Die verschlossene Tür - Adriana Wolkenbruch - E-Book

Die verschlossene Tür E-Book

Adriana Wolkenbruch

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Beschreibung

Dieser Roman spielt in einem kleinen Dorf in Deutschland. Er gibt Eindrücke von einer Welt, die die allgemeine Hektik noch nicht erreichen konnte. Gleichzeitig kann man ihn als eine Novelle bezeichnen, die viele Facetten des "Mensch-Seins" zeigt. Eine Geschichte, die berührt: mal belustigt, mal betroffen macht und zum Nachdenken darüber anregen kann, was man alles verlieren kann. Und was man dennoch hat.

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Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Adriana Wolkenbruch

Die verschlossene Tür

von Teuflischem und Engelsgleichem

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Impressum neobooks

Kapitel 1

"Es gibt drei Arten Frauen: die, die Putzfrauen haben, die die keine Putzfrauen haben und die, die Putzfrauen sind."

"Ach, Isabelle. Das sagst du nur, weil du immer so viel putzen musst, hier."

"Nein. Das sage ich, weil ich als Putzfrau arbeiten muss. Und zwar in meiner eigenen Firma in der ich mein eigener Chef bin."

"Schlechte Firma. Bringt wenig Geld."

"Ja. Weil ich mein Leben verschonen will und sie hier nicht rauchen dürfen!"

"Arme Isabelle. Leben ist ein Desaster."

"Wenn mir diese Scheißbude wenigstens Spaß machen würde."

"Aber hat Zukunft. Jetzt wo Nichte da ist. Du arbeitest nicht umsonst. Nichte kann Gasthaus weiterführen."

"Die muss erstmal wieder auf die Beine kommen...wenn sie jemals wieder richtig auf die Beine kommt..."

"Wird, Isabelle, wird. Starke Tante, starke Nichte."

"Hier, Nadeschda der Kaffee muß noch getrunken werden und ich spendiere Dir einen kalten Apfelstrudel."

"Apfelstrudel muss wohl gegessen werden auch..."

"Ja, aber nicht zwingend von Dir. Du darfst ihn auch gerne liegen lassen."

"Nein, ist gut für Abendessen, danke Dir."

"Und, wie läufts da oben?"

"Ach dafür noch: ich auch Putzfrau und noch Melkfrau und noch Kinderfrau...Alles viel...MEIN GOTT.... Bauerchef wieder so traurig und nie sage etwas."

"Und sein Vater?"

"Vater ist gut; Aber so alt. Aber liebe, ganz liebe zu Enkeltochter. Immer erzählt Geschichten und will machen gut."

"So wie Du das sagst, rührt mich das richtig."

"Ach Isabelle. Du bist gute Frau, nur niemand weiß."

Wie jeden Mittag sitzt er auf der alten Eichenholzbank, die vor dem Wohngebäude neben der Haustür unter dem Küchenfenster steht. Seit vielen Jahren steht sie dort und man hat einen sehr weiten Blick, wenn man auf ihr sitzt und die Straße herunter schaut. Er sitzt jeden Mittag hier, meistens auch schon ab elf uhr, wenn die zuverlässige Haushälterin mit den Vorbereitungen für das Mittagessen beginnt. Er hat immer ein leichtes zittern in der Brust und das lässt erst nach, wenn er sieht, wie sie auf dem Fahrrad um die Ecke biegt. Der Schulranzen ist auf dem Gepäckträger festgeklemmt und sie tritt unbekümmert in die Pedalen. Wenn sie dann auf den Hof biegt, ruft sie "Hallo Opa!" und wenn sie an der Hauswand das Fahrrad abstellt sagt er "Na mein Deern, wieder in heimischen Gefilden." Oder "Hast Du den Lehrern auch genug beigebracht." Oder eine andere Begrüßung. Dann ist er erleichtert, daß sie wieder da ist. Das ihr nichts passiert ist, das sie gesund ist.Heute dauert es länger. Er hört, wie Nadeschda in der Küche mit den Töpfen klappert und das sind angenehme Geräusche. Nadeschda mit ihrem dicken Hintern,dem breiten Rücken, den kräftigen Schultern und dem runden Gesicht,den beiden Speckrollen, die sie unter der Schürze zu verstecken versucht. Nadeschda mit den lieben Augen und dem dünnen, leicht gewelltem, ganz kurz geschnittenem Haar, mit den zupackenden Armen und den kleinen runden Händen.

