Dorian Hunter 147 - Earl Warren - E-Book

Dorian Hunter 147 E-Book

Earl Warren

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Beschreibung

In einer mondlosen Nacht sank ein dreizehnter Toter in die bunte Wunderwelt des Korallenriffs herab.
Die zwölf Skelette gerieten in große Erregung und raunten und wisperten.
»Der Dreizehnte ist gekommen. Jetzt sind wir vollzählig.«
»Dreizehn, dreizehn, die magische Zahl!«
»Seht nur, wer es ist! Ausgerechnet er, an dem wir uns furchtbar rächen wollten ...«

Edgar Brian Simon, der Geldgeber von Jeff Parkers Bermuda-Expedition, möchte sich auf seiner Privatinsel von den Fortschritten berichten lassen. Doch dort werden zugleich der Januskopf Pyko und unheimliche Rächer aus dem Totenreich aktiv ...

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Inhalt

Cover

Was bisher geschah

RÄCHER AUS DEM TOTENREICH

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

mystery-press

Vorschau

Impressum

Der ehemalige Reporter Dorian Hunter hat sein Leben dem Kampf gegen die Schwarze Familie der Dämonen gewidmet, seit seine Frau Lilian durch eine Begegnung mit ihnen den Verstand verlor. Seine Gegner leben als ehrbare Bürger über den Erdball verteilt. Nur vereinzelt gelingt es dem »Dämonenkiller«, ihnen die Maske herunterzureißen.

Bald kommt Dorian seiner eigentlichen Bestimmung auf die Spur: In einem früheren Leben schloss er als Baron Nicolas de Conde einen Pakt mit dem Teufel, der ihm die Unsterblichkeit sicherte. Um für seine Sünden zu büßen, verfasste de Conde den »Hexenhammer« – jenes Buch, das im 16. Jahrhundert zur Grundlage für die Hexenverfolgung wurde. Doch der Inquisition fielen meist Unschuldige zum Opfer; die Dämonen blieben ungeschoren. Als de Conde selbst der Ketzerei angeklagt und verbrannt wurde, ging seine Seele in den nächsten Körper über. So ging es fort bis in die Gegenwart. Dorian Hunter begreift, dass es seine Aufgabe ist, de Condes Verfehlungen zu sühnen und die Dämonen zu vernichten.

Als Rückzugsort in seinem Kampf bleibt Dorian neben der Jugendstilvilla in der Baring Road in London noch das Castillo Basajaun in Andorra, in dem er seine Mitstreiter um sich sammelt – darunter die ehemalige Hexe Coco Zamis, die aus Liebe zu Dorian die Seiten gewechselt hat. Nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Martin hat Coco diesen zum Schutz vor den Dämonen an einem Ort versteckt, den sie selbst vor Dorian geheimhält.

Auf der Suche nach der Mumie des Hermes Trismegistos findet Dorian den Steinzeitmenschen Unga, der Hermon gedient hat und der sich nach seinem Erwachen schnell den Gegebenheiten der Gegenwart anpasst. Auf Island gewinnt Dorian den Kampf um das Erbe des Hermes Trismegistos.

Die Invasion der Janusköpfe von der Parallelwelt Malkuth wird mit Dorians Hilfe abgewehrt. Hermes Trismegistos wird klar, dass er für das Entstehen der Psychos auf Malkuth verantwortlich ist. Um zu büßen, geht er durch eins der letzten Tore nach Malkuth. Olivaro, das ehemalige Oberhaupt der Schwarzen Familie und selbst ein Januskopf, beschließt, seine auf der Erde gestrandeten Artgenossen zu jagen. Der Tempel des Hermes Trismegistos wird zerstört, aber kurz zuvor zeigt der magische Tisch sieben düstere Prophezeiungen. Sechs davon haben sich bereits bewahrheitet, auch jene über Martin Zamis: Der Sohn des Dämonenkillers wurde vom Kinddämon Baphomet, der Reinkarnation des Skarabäus Toth, entführt. Miss Pickford opfert ihr Leben, um Martin aus der Gewalt Baphomets zu befreien. Zur Erholung schließen sich Dorian, Coco und Martin der Expedition Jeff Parkers ins Bermuda-Dreieck an. Doch sie begegnen dabei gefährlichen Drachenhaien, die im Dienst des Januskopfes Pyko stehen. Pyko lockt die SACHEEN in eine fremde Dimension, doch die Crew kann sich befreien und die Drachenhaie vernichten. Edgar Brian Simon, der Geldgeber der Expedition, bittet Jeff Parker zum Bericht auf seine Privatinsel.

