Die Zeugen - Jaime Begazo - E-Book

Die Zeugen E-Book

Jaime Begazo

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Beschreibung

Jaime Begazo begegnet in seinem prämierten Debütroman dem Autor, den man seit Jahrzehnten für den Inbegriff der Literatur hält: Jorge Luis Borges. Der Leser wird Zeuge einer Begegnung mit dem gealterten Meister, der die üblichen Fragen gekonnt pariert, bis Begazos Alter Ego ein Detail aus "Emma Zunz" anspricht. Darauf schnürt Begazo-Borges die berühmte Parabel auf und führt uns noch einmal in die Labyrinthe von "Aleph" zurück.

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Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhalt

Kapitel I

Kapitel II

Kapitel III

Kapitel IV

Kapitel V

Kapitel VI

Kapitel VII

Kapitel VIII

Impressum

Jaime Begazo

Die Zeugen

Roman

Aus dem peruanischen Spanisch von Frank Henseleit

Kupido Literaturverlag

Ein Merkmal des Infernalischen

ist die fehlende Wirklichkeit.

Jorge Luis Borges

I

______

Das letzte Mal sah ich Borges Mitte April 1986 in seinem Apartment in Genf, zwei Monate vor seinem Tod. Eine Woche zuvor hatte ich ihn angerufen. Ich wollte ein Treffen vereinbaren. Etwas Entscheidendes war mir in einer seiner frühen Erzählungen aufgefallen. María Kodama, seine ihn stets umsorgende Frau, erklärte mir, dass er sich von einer kleinen Erkältung erhole, willigte aber ein, als sie meinen Grund erfuhr. „Er würde sich gern am folgenden Wochenende mit Ihnen unterhalten. Passt Ihnen Samstag am frühen Abend?“, fragte sie mich. Ich erwiderte, es komme mir sehr gelegen. Es war ein offenes Geheimnis, dass Borges keinen Besuch mehr empfing, seit sich sein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert hatte. Deshalb überraschte es mich, dass sie das Treffen so schnell anberaumte. Dann sagte sie noch, dass sie ihm erst vor wenigen Tagen einen meiner Artikel über die neueste Ausgabe seiner Gesammelten Werke vorgelesen habe, leider ohne darauf einzugehen, ob ihm die Ausführungen gefallen hatten oder nicht. Das Entscheidende war, dass er bereit war, mich zu empfangen.

Im Verlauf der wenigen Tage, die mir bis zur Abreise verblieben, stellte ich sicher, dass alle meine Studenten erfuhren, dass ich am kommenden Samstag Jorge Luis Borges treffen würde. Ich kann nicht leugnen, dass ich vor Stolz praktisch die ganze Welt umarmen wollte. Meine Kollegen vom Seminar für Literatur, mit denen ich seit Jahren zusammenarbeite, beäugten mich mit einem gewissen Neid, schließlich hat man nicht alle Tage ein Treffen mit dem Inbegriff der Literatur.

Zwei Gastprofessorinnen erschienen einen Tag vor meiner Abreise in meinem Büro; sie trugen beide Bücher unter dem Arm, die ich sofort erkannte, und fragten, ob es möglich wäre, ihre Exemplare von Borges signieren zu lassen. „Wir werden Ihnen ewig dankbar sein, bitte“, sagten sie fast gleichzeitig und ihre Gesichter hörten nicht auf zu strahlen. Ich wusste nicht, wie ich hätte Nein sagen können, das heißt, ich wusste nicht, wie ich ihnen erklären sollte, dass Borges vor vielen Jahren erblindet war, dass er selbst mithilfe eines Stocks kaum aufrecht stehen, er vermutlich nicht einmal einen Füller halten, geschweige denn schreiben konnte, und schließlich, dass ich mich für eine derartige Posse nicht hergäbe und sie beide, zumal sie Literaturprofessorinnen waren, mehr Acht geben sollten, ihre Unwissenheit zu verbergen. Ich sagte allerdings nichts von alledem, sondern lächelte in die strahlenden Gesichter zurück und erklärte ihnen, ich würde mein Möglichstes tun, ohne irgendetwas zu versprechen.

Wieder allein schaute ich in die Bücher, ich hatte mich nicht geirrt, es waren die soeben erschienenen ersten zwei Bände der Gesammelten Werke; der erste Band enthielt meinen Essay über das frühe Werk des Argentiniers, ich kam nicht umhin, ihn aufzuschlagen und etwas hin- und herzublättern.

Dann vergrub ich die Bücher unter meinen Sachen. Mir würde schon eine Entschuldigung einfallen, sie so zurückzugeben, wie ich sie erhalten hatte. Aber die Ereignisse der folgenden Tage sollten zeigen, wie falsch ich damit lag, diese Exemplare nicht mitzunehmen.

