Diese eine Nacht - Arunika Senarath - E-Book
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Diese eine Nacht E-Book

Arunika Senarath

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Beschreibung

Vor der Kulisse von Dresdens Elb-Barock verliebt sich die hübsche Amina in Sten mit den eisblauen Augen. Doch passen sie wirklich zusammen? Denn er gehört einer rassistischen Bewegung an, und sie hasst Vorurteile. Außerdem trägt sie ein schweres Paket einer schlimmen Partynacht während ihrer Schulzeit mit sich herum, in das er irgendwie verwickelt zu sein scheint. Die junge Autorin Arunika Senarath entwirft in ihrem Debütroman ein zeitgenössisches Personal junger Menschen, das zwischen Neustadt und Frauenkirche studiert, liebt, streitet, feiert. Und das vom politischen Ruck nach rechts nicht unberührt bleibt. Arunika Senarath wurde 1993 in Colombo (Sri Lanka) geboren und ist in Baden-Württemberg aufgewachsen. Sie lebt in Berlin.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 230

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Arunika Senarath

Diese eine Nacht

Roman

ein mikrotext

Cover: Andrea Nienhaus

Coverfoto: pixabay.com (Lizenz CC0 1.0)

Schriften: Scriptorama Markdown JF (Cover) PTL Attention, PT Serif

Erstellt mit Booktype

www.mikrotext.de – [email protected]

ISBN 978-3-944543-45-1

Alle Rechte vorbehalten.

© mikrotext 2017, Berlin

Inhalt

Das Leben der hübschen Amina wird durchgemischt, als sie Sten mit den eisblauen Augen auf einer Party kennenlernt. Sie ist fasziniert von seinen verrückten Ideen, etwa einem Candle-Light-Dinner in einem Hinterzimmer der Semperoper. Doch als sie zufällig erfährt, dass er einer ausländerfeindlichen Gruppierung angehört, wachsen ihre Zweifel. Ist er wirklich der, der er zu sein scheint? Und dann ist da noch ihre eigene Vergangenheit, die sie immer wieder herausfordert. Die junge Autorin Arunika Senarath hat ein Personal junger Menschen entworfen, das in Dresden studiert, liebt, feiert, streitet und das dem politischen Ruck nach rechts gewaltig ausgesetzt wird. Diese eine Nacht ist ihr Debüt.

Diese eine Nacht

Impressum

Inhalt

Titelseite

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

Weitersagen

Über die Autorin

Über mikrotext

Katalog

Ein Chat von der Flucht (Leseprobe)

Digitale Love Story (Leseprobe)

Arunika Senarath

Diese eine Nacht

Roman

Prolog

Amina Salem war zierlich und nicht allzu groß. Wie eine zerbrechliche Puppe, geschaffen, um angesehen zu werden, nicht, um im Leben zu bestehen. Karamellfarbener Teint, langes, dickes, dunkles Haar, das bis unter ihre Rippen fiel. Augen wie Schokoladenplätzchen hatte eine alte Dame einmal zu ihr gesagt, als sie noch ein Kind gewesen war. Sie wusste, dass sie schön war, auf eine rationale Art wusste sie es. Doch sie konnte es nicht fühlen. All die Komplimente und netten Worte, die sie in ihrem bisherigen Leben erhalten hatte, hatten ein Bild von ihr gezeichnet, das sie zu gerne annehmen wollte. Eine junge, selbstbewusste, schöne Frau.

Wenn nur nicht dieser Schmerz wäre, wenn sie in den Spiegel sah. Das Gefühl, dass etwas fehlte, dass etwas anders sein sollte.

1. Kapitel

Es klingelte. Laut. Amina blinzelte gequält und versuchte ungeschickt, den Wecker auf „Schlummern“ zu schalten. Frühes Aufstehen bereitete ihr Kopfschmerzen, auch wenn sie es gewohnt war. Das letzte Jahr wäre sie froh gewesen, hätte sie eine Nacht ungestört bis um diese Zeit schlafen können. In ihrem kleinen Wohnheimzimmer war es bereits hell, sie hatte keine Vorhänge. Zu viel Dunkelheit bedrückte sie.

Die erste Vorlesung heute war Kommunikationsforschung: Wie kommunizieren Menschen, welche Modelle hat die Wissenschaft dafür entworfen, und wie funktioniert Journalismus? All das und vieles mehr wollte Amina lernen. Sie hatte sich für einen Bachelor in Kommunikationswissenschaft entschieden und war an der TU Dresden angenommen worden.

