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Kurzweilig erzählt dieses Buch zum Beispiel von Ureinwohnern Kamtschatkas, die sich fragten, warum ihr in einem Raben verkörperter Schöpfergott den von ihm geschaffenen Menschen so viele Plagen beschert. Oder von Fischern auf den Äolischen Inseln, die als Piraten zwischen die Fronten eines Krieges gerieten. Und haarsträubend erscheint der Versuch eines potenziellen Büßers, die pastorale Ruhe eines mitteleuropäischen Alpentales mit dem uralten korsischen Brauch des Catenacciu aufzuschrecken. Bemerkenswert ist auch die geradezu erdrückende Kreativität von Bäumen im australischen Regenwald. Kreativität beweisen aber auch jene Fischer in der Südsee, die Haien mit Kokosnussschalen und Seilschlingen auf den Leib rücken.
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Seitenzahl: 237
Veröffentlichungsjahr: 2020
Martin Wohlgenannt schreibt sonst vor allem über Technik. In diesem Buch jedoch erzählt er zum Beispiel von einem Gott, der von einem Raben verkörpert und von seinen Gläubigen mit unfrommen Schimpfworten bedacht wurde. Oder von Mittelmeer-Piraten, die zwischen die Fronten eines Krieges gerieten. Oder von der tiefgründigen Gedankenwelt in den Köpfen von Reisenden, Wartenden und Wirtshausbesuchern. Und haarsträubend ist der Disput zwischen einem Beichtvater und einem reuigen Sünder der den archaischen korsischen Brauch des Catenacciu in einem beschaulichen mitteleuropäischen Bergtal einführen will.
Der göttliche Rabe Kutka
Sonnenuntergang
Ein spanischer Cocktail
Boarding time
Doktor Stromboli
Wenn die Phantasie Streiche spielt
Platzangst in der Eisenbahn
Der Charme von Brüssel
So beautiful and so dangerous
Wunder Nummer 24
Kunst und Wunst auf Teller und Papier
Wer im Regen steht, …
Ein wildes Lokal
Der Catenacciu
Bericht aus der Zeitmaschine
Eiskalte Brise am großen Platz
Der Pianist
Herbstallee
Mr. Hagrofts Erlebnis
Panina
Wo bleibt der Pate?
Augenzwinkern
Wellen zählen
Unterwegs mit Markus Zöllig
Nur wer ein unehrenhaftes, ungerechtes und verlogenes Leben führt, fürchtet die Götter. (Juri Rytchëu)
Durch die Beringstraße, die Meerenge zwischen Alaska und Sibirien, hat Vitus Bering, ein dänischer Seeoffizier im Dienste des russischen Zaren, dauerhafte Berühmtheit erlangt. Außer bei dieser Meerenge ist sein Name zum Beispiel noch in der Beringsee und der Beringinsel verewigt. Der Forscher leitete zwei Expeditionen ganz in den Osten von Asien. Mit seiner ersten Expedition, die von 1725 bis 1730 dauerte, erweiterte er zwar die geografischen Kenntnisse der Wissenschaft, die Frage, ob es zwischen Asien und Amerika eine Landverbindung gibt oder nicht, war allerdings immer noch nicht beantwortet. Und da der Zarenhof Klarheit darüber haben wollte, wie weit seine Macht reichte und ob Eurasien und Amerika vielleicht ein einziger Kontinent seien, wurde 1733, also schon drei Jahre später, die sogenannte Große Nordische Expedition auf den Weg geschickt. Sie dauerte bis 1743, also ganze zehn Jahre.
Die insgesamt dreitausend Teilnehmer dieser Expedition waren in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste wurde Nordische Gruppe genannt und hatte die Aufgabe, die gesamte Nordküste des Zarenreiches entlang der Arktischen See zu kartografieren. Die zweite, die Akademische Gruppe, befasste sich mit einer Vielzahl von naturwissenschaftlichen, geografischen und ethnologischen Fragen, die von der Petersburger Akademie vorgegeben worden waren. Die dritte Gruppe, die Pazifische Gruppe, teilte sich in Sibirien in zwei Abteilungen auf. Die eine hatte die Aufgabe, den Seeweg von Sibirien nach Japan zu erkunden. Die andere, die von Vitus Bering persönlich kommandiert wurde, sollte die Halbinsel Kamtschatka und ihre Umgebung erforschen. Vorher aber sollte sie endgültig klären, ob Amerika und Asien durch eine Wasserstraße von einander getrennt sind. Dieses Mal konnte Vitus Bering den Beweis wirklich erbringen. Mitglieder seiner Mannschaft hielten sich etwa zehn Stunden lang auf dem amerikanischen Festland auf. Die Forscher durchstöberten dabei eine Siedlung der eingeborenen Aleuten, welche sich aus Furcht vor den Fremden aus dem Ort zurückgezogen hatten. Die Forscher hinterlegten in der Siedlung einige Tauschobjekte und nahmen sich dafür die Freiheit heraus, diverse Gebrauchs- und Schmuckgegenstände der Eingeborenen zu entwenden, die sie für ihren Forschungsfundus mit sich nahmen.