Durch den glücklichen Umstand, ausschließlich von meiner universitären Arbeit leben zu können, hatte ich mir seit geraumer Zeit den Unwillen der meisten Kollegen zugezogen; doch die „unerhörte“ Tatsache, zu der jüngsten Ausgabe der Gesammelten Werke von Jorge Luis Borges das Vorwort geschrieben zu haben, hatte diesen Unwillen in eine Art kollektive, konstante Gleichgültigkeit verwandelt. Vielleicht war Unwillen nicht das treffende Wort, vielleicht war es schon nach Eifersucht schmeckender, beißender Argwohn. Ich versuchte, nicht daran zu denken, und konzentrierte mich auf die Reise.

Ich ordnete einige Papiere auf meinem Schreibtisch, dann führte ich ein paar Telefonate, schließlich bereitete ich mich vor, die letzte Lehrveranstaltung der Woche zu geben. Wie der Zufall es wollte, war es ein Seminar über hispano-amerikanische Poesie. Anfangs war ich versucht, den Lehrplan umzuwerfen und ein Gedicht von Borges lesen zu lassen, mir fiel eines ein, das mir besonders gefällt: „Elegie des Schattens“ ... Vivo entre formas luminosas y vagas, / que no son aún la tiniebla ... Ich lebe zwischen leuchtenden und vagen Formen, / die noch nicht die Finsternis sind ..., aber ich beherrschte mich im letzten Moment und erkannte, dass es besser wäre, sich nicht zu sehr vom Lehrplan zu entfernen, sodass wir Antonio Machado lasen, der wenigstens ähnlich hermetisch ist.

____________

Borges lebte in einem großen und alten Haus im Zentrum von Genf. Ich erinnere mich noch daran, wie nervös ich war, als ich vor der Eingangstür stand und wie mir auffiel, dass mein Atem raste, als ich auf den Knopf der Sprechanlage drückte. Es folgte der übliche Summton der Haustür. Dann sah ich den Aufzug, einer dieser alten Elevatoren, mit denen man gerne aufwärts-, aber ungerne abwärtsfährt. Er hielt genau vor der Tür zu der Wohnung. Einen Moment lang, der mir wie eine Ewigkeit vorkam, musste ich mich gedulden, dabei fiel mir das Bizarre an der Situation auf, denn ich hatte mich wie zu einer formellen Einladung gekleidet, als hätte ich vergessen, dass Borges sich absolut nicht dafür interessierte, wie ich gekleidet war, er konnte mich ja nicht sehen.

Das Erste, was ich erkennen konnte, als sich die Tür öffnete, noch bevor ich die lächelnde María sah, war die Reproduktion eines Gemäldes von Leonardo. Heute weiß ich nicht mehr genau, welches es war, aber mir fiel seine Größe im Verhältnis zur Wand auf, es war viel zu groß für eine so kleine Wand … Kaum hatte ich die Wohnung betreten, blendete mich das Licht, das durch ein großes Fenster einfiel, sodass ich gerade noch die Ausmaße des Raumes erkennen konnte, der, was niemanden verwundern dürfte, mit Büchern vollgestopft war, denen man die obsessive Ordnung des Bibliothekars ansah, denn wäre ein Buch nicht an seinem Platz, er würde es nie finden können. Ich stellte mir Borges verirrt in einem seiner unendlichen Labyrinthe vor und einen flüchtigen Moment lang fand ich Gefallen an der Idee, mich mit ihm zusammen zwischen den Büchern zu verirren. María hatte mich nur kurz allein gelassen, nach wenigen Minuten kam sie lächelnd zurück, bat mich, Platz zu nehmen, und sagte, Borges käme auch bald. Um die Zeit zu verkürzen, unterhielten wir uns über meinen berühmt gewordenen Artikel.

„Er mag Rezensionen nicht besonders“, vertraute sie mir an, „aber Ihr Artikel hat ihm gefallen; Sie ahnen, wie sehr ihn die Leute ärgern, wenn sie zu wissen vorgeben, was er beim Schreiben dachte, sie suchen in jedem Winkel seiner Bücher nach Einflüssen dieses oder jenes Autors. Ich will nicht näher darauf eingehen, aber eines Tages lasen wir verblüfft einen Essay, in dem man ihn des Plagiats beschuldigte. Sie können sich vielleicht vorstellen, wie Borges, der nie die Ruhe verliert, aufbrauste, als er erfuhr, dass ihn ein Jüngling, der in den 60ern geboren wurde, vorführen wollte; Borges hatte da längst seine bedeutendsten Werke geschrieben. Aber vielleicht ist es das Beste, nicht von diesen Sachen zu reden.“

