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Jeder Zocker durchleidet die gleichen Gefühle, Ängste, Sorgen, Isolation und Hilflosigkeit. Es ist reiner Masochismus bei Suchtkrankheiten! In meiner Geschichte erzähle ich, wie ich zum Schluss, den Absprung aus dem Zocken geschafft habe, welche Hilfe ich bekommen habe und ein wenig über die Hilfsmaßnahmen, die ich in kritischen Phasen anwenden kann, um nicht rückfällig zu werden. Ein Zocker bleibt ein Zocker, für den Rest seines Lebens. Zocker, entgegen seiner Intelligenz, seinem Willen und besseren Wissens. Eine Zockermarionette!
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Seitenzahl: 79
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Mein herzlichster Dank,
an alle die mein Leben bereichert haben und in Zeiten der Not
immer für mich da waren.
Kapitel 1: Was ist Pathologisches Spielen?
Kapitel 2: Wie wird ein Mensch zum Zocker?
Kapitel 3: Was sind die Beweggründe die Menschen zu Zockermarionetten werden lassen?
Kapitel 4: Wie verhalten sich Zocker? Was geht in mir als Zocker vor? Was passiert da denn nun, wenn man vor diesen Geräten sitzt???
Kapitel 5: Welche Menschen werden zu Zockern? Sind es nur Männer? Betrifft es eine bestimmte Sozialschicht? Spielt das Alter eine Rolle? Sind es nur die einsamen Menschen, die Alleinstehenden?
Kapitel 6: Warum hört ein Zocker nicht einfach auf?
Kapitel 7: Der „richtige“ Weg aus dem Suchtverhalten!
Fachbegriff: pathologische Spielsucht
Ich habe alles verloren
Mein Auto, mein Schmuck, mein Geld. Aber nicht nur die materiellen Dinge, nein,
diese „Krankheit“ hat mich auch mein Leben auf meiner Trauminsel gekostet.
Ja, ich bin seit 2007 pathologisch Spielsuchtkrank!
In diesen ganzen Jahren war ich einmal vier Monate, ja, was war ich?
Geheilt? Frei? „Trocken“???
Wie auch immer es bezeichnet wird, Zocken ist ein grausames „Spiel“!
Nur vier Monate hatte ich es geschafft mich, ohne Hilfe, aus diesem Teufelskreis zu befreien, dann bin ich wieder abgerutscht!
In diesen vier Monaten hatte ich es geschafft. Das Spielen fehlte mir auch gar nicht. Aber, es ist eine Suchkrankheit. Obwohl ich keinerlei Entzugserscheinungen hatte!!!
Zumindest hatte ich nichts in der Art bei mir feststellen können!
Zugegeben, ich hatte ja noch nichts gelernt, worauf ich hätte achten müssen.
Sogar ein kleines Guthaben hatte ich wieder auf meinem Bankkonto, statt nur in den roten Zahlen zu jonglieren.
Was ist Pathologisches Spielen?
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pathologisches_Spielen
Pathologisches Spielen oder zwanghaftes Spielen, umgangssprachlich auch als Spielsucht bezeichnet, wird durch die Unfähigkeit eines Betroffenen gekennzeichnet, dem Impuls zum Glücksspiel oder Wetten zu widerstehen, auch wenn dies gravierende Folgen im persönlichen, familiären oder beruflichen Umfeld nach sich zu ziehen droht oder diese schon nach sich gezogen hat. Männer sind davon häufiger betroffen als Frauen. In Deutschland gibt es zwischen 100.000 und 290.000 Betroffene.
Pathologisches Spielen wird in der ICD-10-Klassifikation (zusammen mit Trichotillomanie, Kleptomanie und Pyromanie aber ohne Wetten) unter die
Abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle eingeordnet.
Nicht dazu gezählt wird das exzessive Spielen während manischer Episoden sowie bei der dissozialen Persönlichkeitsstörung, wo es als Symptom des Grundproblems betrachtet wird.