Die Ehre für die Klärung der Tatsache, dass Asien und Amerika zwei durch eine Meerenge getrennte Kontinente sind, konnte Bering nicht mehr persönlich entgegennehmen, denn er verstarb auf der Rückfahrt während einer durch Schiffbruch erzwungenen Überwinterung auf einer Insel östlich von Kamtschatka. Diese Insel trägt heute seinen Namen. Die Teilnehmer, welche die Überwinterung überlebten, erreichten später wieder Kamtschatka und setzten dort ihre Forschungsarbeiten fort. Zu diesen Forschern gehörte der in Deutschland geborene Arzt und Naturforscher Georg Wilhelm Steller.
Die Halbinsel Kamtschatka ist nur wenig kleiner als die italienische Halbinsel. Das Klima dort ist allerdings wesentlich rauer, und nirgends auf der Welt gibt es auf einer vergleichbar großen Fläche so viele Vulkane. Steller hatte drei Jahre lang Gelegenheit, sich mit der wilden Natur dieses Landstrichs und seiner Bewohner zu befassen. Berühmt wurde er durch die Beschreibung der nach ihm benannten Stellerschen Seekuh. Sie ernährte sich von Algen, konnte bis zu acht Meter lang und bis zu zehn Tonnen schwer werden. Leider war das friedfertige Tier leichte Beute für Jäger und schon wenige Jahrzehnte später, nämlich 1798, wurde das letzte erlegt. Anhand von noch vorhandenen Skelettteilen lässt sich jedoch heute noch nachweisen, dass die Beschreibungen von Steller den Tatsachen entsprechen.
Seine umfangreichen Forschungen befassten sich neben der Pflanzen- und Tierwelt auch mit dem auf Kamtschatka lebenden Volk der Itelmenen. Entgegen den damaligen Üblichkeiten im russischen Reich, sah Steller in der Urbevölkerung keine Menschen niedriger Rasse, die man im Dienste des Zarenhofs zu unterdrücken und auszubeuten hatte. In intensivem Kontakt mit ihnen lernte er sowohl ihre naturnahe Lebensweise, als auch ihre Religion kennen. Nach Ansicht der Itelmenen war ihnen Gott, dieser Schöpfer aller Dinge, überhaupt nicht wohlgesinnt, denn wie konnte es zum Beispiel sonst sein, dass er ausgerechnet dann stürmisches Wetter machte, wenn sie zum Fischen aufs Meer hinausfuhren. Und überhaupt, weshalb mussten sie unter derart unfreundlichen Bedingungen in Kälte und Nässe leben? Weshalb ließ er Immer wieder Vulkane ausbrechen und machte durch Überschwemmungen all ihre Bemühungen um ein besseres Leben zunichte? Auch war nicht einzusehen, weshalb dieser Gott dafür sorgte, dass Krankheiten ihre liebsten Angehörigen unter Qualen dahinrafften. Und hätte es ein wohlwollender Gott zugelassen, dass sie in den letzten Jahren außerdem noch von gewalttätigen Kosaken drangsaliert wurden, die sie zwangen, ihre schönsten Pelze für einen Zar im fernen Russland herzugeben? In den Augen der Itelmenen konnte ein derartiger Gott nur launisch und bösartig sein. Außerdem war er ziemlich ungeschickt, denn wieso benahm er sich so unfreundlich zu den Menschen, wenn er von diesen verehrt werden wollte? Folgerichtig wurde dieser, von einem Raben namens Kutka verkörperte Gott also nicht verehrt sondern er wurde mit Beschimpfungen und Verwünschungen bedacht.
In der religiösen Überlieferung der Itelmenen entstanden die Menschen in der Zeit der Erschaffung aller Dinge aus der ehelichen Vereinigung des Gottes Kutka mit der Göttergattin Chachy. Interessanterweise besaß Chachy nach Ansicht der Itelmenen nur sehr geringe weibliche Reize. Vielleicht konnten sie sich neben dem unfreundlichen Gott Kutka einfach keine schöne Frau vorstellen. Zum Glück hatte Chachy jedoch etwas mehr Verständnis für das schwere Los der Menschen und griff in äußersten Notfällen korrigierend in deren Schicksal ein. Aus diesem Grund hielten die Itelmenen die Göttergattin Chachy für wesentlich schlauer als den Schöpfergott Kutka.
