Donnerstalk - Alfred Dorfer - E-Book

Donnerstalk E-Book

Alfred Dorfer

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Beschreibung

Satire ist ein hartes Geschäft. Sie soll der Realität Paroli bieten, doch die Realität ist ein Hochstapler und lässt nichts unver-sucht, die Satire an Absurdität zu überbieten. Dies zu entlarven ist die Aufgabe des Satirikers. Vor dieser Herausforderung steht Alfred Dorfer jede Woche, wenn er in seiner Glosse "Donnerstalk" für die Österreich-Seiten der "Zeit" das Resümee des alltäglichen Irrwitzes zieht. Diese kleinen publizistischen Widerstandsnester sind für den Tag geschrieben, doch sie reichen weit über die Zeit hinaus. Sie sind Momentaufnahmen, die zwar nur einen Ausschnitt des lächerlichen Sittenbildes zeigen, aus dem Österreich besteht, aber es dennoch in seiner Gesamtheit zu veranschaulichen wissen. So ist dieser Band mit den besten ZEIT-Glossen von Alfred Dorfer ein schillerndes Mosaik, in dem all die großen und die kleinen Gauner, die dummen und die dreisten Figuren verewigt sind, die dieses Land so unver-wechselbar machen.

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Seitenzahl: 180

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Alfred Dorfer

DONNERSTALK

herausgegeben von Joachim Riedl

Alfred Dorfer, geboren 1961 in Wien, Satiriker, Schauspieler und Bühnenautor, zählt zu den bekanntesten Kabarettisten Österreichs und hat sich im gesamten deutschen Sprachraum einen Namen gemacht. Seine monatliche Sendung Donnerstalk war sieben Jahre lang das erfolgreichste politische Kabarettprogramm des ORF. Derzeit arbeitet Dorfer an seiner Dissertation.

Joachim Riedl, geboren 1953 in Wien, arbeitete als Journalist und Reporter für die Zeit, den Spiegel und die Süddeutsche Zeitung. Er ist Autor zahlreicher Buchveröffentlichungen und Gestalter kulturhistorischer Ausstellungen. Derzeit leitet er das Wiener Büro der Zeit.

Alfred Dorfer

DONNERSTALK

herausgegeben von Joachim Riedl

Czernin Verlag, Wien

Dorfer, Alfred: Donnerstalk. Herausgegeben von Joachim Riedl Alfred Dorfer Wien: Czernin Verlag 2012 ISBN: 978-3-7076-0387-3

© 2012 Czernin Verlags GmbH, Wien Umschlagfoto: Peter Rigaud Umschlaggestaltung: sensomatic Produktion: www.nakadake.at ISBN Epub: 978-3-7076-0387-3 ISBN PDF: 978-3-7076-0388-0 ISBN Print: 978-3-7076-0386-6

Alle Rechte vorbehalten, auch das der auszugsweisen Wiedergabe in Print- oder elektronischen Medien

Joachim Riedl

Der nationale Hang zur Gosse

Der amerikanische Zeitungsmogul Joseph Pulitzer, eine Abenteurernatur gebürtig aus der Donaumonarchie, schuf vor über hundert Jahren eines der ersten großen Medienvermögen der Welt. Er führte erbitterte Zeitungskriege mit seinem großen Konkurrenten, dem ebenfalls skrupellosen Auflagenkönig William Randolph Hearst, und machte sein Geld vor allem mit Skandalberichten, mit frei erfundenen Klatschgeschichten und mit marktschreierischen Sensationsstorys. Jahrmarktjournalismus, der sich schrill abhob von den bedächtigen Texten in den Journalen der biederen Bürger in der noch jungen Nation.

Seine Leser waren die kleinen Leute aus der Knochenmühle des amerikanischen Traumes, die ihr sauer Verdientes in den billigen Vergnügungsstätten der Metropolen wieder loswurden. Wenn es gelegen kam, heizten die Blätter des Pulitzer-Trusts die patriotische Stimmung so lange auf, bis sie das Land in einen Krieg getrieben hatten. Sein Ideal war der Teufelsreporter, der zähe Schnüffler mit dem Notizblock, der nie locker ließ und sich für eine aufsehenerregende Story tief hinunter in den Rinnsal des Lebens begab und das Schicksal der Menschen für ein paar billige Zeilen ausweidete. Joseph Pulitzer war ein Fürst in der schäbigen Unterwelt des Nachrichtengewerbes.

Gegen Ende seiner Karriere bekam dieser frühe Held des modernen Boulevardjournalismus allerdings Skrupel. Nun finanzierte er an zwei Universitäten akademische Ausbildungsstätten für den journalistischen Nachwuchs und stiftete der Columbia University einige Millionen, die dazu bestimmt waren, jährlich die weltweit am höchsten angesehenen Publizistikpreise zu dotieren. Dort, an der Wand des langen Flurs in der School of Journalism, ließ Pulitzer, der geläuterte Boulevardverleger, seine späte Erkenntnis in Stein meißeln: »Eine zynische, geldgierige, demagogische und korrupte Presse wird im Lauf der Zeit eine Gesellschaft hervorbringen, die ebenso niederträchtig ist wie sie selbst.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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