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Zwei kurze Geschichten werden als Leseprobe hier vorgestellt. Die erste Geschichte, "Den Deibel am Arsch!", führt uns zurück in die sächsische Provinz der Nachwendezeit und damit in das Wirken der Treuhandgesellschaft dort. Hierzu kann man einfach nur bemerken, dass es manchmal eben doch die Richtigen erwischt. In der zweiten Geschichte mit dem Titel "Der General", begegnen wir Rudi Makorke aus Berlin. Er ist der Herr über sämtliche Schlüssel auf der Endlosbaustelle des neuen Flughafens BER und diese Wahnsinnsbaustelle treibt den Mann am Ende in eine schier unglaubliche Wahnsinnstat ...
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Seitenzahl: 69
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Coverbild, ganzseitig
Vorbemerkungen:
„Die sieben Sinnlosigkeiten!“, Geschichten vom Schwach-, Wahn-, Blöd-, Stumpf-, Starr-, Irr- und Unsinn.
Zwei kurze Geschichten aus einem Erzählungsband mit diesem Titel werden den Lesern hier vorgestellt. Dieser Band soll in endgültiger Form insgesamt sieben oder acht humoristisch-zeitkritische Erzählungen enthalten und konnte aus verschiedenen Gründen leider noch nicht vollständig fertiggestellt werden.
Die erste Geschichte, „Den Deibel am Arsch!“ (geschrieben Frühjahr 2019), führt uns zurück in die sächsische Provinz der Nachwendezeit und damit in das Wirken der Treuhandgesellschaft dort. Hierzu kann man einfach nur bemerken, dass es manchmal eben doch die Richtigen erwischt.
In der zweiten Geschichte mit dem Titel „Der General“ (ebenfalls Frühjahr 2019) begegnen wir Rudi Makorke aus Berlin. Er ist der Herr über sämtliche Schlüssel auf der Endlosbaustelle des neuen Flughafens BER und diese Wahnsinnsbaustelle treibt den Mann am Ende in eine schier unglaubliche Wahnsinnstat …
Vom gleichen Herausgeber wurden bei epubli bereits folgende Titel als ebook veröffentlicht:
-Franz Perrschau: „Die geheimnisvolle Mondfee“, Sieben kleine Geschichten, von Märchen bis Science Fiction, vorgestellt in einer (teilweise provisorischen) Rahmenhandlung.
-Franz Perrschau: „Sommer mit Flamingos“, Liebe, Urlaub, Frankreich und vieles andere Meer! (korrigierte Neufassung)
-Franz Perrschau: „Der wundersame Kunstkatalog“, Kunst, Geschichte und sechzehn kleine Geschichten dazu in einem ungewöhnlichen Rahmen. Teil I
-Franz Perrschau: „Keep Marblesuave!“, Zehn kleine Episoden und Abenteuer aus dem Leben des Lord Marblesuave und seines Butlers James. Teil I
-Franz Perrschau: „Neuigkeiten aus der guten alten Zeit!“, Ein kleiner Sylvesterspaß für Jung und Alt nach Münchhausenart.
-Franz Perrschau (Texte)/ Ludwig Gsanghofer (Melodien): „Keiner macht´s für niemand!“, Dreizehn volkstümliche Schlagertitel zum Mitschmunzeln. Teil I
-Franz Perrschau: „Die Abenteuer eines Geisterfahrrads“, Geschichten, Fantasy, Esoterik. (Diese Veröffentlichung enthält als Leseprobe die ersten von jeweils drei Teilen der beiden Erzählungen „Der wundersame Vorhang“ sowie „Die Abenteuer eines Geisterfahrrads“. Übrigens keinerlei Horror dabei.)
Weitere Publikationen in dieser Art hat der Herausgeber bis Ende des Jahres 2023 geplant.
PS: Autoren und Herausgeber bitten freundlich um Verständnis dafür, dass sie ganz einfach viel zu beschäftigt sind, um etwaige Leserpost beantworten zu können.
