Die Wahrheit - Sarah Hannek - E-Book

Die Wahrheit E-Book

Sarah Hannek

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Beschreibung

Alle wollen die Wahrheit immer wissen, bleiben nie gerne im Ungewissen. Was ist aber, wenn das Ungewisse besser als jede Wahrheit ist? Riskierst du dann trotzdem alles, um an die Wahrheit zu gelangen? Würdest du das Wichtigste in deinem Leben für die Wahrheit eintauschen? Vielleicht würdest du dich dann freier fühlen, aber auch immer noch glücklich? So einfach zu beantworten diese Fragen auch scheinen, sie sind es meistens nicht. Rania wird bald selbst vor allen diesen Fragen stehen und die Wahrheit über sich und ihr Leben herausfinden. Diese ist aber nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte, und wird alles verändern.

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EPUB
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Seitenzahl: 200

Veröffentlichungsjahr: 2019

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SARAH HANNEK

***

DIE WAHRHEIT

© 2019 Sarah Hannek

Verlag und Druck: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-7482-1890-6

Hardcover:

978-3-7482-1891-3

e-Book:

978-3-7482-1892-0

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Die Wahrheit

-Prolog-

Ein angsterfüllender Schrei riss mich aus meinem eh schon unruhigen Schlaf. Ich schreckte hoch und sah mich panisch um. Aber es war niemand hier. Jedenfalls spürte ich keine Anwesenheit einer Person. Ich stand auf und ging leise und schleichend durch meine Zimmertür raus auf den schmalen Flur. Währenddessen ich den schmalen Flur entlang schlich, hörte ich den Schrei nochmals. Der Schrei war nun lauter, näher und die Stimme deutlicher. Als mir klar wurde von wem die Stimme kam, rannte ich panisch zu dem Zimmer, wo ich sie vermutete. Ich rannte in Tias Zimmer und sah wie sie weinend in ihrem Bett lag. Ich setzte mich auf ihr Bett und zog sie in meine Arme. Sie krallte sich panisch an mich fest. „Verschwinde“, schrie ich panisch in den leeren Raum. Mein Herz schlug schnell und man sah die Angst in meinen Augen aufflammen. Auch wenn ich ihn nicht sehen konnte, spürte ich seine Gegenwart. „Lass uns in Frieden leben. Du wirst nie das bekommen, was du begehrst“, schrie ich dieses Mal mit wütendem Unterton. Tia weinte immer noch und ich versuchte sie mit Worten zu beruhigen. „Tia. Es ist alles gut. Du bist nun in Sicherheit. Ich bin da“, sprach ich fest und sicher. Sie drückte sich mehr an mich und schaffte es sich einigermaßen zu beruhigen. Ich scannte mit meinen Augen wieder den Raum ab. Auf einmal entdeckte ich das offene Fenster an der linken Ecke des Raumes. „Hatte ich es offengelassen“, dachte ich mir. Sofort antwortete mir Tia auf meine unausgesprochenen Gedanken. „Nein…ich…ich wollte nur kurz lüften. Hätte ich gewusst, dass er da draußen ist! Ich hätte es niemals geöffnet. Es tut mir leid“, sprach sie zittrig und ängstlich. „Tia. Es ist nicht deine Schuld. Ich hätte vorsichtiger sein müssen. Ich hätte es wissen müssen, dass wir hier nicht sicher sind, dass er uns wieder finden wird“, sagte ich nun etwas ruhiger. Ich hatte mich inzwischen beruhigt denn ich wusste, wenn ich bei Tia war tut er ihr nichts. Er und sein Gefolge würden mich niemals angreifen. Sie wissen in welche Gefahr sie das bringen würde. Ich schaute durch das Fenster in die Dunkelheit. Der Mond erhellte die Nacht und ließ mich die entfernte Silhouette einer mir nur zu bekannten Person besser erkennen. Er entfernte sich langsamen Schrittes von dem Fenster und blieb kurz stehen. Er drehte sich nicht um, er sagte nur: „Heute warst du vielleicht schneller aber glaub mir bald ist es soweit und dann wirst du sie nicht mehr retten können. Wenn ich sie habe, werde ich endlich das bekommen, was ich will. Ich weiß schließlich wie wichtig sie dir ist und dass du alles dafür tun würdest sie zu retten. Vielleicht erfahre ich dann, endlich die Wahrheit über dich und deine Kräfte. Achja und versuch erst gar nicht zu fliehen. Ich und mein Gefolge werden dich überall finden.