Scharf wie ein Scherenschnitt zeichnete sich die Silhouette von Alfred gegen den noch gleißend hellen Abendhimmel ab. Schon seit mehr als einer Stunde saß er vollkommen unbeweglich zuoberst auf einer vom Wind ausgehöhlten runden Felsklippe an der Westküste von Korsika. Ganz in seinen Gedanken verloren sah er der Sonne zu, wie sie sich anschickte, immer tiefer hinter die schnurgerade waagrechte Horizontlinie hinabzusinken. Kein Lüftchen regte sich. Totale Windstille. Nahezu vollkommene Abendruhe. Alfred hatte das Gefühl, als wollte das spiegelglatte Mittelmeer gegen Westen hin seine ganze Großartigkeit vor ihm ausbreiten. Ganz nah unter ihm, dort wo der hohe Klippenfelsen, auf dem er saß, ins Wasser eintauchte, sah er durch das glasklare Wasser bis zum Grund in die Lebenswelt von Fischen, Korallen und Schwämmen. Trotz Windstille störte hier, direkt unter ihm hin und wieder ein rätselhaftes Kräuseln an der Wasseroberfläche den Blick in die Tiefe.
Schon zehn Meter von den Uferklippen entfernt wurde die Wasseroberfläche undurchsichtig und zeigte sich in einem geheimnisvollen tiefen Blau, das immer heller wurde, je weiter der Blick zum Horizont hinaus wanderte. Noch weiter draußen mischten sich dem hellen Blau da und dort sanft grün spiegelnde Farbtöne dazu. Fahl schimmerte dieses Farbenspiel im letzten Abendlicht. Ganz weit draußen, fast ganz an der Horizontlinie, erschien die Wasserfläche in einem sehr hellen, nahezu weißen Blau, das dann weich in ein schimmerndes Violett überging. In dem inzwischen diffuser gewordenen Abendlicht verschmolz dieser Farbton mit der jetzt nicht mehr ganz messerscharf gezogenen Linie zwischen der Wasserfläche und dem Firmament. Ein breiter, warmrot verschwommener Streifen spiegelte sich jetzt auf der Wasseroberfläche von der untergehenden Sonne her zu dem immer noch in unbeweglicher Meditation dasitzenden Betrachter.
Das helle Violett des Abendhimmels wurde mit zunehmender Höhe immer kräftiger. Noch weiter in der Höhe ging es in ein zunächst blasses und dann immer satteres Rot über, das von Minute zu Minute fahler und rosiger wurde. Ganz in seinen Gedanken versunken, saß Alfred nach wie vor vollkommen starr wie eine Scherenschnittfigur auf seiner Felsklippe. Über ihm wölbte sich das immer dunkler werdende rosarote Dach des Firmaments.
Es wurde dunkler und dunkler. Im Westen zeigte sich ein erster, sehr heller Stern. Alfred fragte sich, ob dieser hell strahlende Punkt der Planet Venus war oder die Internationale Raumstation ISS. Er bereute es, sich nie intensiver mit Astronomie auseinandergesetzt zu haben. Sein Wissen beschränkte sich auf den Großen und den Kleinen Wagen und den Polarstern. Und natürlich auf das Sprüchlein „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsre neun Planeten“, mit dessen Anfangsbuchstaben sich die Namen der Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto leichter merken ließen. Aber anscheinend waren sich die Sternenfachleute seit einiger Zeit gar nicht mehr einig, ob alle genannten Planeten wirklich Planeten waren. Also, fand Alfred, er sollte sich vielleicht doch etwas intensiver mit Astronomie befassen.
Gebannt beobachtete er, wie mit zunehmender Dunkelheit mehr und mehr Sterne am klaren Abendhimmel sichtbar wurden. Nur sekundenlang sichtbar zogen zwei oder drei Sternschnuppen eine leuchtende Bahn in den dunklen Nachthimmel. Hätte er sich etwas wünschen sollen? Das sollte man doch in so einer Situation tun, hieß es. Aber er kannte niemanden, der je etwas von einem auf diese Weise in Erfüllung gegangenen Wunsch erzählt hatte. Einige meinten, man dürfe in so einer Situation weder etwas von dem Wunsch noch von seiner Erfüllung erzählen. Für Alfred war diese Begründung entschieden zu dick aufgetragen. Plausibler empfand er schon die Begründung, dass solche Wünsche deswegen nie in Erfüllung gingen, weil man sie immer zu spät äußerte. Aber wem fällt schon innerhalb von Sekundenbruchteilen ein sinnvoller Wunsch ein? Außerdem, fiel ihm ein, die Wünsche im Zusammenhang mit Sternschnuppen gehörten nicht in den Bereich der Astronomie sondern in jenen der Astrologie. Und da lagen doch Welten dazwischen: Astronomie war eine exakte Wissenschaft, während Astrologie in den verschwommenen Bereich des Glaubens einzuordnen war.