Dresden war eine richtige Studentenstadt. Nicht zu groß und nicht zu klein, es gab eine bezaubernde Altstadt, die den Flair vergangener Zeiten unter großen Fürsten und Königen erahnen ließ, und eine alternative, mit Szene-Kneipen und Clubs angereicherte Neustadt, wo sich vor allem abends die Studentenschaft tummelte. Dazwischen die Elbe, der Treffpunkt beim kleinsten wahrnehmbaren Sonnenstrahl für Radfahrer, Jogger und Tagträumer, die sich ans Flussufer setzten und den Anblick der barocken Dresdner Silhouette genossen. Dresden war einfach schön. Und weit weg von zu Hause.

Amina kam aus einer Kleinstadt in Baden-Württemberg. Es gab nicht viel, was sie dort gehalten hätte oder was sie vermisste. Eine Handvoll enger Freunde aus der Schulzeit. Und ihn. Aber sie war dankbar, dass ihre Mutter sie angetrieben hatte, ein Studium zu beginnen, sich nicht zu Hause einzugraben. Denn nach dem Abitur hatte sie erstmal eine Pause gemacht und sich nicht gleich um ihre weitere Ausbildung gekümmert. Wobei von einer Pause nicht wirklich die Rede sein konnte, jeder Tag war eine Herausforderung gewesen. Die Entfernung tat ihr jetzt gut, sie lenkte sie ab und ließ sie sich auf das Wesentliche konzentrieren. Je schneller sie das Studium abgeschlossen haben würde, desto besser.

Amina war mittlerweile bereit für den Tag und wollte gerade ihre Tasche schnappen, um loszugehen, als ihr Handy aufleuchtete. Eine Nachricht von Franzi: „Hey, ich bin zu faul für KoFo, aber freue mich auf heute Abend!“

„Na toll“, dachte Amina. Vorlesung ohne Franzi war nur der halbe Spaß. Sie hatten sich in einer der ersten Uni-Veranstaltungen kennengelernt und auf Anhieb verstanden. Im Gegensatz zu Amina strahlte Franzi eine sorglose Offenheit aus, mit der sie sofort auf jeden sympathisch wirkte. Schüchternheit und Misstrauen waren ihr fremd, sie war überall beliebt. Amina hatte sich von Franzis Frohnatur angezogen gefühlt und die beiden, so verschieden sie auf den ersten Blick wirkten, waren schnell Freundinnen geworden. Amina wünschte sich manchmal, ihr Leben hätte zugelassen, dass sie wie Franzi, die aus Köln in die sächsische Landeshauptstadt gezogen war, um eine neue Stadt und neue Leute kennenzulernen, frei und ungebunden einen neuen Abschnitt beginnen konnte. Ohne Laster, ohne Ängste, ohne Schatten, die ihr auf Schritt und Tritt folgten. Amina war niemals sorglos, sie konnte es nicht sein.

Die beiden Vorlesungen verliefen zäh, Amina schaute die meiste Zeit auf ihr Handy, googelte unsinnige Dinge und las die neusten Nachrichten. Der Professor hielt nicht viel von Mikrophonen, und es war deshalb so gut wie unmöglich, in den hinteren Reihen des Vorlesungssaals etwas zu verstehen.

Als sie nach Abschluss der Vorlesung durch die Sitzreihen auf den Ausgang zusteuerte, sah sie in der ersten Reihe eine Gestalt, die ihr freudig zuwinkte. Dunkelbrauner Wuschelkopf, ein jungenhaftes Gesicht. Alex rief ihr zu: „Noch Lust auf einen Kaffee?“

„Ja, warum nicht“, antwortete Amina. Alex war neben Franzi die einzige Person, mit der sich Amina in den ersten Semesterwochen näher angefreundet hatte. Er war zugegebenermaßen ein ziemlicher Streber, weshalb Franzi ihn eher mied und nicht nachvollziehen konnte, warum Amina Zeit mit ihm verbrachte. Doch Amina mochte Alex wirklich. Vielleicht lag es daran, dass sie beide nicht zu den coolen Kids gehörten.

„Wie fandest du die Vorlesung?“, fragte Alex, als sie an der kleinen Mauer vor der Cafeteria lehnten. Er drehte sich zu ihr, schaute sie direkt an, während Amina gedankenverloren in ihren Kaffeepappbecher stierte und darin herumrührte.

„Ganz ok, aber ein bisschen langweilig.“

Alex versuchte, mit zwei weiteren Anläufen Aminas Aufmerksamkeit zu erregen und ein anständiges Gespräch zustande kommen zu lassen, aber ihr war eher nach Schweigen zumute. Sie hatte immer noch Kopfschmerzen.

„Alles gut, Mina?“ Alex legte seine Hand unbeholfen auf ihre Schulter.

„Mein Kopf hämmert schon den ganzen Tag, ich sollte mich nochmal schlafen legen vor der Party“, erwiderte sie.