“ Auch wenn er für normale Menschen ziemlich außer Hörweite und Sichtweite war, verstand und sah ich ihn perfekt. Ich spürte wie er diabolisch grinste. Er wusste genau, dass ich alles hören und sehen konnte, egal wie weit entfernt er auch war. Wut entfachte sich in meinen Augen und mein Herzschlag wurde wieder schneller. Mein ganzer Körper spannte sich an. Meine Augen glänzten und schimmerten stechend Rot. Ich konzentrierte mich auf die weit entfernte Person und hörte seinen schnellen Atem, wie sein Herz schnell schlägt, wie seine Angst langsam nach oben drang. Aber er drehte sich nicht um. Er wusste, wie es die anderen Menschen um den Verstand brachte, wenn sie in meine Augen sahen. Es machte sie krank. Ich konnte durch meine Augen in den Kopf anderer Menschen eintauchen und sie so um den Verstand bringen, sie kontrollieren. Ich konnte sie sogar zwingen sich zu verletzen oder sich umzubringen. Ich kann sie durch meine Gedanken steuern und töten. Tia hatte inzwischen gemerkt, dass ich nicht mehr ich selbst war und sprach mich an: „Mum tu es nicht, wenn du ihn tötest, würdest du nur die anderen rufen. Du weißt er ist nicht allein und du würdest nur mehr über dich verraten. Bitte beruhig dich,“ flüsterte Tia mit sanfter bittender Stimme. Tia hatte recht. Auch wenn ich ihn ohne große Probleme mit meinen Gedanken töten könnte, tat ich ihm nichts. Es wäre zu riskant. Ich war immer wieder erstaunt darüber, wie schlau und klug Tia jetzt schon ist. Sie ist schließlich erst 4 Jahre alt. Ich schloss kurz die Augen, um die Wut wieder unter Kontrolle zu bringen. Mein Herzschlag beruhigte sich wieder und mein Körper entspannte sich. Als ich die Augen wieder öffnete war er fort. Tia ließ mich kurz los und ich stand auf und verriegelte das Fenster. Ich schaute nochmal in die Dunkelheit doch ich erblickte ihn nirgends. Ich atmete beruhigt aus und Tia sah mich voller Sorge und Trauer an. Ihre hellgrauen Augen glänzten und ich sah Schmerz in ihnen. „Bedeutet das jetzt, dass wir wieder umziehen müssen,“ sagte sie den Tränen nahe. „Ich weiß du hast hier viele Freunde gefunden und deine Schule läuft super aber, wenn ich keine andere Lösung finde, dann ja. Dann müssen wir wieder umziehen.“ Sie nickte nur traurig und unterdrückte die sich anbahnenden Tränen. Ich ging wieder zu ihr aufs Bett und legte mich zu ihr. Sie kuschelte sich an mich und schloss ihre Augen. „Versuch jetzt zu schlafen. Ich bleibe bei dir. Du bist nun sicher,“ sprach ich sanft und ruhig. Ich strich über ihr langes schwarzbraunes Haar und hörte sie nach wenigen Minuten ruhig atmen. Sie schlief nun. Ich betrachtete ihren friedlichen schlafenden Körper und war heilfroh, dass ich noch rechtzeitig gekommen war. Wenn er sie mitgenommen hätte, wenn ich nicht rechtzeitig da gewesen wäre, ich würde mir das niemals verzeihen. Schon bei diesem Gedanken zog sich alles in mir zusammen. Er hatte recht, ich würde alles für sie tun. Sie war meine Schwachstelle. Ich würde niemals zulassen, dass er sie bekommt. Ich wollte eigentlich auch schlafen aber ich war immer noch zu unsicher. Ich hatte Angst. Angst, dass er wiederkommen würde, Angst, dass er sie mir nimmt. Nach ein paar kurzen panischen Blicken durch den Raum schlief ich dann doch ein auch wenn es ein eher leichter Schlaf war und eine Frage ließ mich die ganze Nacht nicht los: „Werden wir jemals sicher sein?“

Ende des Prologes.