Noch während Alfreds Gedanken eifrig diskutierten, war die Sonne längst weit unter dem Horizont verschwunden. Zwei oder drei Romantik suchende Schwimmer hatten sich ins Wasser begeben und zogen pfeilförmige Wellenbahnen hinter sich her durch die ansonsten spiegelglatte Wasseroberfläche. Aber schon eine halbe Stunde später saß der Meditierende wieder ganz allein unter dem durch kein fremdes Licht gestörten nächtlichen Sternenzelt. Ein nur noch zu erahnender heller Schimmer hing hinter dem westlichen Horizont und zeigte an, dass die Nacht erst begonnen hatte.
Stiller hatte einen „Spanischen Cocktail“ bestellt. Die Bezeichnung, unter welcher das Lokal den Cocktail seinen Gästen verkaufte, hatte in fetten Lettern an einem auffälligen Ort in der Menükarte gestanden. Etwas kleiner gedruckt waren auch die Zutaten erwähnt gewesen, welche dem Cocktail seinen erfrischenden spanischen Charakter geben sollten. Da die Gedanken von Stiller sich an diesem Abend mit ganz anderen Dingen beschäftigten, hatte er den „Spanischen Cocktail“ nur bestellt, weil er sich schnell entscheiden und nicht ausführlicher mit dem Angebot auseinandersetzen wollte. Und weil seine Gedanken irgendwo anders waren, hatte er schon Augenblicke nach dem Bestellen sowohl den Namen als auch die Ingredienzien des Cocktails vergessen. Schon eine Minute später wollte ihm sein Erinnerungsvermögen irgend etwas mit "Capricciosa" einreden. Aber diese Bezeichnung konnte er sich im Zusammenhang mit einem Getränk aber überhaupt nicht vorstellen. Er hatte zwar heute am Mittag eine Pizza dieses Namens gegessen, aber so ein spanischer Cocktail konnte doch nicht gleich heißen wie eine Pizza. Genau genommen war es auch einerlei, wie der Cocktail hieß. Wenn es ihn wirklich interessiert hätte, hätte er die Bardame ja noch einmal um die Getränkekarte bitten können. Aber er wünschte sich heute nur, dass ihn das Getränk erfrischen und ein Stück vom Alltag wegführen würde.
Es konnten auch zwei oder drei dieser erfrischenden Getränke werden, dachte er sich, als er der getränkekompetenten Frau hinter dem Bartresen bei ihrer Beschäftigung zusah. Dass das weibliche Wesen eine vollbusige Erscheinung war, bemerkte er erst, als sie mit theatralischer Gestik und chromblitzenden Geräten und Gefäßen einige Minuten später begann, seinen Cocktail zu mixen. Durfte man heute, im Zeitalter der Political Correctness, ein weibliches Wesen eigentlich noch als „vollbusig“ bezeichnen, fragte er sich. Oder geriet Mann mit dieser Äußerung schon mitten ins Visier der politisch korrekten Sprachpolizei und wurde von dieser eventuell sogar an den medialen Pranger gestellt? Aber warum sollte Mann die weibliche Schönheit nicht mehr würdigen dürfen? War eine gepflegte weibliche Schönheit nicht so etwas wie ein Kunstwerk? Erwartete nicht jeder Künstler, dass sein Kunstwerk vom Publikum bewundert wird? Er fragte sich auch, wie ein Kunstwerk mit erotischer Ausstrahlung genannt werden müsste, um Gnade vor der Inquisition der Political Correctness zu finden. Außerdem: Wenn diese vollbusige Schönheit nicht wollte, dass die an der Bar sitzenden Gäste ihre körperlichen Vorzüge bemerkten, dann hätte ihre Bluse vermutlich nicht einen derart tiefen Ausschnitt. Mit „Gäste“ meinte Stiller ausdrücklich weibliche und männliche Gäste, denn wie ihm auffiel, verfolgten auch zwei an der Bar sitzende, ätherisch zart wirkende weibliche Wesen jede Bewegung der Barfrau mit großer Aufmerksamkeit. Stiller hatte den Eindruck, dass die Blicke der beiden Frauen sich vor allem vom großen Ausschnitt der Bluse angezogen fühlten. Er wirkte offensichtlich gleichermaßen als Blickmagnet für Gästinnen und Gäste. Stiller registrierte zufrieden, dass die Bemerkenswertheiten, die sich ihm hier an der Bar offenbarten, ihn erfolgreich vom Stress des heutigen Tages ablenkten.