Im englischen Sprachbereich bzw. DSM-IV wird von „pathological“ oder „compulsive gambling“ bzw. oft auch „problem gambling“ gesprochen. Aktuell wurde im DSM-5[1] eine Reklassifikation des Störungsbildes unter Verwendung des wertneutraleren Begriffes „Gambling Disorder“ in die Kategorie „Substance-Related and Addictive Disorders“ vorgenommen. Dieser Schritt stellt einen Paradigmenwechsel dar, da Stoffgebundene und Stoffungebundene Suchterkrankungen nunmehr nosologisch gleichberechtigt nebeneinander stehen. Verschiedene Hinweise wie Übereinstimmungen in der Symptomatik, hohe Komorbiditätsraten in epidemiologischen und klinischen Studien, gemeinsame genetische Vulnerabilitäten, ähnliche biologische Marker und kognitive Beeinträchtigungen sowie in großen Teilen überlappende therapeutische settings sprechen dafür, dass das pathologische Spielverhalten den Suchtkrankheiten zuzuordnen ist.
Ganz ehrlich, Zocker sind bedauernswert, denn sie können sich nicht, ohne Hilfe, davon befreien, bzw. die Kontrolle über ihr Leben wieder erlangen.
Wie in diesem obigen Bericht geschrieben steht.
Es ist die Unfähigkeit zu widerstehen, und der absolute Kontrollverlust.
Die offizielle, deutsche, Bezeichnung dieser speziellen Suchtkrankheit wird als;
Pathologisches Spielen bezeichnet.
Im englischen Sprachgebrauch ist diese Krankheit nicht mit dem verharmlosten Begriff Spiel (play/ playing) assoziiert. Ja, für die, die der englischen Sprache mächtig sind, es wird schon gesagt: play a game (Spiel ein Spiel). Aber game hat nichts mit gambling zu tun!!!
Ich mag den Vergleich dieser Krankheit mit
„Spielen“ nicht!
Spielen ist etwas was wir schon von Kleinkind an üben, um uns für das Leben in der Gesellschaft, für das Arbeitsleben und Familienleben vorzubereiten.
Aus diesem Grund nenne ich diese Krankheit
„Zockerkrankheit“!
Ich habe entschieden, dass es keine „Spielsucht“ ist, sondern eine Zockersucht.
Denn, was wir Zocker hier machen ist alles andere als ein Spiel!
Wir sind gefangen in einer grausamen, unbarmherzigen Welt, aus der es, anscheinend,
keinen Ausweg gibt.
Kann einem Zocker geholfen werden?
Ja, aber erst wenn ein Zocker, bzw. suchtkranker Mensch, sich seiner Krankheit bewusst wird und auch wirklich aus dem Sog dieser Sucht aussteigen will, hat er eine Chance wieder „Herr“ bzw. „Frau“ über sich selbst, oder besser gesagt, über diese Krankheit zu werden und die Kontrolle über sein Handeln wieder zurück zu gewinnen.
Ja, es ist dann tatsächlich ein Gewinn!
Ein Gewinn an Leben, Lebensqualität, Selbstachtung und Freude!
Wie wird ein Mensch zum Zocker?
Jeder „Spieler“ kann früher oder später zur „Zockermarionette“ werden.
Ohne Sinn und Verstand.
Die Menschen mutieren zu Zockern und Zocker werden vor den Automaten zu
Zombies, zu Marionetten, ohne selbstständiges Leben in sich.
Völlig geistesabwesend gegenüber Zeit, Raum und Verantwortung.
Absolut realitätsfremd und fernab von der Welt in der wir Leben.
Und dies alles, ohne betäubt zu sein, bei vollem Bewusstsein, ohne äußeren Zwang.
Sind in diesen Computerspielen ähnliche subtile Bilder versteckt, so, wie es in der Werbung schon gemacht wurde? Aus der Werbung wissen wir ja schon, dass uns Bilder immer wieder ins Unterbewusstsein eingebläut werden.
Um unsere Begierden zu steigern und unser Kaufverhalten zu manipulieren, ohne dass wir dieses bewusst Wahrnehmen.
Innerhalb von Bruchteilen von Sekunden werden uns diese Bilder in das Unterbewusstsein eingebläut.
Das schlimmste, was einem Menschen passieren kann, ist dass er seinen Bus oder den Zug verpasst hat und, um die Zeit totzuschlagen, in eine Spielothek geht. Wenn er Pech hat, wirft er zwei Euro in einen Automaten und gewinnt vier- oder fünfhundert Euro.