Kapitel 1

-Zeitsprung 1 Woche später-

Ich fuhr wie die letzten Tage nach Sirius Rückkehr den Laptop hoch. Ich hatte mal wieder einen sehr unruhigen von Alpträumen geplagten Schlaf genau wie die letzten Tage. Sirius ist zwar seit dem Tag nicht wieder aufgetaucht aber ich spüre jeden Tag die Anwesenheit seines Gefolges. Sie beobachten uns und warten. Warten auf den richtigen Moment. Einen Moment wo ich unachtsam bin. „Wir sind hier nicht mehr sicher.“ Als er hochgefahren war, checkte ich wie jeden Morgen meine Mails und las im Internet die neuesten News durch. Seid Sirius vor einer Woche zurückgekehrt ist, bin ich jeden Morgen im Netz am Suchen. Ich suchte nach einer neuen Wohnung aber die Suche ist bis jetzt erfolglos geblieben. Klar gab es einige, die ich in Betracht ziehen könnte aber es gab immer einen Haken. Zu teuer, zu weit weg, zu abgelegen, zu zentral, zu angeranzt, zu unsicher. Ich fand einfach keine Wohnung die perfekter wäre als diese und schon gar nicht wollte ich schon wieder alles aufgeben und hinschmeißen, was wir uns hier aufgebaut hatten. Ich wollte diesen Ort nicht verlassen. „Wieso konnte er uns nicht einfach in Ruhe leben lassen?“ Nach gefühlten Stunden, die ich weiter mit Suchen verbrachte gab ich irgendwann auf. „Es ist hoffnungslos. Ich werde nie was Besseres finden als diese Wohnung. Aber wir können hier nicht bleiben. Ich bringe Tia und mich damit in Gefahr. Wir sind allgemein schonviel zu lange hier. Wir hätten direkt nach Sirius Ankunft verschwinden sollen aber ich konnte nicht. Irgendwas hielt mich davon ab. Ganz tief in mir, war diese dunkle Seite, die nichts mehr will als ihn töten. Die hierbleiben will, die ihn suchen will und die ihn dann leiden lassen will aber sie hatte immer noch nicht die Oberhand gewonnen. Meine Vernunft siegte immer. Meine gute Seite aber vielleicht wäre es besser nicht zu mehr verschwinden und mich ihm zu stellen. Ich meine so könnte ich wenigstens Tia retten. Er hat es doch sowieso nur auf mich abgesehen. Es wäre das Beste, ich würde mich einfach stellen.“ Nachdem ich mich aus diesen Gedankengängen befreite, schaute ich von meinem Laptop hoch und schaltete ihn aus. Ich spürte die Anwesenheit einer Person also sah mich in der Küche um und sah Tia mit Tränen in den Augen im Türrahmen stehen. „Mum bitte tu es nicht. Ich weiß, dass du denkst dadurch wird alles besser aber das stimmt nicht. Du darfst das nicht tun. Du bist alles was ich habe. Bitte…“, sprach sie gebrochen während ihr eine Träne aus den hellgrauen Augen floss. Ich ging zu ihr und nahm sie einfach nur in die Arme. „Es tut mir leid. Ich habe nur…nachgedacht. Lösungen verglichen. Ich verspreche dir, ich werde mich nicht stellen. Ich wollte dir keine Angst machen. Ich war nur verzweifelt. Es ist im Moment alles so schwierig“, sagte ich unsicher und leicht verzweifelt. „Ich weiß aber wir kriegen das hin. Wir werden eine neue Wohnung finden und er wird uns nicht mehr finden“, sagte sie ruhig und lächelnd. „Weißt du manchmal vergesse ich wer hier die Mutter ist und wer die Tochter. Eigentlich sollte ich diejenige sein, die dich tröstet und dich aufmuntert aber du übernimmst diese Rolle sehr oft. Ich weiß, ich habe es dir schon sehr oft gesagt aber ich bin unendlichstolz auf dich“, dachte ich vor mich hin und natürlich hatte sie es gehört und sprach: „Danke Mum und sagen wir es so, ich habe von der Besten gelernt. Ich bin auch unglaublich stolz auf dich.