Während ihm diese Gedanken durch den Kopf gingen, hatte die schon etwas in die Jahre gekommene, aber sehr gelungen auf jung getrimmte Getränkefachfrau ein rechteckiges weißes Plastiktablett hervorgeholt, zerteilte darauf mit einem für diesen Zweck etwas überdimensionierten Messer eine grüne Zitrone in dünne Spalten. Danach streifte sie die fein geschnittenen Zitronenspalten in einen steinernen Mörser, löffelte reichlich kandierten Zucker drüber und zermalmte das Ganze mit einem glasierten Porzellanstößel zu einer halbflüssigen Masse. Dann häufte sie mit einem zierlichen Silberlöffel einen kleinen Berg von zerkleinertem Eis darüber. Mit einer Geste, die eines Zeremonienmeisters würdig gewesen wäre, goss sie dann einen tüchtigen Schuss Wodka über das Eis-Zucker-Zitronengemisch. Anschließend wurde mit einer ähnlich zeremonialen Geste noch ein tüchtiger Schuss weißer Rum hinzugefügt. Die beiden hochprozentigen alkoholischen Flüssigkeiten verschwanden sofort in zwischen den kleinen Eiskörnern. Jetzt goss die Barfrau das Gemisch in ein dickwandiges Glas, garnierte es mit Minzenblättern, streute reichlich Birkenzucker auf den Glasrand und stellte den fertigen „Spanischen Cocktail“ mit einem aufmunternden Blick vor Stiller auf den Bartresen.
Sehr durstig durfte der Genießer dieser Mischung aus zerstoßenem Eis, zerdrückten Zitronenscheiben und zweierlei Schnäpsen nicht sein, denn als Stiller das Glas an seine Lippen setzte und trinken wollte, bekam er zunächst nur feuchte Lippen vom Glasrand und ein süßes Gefühl von den Birkenzuckerkörnern, die auf dem Glasrand hafteten. Zum Glück hatte er vorher im Hotelzimmer seinen großen Durst bereits mit einem halben Liter Brunnenwasser gestillt. „Oh Verzeihung“, sagte die Barfrau schnell, „ich habe den Trinkhalm vergessen“, und steckte ein mit bunten Noppen verziertes, für einen durstigen Menschen entschieden zu dünnes Exemplar eines Trinkhalmes mit ein paar stochernden Bewegungen bis zum Boden des Glases. Dort nämlich, im untersten Viertel des Glases befanden sich die wohlschmeckenden alkoholischen Bestandteile des Cocktails. Darüber befand sich fast nur zerstoßenes Eis und die Minze-Gewürzblätter-Mischung, die optisch aber äußerst vorteilhaft zur Geltung kam.
Die hochprozentige alkoholische Flüssigkeit, die sich aus der Tiefe des Glases saugen ließ, hatte einen umwerfend köstlichen Geschmack. Sie war auf angenehme Art unaufdringlich süß und der Geschmack des Wodkas und des Rums ergänzten sich perfekt. Trotz des hohen Alkoholgehalts hatte der Cocktail eine unheimlich erfrischende Wirkung. Stiller musste sich richtig beherrschen, nicht die ganze Flüssigkeit mit einem einzigen gierigen Zug durch das Röhrchen in sich hineinzusaugen. Er fragte sich, ob er nicht gleich einen zweiten Cocktail bestellen sollte noch bevor er den ersten fertig getrunken hatte. Überraschenderweise strengte das Saugen durch das Röhrchen ziemlich an, denn die mit der Flüssigkeit eingesogenen Eiskristalle verengten und verstopften immer wieder den Trinkhalm. Wer durch dieses dünne Röhrchen sehr schnell seinen Durst stillen wollte, brauchte richtig Saugkraft, stellte Stiller verblüfft fest. Unauffällig hatte die Barfrau beobachtet, wie er sich beim Saugen anstrengte. Mit einem schmunzelnden Minenspiel versicherte sie ihm, die große Kraftanstrengung beim Saugen erzeuge bei allen Trinkern immer neuen Durst. Und unmittelbar darauf stellte sie mit einem tiefen Blick in die innerste Gefühlswelt von Stiller die Frage, ob sie gleich noch so einen Cocktail vorbereiten solle.
Wie aus dem Nichts gekommen saß dieses feenhafte Wesen plötzlich im Flughafenbus gleich neben der automatischen Türe. Sie schien ihre Umgebung überhaupt nicht wahrzunehmen. Aber die Männerwelt im Bus erstarrte insgesamt. Einer nach dem anderen. Alle diese im Businessstil gekleideten Herren, deren distinguiertes Auftreten auf eine bedeutende Stellung in ihrem Bereich der Geschäftswelt hinwies. Dort fühlte sich jeder von ihnen unersetzbar, und heute war er, wie so oft, schon wieder in äußerst wichtiger Mission unterwegs. Was hier über Businessmänner geschrieben wurde, gilt natürlich auch für Businessfrauen, denn Businessfrauen waren ebenfalls anwesend im Flughafenbus. Sehr toughe Erscheinungen waren das, man sah es Ihnen an, dass sie im täglichen Business ihren Mann standen. Elegant gekleidet und mit kerzengeradem Rücken von den Halswirbeln bis zu den Lendenwirbeln standen sie zwischen ihren männlichen Kollegen. Ihr Gesichtsausdruck hatte etwas Überlegenes an sich, es erinnerte an eine kuschelige Katze, die mit einem possierlichen Mäuschen spielt, bevor sie es frisst. Für Alfred, der ebenfalls in diesem Flughafenbus saß, hatten solche Frauen ein männlicheres Wesen als Männer. Sie waren hundertfünfzigprozentige Männer. Oder hundertfünfzigprozentig das, was sie sich unter Männern vorstellten.