Ganz anders als Marietheres. Sie war so hochgewachsen und elegant, das blonde Haar zu einem Zopf geflochten und als sie älter wurde zu einem Knoten zusammengerollt. Ihre Hände waren schlank und ihre Finger lang . Aber dadurch, dass sie ihm ihm Viehstall mithelfen mußte, wurden ihre Hände mit der Zeit breiter, die Muskeln zwischen den Handknochen wurden stärker und schoben alles in die Breite und die Gelenke wurden dicker und die Haut immer faltiger und trotzdem waren ihre Hände noch feinfühlig genug, um den Sauern beim Abferkeln zu helfen.Ihre Arme wurden sehniger und als sie älter wurde traten dicke Adern immer mehr hervor, so blau wie ihre hellen Augen, die ihn oft nachdenklich stimmten.Und wenn sie dann am Abend, nach dem Füttern der Tiere untermalt von deren zufriedenen Kaugeräuschen den Stall verließen und sich zusammen auf die Bank setzten um auszuruhen und die Luft und den Himmel zu genießen und sich ihre Hand langsam in seine schob, dann war das das größte Glück auf Erden. Oder im Winter, wenn draußen der Sturm tobte und sie den Ofen feuerten und ihre Gesichter ganz rot wurden von der Wärme und er seine Pfeife rauchte, während sie Kleidungsstücke ausbesserte und sie nicht bemerkte, wie er ihr dabei zuschaute und sie gar nicht ahnte, wie sehr er sie liebte, welche Gefühle ihre Anblick in ihm hervorriefen...

"Opa, Opa, bist du tot!!?"

"Nein, ich war nur kurz im Himmel."

Sie hört es deutlich, während sie die Tür abschließt. Nur am Wochenende hat sie länger geöffnet und in Ausnahmefällen wie Vereinssitzungen. Die Jäger oder Imker oder der landwirtschaftliche Ortsverein oder eine politische Veranstaltung. Oder Feiern. Trauerfeiern, Taufen, Kommunion, vielleicht mal ein runder Geburtstag. Sie hört es ganz deutlich, während sie Wut in sich aufsteigen spürt. Es gibt drei Arbeitsbereiche in diesem Haus, denkt sie. Das Gasthaus für den Lebensunterhalt, meine Nichte um dem letzten bisschen Familie gerecht zu werden. Und meine Bilder, um mich am Leben zu halten. Aber eigentlich will sie jetzt nur eines: eine heiße Dusche- eine Badewanne gibt es in diesem Haus nicht- und dann schlafen. Nur einschlafen können. Aber sie hört es deutlich. Dieses Wimmern. Sie seufzt und versucht sich zu sammeln und abzuschätzen, was jetzt das Beste wäre. Sie atmet einmal tief durch und nimmt die erste Stufe der knatschenden Treppe. Das Wimmern wird lauter. Sie steht jetzt vor der Tür. Sie atmet ein zweites Mal tief durch und drückt mit klopfendem Herzen die Klinke herunter, schiebt die Tür nach innen und steht in dem Zimmer. Das Wimmern verstummt abrupt. Das Mädchen, eigentlich eine junge Frau, denkt Isabelle, hält sich die Hände vor ihr verheultes Gesicht.

"Du brauchst dich nicht zu schämen. Jeder hat schon mal geweint." Aber nicht so, denkt sie. Und nicht so häufig.

Eydis scheint zu Stein geworden zu sein. Isabelle geht langsam zu dem Bett, auf dem die eingerollte Steingestalt liegt. Sie setzt sich auf die Bettkante und legt eine Hand auf die Schulter ihrer Nichte. Ein krampfartiges Zucken als Antwort. Dann wieder Versteinerung. So sitzt sie eine Weile da. Sie hört, wie ihre Nichte Luft holt, dann lockert sie ihre Hände und dreht sich um, damit Isabelle ihr Gesicht nicht sieht. Sie schämt sich.

"Eydis. Das wird besser." Sie sagt es mehr zu sich selbst, als wolle sie sich Mut machen. Aber es klingt etwas Schmerzliches in jedem Wort mit.