“ Ich lächelte sie an und mir lief eine Träne aus meinen stechend rot schimmerten Augen. Ich wischte sie mir schnell weg und schaute auf die Uhr, die in der Küche hing. „Ok. Es ist anscheinend schon ziemlich spät. Du weißt wir müssen noch zu Emilie. Deine Untersuchung steht wieder bevor. Also mach dich bitte fertig.“ Sie guckte nur ängstlich. Ich wusste, sie hasste Untersuchungen auch wenn es wirklich nichts Schlimmes ist und Emilie ihr nicht weh tat. Emilie war meine beste Freundin, die schon lange von Sirius und unserem Geheimnis weiß. Sie ist Laborantin und Ärztin. Sie weiß wirklich viel über übernatürliche Wesen und ist sozusagen Spezialistin was die Kräfte/Gaben von übernatürlichen Wesen angeht. Das meiste Wissen hat sie von ihren Eltern erlernt und auch die Fähigkeiten, diese Wesen richtig zu untersuchen. Aber ihre Aufgabe ist es nicht sie zu heilen von Krankheiten, sondern herauszufinden, was sie für Gaben/Kräfte besitzen oder noch besitzen werden. Zu ihr geht jeder der sich unsicher ist, was seine Kräfte/Gaben angeht und deren Stärke, deren Sinn und deren Aufgabe. Ich war früher auch oft bei ihr gewesen und habe so alles über mich und meine Gaben/Kräfte gelernt. Ich musste oft zu ihr, weil meine Gaben/Kräfte nicht immer gleichblieben. Es wurden mit der Zeit immer mehr und als Tia geboren wurde verlor ich sogar eine. Bis jetzt sind es aber immer noch die gleichen und ich habe keine neuen dazubekommen. Ich weiß nicht, ob sich das noch ändern wird. Emilie ist sich aber sicher das meine Kräfte/Gaben bald noch stärker werden könnten. Wir werden sehen, ob sie recht hat. Tia lasse ich seit sie 2 Jahre ist jeden 2 Monat untersuchen. Ich muss schließlich wissen, wann sie eine neue Gabe erhält und ihr dann zeigen wie man damit umgeht. Mittlerweile sieht es aber eher so aus, als würde Tia nur die Gabe des Gedankenlesens beherrschen werden, was mich aber auch ein bisschen beruhigt. Sollte sie mehr Kräfte haben, könnte das Sirius Interesse an sie nur mehr wecken. Er darf nichts davon wissen. Ich schaute sie aufmunternd an. Sie nickte und ging in ihr Zimmer, um sich fertig zu machen. Ich beschloss Emilie anzurufen, dass wir gleich da sind. Emilie: „Ja Hallo, Emilie am Apparat.“ Rania: „Hi Emilie. Ich bins Rania. Ich ruf nur an, um dir zu sagen, dass wir gleich da sein werden. Bereite schon mal alles vor.“ Emilie: „Schön von dir zu hören. Gut, dass ihr es einrichten könnt. Achja und Rania?“ „Ja?“ „…sei vorsichtig…bitte!“ „Ja….keine Sorge. Bis gleich.“ „Bis gleich.“ Ich steckte mein Handy wieder weg und rief Tia. Nachdem Sie runtergekommen war und ins Auto gestiegen ist, stieg ich auch ein und wir fuhren los.