RÄCHER AUS DEM TOTENREICH

von Earl Warren

Zuerst war das Wrack da gewesen. Der Hurrikan im Oktober 1873 hatte den Dreimaster gegen das Riff geworfen, und er war gesunken. Seepocken und Muscheln waren am Wrack festgewachsen, und Algen wehten von seinem Deck. Zwanzig Jahre später war der Krake gekommen. Er war ein Riesenexemplar und damals noch sehr jung. Er hätte in die Tiefsee gehört, aber wegen einer organischen Besonderheit konnte er den gewaltigen Wasserdruck nicht aushalten. Er hatte sich in dem Wrack eingenistet und lebte seitdem darin. Danach war viele Jahre nichts passiert, abgesehen von den Raubzügen des Kraken, die zu unternehmen er gezwungen war, wenn nicht genug Beute in seine Nähe schwamm.

Lange, lange Zeit später war der erste Leichnam in die bunte Wunderwelt des Korallenriffs herabgesunken. Ein Betonklotz an den Füßen hatte ihn hinabgezogen. Der Krake war herbeigeschwommen und hatte seine fast zehn Meter langen Fangarme um den Toten gelegt. Doch er war heftig zurückgezuckt. Sein Instinkt hatte ihm gesagt, dass dieses Wesen kein natürliches war. Es lebte nicht und war auch nicht richtig tot. Der Krake wagte nicht, es zu fressen. Lieber hungerte er oder unternahm weite Raubzüge.

1. Kapitel

Weitere Tote waren dem ersten in kurzen Zeitabständen gefolgt: sechs Männer und fünf Frauen. Alle waren mit den Füßen in Betonquader eingemauert, und auf ihren Gesichtern spiegelte sich ein Ausdruck des Grauens. Die Raubfische des Riffs, die sonst alles fraßen, machten einen Bogen um sie. Es war etwas Unheimliches an diesen Toten, die sich in einem Kreis auf dem Meeresgrund gruppiert hatten. Ihre Skelette blieben aufrecht im Wasser stehen. Sie bewegten sich, auch ohne die Strömung und Gezeiten. Ein Wispern und Raunen umgab sie.

In einer mondlosen Nacht sank der dreizehnte Tote herab. Ein Mann mit rotem Haar, rotem Schnurrbart und einem ausdrucksvollen Gesicht. Er war mit einem blauen Hausmantel aus Samt bekleidet, der über dem Herzen eingestickte, goldene Initialen trug. Seine Augen fehlten. Auch seine Füße steckten in Spezialbeton, der unter Wasser rasch hart wurde.

Die zwölf Skelette gerieten in große Erregung und raunten und wisperten.

»Der Dreizehnte ist gekommen. Jetzt sind wir vollzählig.«

»Dreizehn, dreizehn, die magische Zahl!«

»Seht nur, wer es ist! Ausgerechnet er, an dem wir uns furchtbar rächen wollten. Er ist gestorben wie wir.«

»Er ist tot und doch nicht tot, und wir sind tot und doch nicht tot. Wir müssen ihn in unseren Kreis aufnehmen, sonst erreichen wir die magische Zahl nicht. Das Leben liegt weit hinter uns. Jetzt beschäftigen uns andere Dinge. Die Rache an ihm hätte uns nur befriedigt, solange er noch lebte.«

»Und jetzt? Und jetzt?«

»Wir werden sehen«, wisperte und raunte es. »Er soll uns berichten. Mörder – unser Mörder – willkommen in unserer Mitte!«

Unnatürliche Kräfte hatten den Betonbrocken mit dem Toten über dem Meeresgrund angehalten. Jetzt schwebte er herab, in die Mitte des Kreises der Toten. Noch konnten sie mit ihm keine Verbindung aufnehmen, aber bald würde der letzte Fleischfetzen von seinen Knochen sich ablösen. Dann würde er vollständig zu einem der Ihren geworden sein.

Dass Jennifer Simon noch lebte, betrachteten wir alle als ein Wunder. Die Ereignisse in der Unterwasserhöhle lagen gerade vierundzwanzig Stunden zurück. Jetzt würde es ruhiger zugehen – dachten wir.

Ich saß mit Coco und drei von den anderen in der großen Salonkabine bei einem späten Frühstück. Da trat Jeff Parker zu uns – leger angezogen, die Kapitänsmütze auf dem kahlen Kopf.