Alfred kannte keine dieser Businessfrauen persönlich, musste sich selbst also eingestehen, dass sein Unterbewusstsein wieder einmal Vorurteile für bare Münze nahm. Und da er aufgrund seiner Vorurteile diese Businessfrauen nicht als Frauen wahrnahm, war das feenhafte Wesen neben der automatischen Türe das einzige weibliche Wesen im Flughafenbus. Er wagte einen unauffälligen Rundumblick in die von den Fährnissen des täglichen Business verschlossenen Gesichter um ihn herum. Unübersehbar hatte der Anblick dieser aufregenden Person bei jedem Passagier des Flughafenbusses ein Kribbeln in den Lenden ausgelöst. Natürlich durfte sich keiner der Anwesenden dieses Empfinden anmerken lassen. Die Businessgesichter blieben verschlossen und schienen mit viel wichtigeren Dingen beschäftigt. Die sich völlig unbefangen gebende junge Frau schien nichts von der elektrisierten Stimmung um sie herum zu bemerken. Vermutlich war sie als einziger Passagier nicht aus geschäftlichen Gründen unterwegs. Alfred war sich bewusst, dass sein Unterbewusstsein schon wieder Vorurteile spann und jetzt sogar im Begriff war, aus diesen Vorurteilen völlig erfundene Geschichten zu entwickeln. Da diese Geschichten sich jedoch nur in seinem eigenen Kopf abspielten und völlig folgenlos bleiben würden, genoss er sie wie einen vor ihm ablaufenden spannenden Film:
Vom Alter her schätzte er das feenhafte weibliche Wesen auf Mitte Zwanzig. Beim Hinsetzen war ihr ziemlich kurzer Rock etwas in die Höhe gerutscht, was auffällig viele zufällige Blicke der anwesenden Personen auf sich zog. Aus dem Rocksaum wuchsen zwei anmutig angewinkelte, atemberaubend geformte Beine.
Neben ihr stand ein auf jung und erfolgreich getrimmter älterer Bursche, durch dessen Haarpracht sich einige adrett platzierte graue Strähnen zogen. Alles an seinem Gesichtsausdruck strahlte Erfolg aus. Augenscheinlich reizte ihn diese Situation. Sicher würde er auch hier Erfolg haben. Er schien zu überlegen, wie er mit einem mehr oder weniger geistreichen Spruch die mindestens zwanzig Jahre jüngere Frau auf sich aufmerksam machen konnte. Offensichtlich fühlte er sich durch die Anwesenheit der vielen Leute etwas gehemmt, zu anzüglich durfte der Spruch also nicht sein. Um vorläufig den Unbeteiligten zu spielen, blätterte er jetzt in den Börsenkursen auf den Wirtschaftsseiten des "Herald Tribune". Die Vorurteilswelt von Alfred stufte ihn als Investmentbanker ein, der mit dem ihm von Sparern anvertrauten Geld an der Börse spekulierte. Für so jemanden konnten die Wirtschaftsseiten des "Herald Tribune" natürlich hochinteressant sein. Allerdings war an den umherwandernden Blicken des Finanzfachmannes deutlich zu sehen, dass ihn die in der Zeitung abgedruckten Börsenkurse weit weniger interessierten als der Rocksaum der gleich neben ihm sitzenden weiblichen Schönheit. Es war kaum zu übersehen, wie er in Gedanken versuchte, den Rocksaum auf den Oberschenkeln der Dame ein wenig in die Höhe zu schieben.