Kapitel 2

Die Autofahrt verging schweigend. Ich hatte Mühe mich auf ein Gespräch zu konzentrieren. Der Verkehr war ätzend. Außerdem sobald ich daran dachte etwas zu sagen, hatte Tia schon meine Gedanken gelesen und antwortete mir sogleich. Ein richtiges Gespräch kam also nie zustande. Zudem waren wir beide auch viel zu nervös. Tia hatte Angst vor der Untersuchung und war die ganze Zeit so hibbelig. Manchmal ist sie schon echt anstrengend aber egal was sie auch anstellte, ich konnte nie lange sauer auf sie sein. Ich war natürlich auch nervös und hatte Angst, dass das Ergebnis dieses Mal anders ausfallen könnte. „Was ist, wenn Sie noch andere Kräfte/Gaben dazu kriegen würde? Das darf nicht passieren! Es bringt Sie nur noch mehr in Gefahr.“ Nach weiterem endlosem nervösem Schweigen waren wir endlich an unserem Ziel angelangt. Die Fahrt dauerte lange, da Emilie seit dem Umzug jetzt weiter entfernt wohnte. Ich parkte das Auto und wir gingen zu Emilies Haus. Emilie wohnte außerhalb eines Dorfes, das weit entfernt von unserem Dorf war, in einem großen Wald. Ihr Haus sah von weitem aus wie ein ganz normales Holzhaus, wenn man näherkam, erkannte man jedoch die Ähnlichkeit mit einer Praxis. Es war viel freie Grünfläche um das Haus bevor der Wald anfing. Der eine Teil der Grünfläche war belagert mit Autos und Fahrrädern. Sie hatte anscheinend mal wieder viel Kundschaft. Auf den kleinen schmalen Weg zur Eingangstür hing ein Schild mit der Aufschrift: „Praxis Dr. med. Emilie Gerdes, Ärztin und Laborantin für spezielle Angewohnheiten, Erscheinungen sowie Untersuchungen von merkwürdigen Eigenschaften. Zutritt nur unter bestimmten Voraussetzungen gestattet!“ Die Aufschrift auf dem Schild war perfekt, um bei normalen Menschen keine zu große Aufmerksamkeit zu erwecken oder aufzufallen aber auch um übernatürliche Wesen darüber zu informieren, dass sie hier richtig sind. Auch wenn nicht viele normale Menschen an diesen Ort gelangten, passierte es trotzdem manchmal, dass diese Menschen dann die Hütte begutachten. Ihre Neugierde brachte sie wahrscheinlich immer dazu aber meistens kamen sie sowieso nicht rein. Der letzte Satz stand da schließlich nicht ohne Bedeutung. Vor der Tür war ein Absatz, auf den man steigen musste. Auf diesem Absatz befand sich eine Metallplatte. Sie sah eigentlich wie ein ganz normaler Fußabtreter aus aber sie war in Wirklichkeit eine Art Sensor. Sobald du sie mit deinen Füßen betrittst, misst der Sensor alle deine Daten und Fähigkeiten. An denen muss Emilie dann feststellen, ob du normal bist oder nicht. Bis jetzt lag sie nur ein paar Mal falsch aber nur weil diese Leute den Sensor überlistet oder ausgetrickst haben oder weil sie da noch nicht so gut war in ihrem Job. Aber das ist jetzt egal. Jeder mach mal Fehler. Jetzt ist der Sensor besser und niemand kann ihn so leicht mehr überlisten genau wie sie. Sonst sah das Haus aus wie ein normales altes Holzhaus. Das Schild und die Parklätze waren das einzige, was es als Praxis auswies. Ich und Tia stiegen auf den Sensor und er scannte uns. Ein leichtes Summen ertönte und wir wurden reingelassen. Drinnen im Haus sah es schon eher aus wie eine Praxis. Ein Wartezimmer in denen sich schon viele Leute befanden, ein Behandlungszimmer, zwei Gasttoiletten, ein Labor, eine Abstellkammer und zu guter Letzt ein Empfangstresen. Es war alles in weiß oder grau gehalten. Es sah sehr modern und geräumig aus. Ich und Tia gesellten uns zu den anderen Leuten im Wartezimmer nachdem wir bei der Empfangsdame waren. Ich nahm Tia auf meinen Schoß und hielt sie fest. Als ich mich umschaute, blickte ich in unbekannte Gesichter, die entweder Nervosität oder Ängstlichkeit aufwiesen. Einige von Ihnen kannte ich bereits andere waren neu, sowie bei fast jedem Besuch kamen immer neue dazu. Ich hatte schon alle möglichen übernatürlichen Wesen hier angetroffen, deswegen verwunderte es mich auch nicht mehr. Vampire, Werwölfe, Elfen noch viele mehr waren hier vertreten. Trotz dessen, dass ich die meisten kannte, musterte ich sie mit einem misstrauischen