Ich war gerade dabei, mir eine Verteidigung der Originalität in Borges’ Werk einfallen zu lassen, als ich sah, dass er sich im schwarzen Anzug mit kleinen, kaum wahrnehmbaren Schritten mit dem unentbehrlichen Stock der Türschwelle näherte. Er war gealtert, sah älter aus als beim letzten Mal, als er in meiner Universität eine Reihe von Vorträgen gehalten hatte (seine letzten, wie sich später herausstellen sollte). Als er eintrat, standen wir auf, María ergriff die Initiative, nahm seine Hand und führte ihn zum Sessel mir gegenüber. Ich schaute ihn an, Auge in Auge … „wie man Gott vor seinem Altar anbetet“ … Ich weiß nicht, wieso mir damals der Vers von Bécquer in den Sinn kam, möglicherweise, weil Borges für mich so etwas wie der höchste Ausdruck literarischer Kreativität war, der Nukleus der Fiktion des 20. Jahrhunderts, dies und vieles mehr. Ihm gegenüber, von Angesicht zu Angesicht, war es mir unmöglich, diese Bewunderung in Worte zu fassen; so ähnlich muss es den tibetischen Mönchen ergehen, wenn sie den Dalai Lama in persona sehen dürfen: ein Gefühl vergleichbar einem Zustand zwischen Konfusion und Glückseligkeit … María riss mich aus meiner Trance.

„Nun“, sagte sie, „hier haben Sie ihn. Ich muss noch ein paar Dinge erledigen, ich hoffe, sie beide langweilen sich nicht.“

Wieder nahm sie Borges’ Hand, er antwortete darauf mit einem Lächeln, dann erhob sie sich und verließ den Salon. Borges begann sofort über meine jüngst erschienene Abhandlung zu sprechen:

„Sehr interessant, mein Freund, sehr interessant“, sagte er, woraufhin er für fünf Sekunden schwieg, als würde er Anlauf nehmen, um etwas hinzuzufügen, er atmete einmal tief ein, fügte aber nichts hinzu, vielleicht erwartete er meinen Kommentar; gerade als ich ansetzte, etwas zu sagen, schnitt er mir das Wort ab:

„Aber ich glaube nicht, dass ich so viel Schmeichelei verdiene. Kürzlich rief mich einer meiner Verleger an, um mir zu sagen, dass die französische Ausgabe in weniger als zwei Monaten erscheint. ‚Fabelhaft!‘, sagte ich ihm; hoffentlich erscheint sie mit Ihrer Abhandlung. Ich habe Ihnen doch schon gesagt, dass sie mir gefallen hat, oder?“

Das mit der französischen Ausgabe wusste ich bereits, ich wusste auch, dass ein befreundeter Professor den einleitenden Essay geschrieben hatte, auf Französisch, aber ich wollte nicht auf Details eingehen; über die Qualität anderer Literaturwissenschaftler zu urteilen, kommt dem Betreten eines Minenfeldes gleich.

Dann befiel uns das erste Schweigen dieses Nachmittags. María ging über den Korridor in Richtung Küche, sie schenkte uns ein kurzes besorgtes Lächeln und ging weiter.

Wieder allein und um die Stille zu beenden, bat ich ihn um seine Meinung zu dem letzten Buch, das ich gelesen hatte, die Antwort hätte ich allerdings vorhersehen können: „Ich habe es nicht gelesen, verzeihen Sie … Schon seit geraumer Zeit lese ich nichts Neues … Ich erinnere nur, wissen Sie.“

„Woran erinnern Sie sich gerne?“

„An alles, wissen Sie“, antwortete er, „oder an fast alles. Manchmal ist es, als läse ich Milton oder Stevenson, kennen Sie das? Vor allem Stevenson. Was meinen Sie? Mir kommt es jedenfalls so vor … Stevenson, natürlich … und auch Chesterton, nicht wahr?“

Borges fragte und antwortete fast gleichzeitig, vielleicht weil er wusste, dass alle Welt seine Meinung hören wollte, oder einfach, weil er es mittlerweile gewohnt war, seine Ansicht mitzuteilen, noch bevor man ihn darum bat. In gewisser Weise war seine Art zu reden, die keine Spur von Anmaßung anklingen ließ, immer dieselbe, das gezischelte S, der sanfte Rhythmus seiner hellen Stimme, als zitiere er; und vor allem die Eigentümlichkeit, beinahe jede Äußerung mit dem wohlbekannten „wissen Sie?“ oder „nicht wahr?“ zu beenden, damit sich eine Konversation nicht totlief und durch diese höflich mitschwingende Frage vorangebracht wurde. Wann immer ich Borges gehört hatte, war er mir als der Argentinier mit dem schwächsten Akzent vorgekommen. Bestimmt irre ich mich, aber dieses Mal schien es mir wieder so. Die Worte seiner nachlassenden und zittrigen Altersstimme erreichten mich klar und wirkten so vertraut, dass ich einen Moment lang dachte, ich sähe eines seiner Fernsehinterviews. Sein greises Antlitz und der unentbehrliche Stock hatten sich kaum verändert, seit ich ihn das letzte Mal gesehen hatte, nur seine Gesten machten den zunehmenden Verfall deutlich: die unablässige Bewegung seines Mundes; das Zittern seiner Hände, die den Stock festhielten, als könnte er mit ihm fliehen; das blasse und von Falten gezeichnete Gesicht; das schlohweiße, spärliche Haar und vor allem diese leeren Augen, diese kraftlosen und Ehrfurcht einflößenden Augen.