„Gehst du mit Franzi feiern?“

„Ja, sie will unbedingt auf jede Erstsemester-Party und ich muss natürlich mit“, sagte Amina mit gespielter Empörung. Partys waren wirklich nicht ihr Ding, nicht mehr. Aber Franzi zuliebe ging sie so oft wie möglich mit.

Als Alex und sie sich verabschiedet hatten, dachte Amina, sie hätte ihn vielleicht fragen sollen, ob er heute Abend mitkommen wollte. Doch Franzi wäre nicht begeistert gewesen mit dem „Nerd“, wie sie ihn nannte, wegzugehen. Naja, er würde es ihr nicht übel nehmen.

Franzi war über mehrere Ecken, über Bekannte ihres Mitbewohners, auf eine WG-Party von Studenten höherer Semester eingeladen worden und sie hatte Amina die Adresse in der Neustadt gegeben. Sie wollten sich dort um 22 Uhr treffen.

Amina saß an ihrem Schminktisch. Ein kleiner weißer Tisch mit aufgeschraubtem, drehbarem Rundspiegel. Darauf allerlei Make-up-Produkte, Nagellacke und Pinsel. Das strahlende Weiß der hölzernen Tischplatte war mittlerweile eher ein schmuddeliges Grau-Braun. Amina war nicht sehr achtsam, was solche Dinge betraf. Nachdem sie das Make-up aufgetragen hatte, versuchte sie, ihre Haare zu bändigen. Lieblos zupfte sie an einzelnen Strähnen, versuchte, fliegende Haare flach zu streichen. Sie war nicht richtig zufrieden mit dem Ergebnis.

Trotz der recht großen Auswahl an Schminkutensilien war ihr Look immer der gleiche, dezent und unauffällig. Betonte Augen, etwas Rouge. Sie saß vor dem Spiegel und sah sich eine Weile einfach nur an.

Der Schminktisch war ihr einziges eigenes Möbelstück in dem 15-Quadratmeter-Zimmer des kleinen Apartments. Im Studentenwohnheim waren alle Zimmer möbliert, Bett, Schreibtisch, Stuhl und Schrank waren vorhanden gewesen. Auch das kleine Bad und die Küche waren bereits voll ausgestattet, wenn man einzog. Aminas Apartment wirkte steril, sie hatte sich nicht großartig eingerichtet. Ein paar Bücher lagen auf dem Schreibtisch und ein gerahmtes Bild von ihm stand gut sichtbar auf dem Fenstersims. Sie nahm es gerne in die Hand und betrachtete es minutenlang.

Um zur WG-Party zu gelangen, fuhr Amina mit der Straßenbahnlinie 13 Richtung Kaditz, die auf der Albertbrücke die Elbe überquerte. Der Anblick des Flusses, in dem sich bei Dunkelheit die beleuchteten, weltbekannten Bauschätze von der Frauenkirche bis zur Semperoper spiegelten, war einzigartig, beeindruckender als auf jeder Postkarte. Langsam zerflossen die Lichter im Fluss. Anmutig still wirkte die Szene, als könnte diese Ruhe nichts stören. Jeder, egal ob Tourist oder Dresdner, wandte den Kopf zur Elbe.

Schon von Weitem hörte sie den wummernden Bass aus dem geöffneten Küchenfenster der WG. Eilig lief sie von der Straßenbahnhaltestelle zur Partyadresse. 22:05 Uhr. Sie war bereits dabei, Franzi zu schreiben, dass sie da war, als eine Nachricht von ihr kam: „Geh ruhig schon rein, ich komme ein bisschen später.“ Amina seufzte genervt. So gern sie Franzi auch hatte, aber ihre Unpünktlichkeit war manchmal wirklich ermüdend. Am liebsten hätte sie kehrtgemacht und wäre in die nächste Bahn Richtung Studentenwohnheim gestiegen, aber dafür war es nun wohl zu spät. Sie stand vor dem Eingang des Mehrfamilienhauses, aus dem ein lachendes Pärchen trat und ihr die Tür aufhielt. Sie schlüpfte widerwillig hinein.

