharina folgte ihr eilig, aber warf noch schnell einen Blick über die Schulter. Friedrich von der Leyen sah ihr schmunzelnd hinterher. Nein, nicht nur das, plötzlich setzte er sich in Bewegung und folgte ihnen. Lieber Himmel, dachte Catharina. Ihre Wangen schienen zu brennen.

»Ich bring Euch noch zur Tür, Mesdames.«

»Das ist nicht nötig«, sagte Esther barsch. Dennoch begleitete Frieder von der Leyen sie bis in den lang gezogenen Flur. Esther wandte sich nach rechts, hin zur Küche, die am Ende des Flurs lag.

»Aber ...« Frieder von der Leyen zögerte kurz verblüfft. »Nein, nein, Mesdames, bitte hier entlang.« Energisch klang seine Stimme, aber dennoch freundlich. Catharina blieb stehen, Esther ging erst zwei Schritte weiter, wandte sich dann um.

»Hier ist der Ausgang, dort führt es zur Küche.«

Frieder stand nun vor ihr und lächelte Catharina an. Wie er duftete! Nach Zigarre und Pferd, ein wenig süßlich und nach Leder.

»Kommt«, sagte er und fasste sacht ihren Ellenbogen. »Dort ist die Tür.« Er zog sie nach links.

»Aber dort ...«, sagte Catharina schüchtern.

»Ja, hier ist die Eingangstür«, unterbrach Frieder sie. Er öffnete die schwere Tür schwungvoll, und die eisige Luft schlug ihnen unerwartet heftig entgegen. Catharina zuckte fröstelnd zusammen. Es war inzwischen dunkel geworden. Vereinzelt flackerten Straßenlaternen auf – die französischen Besatzer hatten verordnet, dass Laternen von den Bürgern zu unterhalten wären, aber noch sträubten sich die meisten Krefelder dagegen.

»Oh. Es ist fast Nacht.« Frieder klang verwundert.

»Umso mehr wird es Zeit, dass wir nach Hause gelangen.« Esther drängte sich unwirsch an ihm vorbei. »Komm, Käthe, lass uns eilen.«

»Au revoir.« Catharina sah Frieder verschämt lächelnd an.

»Bonsoir, Mademoiselle!« Er zögerte kurz. »Wartet, wartet! Soll Euch nicht der Knecht begleiten, Madame te Kamp? Ihr solltet nicht alleine durch die Gassen gehen.«

Esther schnaubte. »Habt Dank, Monsieur, aber das ist nicht nötig.« Sie zog Catharina mit sich.

»Aber ...«

Doch Esther hörte gar nicht weiter zu, mit energischen Schritten eilte sie über das gefrorene Pflaster.

Catharina hörte, wie die schwere Eichentür ins Schloss fiel. Nach einigen Schritten drehte sie sich um und sah zurück. Friedrich von der Leyen stand an einem der großen Fenster, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, und schaute ihnen hinterher.

Sie wusste nicht, weshalb, aber der Anblick machte sie glücklich. Jedenfalls für einen kleinen Augenblick.

Kapitel 2

»Habt ihr die Hände gewaschen?«, fragte Esther und sah streng in die Runde. Die Mädchen nickten ergeben. »Wo ist die Suppe?«

»Ich habe die Suppe aufgekocht«, stammelte Henrike und senkte den Kopf. »Aber sie roch nicht mehr gut.«

»Bitte?« Esther sah sie entsetzt an.

»Sie roch faulig.«

»Nichts, was man nicht mit einer Handvoll Kümmel hätte beheben können.« Esther schnaufte. »Wo hast du sie hingetan? In den Hof?«

Henrike schluckte. »Ich habe sie weggeschüttet. Sie roch wirklich schlecht.«

»Was?« Esther schüttelte den Kopf. »Und was sollen wir jetzt essen?«

»Ich habe Speck ausgelassen und Buchweizen dazugetan. Die Grütze müsste gleich fertig sein«, sagte Henrike leise.

»Du dummes Ding, der Speck war für morgen.« Esther verzog wütend das Gesicht, dann atmete sie tief ein und ging zum Herd. Aus dem Topf stieg Dampf, sie rührte um, sog den Duft ein. »Hast du Zwiebeln zugefügt?«

»Nein, ein paar Wurzeln und den Rest vom Sellerie.«

Catharina deckte schnell den Tisch und schnitt das Brot an. Obwohl es frisch gebacken war, duftete es nicht so köstlich wie das der von der Leyen. Die hatten das feinste weiße Mehl, und das Brot war wunderbar locker und luftig gewesen. Noch nie zuvor hatte sie so delikates Brot gegessen.

Alle setzten sich um den Holztisch in der Küche, und die Mutter sprach ein Gebet, dann gab sie allen von der Grütze.

Das Essen verlief schweigend, anschließend nahm sich Esther eine Öllampe und zog sich in die Stube zurück, um die restlichen Kostüme zu säumen. Catharina räumte die Küche auf, wusch das Geschirr ab und setzte den Sauerteig für den nächsten Tag an. Schließlich ging sie in die Stube.

»Kann ich dir helfen oder noch etwas bringen, Maman?«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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