Plötzlich fiel mir auf, dass ich ebenfalls schwieg, ich hatte mich von seiner Wortlosigkeit anstecken lassen. Es kostete mich Mühe, an das bisherige Gespräch anzuknüpfen. Ich hätte ihm gerne gesagt, dass mich seine Antwort nicht zufrieden stellte und mir der Verweis auf Chesterton und Stevenson überhaupt nicht angebracht schien, denn diese beiden nannte Borges immer dann, wenn er lästigen Fragen ausweichen wollte. Außerdem beschäftigten mich viel zu sehr die postmodernen Dichter, als dass ich seine Einschätzung von Chesterton und Stevenson geteilt hätte. Aber ich traute mich nicht, aus Furcht vor einer weiteren ausweichenden Antwort.

Das Leben dieses Siebenundachtzigjährigen stand im Zeichen der Ironie. In Bücher vernarrt, verlor er in jungen Jahren das Augenlicht, meistens las ihm seine Mutter vor. Von vielen Romanautoren als einer der größten Einflussgeber anerkannt, schrieb er selbst keinen Roman, sein Werk konzentrierte sich auf die Erzählung, die Dichtung und den literarischen Essay. Irgendwann während eines Interviews fragte ihn jemand nach seiner Meinung über García Márquez; Borges antwortete, nie etwas von ihm gelesen zu haben, und wie immer bat er um Nachsicht für sein Unwissen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er die Wahrheit sagte, und vertraut man seinen Biografen und engsten Freunden, hatte Borges es vor langer Zeit aufgegeben, zeitgenössische Literatur zu lesen. Heute, am Ende seines Lebens, genoss er das Ansehen, das solch ein Einfluss verleiht, wie er ihn besaß. Als ich an die nächste Frage dachte, kam mir sein Verhältnis zu Bioy Casares und zur fantastischen Literatur in den Sinn. Die Antworten hatte er gleich parat, alle mit den Anekdoten und Details ausgeschmückt, die ich schon in seinen Biografien gefunden hatte, als ich meine Doktorarbeit schrieb, aber ich war davon ausgegangen, er hätte sie vergessen. Bei solchen Themen ist es fast unmöglich, nicht weiterzureden. Von der Literatur kamen wir auf den Stummfilm, von der Bedeutung des Tangos für die argentinische Kultur auf seine Ansichten zu einigen Klassikern. Und schließlich zu einigen intimen Geständnissen, Kommentaren zu Ereignissen, die weniger Vertraulichkeiten als offene Worte eines Menschen waren, der der Nachwelt nichts mehr schuldet. Wir sprachen darüber, wie er seine jetzige Lebensgefährtin, María, die viel jünger war als er, kennengelernt hatte, und auch über seine erste Frau, Elsa Astete, und darüber, wie sehr seine Mutter diese erste Ehe abgelehnt hatte. Die Zeit hatte ihr recht gegeben, denn die Verbindung sollte nur drei Jahre halten, er und „Tete“ ließen sich kurz nach der Heirat scheiden, und Borges lebte wieder bei seiner Mutter. „Schon bald, nachdem Mutter gestorben war, schrieb mir das Leben eine andere Geschichte“, gestand er mir. Nur wenig später breitete sich erneut Schweigen zwischen uns aus.

Die letzten fünfzehn Jahre meines Lebens hatte ich damit verbracht, meine Studenten zu lehren, wie man Borges liest, hatte ihnen die Chiffre nahezubringen versucht, die ihnen eines Tages die Tür zu seinen Erzählungen öffnen würde. Und jetzt, ihm gegenübersitzend, brachte ich kein Wort raus. Früher oder später, so erklärte ich mir die Situation, kommt der Moment, da man nicht gleichzeitig bewundern und Fragen stellen kann. María war einige Male in den Salon gekommen, das letzte Mal, um mir Wasser einzuschenken und einige Kekse zu bringen. Das war allerdings vor etwa vierzig Minuten, die Zeit raste davon und mit ihr der Anlass, der mich um ein Treffen mit dem Meister bitten ließ. Ich fühlte mich wohl, aber ich wusste, wenn ich nicht von ihr gerügt werden wollte, musste ich das Gespräch, das jetzt schon zwei Stunden dauerte, umlenken, und zwar bald.

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