Mit genervter Miene gab er schließlich das Lesen auf, faltete die Zeitung zusammen so klein es ging und steckte sie in die rechte Außentasche seines Sakkos. Nun begann er mit dem überlegenen Blick einer in Würde ergrauten, aber sich keineswegs alt fühlenden Respektsperson die Anwesenden nach möglichen Nebenbuhlern zu observieren. Sein vorgestrecktes Kinn und die scharfen Falten beidseits seiner leicht geblähten Nasenflügel ließen entschlossene Absichten vermuten. Immer jedoch, wenn sein Blick die junge Dame streifte, nahm sein Gesichtsausdruck einen wohlwollend generösen Zug an. Er schien sich seines Erfolges sehr sicher. Potenzielle Nebenbuhler würde er schon durch sein überlegenes Auftreten neutralisieren. Ein optimistischer Zug in seinem Gesicht ließ darauf schließen, dass er in den nächsten Sekunden zur Tat schreiten würde. Leider bremste der Flughafenbus in diesem Moment vor der Gangway, die zur Einstiegsluke des Flugzeugs emporführte. In der halben Minute, die bis zur Öffnung der Türen verging, entzifferte er mit einer Serie angestrengter Seitenblicke die Sitznummer auf der Bordkarte der jungen Dame. Unmittelbar danach schlug sein optimistischer Gesichtsausdruck in deutlich sichtbare Enttäuschung um, denn er hatte offensichtlich feststellen müssen, dass die attraktive junge Frau im Flugzeug zu weit entfernt von ihm sitzen würde. Das Schicksal bot ihm also für die nächsten Stunden keine Chance zur Aufnahme näherer Kontakte. Nun öffneten sich die Türen des Flughafenbusses und die Passagiere eilten über die Treppe hinauf zum Flugzeug, als ob dieses nur für die ersten der einsteigenden Passagiere einen Sitzplatz hätte. Alfred ließ sich vom Herdentrieb anstecken und eilte ebenfalls. Deshalb verflüchtigte sich schon auf der Treppe die von seiner Vorurteilswelt gesponnene Geschichte und die Einzelpersonen verloren sich in der Gesamtmenge der Passagiere.
In der großen Stadt, von welcher aus er nach dem langen Flug per Eisenbahn weiter reisen wollte, ging für Alfred anscheinend alles schief, was schief gehen konnte. Erstens war die Straßenbahn vom Flughafen in die Innenstadt vor seiner Nase weggefahren und die nächste sollte erst in einer Stunde fahren. Zweitens waren an diesem Flughafen anscheinend alle Taxis anderweitig beschäftigt; die lange Reihe der Taxistandplätze war vollkommen leer. Die nächste Straßenbahn, die mehr als eine Stunde später vom Flughafen Richtung Hauptbahnhof fuhr, hatte bei jeder Zwischenstation einen unerträglich langen Aufenthalt. Von Pünktlichkeit konnte keine Rede sein. Drittens hatte er wegen dieser Verzögerungen auch noch den vorgesehenen Anschlusszug verpasst. Und dies obwohl er bei der Reiseplanung großzügige Umsteigezeiten eingeplant hatte. Nun wartete er auf den nächsten Zug. Den letzten, der heute fahren würde. Das Warten machte ihn jetzt richtig ungeduldig. Die Zeit verstrich im Schneckentempo, und auch wiederholte Blicke auf den am Bahnsteig ausgehängten Fahrplan konnten die Zeit nicht beschleunigen.
Anfangs hätte man die Leute noch zählen können, welche die Bahnsteige bevölkerten. Jetzt aber standen hier hunderte von Pendlern dichtgedrängt. Schicksalsergeben schienen sie zu warten, bis die verspäteten Züge in den Bahnhof einfuhren, welche sie aus der großen Stadt in ihre Wohnorte bringen sollten. Alle Züge hatten an diesem Freitagabend Verspätung. Alfred fröstelte. Der kalte, klamm-feuchte Wind fuhr ihm durch seine dicke Jacke bis auf die Haut. Er betrat die etwas weniger ungemütliche Bahnhofshalle. Auch hier standen die Leute dicht gedrängt. Er versuchte erst gar nicht, die Menschen zu zählen. Es waren einfach viele. Die Anspannungen der bisherigen Reise und der Fahrt, die er noch vor sich hatte, staken ihm wie Blei in allen Gliedern. Würde wenigstens das erhoffte ruhige Wochenende an der Kanalküste seine Erwartungen erfüllen?
Besonders dicht und sichtbar nervös standen die Leute vor den Fahrkartenschaltern in dieser schon stark in die Jahre gekommenen Bahnhofshalle. Als Fahrkartenschalter dienten vier abweisend wirkende, in eine kahle weiße Wand eingelassene Fenster. Hinter jedem dieser Fenster saß ein uniformierter Bahnbeamter und versah, unberührt von der Ungeduld der Wartenden, seinen Dienst als Fahrkartenverkäufer. Er tat dies in provozierendem Zeitlupentempo, so jedenfalls mussten es die im Gedränge vor den Schaltern wartenden Bahnkunden empfinden. Viele der Wartenden waren offensichtlich unter Zeitdruck und fragten sich, ob sie ihre Fahrkarte noch rechtzeitig bekommen würden. Aber außer den zuvorderst Wartenden ging es allen gleich, und so wartete jeder in erzwungener Ruhe, bis er an der Reihe war.