Die Luft war stickig im Flur, es wurde geraucht. Vereinzelt standen Grüppchen herum, die sich unterhielten, doch durch die laute Musik konnte man nicht hören, worüber gesprochen wurde. Unsicher bahnte sich Amina einen Weg in die Küche. Die Luft war dort durch das geöffnete Fenster etwas angenehmer. „Wieso ist Franzi immer noch nicht da?!“, dachte Amina leicht verzweifelt, während sie ihren Parka auszog und auf einem Stuhl, über dessen Lehne schon einige andere Jacken hingen, ablegte. Sie schaute sich um. Die Küche war nicht allzu groß, aber stehend konnten gut zehn Leute Platz finden. Neben ihr befand sich ein quadratischer Holztisch mit Getränken und Schalen mit verschiedenen Chips-Sorten. Die drei Stühle ringsherum waren jeweils unterschiedliche Modelle, bunt zusammengewürfelt. Vier Mädchen, alle ein paar Jahre älter als Amina, machten sich an der anderen Seite des Tisches an den Getränken zu schaffen. Wodka-O. Sie lachten schrill und waren eine Spur zu aufgedreht für Aminas Geschmack. Neben dem Kühlschrank, schräg gegenüber von Amina, unterhielt sich angeregt ein Pärchen. Sie gestikulierte wild und zog immer wieder an ihrer Zigarette, er stand dicht vor ihr, den Arm lässig an den Kühlschrank gelehnt und schien sichtlich Gefallen an ihr zu finden.

Amina fühlte sich zunehmend unwohl. Sie kannte keinen und sie sah auch niemanden, der sonst noch alleine herumstand. Sie bediente sich an der Erdbeerbowle, um sich wenigstens an ihrem Becher festhalten zu können, und nippte immer wieder kurz daran.

„Bin jetzt da, wo bist du?“ Eine Nachricht von Franzi. Anstatt zu antworten und noch länger zu warten, beschloss Amina, Franzi zu suchen.

Noch während sie auf ihr Handy schaute, spürte sie es. Dieses Gefühl, beobachtet zu werden, das man erst richtig deuten kann, nachdem man tatsächlich jemanden dabei ertappt hat, wie er einen anstarrt. Als Reaktion darauf hob sie den Blick und sah an der Küchentür zwei eisblaue Augen in ihre Richtung sehen. Sie erzählten eine Geschichte. Eine Geschichte, die weit zurückging und doch in diesem Moment anfing.

„Da bist du ja!“ Franzi kam freudestrahlend auf sie zu und umarmte sie. „Sorry für die Verspätung, hab die erste Bahn verpasst.“ Nachdem Amina alle Zimmer der Wohnung durchforstet hatte, war Franzi schließlich im letzten gewesen. Sie hatte auf dem Bett gesessen, mit zwei Typen.

„Das ist Nicolai, mein Mitbewohner, ihr kennt euch ja noch gar nicht. Und das ist Michi, er wohnt hier.“

„Hi. Amina“, sagte Amina, während sie beiden nacheinander die Hand schüttelte. Nicolai war groß, hatte schwarzes Haar und ein markantes Kinn. Er war bestimmt schon 27 und hatte diesen Surfer-Look. Verschiedene Stoffarmbänder am Handgelenk, eine Halskette mit unechtem Haifischzahn als Anhänger und dazu ein beiges, aufgeknöpftes Sommer-Sweatshirt. Genau Franzis Typ, schätzte sie. Wenn sie ihn wollte, würde sie ihn bekommen, das stand für Amina fest.

Amina verließ den Raum, um das Badezimmer aufzusuchen. Franzi und Nicolai saßen zu diesem Zeitpunkt schon verdächtig nah beieinander und Franzi hatte mittlerweile das dritte Glas Bowle geleert.

Amina blickte in den Badezimmerspiegel über dem Waschbecken. Sie sah müde aus, ihre Augen waren leicht gerötet, ihr Make-up etwas verschmiert. „Ich sollte nach Hause gehen“, dachte sie. Sie war mit niemandem länger ins Gespräch gekommen und saß nur gelangweilt neben Franzi, die mit ihrem Mitbewohner flirtete.

Wäre sie nur zu Hause, bei ihm. Seine natürliche Wärme fehlte ihr, sein weicher Blick, sein Lachen. Herzschmerz. Doch es war besser so. Sie würde in drei Jahren zurückkehren und dann würde alles gut werden. Dann würde alles so sein, wie es sein sollte.

Auf dem Weg zurück hörte sie aufgebrachte Stimmen aus einem anderen WG-Zimmer.