Sie hat sich einen inneren Tritt gegeben, um die Kraft zu haben, den Tag zu beginnen. Irgendwie und irgendwann muss der Tag begonnen werden. Eydis ist klug genug um zu wissen, dass man letztendlich für sich selbst verantwortlich ist und sie ist stark genug, um sich nicht aufzugeben. Und sie weiß, daß es für Jemand gut ist, dass sie hier ist. Auch wenn es komisch ist, hier zu sein. Aber so schlecht ist es auch nicht. Es gibt hier auch Wiesen und Wälder und Wind, den sie so gern mag. Allerdings ist der Himmel hier viel ruhiger. Sie schaut durch das Fenster und sieht den Jemand unten an seinen Zwingerstäben stehen. Er ist ein Hund und er sollte vielleicht das Gasthaus bewachen. Aber er liegt meistens nur neben seiner Hütte und sieht sehr traurig aus. Er ist mindestens so traurig wie ich, denkt Eydis. Sie zieht sich an und geht die Stufen hinab. Sie schlüpft in die Gummistiefel, die neben der Hintertür stehen. Ihr Herz klopft, als sie auf den Zwinger zugeht. Jemand hebt den Kopf, als wäre er sehr überrascht, dass er nicht unsichtbar ist. Eydis hört, wie sie Worte murmelt, während sie sich neben Jemand hockt und eine Hand durch die Gitterstäbe steckt. Sie empfindet den Klang ihrer Stimme als sehr ungewöhnlich und das Murmeln verstummt bald wieder. Jemand schaut mit prüfendem Blick zu ihr hinauf. Er ist ziemlich zottelig. Er müsste gewaschen und gebürstet werden, denkt Eydis. Er leckt seine Lippen, als wäre er etwas verschämt über die Zuwendung. Dann beginnt er, Eydis Hand zu lecken. Ganz vorsichtig und immer wieder schaut er zu ihr hinauf, als ob er sich vergewissern möchte, dass er nichts falsch macht. Eydis lächelt. Sie hat schon lange nicht mehr gelächelt und noch länger hat sie ihre Stimme nicht benutzt. Jemand ist schon wer, denkt Eydis, sonst wäre ich heute nicht weiter gekommen. "Warte", krächzt sie und geht eilig zum Haus, in den Schubladen des alten Schrankes bewahrt Isabelle alle Schlüssel auf und so viele sind es gar nicht. Eydis zieht das untere Ende ihres Wollpullovers von ihrem Bauch weg, so dass eine Mulde entsteht, in die sie die Schlüssel legen kann. Sie hält das Pulloverende mit beiden Händen. Es hängt durch; die Schlüssel sind schwer. Sie geht hastig, das ist fast immer so, wenn sie sich entschlossen hat, etwas zu tun.Es dauert nicht lange, bis sie den richtigen Schlüssel gefunden hat. Jemand hat sich hingestellt und wedelt mit seinem Schwanz. Seine Augen sehen jetzt sehr aufmerksam aus. "Ah", jubelt Eydis leise und dreht den richtigen Schlüssel herum.

Isabelle war in der Stadt. Sie weiß, daß Eydis den Zettel gesehen haben muß. Er lag auf dem Küchentisch und Eydis frühstückt immer irgendwann und dann ausgiebig und in Ruhe. Das hat ihre Mutter auch gern gemacht, wenn sie Zeit dazu hatte, denkt Isabelle. Sie wundert sich, dass sie solche Gedanken hat, sie war heute so unbeschwert. Sie hat Lebensmittel gekauft, sie hat sich ein neues Kleid gekauft, sie hat ein neues Tuch für ihren Kopf, sie hat immer irgendwelche bunten Tücher um den Kopf geschlagen. dann sieht man ihre Haare kaum. Er hatte ihre Haare geliebt. Obwohl sie unglaublich dünn sind. Fast wie Federn hatte er gesagt. Aber die Farbe hatte er noch mehr geliebt. Kupferrot. Scheiße, denkt Isabelle, gerade ging es mir blendent, alles war bunt und frei in mir. "Scheiße!" Sie beißt sich auf die Lippen, stützt sich auf die Arbeitsplatte in der Küche. Schaut aus dem Fenster. Ihre Hand schlägt wie automatisch vor ihren Mund. Ihre Augen weiten sich. Auf der alten Obstbaumwiese liegen zwei Gestalten eng aneinander gekuschelt. Eydis und der alte Hund. Sie sehen beide anders aus als sonst. Eydis hat ihre Gummistiefel und Socken ausgezogen und ihre Körperhaltung wirkt entspannt, der alte Hund sieht sauber aus, das kann man sogar aus der Entfernung erkennen. Isabelle entfährt ein Gluckser und ihre Hand fällt von ihrem Mund. Ein Lächeln breitet sich über ihr Gesicht aus. Sie kann den Blick nicht abwenden. Erst als Eydis den Kopf nach hinten dreht, als ob sie den Blick ihrer Tante spürt, räuspert Isabelle sich und macht sich daran, die Einkäufe in den Kühlschrank und den Vorratsschrank zu räumen. Sie werden gleich zusammen essen und dann hat sie etwas Zeit für sich. Sie schaltet das Radio ein und singt den Song mit, während sie zu Tanzen beginnt.

Kapitel 2

Der alte Mann sitzt am Tisch in der Küche und schaut aus dem Fenster zu den Laubbäumen, die ihre Äste in den Himmel strecken. Er zieht seine Ellenbogen vom Tisch, als Nadeschda einen Teller vor ihn stellt. Flink ist sie, ziemlich schnell folgen Messer und Gabel und liegen neben dem Teller.

"Herr Hubert Heinrich, wo ist Bauerchef?! Ich habe gerufen so oft und noch und noch und keine Bauerchef komme. Und kleine Enkeltochter auch da nicht. Niemand halte ein Zeiten zu Essen."