Impressum
Titel und Texte: © Juli 2023 by Frank Schober (Herausgeber)
Lektorat: Frank Schober (Herausgeber)
Schwedenstraße 10
98617 Meiningen
E-Mail: [email protected]
Alle Rechte vorbehalten
Ernst Aberwitz
Die sieben Sinnlosigkeiten
Geschichten vom Schwach-, Wahn-, Blöd-, Stumpf-, Starr-, Irr- und Unsinn
(Leseprobe)
Inhaltsverzeichnis:
Den Deibel am Arsch
Der General
„Mei, wenn mir nur diese vermalefitzten Sakrafix-Titten damals nicht in die Quere gekommen wären! Niemals hätten diese Hundslumpen mich jemals am Arsch kriegen können!“, fluchte Schmalzinger mal wieder vor sich hin, sich unbewusst nun schon in angenähert hochdeutscher Aussprache übend.
Er fluchte ohne jedes schlechte Gewissen, denn sein Beichtvater war weit weg und einen Ostler, einen DDR´ler, selbst wenn der auch angeblich geweiht sein sollte, so einen konnte er doch als Beichtvater weiß Gott nicht für voll nehmen.
Absolution auf sächsisch, ha, ha! Nichts gegen schräge Scherze, aber das konnte man ihm doch nun wirklich nicht zumuten! Da hätte er ja eher noch einen Afrikaner akzeptieren können für den Seelentrost! Aber bitte doch nicht so etwas: „Gänsefleisch“, so sprach er dann voller Sarkasmus zu sich selber, „ moh biss´l wöss sooch´n ibor ihr´n göns´n Drägge wösse önn Stegg´n höm?“
Ha, ha, ha. Dass wäre es noch zu guter Letzt: einem Ossi seine Sünden zu beichten! Allein der Gedanke daran ließ ihn zwischen blankem Entsetzen und ablolut wahnwitziger Belustigung schwanken.
Doch es half ja nun nichts mehr und er musste jetzt eben mal durch hier, durch diese Ostscheiße, vorerst jedenfalls. Als er vor einiger Zeit zum allerersten mal über die Zonengrenze gefahren war - die sakrafixige Ehemalige - da hatte er vor lauter Ekel prompt einen Herpes an der Lippe bekommen.
Herrgottssakrament! Es war aber auch wirklich alles nur zum tot ekeln hier in diesem dreckigen Scheiß-Osten, dachte er damals und war schon nahe daran gewesen, in eine weinerliche Stimmung zu geraten. Aber er zwang sich doch, diese niederzukämpfen und seine angriffslustige Haltung wieder einzunehmen.
Hier, bei diesen nichtsnutzigen und degenerierten Ostlern musste nun ab sofort wieder knallhart durchgegriffen werden. Und zwar, damit dieser Pöbel möglichst schnell wieder begriff, wer jetzt und in Zukunft unwiderruflich das sagen hatte hier und auch immer haben würde! Ein für alle Mal!
Schmalzinger, ehemals Richter in einer mittleren Stadt in Niederbayern, war eigentlich schon erledigt gewesen als solcher, aber da fielen Mauer und Zonengrenze und man hatte wieder Verwendung für ihn, jedoch nur in den Ost- Kolonien. Zwar mit nicht unerheblicher Buschzulage, aber im Vergleich mit seinem früheren Einkommen als Richter war das nur ein sehr schwacher Trost für ihn.
Was wollte er denn hier, als mittlerer Gutachter, ohne große Möglichkeiten, ohne großen ökonomischen Flow in seinem Tätigkeitsbereich. Das bisschen Gerippe abnagen, das hier für ihn beruflich und sonstwie in Frage kam, das interessierte ihn nicht. Anderen, Größeren, mochte es da sicher anders gehen, hier in den neuen Ostgebieten. Für die war hier sicher richtig was zu holen, aber ihm, ihm konnte hier doch nur das Kotzen kommen angesichts dessen, was hier für ihn gehen konnte. Jedenfalls im Gegensatz zu den Möglichkeiten, die er in seinen früheren heimatlichen Gefilden gehabt hatte.