„Du kannst das nicht alleine beschließen, wir sind zu fünft, und wenn nicht alle im Vorstand zustimmen, war’s das.“

„Ihr Idioten müsst langsam einsehen, dass es keinen Zweck hat, wenn wir uns immer nur treffen und reden, wir müssen endlich handeln! Ante Noctem muss aktiv werden!“

Amina schlich sich leise an die halb geöffnete Tür und spähte hinein. Hoffentlich würde sie keiner sehen, ihre Neugier hatte sie schon des Öfteren in unangenehme Situationen gebracht. Ante Noctem? Was sollte das sein? Trotz der Anspannung, die das heimliche Lauschen in ihr verursachte, harrte sie noch einen Moment aus und versuchte, die Personen zu erkennen, die sich zu streiten schienen. Ein etwas dickerer Typ, Mitte 20, mit aufgebrachtem Gesichtsausdruck, stand in der Mitte des Raumes und wedelte mit einem Blatt Papier herum. Etwas weiter weg stand sein Widerpart, an einen Glasschreibtisch gelehnt. Amina zuckte innerlich, als sie sein Gesicht sah. Die eisblauen Augen. Es war der Typ, der sie vorhin in der Küche so eindringlich angeschaut hatte. Solche Augen hatte sie noch nie gesehen. Auch ansonsten war er nicht unansehnlich, breite Schultern, sichtlich trainierte Oberarme, hoch gewachsen. Er hatte ein Grübchen am Kinn, seine gleichmäßigen Gesichtszüge wirkten kindlicher als der Rest seines Körpers.

Die beiden diskutierten weiter, bis der Dicke das Blatt zerknüllte und auf den Boden warf. Schließlich stürmte er hinaus, direkt auf Amina zu. Sie konnte sich gerade noch rechtzeitig abwenden und ein paar Schritte zur Seite machen, bevor er an ihr vorbeilief, aber er nahm sie gar nicht wahr. Schnurstracks ging er zur Haustür und verließ die Party.

Amina hatte genug gesehen und wollte gerade am Zimmer vorbeihuschen, als plötzlich wieder eine Stimme aus dem Raum drang, die sie anzusprechen schien.

„Hey, bist du alleine hier?“, fragten die eisblauen Augen.

Ein kleiner Knallkörper explodierte in ihr. Hatte er gesehen, wie sie das Gespräch belauscht hatte?

„Ähm, nee, meine Freundin ist nur später gekommen, ich wollte gerade zu ihr gehen“, entgegnete Amina.

Er kam mit ein paar großen Schritten auf sie zu und hielt ihr die Hand entgegen. „Ich bin Sten“, sagte er und sah sie an, als würde er eine bestimmte Reaktion auf seine Worte erwarten. Sein Blick schien ihren festhalten zu wollen, als hätte er lange auf diesen Moment gewartet.

„Amina“, erwiderte sie und fragte, um eine peinliche Stille zu vermeiden, gleich darauf: „Wohnst du hier in der WG?“

„Nein, aber ein Kommilitone von mir, ich studiere BWL im Master. Was studierst du?“

Und so unterhielten sie sich für eine Weile, stellten sich die typischen Smalltalk-Fragen und lachten über dies und das.

Sten hatte eine Ausstrahlung, die Amina nicht richtig einschätzen konnte. Er verhielt sich freundlich und nett, aber sie glaubte, in seinen Augen etwas Unehrliches lesen zu können, etwas, das Distanz wahren wollte. Vielleicht war es auch sein Aussehen. Er sah zu gut aus, um der nette Kerl von nebenan zu sein. Auch wenn das Gespräch immer wieder verstummte, schienen sie aber sichtlich auf einer Wellenlänge zu sein.

„Naja, ich muss dann mal los“, meinte Sten schließlich.

Er verabschiedete sich und umarmte sie flüchtig, was eine elektrische Welle in jeden Winkel ihres Köpers zu schießen schien. Sie ärgerte sich, dass sie sich von einem Schönling so beeindrucken ließ.

Doch da war mehr. Sie wusste, hinter dieser Begegnung steckte mehr.

Als er den Raum verlassen hatte, stand sie noch eine Weile so da und dachte an nichts Besonderes. Das zerknüllte Blatt Papier, das der Dicke wutentbrannt weggeworfen hatte, lag immer noch auf dem Boden. Ihre Neugier gewann wieder einmal. Sie bückte sich, hob es auf und entfaltete es.

Wir erheben uns, um dem sinnlosen Treiben unserer Regierung, der Parteien des Bundestages und der Lobbyisten ein Ende zu setzen.

Wir schauen uns nicht länger an, wie deutsche Politik in Washington gemacht wird, wie Islamisten ganze Dörfer auslöschen und schließlich in Deutschland Asyl finden.

Wir hören uns die Lügen der gleichgeschalteten Presse nicht länger an, die Märchen, die uns Tag für Tag eingetrichtert werden.

Damit muss jetzt Schluss sein.

Wer genauso denkt, ist aufgefordert, sich uns anzuschließen, wer gegen uns, und somit gegen die Wahrheit und gegen ein freies Deutschland ankämpft, wird das Echo auf bittere Weise zu spüren bekommen.

Für unser Land!

Ante Noctem

Das zerknüllte Papier sollte wohl eine Art Flugblatt darstellen. Amina war verwirrt. Was sollten diese seltsamen Vorwürfe und diese Androhung bedeuten? Und was hatte Sten damit zu tun?