»Gerade ist ein Funkspruch vom alten E.B.S. eingegangen«, sagte er. »Er scheint Schwierigkeiten auf seiner Privatinsel zu haben, denn er fordert uns auf, schleunigst hinzukommen. Er wollte auch wissen, wie wir mit der Erforschung der Rätsel im Bermuda-Dreieck vorankommen.«

Mir schmeckten mein Toastbrot und die Eier mit Schinken nicht mehr, als ich an unseren Aufenthalt in der Dimension der Protoplasmamonstren dachte.

»Was hast du ihm geantwortet?«

»Dass Verschiedenes vorgefallen wäre. E.B.S. hat die Position seiner Insel bekannt gegeben. Unsere Verletzten können dort medizinisch versorgt werden. Wir laufen in einer halben Stunde aus. Dass der Spuk auf Catfish Island beseitigt ist, habe ich E.B.S. auch mitgeteilt.«

»Was ist mit dem Aluminaut, unserem Forschungsunterseeboot, das in Nassau auf der Werft liegt?«

»Soll von einem Schleppschiff zu seiner Insel gebracht werden. Er übernimmt die Kosten.«

Jeff nannte die Position der Privatinsel. Sie lag in der Nähe der Bahamainsel Great Abaco. Mit unserer schnellen Jacht konnten wir sie gegen Abend erreichen. Ich hatte keine Einwände dagegen, die E.B.S.-Insel anzulaufen. Auch Coco sagte kein Wort. Über die angeblichen Schwierigkeiten von E.B.S. hatte Jeff kein Wort verlauten lassen. Ich hoffte sehr, dass es nicht um übernatürliche Dinge ging, denn ich wollte nichts als Ruhe und Frieden. Ich war zwar als der Dämonenkiller bekannt, doch zurzeit wünschte ich mir sehnlichst, diesen Namen nie errungen zu haben. Alles, was ich wollte, war, ein ganz normales Leben irgendwo mit Coco und Martin zu führen und einen Beruf auszuüben, der mich interessierte und der mir einen für die Ansprüche des Normalbürgers ausreichenden Verdienst bescherte. Aber das sollte nicht sein. Mein Schicksal hatte sich entschieden, als ich 1484 als Baron de Conde einen Pakt mit Asmodi geschlossen hatte. Viele Leben hatte ich seither gelebt, und keines war ruhig und friedlich verlaufen.

An diesem sonnigen Morgen kam ich mir sehr alt vor. Dabei war ich in diesem Leben erst Mitte dreißig.

Coco merkte anscheinend, wie mir zumute war, denn sie rückte näher an mich heran. Ich spürte die Berührung ihres Körpers, roch den frischen Duft, der von ihr ausging, und sah in ihre dunkelgrünen Augen. Sie war das Beste, was mir in allen meinen Leben je begegnet war. Mit einer Gefährtin und Geliebten wie ihr hatte das Leben einen Sinn, auch wenn es manchmal sehr aufreibend war. Ohne sie wäre ich sehr einsam und verzweifelt gewesen. Wenn ich sie ansah, fühlte ich mich gleich ganz anders und viel besser.

Pyko hatte nach seinem doppelten Fehlschlag gerast und getobt. Dem Dämonenkiller und seinen Gefährten war es gelungen, lebend jener schrecklichsten aller Horrordimensionen, die schon so viele Schiffs- und Flugzeugbesatzungen im Bermuda-Dreieck verschlungen hatte, zu entrinnen. Darüber hinaus hatten sie auch noch die beiden Mutare Hayzooz und Cazzoon getötet.

Pyko konnte es nicht fassen. Er überlegte lange, was er tun sollte. Schließlich überwand er seinen Stolz und stellte aus seiner Kalksteinhöhle eine magische Verbindung zu seinen fünf Artgenossen her.

Die Zugänge der Kalksteinhöhle lagen unter Wasser. Ein schwarzer See, auf dem hässliche Wasserspinnen mit fingerlangen Beinen herumliefen, bedeckte die Hälfte des Höhlengewölbes. Skelettknochen von längst ausgestorbenen Riesenechsen lagen auf bleichen Kalksteinklippen.