Jene, die endlich ganz vorne an der Glasscheibe angekommen waren, riefen dem Schalterbeamten durch eine runde, gelochte Scheibe in der Mitte des Fensters zwei oder drei Sätze zu. Augenblicke später zogen sie ihre Geldbörse hervor, legten das Geld für die Fahrkarte in eine Vertiefung eines Drehtellers unter dem Fenster. Gleich darauf drehte sich der Drehteller und transportierte das Geld mit sich auf die andere Seite der Glasscheibe. Gleichzeitig erschien auf der Seite des Bahnkunden eine zweite Vertiefung des Drehtellers. Sie enthielt die Fahrkarte und Wechselgeld. Für Alfred hatten diese sich bei jedem Bahnkunden wiederholenden Szenen etwas Erniedrigendes an sich. Er empfand es so, als ob ein untertäniger Bahnkunde von der bahnbeamteten Obrigkeit gnadenhalber eine Fahrkarte erhielt.
Alfred hatte den Fahrkartenkauf schon hinter sich, auch er hatte sich hinten in einer der vier wartenden Menschentrauben gestellt und angesichts der vielen Menschen gehofft, dass sein Zug Verspätung habe, weil er sonst die Fahrkarte verteuert im Zug hätte kaufen müssen. Wenigstens schien die Bahnhofsuhr die korrekte Zeit anzuzeigen. Ungeduldig war er von einem Fuß auf den andere getreten und hatte, unhörbar für alle anderen Wartenden und natürlich auch für den Bahnbeamten, dem letzteren zugerufen, er möge doch ein bisschen schneller arbeiten. Die meisten der Wartenden schienen Ähnliches zu denken. Angespannt wanderten ihre Blicke durch die Bahnhofshalle, über die Köpfe der Wartenden hinweg auf die Bahnsteige hinaus und dann hinauf zur großen elektrischen Bahnhofsuhr, die jede Minute mit einem lauten "Tack" das unerbittliche Verstreichen der Zeit anzeigte. Mit zunehmender Ungeduld eilten die Augen nach jedem „Tack“ zum vorderen Ende der Schlange. Nur um verärgert festzustellen, dass dort vorne alles viel zu langsam weiterging.
Endlich kam Alfred an die Reihe. Um den Ablauf zu verkürzen, hatte er den korrekten Betrag für den Kauf der Fahrkarte schon in der Hand, denn er wusste von der Ungeduld der hinter ihm Wartenden. Schnell erhielt er seine Fahrkarte und froh, dieses Gedränge hinter sich bringen zu können, bahne er sich, "Pardon" rufend, seitlich vom Schalter einen Weg zu den Schwingtüren, die von der Halle auf die Bahnsteige hinaus führten. Die Schwingtüren hießen zu recht Schwingtüren, denn sie schwangen pausenlos auf und zu: vor den Passanten auf und hinter den Passanten zu. Die Schwingfrequenz der Türen harmonierte jedoch nicht mit der Frequenz der ankommenden Passanten. Und auch nicht mit der Geschwindigkeit, mit welcher die Passanten durch die Schwingtüren gehen wollten. Es kam immer wieder zu Behinderungen. Alfred beobachtete, wie eine Türkante einen Reisenden schmerzhaft an der Nase traf, der, von den vielen Menschen in der Bahnhofshalle abgelenkt, zu wenig auf seinen Weg achtete. Wenig später erregte eine lautstark schimpfende ältliche Dame mit auffälligem Fuchspelzkragen die Aufmerksamkeit der Umstehenden, als ihr Koffer von den zuschwingenden Flügeln der Türe eingeklemmt wurde. Es war ihr sichtlich peinlich, dass sie bei ihrem Missgeschick von so vielen Leuten beobachtet wurde. Mit verärgertem Gesicht, viel Gezerre und verrutschendem Kopfputz gelang es ihr dann doch, sich und ihren Koffer aus ihrer Zwangslage zu befreien.
Ein in der Nähe stehender bärtiger Mann, meinte, mit der Bemerkung, man sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, die angespannte Stimmung etwas auflockern zu können. Oberflächlich betrachtet, wirkten die vielen Wartenden auf dem Bahnsteig in der Tat wie eine grauschwarze Masse. Allerdings stachen einige bunte Farbpunkte aus dem Grau der Masse heraus und gaben ihm eine etwas fröhlichere Note. Alfred sah genauer hin. Die meisten dieser bunten Farbpunkte stammten von modisch gekleideten jungen Frauen. Einige trugen lange, tailliert geschneiderte Mäntel, zwei oder drei hatten statt eines Kragens eine auffällig ausladende Kapuze. Einer der Mäntel fiel besonders durch einen mit glänzenden Nieten verzierten Gürtel auf, der lässig um die Taille seiner Trägerin geschlungen war. Einige der jungen Frauen trugen Stiefel mit modischen Schnallen, Knöpfen und anderen zierlichen Accessoires. Andere wollten wohl besonders auffallen, denn sie trugen derart kurze Röcke und Mäntel, dass die Blicke junger Burschen und auch einiger gestandener Männer davon wie magisch angezogen wurden.