Amina verabschiedete sich von Franzi, die sie schließlich wild mit Nicolai knutschend vorgefunden hatte, schnappte sich ihren Parka und verließ die Party. Die kalte, frische Luft tat gut. Auf den Straßen war kein Mensch mehr, obwohl es noch nicht allzu spät war.

Als sie die Straßenbahnhaltestelle erreichte, musste sie verärgert feststellen, dass ihre Bahn ausfiel. Die Anzeigetafel eröffnete ihr dies in einem aggressiv-leuchtenden Satz, der am unteren Rand des Bildschirms eingeblendet wurde. „Das kann doch nicht wahr sein!“, fluchte Amina leise. Aber es half alles nicht, sie würde laufen müssen. Wenn sie sich beeilte, wäre sie in etwas mehr als einer halben Stunde zu Hause.

Also ging sie schnellen Schrittes los, schaute sich nicht um. Sie konnte nicht leugnen, dass ihr etwas unheimlich zumute war. Es war mitten in der Nacht und sie war alleine. Böse Erinnerungen kamen hoch, die sie sofort zu ersticken versuchte. „Es ist alles gut, hier ist keine Menschenseele, du bist gleich daheim“, sagte sie sich im Stillen. Entfernte Männerstimmen. Eine Tür fiel ins Schloss. Panik. Sie ging noch ein bisschen schneller. Vor ihrem inneren Auge erschienen Szenen aus jener einen Nacht, die alles verändert hatte. Eine Gruppe Jungs um sie herum, Gelächter, Alkohol. Zu viel Alkohol.

Ihr Herz begann bei dieser Erinnerung zu rasen, sie musste sich darauf konzentrieren, mit ihren Gedanken nicht abzuschweifen.

Dann hörte sie Schritte hinter sich. Sie wäre am liebsten losgerannt, hielt sich aber zurück und beschleunigte nur ihr Tempo. Die Schritte hinter ihr wurden ebenfalls schneller. „Bitte lass das alles nicht nochmal passieren!“, dachte Amina hektisch atmend.

„Mina!“ Rief es hinter ihr. Die Panik erreichte ihren Höhepunkt, zerschellte dann aber. Es war Alex.

„Hey, was machst du denn hier?“, fragte sie.

„Ich war in der Nähe und habe dich von der Haltestelle losgehen sehen. Du solltest nachts nicht alleine rumlaufen, das kann gefährlich sein.“ Alex lallte leicht, was Amina nun auffiel. Er kam auf sie zu, sah sie seltsam an.

„Du bist ja ganz schön betrunken“, meinte Amina zaghaft. Das unwohle Gefühl stieg erneut an. Es war nur ihr Kumpel Alex, doch sie kannte ihn so nicht, hatte ihn noch nie betrunken erlebt. Er schien mutiger und lockerer zu sein in dieser Verfassung.

„Komm, ich bring dich heim“, sagte er, während er ihr nun unangenehm nahe kam. „Schon gut, Alex, ich komm alleine klar. Deine Bahn fährt ja noch, die müsste in ein paar Minuten kommen. Geh ruhig zurück zur Haltestelle, wir sehen uns Montag in der Uni.“ Sie wandte sich bereits ab, als Alex sie am Arm packte.

„Amina, bleib hier, ich bringe dich nach Hause!“, sagte er erneut in einem bedrohlichen Tonfall und zog sie zu sich.

„Lass mich los!“, schrie Amina, riss sich blitzschnell von ihm los und rannte.

2. Kapitel

Sie rannte und rannte. Ihr Atmen wurde zu einem Keuchen, Seitenstechen. Ihr Verfolger war ihr dicht auf den Fersen, das spürte sie. „Immer weiter rennen, irgendwann gibt er auf“, dachte sie.

„Amina, bleib hier!“ Eine aufgebrachte Frauenstimme. Sie blieb abrupt stehen, drehte sich um. Ihre Mutter rannte ihr nach, mit einem undefinierbaren Bündel im Arm.

„Wie kannst du einfach davonlaufen? Du hast Verantwortung!“

„Aber Mama …“, setze Amina an, während sie auf ihre Mutter zuging. Sie blieb irgendwo hängen, ihr linker Fuß hatte sich eingeklemmt. Sie stolperte und fiel.

Amina schlug die Augen auf. Ihr Herz pochte laut, als würde es rebellieren. Sie brauchte einen Moment, um zu realisieren, dass sie nur geträumt hatte.

