Doppelverrat - Dorothea Bürger - E-Book

Doppelverrat E-Book

Dorothea Bürger

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Beschreibung

Der Inhalt dieser Geschichte ist weder Zeit- noch personengebunden – und ist in erster Linie auf die menschliche Psyche übertragbar... vor allem in der heutigen Zeit, in der vieles schön geredet wird, oder willkürliche Gesetze die Freiheit des Menschens einengen, gerät das Individuum vor die einscheidene Frage: beuge ich mich vor dieser Obrigkeit, oder verfolge ich den Weg meiner Ziele, mit der Konsequenz, ohnmächtig gemacht zu werden.

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Seitenzahl: 29

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Dorothea Bürger

Doppelverrat

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

KAPITEL 1

KAPITEL 2

Impressum

KAPITEL 1

Diese Geschichte erzählt von einer märchenhaften Zeit, in der sich die Menschen von einem Pferd fortbewegen ließen und mit einem Schwert ihr Revier verteidigten und mit Kerzen- oder Fackellicht ihre Räume erhellten und ihre Nahrung auf dem direktem Wege aus der Natur einbezogen und – und – und ...

Der Inhalt dieser Geschichte ist weder Zeit- noch personengebunden – und ist in erster Linie auf die menschliche Psyche übertragbar...

Eine bedrückende Stille herrschte in dem großen, leicht versumpften Wald – eine ebenso bedrückende Trauer lag über die drei Menschen, welche sich in einer Waldeslichtung um ein finsteres Loch versammelt hatten. Einen ganzen Tag lang schwiegen ein Vater und seine beiden Söhne in die finstere Kuhle hinein.

Erst als die Sonne wieder zwischen den leicht entblätterten Bäumen blinzelte, sprach der Vater zu seinen Kindern: „Am Tod eurer Mutter so wie meiner geliebten Frau ist allein der böse Zauberer Odor Schuld!“ „Ich denke, Mutter ist an einer schweren Krankheit gestorben.“ widersprach sein jüngerer Sohn Viator. „Diese Krankheit war der der böse Geist Odors, dessen gemeiner Plan darin besteht, alle Frauen auszurotten. Auf diese Weise will er jeglichen Nachwuchs verhindern – um später ganz allein über alle Schätze dieser Erde verfügen zu können.“, erklärte der Witwer nahezu beschwörerisch. Viator wollte den Worten seines Vaters – der sich Odium nannte – keinen rechten Glauben schenken: “Wenn Odor wirklich als einziger auf dieser Welt verweilen sollte, dann braucht er doch keine Schätze mehr.“ „Daran denkt er jetzt noch nicht – seine Bosheit macht ihn so blind und raffgierig.“ „Selbst als raffgieriger Blinder hätte er Mutters Unfruchtbarkeit, die nach meiner Geburt eingesetzt hatte, bemerken sollen.“, murmelte Viator leise in sich hinein, als hätte er bereits vorher mit der Reaktion seines Vater gerechnet: Odium spürte, wie sein jüngster Sohn Partei für Odor ergriff und stieß Viator deswegen in das offene Grab. Daraufhin begab er sich fluchend auf den Weg.

Leniro, dem älteren Sohn, bereitete es große Mühe, Viator aus der Tiefe hochzuziehen, da der Gestoßene sein rechtes Bein und seinen linken Arm kaum bewegen konnte. So musste Leniro seinen Bruder nach Hause tragen, eine von Odium selbst errichtete Waldhütte. Dort behandelte er den Kranken mit Kräuterextrakten, die einst deren Mutter für Notfälle selbst hergestellt und aufbewahrt hatte. Beide Kinder wussten, dass Mutter durch die langjährige Einnahme von Pilzen, die eine betörende Wirkung auf sie ausüben sollten, ihre Krankheit selbst herbeiführen wollte. Beide versprachen ihr, Vater nichts von ihrer Absicht - ihrem Leben auf diese Weise ein Ende setzen zu wollen, weil sie es bei ihrem Gatten nicht aushalten konnte – zu erzählen. Beide wussten, dass Mutter ein großes Herz für Odors Zauberkünste hatte, während Vater sich der Armee von Lanius, dem größten Gegner des Magiers angeschlossen hatte.

Schon zu Mutters Lebzeiten übertrug sich ihre Seele auf Viator, der mit seiner offenen Art all das (vor Menschen) mitteilte, was in seinem Herzen vorging. Leniro dagegen, hatte Mutters äußere Verhaltensweise angenommen: sein Innerstes in Schweigen zu hüllen. Auf diese Weise verlieh er nach außen beiden Elternteilen das Gefühl der Bestätigung, obgleich er unter Odiums tyrannischer Wesensart mindestens genauso litt wie sein kleinerer Bruder.