Pyko passte mit seinem Januskopf und seinem langen, schwarzen Gewand, das innen düsterrot abgefüttert war, gut in diese Umgebung. Das vordere Gesicht des Januskopfes wirkte wie ein stilisierter Totenschädel und hatte einen leichten Stich ins Grünliche. Die Augenhöhlen waren leer, die Stirn trug ein V-Zeichen, so wie der Teufel auf alten Gemälden, und ein lila Schein, der gewiss kein Heiligenschein war, begrenzte die hohe Stirn.

Pyko saß auf einer Kalksteinklippe, hielt einen Totenschädel in der Hand und schaute über das schwarze Wasser. Ein unheimlicher rötlicher Schein erhellte die große Höhle. Pykos Magie hatte dieses Licht erzeugt. Pyko brauchte den Totenkopf, um die Verbindung zu seinen Artgenossen herzustellen. Was er dachte, wurde allen gleichzeitig übermittelt; und natürlich konnte Pyko seinerseits auch Gedanken und Äußerungen seiner Genossen empfangen.

Der Dämonenkiller wird mir allmählich unheimlich, dachte Pyko. Nie hätte ich geglaubt, dass er aus der Schreckensdimension herausfindet. Das ist keinem Januskopf je gelungen. Nur ein paar magische Botschaften – letztes Vermächtnis von unglücklichen Brüdern – informierten uns über die Zustände dort. Dorian Hunter besitzt außergewöhnliche Fähigkeiten, von denen sogar wir noch profitieren könnten.

Vielleicht hat er nur Glück gehabt, wandte der Januskopf Ogliv von seinem Stützpunkt irgendwo auf der Welt ein.

So viel Glück gibt es nicht, übermittelte Xeno. Ihr wisst genau, dass es die größte Furcht unserer Rasse ist, die Große Mutter, das gesamte Königreich Malkuth, könnte in die Dimension der Protoplasmamonstren versetzt werden. Ihr kennt die Worte unseres größten Sehers und Philosophen: Wenn einst die Zeit den Tod bezwingt, der lebende Berg die Große Mutter verschlingt.

Sie kannten die Worte alle und schwiegen. Die Prophezeiung war ein Trauma ihrer Rasse.

Pyko meldete sich als Erster wieder.

Jedenfalls bestehen im Bermuda-Dreieck Dimensionsüberlappungen und Verbindungen zu anderen Dimensionen, dachte er. Es gibt noch andere Phänomene, aber darum geht es im Augenblick nicht. Die Verbindung zur Januswelt Malkuth kann im Bermuda-Dreieck noch nicht vollständig abgerissen sein. Wir müssen alles daransetzen, unsere Welt wieder zu erreichen, denn die Erde hat sich als ein sehr gefährlicher Aufenthaltsort erwiesen. Ohne den Rückhalt von Malkuth können wir uns hier nicht halten.

Alle wollten zurück nach Malkuth. Luguri, der Erzdämon, der Beherrscher der Schwarzen Familie der Dämonen, machte weltweit Jagd auf die Janusköpfe; Trigemus, der Rattenpsycho des Hermes Trismegistos war hinter ihnen her; und Olivaro, der auserwählte Sohn der Großen Mutter, war zum Jäger geworden und spürte auch den entarteten Janusköpfen auf der Erde nach, um sie zu töten. Es sah nicht gut aus für sie. Sie fühlten sich als Vertreter einer hoch entwickelten Magie, umgeben von Primitiven, die sie erdrücken und vernichten wollten.

Ich werde Tag und Nacht forschen, um einen Weg der Rückkehr nach Malkuth zu finden, dachte Pyko. Wie sehne ich mich nach den warmen Körperhöhlen von Kether, Chochmah, Binah, Chosed, Beriah und wie all die Teile der drei Trinitys heißen! Überall pulst dort Leben, und wenn diese Welt auch Schrecken speit, so ist es doch unsere Welt. Da bin ich geboren, und da will ich sterben.

Auch die andern fünf Janusköpfe gedachten der Heimat. Pyko empfing ihre Gedanken. Die Janusköpfe waren entartet, böse und verdorben, doch alle fühlten sich der Heimatwelt zugehörig.

Forsche, Pyko! Forsche!, dachten die fünf Janusköpfe. Wir können nicht alle ins Gebiet des Bermuda-Dreiecks, denn sonst hätten uns die irdischen Dämonen rasch entdeckt und entlarvt. Unsere einzige Chance, zu überleben, liegt in der Zersplitterung. Wie willst du vorgehen, Bruder?