„Was für ein dummer Traum“, dachte sie, während sie sich ihre morgendliche Tasse grünen Tee zubereitete. Alex hatte sie im Laufe der Nacht noch dreimal versucht anzurufen, hinzu kamen einige Entschuldigungs-SMS:

„Tut mir leid, Mina, ich wollte dir keine Angst machen.“

„Ich hoffe, du bist nicht sauer, geh bitte ans Handy!“

Und dann am Morgen: „Sorry, Mina, ich war echt betrunken gestern!“

Nein, sie war nicht sauer. Zugegebenermaßen hatte sie sich kurz erschreckt, aber sie kannte Alex gut genug, um zu wissen, dass ihn nun wirklich sein schlechtes Gewissen plagte und so etwas nicht nochmal vorkommen würde.

„Elbeflohmarkt. Trödel und Antikes“ versprach das quietschbunte Banner, das am Brückengeländer der Albertbrücke befestigt war. Amina stieg die Treppen hinab auf das kopfsteinbepflasterte Areal direkt am Elbufer. Jeden Samstag gab es hier einen Flohmarkt, der von den frühen Morgenstunden an gut besucht war. Man fand hier wirklich alles: von uralten Spiegelreflexkameras über Kinderkleidung bis zu Kleinkram wie Porzellan-Vasen und Besteck. Ein Stand reihte sich an den nächsten.

Franzi war ausnahmsweise pünktlich und die Freundinnen schlenderten zusammen über den Markt. Es war ein kühler, aber sonniger Herbstmorgen. Wenige Wolken, ein klarer, blauer Himmel.

„Und wie läuft’s mit Nicolai?“, fragte Amina grinsend, während sie an einem Schmuckstand verschiedene Silberringe begutachteten.

Franzis Augen leuchteten sogleich auf: „Gut! Er ist wirklich süß.“

„Du bist also mit ihm nach Hause gegangen gestern?“, erwiderte Amina in gespielt seriösem Tonfall.

„Sehr witzig, wir wohnen zusammen. Ach Mensch, ich weiß doch, Sex mit dem Mitbewohner ist tabu, aber ich glaub, er steht echt auf mich und er ist voll mein Typ!“, rief Franzi, eine Spur zu laut. Einige Leute drehten sich zu den Mädchen um, was diese wenig störte.

„Franzi, ist doch schön, wenn es passt. Mach dir nicht zu viele Gedanken, falls es nicht klappt, ziehst du halt bei mir ein“, sagte Amina halblachend.

„Was ist mit dir, jemanden Interessantes gesehen auf der Party?“

Franzi wollte offensichtlich ablenken.

„Naja, ich habe mich mit einem Typen unterhalten, Sten heißt er. Der war ganz nett, aber … keine Ahnung, auch ein bisschen komisch“, meinte Amina kritisch. Von dem Streit und dem Flugblatt wollte sie vorerst nichts erwähnen.

„Hey Franzi!“ Zwei Mädchen kamen auf Franzi zugestürmt. Sie war sichtlich unerfreut, dass ihr Gespräch mit Amina unterbrochen wurde, begrüßte beide aber trotzdem herzlich. Alle drei waren beim Uni-Sport aktiv und hatten irgendetwas Wichtiges zu bereden. Da Amina nicht unnütz danebenstehen wollte, ging sie ein Stückchen weiter.

An einem „Jedes Teil 50 Cent“-Stand begann sie, die Kartons zu inspizieren, ohne zu wissen, wonach sie suchte. Hinter einem weißen Teller mit Blumenverzierung fand sie schließlich eine blaue Glasmurmel. Sofort gefiel ihr der Gegenstand, sie ließ ihn von der einen zur anderen Hand rollen. Ihr Gesicht spiegelte sich leicht und verzerrt in der tiefblauen Farbe.

Die Murmel würde ihm auch gefallen, er würde sie genauso aufmerksam betrachten, wie sie es tat.

Gerade als sie die Murmel kaufen wollte, sah sie ein paar Meter entfernt eine große, blonde Gestalt, die ihr Fahrrad auf dem Radweg neben sich herschob, in ihre Richtung kommen. Sten. Sie überlegte, wie sie einer Begegnung entgehen konnte, da hatte er sie schon entdeckt und steuerte auf sie zu. Sie hatte nicht wirklich Lust mit ihm zu reden, es war ihr unangenehm. Sie wusste nicht, was sie von dem Flugblattvorfall halten sollte, und sowieso war sie eigentlich nicht auf Männerbekanntschaften aus.

„Hey Amina!“, rief Sten, der nun nur noch knapp drei Meter entfernt war.

„Hey!“, sagte Amina knapp aber lächelnd.

Sten schien Aminas abgeneigte Haltung zu bemerken, sein breites Lächeln schrumpfte, sein Blick wurde eindringlicher.