Er brauchte eben seine Spezln, damit was ging und die waren weit weg und wollten auch so gut wie nichts mehr mit ihm zu tun haben und jetzt, als Quasi-Ossi mit obendrein Skandalvergangenheit schon erst recht nicht mehr und diesen verblödeten Ostlern sah man doch an, dass sie vom spezln überhaupt keine Ahnung hatten und auch niemals nicht haben würden.
Widerlich, wie die noch einfach so als Menschen miteinander Umgang pflegten, ohne dabei die jeweils geltenden juristischen Grundsätze von vornherein abzuwägen bei jedem Wort und allem was sie taten und eben diese juristischen Fragen als erste und wichtigste Richtlinien ihres Lebens zu bedenken!
Das konnte doch schon vom Ansatz her nichts werden mit denen, dachte er. Unmöglich! Vollidioten ganz einfach! Die wussten eben noch nicht, wie schnell sie alles lossein würden, bei Nichtbeachtung dieser Grundsätze - wenn es denn jemandem darauf ankam.
In einem ordentlichen Dorf beispielsweise, da sollte doch mindestens jeder schon mal jeden verklagt haben. Mindestens! Da gab es schließlich Wegerecht, Wasserrecht, Wald- und Wiesenrecht und was nicht noch alles, worüber man sich zanken konnte. Oder zum Beispiel auch, wenn einem die Balkonüberdachung auf dem Nachbargrundstück nicht gefiel. Irgendwoher musste das Geld für all die Anwälte und Juristen ja kommen!
Ja, das einzige, was eben wirklich verboten war und nicht akzeptiert wurde, das war das Erwischenlassen und das hatte er sich nun mal und musste mit den Folgen und ihren Umständen nun auch zurechtkommen fürs erste und sich dreinschicken darin.
Man hatte, als er abserviert werden sollte, seiner Frau die Bilder zugeschickt. Allerdings nicht direkt an sie, sondern im offenen Kuvert an die Caritas-Filiale, in welcher sie ehrenamtlich einmal in der Woche in der Schwangeren-Beratung für Anstand und Moral die Peitsche schwang. Und dort landeten sie dann an der Pin-Wand.
Sie hatte sofort die Scheidung eingereicht und war mit den beiden Kindern zu ihren streng katholischen Eltern aufs Land gezogen. Zu allem Übel und seinem größten Ärger bekam auch noch der Leckinger, damals sein ärgster Intimfeind am Gericht und sozusagen Haupt der ihm feindlich gesonnenen Gegenspezltruppe daselbst, die Leitung der Scheidungsverhandlung zugeteilt. Dieser zog die Verhandlung auch genüsslich in die Länge, dabei Schmalzingers bildreich dokumentierte außereheliche Verfehlungen sehr genau und mit ausführlichen Detailschilderungen untersuchend in der Beweisaufnahme.
Schlecht waren die Bilder ja nicht mal geworden. Er, in voller Natur, breit grinsend und mit beachtlichem Ständer. Auf jedem seiner kräftigen Arme ein nackertes Haserl, welche beiden sich darin abwechseln durften, ihn an Schampus und Nippeln lecken zu lassen und ihm gelegentlich auch sein Gemächt streichelten und kraulten. Was für ein schönes Vorspiel, dachte er jetzt noch. Alles bestens dokumentiert, nur leider hatte er selbst nie welche von den Originalbildern bekommen und die mit den großen Buchstaben darauf gefielen ihm nicht.
Wenn er sich doch nur noch besser an die bestochene Schlampe erinnern könnte, die die Aufnahmen damals gemacht hatte und ihn vorher reichlich mit Schampus versorgt hatte. Aber die hatte er bis dahin noch nie gesehen in diesem Puff, in dem er sich schon viel zu heimisch und zu sicher gefühlt hatte und nachher wollte keiner diese Kuh dort jemals gesehen haben. Man konnte eben niemals vorsichtig genug sein. Doch zu spät war nun eben mal zu spät.