Blick. Seit Sirius in mein Leben getreten war, konnte ich niemanden mehr so leicht vertrauen. Selbst Leuten, die ich kenne, zeige ich oft Misstrauen gegenüber. Ich bin oft sehr vorsichtig und misstrauisch, wenn es um neue Leute geht und wenn man mich kennt bzw. mit mir befreundet ist, kann ich das Vertrauen zu dieser Person wegen nur einer falschen Handlung oder Lüge verlieren. Aber Emilie ist unter Jack sowieso die einzige Beste Freundin, die ich noch habe. Jack kenne ich schon seit sechs Jahren und Emilie seit zehn Jahren. Meine alten Freunde wurden entweder von Sirius umgebracht oder sie haben sich ihm angeschlossen. Sie haben mich verraten. Emilie und Jack können daher meine Vertrauensprobleme nachvollziehen und nehmen mir Misstrauen und Skepsis nicht übel. Tia ist in dieser Sache nicht anders. Sie ist auch seit Sirius in unser Leben getreten ist nicht mehr so naiv wie früher und vorsichtiger. Trotzdem ist sie in manchen Sachen doch zu naiv aber sie ist ja erst vier Jahre alt. Sie wird noch lernen, wem sie vertrauen kann und wem nicht. Emilie und Jack haben mir schon mehrfach geholfen bei der Flucht von Sirius und egal wie weit ich geflohen bin, wir haben uns nie aus den Augen verloren. Jack ist meistens immer ein paar Tage später hinterhergereist, um immer in meiner Nähe zu sein. Ich verdanke ihm sehr viel. Er hat mir schon oft das Leben gerettet. Allerdings hat er sich seit meinem letzten Umzug nicht mehr gemeldet und ich habe ihn nicht erreicht. Meine Sorge wird somit um jeden Tag größer und auch mein Misstrauen. Es war nicht normal. Schließlich wohne ich schon seit fünf Monaten in diesem Dorf und er hätte längst auftauchen müssen. Der Grund warum ich Sirius immer entkommen bin ist schließlich auch ihm und Emilie geschuldet. Ich brauche sie. Der andere Grund ist Glück. Unfassbares Glück, dass ich meiner Meinung nach nicht verdient hatte. Ich bringe alle nur in Gefahr. Allein durch meine Anwesenheit sind sogar diese fremden Menschen hier in Gefahr aber sie wissen es nicht. Deswegen halte ich mich auch von vielen fern. Ich will sie nicht in Gefahr bringen. Emilie konnte mir leider nie nachkommen aber das würde ich auch nie von ihr verlangen. Sie hat hier einen Job und eine Familie. Sie hat hier ein Leben. Außerdem verloren wir trotz der Entfernung nie den Kontakt. Allein wegen den Untersuchungen von mir und Tia. Ich weiß sie würde mich nie verraten oder verlassen. Dieses Band der Freundschaft würde nie reißen. Ich spürte jetzt schon seit längerem die Anwesenheit einer Person, die immer näherkam, weswegen ich mich dazu entschloss aus meiner Gedankenwelt aufzutauchen. Ich hörte ihre Schritte schon von weitem. Als ich meinen Kopf wieder anhob, sah ich ein leeres Wartezimmer. „Hatte ich wirklich so lange nachgedacht und nichts mitbekommen? Eigentlich war es nicht möglich, dass ich rein gar nichts mitbekam. Schließlich kann ich alles hören und sehen egal wie weit es entfernt ist. Ich habe besser entwickelte Sinne als normale Menschen, was ja auch zu meinen Kräften zählt. Anscheinend muss ich wieder so tief in Gedanken versunken sein, dass ich nichts wahrgenommen hab. Das passierte mir in letzter Zeit öfter. Ich muss nächstes Mal besser aufpassen. Es hätte was passieren können. Jeder hier hätte von Sirius Gefolge sein können und dann wäre alles zu spät.“ Emilie kam auf uns zu und Tia rannte zu ihr. Emilie lächelte sie an und umarmte erst Tia und dann mich. „Hi Rania und Tia. Wie schön, dass ihr da seid. Lasst uns gleich loslegen damit wir keine Zeit verlieren. Ihr habt ja schon lang genug gewartet und es ist schon spät.“ Ich lächelte sie dankbar an und nickte nur. Sie ging vor und Tia nahm meine Hand. „Mach dir keine Sorgen Mum. Es ist doch nichts passiert“, sagte sie aufmunternd zu mir. „Ja du hast recht. Lass uns gehen.“ Tia zog mich an meiner Hand hinter ihr und Emilie hinterher. Wir gingen zum Behandlungszimmer doch bevor ich hineingehen wollte, bat mich Emilie draußen zu warten. Mit Misstrauen im Herzen nickte ich nur und sah ihr hinterher, wie sie die Tür schloss.