"Die kommen schon, Nadeschda. Bestimmt ist noch irgendetwas im Stall." Aber er wird unruhig, jetzt. Langsam steht er auf und schlurft aus der Küche. Nadeschda seufzt. Sie setzt sich an den gedeckten Tisch und schaut aus dem Fenster. Schaut in das Laub der Bäume und bemerkt, dass sie sehr müde ist. Ein polterndes Knatschen , lässt sie zusammenzucken. Der Bauerchef hat seinen Stuhl vom Tisch gezogen, um sich zu setzen. Nadeschda hatte ihn kurz etwas erschrocken angesehen. Er scheint das nicht zu bemerken, räuspert sich und schaut zur Uhr- Verschränkt seine Arme vor der Brust und senkt die Augen.

"Herr Hubert Heinrich war ebnen hier, dann ist gegangen um zu holen Sie und Enkeltochter."

Klements nickt beiläufig und räuspert sich. Die Hintertür poltert und Schritte nähern sich der Küche.

"Nadeschda, schau mal, was ich habe! Zwei echte Schnecken! Opa sagt, es sind Posthornschnecken. Sie leben im Wasser und manchmal tauchen sie auf, um Luft zu holen und sie haben ganz kleine Zähne auf der Zunge und man kann sehen, wie sie Pflanzen kauen!" Karla hält einen durchsichtigen Plastikeimer in ihren Händen. Sie stellt ihn sehr vorsichtig neben die Spüle, vor das Fenster. Am Grund liegen kleine Kiesel und etwas Sand. Dazwischen zwei gelbe Schneckenhäuschen.

"Hast Du Akwaram, kleine Karla!"

"Aquarium!"

"Ohhh, entschuldige, natürlich, dumme, alte Nadeschda, so schlechte Sprache."

"Ist nicht schlimm!"

Alle sitzen jetzt und falten ihre Hände, während Klements das Tischgebet hastig heruntermurmelt. Dann fangen sie an zu Essen.

"Klements, vergiss das Scheunentor nicht wieder. Das muss geöffnet bleiben. Wie sollen die sonst zu ihren Nestern?"

"Ja, ja, Du und Deine Kleinviechereien..."

Nadeschda zögert. Schwalben bringen Glück, will sie sagen, fast automatisch. Aber sie hält sich zurück. Der Bauerchef hat genug zu tun.

Klements ißt schnell. Dann steht er auf und während er die Küche verläßt sagt er "Heut Nacht muß ich raus, die Schweine werden geholt."

Karla erinnert sich daran, wie sie das verwirrt hat, als sie noch kleiner war. Sie hatte Tage damit verbracht, darüber nachzudenken, wer die Schweine holt. Und warum. Und warum um drei Uhr nachts. Irgendwann hatte sie ihren Großvater gefragt und er hatte ihr erklärt, dass sie zum Schlachthof transportiert werden. Sie hatte die Vorstellung schrecklich gefunden und ihr Opa hatte gesagt, dass die meisten Menschen Fleisch essen und das es ja wohl irgendwo herkommen muss und das jeder irgendwo mit Geld verdienen muss. Da hatte Karla sich vorgestellt, dass die Schweine im Himmel bestimmt in Saus und Braus leben, ohne ihren dicken Körper. Und dass sie Grunzend auf die Erde schauen und hoffen, daß ihre Verwandten schnell zum Schlachter kommen, damit sie oben mit ihnen in den Wolken schweben können. Schnell springen ihre Gedanken aber wieder zu ihrem Lieblingsthema.

"Opa, warum haben wir eigentlich so viele Weinbergschnecken im Garten?"

Hubert Heinrich räuspert sich. Sogar sein Sohn scheint jetzt aufzuhorchen, auch wenn er es sich nicht anmerken lässt. Aber warum soll er es nicht erzählen.

"Also, ich habe einmal mit... Auf unserer Hochzeitsreise...wir waren im Rheinland und dort sind mir diese Schnecken aufgefallen. Natürlich gibt es sie auch bei uns, aber dort fielen sie mir besonders ins Auge." Er stoppt und denkt, dass es wahrscheinlich daran lag, dass sonst keine ruhigen Spaziergänge gemacht worden waren.

"Und dann hast Du welche mitgebracht?"

"Ja. Und sie scheinen hier ja bestens zu gedeihen. Deine Großmutter...sie hat immer gesagt, daß sie an das Gemüse gehen, aber das tun eher die Nackten."

Karla schaut aus dem Fenster, auf die drei unterschiedlichen Bäume, aber sie nimmt sie nur verschwommen wahr und träumt vom Rheinland. Dem Land der großen Häuschenschnecken.

"Und, das hätte ich fast vergessen: Weinbergschnecken sind gute Wettersager."

"Wie denn das?" Karla sieht immer noch mit verklärtem Blick zu den Bäumen.