Ich glaube, Jeff Parkers Expedition hat eine Menge erfahren. Auch wenn diese Menschen nicht fähig sind, die richtigen Schlüsse zu ziehen, so kann ich doch durch Tiefenhypnose die wichtigen Informationen aus ihnen herausholen und auswerten, wenn ich sie erst mal in meiner Gewalt habe. Einer von meinen Dienern ist bereits an Bord der ›Sacheen‹. Besonders wichtig wäre es aber, einen anderen zu meinem Diener zu machen und sich seine Machtmittel anzueignen. Wenn ich ihn habe, kann nichts mehr schiefgehen.

Wer ist das, Pyko, wer?

Pyko legte eine kleine Spannungspause ein, bevor er sich bequemte, zu antworten.

Dorian Hunter, der Dämonenkiller. Ich wollte ihn von der Schreckensdimension verschlingen lassen, zusammen mit allen anderen an Bord der ›Sacheen‹. Auch meinen ergebenen Diener wollte ich opfern. Aber jetzt habe ich eingesehen, dass der Dämonenkiller mir lebend viel mehr nützen kann. Ich werde den Dämonenkiller also in meine Gewalt bringen.

Wie willst du das anfangen?

Pyko erläuterte, wie er es sich vorgestellt hatte. Seine Rassegenossen waren begeistert.

Der Plan ist eines Janusgehirns würdig, teilten sie ihm mit. Und von so langer Hand vorbereitet. Wie konntest du ahnen, dass die Zusammenhänge sich einmal so entwickeln würden?

Das ahnte ich überhaupt nicht, gab Pyko zu. Aber ich habe mir schon seit längerer Zeit eine sehr gute Basis geschaffen, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Der Mensch, dessen Maske ich mich bediene, ist für meine Pläne hervorragend geeignet. Ich werde mein Bestes geben, damit der große Plan gelingt und wir bald auf unsere Heimatwelt zurückkehren können, Brüder.

Die Janusköpfe wünschten Pyko Glück und Erfolg. Er ließ den Totenschädel sinken. Die Konferenz war beendet. Pyko beabsichtigte, die Kalksteinhöhle zu verlassen und wieder in die Rolle eines bestimmten Menschen zu schlüpfen.

Am späten Nachmittag sahen wir die E.B.S.-Privatinsel aus dem Dunst vor uns auftauchen. Das Eiland maß knapp zwölf Quadratkilometer, und die Küste war von vielen Buchten zernagt. Aber es gab an der Westseite einen herrlichen Strand, ein paar Süßwasserquellen und eine tropische Vegetation. Palmen wiegten sich im Wind. Ein Korallenatoll umgab die Insel. Riffe sicherten sie ab.

Jeff Parker forderte über Funk einen Lotsen an, der zwei Seemeilen vor Krösus – so hatte der Milliardär seine Insel sinnigerweise getauft – an Bord ging. Sein leichtes Motorboot wurde am Heck der Jacht vertäut. Der Lotse trug eine weiße Fantasieuniform mit goldenen Epauletten und dem verschlungenen Monogramm E.B.S. auf der Brust. Er gehörte zur Garde des Milliardärs. In seinem offenen Gürtelhalfter steckte eine schwere, vergoldete Pistole. Er war ein junger Mann mit kurz gestutztem, schwarzem Bart und braun gebranntem Gesicht. Jeff Parker, der sich sehr für E.B.S. interessierte, hatte mir einiges über den sagenumwobenen Milliardär erzählt; von seiner krankhaften Menschenscheu hatte er berichtet und seiner Schwäche für Gold.

Wortlos übernahm der Lotse das Steuer. Auf einem Kaugummi herumkauend, steuerte er die Jacht sicher zum Anlegeplatz.

Was wir auf der Insel und innerhalb des Atolls mit seinem klaren, unbewegten Wasser sahen, erstaunte uns gewaltig. Ich stand mit Coco und Martin auf dem Vorderdeck. Schwärme bunter Fische, von denen Martin begeistert war, schwammen im Wasser. Heute ging es Martin besser. Der Tiefschlaf, in den ihn Coco durch Hypnose versetzt hatte, war ihm gut bekommen. Ich ging sehr behutsam mit meinem dreieinhalbjährigen Sohn um, denn er hatte eine Scheu vor mir und fürchtete mich. Zweimal schon hatte er mich mit dem Stigma des Dämons Srasham, das mir vor Jahren in Istanbul magisch eintätowiert worden war, gesehen.