Kapitel 3

Nervös ging ich den Gang hin und her. Obwohl ich wusste, warum ich nicht mit bei der Untersuchung dabei sein darf, wollte ich bei ihr sein, besonders weil Tia so viel Angst hatte. Allerdings war es strikt untersagt, dass sich während der Untersuchungen noch andere im Raum befanden. Das könnte die Patienten ablenken und die Untersuchung könnte fehlerhaft ausgehen. Bei einer Untersuchung muss volle Konzentration herrschen. Sonst könnte nicht alles nach Plan laufen und wenn sich das Ergebnis als falsch herausstellte, konnte das böse Folgen haben. Wütende Patienten sind keine gute Sache. Zum Glück hatte es das noch nicht allzu oft gegeben. Ich lief weiter nervös den Gang auf und ab und spielte mit meinen Fingern. Angst stieg in mir auf und ich versuchte an etwas anderes zu denken als daran, dass von dieser Untersuchung alles abhängt. Unsere Zukunft, unser weiteres Leben. Obwohl unsere Zukunft nie gewiss war. Vor der Tür zum Behandlungszimmer standen zwei Stühle. Ich ließ mich auf einen nieder und legte meinen Kopf in meine Hände. „Ich muss mich beruhigen.“ Die nächsten Minuten vergingen schleppend und ich rührte mich kein Stück bis sich die Tür öffnete und ich eine Hand auf meiner Schulter spürte. Ich schreckte hoch und blickte direkt in Emilies fröhliches Gesicht. „Hey…es ist alles gut. Die Untersuchung ist perfekt verlaufen. Ich habe keine weiteren Kräfte/Gaben herausgefunden. Ich gehe wie schon erwähnt davon aus, dass es bei dieser Gabe bleiben wird.“ Überstürzt stand ich auf und fiel ihr in die Arme. Sie erwiderte verwundert die Umarmung. Als ich mich löste guckte sie immer noch verwundert und skeptisch. Glücklich strahlte ich ihr entgegen doch ihr Blick blieb skeptisch, so als wüsste sie genau, dass etwas nicht stimmte. „Rania? Was ist los. Dieses Ergebnis hat dich sonst nie so gefreut und du warst nie so nervös. Nur dann, wenn er da war und ich meine er ist doch fort…Das ist er doch oder?“ Sofort verschwand meine Freude und verwandelte sich in eine Mischung aus Trauer und Verzweiflung. Bedrückt sah ich auf den Boden und versuchte die Tränen zu unterdrücken. Emilie musterte mich besorgt. „Schau mich an Rania“, sagte sie besorgt. Ich tat was sie verlangte und blickte sie an. Ich versuchte zu Lächeln, was kläglich scheiterte. Im nächsten Moment liefen Tränen über meine Wange und Emilie zog mich in eine Umarmung. Ich fing an zu schluchzen und weinte in ihren weißen Kittel. Mein ganzer Körper fing an zu zittern und ich weinte immer heftiger. Emilie strich mir beruhigend über den Rücken und versuchte mich mit Worten zu beruhigen. „Rania….es tut mir leid…ich hätte es wissen müssen. Tia…“ Bevor sie weiter reden konnte unterbrach ich sie. „Tia…wir haben sie allein gelassen“, schrie ich weinerlich und löste mich, so schnell es ging, aus der Umarmung und rannte ins Behandlungszimmer und da saß sie. Erleichterung durchfuhr meinen Körper und allein ihre Anwesenheit beruhigte mich. Ich wusch mir die Tränen aus dem Gesicht und lächelte überglücklich. Sie lächelte mich an und kam auf mich zu gerannt. Ich drückte sie fest an mich und ein berauschendes Glücksgefühl durchströmte meinen Körper. „Zum Glück ist ihr nichts passiert“,