„Geht’s dir gut?“

Manchmal hasste Amina ihre eigene Offensichtlichkeit. Jeder schien sie wie ein Buch lesen zu können, jeder schien zu wissen, was sie dachte und wie sie sich fühlte. Egal ob gut oder schlecht gelaunt, fröhlich oder traurig. Alle um sie herum schienen immer gleich zu bemerken, was mit ihr los war, sie konnte nichts geheim halten. Ein Grund, warum sie von zu Hause hatte wegziehen müssen.

„Ja, bei dem schönen Wetter haben Franzi und ich spontan beschlossen, hierher zu kommen. Was machst du heute?“, erwiderte Amina in extra lockerem Tonfall.

„Ich war gerade beim Sport und werde jetzt erstmal ein paar Dinge erledigen. Was machst du heute Abend?“

„Ach, hier bist du! Ich ...“ Franzi war von hinten an Amina herangetreten und stoppte nun mitten im Satz. Sie beäugte Sten wie ein seltenes Tier. „Hi, ich bin Sten. Ich versuche gerade, deine Freundin nach einem Date zu fragen“, warf Sten frech ein und grinste verschmitzt. Ein Blick in Franzis Gesicht verriet, dass er sie jetzt schon auf seiner Seite hatte.

„Na, dann lasse ich euch mal wieder alleine“, entgegnete Franzi daraufhin zwinkernd und verschwand erneut.

„Sorry, ich habe heute schon was vor“, sagte Amina, bereute ihre Worte jedoch sofort ein wenig. Sten nickte und verabschiedete sich.

„Von wegen ganz nett, der Typ ist der Hammer! Wie kannst du so jemandem einen Korb geben, du Monster!“ Franzi war fast schon hysterisch, als sie auf dem Heimweg über Sten sprachen.

„Ja, er sieht gut aus, aber deshalb werde ich nicht alles stehen und liegen lassen“, entgegnete Amina trotzig.

Franzi rollte mit den Augen, sie konnte nicht verstehen, wo das Problem lag. Amina verstand es eigentlich selbst nicht.

„Um 20 Uhr an der Semperoper, Sten“, ließ Aminas Handy am Nachmittag verlauten. Sie saß gerade in der Bibliothek und versuchte, komplizierte Statistikformeln zu verstehen. Weshalb sie als Kommunikationswissenschaftlerin unbedingt Rangkorrelationskoeffizienten berechnen können musste, war ihr absolut nicht ersichtlich.

„Was denkt er eigentlich, wer er ist?“, dachte Amina. Sie fand Sten in diesem Augenblick wirklich dreist. Sie hatte ihm doch gesagt, dass sie keine Zeit hatte. Auch wenn es gelogen war, das wusste er ja nicht. Er war es wohl gewohnt, jede Frau um den Finger zu wickeln.

Aber so sehr Amina auch die Coole sein wollte, es ließ sie nicht kalt.

„Woher hast du meine Nummer?“, schrieb sie zurück.

„Wirst du kommen?“, kam daraufhin sofort.

Sie seufzte. Sollte sie nachgeben? Seine Bemühungen machten eigentlich keinen schlechten Eindruck und aus welchen Gründen er sich mit seinen Freunden stritt, ging sie nun wirklich nichts an, darüber sollte sie sich nicht den Kopf zerbrechen.

Amina war von ihrer gedanklichen Argumentation zwar selbst nicht ganz überzeugt, sagte aber zu.

Alex schrieb ihr ebenfalls kurz darauf, ob sie ihn am Abend treffen wolle, um eine alte Statistikklausur durchzusprechen. Ein weiteres Mal an diesem Tag sagte sie mit einer Ausrede ein vorgeschlagenes Treffen ab.

Es war kurz vor 20 Uhr. Amina saß in der Straßenbahn, Linie Nummer 9. Diese fuhr von ihrem Wohnheim direkt bis vor die Semperoper. Sie zupfte nervös an ihrem Rock herum. Fast eine Stunde hatte sie überlegt, was sie anziehen sollte. Sie wusste ja nicht einmal, was Sten vorhatte. Essen gehen, Cocktails trinken, in der Oper ein Stück ansehen? Hoffentlich nicht letzteres. Dafür wäre sie eindeutig underdressed.

Sie stieg am Theaterplatz aus und ging langsam in Richtung Oper, mit schnellem Blick das Areal absuchend. Er schien noch nicht da zu sein. Sie verfluchte sich dafür, sich herbestellt haben zu lassen. Jetzt stand sie hier in ihrem Blümchenrock und der zu dünnen Strumpfhose und würde auf Sten warten müssen. Sie hasste es zu warten.

„Hübsch siehst du aus.“