Warum das Pech ist?????
Ganz einfach, Mensch ist Mensch und deshalb wird dieser Mensch, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, wieder in eine Spielothek gehen und versuchen dieses „Glück“ zu wiederholen.
Andere Menschen haben vielleicht einfach Langeweile und suchen in einer Spielhalle einfach einmal Abwechslung oder, die Möglichkeit von Problemen abgelenkt zu werden. Was, kurzfristig auch wunderbar zu gelingen scheint. Oder, wie in meinem Fall, eine Zigarette zu rauchen.
Dies ist dann meistens auch schon ein Einstieg in die Zockerkrankheit.
Eine Suchtkrankheit schleicht sich langsam ein. Zu Anfang behält der Mensch noch die Kontrolle über sein Handeln, aber nach einer gewissen Zeit verlor ich mehr und mehr die Kontrolle über die Zeit die ich in die Sucht investierte, und über dass Ausmaß, welches die Sucht übernimmt.
Der Kontrollverlust ist der Punkt, an dem der Mensch sich nicht mehr von dem Suchtmittel abwenden kann. In meinem Fall ist der Kontrollverlust relativ schnell eingetreten. Es dauerte nicht allzu lange bis ich alle Gelder verzockt hatte, dann den Schmuck verkaufte, um Geld zum Zocken zur Verfügung zu haben, dann das Auto!
Bald schon lebte ich nur noch von der Hand in den Mund und in ständiger Sorge, wie ich die nächsten Rechnungen bezahlen kann und Geld zum Zocken abzwacken könnte.
Wie ich persönlich zur Zockermarionette wurde will ich hier erzählen.
Meine Zockersucht
Was das Zero Spiel beim Roulette ist, wusste ich von meiner Mutter. In ihrer Begleitung war ich zum 1. Mal in einem Casino und von ihr bekam ich die Informationen zu dem Zero Spiel.
Ich war in den vergangenen Jahren gerne zwischendurch in ein Casino gegangen. Ein staatliches Casino, dort herrschte damals noch ein gewisses Flair. Die Menschen machten sich richtig fein für einen Abend im Casino. Die Damen in Abendgarderobe, gut geschminkt und mit einer tollen Frisur. Es war immer ein besonderes Ereignis für mich. Mich mit Menschen zu umgeben, die, so dachte ich zumindest immer, viel Geld hatten, Menschen die sehr gute Manieren und höfliches Verhalten an den Tag legten. Hier, in diesen Casinos wird nicht mit 0,10 Cent Einsatz gespielt, sondern mit sehr hohen Einsätzen auf den Rouletttischen. Da ging es meistens um sehr viel Geld, nicht nur um einige Hundert Euro. Spiele für 0,10 Cent kannte ich nicht einmal.
Es lief immer und ich meine immer, für mich so ab, dass ich mir 50 oder 100 Euro als Budget erlaubte. Ich wechselte diese 100 Euro in Jetons ein und ging an den Rouletttisch. Mein Spiel war immer nur das Zerospiel.
Mit anderen Roulettspielen kannte ich mich nicht aus, also kam für mich auch nur das Zerospiel in Frage. Hier konnte ich mit fünf Jetons Einsatz sieben Zahlen abdecken. Nur die Zahl 26 bekommt einen ganzen Jeton, die anderen sechs Zahlen werden je zur Hälfte eines Jetons belegt. Entsprechend, ist bei einem „Gewinn“, dann auch die Aufteilung.
Wenn ich gewann, steckte ich die Fünfziger Jetons in ein anderes Fach meiner Handtasche und spielte mit den kleinen Jetons weiter. Waren die kleinen Jetons aufgebraucht, ging ich zur Kasse, wechselte die Fünfziger Jetons ein und verließ das Casino. Hatte ich die kleinen Jetons verspielt und keine Jetons im anderen Fach der Handtasche, ging ich trotzdem nach Hause. Nicht ein einziges Mal hatte ich das Bedürfnis mehr Geld einzuwechseln. Sobald mein Budget (Einsatz und/oder kleine Jetons) verloren waren, ging ich einfach. Mich dort weiter aufzuhalten und anderen dabei zu zusehen, wie sie ihr Geld verspielten oder gewannen, war für mich nie von Interesse.
